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Anhaftung an den Dharma?

  • ShrillHall14312
  • 3. März 2026 um 21:09
  • Zum letzten Beitrag
  • mukti
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    • 22. September 2026 um 10:36
    • #26

    Nur das richtige Ergreifen des Dharma führt zur Befreiung von allen Anhaftungen.


    In M.22. wird das Ergreifen des Dharma mit dem Ergreifen einer Schlange verglichen. Wenn man sie am Schwanz und nicht am Nacken packt, dreht sie sich um und beißt zu. Ebenso erfährt man Schaden und Leid, wenn man den Dharma lernt, um zu kritisieren oder in Debatten zu gewinnen. Wenn man den Dharma lernt, um ihn mit Weisheit zu ergründen und anzunehmen, ergreift man ihn auf richtige Weise.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 22. September 2026 um 13:08
    • #27
    mukti:

    Nur das richtige Ergreifen des Dharma führt zur Befreiung von allen Anhaftungen.

    Was ist, wenn jemand das richtige Ergreifen des Dharma nicht als sein Anhaften am Dharma erkennt?


    Das geschieht, wenn jemand sein Ergreifen selbst nicht beobachtet. Er glaubt, den Dharma korrekt zu erfassen, doch benutzt er ihn als Ich‑bin‑Identitätsverstärker. Dadurch entsteht eine doppelte Verwechslung:
    Der Dharma wird missverstanden.
    Die eigene Einsicht darüber, wie man ihn ergreift, wird ebenfalls missverstanden.


    Der Mensch hält die Schlange scheinbar am Nacken, tatsächlich aber am Schwanz, und bemerkt es nicht, weil die „Ich bin dies und das“-Egostruktur sich selbst schützt. Dharma wird dann nicht als Werkzeug gesehen, sondern als Besitz: „Ich habe verstanden, ich mache es richtig.“ Diese Haltung verhindert das Erkennen des eigenen Anhaftens.

    Die Lösung liegt allein darin, das Ergreifen selbst zu beobachten:
    Wie entsteht Identität, „Ich bin“?
    Wo wird Dharma zum Selbstbild „Ich bin dies und das“?
    Wo wird Einsicht in den Dharma zu Besitz?


    Richtiges Ergreifen lässt Identität erkennen. „Ich bin“ ist das Ergreifende.
    Falsches Ergreifen erzeugt Identität als Persönlichkeit. „Ich bin das Ergriffene“ ist Persönlichkeit.
    Nicht erkanntes falsches Ergreifen stabilisiert die Identität und macht sie unbemerkt zu einer Persönlichkeit.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Sunu
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    • 22. September 2026 um 17:02
    • #28

    Man muss eigentlich schon ganz schön ignorant sein, wenn man nicht merkt, wenn einem eine Schlange in die Hand beißt. Oder man ist bereits leidbefreit. Eigentlich kann niemand behaupten er würde es nicht merken wenn die Schlange zubeißt, aber viele suchen eben den Schmerz. Das Dharma ist auch "nur" in der Lage das aufzuzeigen, was man sehen will. Aber immerhin.

    2 Mal editiert, zuletzt von Sunu (22. September 2026 um 17:55)

  • Qualia
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    • 22. September 2026 um 18:43
    • #29
    Sunu:

    Man muss eigentlich schon ganz schön ignorant sein, wenn man nicht merkt, wenn einem eine Schlange in die Hand beißt.

    Jemand, der bei Rot über die Ampel läuft macht sicher das Auto das ihn anfährt zum Schuldigen an seinem gebrochenen Bein.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • Qualia
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    • 23. September 2026 um 10:48
    • #30
    Qualia:

    Es ist vielleicht noch wichtig das der Stromeingetretene nicht glaubt das er ohne Floß mit oder über den Strom schwimmen kann, gegen ihn oder sich gar treiben lassen kann.

    Er muss sich ein Floß (seine Lehre) gebaut haben. Im Strom erweist es sich als haltbar. Trägt es nicht, muss er zurück an das Ufer, sich den Dhamma mit der Sangha wirklich erarbeiten, um sein Floß sicher zu machen.

    Auch muss er mit dem Ruder, wriggen, paddeln und steuern können, damit er das Ziel erreicht. Auf seinem Floß hat nur einer Platz.


    Das Floß auf die andere Seite zu bringen, erfordert eine gute Technik und Erfahrung. Das ist der Grund, warum viele auf dem anderen Ufer das geliebte, hart erarbeitete Floß nicht liegen lassen können. Sie werden zu Bodhisattvas.


    „Ihr Mönche, ich werde euch die Lehre zeigen, die einem Floß gleicht: Sie dient dem Hinübergelangen, nicht dem Festhalten.“ — Buddha (Majjhima Nikaya 22)

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    Meine Lehre ist mein sicheres Floß,

    wenn sie keiner anderen Lehre gleicht.

    Das Ruder, um wriggend das andere Ufer zu erreichen,

    ist die eine Lehre, die in allen Lehren enthalten ist.


    Die eigentliche Ironie ist das ich ohne es zu wissen oder zu wollen, schon lange auf dem anderen Ufer bin, kein Seil mehr in der Hand habe, dass das Floß festhält.

    Alles Studieren und Praktizieren diente nur meinem Verstand, der verstehen wollte. Oft war er verärgert, sogar wütend – nicht weil er nicht verstand, sondern gerade weil er verstand. Denn die ganze Macht, die sein Ego zu haben glaubt, zerrinnt in seinen Fingern. Wer will das schon?

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • mukti
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    • 23. September 2026 um 12:47
    • #31
    Qualia:
    mukti:

    Nur das richtige Ergreifen des Dharma führt zur Befreiung von allen Anhaftungen.

    Was ist, wenn jemand das richtige Ergreifen des Dharma nicht als sein Anhaften am Dharma erkennt?


    Das geschieht, wenn jemand sein Ergreifen selbst nicht beobachtet. Er glaubt, den Dharma korrekt zu erfassen, doch benutzt er ihn als Ich‑bin‑Identitätsverstärker. Dadurch entsteht eine doppelte Verwechslung:
    Der Dharma wird missverstanden.
    Die eigene Einsicht darüber, wie man ihn ergreift, wird ebenfalls missverstanden.


    Der Mensch hält die Schlange scheinbar am Nacken, tatsächlich aber am Schwanz, und bemerkt es nicht, weil die „Ich bin dies und das“-Egostruktur sich selbst schützt. Dharma wird dann nicht als Werkzeug gesehen, sondern als Besitz: „Ich habe verstanden, ich mache es richtig.“ Diese Haltung verhindert das Erkennen des eigenen Anhaftens.

    Die Lösung liegt allein darin, das Ergreifen selbst zu beobachten:
    Wie entsteht Identität, „Ich bin“?
    Wo wird Dharma zum Selbstbild „Ich bin dies und das“?
    Wo wird Einsicht in den Dharma zu Besitz?


    Richtiges Ergreifen lässt Identität erkennen. „Ich bin“ ist das Ergreifende.
    Falsches Ergreifen erzeugt Identität als Persönlichkeit. „Ich bin das Ergriffene“ ist Persönlichkeit.
    Nicht erkanntes falsches Ergreifen stabilisiert die Identität und macht sie unbemerkt zu einer Persönlichkeit.

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    Also ich verstehe das als einen allmählichen Prozess. Zunächst fasst man den Dharma an, indem man ihn begreift: "Ich habe verstanden, dass ich in Wirklichkeit nichts Körperliches oder Geistiges bin (die khandha)". Dann handelt man nach dem achtfachen Pfad, wobei sich die Identifikation mit den khandha langsam auflöst. Im Idealfall weiß man dann: "Ich mache alles richtig", weil man erfährt wie Verblendung und Begehren abnehmen und die Bürde des Ich-Dünkels immer leichter wird. Schließlich erreicht man den Stromeintritt und "eilt zielbewusst der vollen Erwachung entgegen".

    Das Beobachten ist eine Übung der Achtsamkeit in Verbindung mit Weisheit (sati-sampajanna), die meines Erachtens mit dem gesamten achtfachen Pfad verbunden ist.


    Wenn man aber auf der Ebene des Begreifens bleibt, nicht richtig beobachtet und nicht richtig praktiziert, sammelt man Wissen an wie einen Besitz, an dem man anhaftet und auf den man Stolz ist. Dann hat man "die Bedeutung des Dhamma nicht mit Weisheit ergründet, sondern um zu kritisieren und in Debatten zu gewinnen" (M.22.). Man weiß es nicht wirklich, macht es nicht wirklich richtig und hat den Dhamma falsch angefasst.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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