"Das ist sehr freundlich von Dir, aber dann behalte Dein Mitgefühl in Zukunft lieber für Dich. "
Das ist schon nah an: Es ist nur zu Deinem besten, oder?
Liebe Grüße, Aravind.
"Das ist sehr freundlich von Dir, aber dann behalte Dein Mitgefühl in Zukunft lieber für Dich. "
Das ist schon nah an: Es ist nur zu Deinem besten, oder?
Liebe Grüße, Aravind.
Bin ich die einzige, die auf sowas rumkaut? Wenn ich Mitgefühl als Motivation hätte, würde ich dann nicht sagen - sorry, das war nicht meine Absicht? Und mich versuchen zu bemühen?
man schafft halt nicht immer, achtsam zu sein, aber pauschal nur sagen: meine Motivation ist gut, also brauche ich nichts zu ändern, nichts zu überlegen, deinen Standpunkt nicht verstehen .... klingt etwas faul und arrogant in meinen Ohren.
Ich stimme Dir voll zu. Auch ich kaue auf sowas rum.
Es ist nicht nur faul, sondern zeugt von Unwissenheit. Unwissenheit über sich selbst. Diese Person sieht das mögliche Problem nicht und reagiert oberflächlich. Was nicht bedeutet, dass nicht auch ich schon des öfteren so reagiert habe. Aber eigentlich hängen mir meine Antworten nach, so dass ich irgendwann darauf komme, dass das nicht in Ordnung ist. Ich bin eigentlich sogar froh, wenn ich den Zipfel zu fassen kriege, durch den ich eine Änderung vornehmen kann.
Andererseits ist das auch eine Möglichkeit, also in Deinem Falle, sich zu hinterfragen, warum ist mir das wichtig? Woran hänge ich fest?
Und falls ich mich verletzt fühle, weil die andere Person arrogant mit mir umgeht, so untersuche ich, ob ich Dünkel habe bzw. in meinem Stolz gekränkt bin.
ich würde hier gerne folgendes zur Diskussion stellen:
User A sagt: du, was du das sagst hat mich verletzt, weil ...
User B antwortet: weißte, ich handele immer aus Mitgefühl.Bin ich die einzige, die auf sowas rumkaut? Wenn ich Mitgefühl als Motivation hätte, würde ich dann nicht sagen - sorry, das war nicht meine Absicht? Und mich versuchen zu bemühen?
man schafft halt nicht immer, achtsam zu sein, aber pauschal nur sagen: meine Motivation ist gut, also brauche ich nichts zu ändern, nichts zu überlegen, deinen Standpunkt nicht verstehen .... klingt etwas faul und arrogant in meinen Ohren.
Für mich hört sich das nach "Fusseln in der Kommunikation" an (meine Wortschöpfung). Ich meine damit, was A meinte, wurde wahrscheinlich nicht verstanden und warum B dann sowas antwortet, kann dann auch nicht verstanden werden. Mit anderen Worten: man redet aneinander vorbei.
Grundsätzlich kann es sein, dass man (hier B) jemanden verletzt, ohne es zu wollen und ohne es billigend in Kauf genommen zu haben. Das läuft ganz einfach nach dem gängigen Prinzip "Gut gemeint und schlecht gemacht".
Es gibt da eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten, wie es dazu kommen konnte, von Unsensibilität bis zu wirklich einfach nicht die wunden Punkte des anderen (hier A) erahnen zu können. Es kann also sein, dass A ein Minenfeld ist oder B ein Trampel.
Ich finde eine sehr gute Hilfe bei diesen Dingen, erstmal die Sache nach dem Vier-Ohren-Prinzip zu analysieren = Auf welcher(n) Ebene(n) findet dieser Konflikt überhaupt statt?
Und zweitens finde ich es immer wieder gut, bei sich zu bleiben: Wenn mich etwas verletzt (was normal ist, denn es kommt immer wieder vor), dann ist es nicht Aufgabe der anderen, das schon im Voraus wissen zu müssen. Es ist meine Aufgabe und meine Sache zu gucken, warum mich das verletzt, und es dann auch sachlich auf den Tisch zu bringen, dass man in Ruhe darüber reden kann. Dann ist B in Zukunft darüber informiert, darf sich aber jetzt noch darauf berufen, dass er es nicht wissen konnte.
Ich entschuldige mich (in der Rolle von B) gern, nicht dafür, dass ich was schlimm falsch gemacht habe, sondern einfach dafür, dass ich es nicht wusste.
Aber viele Leute haben zu Entschuldigungen ein viel komplizierteres Verhältnis und wähnen darin sowas wie "zu Kreuze zu kriechen".
Wenn ich mit einer Person die Erfahrung mache, dass meine Entschuldigungen nur Anlass dazu sind, weiter auf mir herumzuhacken und mir bösen Willen zu unterstellen, dann entschuldige ich mich bei dieser Person lieber nicht mehr.
Wenn ich Mitgefühl als Motivation hätte, würde ich dann nicht sagen - sorry, das war nicht meine Absicht?
Natürlich. Wobei es sicherlich sinnvoll ist, es nicht dabei zu belassen. "Was ich damit sagen / zum Ausdruck bingen wollte, war eigentlich ... Es tut mir mir leid, dass ich mich da ungeschickt geäußert habe / das bei Dir falsch angekommen ist." Wenn man sich über seine Motivation wirklich im Klaren ist, sollte das eigentlich kein Problem sein. Lediglich zu sagen "ich handle immer aus Mitgefühl" oder "ich habe das nur aus Mitgefühl gesagt" sendet da ein ganz anders Signal: "da habe ich es nur gut gemeint und bekomme als Antwort nur Vorwürfe von dir - jetzt bin ich verletzt." Das ist verletzter Stolz - und eben nicht Mitgefühl. Da folgt Fehler auf Fehler.
Solche Missgriffe in der Kommunikation (unbeabsichtigtes Verletzen) passieren nun einmal, selbst wenn man sich sehr gut kennt. Je besser man sich kennt, um so weniger (vorausgesetzt natürlich eine tatsächlich mitfühlende Motivation in der Kommunikation). Deswegen sind solche Rückmeldungen, ist 'feedback' wichtig. Genau damit lernt man sich besser kennen, die gegenseitigen Empfindlichkeiten ('wunden Punkte') und die Art, wie der Gesprächspartner seine Motivation in der Kommunikation zum Ausdruck bringt. So arbeitet man an einer Kommunikationssituation, in der beide Seiten tatsächlich Mitgefühl, Empathie zum Ausdruck bringen können. Einen mitfühlenden Geist zu haben ist ja schön und gut. Aber wenn das Mitgefühl nicht im Handeln mit Körper und Sprache zum Ausdruck kommt, keine heilsame Wirkung entfaltet, dann bleibt dieser mitfühlende Geist nur ein ungenutztes Potential.
Jemanden aus Mitgefühl verletzen
Komisches Mitgefühl es sei den man ist sich sicher das die Verletzung eine unheilsames Anhaftung entfernt, glücklich wer in seiner Praxis bereits solche Weisheit erreicht hat .
Aber das hier zur Sprache kommt wird wohl die Praxis doch nicht so weit sein sonst hätte der Verletzte die Verletzung gleich überwunden und alles wäre vergangen
Da fällt mir ein alter Spruch ein den ich vor Jahren hörte:
Stock und Stein brechen mein geben, doch Worte sind nur Klänge im Wind