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Wu Wei- Handeln durch Nichthandeln

  • RolfGe
  • 25. September 2021 um 12:45
  • Zum letzten Beitrag
  • void
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    • 2. Oktober 2021 um 12:19
    • Offizieller Beitrag
    • #26
    Igor07:

    Das war schön!:)_()_

    Es klingt gut, aber ich weiss nicht, ob es er wirklich passt. In Japan überwiegt bei der Naturbetrachtung das Element der Melancholie angesichts des Vergänglichen:

    Mono No aware:

    Es ist die Hinnahme der Unbeständigkeit allen Lebens auf der Welt, die im nächsten Moment in eine ästhetische Empfindsamkeit erhoben wird. Demnach wird die Vergänglichkeit der Dinge geschätzt, wenn auch nicht gefeiert oder willkommen. Die Traurigkeit ist nach wie vor gegenwärtig, eine wehmütige Melancholie für den Verlust all der Dinge, die wir lieben aber loslassen müssen, da sie nicht von Dauer sind. Die Ästhetik liegt in der leisen Freude, die unweigerlich mit der Traurigkeit verbunden ist: die Freude, dass wir die Schönheit eines Menschen oder einer Sache erleben durften, sei sie auch noch so kurzlebig gewesen. Mono no aware lehrt außerdem, dass die Schönheit der Dinge abhängig ist von dieser Unbeständigkeit.

    Aber gleichzeitig gab es in China auch einen literarischen Topos, in dem das Leben des Eisiedlers - fern ab von der Welt ein schlichteseben führend, in dem es aber nichts ermangelt. Ich denke, dass diese Gedichte zuerst daoistische Einsiedler beschrieben dann aber auch buddhistische Einsiedler erweitert wurde.

    Ich denke da an das ( japanische ) Hōjōki, wo sich der Protagonist aus der Welt der Menschen ( mit liegt, Hunger und Naturkatastrophen) in die Weltentsagung zurückzieht und da dann betont, wie viel besser sein schlichtes, naturnahes Leben in seiner kargen Hütte ist, als die Genüsse der Hauptstadt die er zurücklässt. Das Ideal von Hauslosigkeit vermischt sich mit der Zufriedenheit in der Natur.

    Ich nehme an, dass es für all diese auch chinesische Vorbilder gibt, aber mit China kenne ich mich wenig aus, weswegen ich dauernd wieder auf Japan komme auch wenn es nur so halb passt.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Igor07
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    • 2. Oktober 2021 um 13:36
    • #27
    void:

    Es klingt gut, aber ich weiss nicht, ob es er wirklich passt. In Japan überwiegt bei der Naturbetrachtung das Element der Melancholie angesichts des Vergänglichen:

    Das ist doch das Wesen der Ästethik, die liegt ausserhalb der (Grenze) "Gut" oder "Böse", Und auch mit den Gegensätze-"Parten" nicht zu tun hat. In der Ästehetik liegt es mehr die(ihr) inne-wohnenende (innere) Ruhe und so wie Ge-Lassen-heit.

    Und genau das wäre dann "Wu Wei".

    Man kann es auch melancholich oder auch als "vergänglich" anschauen...

    Aber drin leigt die echte Schönheit, die Blüme ist nur dank( durch) ihre Ver-gänglich-keit echt schön, in den nächsten Augenblick sie würde werwelken. Genau deswegen ist sie wie das echte "Juwel". Denn sie "sterben" sollte..

    Ansonsten die wäre "Plastik-Blume" im Foto-Album, aber kein lebendiger Ausdruck des Mysteriums des Seins.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • RolfGe
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    • 2. Oktober 2021 um 16:00
    • #28

    Hallo miteinander,

    Vielen Dank für Eure Beiträge.

    Thorsten: Danke für deine Antwort, ich schätze deine Beiträge immer sehr.

    Inzwischen habe ich div. Quellen mit verschiedenen Perspektiven studiert neben eigenen

    Erfahrungen. So langsam entsteht ein „Gefühl“, worum es sich handelt.

    Sudhana: Danke für den Link. Leider haben meine Englischkenntnisse durch Nichtnutzung sehr gelitten..:doubt:

    Auch allen anderen Danke für `s mitmachen.

    Mein Eindruck und meine Wahrnehmung ist u.a. , das WuWei eine Haltung von tiefer Achtsamkeit beinhaltet, etwas was mir sowieso sehr vertraut ist.

    Ich werde den Thread weiter „beobachten ohne einzugreifen“..;)

    LG Rolf

  • jianwang
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    • 4. Oktober 2021 um 10:49
    • #29

    Also muss den Tresterleckern ich folgen und geh aus dem Haus.

    Setz mich unten ins Gras; die Flecken bekomm ich niemals raus.

    Die Beine gespreizt; zum Schreiben beug ich mich vor

    Da flüstert eine Stimme mir Etwas ins Ohr

    WU WEI ... kein Handeln? ...Hmmm

    ......................... Nichts handelt? ... Hmmm

    .......................................... Da ist kein Handeln? ... Hmmm

    Ich kann es nicht finden, wie bekomm ich es raus?

    Und wieder der freche Satz : Probier es doch aus!

    Ich blicke zum Himmel, er lächelt mir zu

    Dann höre ich leise das eine Wort WU

    Es gibt viele Sinne, nicht nur Ein oder Zwei

    in diesem Satz, den wir kennen ; WU WEI

    Wer nur an den Worten stundenlang kaut,

    Verhungert, bevor er den Sinn hat verdaut.

    Ich blicke mich um; sitz nun oben am Hang

    Schau zurück auf´s Papier : Welch ärmlicher Sang!

    (Und bevor mich wieder hier jemand haut

    Das hab ich von nem alten Chinesen geklaut )

    Jianwang

    ( der zur Seite rückt, um Platz am Hang zu machen )

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Rupert Reiger
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    • 16. Oktober 2024 um 22:19
    • #30

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt

    siehst wahrhaft Du den WEG.

    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind

    wird erst das Auge klar.

    Vorsicht !

    (Übersetzung Gundert)

    Bi-Yan-Lu

    Zweites Beispiel

    Wir legen vor :

    DSCHAU-DSCHOU sagte bei der Unterweisung seiner Bruderschaft:

    »Der höchste WEG (= DAO, es ist ein Fehler, das zu übersetzen) ist gar nicht schwer,

    Nur abhold wählerischer Wahl«.

    (übrigens, siehe auch die: >Meißelschrift des Glaubens an den Geist<)

    Gesang

    HÖCHSTER WEG (= DAO), gar nicht schwer !

    Worte treffen's, Rede trifft.

    Eins hat Arten vielerlei.

    Zweie gibt nicht beiderlei (der Weg aufwärts und der Weg zurück ins Leben sind nicht zweierlei sondern als eines zu sehen: 1 + 1 = 1).

    Enden des Himmels : Sonne (was ist das wohl?) geht auf, Mond (was ist das wohl?) geht unter.

    Vor dem Geländer : tief die Bergwelt, kalt die Gewässer.

    Dem Totenschädel schwanden die Sinne;

    wie soll ihm Freude erstehn ?

    Im morschen Baum ein Drachengesang :

    noch ist er nicht verdorrt.

    Schwer, ja schwer !

    Wählerisch wählen ? Wolkenlos klar ?

    Freund, sieh selber zu !

    Dazu Yuan-wu im Kommentar:

    Seht, sie (die Geschichte) ist so: Ein Mönch fragte Hsiang-yän: Was ist es um den WEG (= DAO)?

    Hsiang-yän erwiderte: Das ist, wie wenn in einem morschen Baum der Drache summt. Der Mönch fragte weiter: Wie steht es mit einem Menschen, der im WEGE (= DAO) lebt? Hsiang-yän sagte: Ein Totenschädel mit Augäpfeln darin (!!!).

    Yüan-wu im Kommentar 25. Beispiel auch Bi-Yan-Lu:

    Wiederum sagt Nan-tjüan: »Die siebenhundert auserlesenen Mönche

    [Schüler des Fünften Patriarchen, Hung-jen] waren samt und sonders

    Leute, die in der Buddhalehre genau Bescheid wußten; allein der Pilger

    Lu war da, der Verstand nichts von der Buddhalehre. Nur verstand er

    sich auf DAO.

    Darum war er es, der Gewand und Bettelschale

    des Fünften Patriarchen erhielt [und so zum Sechsten Patriarchen mit

    dem Namen Hui-neng wurde].« Sagt mir einmal:

    Die Buddhalehre und das (philosophische) DAO, wie weit denn liegen diese beiden auseinander?

    Hsüä-dou greift das eben angeführte Wort des Nan-tjüan auf und sagt »Es gibt

    Menschen, die lassen sich kein Körnchen Sand in die Augen

    streuen, keinen Tropfen Wasser ins Ohr setzen. Wenn so einer da ist und

    den vollen Glauben hat und festhält, so wird er sich durch keinen Menschen

    irre machen lassen. Hört er ein Wort von einem Patriarchen oder

    das Gesetz des Buddha, so denkt er: Was ist das wohl für ein Kochtopf,

    der solch siedendes Geräusch verursacht ? Ist dies dein Fall, dann, bitte,

    magst du deine Bettelschale mit der Reisetasche hoch an die Wand hängen,

    deinen Wanderstab in Stücke brechen und die Verantwortung für

    einen DAO-erfüllten Menschen, den nichts mehr umtreibt, übernehmen.«

    Weiter sagt Hsüä-dou: »Dann wieder gibt es eine Art von Leuten, die

    haben in den Augen den Weltenberg Sumeru und das Weltmeer in den

    Ohren [Gundert meint: d. h. sie wenden ihre Aufmerksamkeit der Mannigfaltigkeit der

    Phänomene zu] Die lassen sich aufs Handeln mit den Menschen ein.

    Für solche sind die Worte eines Patriarchen und die Lehren Buddhas

    im Gegenteil ihr Element, wie Wasser für einen Drachen oder für den

    Tiger ein Berghang zum Rückhalt. Solch einer muß umgekehrt die

    Bettelschale und die Reisetasche an die Stabenden hängen und sich den

    Stab quer über den Nacken (Mit Esskastanien = der Shunyata als Proviant,

    Bi-Yan-Lu 25. Beispiel) legen. Auch er ist ein DAO-erfüllter Mensch,

    der mit Weltgeschäften nichts zu tun hat.«

    Endlich sagt Hsüä-dou: »Wenn nun einer es weder mit der erstgenannten

    Art noch mit der zweiten halten kann, so schlägt er sich auf keine dieser

    beiden Seiten. So gibt es denn drei Arten von DAO-erfüllten Menschen,

    die mit Weltgeschäften nichts zu tun haben. Und von einer dieser Arten

    mußt du dir deinen Meister wählen.«


    Zum Dao-De-Jing muss man noch bemerken, dass wohl alle Funde dazu (z.B. in Gräbern) Bezug zu Adeligen b.z.w. herrschenden Klassen haben. So bezieht sich auch jedes „ich“ darauf, wie „ich, der Herrscher“. Es handelt sich somit beim ursprünglichen Daoismus (zum philosophischen siehe oben und Diskussion oben) um klare Anweisungen, wie sie mit dem „regieren“ und „wirtschaften“ umzugehen haben.

    Nur mal z.B.:

    Laozi (ab dem 6. Jh. v.Chr.) und dem „Dao De Jing“ (Ursprünge ab dem 6. Jh. v.Chr.):

    Kapitel 48: Wer vom Dao hört, wird täglich geringer. (Regierender:) Geringer werden und wieder geringer werden, um zum Nicht-Handeln zu kommen. (Regierender) Bleib ohne Tun – Nichts, das dann (durch das Volk, auch wirtschaftlich) ungetan bliebe.

    Kapitel 37: Das Dao bleibt stets namenlos (nicht fassbar, nicht ergründbar == ohne Namen). Können Fürsten und Könige es bewahren, dann wandeln sich alle Wesen von selbst.

    Kapitel 60: Regiere den großen Staat, wie man kleine Fische brät (ohne viel Zutun).

    Kapitel 63: (Regierender) Handle das Nicht-Handeln. Bewältige die Aufgabe der Aufgabenlosigkeit. Schmecke das Geschmacklose. Nehme das Kleine für groß. Nehme das Wenige für viel (alles wirtschaftliche hat mal klein angefangen).

    Zum philosophischen Daoismus ist in obiger Diskussion wohl schon das Wesentliche gesagt.

    Den religiösen Daoismus lassen wir mal weg.

    Einmal editiert, zuletzt von Rupert Reiger (16. Oktober 2024 um 22:36)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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