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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Lehre Buddhas = Psychotherapie = Erwachen ?

  • Punk
  • 21. Januar 2021 um 19:47
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  • Schmu
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    • 23. Januar 2021 um 21:35
    • #26

    Also, ich sehe den buddhistischen Weg für mich (unter anderem) auch als eine Art Psychotherapie. So würde ich das durchaus sagen. Das ist ein Aspekt für mich, und auch ein recht bedeutsamer.

    Die Psyche ist der Teil von mir, der mit Ängsten, Zweifeln, Hoffnungen, Befürchtungen, Traurigkeit, Unsicherheit, Wut, Freude, Stimmungsschwankungen und noch viel mehr zu tun hat. Das sind alles Dinge, die auchin der buddhistischen Praxis eine große Rolle spielen.

    Esa gibt da viel zu entdecken und zu verstehen.

    Und auch auf das zwischenmenschliche Miteinander kann beides (die eigene Psyche beleuchten UND den Buddhaweg gehen) eine große Wirkung haben, das kann sich in mancher Hinsicht sehr ähneln.

    Punk:

    Ich bin der Meinung wer sich selber befreit hat, der hilft auch den Anderen, da er sie nicht mehr in ihrer Entfaltung stört.

    Sowas zum Beispiel.

    Und auch da gibt es viele Verbindungen zwischen Psychoanalyse / -therapie und der Buddhalehre.

    Ich weiß, dass es eine ganze Reihe von Psychologen gibt, die an einem bestimmten Punkt ihrer Arbeit / ihrer Entwicklung eine Unzufriedenheit / einen Mangel verspüren, weil ihnen einfach bei der Betrachtung und dem Arbeiten mit Menschen etwas fehlt. Und dass sie im Buddhismus Aspekte finden, die sie da weiterbringen.

    Speziell finden sie da neue Antworten, was das Ich eigentlich ist, und wie man ihm helfen kann.

    Umgekehrt gibt es auch buddhistische Lehrer, die den Dialog mit Psychotherapeuten suchen, denn auch für sie können wiederum Erkenntnisse aus der Psychologie interessant sein.

  • mukti
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    • 24. Januar 2021 um 11:16
    • #27

    Psychologie ist jedenfalls eine empirische Wissenschaft und auch der Buddha hat seine Erkenntnisse auf dem Weg eigener Erfahrung gewonnen. Angewendet wird sie in der Psychotherapie und Psychoanalyse um Leiden zu beenden, was ja auch der Zweck der Buddhalehre ist. Die Ursache der Leiden liegt nach dem Buddha im Begehren und auch in die Psychoanalyse sind die Triebe ein Hauptthema. Allerdings geht es dabei darum problematisches Triebverhalten zu analysieren und zu heilen, nicht darum das Begehren an sich auszulöschen und damit alles Leid zu beseitigen. So ist das Ziel im Allgemeinen der gesunde Mensch und nicht die Erlösung oder vollkommene Befreiung. Ansätze in diese Richtung gibt es wohl in der transpersonalen Psychologie.

    Mit Metta, mukti.


  • Rudolf
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    • 24. Januar 2021 um 11:40
    • #28

    Und die Medizin ist eine empirische Wissenschaft, die körperliches Leiden beseitigen kann/will.

    Man kann sich, meine ich, Teile der Buddhalehre so aneignen, dass man weniger geistiges und körperliches Leiden erfährt in diesem Leben als ohne diese Lehre, und ohne den Blick auf völliges Erlöschen der Triebe und des Leidens zu richten. Das können auch Philosophien leisten (Spinoza, Kant usw.)

    In diesem Sinne haben dann Medizin, Psychologie, Philosophie und Buddhismus inklusive Anwendungen eine große Gemeinsamkeit.

    Buddhismus und andere Religionen versprechen aber noch mehr.

    :rainbow:

  • Alephant
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    • 24. Januar 2021 um 14:59
    • #29
    Punk:

    @ Erster Abschnitt:

    Ich verstehe nicht, weshalb die Lehre womit vereinnahmt wird. Den Begriff unheilsame Neigungen kenne ich in Bezug auf die buddhistische Lehre nicht. Ich kenne die Unterscheidung heilsames Karma und unheilsames Karma.

    Buddha lehrte aller Art Neigungen generell aufzugeben. Die Fähigkeit des Menschen willentlich ausschliesslich heilsames Karma zu schaffen bedingt jedoch Kenntnis der eigenen Neigungen, die man sich mit Sattipathana d.h. Achtsamkeit auf seine eigenen psychischen Vorgänge und Reflexmuster erarbeiten muss, im 21. Jahrhundern darf man das wohl ruhig auch Psychoanalyse nennen.

    Für mich ist die Aussage, dass in den 5 Gruppen des Ergreifens kein Selbst ist, dass es also kein Selbst gibt, ein Repräsentant/ein Symbol für eine Haltung des Geistes.

    Ich selbst finde diese Aussage schön und gut. Es heisst ja nur, dass die Gegenteilige Ansicht nicht richtig ist. Nur das.

    In der Stille über das nicht weiter Gesagte ... kann man sich still ergehen. Was dazu zu sagen, macht weniger Sinn (für mich).

    .

    .

    .

    Raus aus der Stille, zurück zu den Worten, den Verständniskrückkrückkückrükücken hopssala. sry.

    Anatta ist eines der drei miteinander verbundenen Daseinsmerkmale der Skhandhas. Das ist grundlegend und das Erkennen davon heisst 'Erwachen' - und das heisst auch (ich wills mal einfach so schreiben grad ...) Buddha erkennen.

    Insofern finde ich das Wort 'Seelenanalyse' oder 'Seelentherapie' (ich sehe Psyche und Seele synonym) im Zusammenhang mit der Nennung der Buddhalehre und damit der wesentlichen Nennung: kein Selbst in den Daseinsgruppen 'vereinnahmend'.

    Es geht ja eben drum, (sich) kein Ich zu erklären, was so und so wäre, weil das und das andere passiert ist. Die Lehreden sind für mich auch so, dass sie das Loslassen von den Vorstellungen und gerade solche (ego?)Vorstellungen begünstigen und das auch deren Sinn und Zweck ist.

    Für mich ist der Begriff Neigung ziemlich synonym zu 'Triebe', dazu mein Verständnis in MN2 ('Alle Triebe') Majjhima Nikāya 2


    ✌️

  • Schmu
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    • 24. Januar 2021 um 22:01
    • #30
    Vedana:

    ich sehe Psyche und Seele synonym

    Für mich sind das zwei ganz schön unterschiedliche Dinge, und ich wollte das gerade anhand des Dudens zeigen, aber tatsächlich, auch der Duden sieht es so.

    Da kann man mal sehen, wie verzwickt die Sprache ist. Ich bezeichne mit Psyche eher Teile des Menschen, die erforscht werden können (Gefühle, Empfindungen, Stimmungen). Mit Seele bezeichne ich etwas esoterisch-religiöses, an das man glaubt oder nicht. Tja, an der Steele habe ich die Sprache wohl bisher falsch benutzt... :shock:

    Da fällt mir ein, dass Psychotherapeuten früher Nervenärzte hießen. Auch irgendwie merkwürdig... :?

  • Monikamarie
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    • 24. Januar 2021 um 23:47
    • #31

    Hallo Schmu,

    Ich sehe den Unterschied zwischen Seele und Psyche so wie Du.

  • mukti
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    • 25. Januar 2021 um 00:22
    • #32
    Schmu:

    Da fällt mir ein, dass Psychotherapeuten früher Nervenärzte hießen. Auch irgendwie merkwürdig... :?

    Man nennt sie auch Seelenklempner. "Seele" wird schon auch als Synonym für Psyche verwendet, oder eben in einem religiösen Sinn. Nervenärzte sind eigentlich Neurologen, aber weil es zwischen Tätigkeiten des Geistes (noch ein anderes Wort für dieselbe Sache) mit Vorgängen im Gehirn zusammenhängen, gibt es die Neuropsychologie. Die Behandlung erfolgt dann oft mittels chemischer Manipulationen des Gehirns, was die Pharmaindustrie freut. Immerhin besser als Nervenstränge durchschneiden, wie man es früher gemacht hat (Lobotomie).

    Mit Metta, mukti.


  • Alephant
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    • 25. Januar 2021 um 01:11
    • #33
    Schmu:
    Vedana:

    ich sehe Psyche und Seele synonym

    Für mich sind das zwei ganz schön unterschiedliche Dinge, und ich wollte das gerade anhand des Dudens zeigen, aber tatsächlich, auch der Duden sieht es so.

    Das kann ja jeder sehen, also zusätzlich oder nicht unterscheiden wie er es will. Es ist ja nicht unwichtig, dass man klare Begriffe hat, die es einem ermöglichen, bedinges Entstehen besser zu erkennen und zu verstehen. Ich hab auch selbst null was gegen diese zwei Begriffe oder auch gegen den Begriff der Persönlichkeit oder des Charakters. Man braucht solche Begriffe.

    Und es ist ja auch nicht falsch festzustellen, dass es vergangene Erlebnisse und Handlungen sind, die einen Charakter geformt haben. Oder ne Persönlichkeit oder die Psyche wie man will.

    So lange man weiß, dass das nur Behelfserkennen ist, dass es ein darüberhinaus (erkennen) gibt, was der Buddha in der Lehre zum Ausdruck bringt ...

  • Alephant
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    • 25. Januar 2021 um 01:30
    • #34

    Bei 'er/sie hat so nen Charakter' sieht man das Verwirrspiel der Sprache und der tiefsitzenden Ansicht ja schon deutlicher. Absurder Satz eigentlich.

    Leonie (😍) spricht im Koranthread zB davon, dass man beim Sprechen immer lügt. Ich denke zB das ist es, was sie damit zum Ausdruck bringen will.

    Aber das Gefühl und das Bewusstsein (wie man halt gemeinhin erkennt) und auch die Wünsche und Ängste eines Menschen sind nicht gebunden an etwas was man Person nennt sondern mehr gebunden, also bedingt durch mehr oder weniger Unwissen und die daraus resultierenden Handlungen.

    Heilung/ Befreiung davon ist mit Ehrlichkeit möglich. Insofern verstehe ich dann gnadenlos los aufrichtige Gespräche bei einem Therapeuten zB als Teil eines Weges dahin beruhigter und klarer und ausgeglichener zu werden.

    Und das (und damit das gute Gefühl) ist ja sehr wichtig um besser zu erkennen.

  • Alephant
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    • 25. Januar 2021 um 01:39
    • #35

    ... was dann wieder heisst: sich besser/so geneigter von den Ansichten (vor allem denen über ein Selbst) lösen zu können.

  • Kaffeebohne
    Gast
    • 27. Januar 2021 um 17:26
    • #36

    Ist es nicht eher so, dass der Psychologe dir helfen will, dass Du Dich wohl fühlst - also wieder angenehme Dinge denkst und angenehme Empfindungen hast? Zum Beispiel nach einem Trauma Dich wieder wohlfühlst? Bis zum nächsten Traume halt. Der Buddhismus hingegen geht aus meiner Sicht weiter, zur Ursache, warum traumatische Erlebnisse ein Trauma auslösen, unabhängig vom konkreten Einzelfall.

    Mir erscheint es wie der Unterschied zwischen Symptom- und Ursachenbehandlung. Und da lasse ich jetzt noch alles weg, was der Buddhismus (eventuell) über Wiedergeburt etc. sagt.

  • Aravind
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    • 27. Januar 2021 um 18:37
    • #37
    Cfant:

    Ist es nicht eher so, dass der Psychologe dir helfen will, dass Du Dich wohl fühlst - also wieder angenehme Dinge denkst und angenehme Empfindungen hast?

    Eigentlich nicht. Das ist das langfristige Ziel, aber erstmal soll ein Heilungsprozess initiiert werden. (das, was Du beschreibst, würde man Coaching nennen: Situationsverbesserung und Aktivierung der Kompetenz, ohne an die Ursachen zu gehen)

    Kurzfristig kann Psychotherapie genauso scheiße und überwältigend sein, wie intensives Dhammatraining. Aber meiner Erfahrung nach lohnt sich beides. :)

    Liebe Grüße,

    Aravind.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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