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Verbote im Zen

  • draiboli
  • 3. Januar 2022 um 07:41
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • draiboli
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    • 3. Januar 2022 um 07:41
    • #1

    Hallo zusammen,

    oftmals wird ja gesagt dass es im Zen keine Verbote gibt. Das würde ja aber bedeuten dass es z.B. in Ordnung wäre anderen Leid zuzufügen indem man Gewalt anwendet oder ähnliches. Andererseits wird ja auch hier der achtfachen Pfad gelehrt, was ja wiederum ein gewisses Regelwerk beinhaltet…. Oder gibt es gar noch andere Regeln (Lehren) nach denen man sich richten sollte? Kann da jemand etwas dazu sagen? Vielen Dank schon mal vorab:)

  • Schnuffy
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    • 3. Januar 2022 um 09:00
    • #2

    Es ist ganz einfach:

    Tue alles so als ob du der Empfänger wärst. Frage dich selber.

    Fertig.

  • Online
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    • 3. Januar 2022 um 09:11
    • #3

    Ethik/Regeln im Zen:

    Diane Eshin Rizzetto

    (eine Nachfolgerin von Charlotte Joko Beck)

    Zen für jeden Tag

    (Titel im Orginal trifft es besser: Waking Up to What You Do)

  • Festus
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    • 3. Januar 2022 um 10:30
    • #4

    Richtig draiboli, es gibt im Zen keine Verbote.

    draiboli:

    Das würde ja aber bedeuten dass es z.B. in Ordnung wäre anderen Leid zuzufügen indem man Gewalt anwendet oder ähnliches.

    Genau das bedeutet es nicht. Es bedeutet, dass du immer wieder für deine Handlungen die Verantwortung übernehmen musst.
    Im Zen gibt es die 10 Śilas; die ersten fünf für alle Praktizierenden und die nächsten fünf für die Ordinierten.

    Zitat

    Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen und Leben zu erhalten.

    Ich will nichts nehmen, was mir nicht gegeben wird, und Freigebigkeit üben.

    Ich will niemanden missbrauchen und die Würde aller Menschen bewahren.
    Ich will anderen und mir selbst gegenüber wahrhaftig sein.

    Ich will meinen Geist nicht trüben und Klarheit bewahren.

    Ich will nicht über die Fehler anderer reden.
    Ich will mich nicht selbst durch Verunglimpfung anderer loben.

    Ich will nicht den Überfluss des Dharma eigenmächtig zurückhalten.
    Ich will mich nicht von Gefühlen der Wut mitreißen lassen.
    Ich will nicht über die drei Kostbarkeiten Buddha, Dharma und Sangha lästern.

    Alles anzeigen

    Du kannst dich daran halten oder es lassen. Aber in jedem Fall erfährst du die Folgen deiner Taten.
    Und das gleiche gilt auch für den achtfachen Pfad.

    Freiheit, so wie ich sie verstehe, bedeutet nicht, dass man alles tun kann, was man will, sondern dass man nicht mehr alles tun muss, was man tun kann.

    Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
    die Dir in die Knochen fährt –

    wie könnten die Pflaumenblüten

    dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?
    (Obaku)

  • Noreply
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    • 3. Januar 2022 um 10:43
    • #5
    Schnuffy:

    Es ist ganz einfach:

    Tue alles so als ob du der Empfänger wärst. Frage dich selber.

    Fertig.

    Das ist eine Vorstellung.

    Buddha hat das so gesagt: Jeder ist Erbe seiner Taten.

    Ich bin Empfänger aller meiner Taten und damit aller Wirkungen, die ich erzeuge.

    Ich bin auch "Opfer" aller Taten anderer, aber da hab ich die Möglichkeit denen auszuweichen, meinen Taten kann ich nie ausweichen.

    Wie macht man das?

    Verbote im Zen

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    Buddh. Richtung
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    • 3. Januar 2022 um 10:46
    • Offizieller Beitrag
    • #6
    Wikipedia Kai (Zen):

    Als Kai bezeichnet man die Regeln der Gemeinschaft der Zen-Übenden (Sangha), zu deren Einhaltung sich unter anderem Angehörige der Klostergemeinschaften freiwillig verpflichten. Sie stellen eine kurze Sammlung von Vorschriften dar, die sich aus dem „edlen achtfachen Pfad“ der buddhistischen Lehre ergeben. Im Laufe der Geschichte des Buddhismus gab es kulturell-historisch bedingt bis zu 250 Vorschriften für Männer und 328 für Frauen (Patimokkha). Inzwischen sind sie auf die wesentlichen zehn Regeln reduziert worden.

    Es handelt sich nicht um Gebote, wie dieser Begriff etwa im Christentum verstanden wird. Die Kai sollen nur eine gewisse Richtung für die je eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln in einer konkreten Situation vorgeben. Daher wird auch nicht die imperative Form („Du sollst“; „Du sollst nicht“) verwendet.

    Auch wenn die Kai sehr simpel klingen, schließen sie doch – wiederum ähnlich den christlichen Geboten – sehr subtile Sachverhalte mit ein.

    Die Zehn Kai sind:

    1. Nicht töten
    2. Nicht stehlen
    3. Nicht die Sexualität missbrauchen
    4. Nicht lügen
    5. Nicht maßlos sein mit Essen und Trinken
    6. Nicht selbstgefällig oder überheblich sein
    7. Nicht geizig oder habgierig sein
    8. Nicht wütend werden
    9. Nicht dogmatisch sein
    10. Nicht Buddha, Dharma oder Sangha missbrauchen

    Es gibt im Zen keine Abneigung gegen Gebote und Verbote sondern da es um eine Praxis aus einem Guß geht, vermeidet man, sie als etwas Gesondertes und Äußeres zu sehen. Es wird betont, dass sie mit der Zen-Praxis eine Einheit bildet. Wenn man natürlich und mit der richtigen Haltung praktiziert, dann ist die Einhaltung der Gebote so natürlich, wie auf dem Klo die Spülung zu betätigen.

    Man sieht das ganz gut im "Kyojukaimon" , wo

    Keizan Jōkin, einer der Gründer der Sōtō- Schule Kommentare zu den einzelnen Punkten verfasste. In ihnen wird klar gemacht, dass es jeweils keine "künstliche Vorschrift" ist sondern als natürlicher Ausdruck dessen was einen Buddha ausmacht gesehen werden kann.

    Wer nicht zwischen Subjekt und Objekt unterscheidet, wie könnte der anders sein als großzügig? Wenn ein Buddha rein von Begierde ist, dann ist dann verbietet sich Begierde von selbst. Hier mal die Beispiele für Punkt 1 bis 3:

    Kyojukaimon:

    Nicht töten. („Dai ichi fu sessho kai“). Keine Lebewesen zu zerstören bedeutet, dem Leben Buddhas zu ermöglichen, seine Entwicklung fortzusetzen. Tötet nicht Buddha.

    Nicht stehlen. („Dai ni fu chuto kai“). Subjekt und Objekt sind eins. So ist das Tor des Erwachens weit offen.

    Nicht begehren. („Dai san fu jain kai“). Handelnder, Handlung und Empfänger der Handlung sind rein von jeder Begierde. Dies ist dieselbe Handlung wie die aller Buddhas.

  • draiboli
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    • 3. Januar 2022 um 12:44
    • #7

    Vielen Dank an alle für die vielen ausführlichen Antworten und Informationen.🙏 Das ist genau wonach ich gesucht habe.😊 Schnuffy  void  Festus  Noreply

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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