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  1. Buddhaland Forum
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Fragen zum Dharma

  • Athos
  • 2. Februar 2018 um 09:31
  • Zum letzten Beitrag
  • Athos
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    • 2. Februar 2018 um 09:31
    • #1

    Aktuell sind mir zwei Fragestellungen in den Sinn gekommen und ich wüsste gerne, ob es Aussagen dazu in der Lehre gibt:

    1. Wie lange dauert der Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt und gibt es Möglichkeiten für die Hinterbliebenen, in dieser Zeit für die Verstorbenen etwas Gutes zu bewirken (hinsichtlich einer guten Wiedergeburt)?

    2. Ist es möglich, dass jemand in seinem Leben derart viel gutes Karma durch eine entsprechende Lebensweise ansammelt, dass er nach seinem Tod in das Nirvana eingeht, ohne je vom Dharma Kenntnis erlangt zu haben?

  • Kaffeebohne
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    • 2. Februar 2018 um 09:41
    • #2

    Zu 1. weiß ich nichts.

    Zu 2. möchte ich darauf hinweisen, dass ein Erleuchteter kein Karma mehr bewirkt. Es geht also nicht darum, gutes Karma anzuhäufen, um etwas zu erreichen, sondern zu erwachen und kein Karma mehr zu "produzieren".

    Eine Wagenladung tollstes Karma ( :angel: )führt aber zur Wiedergeburt in den Deva(Götter)sphären.

  • Kaffee48
    Gast
    • 2. Februar 2018 um 09:49
    • #3

    Soweit es mir bekannt ist dauert der Zwischenzustand,tibetisch "Bardo" genannt,sechs Wochen.

  • mukti
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    • 2. Februar 2018 um 10:03
    • #4

    1. Im Theravada gibt es keinen Zwischenzustand, jeder Zustand nach dem Tod gilt als eine neue Geburt, die unmittelbar nach dem vorigen Tod Eintritt. Es gibt eine Tradition Verstorbenen die eigenen Verdienste zu übertragen, wüsste aber nicht wo das im Palikanon so gelehrt würde. Der tibetische Buddhismus sieht das alles wieder etwas anders.
    2. Nibbana erreichen ohne Dhamma geht wohl nicht, weil (Buddha-) Dhamma ja nichts anderes ist als die Gesetzmäßigkeit bzw. der Weg der zu Nibbana führt. Gutes Kamma führt zu guter Geburt, Sittlichkeit oder Tugend ist aber auch eine Voraussetzung für Befreiung bzw. Nibbana.

    Mit Metta, mukti.


    Einmal editiert, zuletzt von mukti (2. Februar 2018 um 10:05)

  • Alaya
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    • 2. Februar 2018 um 10:03
    • #5

    Hallo,
    Ich schreibe jetzt hier aus der Perspektive des Mahayana bzw des Vajrayana Buddhismus.

    1. Der Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt dauert in der Regel 49 Tage. Der Prozess der Wiedergeburt läuft für die allermeisten Wesen unbewusst ab.

    Im Mahayana Buddhismus gibt es nach dem Tod einige Möglichkeiten etwas für den Sterbenden zu tun. Wenn der Sterbende selbst Buddhist war, dann kann ein qualifizierter Praktizierende für ihn die Phowa-Praxis durchführen. Der Bewusstseinsstrom löst sich ja nach dem Tod vom Körper und begibt sich in. Den Prozess der nächsten Wiedergeburt. Phowa bedeutet die Bewusste Übertragung des Bewusstseinsstrom in einen anderen Bereich. Das bedeutet eine enorme Verbesserung des Karmas im Idealfall Erleuchtung.

    Aber auch wenn man niemanden kennt, der Phowas ausführen kann gibt es einige Möglichkeiten etwas für den verstorbenen zu tun. Klassischerweise wird aus dem tibetischen Totenbuch vorgelesen, damit das Bewusstsein/der Geist mit den Phänomenen nach dem Tod etwas anfangen kann.

    Aber auch die Wahl der Bestattungsform kann indirekt sehr positiven Einfluss auf das Karma des Verstorbenen haben. Ein Lehrer sagte dazu, dass für den Westen, die Verbrennung die beste Form der Bestattung ist. Hier wird der Körper direkt in seine Essenzen aufgespalten ohne Länge Umwege. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit die Essenzen den Bardowesen und hungrigen Geistern zu opfern und den entstandenen Verdienst dem Verstorbenen zu widmen.

    Das war jetzt aus der Perspektive des Mahayana bzw Vajrayana Buddhismus geschrieben. Andere Traditionen des Buddhismus können andere Vorstellungen haben.

    Liebe Grüsse
    Tobias

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 2. Februar 2018 um 10:19
    • #6
    Athos:

    ...
    1. Wie lange dauert der Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt und gibt es Möglichkeiten für die Hinterbliebenen, in dieser Zeit für die Verstorbenen etwas Gutes zu bewirken (hinsichtlich einer guten Wiedergeburt)?


    Der Bardozustand dauert je nach Karma unterschiedlich - zwischen 7 und 49 Tagen. Alle 7 Tage findet man im Bardozustand Gelegenheit zum Eintreten in einen Fötus. Nach 6 Wochen ist dann die letzte Chance und man ist gezwungen, das zu nehmen, was kommt.


    Zitat


    2. Ist es möglich, dass jemand in seinem Leben derart viel gutes Karma durch eine entsprechende Lebensweise ansammelt, dass er nach seinem Tod in das Nirvana eingeht, ohne je vom Dharma Kenntnis erlangt zu haben?


    Wunschgebete und Mantren - Avalokiteshvara-, Tara- oder bestenfalls auch Medizinbuddhamantra. Man kann Gebete auch in Auftrag geben, bzw erfahrene Praktizierende darum bitten, für diese verstorbene Person Wunschgebete zu machen. Je nach dem, wen man fragt, kann das eine sehr, sehr hilfreiche Maßnahme sein. Habe selber mit sowas außerordentliche Erfahrungen gemacht.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • accinca
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    • 2. Februar 2018 um 10:31
    • #7
    Losang Lamo:
    Athos:

    ...
    1. Wie lange dauert der Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt und gibt es Möglichkeiten für die Hinterbliebenen, in dieser Zeit für die Verstorbenen etwas Gutes zu bewirken (hinsichtlich einer guten Wiedergeburt)?


    Der Bardozustand dauert je nach Karma unterschiedlich - zwischen 7 und 49 Tagen. Alle 7 Tage findet man im Bardozustand Gelegenheit zum Eintreten in einen Fötus. Nach 6 Wochen ist dann die letzte Chance und man ist gezwungen, das zu nehmen, was kommt.

    Das ist allerdings nicht buddhistisch.
    Jedenfalls hat der Buddha das nicht gelehrt.
    Da ist jeder Zustand nach dem Tode auch die
    Geburt in ein weiteres Leben wie lange das
    auch immer sein mag. Nur bei keinem Zustand
    gibt es auch kein Leben.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 2. Februar 2018 um 10:37
    • #8
    accinca:
    Losang Lamo:


    Der Bardozustand dauert je nach Karma unterschiedlich - zwischen 7 und 49 Tagen. Alle 7 Tage findet man im Bardozustand Gelegenheit zum Eintreten in einen Fötus. Nach 6 Wochen ist dann die letzte Chance und man ist gezwungen, das zu nehmen, was kommt.

    Das ist allerdings nicht buddhistisch.
    Jedenfalls hat der Buddha das nicht gelehrt.
    Da ist jeder Zustand nach dem Tode auch die
    Geburt in ein weiteres Leben wie lange das
    auch immer sein mag. Nur bei keinem Zustand
    gibt es auch kein Leben.

    Alles anzeigen


    So ist es richtiger zitiert.

    Natürlich ist, das, was ich geschrieben habe, buddhistisch. Mein buddhistischer Lehrer Khen Rinpoche Geshe Pema Samten, der den Buddhismus lange studiert hat, hat es uns so gelehrt. Ich verstehe, dass Du etwas anderes gelernt hast und akzeptiere das.

    Bitte beteilige Dich doch mal in diesem Thread: https://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=17373
    Da war eine Frage an Dich.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Kaffeebohne
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    • 2. Februar 2018 um 10:45
    • #9
    milam:

    Der Bewusstseinsstrom löst sich ja nach dem Tod vom Körper und begibt sich in. Den Prozess der nächsten Wiedergeburt.

    Heißt das, man geht im Mayahana von etwas Dauerhaftem aus? Das klingt ja nach Seele, während Bewusstsein an die Wahrnehmung gebunden ist laut Buddha. (bzw. wie ich in verstanden habe ;) )

  • Alaya
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    • 2. Februar 2018 um 10:57
    • #10

    Nein Dauerhaft ist das Bewusstsein auch im Mahayana keinesfalls im Gegenteil.

    Aber wenn man keine Befreiung in diesem Leben erreicht hat, ist ja eine wiedergeburt unausweichlich. Das bedeutet der Bewusstseinsstrom( ausdrücklich nicht Seele) muss sich ja vom Körper lösen. Ansonsten wäre ja sofort Befreiung oder welche Vorstellung man auch immer hat.

    Die Wahrnehmungen wie du es nennst, hören in den Bardozuständen nicht auf.

    Der Bewusstseinsstrom ist nach dem Tod wesentlich wandelbarer als während eines physischen Lebens. Man kommt also definitiv anders heraus als man reingegangen ist.

    Das ist etwas völlig anderes, als die Vorstellung einer vollkommenen unzertÖrbaren Seele

    Liebe Grüsse
    Tobias

  • accinca
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    • 2. Februar 2018 um 10:58
    • #11
    Losang Lamo:

    Natürlich ist, das, was ich geschrieben habe, buddhistisch. Mein buddhistischer Lehrer Khen Rinpoche Geshe Pema Samten, der den Buddhismus lange studiert hat, hat es uns so gelehrt. Ich verstehe, dass Du etwas anderes gelernt hast und akzeptiere das.


    In der Tat der ist ja auch ein Tibeter. Da kommt
    das sog. "Totenbuch" her das aus der Böm-religion stammt.
    Daraus haben die Tibeter das übernommen nicht vom Buddha.

  • mukti
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    • 2. Februar 2018 um 11:09
    • #12

    Ich würde es mal so formulieren: Im Bewusstsein erscheint ein Körper und aufgrund von Verblendung und Begehren besteht eine Identifikation damit - Ich bin der Körper oder das ist mein Körper. Solange es Verblendung und Begehren gibt, solange setzt sich das fort von Körper zu Körper, je nach dem Kamma in verschiedenen Daseinsbereichen.

    Mit Metta, mukti.


    Einmal editiert, zuletzt von mukti (2. Februar 2018 um 11:12)

  • accinca
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    • 2. Februar 2018 um 11:10
    • #13
    Cfant:

    während Bewusstsein an die Wahrnehmung gebunden ist laut Buddha. (bzw. wie ich in verstanden habe ;) )


    Das hast du zwar richtig verstanden aber wohl nicht ganz richtig.
    Das bezieht sich nämlich auf die sechs Sinne und nicht nur auf fünf.
    Bewußtsein ist zwar an Wahrnehmung gebunden, aber nicht immer
    an alle Sinne zur gleichen Zeit. So hat ein Blinder auch Wahrnehmung
    wenn auch nicht die eines Sehenden. Ebenso kann geistige Wahrnehmung
    vorhanden sein ohne andere Sinne. Woran Bewußtsein in der Lehre des
    Buddha aber immer gebunden ist, das ist Gefühl bzw. Empfindung.

  • Alaya
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    • 2. Februar 2018 um 11:13
    • #14
    mukti:

    Ich würde es Mal so formulieren: Im Bewusstsein erscheint ein Körper und aufgrund von Verblendung und Begehren entsteht eine Identifikation damit - Ich bin der Körper oder das ist mein Körper. Solange es Verblendung und Begehren gibt, solange setzt sich das fort von Körper zu Körper, je nach dem Kamma in verschiedenen Daseinsbereichen.


    So sehe ich es auch.

    Liebe Grüsse
    Tobias

  • Max Schenzle
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    • 2. Februar 2018 um 11:48
    • #15

    Hi,
    ich habe alle drei Bände des Pali-Kanons gelesen und fand dazu keine Erwähnung. Dort wird aber auf jeden Fall, die Bedeutung des selbsterzeugten Karmas dargestellt. Jeder muss sich um sich selbst kümmern und das am Besten in seinem momentanen Leben.
    Nibbanam ist ein Bewusstseinszustand, der während der Lebenszeit auftreten kann. Dieser Zustand wird in den acht Freiungen als: Auflösung der Wahrnehmbarkeit, bezeichnet.
    Ich würde es mal so sagen: Auch ohne die Lehre Gotamo Buddhos, kann es gelingen, mit ausreichendem Karma, ins Jenseits zu kommen.
    Durch die Lehre des Erhabenen ist es aber möglich, diesen Vorgang auf das jetzige und letzte Leben zu verkürzen und damit weitere Reinkarnationen zu vermeiden.
    Den eigenen Karmazustand,kann man an seinem Körper ablesen. Es sind 32 körperliche Merkmale, die diesen Karmastand anzeigen.

  • accinca
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    • 2. Februar 2018 um 13:51
    • #16
    kesakambalo:

    Hi,ich habe alle drei Bände des Pali-Kanons gelesen


    Welche drei Bände sind das denn bzw. wie heißen sie nach deiner Meinung?

    kesakambalo:


    Nibbanam ist ein Bewusstseinszustand, der während der Lebenszeit auftreten kann.
    Dieser Zustand wird in den acht Freiungen als:
    Auflösung der Wahrnehmbarkeit, bezeichnet.


    Ohne Wahrnehmung gibt es auch kein Bewußtsein:

    Zitat

    "Was da, Bruder, an Gefühl, Wahrnehmung und Bewußtsein besteht, diese Dinge sind verbunden, nicht unverbunden, und nicht kann man diese Dinge einzeln voneinander trennen und ihre Verschiedenheit zeigen. Denn was man, Bruder, fühlt, das nimmt man wahr, und was man wahrnimmt, dessen ist man sich bewußt.(M.43).

  • Lucky Luke
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    • 2. Februar 2018 um 18:21
    • #17
    accinca:
    Losang Lamo:

    Natürlich ist, das, was ich geschrieben habe, buddhistisch. Mein buddhistischer Lehrer Khen Rinpoche Geshe Pema Samten, der den Buddhismus lange studiert hat, hat es uns so gelehrt. Ich verstehe, dass Du etwas anderes gelernt hast und akzeptiere das.


    In der Tat der ist ja auch ein Tibeter. Da kommt
    das sog. "Totenbuch" her das aus der Böm-religion stammt.
    Daraus haben die Tibeter das übernommen nicht vom Buddha.

    Kannst Du zweifelsfrei nachweisen, dass der Buddha keine Unterweisungen zu den Inhalten des tibetischen Totenbuches gegeben hat?

  • accinca
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    • 2. Februar 2018 um 18:50
    • #18
    Sherab Yönten:

    Kannst Du zweifelsfrei nachweisen, dass der Buddha keine Unterweisungen zu den Inhalten des tibetischen Totenbuches gegeben hat?


    Der Buddha war jedenfalls nie in Tibet und das
    tibetische Totenbuch hat nichts mit den Überlieferungen
    im PK zu tun und wurde erst im 14. Jahrhundert bekannt.

  • Alaya
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    • 2. Februar 2018 um 18:54
    • #19

    gute Frage:

    Die Kernaussage der Bardolehren(besonders nach dem Tod), die sich auf die Sutra-Ebene bezieht, ist doch zu jedem Moment einen makellos klaren ungetrübten Geist zu haben: Die Folgen jeglicher Verwirrung sei es Anhaftung Ablehnubng Dumpfheit oder was auch immer führen über kurz oder lang zu einer niedrigen Wiedergeburt.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Buddha Gautama widerspricht.

    Die Methoden die angewendet werden um dies zu erreichen sind Methoden aus dem Tantra(auf diese Methoden gehe ich jetzt nicht näher ein). Das ist auch logisch. Denn der Autor des Totenbuches Padmasambhava gilt als einer der wichtigsten Tantra Meister überhaupt.

    Jetzt kannst du natürlich sagen, Tantra sei kein Buddhismus. Aber man muss um den tibetischen Buddhismus zu verstehen häufig auf mehreren Ebenen denken. Auch den Praktizierenden aus der Tradition fällt dies nicht immer leicht(ich schließe mich da selbst mit ein). Aber ich bin mir sicher, dass an der Kernaussage auch aus Theravada-Perspektive nichts einzuwenden ist.

    Liebe Grüße
    Tobias

  • Punk
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    • 2. Februar 2018 um 20:28
    • #20
    Athos:

    Aktuell sind mir zwei Fragestellungen in den Sinn gekommen und ich wüsste gerne, ob es Aussagen dazu in der Lehre gibt:1. Wie lange dauert der Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt und gibt es Möglichkeiten für die Hinterbliebenen, in dieser Zeit für die Verstorbenen etwas Gutes zu bewirken (hinsichtlich einer guten Wiedergeburt)?

    Diese Frage muss ein(e) tibetische(r) Buddhist(in) beantworten. "Aufgeklärte" Buddhisten glauben nicht an sowas.

    Athos:

    2. Ist es möglich, dass jemand in seinem Leben derart viel gutes Karma[sig!] durch eine entsprechende Lebensweise ansammelt, dass er nach seinem Tod in das Nirvana eingeht, ohne je vom Dharma Kenntnis erlangt zu haben?

    Den nennt man einen Pratyekabuddha.

  • Alaya
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    • 2. Februar 2018 um 20:41
    • #21

    @ Punk
    Welche Gruppen gehören deiner Meinung nach zum Aufgeklärten Buddhismus?

    # Pratyekabuddha

    Diese Form des Erwachens ist allerdings auf dieser Welt nicht möglich. Den diese Buddhaschaft setzt streng genommen voraus, dass in diesem Zeitalter tatsächlich niemand Buddhaschaft erlangt hat.

    Und das ist ja nicht der Fall. Egal ob das Individuum Kenntnis über den Dharma hat oder nicht

    Liebe Grüsse

    Tobias

  • Punk
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    • 3. Februar 2018 um 01:43
    • #22
    milam:

    @ Punk
    Welche Gruppen gehören deiner Meinung nach zum Aufgeklärten Buddhismus?

    # Pratyekabuddha

    Diese Form des Erwachens ist allerdings auf dieser Welt nicht möglich. Den diese Buddhaschaft setzt streng genommen voraus, dass in diesem Zeitalter tatsächlich niemand Buddhaschaft erlangt hat.

    Und das ist ja nicht der Fall. Egal ob das Individuum Kenntnis über den Dharma hat oder nicht

    Liebe Grüsse

    Tobias

    Alles anzeigen

    So wie es aufgeklärte Christen gibt, so gibt es aufgeklärte Buddhisten. Man kann "Christ" sein ohne an einen bärtigen Gott zu glauben, genau so wie Buddhist ohne an Wiedergeburt zu glauben. Nicht an Wiedergeburt zu glauben oder diese Frage offen zu lassen (->Agnostiker) und sich nur auf dieses jetzige Leben zu konzentrieren kommt der Lehre näher (-> anatta)

    Wer ein gewisses Mass an Gleichmut entwickelt, kann gut in einer Gruppe mit diesbezüglich verschiedenen Ansichten leben.

    In diesem Zeitalter lebt kein Sammasambuddha der lehrt, der nächste soll bekanntlich "Maitreya" sein. Es mag Pratyekabuddhas geben, denen merkt man es jedoch nicht an, da sie nicht lehren.

  • Alaya
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    • 3. Februar 2018 um 08:51
    • #23

    Hallo Punk,
    Ich beziehe mich wie zuvor erwähnt nur auf die Lehren des Mahayana/Vajrayana.

    Jetzt verstehe ich deinen Punkt besser.
    Aufklärung bedeutet für mich Erkenntnis, die auf "eigener" Erfahrung beruht.

    Die Vorstellung eines bärtigen Gottes wäre für mich das Gegenteil nämlich ein Dogmar.

    Der Buddha lehrte das Handlungen Auswirkungen haben. Auch im Moment vor dem Tod kann es noch Karma geben oder es gibt allgemein noch Karma, dass sich noch nicht vollständig entfaltet hat. Warum sollte das Prinzip, dass im Leben als richtig erkannt wurde jetzt nicht mehr gelten? Die Logik daraus ist eine Wiedergeburt.

    Die Bardolehren können durchaus an einem gewissen Punkt empirisch überprüft werden. Dazu benötigt es aber einiges an Erkenntnis. Darum ist der Vajrayana Pfad auch so stark gegliedert, damit man überhaupt die Fähigkeit entwickeln kann, die Dinge zu erfahren.
    Nach eingehender auch empirischer Prüfung bin ich für mich persönlich zu dem Schluss gekommen, dass die Bardolehren korrekt sind.

    Du schreibst in diesem Zeitalter lebt kein Sammasambuddha

    Diese Aussage ist nicht logisch im Sinne der Pratyekabuddhaschaft.

    Es ist nicht nötig, dass in diesem Zeitalter ein Buddha (am Leben) ist, sondern es geht darum ob in diesem Zeitalter überhaupt ein Buddha aufgetreten ist.

    Würde man hier und heute tatsächlich den Pfad der Pratyekabuddhaschaft gehen wollen, so müsste man abstreiten, dass Buddha Gautama Tatsächlich erwacht ist und man müsste dann innerhalb eines Lebens auf sich allein gestellt den Pfad zum erwachen suchen, welcher dann identisch wäre mit dem Dharma. Ich kenne niemanden,der diesen Pfad geht.

    # Agnostiker

    Ich denke wenn man im Bezug auf die Wiedergeburt einen konsequent agnostischen Standpunkt einnimmt. Dann kann man zwar sagen "vielleicht ist es falsch mit der Wiedergeburt". Aber genau so intensiv müsste man sich dennoch damit auseinandersetzen. Denn was wäre wenn es korrekt ist? Dann benötigt man die Lehren des Buddha. Diese These lässt sich analog auch auf die Bardobelehrungen anwendendenm Es geht hier nicht um glauben. Auch gibt es spezifische Meditationsanleitungen für die Bardos.
    Diese sollte auch ein Agnostiker üben finde ich(sofern er mit einem Vajrayana Lehrer in Berührung gekommen ist).

    Liebe Grüsse
    Tobias

  • Punk
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    • 3. Februar 2018 um 13:25
    • #24

    Alaya

    Deshalb bin ich der Meinung tibetische Buddhisten können zu diesem Thema am besten Auskunft geben. ;)

    Du hast dich vielleicht an der Bezeichnung „aufgeklärt“ gestossen. Aufklärung als Gegenpol von Aberglauben. „Eigene Erfahrungen“ sind mir da als Bewertungskriterium zu subjektiv. Jemand der davon überzeugt ist, eine schwarze Katze brächte ihm Unglück wird zahlreiche eigene Erfahrungen finden, die diesen Aberglauben bestätigen.

    Meiner Meinung nach ist Wiedergeburt auch ein Aberglaube aber..

    ...da ich gut mit allen Arten von Aberglaube umgehen kann und auch inmitten aller Arten von abergläubischen Menschen lebe ( selber vielleicht auch unbewusst abergläubisch bin), verurteile ich deswegen niemanden ( -> Gleichmut) solange er sich nicht anmasst den eigenen Aberglauben (Kirchen, Atheisten, Impfgegner, Heiler, Aerzte, Politiker etc) anderen Menschen aufzudrücken.
    Ich kann dir also versichern, dass ich Aberglauben (Wiedergeburt, Bardo etc) nicht abwerte, im Gegenteil. Wir alle leben schliesslich in Aberglauben, oft ist Aberglaube auch nützlich für ein Stabilisierung der Psyche, schafft Sicherheit, Boden. Viele unserer mutmasslichen „Gewissheiten“ gründen in Wahrheit in Aberglauben.

    Hier setzt mein persönlich gelebter „Buddhismus“ an. Buddha lehrte Techniken und Verhaltensweisen, die alle Arten von Aberglauben zum Versiegen bringen sollen -Aberglauben hier als eine Form von Verblendung (avijja, kilesa) betrachtet.

    Was die drei Arten von Buddhas betrifft bin ich der Meinung, dass heute kein Sammasambuddha unter uns weilt. Der einzige sammasambuddha den ich kenne war „unser“ Buddha Shakyamuni. Der nächste soll der Legende nach Buddha Maitreya sein.

    Daneben soll es noch zwei andere Arten von Buddhas geben (zitiert aus Wikipedia):

    Zitat

    Pratyekabuddha
    Der „Einzel-Erwachte“, (pali: paccekabuddha) bezeichnet einen Menschen, der zwar auch die zur Erlösung führende Lehre von sich heraus wiederentdeckt und eigenständig verwirklicht, sie jedoch nicht verkündet, andere Menschen nicht belehrt, sie nicht zur Befreiung führt.

    „Da erkennt ein Mensch in den zuvor ungehörten Dingen selber die Wahrheit, aber er erlangt nicht darin die Allerkenntnis und in den Kräften nicht die Meisterschaft. Diesen Menschen bezeichnet man als ‚Einzel-Erleuchteten‘.“

    Sravakabuddha
    Der „als Hörer-Erwachte“ (pali: savakabuddha) oder Arhat, bezeichnet einen Menschen, der die zur Befreiung führende Lehre und Praxis als Schüler eines Sammasambuddha oder ebenfalls Sravakabuddha erfährt und voll verwirklicht. Er ist wiederum in der Lage, den Dhamma/Dharma anderen Menschen zu lehren und sie zur Befreiung zu führen.

    „Wer gerade auf dem Wege ist, Begehren nach formhaftem Dasein, Begehren nach formlosem Dasein, Eigendünkel, Zerstreutheit und Verblendung restlos zu verlieren, das Ziel der vollkommenen Heiligkeit zu verwirklichen, oder wer Begehren nach formhaftem Dasein, Begehren nach formlosem Dasein, Eigendünkel, Zerstreutheit und Verblendung restlos überkommen hat: diesen Menschen bezeichnet man als ‚Vollkommen Heiligen (arahāt)‘“

  • Alaya
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    • 3. Februar 2018 um 15:21
    • #25

    Hallo
    Ich spüre dass du keine bösen Absichten in diesem Thread zu haben scheinst.

    Ich möchte dich aber ermutigen, einige deiner Wissenlücken über den tibetischen Buddhismus zu schließen, bevor du Dinge als Aberglaube bezeichnest.

    Wenn du zum Beispiel Bardo als Aberglaube bezeichnest ist das im absoluten Sinne falsch.

    Bardo ist ein Begriff zur groben Kategorisierung von BewusstseinszustÄnden zum Beispiel Leben Träumen Sterben Meditation usw.

    Es ist kein Aberglaube sondern ein Ergebnis einer Erfahrung wenn ich festelle, dass mein Bewusstseinzustand im wachen Alltag anders ist als zum Beispiel im Traum.

    Auf dieser Grundlage gibt es im Vajrayana je nachdem verschieden Anweisungen zum Umgang mit den Bardos. Kann ja sein, dass das Buddha Gautama nicht so explizit machte, damit ist es aber kein Aberglaube und es steht auch nicht in Widerspruch zu den Kernlehren des Theravada

    Ich verstehe, dass für aussenstehende das mit den 49 Tagen nach dem Tod usw merkwürdig erscheint aber das ist nur ein Teil der Bardolehren.

    Liebe Grüsse Tobias

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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