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Zum Thema Karma

  • Freddo999
  • 24. Oktober 2016 um 13:22
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  • Askese
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    • 26. Oktober 2016 um 21:25
    • #51

    Ich würde mir da schon gern den genauen Wortlaut beim Dalai Lama ansehen wollen, denn du tust im womöglich Unrecht. Der tibetische Buddhismus - aber das ist ja ein anderes Forum - hat so seine Eigenarten, und für den Dalai Lama ist es ja wichtig, sich selbst zu legitimieren, vlt. meinst du deshalb, er hätte vom Überdauern von "Persönlichkeit" gesprochen - was ich aber bis zum Beweis des Gegenteils bezweifle.

    Sollte etwas "Persönliches" überdauern, wäre es ja etwas Illusionäres, also gerade nichts Heiliges, sondern etwas, das dem beliebigen Spiel der Illusionen ausgesetzt ist. Der Glaube ans Persönliche ist eben unausrottbar und haftet sich ab einem gewissen Alter an jeden Menschen. Was du da als "wirklich" bezeichnest, gilt es, als unwirklich zu durchschauen. Das ist der buddhistische Weg, und nicht der Versuch, die Illusionen in ein nächstes Dasein rüberzuretten.

    Das "blosse Selbst" bleibt nicht erst nach dem Verlöschen des Ego bestehen, sondern besteht ewig. Das hat mit dem Individuum nichts zu tun und braucht das Individuum oder den Menschen nicht. Es geht also auch in nichts über etc. Das findet man in den entsprechenden Sutren. Die Eigenschaften dieses blossen Selbst sind dort erklärt. Mit "Persönlichkeit" hat das nichts zu tun.

  • Spacy
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    • 26. Oktober 2016 um 21:29
    • #52

    Wenn man ein Karma braucht, um in den Gedanken konsistent zu sein, wird man Karma finden.
    Wenn man Gott braucht, um in den Gedanken konsistent zu sein, wird man Gott finden.
    Wenn man Nichts braucht, um in den Gedanken konsistent zu sein, wird man nichts finden.

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    • 26. Oktober 2016 um 21:31
    • #53
    Askese:

    Ich würde mir da schon gern den genauen Wortlaut beim Dalai Lama ansehen wollen, denn du tust im womöglich Unrecht. Der tibetische Buddhismus - aber das ist ja ein anderes Forum - hat so seine Eigenarten, und für den Dalai Lama ist es ja wichtig, sich selbst zu legitimieren, vlt. meinst du deshalb, er hätte vom Überdauern von "Persönlichkeit" gesprochen - was ich aber bis zum Beweis des Gegenteils bezweifle.

    Sollte etwas "Persönliches" überdauern, wäre es ja etwas Illusionäres, also gerade nichts Heiliges, sondern etwas, das dem beliebigen Spiel der Illusionen ausgesetzt ist. Der Glaube ans Persönliche ist eben unausrottbar und haftet sich ab einem gewissen Alter an jeden Menschen. Was du da als "wirklich" bezeichnest, gilt es, als unwirklich zu durchschauen. Das ist der buddhistische Weg, und nicht der Versuch, die Illusionen in ein nächstes Dasein rüberzuretten.

    Das "blosse Selbst" bleibt nicht erst nach dem Verlöschen des Ego bestehen, sondern besteht ewig. Das hat mit dem Individuum nichts zu tun und braucht das Individuum oder den Menschen nicht. Es geht also auch in nichts über etc. Das findet man in den entsprechenden Sutren. Die Eigenschaften dieses blossen Selbst sind dort erklärt. Mit "Persönlichkeit" hat das nichts zu tun.


    Hast du wirklich soviel Angst davor, dass nichts von dir übrig bleibt?

  • kilaya
    Gast
    • 26. Oktober 2016 um 21:34
    • #54

    Hier kann man ein bischen nachlesen über die verschiedenen Sichtweisen: https://www.tibet.de/zeitschrift/re…d8fdc5ed6d4a5d9

    Von da:

    Zitat

    Auch ist es falsch zu behaupten, das Selbst würde gar nicht existieren. Das Selbst existiert; wir begehen Handlungen, erfahren die Früchte unserer Handlungen in Form von Glück und Leiden usw. Als Konsequenz der Untersuchung bleibt nur übrig, daß das Selbst in bloßer Abhängigkeit als Benennung auf der Grundlage der Aggregate existiert und nicht in irgendeiner Weise von der Seite der Aggregate her, auf eine inhärente Weise.

  • gbg
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    • 26. Oktober 2016 um 21:39
    • #55
    Spacy:


    Hast du wirklich soviel Angst davor, dass nichts von dir übrig bleibt?

    Das EGO ist auch beim Buddha vorhanden nur erhält es keine Nahrung mehr durch Angst/Glück.
    Er kann noch wütend werden wie Hiob.

    Denn die Wut im Verborgenen ist das Feuer das nie erlischt.
    Der Buddha ist zufrieden er ist bei sich angekommen aber Unzufriedenheit bleibt als Kontrapunkt bestehen eben als Wut im Verborgenen.

    Erst nach der Buddhaschaft ist man im Frieden und in der Glückseligkeit bei anderen angekommen wie bei sich selbst.

  • Spacy
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    • 26. Oktober 2016 um 21:46
    • #56

    Wut ist "nur" Abgrenzung - ergo kein Verständnis.
    Das Ego ist das Sein, dass sich reflektiert. Ein völlig hoffnungsloser Versuch, die Wirklichkeit zu begreifen. Das ICH ist der Versuch einer Komplexitätsreduktion - ebenso hoffnungslos.

    Das Ego ist der Wille, das ICH freiwillig in die Unfreiheit zu entlassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Spacy (26. Oktober 2016 um 21:51)

  • gbg
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    • 26. Oktober 2016 um 21:49
    • #57
    Spacy:

    Wut ist "nur" Abgrenzung - ergo kein Verständnis.
    Das Ego ist das Sein, dass sich reflektiert. Ein völlig hoffnungsloser Versuch, die Wirklichkeit zu begreifen.

    Wut im Verborgenen ist keine Abgrenzung, sondern Toleranz. Noch kein Frieden und keine Glückseligkeit im Aufgehen in körperlichem Dasein und seelischem Dasein für die anderen.

    Ich habe es einen Tag lang empfunden und es sind großartige Qualitäten.

  • Yofi
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    • 26. Oktober 2016 um 21:54
    • #58
    kilaya:

    Hier kann man ein bischen nachlesen über die verschiedenen Sichtweisen: https://www.tibet.de/zeitschrift/re…d8fdc5ed6d4a5d9


    Ja, das "geistige Bewusstsein" ist das Überweltliche Bewusstsein. Die Verbindung zwischen dem 5-Skandha-Bewusstsein und dem Überweltlichen, das nicht bedingt ist, sind geistige Faktoren. Die erste Grundlage ist avija (Unwissenheit), die zweite sankhara (Karmaformationen). Vielleicht sollte man diese Grundlage in Betracht ziehen. Es ist nichts Heiliges, was entsteht, die Verbindung der zwei Arten des Bewusstseins geschieht auf der Basis der Unwissenheit und der anderen zwei Wurzelbedingungen.

  • Spacy
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    • 26. Oktober 2016 um 22:42
    • #59
    Yofi:
    kilaya:

    Hier kann man ein bischen nachlesen über die verschiedenen Sichtweisen: https://www.tibet.de/zeitschrift/re…d8fdc5ed6d4a5d9


    Ja, das "geistige Bewusstsein" ist das Überweltliche Bewusstsein. Die Verbindung zwischen dem 5-Skandha-Bewusstsein und dem Überweltlichen, das nicht bedingt ist, sind geistige Faktoren. Die erste Grundlage ist avija (Unwissenheit), die zweite sankhara (Karmaformationen). Vielleicht sollte man diese Grundlage in Betracht ziehen. Es ist nichts Heiliges, was entsteht, die Verbindung der zwei Arten des Bewusstseins geschieht auf der Basis der Unwissenheit und der anderen zwei Wurzelbedingungen.


    Das "Überweltliche", das "geistige Bewußtsein", reduziert sich ganz schnell auf deine kleine Existenz!
    Wenn das Licht ausgeht, wenn die Heizung nicht mehr läuft, dann sind Gebete sicherlich hilfreich, aber nicht zielführend.
    Und wenn dein linker Arm morgens kein Gefühl mehr hat, ist das "geistige Bewußtsein" die erste Stelle, der du deine Hoffnung gibst.

    Aber, wahrscheinlich lag es ja am schlechten Karma...
    In jedem Fall ist es gut, dass es Kerzen gibt - entweder als Substitution eines Brandopfers oder halt nur als Licht- und Wärmespender. Allen so, wie man es mag - Hauptsache es überlebt das eigene Karma 8)

  • Yofi
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    • 26. Oktober 2016 um 23:36
    • #60

    Das hängt mit den Zwei Wahrheiten zusammen - das Absolute, die Konvention und die Ebene, die sich aus der Einheit ergibt. In diesem genannten Kontext ist Leiden, auch das Körperliche, bedingt und findet irgendwann sein Ende.

    Niemand im Buddhismus sagt, man müsse Karma reifen lassen und tatenlos zusehen. Dem ist nicht so. Auch bedeutet das Leid des Einen nicht, dass er in einer schlechteren oder besseren Position wäre wie ein Anderer. Das Reifen geschieht zeitversetzt, und niemand kann irgendwelche Schlüsse ziehen, weil er nicht weiß, wie es ihm in Kürze oder irgendwann in ferner Zukunft ergehen wird. Darum kann man auch annehmen, dass das Leiden ein gemeinsamer Bereich ist, ohne dabei Unterschiede zu machen, sie wären nur illusionärer Art. Auch das Dilemma der 'Erleuchtung für sich oder andere' ist eine illusionäre Sache.

  • Spacy
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    • 27. Oktober 2016 um 00:16
    • #61

    Die Erkenntnis des Absoluten ist völlig egal, wenn du Darmwinde hast.
    Und das Reifen der Frucht der Erkenntnis ist nur Fallobst am Baum des Seins.
    Erkenntnis ist austauschbar und nichtig.

  • Festus
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    • 27. Oktober 2016 um 04:16
    • #62
    Yofi:

    ... Ich denke man muss sich nicht überraschen lassen, sondern kann auch auf diesem Gebiet üben, denn das hat viele Vorteile, die ja auch beim Gespräch im Tibetischen Forum z. T. angesprochen wurden.

    Gruß, Yofi

    Na, Yofi, das hört sich jetzt an, wie ein bisschen schwanger. Schwanger sein kannst du auch nicht üben. Sag ich mal so. :)

    Ich bin immer das, was ich bin. Alles ändert sich ununterbrochen und trotzdem geschieht nichts. Es gibt keinen Grund, irgend etwas zu fürchten. Alles ist wie es ist und das ist gut so.
    Wenn es nur noch Vergänglichkeit gibt, dann ist Vergänglichkeit ewig und es gibt dann weder Entstehen noch Vergehen. Dann kann und will ich mich überraschen lassen; mal Holz, mal Asche, mal Feuer. Immer das sein, was man ist, voll und ganz.

    Aber ich will da für andere keine Religion daraus machen. Wer es anders sehen möchte soll es tun und dann wird es für ihn auch anders sein. Dann muss er eben üben, schwanger zu sein. Soll ja nicht die schlechteste Übung sein, habe ich mir sagen lassen. :grinsen::clown:

    Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
    die Dir in die Knochen fährt –

    wie könnten die Pflaumenblüten

    dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?
    (Obaku)

  • Sunu
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    • 27. Oktober 2016 um 08:41
    • #63

    Karma sehe ich immer im Zusammenhang mit Anatta. Ich habe den Eindruck gerade im Westen,klebt man sehr an "Schuld und Sühne" denken und interpretiert das in den Karmabegriff hinein. Es gibt meiner Meinung nach schon karmische Folgen, die sich im Laufe der Geschichte auch immer wieder manifestieren können. So gibt es z.b. Kinder mit ausgewachsenem Kriegstrauma, obwohl diese nie einen Krieg gesehen haben...
    http://m.spiegel.de/wissenschaft/mensch/a-610297.html
    Mit Schuld hat das Ganze aber nichts zu tun. Fur mich geht es im Buddhismus u.a. darum, sich von diesen häufig leidbehafteten Altlasten zu befreien....Damit sie nicht weiter ausgelebt und weitergegeben werden.

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    • 27. Oktober 2016 um 09:00
    • #64
    gbg:


    Das EGO ist auch beim Buddha vorhanden nur erhält es keine Nahrung mehr durch Angst/Glück.
    Er kann noch wütend werden wie Hiob.

    Ja, eine Verbindung ist noch vorhanden, sonst wäre Leben ja nicht weiter möglich, er hätte sich einfach hingelegt oder gesetzt und wäre irgendwann gestorben.

    Zitat

    Denn die Wut im Verborgenen ist das Feuer das nie erlischt.
    Der Buddha ist zufrieden er ist bei sich angekommen aber Unzufriedenheit bleibt als Kontrapunkt bestehen eben als Wut im Verborgenen.

    Wo hast Du das denn gelesen? "Der Buddha zufrieden und bei sich angekommen"?

    Wut ist u.a. eine Folge von ungelebter Trauer. Wut ist eine Emotion, die nur möglich ist, wenn ich die Ursache noch nicht durchschaut und verstanden habe.
    Einen wütendenden Buddha - auch oder gerade im Verborgenen - halte ich für undenkbar. Wäre dem so, dann würde die Wut als Tendenz ja wiedergeboren. Sie wäre eine Fessel. Und dann wäre Buddha nicht Buddha.

    _()_ Monika

  • kilaya
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    • 27. Oktober 2016 um 12:54
    • #65
    Sunu:

    Karma sehe ich immer im Zusammenhang mit Anatta. Ich habe den Eindruck gerade im Westen,klebt man sehr an "Schuld und Sühne" denken und interpretiert das in den Karmabegriff hinein. Es gibt meiner Meinung nach schon karmische Folgen, die sich im Laufe der Geschichte auch immer wieder manifestieren können. So gibt es z.b. Kinder mit ausgewachsenem Kriegstrauma, obwohl diese nie einen Krieg gesehen haben...
    http://m.spiegel.de/wissenschaft/mensch/a-610297.html
    Mit Schuld hat das Ganze aber nichts zu tun. Fur mich geht es im Buddhismus u.a. darum, sich von diesen häufig leidbehafteten Altlasten zu befreien....Damit sie nicht weiter ausgelebt und weitergegeben werden.


    Was Du hier sagst kann man m.E. gar nicht genug betonen. Diese Idee von "Schuld" ist ganz schön klebrig und bleibt auch bei langjährigen Buddhisten oft mehr oder weniger subtil erhalten.

    kilaya

  • kilaya
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    • 27. Oktober 2016 um 13:01
    • #66
    Monikadie4.:

    Einen wütendenden Buddha - auch oder gerade im Verborgenen - halte ich für undenkbar. Wäre dem so, dann würde die Wut als Tendenz ja wiedergeboren. Sie wäre eine Fessel. Und dann wäre Buddha nicht Buddha.


    Sehe ich auch so. Schwierig wird es bei den "zornvollen Buddhas" oder einem Milarepa, der sich über einen "zornvollen Tag" freut. Das hat aber beides mit unserer menschlichen Vorstellung von Zorn nichts mehr zu tun.
    Die Schützer erscheinen nach Aussen hin zwar zornvoll, wenn nötig, ihre Aktivität ist aber aus der Stille geboren und beruht auf keinerlei "persönlicher Zwanghaftigkeit". Die Energie von Zorn mag vorhanden sein, aber sie stammt aus der Situation und wird von diesen lediglich transformiert und gespiegelt.
    Milarepas Ausruf wiederum ist nur im Kontext der Mahamudra-Lehren richtig zu verstehen.

    Solange "Zorn" oder "Wut" als etwas persönliches, aus dem Ich gespeistes, verstanden wird, ist es karmisch und damit in einem Buddha so nicht zu finden.

    kilaya

  • Yofi
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    • 27. Oktober 2016 um 13:43
    • #67
    Festus:

    Schwanger sein kannst du auch nicht üben.


    Hallo Festus, der Anfang des körperlichen Daseins hängt mit ähnlichen Umständen wie sein Ende zusammen, das ist wahr. Im Diesseits können wir aber Kenntnisse über die Funktion der Energien, die im Leben und ebenso während der Auflösung der Elemente im Körper eine spezifische Rolle spielen, gewinnen. Das hat auch mit Karma zu tun - wie Sunu schreibt:

    "... sich von diesen häufig leidbehafteten Altlasten zu befreien....Damit sie nicht weiter ausgelebt und weitergegeben werden."

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    • 27. Oktober 2016 um 15:11
    • #68
    kilaya:

    Schwierig wird es bei den "zornvollen Buddhas" oder einem Milarepa, der sich über einen "zornvollen Tag" freut. Das hat aber beides mit unserer menschlichen Vorstellung von Zorn nichts mehr zu tun.
    Die Schützer erscheinen nach Aussen hin zwar zornvoll, wenn nötig, ihre Aktivität ist aber aus der Stille geboren und beruht auf keinerlei "persönlicher Zwanghaftigkeit". Die Energie von Zorn mag vorhanden sein, aber sie stammt aus der Situation und wird von diesen lediglich transformiert und gespiegelt.
    Milarepas Ausruf wiederum ist nur im Kontext der Mahamudra-Lehren richtig zu verstehen.

    Hi Kilaya,
    das mit der "unpersönlichen" Energie sehe ich auch so.
    Die tibetischen Schützer allerdings entstammen m.E. dem Volksglauben. Ein Milarepa, der sich über einen zornvollen Tag freut, hat für mich mit der buddhistischen Lehre nichts zu tun. Aber ich verstehe den Zusammenhang und damit auch den Sinn der verschiedenen Schützer.
    _()_ Monika

  • kilaya
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    • 27. Oktober 2016 um 15:33
    • #69

    Unabhängig davon, woher die Idee stammt (immerhin sind auch sehr viele von ihnen aus dem Hinduismus übernommen) ist für mich die entscheidende Frage, was ihre tatsächliche Funktion und Bedeutung im (tantrischen) Buddhismus ist. Und da sind die Erklärungen eindeutig: die Basis der Aktivität der Weisheits-Schützer ist Leerheit und Mitgefühl, sie sind vollkommene Buddhas die sich lediglich so zeigen, wenn es notwendig ist. Da ist also nicht eine Spur von Zorn im eigentlichen Sinne.

    Was Milarepa angeht, so dienen solche Erzählungen wohl der Veranschaulichung der Mahamudra-Sichtweise für die Praktizierenden: indem man die aufsteigende Emotion in ihrer Essenz als rein annimmt, wird sie das auch. Zumindest wenn man das wirklich ohne jeglichen Zweifel und bis in die subtilsten Ebenen tut. Ob aber, wenn man das stabil verwirklicht hat, überhaupt noch Emotionen auftauchen, die nicht bereits transformiert sind, bezweifle ich durchaus auch. Aber dann bleibt immer noch das Mitgefühl in Bezug auf die Welt um einen herum.

    kilaya

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    • 27. Oktober 2016 um 16:07
    • #70
    Monikadie4.:


    Einen wütendenden Buddha - auch oder gerade im Verborgenen - halte ich für undenkbar. Wäre dem so, dann würde die Wut als Tendenz ja wiedergeboren. Sie wäre eine Fessel. Und dann wäre Buddha nicht Buddha.

    Wütend kann ich mir Buddha auch nicht vorstellen :)

    Aber manchmal ist es ganz nützlich sich vor Augen zu führen, daß der (besonders der junge) Buddha nicht immer das freundlich weichgespülte Wesen gewesen ist, als das er zu oft dargestellt wird

    Zitat


    'Ich habe alles transzendiert, ich bin allwissend,
    Bei allen Dingen unbesudelt, all-entsagend,
    Befreit durch's Ende des Begehrens. Hab' all dieses
    In mir erkannt, wen sollte ich als Lehrer nennen?

    Ich habe keinen Lehrer, Meinesgleichen
    Ist nirgends auf der ganzen Welt zu finden
    Mit allen ihren Göttern, denn ich habe
    Als Ebenbild nicht mal ein einz'ges Wesen.

    In dieser Welt bin ich der Eine, voll verwirklicht,
    Der oberste, der allerhöchste Lehrer.
    Wahrhaftig voll erleuchtet bin nur ich alleine,
    Dem alle Feuer ausgelöscht, erstickt sind.

    Ich gehe jetzt zur Stadt hin namens Kāsi
    Das Rad des Dhamma in Bewegung setzen.
    In einer Welt, die völlig blind geworden,
    Werd' ich die Trommel des Todlosen schlagen.'

    Alles anzeigen

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m026z.html Majjhima Nikāya 26

    Ich mag diesen Text. Darin erlebe ich in kleinen Ansätzen die unglaubliche Veränderung durch die Erleuchtung, die kurz davor Siddharta erlebt hat.

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    • 27. Oktober 2016 um 16:51
    • #71
    kilaya:

    Ob aber, wenn man das stabil verwirklicht hat, überhaupt noch Emotionen auftauchen, die nicht bereits transformiert sind, bezweifle ich durchaus auch. Aber dann bleibt immer noch das Mitgefühl in Bezug auf die Welt um einen herum.

    Ja :)

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    • 27. Oktober 2016 um 16:55
    • #72
    fotost:

    Aber manchmal ist es ganz nützlich sich vor Augen zu führen, daß der (besonders der junge) Buddha nicht immer das freundlich weichgespülte Wesen gewesen ist, als das er zu oft dargestellt wird

    Ich gehe davon aus, dass ein befreiter Mensch vor allem ein völlig authentischer ist, weder weichgespült noch bedrohlich. Aber er könnte durchaus bedrohlich wirken, und zwar auf jene, die ihn nicht verstehen. Aber auch diejenigen, die ihn als weichgespült wahrnehmen, verstehen ihn ja nicht.

    Zitat


    ...
    Ich gehe jetzt zur Stadt hin namens Kāsi
    Das Rad des Dhamma in Bewegung setzen.
    In einer Welt, die völlig blind geworden,
    Werd' ich die Trommel des Todlosen schlagen.'

    Zitat

    Ich mag diesen Text. Darin erlebe ich in kleinen Ansätzen die unglaubliche Veränderung durch die Erleuchtung, die kurz davor Siddharta erlebt hat.

    Ich verstehe diesen Text nicht ganz. Wer ist denn der Todlose?
    Und wie kannst Du das erleben, was der junge Buddha aussagt?
    _()_ Monika

  • fotost
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    • 27. Oktober 2016 um 18:09
    • #73
    Monikadie4.:

    ...
    Ich verstehe diesen Text nicht ganz. Wer ist denn der Todlose?
    Und wie kannst Du das erleben, was der junge Buddha aussagt?

    Zitat

    "Das Todlose, das Todlose, o Herr, sagt man. Was ist nun, o Herr, das Todlose und was ist der Pfad, der zum Todlosen führt?"

    "Was da Reizversiegung, Abwehrversiegung, Verblendungsversiegung ist, Mönch, das nennt man das Todlose. Der edle achtfältige Pfad nun, o Mönch, ist der zum Todlosen führende Pfad, nämlich rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Einigung".


    S.45.7. Ein gewisser Mönch II - 7. Dutiyaaññatarabhikkhu Sutta http://www.palikanon.com/samyutta/sam45.html

    Das Todlose ist an einigen Stellen eine Umschreibung von Nibbana. Keine Tode mehr, das Heraustreten aus dem Kreislauf.

    Und die Trommel schlagen? Nun, das war direkt nach der Entscheidung, die Lehre zu verbreiten und nicht still in Abgeschiedenheit für sich zu behalten.

    Wenn schon denn schon, rühren wir die Werbetrommel :D

    Und wie kann ich das nacherleben? Du hast sicher gesehen, daß ich das sehr relativiert habe. 'In kleinen Ansätzen' erlebe ich, wenn ich diesen Text (wieder einmal) lese, die Kraft und Überzeugung die der noch junge Buddha erlebt und auf andere ausgestrahlt hat. Die ihm erlaubt hat 45 Jahre lang unermüdlich die Lehre zu verkünden.

    Altersmäßig stehe ich dem Buddha am Ende seines Weges näher. Es kann ganz schön sein, manchmal wieder eine Ahnung jugendlicher Kraft zu erleben..

    Es ist und bleibt einer meiner Lieblingstexte.

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    • 28. Oktober 2016 um 08:23
    • #74

    Vielen Dank, fotost,
    dieser Text wäre ja auch eine Antwort auf die Frage: "Kann ich Sterben in der Meditation üben?"

    _()_ Monika

  • Carneol
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    • 29. Oktober 2016 um 19:52
    • #75
    kilaya:

    Unabhängig davon, woher die Idee stammt (immerhin sind auch sehr viele von ihnen aus dem Hinduismus übernommen) ist für mich die entscheidende Frage, was ihre tatsächliche Funktion und Bedeutung im (tantrischen) Buddhismus ist. Und da sind die Erklärungen eindeutig: die Basis der Aktivität der Weisheits-Schützer ist Leerheit und Mitgefühl, sie sind vollkommene Buddhas die sich lediglich so zeigen, wenn es notwendig ist. Da ist also nicht eine Spur von Zorn im eigentlichen Sinne.

    Was Milarepa angeht, so dienen solche Erzählungen wohl der Veranschaulichung der Mahamudra-Sichtweise für die Praktizierenden: indem man die aufsteigende Emotion in ihrer Essenz als rein annimmt, wird sie das auch. Zumindest wenn man das wirklich ohne jeglichen Zweifel und bis in die subtilsten Ebenen tut. Ob aber, wenn man das stabil verwirklicht hat, überhaupt noch Emotionen auftauchen, die nicht bereits transformiert sind, bezweifle ich durchaus auch. Aber dann bleibt immer noch das Mitgefühl in Bezug auf die Welt um einen herum.

    kilaya


    Dankeschön - wieder ein Baustein... :)

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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