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Das Fass ohne Boden: Mahayana und die ursprüngliche Lehre

  • kilaya
  • 10. Oktober 2017 um 18:33
  • Zum letzten Beitrag
  • Doris
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    • 13. Oktober 2017 um 14:10
    • #126


    In den Augen der anderen schon.
    Aber welche Begriffe ich zu was verändere, das steht frei.
    Ich kann sogar eine Sprache erfinden. Wie es mir beliebt. Vielleicht gebe ich jemandem den Schlüssel dazu in die Hand, vielleicht nicht. Es bleibt dennoch eine Sprache. Mit Sinn.

    Ich kann "bitch" als erste Frau nicht mehr als Schimpfwort verwenden. Das ist eine beliebige Entscheidung von mir. Sobald eine andere Person diese Verschiebung akzeptiert, und dann vielleicht sogar in demselben Sinn verwendet, ist eine Konvention entstanden.

    Aber es geht Dir eigentlich um bestimmte Begriffe im Mahayana, nicht wahr?

    Nun, mir erschließen sich viele immer mehr und mehr, je länger ich mich damit beschäftige. Und damit stehe ich wahrlich nicht alleine da.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

    Einmal editiert, zuletzt von SPK (27. Dezember 2021 um 10:30)

  • Frieden-und-Freude
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    • 13. Oktober 2017 um 14:21
    • #127

    Als jemand, der sich mit Mahayana-Philosophie kaum auskennt und lediglich geschult ist in "westlicher" Philosophie, möchte ich nur ein paar Eindrücke schildern:

    Mir kommt der Grundgedanke der Madhyamaka-Philosophie vor wie das, was man als "ontologischen Idealismus" bezeichnet.
    Das ist eine sehr anspruchsvolle ontologische Position.
    Im Palikanon finde ich sie nicht.
    Stattdessen betont der Buddha im Palikanon, dass metaphysisch-ontologisches Spekulieren nicht hilfreich ist für die Praxis.

    Nach meiner bisherigen Lektüre erscheint mir die Position des Buddha da eher eine skeptisch-pragmatische zu sein.

    Bislang sehe ich für meine eigene Praxis auch keinen Grund, von dieser skeptisch-pragmatischen Haltung gegenüber ontologisch-metaphysischen Fragen abzuweichen.

    Oder gibt es Argumente, die ich da übersehen habe?

    Sila, Samadhi, Panna. Der Weg ist die Praxis.

  • Sunu
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    • 13. Oktober 2017 um 14:54
    • #128
    Spock:
    Sunu:


    Im MMK steht

    " zwischen Nirvana und Samsara besteht nicht der geringste Unterschied"


    In welcher Ausgabe steht das so?

    Brosamer/Back

    Zitat

    25.19 Es gibt nichts, was den Samsara vom Nirvana, und das Nirvana vom Samsara unterscheidet


    25.20 Die Grenze des Nirvana ist zugleich die Grenze des Samsara. Zwischen diesen beiden wird auch nicht der feinste Unterschied gefunden.

    Um genau zu sein. Aber da mag ja stehen was will...

    Besteht den nun ein Unterschied, auch wenn gar kein Unterschied gemacht wird aus sich heraus ? Oder besteht ein Unterschied bedingt durch Wahrnehmung ?

  • Lucky Luke
    Gast
    • 13. Oktober 2017 um 14:58
    • #129
    Sunu:

    Oder besteht ein Unterschied bedingt durch Wahrnehmung ?

    Durch Wahrnehmung :)

  • Sunu
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    • 13. Oktober 2017 um 15:06
    • #130
    Sherab Yönten:
    Sunu:

    Oder besteht ein Unterschied bedingt durch Wahrnehmung ?

    Durch Wahrnehmung :)

    Und wenn diese Erloschen ist ?

  • kilaya
    Gast
    • 13. Oktober 2017 um 15:09
    • #131

    Kein Unterschied in dem, was wahrgenommen wird,
    aber ein grosser Unterschied in der Wahrnehmung.

    Wobei ein Aspekt dazu kommt:
    Durch die andere Wahrnehmung kann es sein, dass andere Objekte in den Fokus rücken bzw. einem begegnen.

    Blöd ausgedrückt: die gleiche Banane wird anders wahrgenommen, aber wenn man Bananen nicht mag und Äpfel liebt, ist es wahrscheinlich dass ein Depressiver überall Bananen sieht und ein Verliebter überall Äpfel. Entweder durch selektive Wahrnehmung, oder weil man die Neigung hat, Orte aufzusuchen, wo das entsprechende Obst vorrangig vorhanden ist. An einer weitere Ebene darf man zweifeln, sie aber auch für möglich halten: dass man aus der Umwelt die jeweils zur Ablehnung oder Anziehung passenden Früchte anzieht. Dass also dem Depressiven ohne sein Zutun z.B. eine Banane angeboten wird, dem Verliebten dagegen ein Apfel hingehalten.

    Das Bild ist allerdings immer noch samsarisch-dualistisch. Da ein Erleuchteter Ablehnung/Anziehung oder Depression/Euphorie überwunden hat, ist es irrelevant, was ihm begegnet, da ja die Objekte nicht mehr in der gleichen Weise bewertet werden. Deswegen stellt sich ihm die gleiche Welt, die er "samsarisch" als anziehend/abstossend empfunden hat, dann "nirvanisch" als jenseits von Anziehung/Ablehnung dar.

  • kilaya
    Gast
    • 13. Oktober 2017 um 15:11
    • #132
    Sunu:
    Sherab Yönten:

    Durch Wahrnehmung :)

    Und wenn diese Erloschen ist ?


    Ist die Welt einfach nur die Welt, ohne Zuschreibung irgend einer Art. Dualismus entsteht erst durch Wahrnehmung / Unterscheidung / Zuschreibung.

    Wie bei der Frage: wenn im Wald ein Ast runterfällt, und da ist keiner, der es hört - ist da ein Klang? Nein, ein Klang ist da nicht, denn der ensteht erst durch Ohr und Hirn, aber das ändert nichts an den Schwingungen in der Luft, die beim Auftreffen auf ein Ohr einen Klang erzeugen.

    Samsara kann also nur existieren in der Begegnung zwischen Wahrnehmung und Objekt der Wahrnehmung.

  • Doris
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    • 13. Oktober 2017 um 15:11
    • #133
    Sunu:
    Sherab Yönten:

    Durch Wahrnehmung :)

    Und wenn diese Erloschen ist ?


    Dann ist man tot.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Sunu
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    • 13. Oktober 2017 um 15:43
    • #134
    Doris Rasevic-Benz:
    Sunu:

    Und wenn diese Erloschen ist ?


    Dann ist man tot.

    Das ist natürlich auch eine Möglichkeit der Wahrnehmung.

  • Sunu
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    • 13. Oktober 2017 um 16:12
    • #135
    kilaya:

    Nein, ein Klang ist da nicht, denn der ensteht erst durch Ohr und Hirn, aber das ändert nichts an den Schwingungen in der Luft, die beim Auftreffen auf ein Ohr einen Klang erzeugen.

    Es bleibt aber eine Vermutung, dass da Schwingungen in der Luft existieren, solange sie nicht in irgendeiner Form wahrgenommen werden.

  • kilaya
    Gast
    • 13. Oktober 2017 um 16:41
    • #136
    Sunu:
    kilaya:

    Nein, ein Klang ist da nicht, denn der ensteht erst durch Ohr und Hirn, aber das ändert nichts an den Schwingungen in der Luft, die beim Auftreffen auf ein Ohr einen Klang erzeugen.

    Es bleibt aber eine Vermutung, dass da Schwingungen in der Luft existieren, solange sie nicht in irgendeiner Form wahrgenommen werden.


    Beweisen kann man es zwar nicht direkt, aber man kann aus der früheren Messung der Schwingungen und dem Verständnis ihrer Ursachen doch recht sicher davon ausgehen, dass diese Schwingungen unter gleichen Bedingungen immer auftreten.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 13. Oktober 2017 um 17:09
    • #137
    kilaya:
    Sunu:

    Es bleibt aber eine Vermutung, dass da Schwingungen in der Luft existieren, solange sie nicht in irgendeiner Form wahrgenommen werden.


    Beweisen kann man es zwar nicht direkt, aber man kann aus der früheren Messung der Schwingungen und dem Verständnis ihrer Ursachen doch recht sicher davon ausgehen, dass diese Schwingungen unter gleichen Bedingungen immer auftreten.

    Fallen Blätter vom Baum, wenn es niemanden gibt, der dieses beobachtet?
    Das ist schon eine alte, nicht-buddhistische philosophische Frage.

  • Max Schenzle
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    • 13. Oktober 2017 um 17:25
    • #138

    Hi Buddhis,
    ich habe mir die Beiträge so durchgelesen und fand, dass da über Sachen geredet, die keiner kennt.
    Es gibt ein Jenseit, Diesseits, Karma, Brahma und die sieben magischen Machtgebiete und dies ist alles in einem Leben zu verwirklichen möglich!
    Doch falls ihr nur herumtheoretisiert und euch nicht ausreichend praktiziert kommt ihr nirgendwo hin.
    Was ist daran so schwer den Achtfachen Weg zu gehen und diese Freuden zu erringen.
    Falls ihr das macht, kommt das alles von selbst!

  • fotost
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    • 13. Oktober 2017 um 17:28
    • #139
    Sherab Yönten:


    Fallen Blätter vom Baum, wenn es niemanden gibt, der dieses beobachtet?
    Das ist schon eine alte, nicht-buddhistische philosophische Frage.

    Ja. Das ist richtig.

    Wie wichtig bist Du?

  • Sunu
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    • 13. Oktober 2017 um 17:32
    • #140
    Sherab Yönten:
    kilaya:


    Beweisen kann man es zwar nicht direkt, aber man kann aus der früheren Messung der Schwingungen und dem Verständnis ihrer Ursachen doch recht sicher davon ausgehen, dass diese Schwingungen unter gleichen Bedingungen immer auftreten.

    Fallen Blätter vom Baum, wenn es niemanden gibt, der dieses beobachtet?
    Das ist schon eine alte, nicht-buddhistische philosophische Frage.

    Man könnte auch fragen, fallen Blätter vom Baum wenn es Sherab nicht gibt...Kann niemand wahrheitsgemäß beantworten....weil nur ist was ist... Wenn etwas fehlt, dann wäre es etwas anderes. Die Bedingungen die zu fallenden Blätern geführt haben, sind ja auch die Bedingungen die zu Sherab geführt haben...Man kann nicht wissen was wäre wenn.
    Auch wenn die Blätter schon fielen bevor es Sherab gab, kann man nicht wissen ob sie es auch schon vorher getan hätten, wenn Sherab heute nicht da wäre.

  • fotost
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    • 13. Oktober 2017 um 17:37
    • #141
    Sherab Yönten:


    Fallen Blätter vom Baum, wenn es niemanden gibt, der dieses beobachtet?
    Das ist schon eine alte, nicht-buddhistische philosophische Frage.

    Ja. Das ist richtig.

    Wie wichtig bist Du? Es ist Herbst, (wieder einmal und viel zu früh) die Blätter fallen von den Bäumen. Die, die wir in städtischen Ballungsräumen als störend beobachten müssen entfernt werden. (Die Blätter, nicht die Bäume!)

    Sicher ist - jedes Blatt, das eine Gefährdung bedeutet ist irgendwann vom Baum gefallen.
    Nicht jedes Blatt, das vom Baum fällt ist eine Gefährdung :)

    Genießt die Jahreszeit - es wird bald Winter 8)

  • void
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    Buddh. Richtung
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    • 13. Oktober 2017 um 18:05
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    • #142
    Sunu:

    Zu Zeiten Nagarjunas hatten sich viele unterschiedliche herausgebildet, sie alle nannten sich Buddhisten. Da gab es ua. Essentialisten, die Nirvana als Verdinglichung ansahen und daran hafteten.....und es gab auch Nihilisten, die jegliche Existenz für eine Illusion im absoluten Sinne ansahen und an dieser Ansicht hafteten.
    Gegen beide wendete sich die Argumentation Nagarjunas.... Den Essentialisten, in dem er darauf hinwies, dass Nirvana nur ein Konzept ist , welches zwar wahr ist, im Rahmen einer weltlichen Sicht.... Jedoch keine Wahrheit im absoluten Sinne darstellt...wo jegliche Unterscheidung/ Ansicht hinfällig ist.
    Die Nihilisten widerlegte er, in dem er darlegte, dass die 4 Wahrheiten ihre Gültigkeit innerhalb der konventionellen Welt haben und somit auch der Nihilismus nicht die absolute Realität wiederspiegelt.
    Er wies auf den Mittleren Weg hin...der der sich aus dem rechten Verständnis von der Leerheit der Dinge, d.h. ihr bedingtes Entstehen ergibt.
    Gleichzeitig wies er aber auch daraufhin, dass es sich bei der Leerheit auch nur um ein bedingt entstandenes Konzept handelt, welches nur dem Zweck dient, jegliche Ansicht zurückzuweisen ( Essentialismus, Nihilismus oder auch eine Mischung aus beiden)... Und also keine Wahrheit im absoluten Sinn darstellt.... Wenn daran angehangen wird, ist Befreiung nicht möglich.

    Nagarjuna hat ja das was er geschrieben hat, geschrieben, um bestimmte Philsophien zurückzuweisen. Um ihre Anhängerr vom Wolkekuckucksheim in die Realität zurückzuholen.

    Ein Konzept kann man dadurch dekonstruieren, indem man von den Wörtern zu dem Handeln vordringt, mit dem es in Beziehung steht also zu den Wirkungen und Ursachen. Diese Form der Dekonstruktion finde ich sehr sinnvoll.

    Wenn man - wie wohl geschehen - Nagarjuna nicht negativ als eine zurückweisung von Spkulationen sieht, sondern als etwas von dem aus man zu noch ungezügelt spekulativen Denken kommt, handelt man ja nicht in seinem Geiste. Bei so einer Art der Dekonstruktion kommt man von den Wörtern zu noch mehr Wörtern und von den Spekulationen zu noch mehr Spekulationen. Und dann man kann vollkommen den Boden unter den Füssen verlieren und total abdriften.

    Die heute existierenden Schulen des Mahayana waren in gewisser Weise Gegenbewegungen zu dem überbordernden Spekulationswut der Mahayana Literatur. Sowohl Tantra als auch Zen haben deswegen so einen Fokus auf die Praxis, weil die Mahayana-Literatur so krass abgedriftet ist. Im Lotussutra kommt irgendwann eine Pyramide aus dem Boden gewachsen kommt, in der sich ein ganz alter noch tollerer Buddha befindet, der dann die anderen belehrt. Das ist schon sehr phantastisch.

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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 13. Oktober 2017 um 22:31
    • #143

    Warscheinlich wird es hier untergehen, aber ich möchte trotzdem erwähnen, dass Entsagung im Mahayana ein elementarer Bestandteil ist.

    accinca, Du schriebst hier irgendwo im Dialog mit Mukti, die Mahayanis würden Samsaro nicht verstehen - kann das Post leider nicht wiederfinden. Ich möchte das richtigstellen, rede aber natürlich jetzt nicht von den Mahayana-Personen, die Du vielleicht nur aus dem Internet kennst, sondern von der Mahayana-Lehre:

    Entsagung ist die Voraussetzung, ohne die man den Pfad gar nicht betreten kann. Ohne die Erkenntnis, dass Samsara zu nichts Gutem führt, kann man kein Bodhicitta entwickeln (den Willen und Wunsch zum Wohle der anderen Buddhaschaft zu erlangen) und ohne Bodhicitta kann man nicht praktizieren.

    Entsagung hat verschiedene Komponenten:
    1. Dass man erkennt, dass Samsara ein unhaltbarer Zustand ist, aus dem man raus muss, sonst geht es ewig so weiter...
    2. Wenn man davon ausgeht, dass man im Kreislauf der Wiedergeburten gefangen ist, wird einem klar, dass praktisch jedes einzelne Wesen in irgendeinem der unzähligen Leben einmal die eigene Mutter gewesen ist. Daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass diese unzähligen eigenen Mütter unter Samsara genauso leiden, wie man selbst. Daraus entsteht der Wunsch, nicht allein Befreiung zu erlangen, sondern all diese mit einem selbst tief verbundenen Wesen mitzunehmen.
    Man nimmt also Samsara auf sich, um sie nicht allein zu lassen.
    3. Da ist noch eine weitere Art von Entsagung, die noch tiefer geht, nämlich das Haften an einem Selbst gänzlich aufzugeben. Schwerste Übung. Da das kaum einer richtig kontinuierlich hinbekommt, ist es allen angeraten, die anderen beiden Arten von Entsagung nicht aufzugeben.
    (Näheres zu diesen drei Arten der Entsagung hier: https://multimedia.getresponse.com/725/68725/documents/8770.pdf)

    Ich weiß, ich rede hier gegen eine Wand. :) Ich möchte nur verhindern, dass hier Internetmythen weiterverbreitet werden. Mahayana basiert auf Entsagung von Samsara. Es wird auch kein Nirvana zurückgehalten, sondern die Reinkarnation findet bei einem verwirklichten Meister aufgrund von Mitgefühl statt. Angestrebt wird die volle Buddaschaft, ohne irgendwas zurückzuhalten. :sunny:

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Sunu
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    • 14. Oktober 2017 um 01:56
    • #144
    void:

    Die heute existierenden Schulen des Mahayana waren in gewisser Weise Gegenbewegungen zu dem überbordernden Spekulationswut der Mahayana Literatur. Sowohl Tantra als auch Zen haben deswegen so einen Fokus auf die Praxis, weil die Mahayana-Literatur so krass abgedriftet ist. Im Lotussutra kommt irgendwann eine Pyramide aus dem Boden gewachsen kommt, in der sich ein ganz alter noch tollerer Buddha befindet, der dann die anderen belehrt. Das ist schon sehr phantastisch.

    Ich kann dazu nicht viel sagen weil ich mich da nicht auskenne...aber das Lotussutra ist schon ein Einflussreiches im Mahayana denke ich. Und wenn die Mahayanaliteratur wie auch immer dazu geführt hat, dass der Fokus auf die Praxis gelegt wurde...dann scheint sie ja auch durchaus den "rechten Weg" zu weisen.

  • Noreply
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    • 14. Oktober 2017 um 10:53
    • #145
    Sunu:
    void:

    Die heute existierenden Schulen des Mahayana waren in gewisser Weise Gegenbewegungen zu dem überbordernden Spekulationswut der Mahayana Literatur. Sowohl Tantra als auch Zen haben deswegen so einen Fokus auf die Praxis, weil die Mahayana-Literatur so krass abgedriftet ist. Im Lotussutra kommt irgendwann eine Pyramide aus dem Boden gewachsen kommt, in der sich ein ganz alter noch tollerer Buddha befindet, der dann die anderen belehrt. Das ist schon sehr phantastisch.

    Ich kann dazu nicht viel sagen weil ich mich da nicht auskenne...aber das Lotussutra ist schon ein Einflussreiches im Mahayana denke ich. Und wenn die Mahayanaliteratur wie auch immer dazu geführt hat, dass der Fokus auf die Praxis gelegt wurde...dann scheint sie ja auch durchaus den "rechten Weg" zu weisen.

    Ich hab den Beitrag so verstanden das dieses Sutra dazu geführt hat sich auf die Praxis zu konzentrieren und nicht mehr auf das nicht über Praxis Geschriebene.
    Erscheint mir so wie ich das gemacht hab mit den Esoterischen und Religiösen Schriften, die Phantasien einfach überlesen, das kann da nicht stehen, das ist nicht Praxis.

  • Noreply
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    • 14. Oktober 2017 um 11:10
    • #146
    Losang Lamo:

    Warscheinlich wird es hier untergehen, aber ich möchte trotzdem erwähnen, dass Entsagung im Mahayana ein elementarer Bestandteil ist.

    accinca, Du schriebst hier irgendwo im Dialog mit Mukti, die Mahayanis würden Samsaro nicht verstehen - kann das Post leider nicht wiederfinden. Ich möchte das richtigstellen, rede aber natürlich jetzt nicht von den Mahayana-Personen, die Du vielleicht nur aus dem Internet kennst, sondern von der Mahayana-Lehre:

    Entsagung ist die Voraussetzung, ohne die man den Pfad gar nicht betreten kann. Ohne die Erkenntnis, dass Samsara zu nichts Gutem führt, kann man kein Bodhicitta entwickeln (den Willen und Wunsch zum Wohle der anderen Buddhaschaft zu erlangen) und ohne Bodhicitta kann man nicht praktizieren.

    Entsagung hat verschiedene Komponenten:
    1. Dass man erkennt, dass Samsara ein unhaltbarer Zustand ist, aus dem man raus muss, sonst geht es ewig so weiter...
    2. Wenn man davon ausgeht, dass man im Kreislauf der Wiedergeburten gefangen ist, wird einem klar, dass praktisch jedes einzelne Wesen in irgendeinem der unzähligen Leben einmal die eigene Mutter gewesen ist. Daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass diese unzähligen eigenen Mütter unter Samsara genauso leiden, wie man selbst. Daraus entsteht der Wunsch, nicht allein Befreiung zu erlangen, sondern all diese mit einem selbst tief verbundenen Wesen mitzunehmen.
    Man nimmt also Samsara auf sich, um sie nicht allein zu lassen.
    3. Da ist noch eine weitere Art von Entsagung, die noch tiefer geht, nämlich das Haften an einem Selbst gänzlich aufzugeben. Schwerste Übung. Da das kaum einer richtig kontinuierlich hinbekommt, ist es allen angeraten, die anderen beiden Arten von Entsagung nicht aufzugeben.
    (Näheres zu diesen drei Arten der Entsagung hier: https://multimedia.getresponse.com/725/68725/documents/8770.pdf)

    Ich weiß, ich rede hier gegen eine Wand. :) Ich möchte nur verhindern, dass hier Internetmythen weiterverbreitet werden. Mahayana basiert auf Entsagung von Samsara. Es wird auch kein Nirvana zurückgehalten, sondern die Reinkarnation findet bei einem verwirklichten Meister aufgrund von Mitgefühl statt. Angestrebt wird die volle Buddaschaft, ohne irgendwas zurückzuhalten. :sunny:

    Danke! Hab deine Beitrag in mein Unterlagen kopiert um die Anregungen über Samsara nicht zu vergessen, den Begriff Samsara besser umfassen können. :like::heart:

  • accinca
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    • 14. Oktober 2017 um 12:36
    • #147
    Losang Lamo:

    accinca, Du schriebst hier irgendwo im Dialog mit Mukti, die Mahayanis würden Samsaro nicht verstehen - kann das Post leider nicht wiederfinden. Ich möchte das richtigstellen, rede aber natürlich jetzt nicht von den Mahayana-Personen, die Du vielleicht nur aus dem Internet kennst, sondern von der Mahayana-Lehre


    Ja mit dem Mahayana ist das so eine Sache. Manchmal
    ist etwas mehr vom Buddha drin und manchmal weniger.
    Aber es ist keinesfalls so als wenn nur Mahayanas
    Sansaro nicht verstehen. Trotzdem ist es bei denen
    die Samsaro und Nibbana für identisch halten sehr
    offensichtlich. Solche glauben an ein hinter der
    Maya sich verbergendes, objektives Samsaro welches
    ihrer Meinung nach das Nibbana sei.
    Aber auch beim Buddha war es schon so, das das völlige
    Durchschauen des Samsaro unmittelbar zu Nibbana führte.
    Dieses lag aber nicht in der Erkenntnis Samsara sei Nibbana.

    Einmal editiert, zuletzt von accinca (14. Oktober 2017 um 12:44)

  • Sunu
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    • 14. Oktober 2017 um 16:12
    • #148

    Strittig ist dann ja nur Kapitel 26 und 27...
    Meiner meinung nach will Nagarjuna im Kapitel 25 nur darstellen, dass nach der aufhebung vom Dualistischen denken unterscheidungen eben keine Gültigkeit mehr haben.
    Das bedingte Entstehen besagt ja, dass das Gegenteil von etwas nur bedingt durch das jeweilige Gegenstück besteht...Gier besteht z.b. bedingt durch Hass..Nirvana würde bedingt durch Samsara bestehen, wenn Nivana das Gegenteil von Samsara wäre....aber Nirvana ist nichts bedingtes....kann deshalb auch nicht unterschieden werden von etwas, denn sonst wäre es ja etwas bedingtes....
    "Samsara ist Nirvana" ist dann auch nicht korrekt formuliert und auch ein falscher Schluss der sich scheinbar aus Nagarjunas Satz :" Zw. Samsara und Nirvana besteht nicht der feinste Unterschied " ergibt...... Vielmehr besteht dann weder ein Unterschied....noch ist es das Gleiche wie Samsara.

    Solange aber ein Unterschied gemacht wird zw. Nirvana und Samsara....Dann ist Samsara tatsächlich Nirvana...weil es sich dann ja im Bereich des dualistischen denken liegt... Im Samsara...

    Einmal editiert, zuletzt von SPK (27. Dezember 2021 um 10:28)

  • accinca
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    • 14. Oktober 2017 um 18:47
    • #149
    Sunu:

    Solange aber ein Unterschied gemacht wird zw. Nirvana und Samsara....Dann ist Samsara tatsächlich Nirvana...weil es sich dann ja im Bereich des dualistischen denken liegt... Im Samsara...


    Tüdelüt.

  • void
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    Zen
    • 14. Oktober 2017 um 19:21
    • Offizieller Beitrag
    • #150
    Sunu:

    Solange aber ein Unterschied gemacht wird zw. Nirvana und Samsara....Dann ist Samsara tatsächlich Nirvana...weil es sich dann ja im Bereich des dualistischen denken liegt... Im Samsara...

    Die Bedeutung von Konzepten liegt in den Wirkungen mit denen sie einhergehen. Douglas Adam schrieb mal:

      Na, das war ja einfach«, sagt der Mensch und beweist, weil's gerade so schön war, dass schwarz gleich weiß ist, und kommt wenig später auf einem Zebrastreifen ums Leben.

    • Vorheriger offizieller Beitrag

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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