1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhistische Schulen/Strömungen
  3. Theravada-Buddhismus
  4. Studienbereich - Suttenbesprechung

MN 72 An Vacchagotta über das Feuer

  • Qualia
  • 30. Januar 2026 um 23:48
  • Zum letzten Beitrag
  • Qualia
    Themenautor
    Reaktionen
    2.770
    Punkte
    19.395
    Beiträge
    3.281
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 30. Januar 2026 um 23:48
    • #1
    SuttaCentral
    Early Buddhist texts from the Tipitaka (Tripitaka). Suttas (sutras) with the Buddha's teachings on mindfulness, insight, wisdom, and meditation.
    suttacentral.net

    An Vacchagotta über das Feuer


    Bearbeitet von Qualia:


    Da ging der Wanderasket Vacchagotta zum Erhabenen und tauschte Grußformeln mit ihm aus. Nach diesen höflichen und freundlichen Worten setzte er sich seitlich nieder und fragte den Erhabenen:


    V: Ist Gotama der Ansicht:

    Die Welt ist ewig? – Die Welt ist nicht ewig? – Die Welt ist endlich? – Die Welt ist unendlich?

    B: Ich bin nicht der Ansicht:

    Die Welt ist ewig. – Die Welt ist nicht ewig? – Die Welt ist endlich? – Die Welt ist unendlich?

    V: Ist Gotama der Ansicht:

    Das Selbst und der Körper sind das Gleiche? – Das Selbst ist eine Sache und der Körper eine andere ?

    B: Ich bin nicht der Ansicht:

    Das Selbst und der Körper sind das Gleiche. - Das Selbst ist eine Sache und der Körper eine andere.

    V: Ist Gotama der Ansicht:

    Tathāgata (der so aus dem Leiden Gegangene) existiert nach dem Tode? – Tathāgata (der so aus dem Leiden Gegangene) existiert nicht nach dem Tode? – Sowohl existiert Tathāgata nach dem Tode, als auch existiert er nicht? – Weder existiert Tathāgata nach dem Tode, noch existiert er nicht?

    B: Ich bin nicht der Ansicht: Tathāgata (der so aus dem Leiden Gegangene) existiert nach dem Tode. – Tathāgata existiert nicht nach dem Tode. – Sowohl existiert Tathāgata nach dem Tode, als auch existiert er nicht. – Weder existiert ein Tathāgata nach dem Tode, noch existiert er nicht.


    V: Wie ist es denn dann? Wenn dem Meister eine dieser zehn Fragen gestellt wird, erwidert er jedes Mal: Ich bin nicht der Ansicht. Welche Gefahr sieht Meister Gotama, die verhindert, dass er eine dieser spekulativen Ansichten annimmt?


    B: „Vaccha, das Annehmen einer spekulativen Ansicht, führt in ein Gestrüpp, ein Labyrinth, eine Verzerrung, eine Launenhaftigkeit der Meinungen, eine Fesselung an Meinungen.

    Man ist von Dukkha umzingelt, von Hindernissen, von Verzweiflung und Hitzköpfigkeit. Das führt nicht zur Ernüchterung, zum Sich-Lossagen, zum Aufhören, zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zum Erwachen, zu Nibbāna.

    Die spekulativen Ansichten:

    Die Welt ist ewig – ist nicht ewig – ist endlich – ist nicht endlich.

    Die spekulativen Ansichten:

    Das Selbst und der Körper ist das Gleiche. – Das Selbst ist eine Sache und der Körper ist eine andere.

    Die spekulativen Ansichten:

    Tathāgata (der so aus dem Leiden Gegangene) existiert nach dem Tod.

    Tathāgata existiert nicht nach dem Tod.

    Sowohl ist Tathāgata nach dem Tod existent, als auch nichtexistent.

    Weder ist Tathāgata nach dem Tod existent, noch nichtexistent.

    Jedes Annehmen einer dieser spekulativen Ansichten als Wahrheit, führt in ein Gestrüpp, ein Labyrinth, eine Verzerrung, eine Launenhaftigkeit der Meinungen, eine Fesselung an Meinungen.

    Man ist von Dukkha umzingelt, von Hindernissen, von Verzweiflung und Hitzköpfigkeit. Das führt nicht zur Ernüchterung, zum Sich-Lossagen, zum Aufhören, zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zum Erwachen, zu Nibbāna.

    Weil ich diese Gefahren sehe, nehme ich keine dieser Arten von Ansichten oder Meinungen an.“


    V: Hat Meister Gotama dann überhaupt eine spekulative Ansicht?


    B: „Vaccha, ‚spekulative Ansicht‘ ist etwas, was vom Tathāgata, dem so aus dem Leiden Gegangenen, beseitigt worden ist, denn Tathāgata, hat dies erkannt:

    So ist Körper/Ding, so sein Ursprung, so sein Vergehen.

    So ist Körperempfinden, Wahrnehmung, Gefühl, Erfahrungswissen, Absichtsgestaltung, so ist ihr Ursprung, so ihr Vergehen.

    „Daher sage ich: Mit dem Sich-Lossagen, dem Aufhören des Wiedererrichtens, dem Aufgeben und Loslassen aller Vorstellungen, aller Gedankengebäude, allen Ich-und Mein-Machens und der zugrundeliegenden Neigung der Ich-Selbstgefälligkeit ist Tathāgata vom Festhalten befreit.“


    V: „Wenn das Herz eines Bhikkhu so befreit ist, wo erscheint er nach dem Tode wieder?“

    B: „Der Ausdruck ,wieder erscheinen‘ ist nicht zutreffend.“

    V.: „Erscheint er dann nicht wieder?“

    B: „Der Ausdruck ,nicht wieder erscheinen‘ ist nicht zutreffend.“

    V: „Erscheint er dann sowohl wieder, als auch nicht wieder?“

    V: „Der Ausdruck ,sowohl wieder erscheinen, als auch nicht wieder erscheinen‘ ist nicht zutreffend.“

    V: „Erscheint er dann weder wieder, noch erscheint er nicht wieder?“

    B: „Der Ausdruck ,weder wieder erscheinen, noch nicht wieder erscheinen‘ ist nicht zutreffend.“


    V: „Wenn diese vier Fragen gestellt werden, erwidert er:

    ,Der Ausdruck ›wieder erscheinen‹

    der Ausdruck ›nicht wieder erscheinen‹

    der Ausdruck ›sowohl wieder erscheinen, als auch nicht wieder erscheinen‹

    der Ausdruck ›weder wieder erscheinen, noch nicht wieder erscheinen‹ ist nicht zutreffend.

    Das bestürzt mich, das verwirrt mich, und das Ausmaß an Vertrauen, das ich durch frühere Unterhaltungen mit Meister Gotama erlangt habe, ist jetzt verschwunden.“


    B: „Berechtigterweise verursacht es Bestürzung und Verwirrung in dir. Denn dieses Dhamma ist tiefgründig, schwer zu sehen und zu verstehen, doch ist es friedvoll und erhaben. Durch bloßes Nachdenken nicht zu erlangen, selbst die Weisesten müssen es selbst erfahren. Es ist schwer für dich, es zu verstehen, wenn du eine Ansicht hast, eine Lehre akzeptierst, eine Lehre für richtig hältst, einer Übung und einem Lehrer folgst. Also werde ich dir Gegenfragen über dieses stellen. Antworte nach Belieben.“


    B:„Was meinst du? Angenommen, ein Feuer würde vor dir brennen. Würdest du wissen: ,Dieses Feuer brennt vor mir‘?“

    V: „Das würde ich.“

    B: „Wenn dich jemand fragen sollte: ,Wovon ist das Feuer Abhängigkeit, das da vor dir brennt?‘, was würdest du antworten?“

    V: „So gefragt würde ich antworten: ,Dieses Feuer, das da vor mir ist, brennt in Abhängigkeit von seinem Brennstoff von Gras und Zweigen.‘“

    B: „Wenn jenes Feuer vor dir erlöschen sollte, würdest du wissen: ,Dieses Feuer vor mir ist erloschen‘?“

    V: „Wenn jenes Feuer vor mir erlöschen sollte würde ich wissen: ,Dieses Feuer vor mir ist erloschen.‘“

    B: „Wenn dich jemand fragen sollte: ,Als jenes Feuer vor dir erlosch, in welche Richtung ging es da: nach Osten, Westen, Norden oder Süden?‘“

    V: „Das ist nicht zutreffend. Das Feuer brannte in Abhängigkeit von seinem Brennstoff, Gras und Zweigen. Wenn die Brennstoffe verbraucht sind und falls sie keine weitere Zufuhr erhalten, wenn das Feuer ohne Nahrung ist, gilt es als erloschen.“


    B: Ebenso ist jede Form, die jemand ergreift, der den Tathāgata beschreibt, zur Beschreibung heranziehen könnte, vom Tathāgata überwunden worden. An der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht, beseitigt durch sein Weggehen vom Leiden, deshalb ist er allen angewendeten oder erscheinenden Formen zu einem künftigem Wiederwerden nicht mehr unterworfen.

    Der Tathāgata ist von der Erfassbarkeit im Sinne jeder Form befreit, Vaccha, er ist tiefgründig, unermesslich, schwer zu ergründen wie der Ozean.


    Der Ausdruck „wieder erscheinen“, der Ausdruck „nicht wieder erscheinen“, der Ausdruck „sowohl wieder erscheinen, als auch nicht wieder erscheinen“, der Ausdruck „weder wieder erscheinen, noch nicht wieder erscheinen“ ist nicht zutreffend.


    Jenes Körperempfinden, Wahrnehmung, Gefühl, Erfahrungswissen, Absichtsgestalten, das jemand ergreift, der den Tathāgata beschreibt, zur Beschreibung heranziehen könnte, ist vom Tathāgata überwunden worden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht, beseitigt, sodass es künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen ist.

    Der Tathāgata ist von der Erfassbarkeit im Sinne von Körperempfindungen, Wahrnehmung, Gefühl, Erfahrungswissen, und Absichtsgestalten befreit, Vaccha, er ist tiefgründig, unermesslich, schwer zu ergründen wie der Ozean.


    Nach diesen Worten sagte der Wanderasket Vacchagotta zum Erhabenen: „Meister Gotama, angenommen es gäbe einen großen Salbaum, nicht weit von einem Dorf oder einer Stadt, und die Vergänglichkeit hätte seine Zweige und sein Laub, seine Rinde und sein Weichholz abgetragen, so dass er später, nachdem er von Zweigen und Laub entblößt, von Rinde und Weichholz entblößt war, rein wurde, ausschließlich aus Kernholz bestand; genauso ist diese Lehrrede von Meister Gotama von Zweigen und Laub entblößt, von Rinde und Weichholz entblößt, und sie ist rein, besteht ausschließlich aus Kernholz.“


    „Großartig, Meister Gotama! Großartig, Meister Gotama! Das Dhamma ist von Meister Gotama auf vielfältige Weise klar gemacht worden, so als ob er Umgestürztes aufgerichtet, Verborgenes enthüllt, einem Verirrten den Weg gezeigt oder in der Dunkelheit eine Lampe gehalten hätte, damit die Sehenden die Dinge erkennen können. Ich nehme Zuflucht zu Meister Gotama und zum Dhamma und zur Sangha der Bhikkhus. Möge Meister Gotama mich von heute an als Laienanhänger, der zu ihm lebenslang Zuflucht genommen hat, annehmen.“

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (31. Januar 2026 um 00:01)

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.155
    Punkte
    47.119
    Beiträge
    7.944
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 31. Januar 2026 um 09:34
    • #2

    Vielen Dank lieber Qualia für Deine Mühe und Klarsicht.

    _()_Monika

  • Qualia
    Themenautor
    Reaktionen
    2.770
    Punkte
    19.395
    Beiträge
    3.281
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 31. Januar 2026 um 11:12
    • #3

    So musste ich das endlich genau lesen.:erleichtert::D

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Online
    Railex
    Reaktionen
    507
    Punkte
    2.756
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    21. März 2021
    • 3. Februar 2026 um 05:23
    • #4

    Eine Lehrrede, die mich sehr beeindruckt hat und immer wieder einlädt, darüber nachzudenken.

    Auch im Vergleich zum Firesutta.


    In beiden Lehrreden ist das Feuer ein abhängig entstandener Prozess.


    In MN 72 existiert das Feuer nicht mehr, weil der Brennstoff erschöpft ist.

    Das zerstört metaphysische Spekulationen.


    Im Firesutta ensteht Leiden durch das Anhaften an die Sinne, die Sinneswelt ist der Brand und der Brennstoff ist Gier, Hass und Verblendung.


    In beiden Fällen ist das Verlöschen, das Ende der Bedingungen, die das Brennen ermöglichen.


    Wo kein Brennstoff ist,

    da ist kein Feuer-

    und keine Richtung mehr.


    :rad:

  • Qualia
    Themenautor
    Reaktionen
    2.770
    Punkte
    19.395
    Beiträge
    3.281
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 3. Februar 2026 um 06:56
    • #5

    Wenn mein Körper im Sterben liegt, verlischt das Lebensfeuer. Ist es erloschen, zerfällt der Körper zu Asche. Metaphysiker stellen die spekulative Frage: Wohin, in welche der zehn Richtungen, geht das Lebensfeuer? Jede der geminten Richtungen erzeugt eine angebliche Wissenschaft, in der alle Berechnungen mit einer Null gemacht werden, die dann als „Unendlichkeit“ interpretiert wird.

    Aus der Null erscheint die Eins, doch wer erkennt die angeblich erste Eins?

    Ich ist die erste Eins und ich erkenne: die erste Eins aus der Null doch die ist schon nicht mehr ich.

    Was bin ich? Ist eine spekulative Frage, denn wie will ich die Null erkennen, wenn ich immer nur die Nicht-Ich-Eins erkennen kann?

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

Ähnliche Themen

  • MN72: Mit Vacchagotta über das Feuer (Aggivacchasutta)

    • pano
    • 9. Juni 2025 um 19:52
    • Studienbereich - Suttenbesprechung
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.16
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download