1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Anfängerbereich

Wie geht der Buddhismus mit der Mann Frau Sache um?

  • SpektrumRot
  • 16. April 2023 um 01:03
  • Zum letzten Beitrag
  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 19. April 2023 um 10:12
    • #51
    SpektrumRot:
    Honin:

    isst also weil du weißt, dass du Essen musst und dann ist es dir auch egal wie es schmeck, weil du kein Gespür für Geschmack hast, lese ich das richtig?

    Ich habe natürlich Gespür für Geschmack, manche Dinge schmecken besser als andere,

    nur ist mir das nicht so wichtig, ob ich Pizza oder eine Schale Reis esse. Es ist mir einfach nicht so wichtig

    Das mit dem Geschmack hast du ja nun gut analysiert und du brauchst ihn um Nahrung zu erkennen, die du nicht essen solltest.

    Mit dem Riechen wird es dir ähnlich gehen.

    Das Tasten benötigst du auch mehr als Warnung und für Zärtlichkeit.

    Das Sehen ist noch nicht ganz so analysiert, denn du glaubst Dinge zu sehen, die nicht zu sehen sind.

    Das Hören ist wohl mehr auf Sinnhaftigkeit des Gehörten gerichtet, sodass du nicht orientierend hörst, sondern eher auf Sinnhaftigkeit ausgerichtet bist und so viel Sinnvolles nicht hörst, das aber doch dein Bild verbessert, ohne dass du das wahrnimmst.

    Das mit dem Gedanken als nur Gedanken wahrnehmen funktioniert auch nicht so gut. Wie die meisten Menschen glaubst du fest daran, dass dein „Gedanken haben“ dich ausmacht und du ohne Gedanken dich leer und unnütz findest. Doch gerade dein Nachdenken erzeugt alle Störungen der anderen Sinne, es ist eher das Steuern deiner Sinne ohne Grund dafür zu haben. Du wendest viel Kraft auf, um bestimmte Dinge wahrzunehmen, die zu deinen Gedanken passen, die du dir vorher gemacht hast.

    Der Buddhismus versucht alle diese Dinge zu analysieren und zu kategorisieren, damit sie scheinbar schnell angewendet werden können. Das geht so weit, dass der Abhidharma so genau ist, dass er unverständlich wird. Die meisten Schulen des Buddhismus kümmern sich um die Anwendung von erkannten Verhaltensregeln. Also helfen sie dir, mit der Welt zurechtzukommen.

    Das trifft auch auf Zen zu. Doch hier triffst du auf etwas, das die anderen nicht haben. Die konsequente Anwendung des Widersprechen und immer eine Antwort präsentieren, die deiner widerspricht oder ins Gegenteil verkehrt und die von dir als auch wahr sein können, erkannt werden sollte.

    Das Verbale Zen bietet dir keinerlei Halt. Es verhindert dein Verlangen „Gedanken haben“ müssen, um zu Sein. Zen Literatur kann einen zum Wahnsinn treiben. Alles was ich mir denke, hat nicht nur eine Seite, weil ich eine Seite suche, werde ich immer verzweifelter oder wütend.

    Beim Sitzen im ganzen Buddhismus denke ich, über das nach das mir schon beim nicht Sitzen nicht lösbar ist. Weil ich sitze, kann ich auch nicht handeln, nicht im Kreis oder sonst wo hinlaufen, mal eben mich beschäftigen.

    Zazen ist also nicht die Lösung, warum verlangen die im Zen das dann so *militärisch diszipliniert, wenn es mich nur in meiner Verzweiflung, Wut und Ärger vollkommen alleinlässt?

    Genau diese eine Frage beantwortet das Sitzen im Zazen. Übe Zazen und wenn du Glück hast, erhältst du die Antwort in einer Woche, in einem Monat, in einem Jahr, in sieben Jahren oder 100 Jahren. Die Antwort ist so einfach, dass sie dir keiner, außer Du selbst sie dir geben kannst. Du wirst dieser Antwort nicht glauben, so einfach kann das nicht sein. Und eines kann ich dir auch gleich verweigern, es wird dir nie einer bestätigen können, denn Bestätigung ist ein Glücksgefühl, das dich nur wieder in deine Hölle treibt.

    Das liest sich grauenhaft oder Sehnsucht erzeugend. Es ist nicht meine Absicht, dir das anzutun. Wer Hoffnung oder Sehnsucht auswählt als seinen Weg, hat nicht Zazen gewählt. Wird sein persönliches Leiden/suchen nach der einen Wahrheit nicht vernichten.

    Selbstverständlich kann ich dir eine direkte Antwort geben, doch ich weiß, dass es auch dir nicht hilft. Der Palikanon und alle Literatur von Meistern geben dir Hinweise. Aber ich bin sicher, keiner hat jemals mir die Antwort gegeben, die ich mir geben musste. Ich suche seit 25 Jahren nach einer Bestätigung meiner Antwort an mich, ich habe keinen gefunden, weder einen Verstorbenen noch einen lebenden.

    Aber schon lange ist, von mir einige Zeit nicht erkannt, das persönliche Leiden verloschen. Bitte versucht es mir auszureden oder zu bestätigen, das erleichtert mein Prüfen!

    *(Was habe ich beim Militär gelernt: Ein Befehl, der nicht gegen die allgemeingültigen Gesetze verstößt, ist auszuführen, egal ob es meiner Persönlichkeit gefällt oder nicht. Bitte nicht vergessen: Ein Soldat ist Soldat, weil er sich bewusst ist, dass er vielleicht töten muss, damit die, die ihn anklagen, überleben können. Menschen, die nicht durch Krieg gestorben sind, weil es Soldaten auf ihrer Seite gibt, sind sehr vergesslich.

    Zen: Hinsetzen, Körper und Maul stillhalten! Ist Kriegführung gegen sich selbst, bis kein gemachter Gedanke übrig ist.)

    Einmal editiert, zuletzt von Noreply (19. April 2023 um 10:20)

  • Honin
    Reaktionen
    274
    Punkte
    1.879
    Beiträge
    309
    Mitglied seit
    29. Dezember 2022
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 19. April 2023 um 12:02
    • #52
    Ellviral:

    Das mit dem Geschmack hast du ja nun gut analysiert und du brauchst ihn um Nahrung zu erkennen, die du nicht essen solltest.


    Mit dem Riechen wird es dir ähnlich gehen.

    Geschmack lässt sich auch gut manipulieren, beispielsweise nimmt die Lebensmittelindustrie gerne davon Gebrauch.

    Beim Riechen wie du schreibst ist das ähnlich, das merkt man ganz gut beim Testen von Parfüm. Nach dem dritten oder vierten Geruch, riecht man oft gar nix mehr. Angeblich sollen Kaffeebohnen den Geruch neutralisieren. Daran richen ist vielleicht aber weniger schädlich als zu viel davon zu trinken!?. Naja, ich bin generell kein Freund von synthetischen Parfüm, Kaffe trinke ich aber lieber als daran zu riechen.

    Manche Leute schauen auch gerne zu tief ins Glas, was soviel heißt, dass sie gerne mal einen Rausch haben. Von Damenspitz bis Vollrausch gibt es da auch alles.

    In den Silas heißt es allerdings: 5. Abstand nehmen von Dingen die den Geist trüben.

    Naja jedenfalls liegen Geruch und Geschmack nah beieinander

    3 Mal editiert, zuletzt von Honin (19. April 2023 um 12:39)

  • Sudhana
    Reaktionen
    3.188
    Punkte
    20.906
    Beiträge
    3.518
    Mitglied seit
    15. Oktober 2014
    • 19. April 2023 um 15:01
    • #53
    einfachundgerne:

    Allerdings ist der Buddhismus das Produkt einer kulturellen Entwicklung in Europa,

    Ein gewiss sinnvoller Einwurf, wenn auch die dargestellte 'Gegenposition' zum Begriff "Buddhismus" ebenso reduktionistisch ist wie die von mir in dem Beitrag eingenommene. Warum ich diese eingenommen habe, haben Sie richtig verstanden und dargestellt und ich räume auch ein, dass diese für eine apologetisch angelegte Antwort die bequemste Position ist. Nichtsdestotrotz halte ich Sie der hier behandelten Frage für angemessen.

    Ich will Ihren Einwand nicht beiseite wischen und mich auch auf diese Metadiskussion über den Begriff Buddhismus einlassen - er berührt einen wichtigen Punkt dessen, was in der Tradition, in der ich den Buddhadharma praktiziere, "Übertragung" genannt wird - wobei mich (von meiner individuellen Übertragung abgesehen) speziell Fragen der Inkulturation interessieren. Ob und wie weit dies den Fragesteller noch interessiert, halte ich für fraglich; für eine weitere Vertiefung wäre daher vielleicht die Abtrennung eines eigenen Threads sinnvoll, auch wenn die Genderthematik zweifellos ein wichtiger Aspekt der Inkulturation ist. Ontopic hin oder her - in den Anfängerbereich von Buddhaland passt das nach meiner Auffassung nicht wirklich. Es vermittelt den schiefen Eindruck von 'Buddhismus' als einer ziemlich verkopften Angelegenheit.

    Der Begriff 'Buddhismus' ist in der Tat zunächst dem westlichen Blick geschuldet und es war unvermeidlich, dass dieser Blick ein komparativer war - d.h. dass da aus Gemeinsameiten und Unterschieden zum Christentum eine analoge 'Religion' konstruiert wurde. Anstoß dazu gab zunächst die Wahrnehmung religiöser Heteropraxie. Die Ergründung der ihr zugrunde liegenden Heterodoxie diente zunächst dem Missionierungszweck; der Ergänzung ökonomisch-politischer Kolonisierung durch eine ideologische. Man sollte sich dabei durchaus vergegenwärtigen, dass die christliche 'Religion' zu Beginn der Neuzeit, mit dem Beginn globalen Ausgreifens der europäischen Staaten, das dominierende Element westlicher Ideologie war und dieser Beginn nicht zuletzt auch eine Ära brutaler interner Religionskriege (vor allem in Zentraleuropa) war.

    Die Konstruktion 'Buddhismus' wurde im 'Osten' (wenn ich mich der Bequemlichkeit halber der unscharfen kulturellen Kategorien 'Osten' und 'Westen' bedienen darf) ja dann auch durchaus bereitwillig übernommen; nicht zuletzt im Kontext antikolonialer Abgrenzung, während vor dem Zeitalter des Kolonialismus der Bedarf nach solchen Abgrenzungen nur begrenzt gegeben war. Der Fall war das vor allem, wenn es Konkurrenz religiöser Institutionen und Organisationen um die Patronage der politisch Mächtigen gab, was vor allem in China der Fall war. Wobei dessenungeachtet die 'Religionen' Buddhismus, Daojia und Rujia ('Konfuzianismus') in der Volksreligion zusammen mit älteren, lokalen Mythen amalgamierten. Auch in Japan lässt sich das rezent konstatieren - unter zusätzlicher Einbeziehung kryptochristlicher Elemente. Auf der sozialen Ebene sind Abgrenzungen nach wie vor häufig diffus, wobei allerdings insbesondere die christliche Mission da einen gegenläufigen Trend als Abgrenzungsreaktion in Gang gesetzt hat. Da geht es schlicht um Konkurrenz bei institutioneller Vereinnahmung. Das Ganze freilich vor dem Hintergrund eines generellen Rückganges der Bedeutung religiöser Selbstdefinition in 'westlichen' wie 'östlichen' Gesellschaften / Kulturen und natürlich auch des Stellenwertes von Religion in der herrschenden Ideologie - die bekanntlich die Ideologie der Herrschenden ist.

    Wie vielleicht deutlich wurde, führt die Frage nach dem Begriff 'Buddhismus' zwangsläufig zur Frage nach dem Begriff 'Religion', seiner Definition. Da gibt es ja nun verschiedene - wobei das, was ich oben inhaltlich als 'Religion' umrissen habe, eine funktionale Definition nahelegt. 'Klassisch' (in der Religionssoziologie) ist beispielsweise die von Émile Durkheim:

    Zitat

    Eine Religion ist ein solidarisches System von Überzeugungen und Praktiken, die sich auf heilige, d.h. abgesonderte und verbotene Dinge, Überzeugungen und Praktiken beziehen, die in einer und derselben moralischen Gemeinschaft, die man Kirche nennt, alle vereinen, die ihr angehören. [...] wenn man zeigt, dass die Idee der Religion von der Idee der Kirche nicht zu trennen ist, dann kann man ahnen, dass die Religion eine im wesentlichen kollektive Angelegenheit ist

    Anmerkung: dass "Kirche" hier nicht im christlich-theologischen Sinn zu verstehen ist, sondern dem entspricht, was ich weiter oben neutral mit "Institutionen und Organisationen" bezeichnet habe, wird schon aus dem Titel des Werks, aus dem das Zitat stammt, deutlich: "Die elementaren Formen des religiösen Lebens. Das totemistische System in Australien."

    Um nun nach diesen Präliminarien auf Deinen Einwand zu kommen: mit solch einer funktionalen Definition lässt sich 'Buddhismus' als Religion fassen, begreifen - und wir haben einen Buddhismus-Begriff. Ich halte eine solchen Buddhismus-Begriff allerdings für defizitär. Der dabei mE vernachlässigte Aspekt ist der einer kohärenten Seinsdeutung, einer 'Philosophie' (was natürlich ebenfalls ein westlicher, hier oktroyierter Begriff ist). Die populäre Streitfrage, ob 'Buddhismus' eine Religion oder eine Philosophie ist, ist natürlich unsinnig - er ist weder das Eine noch das Andere. Persönlich bevorzuge ich da den aus dem indischen Kulturraum stammenden Begriff Yoga. Wobei dieser Begriff vermutlich anachronistisch ist, wenn auch nicht in dem extremen Ausmaß wie 'Religion' oder 'Philosophie'.

    Der in meiner Anwort verwendete Buddhismus-Begriff, ist - insofern ist Ihre Kritik berechtigt - ebenfalls defizitär. Sogar in zweierlei Hinsicht, ich erinnere an die schon erwähnte hoffentlich nicht allzu abschreckende Intellektualisierung dieser Debatte. Er beruht auf dem "philosophischen" Aspekt - d.h. er begreift 'Buddhismus' als eine ideengeschichtlich kohärente Doktrin, deren besonderes Merkmal insbesondere die Postulierung der drei Seinsmerkmale (tilakkhaṇa / trilakṣaṇa) und der vier edllen Wahrheiten (āryasatya) ist. Weitere Konstanten dieser ungeachtet ihrer entsprechend dem lakṣaṇa anitya / anicca unvermeidlichen historischen und kulturellen Transformationen kohärenten Doktrin findet man kurzgefasst etwa im sog. 'Buddhistischen Bekenntnis' der DBU, das ironischerweise aus der Vorgabe des bayerischen Kulturministeriums entstand, eine Definition von Buddhismus zu erstellen - sinnvollerweise von Menschen, die sich selbst als Buddhisten verstehen. Natürlich ist das eine inkulturierte Doktrin; aber die Definition findet durchaus international (etwa in der WFB) Anerkennung.

    Abschließend noch zwei Anmerkungen zu den beiden "Defiziten" meines hier benutzten Buddhismus-Begriffs. Ein Defizit hinsichtlich der Berücksichtigung sozialer und kultureller Aspekte in traditionell buddhistischen Ländern ist bei solch einer Frage im Anfängerbereich sicher tolerabel, da es nach meinem Verständnis vorrangig darum geht, ob die buddhistische Doktrin kompatibel ist mit westlichen moralischen Standards. Das ist sie, wie ich versucht habe anhand von Zitaten aus der ältesten noch zugänglichen Überlieferungsschicht dieser Doktrin zu zeigen. Das sollte keineswegs problematische Aspekte des 'real existierenden Buddhismus' ausblenden - die gibt es zweifellos, gerade hinsichtlich der Rolle, die Frauen in diesen Kulturen zugewiesen wird. Wobei sich freilich die Frage stellt, ob die buddhistische Doktrin eine solche kulturelle Praxis ideologisch rechtfertigt. Meines Erachtens ist dies jedoch eindeutig ein Problem der "Organisationen und Institutionen". Was wiederum darauf verweist, dass Inkulturation nicht nur notwendig ein auswählender Prozess ist, sondern auch sein sollte.

    Das zweite Defizit ist ernster; der von mir oben verwendete Begriff 'Yoga' impliziert eine Lebenspraxis, die nicht nur aus der Doktrin folgt, sie also umsetzt, sondern vor allem zum Verständnis der Doktrin notwendig ist. Ein vollständiges Verstehen der Doktrin setzt ihre praktische Umsetzung voraus; nicht nur die der ethischen Aspekte im sozialen Bereich (um die es hier in der Eröffnungsfrage geht). Diese Differenz von vollständigem und lediglich intellektuellen Verstehen bedingt dann auch eine sehr unphilosophische Zumutung: śrāddha - freilich nicht in Form eines bedingungslosen, religiösen Glaubens (im Buddhismus als soziales Phänomen sicher Normalfall), sondern als Vertrauensvorschuss. Das vollständige Verstehen setzt den Aspekt geistiger Schulung des achtgliedrigen Pfades voraus. Da sind dann auch Organisationen und Institutionen potentiell nützlich - so etwas lässt sich nicht literarisch tradieren.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 19. April 2023 um 18:24
    • #54
    Aravind:

    Was meinst Du denn mit "recht haben"?

    Ich meinte damit, ich habe jetzt keine buddhistischen Begriffe dafür, dass die „erleuchteten“ Mönche recht haben.

    Dass wie soll ich sagen, hinter der Wahrnehmung und Vorstellungen wie wir glauben wie die Welt/Universum ist. es „anders“ ist.

    Und wenn die „Mönche/Meister etc.“

    versuchen zu verstehen so wie es wirklich ist. (Wie ich sagte Buddhisten sehe ich auch als Art Wissenschaftler, die die Dinge so sehen wollen wie sie wirklich sind…)

    SpektrumRot:

    Ich frage mich wie kann das hilfreich sein…

    Ich meine eher wenn die Mönche die wahre Wirklichkeit oder tiefe Ebene oder wie auch was, verstehen und daraus aus der „Wahrheit“ entstehen Logiken und wenn eine davon Mitgefühl, Leid vermeiden, keinem anderen Wesen Leid zufügen gehört.…

    Wie soll ich sagen, Menschen die Welt so sehen wie sie wirklich ist ganz „nüchtern“ wie kann man anderen Menschen erklären, dass zur Wahrheit die Logik gehört, dass man keinem anderen Leid zu fügen sollte, damit die Welt endlich mal friedlicher/besser wird.

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 19. April 2023 um 18:35
    • #55

    Ich gebe zu das es eine Rosinenpickerei des Buddhismus ist.

    Aber anstatt immer die berühmten Achtsamkeit raus zu picken, sollte man die wohl wichtiger Rosine, keinem anderen Wesen leid zufügen, raus picken.

    Was bringt einem Achtsamkeit wenn wenn man trotzdem weiter anderen weh tut.

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 19. April 2023 um 19:56
    • #56
    Sudhana:

    Ein gewiss sinnvoller Einwurf, wenn auch die dargestellte 'Gegenposition' zum Begriff "Buddhismus" ebenso reduktionistisch ist wie die von mir in dem Beitrag eingenommene. Warum ich diese eingenommen habe, haben Sie richtig verstanden und dargestellt und ich räume auch ein, dass diese für eine apologetisch angelegte Antwort die bequemste Position ist. Nichtsdestotrotz halte ich Sie der hier behandelten Frage für angemessen.

    Ich spreche 3 Sprachen, aber dein Wortschatz im Deutschen ist mehr als die 3 Sprachen zusammen die ich spreche :D

    Ich bin beeindruckt wie man so ein Essay rein aus dem Kopf heraus formulieren kann :lol:.

    Ich wünschte ich hätte diese Gabe :)

    Ich traue mich garnicht eine Diskussion mit Dir anzufangen :grinsen:

    Einmal editiert, zuletzt von SpektrumRot (19. April 2023 um 20:03)

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 19. April 2023 um 20:33
    • #57
    Honin:

    Naja jedenfalls liegen Geruch und Geschmack nah beieinander

    Es gibt eine interessante Sache, wir nehmen den Geruch viel schneller im Gehirn wahr, alles es eigentlich mit der Reizweiterleitung möglich sein sollte.

  • Honin
    Reaktionen
    274
    Punkte
    1.879
    Beiträge
    309
    Mitglied seit
    29. Dezember 2022
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 19. April 2023 um 21:45
    • #58
    SpektrumRot:
    Honin:

    Naja jedenfalls liegen Geruch und Geschmack nah beieinander

    Es gibt eine interessante Sache, wir nehmen den Geruch viel schneller im Gehirn wahr, alles es eigentlich mit der Reizweiterleitung möglich sein sollte.

    Stimmt, das ist interessant. Das kommt vielleicht noch aus der vorgeschichtlichen Zeit des Menschen. Da wo sich der Mensch noch mehr darauf verlassen hat müssen. Ähnlich wie bei Tieren. Da hat der Geruchssinn auch einen ganz anderen Stellenwert. Die Menschen verlassen sich viel zu viel auf Worte.

    Einmal editiert, zuletzt von Honin (19. April 2023 um 22:31)

  • Aravind
    Reaktionen
    5.367
    Punkte
    31.594
    Beiträge
    5.223
    Mitglied seit
    15. September 2017
    • 19. April 2023 um 22:47
    • #59
    SpektrumRot:

    Dass wie soll ich sagen, hinter der Wahrnehmung und Vorstellungen wie wir glauben wie die Welt/Universum ist. es „anders“ ist.


    Und wenn die „Mönche/Meister etc.“

    versuchen zu verstehen so wie es wirklich ist. (Wie ich sagte Buddhisten sehe ich auch als Art Wissenschaftler, die die Dinge so sehen wollen wie sie wirklich sind…)

    Ich denke, das geht in die gleiche Richtung, worauf ich in meinem anderen Post hingewiesen habe. Nicht ganz falsch, aber auf den Kopf gestellt. Die buddhistische Praxis richtet sich eben nicht auf die Untersuchung des Außen, das ist nicht der Gegenstand der Praxis, sondern auf das Weglassen eines Teils der Prozesse im Inneren. Daraus ergibt sich mit der Zeit die Wahrnehmung der Welt, wie sie wirklich ist, von ganz alleine.

    Und sorry, ich wiederhole mich. Wenn Du meinst, buddhistische Praxis würde sich auf Achtsamkeit beschränken, bist Du auf dem völlig falschen Dampfer. Ich kenne keine einzige Richtung, die nicht Achtsamkeit mit Liebender Güte kombiniert.

    Meiner Meinung nach hast Du aber mittlerweile deutlich genug gemacht, dass Du an der Erläuterung der buddhistischer Praxis kein Interesse hast, sondern lieber Dein eigenes Bild pflegst. Damit habe ich kein Problem, damit wir uns nicht falsch verstehen. Aber aus diesem Grund gibt es für mich zu Deinen Posts nichts mehr zu fragen oder zu sagen, es wäre für beide von uns sinnlos.

    Machs gut und liebe Grüße,

    Aravind.

  • Sudhana
    Reaktionen
    3.188
    Punkte
    20.906
    Beiträge
    3.518
    Mitglied seit
    15. Oktober 2014
    • 19. April 2023 um 22:58
    • #60
    SpektrumRot:

    Ich will ja am liebsten diese Probleme für die ganze Welt lösen

    Wer nicht? Okay, ein paar Typen sind schon ziemlich übel drauf, aber mal grundsätzlich ... Wenn die Probleme für die ganze Welt gelöst wären, wären ja schließlich auch die eigenen mitgelöst. Friede, Freude, Eierkuchen - ist doch was für (fast) Jeden.

    Dumm ist nur, dass die meisten nicht wissen (oder wissen wollen), wo sie damit anfangen sollen. Dabei ist es so einfach - bei sich selbst. Ist auch am einfachsten. :)

    OM MONEY PAYME HUNG

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 19. April 2023 um 23:13
    • #61
    Aravind:

    Du an der Erläuterung der buddhistischer Praxis kein Interesse hast, sondern lieber Dein eigenes Bild pflegst. Damit habe ich kein Problem, damit wir uns nicht falsch verstehen. Aber aus diesem Grund gibt es für mich zu Deinen Posts nichts mehr zu fragen oder zu sagen, es wäre für beide von uns sinnlos.

    Jetzt fühle ich mich aus der Reserve gelockt 😂.

    Sehr un-Buddhistisch 😂

    Ich habe andere Interessen, ich wünsche mir….

    Auch wenn die Praxis vll eine Antwort gibt…

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 19. April 2023 um 23:23
    • #62
    Sudhana:

    Dumm ist nur, dass die meisten nicht wissen (oder wissen wollen), wo sie damit anfangen sollen. Dabei ist es so einfach - bei sich selbst. Ist auch am einfachsten.

    Bitte sei Vorsichtig mit dem

    Begriff Dumm, das Gehirn ist letztlich ganz Dumm, und manche verstehen manche Dinge eher wenn Sie anfangen andere zu „lieben/Mitgefühl“

    haben, nicht jeder versteht es über die Selbsterkenntnis,

    manche verstehen es über das richtige Gefühl zu anderen

  • Helgo
    Reaktionen
    295
    Punkte
    1.345
    Beiträge
    208
    Mitglied seit
    7. Februar 2023
    Buddh. Richtung
    Thich nhat hanh , "freelance" , non-refuge (yet)
    • 20. April 2023 um 00:21
    • #63

    Ich schaue z.Zt. durch alte downgeloadete Texte um sie besser zu sortieren. Dabei finde ich im "Dschuang Dsi - Das Wahre Buch vom südlichen Blütenland" (Richard Wilhelm, 1902) ein paar Stellen, die mir zu deinem

    SpektrumRot:

    Ich will ja am liebsten diese Probleme für die ganze Welt lösen

    und

    SpektrumRot:

    Was bringt einem Achtsamkeit wenn wenn man trotzdem weiter anderen weh tut.

    nettes Material liefern. Ich finde es selbst überraschend, wie spezifisch dort über ähnliche Dinge gesprochen wird, die sich in heutigen Diskussionen über Ich & Welt, im buddhistischen Diskurs finden. Hier mal eine Seite Scan aus der Einletung, Seiten XVIII-XIX von Richard Wilhelm.

    Viel Spaß! (Das Buch kann man downloaden, ich glaube von ZENO.org).

    Zitat

    Es ist ein merkwürdiges Schauspiel, wie die Entwicklung des menschlichen Geistes an den verschiedensten Stellen auf einem bestimmten Punkte so parallele Erscheinungen erzeugt hat wie die Sophistik in Griechenland und China. Aber ebenso, wie es in Griechenland ernste Geister gab, die von den mutwilligen Ausschweifungen der Gedanken zurück ins Zentrum menschlichen Erlebens sich sammelten, so auch in China.

    Doch kehren wir zurück zu den taoistischen Schulen, deren eine in Mo Di und den Seinen sich so abseits entwickelt hatte.

    Zwei andere sind noch genannt. Die eine ist die Richtung zur Einfachheit und zum Altruismus, die durch Sung Giän (oder SungYung Dsi =„Meister

    {Einleitung − XVIII}

    Ehrenpracht", Buch1, 1) und Yin Wen (ca. 330 v. Chr.) vertreten ist. Die Leute dieser Richtung zeichneten sich durch eine besondere Kopfbedeckung aus.

    Diese Richtung hat merkwürdige Ähnlichkeit mit Tolstoi. Ihre Grundlehre war das „Nichtwiderstreben". Es heißt von ihnen, daß sie die Tätigkeit der Seele eben in der Fähigkeit zum Dulden gesehen haben.

    „Sie suchten durch eine brennende Liebe die Menschen der Welt brüderlich zu vereinen. Die Bekämpfung der Lüste und Begierden war ihr Grundsatz. Wenn sie beschimpft wurden, hielten sie es nicht für Schande, nur darauf bedacht, die Menschen vom Streit zu erlösen. Sie verboten den Angriff und wollten Niederlegung der Waffen, um die Menschen vom Krieg zu erlöseni*. Mit diesen Lehren durchzogen sie die ganze Welt. Sie ermahnten die Fürsten und belehrten die Untertanen. Wenn auch die Welt ihre Lehren nicht annehmen wollte, so blieben sie umso fester dabei und ließen sie nicht fahren.

    Es hieß von ihnen, daß Hoch und Niedrig es vermied, mit ihnen zusammenzukommen, daß sie aber mit Gewalt sich Zutritt verschafften."

    Das Urteil, das über diese Richtung gefällt wird, lautet dahin, daß sie sich zuviel um andere kümmerten und zuwenig um sich. Sie hätten lieber Hunger und Not erduldet, als die Erlösung der Welt aus den Augen verloren. Tag und Nacht hätten sie sich keine Ruhe gegönnt, ja selbst das Leben hätten sie in die Schanze geschlagen, um an der Erlösung der Welt zu arbeiten.

    Die andere Richtung, die von Pöng Möng, Tiän Piän, Schen Dau vertreten ist, scheint noch einen Schritt weiter gegangen zu sein. Es heißt von ihnen, daß ihr Hauptbestreben war, das Gleichgewicht der Dinge herzustellen. Sie sagten: „Der Himmel kann schirmen, aber nicht tragen; die Erde kann tragen, aber nicht schirmen. Der große SINN vermag zu umfassen, aber nicht zu beweisen. Alle Dinge haben ihre Möglichkeit und ihre Unmöglichkeit. Darum ist jede Wahl einseitig, jede Belehrung unzureichend, während der SINN nichts dahinten läßt." Darum habe Schen Dau das Wissen verworfen und das Ich abgetan und sei nur der unabweisbaren Notwendigkeit gefolgt. Kühle Unabhängigkeit von der Außenwelt sei für ihn das Höchste gewesen. Er habe gesagt: „Ich weiß, daß ich nichts weiß." Damit habe er das Wissen herabgesetzt und sei danach von andern verfolgt worden. Aber ohne Ehrgeiz und unabhängig, habe er sich von jeder amtlichen Tätigkeit ferngehalten und habe sich darüber lustig gemacht, wie die Welt die Weisen hochhalte.

    Frei und erhaben über alles Handeln, habe er die größten Heiligen der Welt verurteilt. Fest und unbeirrt im Innern, habe er sich von der Außenwelt umhertreiben lassen. Durch Enthaltung von aller Billigung und Mißbilligung habe er alle Verwicklung zu vermeiden gesucht. Er habe nicht die Weisen und Klugen zu Meistern genommen. Er habe nicht Zukunft und Vergangenheit erkennen wollen, sondern sei auf einsamer Höhe verharrt. Gestoßen nur sei er gewandelt, gezogen nur sei er gegangen, gleichsam als werde er von einem Wirbelwird getrieben, wie eine Feder, die umhergeweht wird, wie ein Mühlstein, der sich dreht. Er war so vollkommen in seiner Art, ohne der Mißbilligung ausgesetzt zu sein; in Ruhe und Bewegung machte er nichts falsch oder verfehlt. Warum? Ein Wesen ohne Erkenntnis ist frei von dem Leid, das mit der Selbstbehauptung verbunden ist, und von den Verwicklungen, die mit dem Gebrauch des Wissens verbunden sind. In Ruhe und Bewegung richtet ein solcher sich nach den Naturgesetzen, darum bleibt er sein Leben lang frei von Lob. Darum sagte er: „Es bedarf nichts weiter als den Zustand des bewußtlosen Dings zu erreichen. Es bedarf nicht der Weisen und Heiligen." Aber ein Erdklumpen verliert auch nie seinen Weg. Darum haben sich auch tatkräftige Menschen über ihn lustig gemacht und gesagt: "Die Lehren des Schen Dau sind nichts für die Lebenden, sondern geben seltsamerweise nur Gesetze für Tote ab."

    Alles anzeigen

    Wirklich nett und überraschend, dort (und dann im Text) solche Überlegungen, Konflikte, Tendenzen, Ursache&Wirkungen als historischen Bericht (oder allgemeines grundliegendes Thema diskutiert) zu finden... Vielleicht brächte es ja auch was für deine Fragestellungen...

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 20. April 2023 um 17:12
    • #64
    Aravind:

    Und sorry, ich wiederhole mich. Wenn Du meinst, buddhistische Praxis würde sich auf Achtsamkeit beschränken, bist Du auf dem völlig falschen Dampfer. Ich kenne keine einzige Richtung, die nicht Achtsamkeit mit Liebender Güte kombiniert.

    Das habe ich nie gesagt oder gedacht.

    Ich sprach davon, dass der „Westen“ Psychologen und Life Coaches, sich die berühmte Achtsamkeit raus pickt (das buddhistische Wort des Jahrzehnts)

    Und dabei wird Liebende Güte, außer zu sich selbst, oftmals komplett ignoriert.

    Das meinte ich und das ich es besser finden würde, man würde diese Dinge mit Mitgefühl usw. raus picken

    Aber wie Du sagtest eigenes Bild machen.

    Sobald man eine Vorstellung hat, presst man lieber die Dinge für sich so zurecht, dass die der eigenen Vorstellung entsprechen.

    Einmal editiert, zuletzt von SpektrumRot (20. April 2023 um 17:41)

  • SpektrumRot
    Themenautor
    Reaktionen
    196
    Punkte
    2.481
    Beiträge
    445
    Mitglied seit
    11. April 2023
    Buddh. Richtung
    Westlicher
    • 20. April 2023 um 18:07
    • #65
    Sudhana:

    Dumm ist nur, dass die meisten nicht wissen (oder wissen wollen), wo sie damit anfangen sollen. Dabei ist es so einfach - bei sich selbst. Ist auch am einfachsten. :)

    Du hast ja recht damit.

    Nur ist nicht jeder bereit dazu und machen sehr viele unnötige Dinge die total sinnlos sind und dadurch viele andere zu leiden haben.

    Und ob ich Interesse oder kein Interesse an der Buddhistischen Praxis habe, ich sage besser nichts dazu…das macht auch kein Unterschied.

    Auch wenn ein erleuchteter, loslassen kann…

    Ich habe keinen Einfluss oder Macht oder diese charmante Überzeugungskraft und auch nicht Wortgewandtheit, andere Überzeugen zu können.

    Ich kann nur darauf hinweisen, dass die Buddhisten recht haben, weil sie die Dinge ganz „objektiv“ (ich entschuldige mich 1000 mal für das verwirrende undbuddhistische Wort) verstehen und das dazu gehört, Mitgefühl „Leid zu vermeiden“ keinem anderen Leid zu zufügen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

Ähnliche Themen

  • Buddhismus: Missbrauch im Namen der Erleuchtung

    • KarmaHausmeister
    • 7. September 2022 um 00:23
    • Buddhismus kontrovers
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download