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Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast.

  • Thorsten Hallscheidt
  • 25. Februar 2026 um 07:52
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  • Thorsten Hallscheidt
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    • 25. Februar 2026 um 07:52
    • #1

    Hier eine klar formulierte Passage von Hellmuth Hecker aus dem Buch "Der Heilsweg des Erwachten", S 30


    Zitat

    Der Buddha erklärt: Das Gesetz steht dem Menschen zu Häupten, zu Lebzeiten und darüber hinaus (D 26) oder Ich lehre ein heiliges überweltliches Gesetz als Besitztum des Menschen (M 96). Und dieses dem Menschen überlegene Gesetz kann er sich doch verfügbar und zum Besitz machen, nämlich mittels des Gesetzes. Es sagt mir: „Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast." Wie ist das möglich? Nun, weil ich mir z. B. einen Ärger auf jemanden angedacht habe, deshalb muss ich mich jedes Mal über ihn ärgern, wenn er mir begegnet. Weil ich mir bestimmte Triebe angedacht habe, deshalb muss ich leiden, wenn sie nicht erfüllt werden. Weil ich mir illusionäre Vorstellungen über das Leben gemacht habe, deshalb falle ich aus allen Wolken, wenn die Realität sich als das entpuppt, was sie immer schon war. Indem ich mir Anziehung, Abstoßung und Verblendung angewöhnt habe, bin ich selber meines Glückes oder Unglückes Schmied. Ich gestalte mein Schicksal selber, indem ich mich bedürftig und verletzbar mache. Die Dinge und Ereignisse tragen ihren Wert nicht in sich, sondern ich verleihe ihnen diesen erst durch meine Bezüge. Das ist das Gesetz des sogenannten Schicksals, das Karma-Gesetz, das Gesetz von Saat und Ernte.

    Dies Gesetz lässt keinerlei Raum für irgendeine Ungerechtigkeit des Schicksals, für irgendwelche unberechenbaren Zufälle oder Prädestinationsakte. Ich ernte immer das, was ich gesät habe, nämlich vor allem mich selber mit allen meinen Charaktereigenschaften, und in zweiter Linie die von mir gestaltete Welt - was an dieser Stelle nur erwähnt, aber nicht begründet werden kann. Mir wird nichts vorenthalten, weder an Gutem noch Bösem. Wie schlecht aber auch mein Charakter angelegt ist und wie ungünstig auch die Umwelt sein mag, ich habe doch die Möglichkeit in mir, wenigstens etwas davon zu überwinden. Nur weil ich die gewaltigen Möglichkeiten nicht kenne, die jeder Mensch in sich hat, deshalb resigniere ich so leicht. Das Gewisseste, auf das ich mich in der Existenz hundertprozentig verlassen kann, das sind meine Anliegen, Wünsche und Triebe: Sie sind so, wie ich sie gemacht habe, und bleiben so, wenn ich sie nicht ändere. Insofern ist eben die Lehre, das Gesetz, ersichtlich.

    Also selbst Schuld, wenn Elend, Angst und Leiden (weiterhin) groß sind? Wahrscheinlich ja... Auch wenn Schuld hier der falsche Begriff ist – verantwortlich trifft es wahrscheinlich besser.


    Habe ich mir Anziehung, Abstoßung und Verblendung angewöhnt, oder ist das Teil meines biologischen Programms als Tier, Sozialisation durch Gesellschaft, Freunde und Eltern? Nach buddhistischer Vorstellung kommt vieles ja auch aus dem letzten Leben. Eigentlich egal woher es kommt – sobald ich es bemerke, kann ich etwas dagegen unternehmen, oder?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    4 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (25. Februar 2026 um 08:02)

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    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 25. Februar 2026 um 08:51
    • #2

    Nicht von mir bewirkt, Bedingungen der Umwelt:

    Das Unangenehme, das nicht von mir bewirkt wurde, ist das Unwohl, das mein Körper mir als Unwohl meldet. Bedrängnisse von anderen Lebewesen und Ereignisse der Dinge, die von der Umwelt ausgehen. Die inneren sind Atemnot, Durst, Hunger, Schmerz, Müdigkeit. Dieses Unwohl kann der Körper mithilfe seiner Skandha beenden, um sich wohlzufühlen.


    Von mir bewirkt durch meine Entscheidungen, bedingt entstanden:

    Erkennt Ich das Erscheinungen des Unwohlseins durch mein bewusst persönlich gewolltes Handeln geschaffen werden, sollte ich mich an die Lehre des Buddha halten und mein Ich und Mein an dem Realen anpassen.


    Das Reale ist die erfahrene Erbschaft meiner Taten, die dann auch Unwohl im Körper auslösen, doch dieses Unwohl kann der Körper mit seinen Skandha nicht beenden, das kann nur Ich mit Achtsamkeit auf die direkten Wirkungen meiner absichtlichen Taten.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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