Verbundene Lehrreden 22.59
6. Das Kapitel über Verwicklung
Das Kennzeichen dessen, was ohne Selbst ist.
Grundlage https://suttacentral.net/sn22.59/de/sabbamitta
„Alle Körper/Dinge sind ohne Selbst. Denn wenn Körper Selbst wären, würden sie nicht dem Zerfallen unterliegen. Das Selbst könnte Körper veranlassen: Körper soll so sein! Körper soll nicht so sein! Weil aber Körper ohne Selbst sind, werden sie zerfallen. Kein Selbst kann Körper veranlassen, so zu sein, wie das Selbst es will, da das Selbst nicht Körper ist.
Gleiches gilt für die Skandha, die fünf Anhäufungen, die nicht der Körper sind:
1. Körperempfinden 2. Wahrnehmung 3. Gefühl 4. Bewusstsein 5. Willensbildungsprozesse sind ohne Selbst.
1–5, Skandha ist ohne Selbst. Denn wenn Skandha Selbst wären, würden sie nicht dem Zerfall unterliegen. Das Selbst könnte Skandha veranlassen: ‚Skandha sollen so sein! Skandha sollen nicht so sein!‘ Weil aber Skandha ohne Selbst sind, werden sie zerfallen. Und Selbst kann Skandha nicht veranlassen: ‚Skandha sei so! Skandha sei nicht so!‘
Was denkt ihr? Sind Körper beständig oder unbeständig?“
„Unbeständig, Herr.“
„Aber wenn sie unbeständig sind, sind sie Leiden oder Glück?“
„Leiden, Herr.“
„Aber wenn sie unbeständig und leidend sind, weil sie zerfallen müssen, kann man sie dann so sehen: ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“
„Nein, Herr.“
1. Körperempfinden 2. Wahrnehmung 3. Gefühl 4. Bewusstsein 5. Willensbildungsprozesse sind ohne Selbst.
„Sind 1-5, Skandha beständig oder unbeständig?“
„Unbeständig, Herr.“
„Aber wenn sie unbeständig sind, sind sie Leiden oder Glück?“
„Leiden, Herr.“
„Aber wenn sie unbeständig und darum Leiden sind, weil sie zerfallen, kann man es dann so sehen: ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“
„Nein, Herr.“
„Daher sollt ihr jegliche Art von Körper und Skandha – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah – wahrhaftig mit rechter Weisheit sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht das Selbst.‘“
Selbst ist nicht Skandha und Skandha ist nicht Körper. Wenn das so ist, kann Selbst weder Körper noch Skandha sein. Körper bedingt Skandha und Skandha bedingt Selbst. Ohne Körper keine Wahrnehmungen, ohne Wahrnehmungen kein Selbst, ohne Selbst kein Ich – das meint: das ist mein, das bin ich. Das Ich das meint, ist das Ergreifende und bedingt das Festhaltende. Das Festhaltende ist der Auslöser/Mara für das bedingte Entstehen des Leidens, durch die Verblendung des Wissens, dass weder Körper noch Skandha noch Mara das Selbst sind.
Wie wird bedingt? Die Teilchen bewirken durch ihre Wechselwirkungen die Naturgesetze und dadurch die zusammengesetzten Dinge. Die zusammengesetzten Dinge bewirken durch ihre Wechselwirkungen und wechselseitigen Abhängigkeiten die Körper von Lebewesen. Die Lebewesen bewirken durch ihre eigenen wechselseitigen Abhängigkeiten von Körper und Skandha das Selbst. Das Selbst bewirkt durch das Verarbeiten der im Gehirn eintreffenden Skandha-Sinneseindrücke sein Handeln. Die Erfahrungen nach dem Handeln erschaffen Erfahrungen, die als veränderliche Schablonen gespeichert werden.