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Säkularer Buddhismus

  • Waldler
  • 27. März 2017 um 16:02
  • Zum letzten Beitrag
  • Schroedinger
    Gast
    • 27. April 2017 um 13:04
    • #351
    fotost:


    Das machen im Prinzip sowieso alle. Jeder sucht sich die Rosinen raus und möchte den Rest gern vergessen.

    Alle Wesen bestehen durch Nahrung, sagte Buddha - und da suchen sich eben die Leute das heraus, was ihnen schmeckt, sofern sie es sich leisten können. Und wir hier auf der Hemisphäre des Göttlichen Daseinsbereichs können es uns leisten, nur das zu essen, was uns "gut tut". Wir sind ja satt - bis zu übersatt. Deshalb hat der Buddhismus hier überhaupt eine Möglichkeit sich auszubreiten - weil wir im Überfluss leben. In Ländern, in denen Menschen hungern und Mangel leiden und sich nach dem Überfluss sehnen, da findet das Christentum Wurzeln.

    Zitat


    Wenn da nichts dazu kommt von dem was wir in den letzten 2.600 Jahren erarbeitet und erkämpft haben bleibt das Ergebnis eines sB wirklich bei dem stecken, was einige hier kritisieren, einem für Westler leicht konsumierbar gemachtem Wohlfühlbuddhismus.


    Von wem sprichst du da? Wer ist denn "wir"?
    Ich habe Zen gewählt oder Zen hat mich gewählt - weil ich alles hatte bzw. habe und die Dinge abgeben will - ich will los lassen und mich auf den Tod vorbereiten. Da kann ich nämlich gar nichts mitnehmen. Vielleicht gibt es ein paar Grabbeigaben, damit die Anderen ein gutes Gefühl haben.

  • Schroedinger
    Gast
    • 27. April 2017 um 13:23
    • #352

    Nachtrag: wenn ich bereits in den einleitenden Worten von Branding Buddha lese, dass Buddha as a popular brand, has moved from temple to market - dann fällt mir sofort das letzte Ochsenbild ein - der Markt ist ja auch nicht verkehrt, als Ort des Tausches. Tempel sind Institutionen und auch der Bettelgang ist eine institutionelle Form des "Austauschs" - worüber regt man sich da auf? So ist unsere heutige Verfassung - ein globaler Tausch.

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    fotost
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    • 27. April 2017 um 13:32
    • #353
    Tychiades:

    Wir sind ja satt - bis zu übersatt. Deshalb hat der Buddhismus hier überhaupt eine Möglichkeit sich auszubreiten - weil wir im Überfluss leben. In Ländern, in denen Menschen hungern und Mangel leiden und sich nach dem Überfluss sehnen, da findet das Christentum Wurzeln.


    und der Islam

    Tychiades:
    fotost:


    Wenn da nichts dazu kommt von dem was wir in den letzten 2.600 Jahren erarbeitet und erkämpft haben bleibt das Ergebnis eines sB wirklich bei dem stecken, was einige hier kritisieren, einem für Westler leicht konsumierbar gemachtem Wohlfühlbuddhismus.


    Von wem sprichst du da? Wer ist denn "wir"?
    Ich habe Zen gewählt oder Zen hat mich gewählt - weil ich alles hatte bzw. habe und die Dinge abgeben will - ich will los lassen und mich auf den Tod vorbereiten. Da kann ich nämlich gar nichts mitnehmen. Vielleicht gibt es ein paar Grabbeigaben, damit die Anderen ein gutes Gefühl haben.

    In dem Zusammenhang den ich gemeint habe bist Du bestimmt mehr 'wir' als die allermeisten anderen 8)

    2 Mal editiert, zuletzt von fotost (27. April 2017 um 13:48)

  • Noreply
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    • 27. April 2017 um 13:39
    • #354
    Tychiades:

    Nachtrag: wenn ich bereits in den einleitenden Worten von Branding Buddha lese, dass Buddha as a popular brand, has moved from temple to market - dann fällt mir sofort das letzte Ochsenbild ein - der Markt ist ja auch nicht verkehrt, als Ort des Tausches. Tempel sind Institutionen und auch der Bettelgang ist eine institutionelle Form des "Austauschs" - worüber regt man sich da auf? So ist unsere heutige Verfassung - ein globaler Tausch.

    Das zehnte Ochsenbild zeigt den Befreiten auf dem Markt und drumherum, um ihn, ist alles was er berühren, benutzen kann und er benutzt es, ohne Anhaftungen. Auch wenn er von irgendwo kommt ist er immer auf dem Marktplatz. Da ist kein Brunnen abgebildet weil er der Brunnen ist, der der alles gibt, alles nimmt, an nicht anhaftet.
    Der Befreite hat nicht mal eben einen Tempel in der Nähe und wenn ist das auch Marktplatz. Überall wo er ist ist Marktplatz und auch er ist Marktplatz.

    Einmal editiert, zuletzt von Noreply (27. April 2017 um 13:39)

  • void
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    Buddh. Richtung
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    • 27. April 2017 um 13:39
    • Offizieller Beitrag
    • #355
    Tychiades:

    Nachtrag: wenn ich bereits in den einleitenden Worten von Branding Buddha lese, dass Buddha as a popular brand, has moved from temple to market - dann fällt mir sofort das letzte Ochsenbild ein - der Markt ist ja auch nicht verkehrt, als Ort des Tausches. Tempel sind Institutionen und auch der Bettelgang ist eine institutionelle Form des "Austauschs" - worüber regt man sich da auf? So ist unsere heutige Verfassung - ein globaler Tausch.

    Ich lese gerade die Graphic Novel über Ikkyus Leben.

    Da wird beschrieben, wie während des Bürgerkrieges (Onin und früher) das alte System mit seinen Adeligen Gönnern am Zusammenbrechen ist.

    Die egagierteren Rinzai Mönche am Daitokuji unter Yōsō Sōi reagieren darauf, indem sie sich an das Volk wendete Und das waren in diesem Fall die reichen Händler in der Hafenstadt Sakai. Man ging also von den Palästen auf den Markt und schuf einen populären Rinzai-Buddhismus. In der Graphic Novel kommt das nahezu modern rüber - also dass es eine Zen-Mode gibt, die Werbetrommel gerührt wird und auch Zertifikate eine wichtige Rolle spielen. ( war das wirklich so ?)

    Es scheint so verschiedene mögliche ökologische Nischen zu geben: "Die Mächtige", "Die Händler" oder eben auch "die abergläubischen Bauern".

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  • Schroedinger
    Gast
    • 27. April 2017 um 13:50
    • #356
    fotost:
    Tychiades:

    Wir sind ja satt - bis zu übersatt. Deshalb hat der Buddhismus hier überhaupt eine Möglichkeit sich auszubreiten - weil wir im Überfluss leben. In Ländern, in denen Menschen hungern und Mangel leiden und sich nach dem Überfluss sehnen, da findet das Christentum Wurzeln.


    und der Islam

    Schau dir mal die ökonomischen Grundlagen dieser Religion an, dann beantwortet sich deine Frage.

    Zitat


    In dem Zusammenhang den ich gemeint habe bist Du bestimmt mehr 'wir' als die allermeisten anderen 8)

    Ic betrachte mich als verblendet. Das könnte mit dem "wir" dann hinkommen, wenn du das gemeint hast.

  • Doris
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    • 27. April 2017 um 14:01
    • #357
    Zitat

    Wenn da nichts dazu kommt von dem was wir in den letzten 2.600 Jahren erarbeitet und erkämpft haben bleibt das Ergebnis eines sB wirklich bei dem stecken, was einige hier kritisieren, einem für Westler leicht konsumierbar gemachtem Wohlfühlbuddhismus.

    Lieber fotost,

    ob was "Wohlfühlbuddhismus" ist oder nicht, hängt doch ausschließlich vom Rezipienten ab. Wenn ich will, dann mache ich es mir auch auf einem Nagelbrett bequem. Es gibt Leute, die finden es zutiefst befriedigend sich zu kasteien und kokettieren mit Entsagung und Mediationsmarathons.

    Diese Wohlfühdiskussion halte ich zu einem großen Teil für oberflächlich, vorverurteilend und arrogant und in sich widersprüchlich.
    Es trifft außerdem die meisten: Bisher hat hier noch jeder behauptet, er sei beim Buddhismus gelandet, und dann auch noch in seiner speziellen Sangha, weil er sich da wohlfühlt. Besonders oft äußern das doch diejenigen, die die Sangha gewechselt haben, gerade weil sie sich in der anderen nicht wohlgefühlt haben.

    Ein säkularer Ansatz ist in meinen Augen gar nicht geeignet, um es sich bequem zu machen, du musst alles hinterfragen.

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Schroedinger
    Gast
    • 27. April 2017 um 14:54
    • #358
    Doris Rasevic-Benz:


    Diese Wohlfühdiskussion halte ich zu einem großen Teil für oberflächlich, vorverurteilend und arrogant und in sich widersprüchlich.
    Es trifft außerdem die meisten: Bisher hat hier noch jeder behauptet, er sei beim Buddhismus gelandet, und dann auch noch in seiner speziellen Sangha, weil er sich da wohlfühlt. Besonders oft äußern das doch diejenigen, die die Sangha gewechselt haben, gerade weil sie sich in der anderen nicht wohlgefühlt haben.

    Ein säkularer Ansatz ist in meinen Augen gar nicht geeignet, um es sich bequem zu machen, du musst alles hinterfragen.

    Ich hoffe du erkennst deine Widersprüchlichkeit.
    Ich denke, dass ein Sesshin von einer Woche erst am Ende sich als gelungen zeigen kann. Da wird vom Körper-Geist eine Menge abverlangt und ich kann das auch keinem als Wohlfühlbuddhismus verkaufen. Ich verkaufe da sowieso nichts. Aber diejenigen, die missionieren, müssen natürlich Merkmale beschreiben und da ist wenig Abschreckendes dabei.
    Ich bin auch nicht in einer Sangha, in der ich mich wohl fühle - ich bin dort, weil es bei mir "um die Ecke ist". Ich sitze immer mit "Arschlöchern" zusammen. Und das ist nur auszuhalten, weil alle da schweigen. Zum Glück wird da eben nicht geredet.

  • void
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    • 27. April 2017 um 15:04
    • Offizieller Beitrag
    • #359
    Doris Rasevic-Benz:


    Wie kann es sein, dass ich Vajrayani bin und dennoch säkular?
    
Weil ich mit der Bildwelt gut zurecht komme, auch weil ich mit mehreren Religionen aufgewachsen bin und ein Mensch bin, der Übung mit Bildhaftigkeit hat. Weil ich in ihr Bedeutung erkennen kann, die was mit mir zu tun hat. Weil ich das als kulturelle Ausformung sehen und akzeptieren kann, ohne mich gleich damit identifizieren zu müssen. Es ist wie in der Kunst: Ich kann mit einem Gemälde von Kandinsky was anfangen, die Wahrhaftigkeit darin erkennen, den persönlichen Bezug zu mir herstellen, kann sogar mit den Symbolen spielen, muss diese aber nicht zu meinen eigenen Symbolen machen, sondern kann in Transferleistung meine eigenen kulturellen Analogien dazu finden. Es entsteht eine Mischkultur. Wie bei jeden Individuum, jeder Kultur, in jeder Zeit. Das ist ein universelles Phänomen, dessen man sich bewusst werden sollte, und das ich für eine der Grundaussagen des Buddha halte. Letztendlich ist auch der tibetische Buddhismus ein Floß, das losgelassen werden muss. Das gilt für jede Tradition. Weshalb es redundant ist, sich mit einer Tradition zu identifizieren oder sie als einzig richtige zu betrachten, weil eben viele Wege nach Rom führen. Natürlich kann aber jeder auch den Umweg über die Identifikation nehmen, sich also Eigner eines Floßes wähnen …

    Ich verstehe nicht recht, was du da jetzt mit säkular meinst.
    Was ist denn da der Unterschied zu einer pragmatischen Auffassung?

    Schon die von dir angsprochenen Metapher vom Floss, drückt ja aus, das die Lehre (und damit einzelne Konzepte) nicht "absolute Wahrheiten" sind, sondern einfach Mittel zum Zweck sind, Befreiung zu erlangen.

    Jemand, der einzelne buddhitischen Lehrinhalte nicht "absolut" sondern als "Werkzeuge" sieht, würde ich als einen "pragmatischen Buddhist" sehen. So jemand kann natülich auch Vajrayana-Praktizierender sein. ( Wird denn an dem Floss zu hängen, in einer Tradition als gut gesehen)

    Während ein "säkulares Buddhist" im Gegensatz dazu jemand ist, der bestimmte "Werkzeuge" deswegen für sich ablehnt, weil sie nicht mit der heutige Zeit kompatibel sind.

    Während ein pragmatischer Buddhist, jede buddhitische Praxis durchführen kann, wenn sie nur zielführend ist.

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  • Morpho
    Gast
    • 27. April 2017 um 15:09
    • #360

    fotost:

    Zitat

    bleibt das Ergebnis eines sB wirklich bei dem stecken, was einige hier kritisieren, einem für Westler leicht konsumierbar gemachtem Wohlfühlbuddhismus.

    Egobuddhismus. Haste doch jetzt schon. Und wehe es beunruhigt einen etwas am Dharma.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (27. April 2017 um 15:32)

  • Doris
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    • 27. April 2017 um 15:11
    • #361

    Lieber Tychiades,

    dass ein Sessin anstrengend ist, ist noch kein Beweis dafür, dass man sich nicht auch wohlfühlt dabei. Das könnte ja Dein persönliches Nagelbrett sein.

    Ich sehe den Widerspruch darin, zu glauben, man dürfe sich nicht wohlfühlen und die Entscheidung für den Dharma usw. sei keine Entscheidung, bei der das Wohlgefühl nicht auch eine Rolle spielen würde.

    Alles Arschlöcher in Deiner Sangha? Wow! Ich kenne so wenige davon, dass Jahre vergehen müssen, bis mir mal zwei gleichzeitig begegnen. :?


    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris
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    • 27. April 2017 um 15:22
    • #362
    void:


    Ich verstehe nicht recht, was du da jetzt mit säkular meinst.
    Was ist denn da der Unterschied zu einer pragmatischen Auffassung?

    Schon die von dir angsprochenen Metapher vom Floss, drückt ja aus, das die Lehre (und damit einzelne Konzepte) nicht "absolute Wahrheiten" sind, sondern einfach Mittel zum Zweck sind, Befreiung zu erlangen.

    Jemand, der einzelne buddhitischen Lehrinhalte nicht "absolut" sondern als "Werkzeuge" sieht, würde ich als einen "pragmatischen Buddhist" sehen. So jemand kann natülich auch Vajrayana-Praktizierender sein. ( Wird denn an dem Floss zu hängen, in einer Tradition als gut gesehen)

    Während ein "säkulares Buddhist" im Gegensatz dazu jemand ist, der bestimmte "Werkzeuge" deswegen für sich ablehnt, weil sie nicht mit der heutige Zeit kompatibel sind.

    Während ein pragmatischer Buddhist, jede buddhitische Praxis durchführen kann, wenn sie nur zielführend ist.

    Säkular und pragmatisch sind miteinander verbunden.
    Ein Werkzeug, das mit der heutigen Zeit nicht kompatibel ist, würde seinen Zweck nicht mehr richtig erfüllen. Es wäre demnach pragmatisch, es nicht mehr anzuwenden, sondern durch ein geeigneteres zu ersetzen.

    Ich vermute, Du denkst, dass ein säkularer Ansatz gleichbedeutend ist mit der Gründung einer neuen Traditionslinie, also vergleichbar mit Zen, Theravada usw. Aber darum geht es nicht. Das ist ein linienübergreifender Ansatz, der sowohl innerhalb als auch außerhalb vorhandener Traditionen greift. Es könnte sein, dass daraus eine neue Sekte entsteht, so wie nach dem Tode Buddhas eine neue Sekte entstanden ist. Genauso gut könnte es ein individueller Ansatz bleiben. So wie im Christentum das reformatorische Denken nicht nur die neuen Bekenntnisse begründet hat, sondern auch die alte römischen Kirche davon ergriffen wurde.

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • xxx
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    • 27. April 2017 um 15:35
    • #363

    Mich erstaunt nicht, dass der Begriff säkularer Buddhismus polarisiert, handelt es sich bei der Bezeichnug doch um ein klassisches Oxymoron (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Oxymoron)

    Das Adjektiv "säkular" bezeichnet eine Philosophie/Psychologie ohne metaphysisch transzendentem Firlefanz.

    Das Nomen Buddhismus hingegen bezeichnet eine Weltreligion mit all dem methaphysisch transzendentalem Firlefanz als integralem Bestanteil jeder Religion.

    Die Bezeichnung "säkularer Buddhismus" ist genauso Paradox wie eine Bezeichnung säkularer Katholizismus, säkularer Islam, säkulares Judentum, säkularer Schamanismus oder sonst ein transzendent metaphysisches Religionsgebäude es wäre.

    Die Bezeichnung säkulare Buddhismus ist deshalb Quatsch, die Idee dahinter jedoch keineswegs.
    Wer den Palikanon aufmerksam liest wird nämlich schnell bemerken, dass die Lehre Buddhas eine sehr pragmatische ist. Sie lehrt keine transzendenten oder metaphysischen Inhalte. Solche werden zwar gelegentlich in den Tiptaka(Palikanon) beschrieben, sind meiner Ansicht nach jedoch mehr kulturell bedingt und nicht integraler Bestanteil der Lehre Buddhas.
    Die ursprünglich pragmatische Lehre Buddhas ist mittlerweile im Palikanon unter einigem an verblendet hinzugefügten, historisch bedingtem sozio-kulturellem Ballast verborgen.

    So gesehen ist die Lehre Buddhas(Buddhadhamma) imho eine rein pragmatisch säkulare, Buddhismus als Religion jedoch nicht.

    Wie ihr lest unterscheide ich persönlich strikt zwischen der "Lehre Buddhas" und der "Religion Buddhismus". Wobei beide ihre Berechtigung haben und koexistieren müssen.

    Nun ist es leider so, dass es unzählige Lehren (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zeittafel…ophiegeschichte, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von…ahrungsmethoden)gibt aber nur wenige Religionen. Verständlich, dass jeder seine Lehre gerne als Religion ausgibt oder sie gerne damit schmückt, schliesslich hat man so weniger Konkurrenz und mehr Glaubwürdigkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von xxx (27. April 2017 um 15:42)

  • Morpho
    Gast
    • 27. April 2017 um 15:40
    • #364

    Also wenn die Hindernisse a) Schmerz b) Müdigkeit c) d) e) ... sag ich nicht,
    ist mich wohlfühlen das letzte was ich von einer intensiven Praxisperiode erwarte oder wo ich sagen täte: Du fühlst dich nicht wohl ? dann arbeite mal an dir. :D

    Doris:

    Zitat

    Ein säkularer Ansatz ist in meinen Augen gar nicht geeignet, um es sich bequem zu machen, du musst alles hinterfragen.

    Na wenn das nicht mal bequem ist. Praxis, sich einlassen, ... äh, das muss ich erst mal alles hinterfragen; ich melde mich dann gegebenenfalls. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (27. April 2017 um 15:48)

  • void
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    • 27. April 2017 um 15:45
    • Offizieller Beitrag
    • #365
    Doris Rasevic-Benz:


    Säkular und pragmatisch sind miteinander verbunden.
    Ein Werkzeug, das mit der heutigen Zeit nicht kompatibel ist, würde seinen Zweck nicht mehr richtig erfüllen. Es wäre demnach pragmatisch, es nicht mehr anzuwenden, sondern durch ein geeigneteres zu ersetzen.

    Ja gut, das betrifft ja zwei Ebene:

    1. Die inividuelle Ebene, also dass sichergestellt ist, dass es zur Befreiung führt. Da muss man ja vom Ziel aus denken. Wenn man einen Arhat hat, dann kann der einem sagen, was für ihn persönlich gute Trittsteine waren, und was auf dem Weg zum Ziel irrelevant war. Während einem jemand, der das Ziel nicht erreicht hat, das womöglich nicht kann.

    2. Die organisatorische Ebene: Die Organisation muss unter den Umständen erhalten beleiben. Es braucht neue Leute, Strukturen - man ist Teil der Gesellschaft, und muss unter den gegewärtigen Umständen bestehen bleiben. Darf sich aber nicht so an sie anpassen, dass das bei veränderten Umständen Türen verschliesst.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
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  • Morpho
    Gast
    • 27. April 2017 um 15:54
    • #366

    Das stimmt auch gar nicht , dass der Buddha Dharma mit zig Methoden aufwartet. Ansonsten kannst du die Praxiselemente des Dharma in ein Paket von der Größe eines Schuhkartons schnüren. Gut so ! Da ist es dann nicht mehr ganz so einfach mit rausnehmen, wat aussortieren, wat Artfremdes reinpacken.

  • Doris
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    • 27. April 2017 um 16:08
    • #367
    void:
    Doris Rasevic-Benz:


    Säkular und pragmatisch sind miteinander verbunden.
    Ein Werkzeug, das mit der heutigen Zeit nicht kompatibel ist, würde seinen Zweck nicht mehr richtig erfüllen. Es wäre demnach pragmatisch, es nicht mehr anzuwenden, sondern durch ein geeigneteres zu ersetzen.

    Ja gut, das betrifft ja zwei Ebene:

    1. Die inividuelle Ebene, also dass sichergestellt ist, dass es zur Befreiung führt. Da muss man ja vom Ziel aus denken. Wenn man einen Arhat hat, dann kann der einem sagen, was für ihn persönlich gute Trittsteine waren, und was auf dem Weg zum Ziel irrelevant war. Während einem jemand, der das Ziel nicht erreicht hat, das womöglich nicht kann.

    2. Die organisatorische Ebene: Die Organisation muss unter den Umständen erhalten beleiben. Es braucht neue Leute, Strukturen - man ist Teil der Gesellschaft, und muss unter den gegewärtigen Umständen bestehen bleiben. Darf sich aber nicht so an sie anpassen, dass das bei veränderten Umständen Türen verschliesst.

    Lieber void,

    gibt es eine Garantie, dass irgendetwas zur Befreiung führt? Dem einen geht das Licht beim Backen auf, der andere meditiert jahrelang und er wird immer noch nicht befreit.

    All die Meister und Meisterinnen, die heute leben, können uns doch sagen, was hilfreich ist. Tun sie das nicht jetzt schon? Also, ich denke, über die grundlegenden Mittel herrscht überall eine gewisse Einigkeit. Auf die kann man sich doch berufen.
    Muss ich einen Garten mit dem Aussehen eines klassischen japanischen Zen-Gartens anlegen, um den Garten in Zen-Manier zu bearbeiten? Oder geht das auch mit einem oberbayerischen Bauerngarten?

    Ich kann mit dem Punkt "Organisation" jetzt nichts anfangen. Vielleicht, weil ich den säkularen Ansatz nicht als neue Sekte betrachte, sondern als lockere Verbindung von Leuten aller möglichen Richtungen, die einen gewissen Blick auf das Ganze haben. Also nicht "Buddhismus" wie Bakram das richtig bemerkt hat. Eher eine Strömung.

    Ich meine, man sollte davon runterkommen zu glauben, es ginge um die Gründung einer neuen Sekte. Einfach weg mit diesem Vorstellungsmuster. Was sich dann am Ende daraus entwickelt, werden wir wohl nicht mehr erleben.

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Morpho
    Gast
    • 27. April 2017 um 16:13
    • #368

    Ohne "Zazen" is nicht. Und das will ich erstmal sehen, dass die Herren und Damen sich da regulär zu aufraffen tun. :D

  • void
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    • 27. April 2017 um 16:22
    • Offizieller Beitrag
    • #369
    Bakram:

    Das Adjektiv "säkular" bezeichnet eine Philosophie/Psychologie ohne metaphysisch transzendentem Firlefanz.

    Mit einem Buddhismus ohne" metaphysischen, transzedenten Firlefanz(MTF) " könnte ich ja sehr gut leben.

    Aber "Säkular" bedeutet ja nicht einfach auf "metaphysischen, transzedenten Firlefanz(MTF)" zu verzichten, sondern das "Säkulare" ist ja eng mit dem metaphysischen Grundlagen des modernen Weltbilds verbunden.

    Und dieses negiert ja häufig, überhaupt metaphysischen Grundlagen zu haben, was sie so verdammt schwer zu durchauen macht.

    Ich glaube die Metapyhsik ist so aus dem Himmel runter und hat sich dann in so den banalsten "selbsterklärensten" Begriffen versteckt. In so einfache Begriffen wie "Subjekt", "Objekt", "tote Materie", "Arbeit", "Sein" oder Wörter wie "Mensch". "Fortschritt", "Wirtschaft", "Zukunft"

    Unser Firlefanz ist für uns so trivial wahr, wie für mittlelterliche Menschen die Existenz Gottes. es ist das allerbanalste, sonnenklarste.

    Doris Rasevic-Benz:

    Alles Arschlöcher in Deiner Sangha? Wow! Ich kenne so wenige davon, dass Jahre vergehen müssen, bis mir mal zwei gleichzeitig begegnen. :?

    Manchmal ist sowas ne Frage der Nullinie. So wie ja in der Celsius-Skala was anderes auf 0 ist, als bei der Kelvin Skala. Vermutlich sind wir im Vergleich zum Durchschnittsmenschen kein Arschloch, haben aber kein Gefühl dafür, was für ein abgrundtiefes Arschloch dieser Durchschnittsmensch ist (nur halt in der S Bahn, aber das ist was anderes)

    Während die moderne ja ein positives Menchenbild hat, war das ja früher eher sehr negativ (Erbsünde).

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  • Doris
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    • 27. April 2017 um 16:31
    • #370
    void:


    Unser Firlefanz ist für uns so trivial wahr, wie für mittlelterliche Menschen die Existenz Gottes. es ist das allerbanalste, sonnenklarste.

    Darf ich raten? Du erfreust Dich einer buddhistischen Geistesschulung! :grinsen:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris
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    • 27. April 2017 um 17:06
    • #371
    Zitat

    Manchmal ist sowas ne Frage der Nullinie. So wie ja in der Celsius-Skala was anderes auf 0 ist, als bei der Kelvin Skala. Vermutlich sind wir im Vergleich zum Durchschnittsmenschen kein Arschloch, haben aber kein Gefühl dafür, was für ein abgrundtiefes Arschloch dieser Durchschnittsmensch ist (nur halt in der S Bahn, aber das ist was anderes)

    :lol:

    Das Problem scheint mir darin zu liegen, dass die A-Skala noch nicht vereinheitlicht wurde. Es liegt noch kein A-Meter in Paris. Deshalb legt jeder seine selbstgebaute Messlatte an. Ich mache das immer Daumen mal Pi …
    Warum hat die EU das eigentlich noch nicht in Angriff genommen?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Sudhana
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    • 27. April 2017 um 19:16
    • #372
    Doris Rasevic-Benz:

    Das Problem scheint mir darin zu liegen, dass die A-Skala noch nicht vereinheitlicht wurde. Es liegt noch kein A-Meter in Paris. Deshalb legt jeder seine selbstgebaute Messlatte an.


    Das ist überhaupt kein Problem - vorausgesetzt, man hat keinen blinden Fleck und sieht seine eigene Arschlochhaftigkeit so gut wie die der Anderen.

    ()

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Doris
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    • 27. April 2017 um 19:34
    • #373
    Sudhana:
    Doris Rasevic-Benz:

    Das Problem scheint mir darin zu liegen, dass die A-Skala noch nicht vereinheitlicht wurde. Es liegt noch kein A-Meter in Paris. Deshalb legt jeder seine selbstgebaute Messlatte an.


    Das ist überhaupt kein Problem - vorausgesetzt, man hat keinen blinden Fleck und sieht seine eigene Arschlochhaftigkeit so gut wie die der Anderen.

    ()


    Das geht gar nicht! Stell Dir nur vor im Fußball wären die Fußballer gleichzeitig ihre eigenen Schiedsrichter und Linienrichter! Oh je! Wo der Eine eine Schwalbe sieht, sieht der Andere ein böses Foul und der Dritte einen rutschigen Untergrund … So ein Spiel macht dann echt keinen Spaß.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Schroedinger
    Gast
    • 27. April 2017 um 21:56
    • #374
    Sudhana:
    Doris Rasevic-Benz:

    Das Problem scheint mir darin zu liegen, dass die A-Skala noch nicht vereinheitlicht wurde. Es liegt noch kein A-Meter in Paris. Deshalb legt jeder seine selbstgebaute Messlatte an.


    Das ist überhaupt kein Problem - vorausgesetzt, man hat keinen blinden Fleck und sieht seine eigene Arschlochhaftigkeit so gut wie die der Anderen.

    ()

    Zumal sie ja die "..." übersehen hat. Aber du verstehst mich. :)

  • Doris
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    • 28. April 2017 um 08:08
    • #375
    Tychiades:

    Zumal sie ja die "..." übersehen hat. Aber du verstehst mich. :)


    Na, hab i net.
    Zennies sind einfach phantasielos :roll:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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