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Enge Schüler von Sogyal Rinpoche erheben schwere Vorwürfe gegen ihn

    • Tibetisch
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  • Yeshe
  • 22. Juli 2017 um 08:33
  • Geschlossen
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  • Schroedinger
    Gast
    • 15. August 2017 um 18:50
    • #351

    Der facebook-Beitrag ist eine Auseinandersetzung mit Sogyal's Praxis, die einerseits ihm vorwirft, bei der Auswahl seiner engeren Schüler nicht umsichtig genug gewesen zu sein, denn sonst wäre auch das korrekte Verständnis des Vajrayana an diese übermittelt worden.
    Ich habe mir den Text natürlich auch in Passagen durchgelesen und bin gespannt auf die Übersetzung, falls sie kommt. Denn dann lässt sich eben schon das "blaming the victim" und auch das "blaming the guru" nachvollziehen.
    So lässt sich das System dann retten?


    Besonders erheiternd ist der Abschnitt hier, in dem er mal so salopp die Demokratie verabschiedet.

    Zitat

    Nalanda University in India was one of the oldest universities in the world. It was at Nalanda that one thousand four hundred years ago, scholars confirmed that there is no such thing as an atom, or a ‘smallest particle’, or a god that inherently exists; and these scholars would have laughed heartily at today’s theories about the Big Bang and democracy. My point here is that at Nalanda University there was absolutely no room for sentiment or blind devotion or blind belief.

    Das ist doch mal ein Postulat der Überlegenheit dem Westen gegenüber!

    So wie ich das einschätze, und der Beitrag von ihm macht das auch sichtbar, wäre es besser gewesen, wenn er da hätte schweigen können. Aber es scheint so zu sein, dass dieser Fall doch ziemlich reinhaut und man daher sich gezwungen sieht, sein Verständnis zu zeigen.

  • Doris
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    • 15. August 2017 um 20:02
    • #352
    Zitat

    Nalanda University in India was one of the oldest universities in the world. It was at Nalanda that one thousand four hundred years ago, scholars confirmed that there is no such thing as an atom, or a ‘smallest particle’, or a god that inherently exists; and these scholars would have laughed heartily at today’s theories about the Big Bang and democracy. My point here is that at Nalanda University there was absolutely no room for sentiment or blind devotion or blind belief.

    Ich übersetze mal:

    "Die Universität von Nalanda in Indien war einer der ältesten Universitäten der Welt. Es war Nalanda, wo vor 1400 Jahren, Gelehrte verkündeten, dass es kein Ding wie ein Atom gäbe oder einen "kleinsten Bestandteil", oder dass ein Gott existieren würde; und diese Gelehrten hätten herzlich über die heutige Big-Bang-Theorie gelacht und über Demokratie. Aus meiner Sicht gab es an der Universität absolut keinen Raum für Sentimentalität oder blinder Unterwürfigkeit oder blinden Glauben."

    Ich lese das als kurze Skizze wie die Leute dort drauf waren: Auf der einen Seite total modern, auf der anderen Seite für unsere Sichtweise völlig rückständig (woraus sich das historische Missverständnis des Guru-Prinzips heute erklären lässt).
    Im Kontext zu sehen ist auch, dass Naropa der Dekan dieser Universität war, also ein erfahrener und höchst angesehener Philosoph, kein Anfänger und kein suchender Wirrling; mit den Gepflogenheiten seiner Zeit bestens vertraut, eingebettet in das kulturelle und historische Umfeld.

    Man beachte weiter den Kontext, also die Schilderung, dass Naropa unzufrieden mit den philosophischen Disputationen in Nalanda war, sich auf die Suche nach dem Lehrer Tilopa begab, und die beiden für unsere Wahrnehmung, ein echt schräges Verhältnis zueinander pflegten. Der nüchterne Naropa wird zum hingebungsvollen Schüler, der Tilopa vollkommen vertraut und von diesem zu schrägen Handlungen aufgefordert wird. Und wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Erleuchtung des Naropa, als Tilopa ihm eine Sandale über die Birne zieht?

    Ich vermute, dass der Autor darauf hinaus wollte. Also zeigen, wo der Ursprung des Guru-Prinzips liegt, und wieso das heute derart missverstanden werden kann und solche Blüten treibt. Da geht es meiner Lesart nach, überhaupt nicht um ein Lächerlichmachen der Demokratie.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Nyinje ☼
    Gast
    • 15. August 2017 um 20:06
    • #353
    Doris Rasevic-Benz:
    Zitat

    Nalanda University in India was one of the oldest universities in the world. It was at Nalanda that one thousand four hundred years ago, scholars confirmed that there is no such thing as an atom, or a ‘smallest particle’, or a god that inherently exists; and these scholars would have laughed heartily at today’s theories about the Big Bang and democracy. My point here is that at Nalanda University there was absolutely no room for sentiment or blind devotion or blind belief.

    Ich übersetze mal:

    "Die Universität von Nalanda in Indien war einer der ältesten Universitäten der Welt. Es war Nalanda, wo vor 1400 Jahren, Gelehrte verkündeten, dass es kein Ding wie ein Atom gäbe oder einen "kleinsten Bestandteil", oder dass ein Gott existieren würde; und diese Gelehrten hätten herzlich über die heutige Big-Bang-Theorie gelacht und über Demokratie. Aus meiner Sicht gab es an der Universität absolut keinen Raum für Sentimentalität oder blinder Unterwürfigkeit oder blinden Glauben."

    Ich lese das als kurze Skizze wie die Leute dort drauf waren: Auf der einen Seite total modern, auf der anderen Seite für unsere Sichtweise völlig rückständig (woraus sich das historische Missverständnis des Guru-Prinzips heute erklären lässt).
    Im Kontext zu sehen ist auch, dass Naropa der Dekan dieser Universität war, also ein erfahrener und höchst angesehener Philosoph, kein Anfänger und kein suchender Wirrling; mit den Gepflogenheiten seiner Zeit bestens vertraut, eingebettet in das kulturelle und historische Umfeld.

    Man beachte weiter den Kontext, also die Schilderung, dass Naropa unzufrieden mit den philosophischen Disputationen in Nalanda war, sich auf die Suche nach dem Lehrer Tilopa begab, und die beiden für unsere Wahrnehmung, ein echt schräges Verhältnis zueinander pflegten. Der nüchterne Naropa wird zum hingebungsvollen Schüler, der Tilopa vollkommen vertraut und von diesem zu schrägen Handlungen aufgefordert wird. Und wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Erleuchtung des Naropa, als Tilopa ihm eine Sandale über die Birne zieht?

    Ich vermute, dass der Autor darauf hinaus wollte. Also zeigen, wo der Ursprung des Guru-Prinzips liegt, und wieso das heute derart missverstanden werden kann und solche Blüten treibt. Da geht es meiner Lesart nach, überhaupt nicht um ein Lächerlichmachen der Demokratie.

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    Danke Doris :like:
    Bin ich gerade froh, dass ich das nicht als einzige so gelesen habe (:

  • Doris
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    • 15. August 2017 um 20:11
    • #354

    Er hat das halt ungeschickt gemacht, weil er die beiden Sätze direkt hat aufeinander folgen lassen.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris
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    • 15. August 2017 um 20:29
    • #355

    Mir fällt da gerade was ein.
    Vor ein paar Tagen – ich weiß bloß nicht von wem oder wo – habe ich gelesen, dass ein sehr angesehener Lehrer schrieb, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt der Erkenntnis, also der "Erleuchtung" es völlig normal sei, dass wir Hochmut entwickeln. Das geschehe quasi standardmäßig und jedem, ohne Ausnahme, auch ihm.

    Betrachtet man das, dann wird auch das Guru-Prinzip verständlicher. Wir können das anhand der Aufgaben ersehen, die Tilopa an Naropa stellte, bevor er ihn als würdig erachtete Mahamudra zu lehren. Erst musste Naropa, der hochgelehrte Universitätsdekan, dazu bereit sein, den letzten Rest Stolz aufzugeben, Tilopa völlig zu vertrauen, um mit ihm den hartnäckigen Rest des Egos aufzulösen.

    Deshalb ist es der absolute Wahnsinn in meinen Augen, wenn die Jungadepten, und dazu zähle ich auch mich, gleich so ein Verhältnis anstreben und der Lehrer das auch noch ausnutzt, statt zurückzuweisen.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 15. August 2017 um 23:36
    • #356

    Ich halte sehr viel von Dzongzar Jamyang Khyentse Rinpoche, also was ich bisher von ihm gelesen habe. Das ist wirklich ein Freidenker, der eigentlich gerade seinen Kritikern hier sehr imponieren müsste. :)

    Aber sein langes Facebook-Statement scheint mir tatsächlich zur Zeit nicht hilfreich zu sein, denn es kann nicht gehört, gelesen, recht verstanden werden. Der Sogyal-Skandal ist auf allen Kanälen völlig hochgekocht, es wird schwarz-weiß gemalt, unterstellt, heroisiert, verteufelt.
    Kommt mir vor, als ob es Zeit ist, mal innezuhalten - nur meine völlig persönliche Meinung.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Karnataka
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    • 16. August 2017 um 10:47
    • #357

    Überlegungen zum spirituellen Vorbild.

    Es scheint doch, dass die Rolle des Vorbilds, des personifizierten Ideals, einen entscheidenden Stellenwert im spirituellen Bereich einnimmt. Sicher kann man sagen, dass eine Person wie Jesus für Gläubige im Rahmen ihres religiösen Empfindens ein ideales Sein personifiziert. Auch die Person Buddha inkludiert die Vorstellung von einem Menschen, der die höchste Verwirklichung erreicht hat.

    Ich möchte in psychologischer Hinsicht über Verehrung und Bewunderung für ein spirituelles Vorbild nachdenken. Dabei geht es nicht darum, einer möglichen religiösen Sichtweise zu widersprechen oder psychologisch etwas wegerklären zu wollen. Ich würde im Gegenteil argumentieren, dass Verehrung, wie sie Milliarden Menschen praktizieren, auch im Sinne der Psychologie zu einer gesunden Psyche gehört.

    Dabei scheint mir folgender Zusammenhang mit dem Kontext Sogyal und Guru-Verehrung. Der Fall Sogyal deutet auf einen deprimierenden Umstand hin. Soweit ich sehe, ist Sogyal ein ausgezeichneter Vortragender der Lehre, der tiefsinnig zur buddhistischen Ethik zu predigen vermag. Es scheint daher, als gäbe diese Fähigkeit keine Garantie dafür, dass sich ein solcher Lehrer im tatsächlichen Leben auch nur einigermaßen okay verhält. Womit ich natürlich überhaupt nicht unterstellen will, dass andere tibetische Lehrer genauso versagen würden.

    Hinsichtlich eines spirituellen Vorbildes, das die Verehrung eines lebenden Menschen meint, ergibt sich somit die Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen dem Wert dieser Idealisierung für die eigene Spiritualität und einer gewissen Objektivität gegenüber dem Meister. Eine psychologische Erklärung kann dabei hilfreich sein, meine ich.

    Zu diesem Zweck möchte ich Freuds Modell der Psyche, von ES, Ich und Über-Ich in Erinnerung rufen. Dabei geht es mir nicht um Spekulation über Unbewusstes oder die fragwürdige Ansicht, man könne das Gute in den Über-Ich Bereich legen, wogegen alle Triebe und Instinkte einfach nur dunkel und böse wären. Doch trägt die Unterscheidung zum ES einmal dem Umstand Rechnung, dass Menschen gegenüber Trieben, Instinkten, primitiven Affekten mehr Autonomie besitzt, als dies für Tiere möglich ist.

    Meine Überlegung gilt dem Über-Ich, seiner Funktion und Entwicklung. Einmal meint das Über-Ich Strukturen, die unser soziales Verhalten und Empfinden bestimmen und kontrollieren. Dieser Bereich hilft, damit Gemeinschaften ohne erhebliche äußere Zwänge funktionieren können. In Zusammenhang damit meint das Über-Ich die unwillkürliche Art, mit sich selbst umzugehen, betrifft das Selbstbild und die Werte, die einem Menschen aufgrund von Erziehung wichtig sind.

    Besonders deutlich wird diese Funktion in problematischer Hinsicht, wenn Menschen einen Charakterzug quälender Strenge besitzen, der kein gutes Haar an sich selbst lässt, oder aber ganz im Gegenteil keinerlei Gewissen besitzen. Prinzipiell ist mit dem Über-Ich jedoch ein sehr notwendiger Bereich gemeint, dem man auch mit Wohlbefinden entsprechen können sollte. Der auch mal sagt: Das hast du gut gemacht! Bist ein sympathischer Typ! Oder so. Ein innerer Freund sozusagen.

    Betrachten wir nun die Entwicklung des Über-Ichs: Allgemein geht man davon aus, dass Erziehung, Umfeld und Beruf Einfluss ausüben. In höchstem Maße scheinen jedoch frühe Bezugspersonen verantwortlich. Man kann daher als Metapher von inneren Bildern einer Mutter oder eines Vaters sprechen, welches später für die auf sich selbst bezogene innere Anerkennung oder aber Missachtung bedeutsam sind.

    Besonders gilt natürlich, dass im reifen Menschen Einsicht hinzutreten soll. Also eine Einsicht, die autonome Richtlinien geben und den bloß anerzogenen Umgang mit sich selbst reflektieren soll.

    Wie gesagt, geht es nicht darum, den spirituellen Bereich durch eine psychologische Erklärung verschwinden zu lassen. Der hilfreiche Aspekt, der sich aus dem Modell des Über-Ichs ergibt, scheint mir jedoch, dass es eine Vorstellung davon zulässt, welche Bedeutung der Bewunderung, Verehrung für einen Lehrer, Guru zukommen kann.

    Sofern die vermittelte Lehre der Förderung von bewusst gesetzten persönlichen Werte gilt, von Einsicht - wie dies etwa der DL in seiner säkularen Ethik unterrichtet -, vermag das innere Bild eines verehrten Lehrers eine heilsame Wirkung für die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Indem jenes Bild in Zusammenhang mit den inneren Werten immer neu entworfen und vor sich gehalten wird, vermag es ein geschicktes Mittel für den Umgang mit jenen anderen inneren Bildern früher Bezugspersonen darzustellen, die so wichtig für unser Selbstbild und den Umgang mit uns selbst sind, würde ich meinen. Denn das Bild des bewunderten Lehrers, wird es tief und stetig verinnerlicht, kann diese innere Welt ergänzen, kann destruktive Bilder korrigieren, kann zur inneren Versöhnung beitragen, so scheint mir.

  • jianwang
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    • 16. August 2017 um 11:07
    • #358

    Danke Karnataka ...

    Durch Deinen Beitrag ist mir nun klar, wie ich ein Empfinden von mir ausdrücken kann.

    Diese Bezugsperson ist auch die Ursache für das "Urvertrauen" von kleineren Kindern gegenüber Erwachsenen, was oft Missbrauch erst möglich machte.

    Doch bitte, lässt uns nicht vom "Urvertrauen" in das gegensätzliche "Urmisstrauen" wechseln.
    Es ist ein Fehlverhalten EINES Menschen, was publik würde. Wie viel nun "unter der Decke in sanghas" hochkommt werden wir nie erfahren.

    Wichtig finde ich den mittleren Weg, zu vertrauen, der dieses Vertrauen nie missbrauchte.
    Und Vertrauensmissbrauch offen anzusprechen.

    Eigentlich einfach : Erwachsen sein.

    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Noreply
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    24. Juni 2011
    • 16. August 2017 um 11:39
    • #359
    jianwang:

    Danke Karnataka ...

    Durch Deinen Beitrag ist mir nun klar, wie ich ein Empfinden von mir ausdrücken kann.

    Diese Bezugsperson ist auch die Ursache für das "Urvertrauen" von kleineren Kindern gegenüber Erwachsenen, was oft Missbrauch erst möglich machte.

    Doch bitte, lässt uns nicht vom "Urvertrauen" in das gegensätzliche "Urmisstrauen" wechseln.
    Es ist ein Fehlverhalten EINES Menschen, was publik würde. Wie viel nun "unter der Decke in sanghas" hochkommt werden wir nie erfahren.

    Wichtig finde ich den mittleren Weg, zu vertrauen, der dieses Vertrauen nie missbrauchte.
    Und Vertrauensmissbrauch offen anzusprechen.

    Eigentlich einfach : Erwachsen sein.

    _()_

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    Das Brechen des Urvertrauens erscheint durch das sich Vorstellungen machen wie das wohl sein kann wenn ich meinen Vorstellungen nachgehe. Das immer wieder wecken dieser Vorstellung, immer neue Ideen hinzufügen senkt die Schwelle und führt irgendwann zu einem Übergriff. Diese Handlung ist nur kurz befriedigend und es kommt durch neue Ideen zu einer weiteren Handlung, die auch nur kurz befriedigt doch dann wird das Kurze zu einem Normalen. Wenn die Übergriffe nicht offen bekundet werden kommt es zu einer Abhängigkeit zwischen Täter und Opfer. Das Opfer schweigt weil es glauben will das es geliebt wird und der Täter benutzt genau diesen Glauben um seine Übergriffe fortzusetzen, er kann sogar selber glauben das er aus Liebe handelt.
    Dhammapadda 1 und 2 machen die Zusammenhänge doch überdeutlich. Das Gedanken-Machen geht der Tat voran.

  • Schroedinger
    Gast
    • 16. August 2017 um 12:56
    • #360
    Karnataka:

    Wie gesagt, geht es nicht darum, den spirituellen Bereich durch eine psychologische Erklärung verschwinden zu lassen. Der hilfreiche Aspekt, der sich aus dem Modell des Über-Ichs ergibt, scheint mir jedoch, dass es eine Vorstellung davon zulässt, welche Bedeutung der Bewunderung, Verehrung für einen Lehrer, Guru zukommen kann.

    Es wurde hier ja bereits häufiger davon gesprochen, dass so ein Lama auch psychotherapeutische Funktionen haben kann oder sogar hat. Also liegt es auch nahe, hier einen Ersatz für eine Psychotherapie zu sehen.
    Nun ist Freud's Konzept hier vor allem das der Übertragung und Gegenübertragung, d.h. die Elternproblematik wird auf den Therapeuten/Guru übertragen und dieser müsste dann diese durch Gegenübertragung auflösen - man kann auch die Schreiber der Offenen Briefes als solche verstehen, die hier eine Gegenübertragung selbst vornehmen, natürlich sind sie sich evtl. dessen nicht bewusst. Aber Kritik und Trennungen sind eben schon Formen der Gegenübertragung.

    Es scheint ein aktuelles Thema zu sein, denn das Zentrum von Dürckheim/Hippius - veranstaltet eine Tagung Anfang Oktober, auf sich Referenten der Nazi-Vergangenheit beider Gründer widmen und auch der Lehrer-Schüler-Beziehung.

    http://www.ruette-forum.de/Tagung-Oktober-2017/

  • Morpho
    Gast
    • 16. August 2017 um 22:19
    • #361

    Auch Dzongzar hat im Widerspruch zum Dharma, auch dem Vajrayana-Dharma gehandelt,-geschrieben. VR hatte recht.

  • Turmalin 1
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    • 17. August 2017 um 11:42
    • #362
    Tychiades:


    Ich habe mir den Text natürlich auch in Passagen durchgelesen und bin gespannt auf die Übersetzung, falls sie kommt.


    Es wird grade von einem sehr zuverlässigen Schüler von Dzongtar Kyentse Rinpoche übersetzt. Der Mensch hat aber auch noch einen Job und viele Dharma Verpflichtungen.

  • Schroedinger
    Gast
    • 17. August 2017 um 11:52
    • #363
    Turmalin:
    Tychiades:


    Ich habe mir den Text natürlich auch in Passagen durchgelesen und bin gespannt auf die Übersetzung, falls sie kommt.


    Es wird grade von einem sehr zuverlässigen Schüler von Dzongtar Kyentse Rinpoche übersetzt. Der Mensch hat aber auch noch einen Job und viele Dharma Verpflichtungen.

    Das wurde hier schon mal gesagt. Danke, auch an ihn.
    Ich habe mir die Passagen des Textes dort angesehen, in denen explizit Sogyal genannt wurde und der Text insgesamt macht auf meinem Rechner, je nach Schriftgröße ca. 15 S. Leider schreibe ich derzeit auf einem alten, langsamen notebook, was das posten hier ziemlich lästig macht. Wie in alten Zeiten.

    Wie schon gesagt: ich bin da gespannt. Nach meinem Empfinden ist das kein schöner Text und wirft ein trübes Licht auf den Schreiber. Wenn man nicht positiv - siehe die drei Siebe des Sokrates - schreiben kann, sollte man es doch lieber lassen, sofern man so was wie eine Lehrautorität ist.
    Ich bin auch hier nicht an den Personen und ihren Verfehlungen interessiert, wie ich auch im Zen nicht den Fokus auf die Personen lege. Es geht mir um System und Struktur dieser speziellen Praxis des face-to-face und intimen Vertrauens. Ich halte dies für nicht nötig, denn es geht ja um was nicht-personales - da braucht es dann auch niemanden, der einen anderen belehrt.

  • Turmalin 1
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    • 17. August 2017 um 11:57
    • #364

    es bringt ja nichts hier weiter zu schreiben, solange der Text nicht da ist.

  • Doris
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    • 17. August 2017 um 12:01
    • #365

    Da ich praktisch veranlagt bin, habe ich das Problem der Lesbarkeit damit gelöst, dass ich mir den Text kopiert, in mein Layoutprogramm geladen und es in einer Schriftgröße formatiert habe, die gut lesbar ist. Dann habe ich das ausgedruckt. Also old school. So lässt es sich prima mit dem Text arbeiten, Anmerkungen und Unterstreichungen machen und immer wieder Stellen vergleichen und man verliert das Große Ganze nicht aus den Augen. :idea:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Nyinje ☼
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    • 17. August 2017 um 13:42
    • #366

    Ich möchte zu dem Text von djkr sagen, dass er für mich inzwischen klar und deutlich und ist. Ich habe eine sehr hohe Meinung vom Text und Autor.
    Alles was darin steht wusste ich vorher. Deswegen habe ich meine Lehrer immer wieder geprüft und mich nicht für den erstbesten entschieden. Aber wenn ich mich für einen Lehrer im vajrayana entscheide, dann entsteht dieses Band und das muss allen klar sein. Bei mir war das der Fall. Ich kannte den Vertrag genau und habe ihn unterschrieben. Mit Guru devotion, samayas und allem drum und dran.
    Es kann sein, dass das anderen zu extrem sein wird. Der Text wird ihnen helfen sich zu entscheiden und ist eine klare Wahrnung. Wenn man sich darauf nicht einlassen möchte gibt es genug andere Möglichkeiten Buddhismus zu praktizieren und zu studieren. Aber wenn ich vajrayana praktiziere dann komme ich nicht an dem vorbei was in dem Text steht. Und es geht nicht darum sogyal zu schützen und seine Opfer zu diskreditieren, sondern zu erklären, wie dieser Weg m
    funktioniert! Ich hoffe die Übersetzung bringt verständlich zum Ausdruck was ich meine. Bis dahin könnt ihr das hier einfach mal im Hinterkopf behalten. Ihr dürft auch gerne anderer Meinung sein, aber dies hier ist meine :rose:

  • jianwang
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    • 17. August 2017 um 14:02
    • #367
    Nuovo:

    ...


    Meine Hochachtung ... :hug:

    Streitbar wie die im Zen bekannte Nonne "der eiserner Mühlstein"
    :shock::kiss: *wegrennt*

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Nyinje ☼
    Gast
    • 17. August 2017 um 15:40
    • #368
    jianwang:
    Nuovo:

    ...


    Meine Hochachtung ... :hug:

    Streitbar wie die im Zen bekannte Nonne "der eiserner Mühlstein"
    :shock::kiss: *wegrennt*

    :lol: hoffentlich so, dass es für alle von Nutzen ist! :hug:

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 17. August 2017 um 20:27
    • #369
    Nuovo:
    jianwang:


    Meine Hochachtung ... :hug:

    Streitbar wie die im Zen bekannte Nonne "der eiserner Mühlstein"
    :shock::kiss: *wegrennt*

    :lol: hoffentlich so, dass es für alle von Nutzen ist! :hug:


    :like:

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Turmalin 1
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    • 18. August 2017 um 00:56
    • #370

    @Nuovo: :like:

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
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    • 21. August 2017 um 11:34
    • #371

    Interessanter Artikel über Missverständnisse zur "Reinen Sicht".
    http://www.buddhistische-sekten.de/reine_sicht.html

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


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    • 21. August 2017 um 11:56
    • #372

    Vielen Dank, Losi!

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • jianwang
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    • 21. August 2017 um 12:53
    • #373

    Mein Lehrer sagte einmal: "Wenn ein Meister den Fehler eines Schülers als Fehler sieht, irrt er. Diese Dinge sind Inhalt des So-Seins des Schülers. Der Meister muss sie ansprechen und korrektiv einwirken, dem Schüler zeigend, was er anders sieht."
    Ich sehe dies für beide Richtungen als wichtig an. Auch "Fehler", welche der Schüler am/im Lehrer zu sehen glaubt muss er ansprechen, um das So-Sein des Lehrers zu erfahren oder diesen zur Korrektur zu bringen.

    Manches ist wirklich nicht der Lehre entsprechend, doch Anderes sieht er nur verkehrt. Dies zu unterscheiden und zum Verständnis zu bringen ist die Aufgabe des Lehrers, nachdem er sich selbst geprüft hat.

    _()_

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    siehst wahrhaft Du den WEG.
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  • fotost
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    • 21. August 2017 um 13:27
    • #374

    Ganz einfach, damit es den Mitlesenden im Forum einfacher wird (und um damit die Redlichkeit der Betrachtung aus der realen Welt)...


    Könnte bitte jemand, der sich laufend über das Thema informiert bitte einen aktuellen (21.08.17 13:3o) Status zu den laufenden gerichtlichen Verfahren geben?

  • Suchende2017
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    Mitglied seit
    16. September 2017
    • 16. September 2017 um 22:51
    • #375

    hatte mein Passwort vergessen und musste mich neu registrieren (bisher suchend2016)

    Hatte heute in meiner mailbox einen RigpaNewsletter

    http://www.rigpa.de/lang-de/rigpa/presse.html

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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