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Buddhismus und die Einstellung zur "Realität"

  • Jonas88
  • 12. Juni 2009 um 10:16
  • Zum letzten Beitrag
  • accinca
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    • 20. Juni 2009 um 15:58
    • #51
    melong:
    accinca:


    Was ist denn "Madhyamaka"? und ein Bikkhu bin ich auch nicht - und Wut
    steigt auch keine auf. Welchen Illusionen machst du dir und wozu?


    Ich sagte ja "wie dir". Das meinte deine Tradition, nicht dich persönlich.


    "Meine Tradition?" was ist denn meine Tradition? Wie heißt sie? Damit
    will ich nicht sagen, daß alle traditionelle Werte schlecht sind,
    aber du kennst ja das Kalamer Sutta: "Geht nicht nach den Traditionen".
    Und genau das tue ich auch nicht. Traditionen sind mir völlig egal. Das
    ist was für Mahayanas. Ich weiß aber, daß auch in Asien viele sog. "Buddhisten"
    viel mehr Traditionalisten sind als Buddhisten.

    melong:
    accinca:


    Wie auch immer, an der Tatsache, das der Körper für das sinnliche Wahrnehmen geschaffen
    wurde, können auch deine "Ideen" nichts ändern.


    "Geschaffen" ist ungeschickt. Vielleicht meinst du "entstanden" durch das Missverstehen sinnlicher Wahrnehmungen?


    Nichts entsteht einfach so. Der Buddha lehrte, das der Körper geschaffen wurde und
    zwar wie alles andere auch durch Wollen, Wirken, Taten, Kamma oder wie du es immer
    bezeichnen willst. "Durstgemacht" ist der Körper sagt der Buddha d.h. für einen Zweck,
    nämlich den der sinnlichen Wahrnehmung. Alle Dinge entstehen aus Nahrung.

  • melong
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    • 20. Juni 2009 um 16:15
    • #52
    accinca:
    melong:


    Ich sagte ja "wie dir". Das meinte deine Tradition, nicht dich persönlich.


    "Meine Tradition?" was ist denn meine Tradition? Wie heißt sie?


    Nibbanavada 8)

    accinca:
    melong:


    "Geschaffen" ist ungeschickt. Vielleicht meinst du "entstanden" durch das Missverstehen sinnlicher Wahrnehmungen?


    Nichts entsteht einfach so.


    Aber alles entsteht abhängig.

    accinca:


    Der Buddha lehrte, das der Körper geschaffen wurde und
    zwar wie alles andere auch durch Wollen, Wirken, Taten, Kamma oder wie du es immer
    bezeichnen willst. "Durstgemacht" ist der Körper sagt der Buddha d.h. für einen Zweck,
    nämlich den der sinnlichen Wahrnehmung. Alle Dinge entstehen aus Nahrung.


    Da erlaube ich mir mal wieder diesen:

    Zitat

    Manjushri: "Alle Dharmas entstehen aus der Reifung von Taten. In dieser Sphäre, müssen keinerlei Anstrengungen unternommen werden. Warum? Weil alle Dharmas von Ursachen und Bedingungen abhängen. Da sie also nicht unabhängig sind, werden sie vom Willen geformt. Nichts ist schwer für jenen, der dies verstanden hat.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • accinca
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    • 20. Juni 2009 um 17:51
    • #53
    melong:


    Nibbanavada 8)


    Nibbanavada ist aber keine Tradition sondern die
    Darlegung der Lehre des Buddha von Nibbanam.

  • melong
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    • 20. Juni 2009 um 20:00
    • #54
    accinca:
    melong:


    Nibbanavada 8)


    Nibbanavada ist aber keine Tradition sondern die
    Darlegung der Lehre des Buddha von Nibbanam.

    Das Verständnis darüber hat aber Tradition. 8)

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • accinca
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    • 20. Juni 2009 um 20:12
    • #55
    melong:
    accinca:


    Nibbanavada ist aber keine Tradition sondern die
    Darlegung der Lehre des Buddha von Nibbanam.


    Das Verständnis darüber hat aber Tradition. 8)


    Was du nicht sagst. Ich habe noch keine Tradition
    mit Nibbanaverständnis in irgend einer Kultur gefunden.

  • Jonas88
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    • 24. Juni 2009 um 21:36
    • #56

    Ich stelle mir allmälich eine interessante Frage.... könnte es sein das Buddha womöglich selber Solipsist gewesen ist?

    "Aus dem Nichtwissen entstehen die Geistesregungen, aus den Geistesregungen das Bewusstsein, aus dem Bewusstsein Name und Form, aus Name und Form der sechsfache Sinnenbereich, aus dem sechsfachen Sinnenbereich die Berührung (Bewusstseinseindruck/Impression), aus der Berührung die Empfindung, aus der Empfindung der Durst, aus dem Durst das Anhaften (Ergreifen), aus dem Anhaften das Werden (Entstehen), aus dem Werden die Geburt, aus der Geburt Alter, Tod, Kummer, Trauer, Unheil, Missstimmung und Verzweiflung. So verhält es sich mit dem Ursprung dieser ganzen Masse von Leid.
    Durch das gänzliche Aufhören und Verschwinden des Nichtwissens nun hören die Geistesregungen auf, durch das Aufhören der Geistesregungen das Bewusstsein, durch das Aufhören des Bewusstseins Name und Form, durch das Aufhören von Name und Form der sechsfache Sinnenbereich, durch das Aufhören des sechsfachen Sinnenbereichs die Berührung, durch das Aufhören der Berührung die Empfindung, durch das Aufhören der Empfindung der Durst, durch das Aufhören des Durstes das Anhaften, durch das Aufhören des Anhaftens der Werdeprozess, durch das Aufhören des Werdeprozesses die Geburt, durch das Aufhören der Geburt Alter, Tod, Kummer, Trauer, Unheil, Missstimmung und Verzweiflung. So verhält es sich mit dem Aufhören dieser ganzen Masse von Leiden."

  • Manussa
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    • 24. Juni 2009 um 21:56
    • #57
    Jonas88:

    Ich stelle mir allmälich eine interessante Frage.... könnte es sein das Buddha womöglich selber Solipsist gewesen ist?


    Ich sehe nicht, wie man Solipsismus mit anatta unter einen Hut bringen kann.

    Kannst Du evtl. erklären, was das Bedingte Entstehen aus Deiner Sicht mit Solipsismus zu tun hat?

  • Jonas88
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    • 24. Juni 2009 um 22:18
    • #58
    Manussa:

    Kannst Du evtl. erklären, was das Bedingte Entstehen aus Deiner Sicht mit Solipsismus zu tun hat?

    Die Erwartungshaltung eines jeden Menschen formt den Geist, formt die Wahrnehmung. Wir treten alle mit einem bestimmten Vorurteil an die Welt heran und dieses Vorurteil entscheidet auch warum wir die Welt so sehen wie wir sie sehen, beeinflusst durch unser Ego. Was würde nun geschehen wenn unser Ego schwinden würde? Würden wir vielleicht ähnlich wie in einem Traum erkennen das alles nur von uns projiziert wird? Wenn wir den Durst und die Erwartungshaltung abstellen, nicht mehr aktiv an dieser Welt teilnehmen könnte es vielleicht passieren das die Welt schwindet und womöglich auch wir selbst? Die Träume sind ein Spiegel unseres Ichs... was ist mit der Realität?

  • accinca
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    • 24. Juni 2009 um 22:52
    • #59
    Jonas88:

    Ich stelle mir allmälich eine interessante Frage.... könnte es sein das Buddha womöglich selber Solipsist gewesen ist?
    "


    Der Buddha hat doch gar kein "Ich" gelehrt und auch keine "anderen".
    Insofern war er auch kein Solipsist. Allerdings sind alle Vorstellungen
    und Empfindungen nur vergängliche Erscheinungen. Dazu gehören auch
    Vorstellungen von Sein und Nichtsein, von Samsaro und Dasein wie auch
    von Buddha und Nibbana.

  • Jonas88
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    • 24. Juni 2009 um 23:44
    • #60
    Montag:
    Jonas88:

    Naja. Im Prinzip wäre das auch kein "wirkicher" Unterschied. Ein Solipsist der meint das er träumt wird logischerweise oftmals auch daran glauben das sein Ich so wie er es jetzt wahrnimmt in Wirklichkeit ganz anders ist. Wenn wir Träumen sind wir meistens auch nur ein plumper abklatsch oder auch oftmals eine völlig andere Person. Damit man sich als "Solipsist" bezeichen kann reicht es bereits schon aus wenn man der Meinung ist das man in irgendeien Rolle schlüpft und diese dann auslebt (selbstverständlich in der eigenen Traumwelt). Der Yogacara glaubt ja jetzt daran das mein Ich und die Welt die ich um mich herum wahrnehme nur von mir geträumt wird. Da frage ich mich halt ob der Yogacara alle Menschen die er um sich herum wahrnimmt überhaupt als eigenständige, leidfähige Wesen ansieht oder nur sich als eine in eine bestimmte Rolle gepresste Gestalt die ihre Umwelt konstruiert, wahrnimmt (wie im Traum halt). Dies macht nämlich in meinen Augen schon einen fundamentalen Unterschied aus. Bei zweiterem wäre jegliche Form von "Schüler-Meister" Prinzip oder auch nur irgendeine Form von Mühe die nicht unmittelbar dem eigenen Erwachen dient unnötig. (Immerhin würde die Welt mit dem eigenen Erwachen ja automatisch verschwinden)


    Hallo Jonas88,

    ich kann Deinen Einwand durchaus nachvollziehen. Traumcharaktere zu belehren, die nicht autonom existieren, d. h. kein eigenes Innenleben haben, wäre absurd. Einer Traumwelt kann man nichts hinterlassen. Sie verschwindet einfach nach dem Aufwachen. Die letzten Worte des Buddha waren:

    Zitat

    Wohlan denn, ihr Mönche, lasst euch gesagt sein: Schwinden muss jede Erscheinung, unermüdlich mögt ihr da kämpfen.


    Wenn es mit der Welt wie mit einem nächtlichen Traum ist, warum sollte man kurz vor dem Ende noch solche Worte verlieren? Das wäre in meinen Augen eine völlig unnötige Schauspielerei, denn kurz darauf wäre die Welt, der man diese Worte "hinterlassen" hat, nicht mehr vorhanden.

    Fakt ist auf jeden Fall eins: Die wahrgenommene Welt funktioniert, und zwar unabhängig davon ob ich weiß wie. Das zeigt, dass sie auf gewisse Weise autonom ist. Ich muss den Uhrwerkmechanismus nicht kennen, damit meine Uhr läuft und ich muss auch nicht ständig auf den Zeiger schauen, damit er nicht stehenbleibt. Wäre alles im Bewusstsein, dann gäbe es kein Unwissen. Und wäre "ich" der Schöpfer von allem, könnte nichts ohne meine Zustimmung geschehen.

    Alles Gute

    Alles anzeigen

    Du gehst aber hier automatisch davon aus das Buddha hier von dir getrennt ist. Eine solipsistische Lehre kann auch entstehen wenn betreffende Person die sie verbreitet garnicht unabhängig vom Menschen existiert hat, das Gegenteil ist der Fall, damit eine solipsistische Lehre überhaupt wahr sein KANN darf die betreffende Person garnicht unabhängig von dir existieren. Womöglich ist auch Buddha nur eine Erscheinung die durch den Wahrnehmenden ausgelöst wird. Man kann also nicht zwangsläufig sagen das es unlogisch wäre wenn Buddhas Lehre solipstisch gewesen wäre, ich weiß das ist jetzt viel der Interpretation aber es ist zumindest mal einen Gedanken wert.

    Ich errinere mich hierbei an einen Traum der auch bei manch anderen (vorallem bei den luziden Träumern) des öfteren mal vorgekommen ist. Manchmal träumt eine Person und merkt es nicht worauf diese dann von anderen Traumgestalten darauf hingewiesen wird das sie träumt. Traumgestalten können häufig Dinge des eigenen Bewusstseins offenbaren die einem selber garnicht so recht bewusst sind. Auch unser eigener Traum ist oft alles andere als vorhersehbar. (Melong hat soweit ich mich entsinne auch was von Geisteskrankheiten erzählt) das Unbewusste ist oftmals stärker als wir ahnen. In unseren Träumen schlüpfen wir oft willkürlich in eine Rolle (auch wenn diese oftmals total unrealistisch ist) und leben die mit allem ernst aus. Traumyoga ist nicht umsonst eine Praxis im tibetischen Buddhismus. Wer sagt das es sich mit der Realität nicht genaus verhält. Ist hier doch das "Unwissen" großer Auslöser für Leid.
    Ich will jetzt auf garkeinen Fall behauptungen aufstellen und sagen das Buddha den Solipsismus gelehrt hat, aber ich lasse es eben auch offen das seine Gedanken so in diese Richtung gegangen sein könnten.

    accinca:

    Der Buddha hat doch gar kein "Ich" gelehrt und auch keine "anderen".
    Insofern war er auch kein Solipsist. Allerdings sind alle Vorstellungen
    und Empfindungen nur vergängliche Erscheinungen. Dazu gehören auch
    Vorstellungen von Sein und Nichtsein, von Samsaro und Dasein wie auch
    von Buddha und Nibbana.

    Nein das hat Buddha nicht gemacht, doch genau deswegen frage ich mich auch ob man nach Buddhas Philosophie überhaupt noch eine Unterscheidung treffen kann. Wenn alle Erscheinungen sowie das eigene "Ich" empfinden nur vom Bewusstsein gebildet wird kann es sein das alles nur eine Illusion des Bewusstseins ist. Man denke an die "Rolle im Traum" in die wir uns übermäßig hineinsteigern. (Ich dachte mal ich wäre ein Ninja) Das ist alles aber nicht von Bedeutung.

  • melong
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    • 25. Juni 2009 um 06:06
    • #61
    Jonas88:

    Ich stelle mir allmälich eine interessante Frage.... könnte es sein das Buddha womöglich selber Solipsist gewesen ist?

    "Aus dem Nichtwissen entstehen die Geistesregungen, aus den Geistesregungen das Bewusstsein, aus dem Bewusstsein Name und Form, aus Name und Form der sechsfache Sinnenbereich, aus dem sechsfachen Sinnenbereich die Berührung (Bewusstseinseindruck/Impression), aus der Berührung die Empfindung, aus der Empfindung der Durst, aus dem Durst das Anhaften (Ergreifen), aus dem Anhaften das Werden (Entstehen), aus dem Werden die Geburt, aus der Geburt Alter, Tod, Kummer, Trauer, Unheil, Missstimmung und Verzweiflung. So verhält es sich mit dem Ursprung dieser ganzen Masse von Leid.
    Durch das gänzliche Aufhören und Verschwinden des Nichtwissens nun hören die Geistesregungen auf, durch das Aufhören der Geistesregungen das Bewusstsein, durch das Aufhören des Bewusstseins Name und Form, durch das Aufhören von Name und Form der sechsfache Sinnenbereich, durch das Aufhören des sechsfachen Sinnenbereichs die Berührung, durch das Aufhören der Berührung die Empfindung, durch das Aufhören der Empfindung der Durst, durch das Aufhören des Durstes das Anhaften, durch das Aufhören des Anhaftens der Werdeprozess, durch das Aufhören des Werdeprozesses die Geburt, durch das Aufhören der Geburt Alter, Tod, Kummer, Trauer, Unheil, Missstimmung und Verzweiflung. So verhält es sich mit dem Aufhören dieser ganzen Masse von Leiden."

    Das Zitat selbst hebt doch deinen Einwand des Solipsismus wieder auf.

    Falsch angegangen kann aus den diversen buddhistischen Sichtweisen bzgl. "Realität" tatsächlich "Solipsismus" resultieren. Manche Sichtweisen sind da mehr anfällig dafür, manche weniger. Z.B. würde ich sagen, dass die Tendenz zum Solipsismus in dem sprachlichen Ausdruck "alles ist Geist" stärker ausgeprägt ist als in anderen Konzepten. Dies umso mehr als etwas bestehen bleibt, das wahrhaft existiert wie es bei der Cittamatra-Lehre der Fall ist oder auch in diversen Lehren bei denen im Kontext einer "Natur des Geistes" unentwegt auf einer Buddhanatur "herumgeritten" wird grade so als ob diese wahrhaft existieren würde.

    Das Entscheidende ist aber doch, dass richtig angegangen der Ausgangspunkt der Erforschung von "Realität" immer das "ich" und das "mein" ist. Immer! Das schließt eine unheilvolle solipsistische Entwicklung des Individuums per se aus. Alles ist abhängig entstanden, nichts besteht unabhängig kraft eigener Potenz egal ob Subjekt oder Objekt.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • melong
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    • 25. Juni 2009 um 06:21
    • #62
    Jonas88:

    Auch unser eigener Traum ist oft alles andere als vorhersehbar. (Melong hat soweit ich mich entsinne auch was von Geisteskrankheiten erzählt) das Unbewusste ist oftmals stärker als wir ahnen.

    Geisteskrankheiten wurden in diesem Kontext beispielhaft genannt:

    melong:
    Montag:

    Wäre alles im Bewusstsein, dann gäbe es kein Unwissen. Und wäre "ich" der Schöpfer von allem, könnte nichts ohne meine Zustimmung geschehen.


    Das ist sehr unüberlegt. Denke mal an Geisteskrankheiten.

    Das Beispiel zeigt wie ohne das willentliche Zutun des "ich" Wahrnehmungen resultieren und das "ich" also zum Opfer der vermeintlich "eigenen" Wahrnehmungen wird. Genau so verhält es sich ja auch mit der Unwissenheit (bzgl. der wahren Bestehensweise der Phänomene wie "ich" und andere) und dem Leid.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • accinca
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    • 25. Juni 2009 um 11:26
    • #63
    Len-San:

    Wieder so ein phänomenaler Thread.
    Dabei ist es doch gaaanz einfach:
    Die einzig dauerhafte und wahrlich existente Realität,
    ist die der Natur des Geistes - Die Buddha-Natur.

    Alles andere ist Illusion, ob innen oder aussen.
    Sogyal meint, das Problem ist halt, das uns
    unsere Gedanken und Emotonen realer
    erscheinen als unsere Buddha-Natur.

    Alles anzeigen


    "Die Natur des Geistes" kommen da nicht die Gedanken und Emotionen her?
    In der Lehre des Buddha ist das jedenfalls so: "Vom Geiste geh'n die Dinge aus".

  • accinca
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    • 25. Juni 2009 um 11:52
    • #64
    Jonas88:
    accinca:

    Der Buddha hat doch gar kein "Ich" gelehrt und auch keine "anderen".
    Insofern war er auch kein Solipsist. Allerdings sind alle Vorstellungen
    und Empfindungen nur vergängliche Erscheinungen. Dazu gehören auch
    Vorstellungen von Sein und Nichtsein, von Samsaro und Dasein wie auch
    von Buddha und Nibbana.


    Nein das hat Buddha nicht gemacht, doch genau deswegen frage ich mich auch ob man nach Buddhas Philosophie überhaupt noch eine Unterscheidung treffen kann. Wenn alle Erscheinungen sowie das eigene "Ich" empfinden nur vom Bewusstsein gebildet wird kann es sein das alles nur eine Illusion des Bewusstseins ist. Man denke an die "Rolle im Traum" in die wir uns übermäßig hineinsteigern. (Ich dachte mal ich wäre ein Ninja) Das ist alles aber nicht von Bedeutung.


    Was an deiner Antwort zu stören scheint, ist das Wort "nur".
    Dadurch scheint Bewußtsein zu einem Teil des Ganzen zu werden.
    Nicht mehr das Ganze zu sein. Tatsächlich ist es auch möglich verschiedene
    Aspekte oder Elemente das Daseins isoliert zu betrachten. Dabei darf man
    dann aber nicht vergessen. daß es sich bei der Betrachtung um eine Betrachtung
    von diesem Sandpunkt handelt. Die Dinge die im Bewußtsein erscheinen, werden
    ja je nach diesem Bewußtsein verschieden empfunden. In einem Universalen
    Bewußtsein, werden aber alle Dinge als Bewußtsein erkannt und empfunden.
    Das Bewußtsein bestimmt in jedem Fall was real erscheint und ist von daher
    von den anderen Khandhas nicht zu trennen.

    "Dieses Gefühl nun, und diese Wahrnehmung, und dieses Bewußtsein: diese drei erscheinen verbunden, nicht getrennt, und es ist unmöglich sie je für sich untersuchend und betrachtend ihren Unterschied anzugeben. Denn was einer fühlt, das nimmt er wahr, und was er wahrnimmt, dessen ist er bewußt; darum erscheinen diese Dinge verbunden, nicht getrennt, und ist es möglich sie je für sich untersuchend und betrachtend ihren Unterschied angeben." M 43

  • accinca
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    • 25. Juni 2009 um 12:11
    • #65
    accinca:
    Len-San:

    Wieder so ein phänomenaler Thread.
    Dabei ist es doch gaaanz einfach:
    Die einzig dauerhafte und wahrlich existente Realität,
    ist die der Natur des Geistes - Die Buddha-Natur.

    Alles andere ist Illusion, ob innen oder aussen.
    Sogyal meint, das Problem ist halt, das uns
    unsere Gedanken und Emotonen realer
    erscheinen als unsere Buddha-Natur.

    Alles anzeigen


    "Die Natur des Geistes" kommen da nicht die Gedanken und Emotionen her?
    In der Lehre des Buddha ist das jedenfalls so: "Vom Geiste geh'n die Dinge aus".

    Alles anzeigen
    Len-San:


    Was du wohl meinst sind die Ausstrahlungen des Geistes, wiederrum nur Phänomene die sich erheben.


    Ganz geanu Ausstrahlung des Geistes war das was ich meinte.
    Und dieser elende Geist diese elende sog. Buddha-Natur ist dann dafür verantwortlich.
    Nach deiner Lehre ist das Leiden durch einen ewigen Geist bedingt dem man nicht entkommen kann.
    Der Buddha lehrte aber, das es einen solchen Geist nicht gibt. Da ist der Unterschied zu dir.

  • accinca
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    • 25. Juni 2009 um 14:19
    • #66
    Len-San:

    Nee, nicht ganz. Sag mal bist du Extrem-Nihillist, accinaca?


    "Extrem-Nihillist" ich weiß nicht mal was du damit meinst, aber eigentlich
    ist dies ein Vernichtungsgläubiger, aber das bin ich nicht. Das scheint mir
    auch zu schön um wahr zu sein, eine Hoffnung welche sich wohl nicht einfach
    erfüllen wird.

    Len-San:


    Also, nach "meiner Lehre, die nicht meine ist,
    sondern die der Nyingmapa's, bzw. das was
    ich davon verstanden und erfahren hab ...
    (Rigpa / Sogyal Rinpoche)


    Ich meinte die Lehre welche du vertreten hattest, egal
    wo du sie gelesen hast.

    Len-San:


    .. haben die Buddhas und "ich den gleichen Grund,
    eben diese Buddha-Natur. Der Unterschied liegt
    bisweilen nur im Pfad, den wir differenter Weise
    gehen. Ich den der Verblendung und die Buddhas
    den der Erleuchtung. Wobei ich meine, meine
    Richtung schon geändert zu haben...

    Alles anzeigen


    Genau diese falsche Lehre meine ich: Ein ewiger Geist
    oder eine ewige sog. "Buddha-Natur" aus welcher das ganze
    Elend und Leiden der Existenz entspringt. Da kann man dann
    in der Tat auch gleich beim Christentum oder einer anderen
    theistischen Glaubenslehre bleiben.

  • accinca
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    • 25. Juni 2009 um 14:36
    • #67
    Len-San:
    Zitat

    Der Buddha lehrte aber, das es einen solchen Geist nicht gibt.

    Len-San:


    wie kann es dann sein, dass ein lama aus der mündlichen übertragungslinie davon spricht?


    Eben deswegen vielleicht?

    Len-San:


    eventuell haben wir hier verschiedene begriffsdefinitionen:
    kannte der buddha die begriffe "selbst und "ego?


    Davon gehe ich mal aus. Wie dem aber auch immer sei, hat er
    nicht gelehrt es gäbe ein ewiges Selbst oder einen ewigen Geist.
    Im Gegenteil gehört es zu seiner fundamentalsten Aussage, das
    alle Dinge, auch und gerade der Geist, vergänglich sind.

    Alles anzeigen
    Len-San:


    "geist im buddhistischem sinne meint für mich die buddha-natur.
    aus eigenem wissen hängt dieser geist für mich eng mit der kundalini zusammen.
    wenn ich keinen geist habe, dann wohl auch keine kundalini. habe ich
    keine kundalini, so lebe ich also gar nicht. somit würde ich nicht leiden und der ganze aufwand
    wäre ein sinnloser albtraum. kurz den gegenbeweis angetreten: wenn ich mich kneife,
    merke ich *autsch*, vielleicht irrt sich accinca doch auch?!
    nfu

    Alles anzeigen


    Nein ich irre mich ganz sicher nicht. Deine Vorstellungen über das was
    "im buddhistischem sinne" ist und das was nicht "im buddhistischem sinne" ist,
    sind ganz sicher nicht die Lehre des Buddha sondern genau das Gegenteil. Und
    die Vorstellung einer "Buddha-Natur" als eine ewige Kraft oder ewige geistige
    Qualität, (manche nennen es auch Potenzial) ist auch nicht vom Buddha.

  • Jonas88
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    • 25. Juni 2009 um 14:50
    • #68
    melong:

    Das Entscheidende ist aber doch, dass richtig angegangen der Ausgangspunkt der Erforschung von "Realität" immer das "ich" und das "mein" ist. Immer! Das schließt eine unheilvolle solipsistische Entwicklung des Individuums per se aus. Alles ist abhängig entstanden, nichts besteht unabhängig kraft eigener Potenz egal ob Subjekt oder Objekt.

    Aber genau hier haben wir das Problem, das "bedinte" entstehen, hat dort den Schwachpunkt das es irgendwo wahrscheinlich einen Punkt geben muss wo es kein bedingtes entstehen gibt. Buddha hat zwar absolut Recht das eine Tat oder Absicht immer irgendetwas auslöst (Die Erkenntniss war damals gigantisch Buddha muss wirklich intelligent gewesen sein) materialistsich gesehen gab es wohl irgendwo mal vor der Entstehung des Universums eine Asymetrie die den ganzen "Ärger" ausgelöst hat. Nun könnte eine solche Asymetrie auch im Geist alleine gewesen sein. Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich jetzt Sinn ergebe oder nur unsinn daherrede. Aber im Prinzip wäre dies vielleicht eine Möglichkeit. Wie gesagt ich behaupte nicht das Buddha ein Solipsist war. Aber seine Worte lassen reichlich Platz für Interpretation übrig. Es gibt auch viele Legenden um Buddha. Mit weißen Elefanten und einer Lotusblüte, bei soviel Fantasiegeschichten und Interpretationen bleibt Buddhas ware Botschaft wahrscheinlich auf der Strecke.

    accinca:

    Was an deiner Antwort zu stören scheint, ist das Wort "nur".
    Dadurch scheint Bewußtsein zu einem Teil des Ganzen zu werden.
    Nicht mehr das Ganze zu sein. Tatsächlich ist es auch möglich verschiedene
    Aspekte oder Elemente das Daseins isoliert zu betrachten. Dabei darf man
    dann aber nicht vergessen. daß es sich bei der Betrachtung um eine Betrachtung
    von diesem Sandpunkt handelt. Die Dinge die im Bewußtsein erscheinen, werden
    ja je nach diesem Bewußtsein verschieden empfunden. In einem Universalen
    Bewußtsein, werden aber alle Dinge als Bewußtsein erkannt und empfunden.
    Das Bewußtsein bestimmt in jedem Fall was real erscheint und ist von daher
    von den anderen Khandhas nicht zu trennen.

    "Dieses Gefühl nun, und diese Wahrnehmung, und dieses Bewußtsein: diese drei erscheinen verbunden, nicht getrennt, und es ist unmöglich sie je für sich untersuchend und betrachtend ihren Unterschied anzugeben. Denn was einer fühlt, das nimmt er wahr, und was er wahrnimmt, dessen ist er bewußt; darum erscheinen diese Dinge verbunden, nicht getrennt, und ist es möglich sie je für sich untersuchend und betrachtend ihren Unterschied angeben." M 43

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    Tut mir leid, ich habe jetzt nicht ganz verstanden worauf du hinaus wolltest. :oops: Ich meine eigentlich nur das die Dinge die man Wahrnimmt wahrscheinlich Erscheinungen des Geistes sind, aber du hast schon Recht das auch das wohl dann aus der Gleichen Substanz bestehen würde.

  • Akuma
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    • 25. Juni 2009 um 15:16
    • #69

    Jonas88

    Dir könnten Sabba-Sutta und Shurangama Sutra gefallen, falls Du sie noch nicht kennst.

  • accinca
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    • 25. Juni 2009 um 16:03
    • #70
    Jonas88:


    Aber genau hier haben wir das Problem, das "bedinte" entstehen, hat dort den Schwachpunkt das es irgendwo wahrscheinlich einen Punkt geben muss wo es kein bedingtes entstehen gibt.


    Wieso sollte das ein "Schwachpunkt" sein? Natürlich ist es sogar der
    Sinn der Darlegung des bedingten Entstehens und Vergehens, daß es
    genau der Zweck dieser Darlegung ist, den Punkt aufzuweisen wo es
    kein Entstehen und Vergehen mehr gibt. Schließlich ist dies das Ziel,
    Sinn und Zweck der ganzen Lehre, nämlich dem immer wieder neuen
    Entstehen und Vergehen ein Ende zu machen.

    Jonas88:


    materialistsich gesehen gab es wohl irgendwo mal vor der Entstehung des Universums eine Asymetrie die den ganzen "Ärger" ausgelöst hat. Nun könnte eine solche Asymetrie auch im Geist alleine gewesen sein. Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich jetzt Sinn ergebe oder nur unsinn daherrede.


    So ein hartes Urteil würde ich jetzt nicht fällen, aber tatsächlich gibt es in
    der Lehre des Buddha keinen Anfang. Auch keines der Universen, Multiversen,
    Omniversen oder wie auch immer und so auch keinen Anfang des Geistes. Richtig
    ist aber, das dem Geist immer ein gewisses Ungleichgewicht innewohnt durch
    Begehren bedingt und diese Kraft, dieser Durst sei es, der das Dasein vorrantreibt
    und für sein Bestand sorgt. (zweite Wahrheit)
    "- Was ist aber, Brüder, die heilige Wahrheit von der Leidensentwicklung?
    Es ist dieser Durst, der Wiederdasein säende, gnügensgierverbundene, bald da bald dort sich ergetzende, ist der Sinnendurst, der Daseinsdurst, der Nichtdaseinsdurst. (kāmatanhā bhavatanhā vibhavatanhā) Das heißt man, Brüder, heilige Wahrheit von der Leidensentwicklung." (z.B. M 141)

  • melong
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    • 25. Juni 2009 um 19:25
    • #71
    Jonas88:
    melong:

    Das Entscheidende ist aber doch, dass richtig angegangen der Ausgangspunkt der Erforschung von "Realität" immer das "ich" und das "mein" ist. Immer! Das schließt eine unheilvolle solipsistische Entwicklung des Individuums per se aus. Alles ist abhängig entstanden, nichts besteht unabhängig kraft eigener Potenz egal ob Subjekt oder Objekt.

    Aber genau hier haben wir das Problem, das "bedinte" entstehen, hat dort den Schwachpunkt das es irgendwo wahrscheinlich einen Punkt geben muss wo es kein bedingtes entstehen gibt.


    Diese Schlussfolgerung beruht auf Unwissenheit, auf Ergreifen-Wollen.

    Jonas88:


    Buddha hat zwar absolut Recht das eine Tat oder Absicht immer irgendetwas auslöst


    Falsch. Denn er hat nur relativ recht. Sein Rechthaben ist ebenso bedingt entstanden.

    Jonas88:


    (Die Erkenntniss war damals gigantisch Buddha muss wirklich intelligent gewesen sein) materialistsich gesehen gab es wohl irgendwo mal vor der Entstehung des Universums eine Asymetrie die den ganzen "Ärger" ausgelöst hat. Nun könnte eine solche Asymetrie auch im Geist alleine gewesen sein. Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich jetzt Sinn ergebe oder nur unsinn daherrede.


    Sagen wir mal so: Du verlierst dich in deinen Gedanken.

    Jonas88:


    Aber seine Worte lassen reichlich Platz für Interpretation übrig.


    Das ist das Wesen der Worte: Nicht jeder versteht sie genau gleich und manche verstehen ihre Bedeutung nicht mal näherungsweise.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Jonas88
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    • 28. Juni 2009 um 15:49
    • #72

    Naja die Sache ist halt die: Gehen wir mal von einer solipsistischen Welt aus. Viele Dinge die man im Buddhismus hört kann man durchaus so auslegen als würden sie Antworten auf dieses Problem geben. Die Lehre des Karmas beispielsweise ergäbe sich logisch aus der Konsequenz das man jegliches Chaos das man stiftet als Chaos im eigenen Geist unmittelbar oder in Zukunft zu spüren bekommt. Die Wiedergeburt würde bedeuten den "Traum" aus mehreren Perspektiven betrachten zu können, das Nirvana wäre ein Zustand ab dem das "Ich" verschwindet und somit auch die Illusion der Welt, da diese mit dem verschwinden des Ichs die Grundlage verliert. Das bedingte Entstehen könnte sich genauso gut auch im eigenen Geist abspielen (eine Erwartungshaltung erzeugt eine neue Situation und damit eine andere Erwartungshaltung) das Interessante ist vorallem das ich im Buddhismus häufig höre das man durch das erreichen der "Erleuchtung" aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Darüberhinaus gibt es dann auch noch das empfinden das ein getrenntes "Ich" von der Welt nicht wirklich sei. Somit wäre die gesamte Existenz womöglich nicht viel mehr als ein Kampf mit einem total disharmonischen, chaotischen Geist. Es ist garnicht mal so abwegig finde ich... zumindest sollte man es in Betracht ziehen.

  • Jonas88
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    • 28. Juni 2009 um 16:12
    • #73

    Ach da habe ich interessanterweiße gereade noch was interessantes gefunden:

    Zitat

    According to contemporary teacher Chögyal Namkhai Norbu, in Dzogchen the perceived reality is considered to be unreal. All appearances perceived during the whole life of an individual through all senses, including sounds, smells, tastes and tactile sensations in their totality are like a big dream. It is claimed that on careful examination the dream of life and regular nightly dreams are not very different, and that in their essential nature there is no difference between them.

    The non-essential difference between our dreaming state and our ordinary waking experience is that the latter is more concrete and linked with our attachment; the dreaming is slightly detached.

    Also according to this teaching, there is a correspondence between the states of sleep and dream and our experiences when we die. After experiences of intermediate state of bardo an individual comes out of it, a new karmic illusion is created and another existence begins. This is how transmigration happens.

    One aim of dream practice is to realize during a dream that one is dreaming. One can then dream with lucidity and do all sorts of things, such as go to different places, talk to people, fly and so forth. It is also possible to do different yogic practices while dreaming (usually such yogic practices one does in waking state). In this way the yogi can have a very strong experience and with this comes understanding of the dream-like nature of daily life. This is very relevant to diminishing attachments, because they are based on strong beliefs that life's perceptions and objects are real and, as a consequence, important. If one really understands what Buddha Shakyamuni meant when he said that everything is unreal or of the nature of shunyata, then one can diminish attachments and tensions.

    The teacher gives advice, that the realization that the life is only a big dream can help us finally liberate ourselves from the chains of emotions, attachments, and ego and then we have the possibility of ultimately becoming enlightened.[44]

  • melong
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    • 28. Juni 2009 um 17:03
    • #74
    Jonas88:

    Naja die Sache ist halt die: Gehen wir mal von einer solipsistischen Welt aus.


    Warum? Was fesselt dich so an dieser Idee?

    Jonas88:

    Viele Dinge die man im Buddhismus hört kann man durchaus so auslegen als würden sie Antworten auf dieses Problem geben.


    Weißt du, die irrtümlichen Auslegungen von Buddhismus sind grenzenlos in der Zahl. Alleine der Sachverhalt, dass es dir gelingt das so oder anders auszulegen, was belegt das? Doch nur, dass es ggf. gut ist, einen Lehrer zu haben.

    Jonas88:


    Die Lehre des Karmas beispielsweise ergäbe sich logisch aus der Konsequenz das man jegliches Chaos das man stiftet als Chaos im eigenen Geist unmittelbar oder in Zukunft zu spüren bekommt.


    So ist es.

    Jonas88:


    das Nirvana wäre ein Zustand ab dem das "Ich" verschwindet und somit auch die Illusion der Welt, da diese mit dem verschwinden des Ichs die Grundlage verliert.


    Auch so ist es. Wobei ich lieber sagen würde, dass das illusionsartige Erscheinen der Welt verschwindet.

    Jonas88:


    Das bedingte Entstehen könnte sich genauso gut auch im eigenen Geist abspielen


    So ist es auch. Ohne diesen Geist gäbe es kein bedingtes Entstehen.

    Jonas88:


    Somit wäre die gesamte Existenz womöglich nicht viel mehr als ein Kampf mit einem total disharmonischen, chaotischen Geist. Es ist garnicht mal so abwegig finde ich... zumindest sollte man es in Betracht ziehen.


    Du hast es erfasst, wenn wir diese "Disharmonie" und das "Chaos" als "Unwissen" bezeichnen. Aber ... was hat das mit Solipsismus zu tun?
    Alles was du tust, denkst, hier schreibst ... alles dies ist eine Reflektion in deinem Geiste. Immer nur kannst du das Bild in deinem Geist wahrnehmen ... alles was du als "außerhalb von dir" wahrnimmst, ist ebenfalls nur ein Bild in deinem Geist. Aber das heißt nicht, dass es nicht auch ein Korrelat dieses Bildes "außerhalb von dir" gibt. Du kannst es halt weder beweisen, noch wiederlegen, obgleich die Konvention es nahelegt, dass es das alles "außerhalb von dir" gibt, was dir als "außerhalb von dir" erscheint.
    Aber ... was hat das mit Solipsismus zu tun?

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Jonas88
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    • 28. Juni 2009 um 18:12
    • #75
    melong:

    Warum? Was fesselt dich so an dieser Idee?

    Wirklich "fesseln" tut mich diese Idee eigentlich weniger. Sie ist eher abschreckend, vorallem weil ich sie eben in vielen Philosophien und Glaubensrichtungen present sehe wo ich sie bis jetzt noch garnicht wahrgenommen habe.

    melong:

    Weißt du, die irrtümlichen Auslegungen von Buddhismus sind grenzenlos in der Zahl. Alleine der Sachverhalt, dass es dir gelingt das so oder anders auszulegen, was belegt das? Doch nur, dass es ggf. gut ist, einen Lehrer zu haben.

    Und auch dieser Lehrer wird mir wohl nur das beibringen können was er selber aus dem Buddhismus zieht, je nachdem welche Buddhismusschule ich aufsuche werde ich auch wieder verschiedene oder gar wiedersprüchliche Dinge erfahren. Die Frage ist an wen soll ich mich halten?

    melong:

    Du hast es erfasst, wenn wir diese "Disharmonie" und das "Chaos" als "Unwissen" bezeichnen. Aber ... was hat das mit Solipsismus zu tun?
    Alles was du tust, denkst, hier schreibst ... alles dies ist eine Reflektion in deinem Geiste. Immer nur kannst du das Bild in deinem Geist wahrnehmen ... alles was du als "außerhalb von dir" wahrnimmst, ist ebenfalls nur ein Bild in deinem Geist. Aber das heißt nicht, dass es nicht auch ein Korrelat dieses Bildes "außerhalb von dir" gibt. Du kannst es halt weder beweisen, noch wiederlegen, obgleich die Konvention es nahelegt, dass es das alles "außerhalb von dir" gibt, was dir als "außerhalb von dir" erscheint.
    Aber ... was hat das mit Solipsismus zu tun?

    Es würde halt bedeuten das ein "Außerhalb" garnicht von Nöten ist, sondern das sich alles genausogut auch nur "innerhalb" abspielen könnte. Soweit ich verstanden habe ist in der Karmalehre das was "innerhalb" ist von entscheidender Bedeutung für das was "außerhalb" ist. Offensichtlich reicht es nicht nur zu "handeln" um Karma zu erzeugen, damit wir uns vom Karma lösen können müssen wir nicht zwangsläufig aufhören zu handeln es reicht vollkommen aus wenn unsere Absicht dahinter sich ändert, wenn wir unser Begehren unser Ego loslassen und wir dann damit kein Karma mehr erzeugen und die "Erscheinungen" in der Illusorischen Welt schwinden. Oder um es noch mal kurz auszudrücken: Meine Geisteshaltung entscheidet was in der Außenwelt geschiecht und wenn das nicht solipsistisch ist, was dann?

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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