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Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU

  • verrückter-narr
  • 29. Juni 2018 um 22:57
  • Geschlossen
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  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 21. August 2018 um 09:48
    • Offizieller Beitrag
    • #526
    mukti:
    Phoenix:

    Das Bodisattvaversprechen wird im BDD mit einer Goldvase verglichen. Wenn diese umfällt bekommt sie vielleicht eine Beule die auch wieder ausgedellt werden kann. Andere Gelübte dagegen sind eher wie ein Tonkrug der zerbricht, wenn er herunterfällt. (Z.B. das Zölibat)

    Kleine Zwischenfrage:

    Welche Gelübde legt denn ein Lama ab? Wie's aussieht erfreut sich ON ja eines regen Sexuallebens mit mehreren Frauen, anscheinend gilt da nicht mal die Beschränkung auf die Ehefrau, geschweige denn das Zölibat. Oder wird das alles als zölibatär angesehen weil es vielleicht "Tantra" ist?

    "Lama" bedeutet zunächst nur, dass jemand ein Dharmalehrer ist und die verschiedenen Schulen handhaben das unterschieldich. In der Karma-Kagyü-Linie ist es eigentlich normal, dass man sich erst Lama nennt, wenn man eine traditionelle klösterliche Ausbildung ( als Mönch) und ein 3-Jahres-Retreat hinter sich hat. Desegen wurde der "Lama" Titel von Ole Nydahl oft bestritten. Er sagt, dass ihm der Titel1982 von Shamar Rinpoche verliehen wurde und da gibt es auch ein Zertifikat dazu. Ich kann mir vorstellen, dass man sich da bewusst war, dass man es mit einer ganz anderen Art von Dharmaverbreitung zu tun hatte, die sehr von den monastischen Ansatz abweicht.

    Gibt es eigentlich innehlalb des Dimantwegs auch Ordinierte oder versteht an sich da ganz als westliche Laiengemeinschaft?

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  • mukti
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    • 21. August 2018 um 09:50
    • #527
    Phoenix:

    Hi mukti,

    ich versuche hier schon seit ein paar Tagen kürzer zu treten, und die Frage die du stellt kannst du dir eigentlich auch ganz einfach selber beantworten.

    - Ole ist jedenfalls kein Mönch ,und hat nie behauptet einer zu sein.Und seinen Schülern und Schülerinnen rät er drinnend Sex nicht als Tantra zu sehen, sondern eher in dem Sinne sich gegenseitig etwas gutes zu tun.Echter tantrischer Sex ist nämlich gar nicht so einfach.

    :vajra: Phönix

    Dem entnehme ich dass ein Lama kein Zölibatsgelübde ablegen muss, wenn er nicht zugleich auch Mönch ist.


    Danke für die Antwort, habe im Netz nichts dazu gefunden und kenne mich im tibetischen Buddhismus zuwenig aus.

    Mit Metta, mukti.


  • Phoenix
    Gast
    • 21. August 2018 um 09:58
    • #528

    Hi Void,

    das man oft versucht hat Ole seinen Lamatitel abzu sprechen stimmt zwar, aber alle seine Haupt Lehrer haben ihn als Lama bestätigt,

    per Urkunde und auch in der Art und Weise wie sie ihn unterstützt haben und auch noch unterstützen.

    Der BDD versteht sich als Laienorgansisation,in wie weit da auch Mönche und Nonnen mitmachen ,kann ich nicht sagen.

    Von einer Drei Jahres Retreatlerin weiß ich ,das sie jetzt Ole Schülerin ist.(Gelübde kann man aber auch wieder zurückgeben)

    Und dann sind da natürlich auch die Rinpoches, die sind ganz sicher Mönche.

    _()_ Phönix

  • mukti
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    • 21. August 2018 um 10:02
    • #529
    void:

    "Lama" bedeutet zunächst nur, dass jemand ein Dharmalehrer ist und die verschiedenen Schulen handhaben das unterschieldich. In der Karma-Kagyü-Linie ist es eigentlich normal, dass man sich erst Lama nennt, wenn man eine traditionelle klösterliche Ausbildung ( als Mönch) und ein 3-Jahres-Retreat hinter sich hat. Desegen wurde der "Lama" Titel von Ole Nydahl oft bestritten. Er sagt, dass ihm der Titel1982 von Shamar Rinpoche verliehen wurde und da gibt es auch ein Zertifikat dazu. Ich kann mir vorstellen, dass man sich da bewusst war, dass man es mit einer ganz anderen Art von Dharmaverbreitung zu tun hatte, die sehr von den monastischen Ansatz abweicht.

    Dann hat sich also die Bedeutung des Titels "Lama" geändert und ein Lama kann jetzt auch freien Sex haben und lehren.

    Mit Metta, mukti.


  • Phoenix
    Gast
    • 21. August 2018 um 10:02
    • #530

    Hi mukti,

    danke für die freundliche Rückmeldung. Dem Lama wird halt ziemlich häufig sein Nachtleben als unbuddhistisch ausgelegt,

    da hab ich hier vielleicht nicht ganz den Ton getroffen.

    _()_ Phönix

    PS

    ließ doch einfach ein bischen mehr über tibetischen Buddhismus. Der Lama Titel hat sich nicht geändert, viele große Yogis in Tibet

    haben nicht enthaltsam gelebt, und das ist dort wenigstens in den drei alten Schulen (Kagyu ,Ningma und Sakja ) auch überhaupt kein Thema.

    3 Mal editiert, zuletzt von Phoenix (21. August 2018 um 10:17)

  • mukti
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    • 21. August 2018 um 10:08
    • #531

    Hi Phoenix

    Phoenix:

    Hi mukti,

    danke für die freundliche Rückmeldung. Dem Lama wird halt ziemlich häufig sein Nachtleben als unbuddhistisch ausgelegt,

    da hab ich hier vielleicht nicht ganz den Ton getroffen.

    _()_ Phönix

    Also ON hat kein Zölibatsgelübde abgelegt, verstehe ich das jetzt richtig?

    Mit Metta, mukti.


  • Phoenix
    Gast
    • 21. August 2018 um 10:13
    • #532

    Ja, ganz sicher.Ole ist kein Mönch ,sondern Laie und für viele ist er auch ein Yogi.

    _()_

  • mukti
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    • 21. August 2018 um 10:20
    • #533

    Alles klar Phoenix. Und ich reiß' mich auch zusammen und bringe dazu nicht meine persönliche Meinung ein.:nospeak:

    Mögen alle Wesen glücklich sein ^^

    Mit Metta, mukti.


  • mukti
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    • 21. August 2018 um 10:29
    • #534
    Phoenix:

    PS

    ließ doch einfach ein bischen mehr über tibetischen Buddhismus. Der Lama Titel hat sich nicht geändert, viele große Yogis in Tibet

    haben nicht enthaltsam gelebt, und das ist dort wenigstens in den drei alten Schulen (Kagyu ,Ningma und Sakja ) auch überhaupt kein Thema.

    Hm, Lamas haben also immer schon freien Sex gehabt, wenn wohl auch nicht alle, z.B. vom Dalai Lama hört man was anderes. Danke das genügt mir vorerst als Information, ist nicht meine Richtung.

    Mit Metta, mukti.


  • hedin02
    Gast
    • 21. August 2018 um 10:45
    • #535
    kilaya:

    Und da kann man ja nur froh sein, dass nicht nur die eigene Echoblase explodiert, sondern auch anderen Sichtweisen eingebracht werden.

    ......eingebracht werden ja, aber entfernt werden nein. :?

  • Aka Onyx 9
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    • 21. August 2018 um 10:53
    • #536

    Also die erste Hauptübertretung der Bodhisattagelübde im Vajrayana lautet: sich selbst loben und andere erniedrigen

    die zweite das Nichtgewähren materieller Gaben an Hilfesuchende

    ...die vierte das Aufgeben des Mahayana Dharma(und das Verbreiten falscher Lehren)

    die fünfte das Rauben von Gaben an die drei Juwelen

    6. Verwerfen der Lehren des Hörer Fahrzeuges, Alleinverwirlichet und Bodhisattva Fahrzeuges oder Abschätzigkeit gegenüber

    Ich denke das genügt erstmal.

    So geht es fort. 18 Hauptübertretungen (Rubrik Unheilsanea unterlassen), dann kommen wir zu den 46 Nebenregeln(Stichpunkt: Heilsames vermehren...-zum Wohle aller Wesen).

    Wie ich verstanden habe, ist hier unklar, ob diese Richtlinien im Diamantweg eine Rolle spielen.

  • PhenDe
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    • 21. August 2018 um 10:56
    • #537
    mukti:
    Phoenix:

    PS

    ließ doch einfach ein bischen mehr über tibetischen Buddhismus. Der Lama Titel hat sich nicht geändert, viele große Yogis in Tibet

    haben nicht enthaltsam gelebt, und das ist dort wenigstens in den drei alten Schulen (Kagyu ,Ningma und Sakja ) auch überhaupt kein Thema.

    Hm, Lamas haben also immer schon freien Sex gehabt, wenn wohl auch nicht alle, z.B. vom Dalai Lama hört man was anderes. Danke das genügt mir vorerst als Information, ist nicht meine Richtung.

    Na hoffentlich freien Sex und nicht gefangenen Sex was immer du mit dieser Aussage meinst.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • mukti
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    • 21. August 2018 um 10:59
    • #538
    PhenDe:
    mukti:

    Hm, Lamas haben also immer schon freien Sex gehabt, wenn wohl auch nicht alle, z.B. vom Dalai Lama hört man was anderes. Danke das genügt mir vorerst als Information, ist nicht meine Richtung.

    Na hoffentlich freien Sex und nicht gefangenen Sex was immer du mit dieser Aussage meinst.

    Damit meine ich ungebunden, wann und mit wem es gerade Spaß macht.

    Mit Metta, mukti.


  • PhenDe
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    • 21. August 2018 um 11:27
    • #539
    mukti:
    PhenDe:

    Na hoffentlich freien Sex und nicht gefangenen Sex was immer du mit dieser Aussage meinst.

    Damit meine ich ungebunden, wann und mit wem es gerade Spaß macht.

    Ja, in der Tat können das Yogis machen wenn sie nicht in Beziehung leben. Dabei muss aber auch die Frau damit einverstanden sein oder wie stellst du dir das vor? So frei und wild durch den Wald oder was?

    Am besten wäre es, sie ist eine Yogini. Genau meine Richtung.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • mukti
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    • 21. August 2018 um 11:32
    • #540
    PhenDe:
    mukti:

    Damit meine ich ungebunden, wann und mit wem es gerade Spaß macht.

    Ja, in der Tat können das Yogis machen wenn sie nicht in Beziehung leben. Dabei muss aber auch die Frau damit einverstanden sein oder wie stellst du dir das vor? So frei und wild durch den Wald oder was?

    Am besten wäre es, sie ist eine Yogini. Genau meine Richtung.

    Na an Vergewaltigung habe ich dabei nicht gedacht. Und über den Begriff "Yoga" gibt es halt verschiedene Auffassungen.

    Mit Metta, mukti.


  • PhenDe
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    • 21. August 2018 um 11:43
    • #541
    mukti:
    PhenDe:

    Ja, in der Tat können das Yogis machen wenn sie nicht in Beziehung leben. Dabei muss aber auch die Frau damit einverstanden sein oder wie stellst du dir das vor? So frei und wild durch den Wald oder was?

    Am besten wäre es, sie ist eine Yogini. Genau meine Richtung.

    Na an Vergewaltigung habe ich dabei nicht gedacht. Und über den Begriff "Yoga" gibt es halt verschiedene Auffassungen.

    Ich denke, über den Begriff Sex gibt es verschiedene Auffassungen. Du musst immer das Problem an der Wurzel angehen, und nicht oberflächlich kratzen.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • mukti
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    • 21. August 2018 um 12:09
    • #542
    PhenDe:
    mukti:

    Na an Vergewaltigung habe ich dabei nicht gedacht. Und über den Begriff "Yoga" gibt es halt verschiedene Auffassungen.

    Ich denke, über den Begriff Sex gibt es verschiedene Auffassungen. Du musst immer das Problem an der Wurzel angehen, und nicht oberflächlich kratzen.

    Die Wurzel des Problems ist nach meinen bisherigen Ergründungen des Daseins und der Buddhalehre Sinnesfreude, den Geist mit eingerechnet. Yoga wird meiner Auffassung nach zur Befreiung davon praktiziert, weil sie die Ursache von Leid ist.

    Mit Metta, mukti.


  • Sudhana
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    • 21. August 2018 um 12:23
    • #543

    Ich möchte hier gerne noch einmal an einer früheren Stelle dieser Diskussion anknüpfen; da besteht bei mir noch Klärungsbedarf, so dass ich das richtig verstehen kann. Also, @kilaya schreibt:[lz]

    Ethikrichtlinien sind vorhanden[/lz]

    - was mich schon etwas überrascht hat, da ich davon noch nie etwas gehört habe. Ethikrichlinien sind ja seit 2011 ein Thema in der DBU und da hätte ich jetzt gedacht, dass der Diamantweg diese einfach mal vorstellen würde. Okay, auf Nachfrage von anderer Seite hat @kilaya dann präzisiert:[lz]

    Meines Wissens gibt es keine gesonderten Ethikrichtlinien. Die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes sind nicht in Stein gemeisselt, es gibt da verschiedene Fomen.[/lz]

    Okay, also keine "gesonderten" Ethikrichtlinien. Dem daran anschließenden Verweis auf "die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes" entnehme ich, dass mit "Ethikrichtlinie" die Bodhisattva-Gelübde gemeint sind. In der Form, wie sie im Diamantweg gegeben werden. Wobei hier eigenartigerweise von "Gelübde" nur im Singular die Rede ist. Also nur ein Gelübde? Das wäre selbst für eine tibetische Tradition ungewöhnlich. Dass die Form der Gelübde variabel ist, ist schon klar. Da gibt es insbesondere zwischen der ostasiatischen Tradition und der tibetischen deutliche Unterschiede in der Form - was nicht zwangsläufig Unterschiede im Inhalt bedeutet. Nun wird diese Form im Diamantweg noch etwas präzisiert:[lz]

    Im Diamantweg wurd das Gelübde immer ohne spezielle Regeln und Nebenregeln gegeben, also auf der Grundlage: ich tue, was in meinen Kräften steht, um allen Wesen helfen zu können, bis das Bodhisattva-Versprechen erfüllt ist.[/lz]

    Was mich da etwas irritiert, ist das "ohne spezielle Regeln und Nebenregeln", das verstehe ich nicht. Die Bodhisattvagelübde, so wie ich sie kennengelernt und empfangen habe, überschneiden sich inhaltlich in 5 von 16 "speziellen Regeln" mit den pañcaśīla. Dann gibt es noch einen Satz von 'Großen Bodhisattva-Gelübden' (nach meinem Verständnis ebenfalls "spezielle Regeln"), die deren Voraussetzung sind. Sie werden aber nicht in einer formellen Initiation wie der dreifachen Zufluchtnahme empfangen. Das heisst, entweder vier Gelöbnisse, die man durch gemeinsame Rezitation mit der Praxisgemeinschaft ablegt, oder aber diese vier und 16 weitere, die man zum ersten Mal empfängt und gibt, wenn man in Gegenwart der Praxisgemeinschaft Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha nimmt. Für die "vier Großen" ist die Zufluchtnahme nicht Voraussetzung. Durch Übernahme der pañcaśīla (es sind die ersten fünf der 10 "gewichtigen Gelübde", die in den 16 Gelübden die zentrale Stellung haben) bei derZufluchtnahme ist man auch mit Buddhisten aller anderen Traditionen verbunden.

    Dies nur zur Verdeutlichung, was ich unter "Bodhisattva-Gelübden" verstehe. Was mich nun doch interessieren und mir zu einem tieferen Verständnis verhelfen würde, das wäre, wenn ich mir die Form, in der sie im Diamantweg empfangen werden, einmal betrachten könnte. Sind die irgendwo veröffentlicht oder vielleicht gar im Internet einsehbar?

    Meine Irritation rührt ja auch von dieser Aussage @Phoenix ' her:[lz]

    Das Bodisattvaversprechen wird im BDD mit einer Goldvase verglichen. Wenn diese umfällt bekommt sie vielleicht eine Beule die auch wieder ausgedellt werden kann. Andere Gelübte dagegen sind eher wie ein Tonkrug der zerbricht, wenn er herunterfällt. (Z.B. das Zölibat)[/lz]

    - da ist nun nur von einem(?) "Bodhisattvaversprechen" die Rede. Das man - wenn ich die Metapher mit der verbeulten Goldvase richtig deute - auch brechen kann, wenn man danach "die Beule wieder ausdellt". Ich will jetzt nicht das mir dahinter zu stehen scheinende Karmaverständnis diskutieren, aber ich hätte doch gerne geklärt, ob dieses "Bodhisattvaversprechen" die Form der Bodhisattvagelübde im Diamantweg ist und damit die "Ethikrichtlinie", von der man folglich ohne Schaden abweichen kann (das kann man ja wieder reparieren) und wie dieses Versprechen lautet. Danke schon einmal im voraus für die Aufklärung.

    _()_

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Phoenix
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    • 21. August 2018 um 12:42
    • #544

    Hi Sudhana,

    eigentlich habe ich schon versucht zu erklären, das es im Diamantweg wichtig ist über die Grundhaltung und die Motivation zu arbeiten.

    Es gibt ja auch das Bodhichita des Wunsches und das der Tat.

    Zurerst macht man den Wunsch und dann folgt die Tat.

    Dann ist es aber auch wichtig, das man nicht ständig mit einem schlechten Gewissen herumläuft, das man es noch nicht geschafft hat allen Wesen zu helfen. Deshalb die Sache mit der Beule. Wenn man z. b. ein Tier überfahren hat,soll man nicht glauben man versinkt jetzt für immer in Samsara,

    sondern man kann seine Beule dann wieder zurückdellen,und weiter fahren. Gut aufpassen dabei sollte man aber natürlich schon.

    _()_ Phönix

  • void
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    Zen
    • 21. August 2018 um 13:09
    • Offizieller Beitrag
    • #545

    Es ist so dass im tibetische Buddhismus zwei Traditionsstränge gibt. Der eine ist ein sehr monastischer Traditionslinie die von der Universität Nalanda entstammte. Der zweite Traditionsstrang ist der der yogischen "Mahasiddhas" . Diese Yogis muss man sich ähnlich den indischen Saddhus als Leute vorstellen, die sich außerhalb der Normalität und der Gesellschaft stellten, oft Verbrennungsplätzen praktizierten und auch sonst Konverntionen, wie eben auch die strikte Trennung zwischen Mönchen und Laien nicht beachteten. Während die Gelug-Tradition hauptsächlich aus der monastischen Tradition schöpft, ist hat die Karma-Kagyü-Linie eine doppelte Abstammungslinie, die sich einwerseits über Atisha auf die monastische Überlieferung beieht, aber gleichzeitig eben auch auf die 84 Mahadiddhas. Und wann immer da eine eher laxe, yogisch-anarchistsche Auslegung des Dharmas vorkommt, beruft man sich auf den yogischen Teil der Übertragung.

    Chögyam Trungpa prägte den Begriff des "Crazy Wisdom":

    What is Crazy wisdom:

    He described it as an innocent state of awareness that is wild and free, completely awake and fresh. It’s a spiritual worldview that represents thinking outside the box—moving against the stream.

    Crazy wisdom is about having a free mind, one that is not held down by preconceived notions or cultural conventions. Crazy Wisdom is about living in this moment, rather than having all of our perceptions colored by what we think about the past, the future, or the ideas we have about things. The idea behind Crazy Wisdom is that sometimes those of us that aren’t Enlightened don’t really understand those that are, very well.

    Das bedeutet, dass der Normalmensch einen Erwachten nicht beurteilen kann und nicht beurteilen sollte, weil seine Wort und Taten ja eine Art von verrückter Weisehit sein kann, in der sich die Lehre in einer Weise manifestiert, die konventionelle Moralvorstellungen (Lügen, Sexualität, grobe Rede) scheinbar verletzt in Wirklichkeit aber die Freheit der befreiten Perspektive veranschaulicht. Die Begründung "Crazy Wisdom" kann also dazu benutzt werden, jemand von Kritik auszunehmen.

    Ich weiss allerdings gar nicht, ob Ole Nydahl einmal in so einer Weise argumentiert hat. Also dass seine Taten vollkommen der buddhistischen Ethik enstsprechen, aber eben auf eine Weise die derjenige der die REgeln eng und kleinmütig interpretiert nicht sieht.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • PhenDe
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    • 21. August 2018 um 13:14
    • #546
    void:

    Es ist so dass im tibetische Buddhismus zwei Traditionsstränge gibt. Der eine ist ein sehr monastischer Traditionslinie die von der Universität Nalanda entstammte. Der zweite Traditionsstrang ist der der yogischen "Mahasiddhas" . Diese Yogis muss man sich ähnlich den indischen Saddhus als Leute vorstellen, die sich außerhalb der Normalität und der Gesellschaft stellten, oft Verbrennungsplätzen praktizierten und auch sonst Konverntionen, wie eben auch die strikte Trennung zwischen Mönchen und Laien nicht beachteten. Während die Gelug-Tradition hauptsächlich aus der monastischen Tradition schöpft, ist hat die Karma-Kagyü-Linie eine doppelte Abstammungslinie, die sich einwerseits über Atisha auf die monastische Überlieferung beieht, aber gleichzeitig eben auch auf die 84 Mahadiddhas. Und wann immer da eine eher laxe, yogisch-anarchtische Auslegung des Dharmas vorkommt, beruft man sich auf den yogischen Teil der Übertragung.

    Ich würde das nicht als lax oder anarchistisch bezeichnen. Sex ist weder lax noch anarchistisch.

    Ich würde es als eine moderne Form der spirituellen Praxis bezeichnen. Nicht ausschließlich auf Mönche oder Priester zugeschnitten. Mit Vielfalt.

    Jeder kann dementsprechend das praktizieren was im zusagt. Ein Spagat zwischen Laien und Mönche ähnlich dem ZEN.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Phoenix
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    • 21. August 2018 um 13:32
    • #547

    Hi Void,

    von "verückter Weisheit" hällt Ole nicht viel.

    Von den 84 Mahasiddas aber dafür um so mehr.

    Und ich denke man muß hier schon aufpassen verschiedene Ebenen nicht durcheinander zu bringen.

    Bei der verbeulten goldenen Vase braucht man jedenfalls keine tantrischen Fähigkeiten, um die wieder schön zu machen ;

    sondern da reicht es bei seiner Bodhisattva Haltung zu bleiben.

    :rad: Phönix

  • xKarl
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    • 21. August 2018 um 18:04
    • #548

    Moin!

    Ich gehöre zu den Unterzeichnern des offenen Briefes der "15 Tarafrauen" .

    verrückter-narr:

    Inzwischen wurde der "Offene Brief von 15 Tarafrauen" an den Rat der DBU versandt und es haben sich auch weitere Personen dem Anliegen angeschlossen
    offener_brief_an_die_dbu.pdf

    Es ging nie nur um Ole Nydahl, aber auch.

    Ich zitere.

    Zitat

    Was tut die DBU gegen Islamfeindlichkeit, Feindbilder, religiöse Intoleranz?

    Was tut die DBU für Betroffene von sexualisierter Gewalt, körperlicher und

    verbaler Gewalt im Kontext buddhistischer Gruppen und Lehrbeziehungen?

    Wie geht der Vorstand der DBU mit den Mitgliedsorganisationen um, in denen

    unethische Rede und unethische Handlungen geschehen?

    Wieso grenzt sich die DBU-Führung nicht ganz klar von Rassismus und Gewalt

    ab?

    Warum drückt sich die DBU-Führung um die Klarstellung, dass Rassismus und

    Gewalt mit dem Buddhismus nicht vereinbar sind?

    Alles anzeigen

    Es ist nachvollziehbar, dass Schüler*innen dazu neigen, ihre jeweiligen Lehrer*innen zu verteidigen. Sie müssten andernfalls eigene Überzeugungen droppen. Das fällt schwer, wie jeder Buddhist erfahren haben könnte.

    Insofern verstehe ich die Verteidigungshaltung von einigen wenigen (einem?) hier, was den Herrn Nydahl angeht.

    Was aber nicht angeht, ist, dass die BDD als "wir Buddhisten" spricht und gleichzeitig Ole Nydahl als Lehrer akzeptiert.

    Zitat

    wir, das Europazentrum, ein internationales Projekt des Diamantweg- Buddhismus, sind seit 2007 hier im Allgäu zu Hause. (...)

    In der jüngsten Berichterstattung wurden Zitate von unserem buddhistischen Lehrer Lama Ole Nydahl aus dem Zusammenhang gerissen und somit sinnverfälscht veröffentlicht. Ebenfalls wurden wichtige Teile einer Stellungnahme unsererseits unterschlagen. Den zuständigen Redakteuren wurde schriftlich die Aussage von Lama Ole Nydahl mitgeteilt, dass im Gegensatz zu einem Textabschnitt in dem Zeitungsartikel „Mittel, mit denen man seine Ziele verfolgt, nicht egal seien. Sie sollten angemessen sein und sich an Grund- und Menschenrechte orientieren.“

    Als Buddhistisches Zentrum verfolgen wir keine politischen Ziele. Das Europazentrum ist ein internationaler Treffpunkt, an dem sich jedes Jahr zum Sommerkurs Buddhisten aus der ganzen Welt treffen. Es geht uns um die Vermittlung der buddhistischen Lehre, gemeinsame Meditation und den Austausch mit Freunden.

    (...)

    So steht es jedem Bürger in Demokratien frei, auf Menschenrechtsverletzungen durch die Scharia hinzuweisen und den politischen Islam zu kritisieren. Dies gilt selbstverständlich auch für einen buddhistischen Lehrer oder Buddhisten. Wir finden es also nachvollziehbar, wenn Lama Ole Nydahl am Rande einer seiner Vorträge sich dementsprechend äußert. Dies steht in keiner Hinsicht im Gegensatz zu den buddhistischen Werten.

    usf, in Gänze hier nachzulesen: Offener Brief an Politik, Kultur & Presse im Allgäu - Europe Center

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    Falls die Diamantwegler der Ansicht sind, dass die jahrelangen (!) Äußerungen von Ole Nydahl hinzunehmen oder seiner besonderen Lehrbegabung zuzuschreiben sind, die Vermittlung der Diamantweg-Lehre und deren Werte repräsentiert oder halt in Gautamos Namen seinem gebrochenen Deutsch zuzuschreiben sind, sei es.

    Eine Vermittlung buddhistischer Werte sind sie nicht.

    Hätte er sich einmal, zweimal, dreimal im Ton vergriffen, kann passieren. Da kann er seine Goldwase meinethalben wieder ausbeulen.

    Aber in welcher Tradition sind solche (und ähnlich häufig wiederholte) Aussagen mit einem wie immer vertexteten Bodhisattva-Gelübde auch nur Ansatzweise vereinbar?

    Zitat

    "Ich bin ja so froh, dass in unseren Gemeinden auch, dass immer wieder Leute auch Kinder kriegen. Nech, damit mir mit den fremden Einflüssen, die in unsere Länder kommen, nech, damit wir etwas haben, was demokratisch erzogen worden ist, nech, und worauf wir bauen können. Ich werde nicht sagen, von welcher Religion und von welchem Volk ich rede, aber das sind unsere, die werden ein gutes Gegengewicht dazu sein."

    Angesprochen auf die Terroranschläge von Islamisten in Brüssel sagt er:

    "Ich denke, das ist im Koran drin, das ist alles drin, das was man tun soll und das alles. Also man kriegt einen Befehl von ganz oben, von irgendeinem Allah oder sowas, und dann verstärkt man sich darin, Ungläubige zu töten und das alles was da ist. Und dann am Ende, was haben wir dann? Dann haben wir Brüssel und Paris und alles. (Ein) großes Problem, was wir uns da aufgehalst haben. Die Leute hätten einfach nur das Koran lesen müssen und verstehen müssen, dass das wirklich für uns alle gegeben wurde, dann hätten wir vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt, sogar."

    Nachdem im Internet eine Diskussion über die Aussagen Nydahls entstand, hat Nydahl später versucht, seine Aussagen zu relativieren. Er schreibt dem Sender,

    "(...) dass ich keineswegs so verstanden werden möchte, als würde ich nicht Menschen aus Lebensgefahr retten oder sie gar ertrinken lassen wollen. (…) Ich bin Däne und bin hier mit meinem Deutsch anscheinend missverstanden worden."


    Fernöstliche Spiritualität - Buddhistische Populisten (Archiv)

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    Für wen immer Herr Nydahl da spricht, "die Buddhisten" sind es nicht.

    Insofern ist es aus meiner Sicht auch keine Frage, ob der BDD zur DBU gehört.

    Meint

    Karl

  • Useless
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    • 21. August 2018 um 18:56
    • #549

    [lz]

    Insofern ist es aus meiner Sicht auch keine Frage, ob der BDD zur DBU gehört.[/lz]

    Wäre ja auch mal 'ne schöne Diskussion: 'Gehört der BDD zu Deutschland?' :grinsen:

    (Vorsicht Satire!) Da kilaya noch nicht auf meine Frage geantwortet hat, inwiefern es maßgeblich ist, was die Lehrer Nydahls dazu meinen, wie sein Verhalten einzuschätzen ist, mache ich mal den Vorschlag, die Position Lama Oles als Ultramontanismus einzuschätzen. :grinsen:

    Einmal editiert, zuletzt von Useless (21. August 2018 um 19:28)

  • Sudhana
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    • 21. August 2018 um 19:33
    • #550
    Axel:

    Wäre ja auch mal 'ne schöne Diskussion

    :? - nee, nicht wirklich. Gemeint war ja wohl auch eher, "keine Frage, ob der BDD in die DBU gehört". Und damit funktioniert dann auch Dein Wortspiel nicht so recht. Dass der BDD zu Deutschland gehört wie so manches andere mehr oder weniger Erfreuliche ist ja eigentlich keine Frage und niemand glaubt ernstlich, dass sich das mit einem Ausschluss aus der DBU ändert. Da geht es um etwas Anderes, namentlich um eine größere Freiheit beim Umgang mit speziell von Herrn Nydahl verursachten Problemen bei der öffentlichen Wahrnehmung von 'Buddhismus' im allgemeinen und der DBU im Besonderen.

    _()_

    OM MONEY PAYME HUNG

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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