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Was ist Achtsamkeit / sati / smrti ?

  • Maha
  • 8. August 2024 um 18:45
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  • Igor07
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    • 12. August 2024 um 11:13
    • #51
    mukti:

    Das achtsame Beobachten dürfte ohne grundlegendes Verständnis der vier edlen Wahrheiten nicht sehr weit zum Kernproblem vordringen. Z.B. verschwindet eine Begierde nicht, indem man einfach bemerkt dass sie aufgestiegen ist. Wenn man nicht versteht dass Begehren die Ursache von Leid ist, wird man ihm nachgehen und dabei höchstens auf die geltenden Gesetze und üblichen Moralvorstellungen achten. Buddhistische Achtsamkeit hängt dagegen von den drei Gebieten des achtfachen Pfades ab, nämlich Wissen, Sittlichkeit und Sammlung. Ihre Entwicklung lässt sich wohl nicht abkürzen indem man einfach beobachtet ohne zu bewerten, das ist meines Erachtens nur eine von mehreren erforderlichen Übungen.

    mukti, das alles ist mir klar. Aber Erich Fromm empfiehlt die Methode von Nyanaponika (als Geistestraining) für alle Menschen, denn dadurch würde unser Verhalten weniger triebhaft oder automatisch verlaufen. Mehr kann ich nicht hinzufügen. Liebe Grüße. :rainbow:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Maha
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    • 13. August 2024 um 17:51
    • #52

    Ich finde die Frage wie Achtsamkeit mit dem Übergang von Shamata zu Vipassana zusammenhängt weiter sehr spannend möchte aber noch einen anderen Aspekt einbringen. Die mehr traditionellen Lehrer, zu denen ich wohl auch Bhikkhu Bodhi und Alan Wallace zählen würde, kritisieren die "Umfunktionierung" der Achtsamkeit in den modernisierten Lesarten des Buddhismus.

    Bhikkhu Bodhi:

    Vielmehr wird die Praxis der Achtsamkeit als Mittel eingesetzt, um die Menschen zu befähigen, ihre Wertschätzung für die Gegenwart zu steigern, mehr im Hier und Jetzt zu sein und die Welt mit all ihren Wechselfällen und Unwägbarkeiten voll und ganz zu akzeptieren. So entstehen Bücher wie "Wherever You Are, There You Are" (das ich nicht gelesen habe, ich kenne nur den Titel) oder auch Thich Nhat Hanhs Idee, eine Orange zu genießen, während man sie achtsam isst. In gewisser Weise ist dies fast das Gegenteil der klassischen Funktion von sati, die darin besteht, " Desillusionierung" gegenüber dem Hier und Jetzt zu bewirken. Man kann sich vorstellen, wie die Achtsamkeitspraxis diese Funktion übernehmen könnte, um den Menschen zu helfen, das Gefühl der Entfremdung von der unmittelbaren Erfahrung zu überwinden, das als Folge des industriellen und technologischen Zeitalters mit seiner Betonung der konzeptionellen Beherrschung der Natur und der Unterwerfung der natürlichen Welt unter menschliche Zwecke aufgetreten ist. Die Korrektur dieses Fehlers darf jedoch nicht den Verlust des ursprünglich vom Buddha beabsichtigten und in der buddhistischen Tradition überlieferten Ziels rechtfertigen.

    Und Alan Wallace ergänzt:

    Zitat

    Der Buddhismus wurde auf eine Art Therapie reduziert, um saṃsāra angenehmer zu machen, anstatt ein System von Theorie und Praxis zu sein, das uns von saṃsāra, einschließlich aller geistigen Leiden, befreien soll. Ich bin entschlossen, mich gegen diese Herabwürdigung der gesamten buddhistischen Tradition zu wehren, und ich spüre, dass Sie diese Ansicht teilen.

    Diese Kritik begegnete mir auch hier im Forum schon manches Mal. Wie sehr ihr diese Kritik an der Nutzung von Achtsamkeit für andere Zwecke als die Befreiung aus Samsara? Zugespitzt formuliert: Ist es verwerflich achtsam eine Orange zu essen und das Hier und Jetzt zu genießen, wenn man ein richtiger Buddhist sein will?

    "Das Siegel der erreichten Freiheit: Sich nicht mehr vor sich selbst schämen."

    - Irvin Yalom, Und Nietzsche weinte

  • mukti
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    • 13. August 2024 um 18:46
    • #53
    Mabli:

    Wie seht ihr diese Kritik an der Nutzung von Achtsamkeit für andere Zwecke als die Befreiung aus Samsara? Zugespitzt formuliert: Ist es verwerflich achtsam eine Orange zu essen und das Hier und Jetzt zu genießen, wenn man ein richtiger Buddhist sein will?

    Wenn man die Befreiung aus dem Samsara als das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verliert, kann man ruhig achtsam eine Orange essen. Wenn man dabei nur auf den Geschmack achtet, ist man halt gerade nicht bereit für umfassende Achtsamkeit. Damit würde man nämlich auch wahrnehmen wie Speichel aus den Drüsen spritzt, die Zähne den Bissen zerkleinern und der Brei die Speiseröhre in den Magen hinunterrutscht. Dann denkt man vielleicht es muss nun mal sein um den Körper zu erhalten - wenigstens erzeugt der Kontakt mit den Geschmacksnerven ein angenehmes Gefühl.

    Mit Metta, mukti.


  • Igor07
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    • 14. August 2024 um 12:43
    • #54
    Mabli:

    Ist es verwerflich achtsam eine Orange zu essen und das Hier und Jetzt zu genießen, wenn man ein richtiger Buddhist sein will?

    Kleiner Spaß, ach, das ist nicht persönlich gemeint.

    Maha, spuck es aus, dann schau aufmerksam und versuche es wieder in den Mund zu nehmen.

    Die beste Methode – sollte ich ein Patent beantragen? :? Viel Vergnügen ;) damit. :grinsen:

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    Sokrates

  • Maha
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    • 14. August 2024 um 17:13
    • #55
    Igor07:
    Mabli:

    Ist es verwerflich achtsam eine Orange zu essen und das Hier und Jetzt zu genießen, wenn man ein richtiger Buddhist sein will?

    Kleiner Spaß, ach, das ist nicht persönlich gemeint.

    Maha, spuck es aus, dann schau aufmerksam und versuche es wieder in den Mund zu nehmen.

    Die beste Methode – sollte ich ein Patent beantragen? :? Viel Vergnügen ;) damit. :grinsen:

    Ähhh .... Nein, Danke! :lol:

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    - Irvin Yalom, Und Nietzsche weinte

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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