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Was ist der Unterschied zwischen Samatha-Meditation und Vipassana-Meditation?

  • Irmin82
  • 29. September 2016 um 17:43
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  • Noreply
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    • 8. Oktober 2016 um 13:12
    • #101
    Yofi:

    Samatha sind innere Objekte und die Dynamik, die sie auslösen. Wenn man Geist in ihn selbst (Klarheit) und seine Faktoren (Erfassen) aufteilen will, ist Samatha die Klarheit und Vipassana das Erfassen.

    Vipassana ist also die Konzentration auf scheinbar-äußere Objekte, das Vereinnahmen des Objekts, wobei sich der Geist im Objekt selbst erkennen kann.

    Durch vorherige Analysen und die Praxis der Zwei rückt man allmählich vom statischen Denken ab, Phänomene erscheinen als prozesshafte Abläufe. Das ist das eigentliche Ziel - die Wahrnehmung der Leerheit.

    und die Wahrnehmung der Erscheinungen in ihrer Leerheit. Ohne die Erscheinungen keine Leerheit ohne Leerheit keine Erscheinungen.

  • Morpho
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 13:18
    • #102

    Yofi:

    Ist das in echt ne tibetische Version ? Oder meintest du z.b Dharmas anstatt Shamatha? Und Zuwendung und Erfassen im Sinne von Wahrnehmen, anstatt Vereinahmung ? Ansonsten versteh ich nicht wovon du redest.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (8. Oktober 2016 um 13:50)

  • Morpho
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 13:31
    • #103

    @Mirco:

    Zitat

    Wenn du also nach einer Ablenkung direkt zum Objekt zurückkehrst, auf welche Weise setzt du dann diesen Teil um?


    Jetzt passt mal auf; sowohl das Anapanasati Sutra als auch das Satipatthana Sutra sind Sutren von erwachten "Übenden", die leichterdings in s Samadhi eintreten konnten, bzw. und weil sie es nicht mal verlassen hatten. Das sieht man doch, dass die von Leuten sind, die keinerlei Schwierigkeiten hatten "zu beruhigen" und die paar bisschen Nivarana aufzulösen, die sie wie "Anhängsel" vom Bettelgang "mitbrachten". Diese rekapitulativen Beschreibungen waren/sind schlicht zum Prüfen da, ob man "auf Ekayana" ist. Wer sie als (konzeptuelle) "Steilvorlage" nimmt, kann nicht auf den Pfad kommen.

  • Morpho
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 14:01
    • #104

    *

    Ich würde mir ja auch mal die Gesinnung angucken die hinter dem Ansinnen steht einen User zum Zwecke eines Vergleiches mit "meiner Methode" oder "meiner Sichtweise" auszuwringen. Wenn ich nur einen halböffentlichen kritikablen Vergleich anstellen will, dann wäre dieses Ansinnen immerhin unredlich zu nennen; eine Lüge.

  • Yofi
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    • 8. Oktober 2016 um 14:24
    • #105
    Morpho:

    Yofi:

    Ist das in echt ne tibetische Version ?


    Das ist eine Theravada-Version. Im TB gibt es eine Form von Vipassana als Atemübung, wobei Energie-Kanäle wieder dem Bereich des Samadhi (Samatha) angehören. Im Yoga vereinen sich, als Synonyme für Samatha und Vipassana das Savikalpa und Nirvikalpa Samadhi im Sahaja Samadhi. Die Version des Theravada ist die ursprüngliche Darstellung des historischen Buddha, wobei die anderen Wege davon nicht verschieden sind insofern man das Samadhi irrtümlicherweise nicht für ein Ziel hält, was leicht passieren kann wenn man sich nur auf eine der zwei Methoden (z. B. das Visualisieren) beschränkt.

  • Yofi
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    • 8. Oktober 2016 um 14:30
    • #106
    Morpho:

    Diese rekapitulativen Beschreibungen waren/sind schlicht zum Prüfen da, ob man "auf Ekayana" ist. Wer sie als (konzeptuelle) "Steilvorlage" nimmt, kann nicht auf den Pfad kommen.


    Allerdings. Zum Prüfen ist aus meiner Sicht und Erfahrung die Kommentarliteratur bestens geeignet.

  • Morpho
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 15:04
    • #107

    Yofi:

    Zitat

    Die Version des Theravada ist die ursprüngliche Darstellung des historischen Buddha,

    Hm. Version(en) des Theravada kommen aus Aufzeichnungen des Theravada und zwar derer der Nachfolger.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 16:03
    • #108

    Hallo Yofi,

    Yofi:
    Carneol:

    Ich hab' da mehr den Yoga-Hintergrund, will damit hier im Forum aber nicht "nerven". Allerdings gibt's da schon Ähnlichkeiten...

    Eben, warum nicht. Es ist alles das Selbe.

    Der Buddha hat sich angeblich ganz klar von den verschiedenen philosophischen und meditativen Schulen seiner Zeit abgegrenzt. Er hat engeblich wiederholt deutlich gemacht, dass sein Weg sich von allen anderen unterscheidet und einzigartig ist.

    Wie also meinst du es, wenn du schreibst "Es ist alles das Selbe"?


    Freundliche Grüße

  • SpringMode5708
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 16:12
    • #109

    Hallo Carneol,

    Carneol:
    Mirco:


    Wenn du also nach einer Ablenkung direkt zum Objekt zurückkehrst, auf welche Weise setzt du dann diesen Teil um?


    Den Körper beruhigender Atem ist ca. doppelt so lange ausatmen wie einatmen. Kannst du in Stress-Situationen ja mal probieren.


    das entspüricht nicht den überlieferten Anweisungen. Den Atem kontrollierend zu verändern ist eine Yoga-Praxis. Der BUddha hat angeblich gelehrt, die geistige Aufmerksamkeit beim Atemvorgang verweilen zu lassen. Davon, den Art der Atemtätigkeit bewußt zu verändern ist an keiner Stelle die Rede. Wie man dies tut, steht im erwähnten M118 ausführlich.


    Carneol:

    Das Zurückkehren der Aufmerksamkeit bei Ablenkung auf den Atem während der Meditation hat damit aber nichts zu tun sondern man beobachtet einfach den Atem ohne darüber nachzudenken (Samatha) oder mit vollumfassendem darüber Nachdenken und sich ganz in die Betrachtung des Atems zu vertiefen, "der Atem zu sein" (Vipassana - so wie ich das jetzt verstanden habe).


    Die Aufmerksamkeit wird aber nun mal vom Objekt (hier:Atem) abgezogen. Und was dadurch geschieht ist sogar von großer Bedeutung für Körper und Geist bezüglich Meditation und Wohlergehen. Und von eben solcher Bedeutung ist dass, wie man damit umgeht, d.h. wie man zum


    Freundliche Grüße

  • Morpho
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 16:54
    • #110

    Mirco:

    Zitat

    das entspüricht nicht den überlieferten Anweisungen.


    s.o.

    Zitat

    ... einen User zum Zwecke eines Vergleiches mit "meiner Methode" oder "meiner Sichtweise" auszuwringen. Wenn ich [damit] nur [bezwecke ]einen öffentlichen kritikablen Vergleich an[zu]stellen, dann...

  • Carneol
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    • 8. Oktober 2016 um 17:18
    • #111
    Yofi:

    Samatha sind innere Objekte und die Dynamik, die sie auslösen. Wenn man Geist in ihn selbst (Klarheit) und seine Faktoren (Erfassen) aufteilen will, ist Samatha die Klarheit und Vipassana das Erfassen.

    Vipassana ist also die Konzentration auf scheinbar-äußere Objekte, das Vereinnahmen des Objekts, wobei sich der Geist im Objekt selbst erkennen kann.

    Durch vorherige Analysen und die Praxis der Zwei rückt man allmählich vom statischen Denken ab, Phänomene erscheinen als prozesshafte Abläufe. Das ist das eigentliche Ziel - die Wahrnehmung der Leerheit.


    Danke dir, Yofi. :):om:

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  • Yofi
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    • 8. Oktober 2016 um 18:47
    • #112
    Mirco:

    ...

    Wie also meinst du es, wenn du schreibst "Es ist alles das Selbe"?


    Ich meine schon, dass der Buddhismus eine einzigartige und sehr effektive Methode ist, durch die man Zustände erreichen kann, die universell und daher von Methoden abgekoppelt sind. Trotzdem kann man die Tatsache nicht leugnen, dass es Freigeister gibt, die diese Zustände anhand der bloßen Dynamik der eigenen geistigen Kräfte erreichen könne, u. a. weil vermutlich auch der historische Buddha einer von ihnen gewesen ist. Deshalb ist auch naheliegend, dass andere Methoden zum Ziel führen können.

  • Morpho
    Gast
    • 8. Oktober 2016 um 19:16
    • #113

    Ursprünglich heißt es gar nicht Meditation oder Methode.
    sondern --- bhavana wie in: samathabhāvanā und vipassanā-bhāvanā.

    und als samatha-yānika wird z.b. einer bezeichnet der samatha als vehikel der übung hat
    --- vehikel... yana, wie in mahayana oder vaijrayana oder bodhisattvayana, als "pfad" ; ich bevorzuge die übersetzung: "modus" ; außerdem ist yana eine metapher für "spirituelle reise" oder "fahrt"
    ekayana wiederum steht für das "eine fahrzeug", den "einen pfad" (den achtfachen pfad) es sollte widersinnig sein, "eine methode" als "ekayana" zu offererieren

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (8. Oktober 2016 um 19:48)

  • Yofi
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    • 8. Oktober 2016 um 19:32
    • #114

    @ Carneol und Mirco:

    Samatha-Samadhi-Vertiefung kommt entweder mit geistigen Objekten oder keinen Objekten klar. Das ist die s. g. Versenkung in die Natur des Geistes.

    Tibetischer Yoga, Tsa Lung, Yoga allgemein arbeiten nicht wie Vipassana mit der Konzentration auf den Atem selbst, sondern auf Körperfunktionen bzw. Energien. Diese Objekte gehören der gleichen Kategorie an wie das Atmen, und es geht nicht um die Objekte selbst, sondern um die Wirkung dieser Übungen.

    Ganz doof ausgedrückt wenn man wissen will, was Obst ist, ist es egal, ob man über Äpfel oder Weintrauben kontempliert.

    Wenn jemand aber z. B. subtile Energien für etwas nutzen möchte, dann gehört das auf dem Weg der Befreiung tatsächlich der Kategorie der Hemmungen an, weil Befreiung auch das Aufgeben aller Zwecke impliziert.

  • Spacy
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    • 8. Oktober 2016 um 19:49
    • #115
    Yofi:

    @ Carneol und Mirco:

    Samatha-Samadhi-Vertiefung kommt entweder mit geistigen Objekten oder keinen Objekten klar. Das ist die s. g. Versenkung in die Natur des Geistes.

    Tibetischer Yoga, Tsa Lung, Yoga allgemein arbeiten nicht wie Vipassana mit der Konzentration auf den Atem selbst, sondern auf Körperfunktionen bzw. Energien. Diese Objekte gehören der gleichen Kategorie an wie das Atmen, und es geht nicht um die Objekte selbst, sondern um die Wirkung dieser Übungen.

    Ganz doof ausgedrückt wenn man wissen will, was Obst ist, ist es egal, ob man über Äpfel oder Weintrauben kontempliert.

    Wenn jemand aber z. B. subtile Energien für etwas nutzen möchte, dann gehört das auf dem Weg der Befreiung tatsächlich der Kategorie der Hemmungen an, weil Befreiung auch das Aufgeben aller Zwecke impliziert.


    Was meinst du mit "Zweck"? Gründe?
    Und was Hemmungen anbelangt: es gibt nur eine Hemmung - nicht nicht sein zu wollen sobald man ein Ich hat.

  • Samten
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    • 8. Oktober 2016 um 21:43
    • #116
    Mirco:

    Hallo Samten,

    ich habe deine Aussagen unserer Unterhaltung mal in einem Zitat zusammengefasst. Dann bleibt es leicht nachvollziehbar:

    Samten:


    Shamatha is ne ganz simple und einfach zu bewerkstelligende Angelegenheit.

    Wir kehren bei Ablenkung einfach zum Atem zurück, ohne zu fokussieren.

    Einfach so. Ohne Fokus auf den Atem, nur "Wahrnehmen", nicht mehr.

    Man kann das Ablenkende auch noch als "Denken" benennen, aber ich lass das wohl meistens sein. Und Atem weil Atem eben jetzt/hier ist und sonst nix, so ganz unspektakulär.


    Bei mir geht das seit "einigen Jahren" ganz schön gut. Bin ja auch nur "Gelegenheits-Meditierer.

    Wo siehst du da'n Problem, dass das man nicht gutgeht?

    Alles anzeigen


    bei der Beschreibung, auf welche Weise du nach einer Ablenkung zum Objekt (hier: Atem) zurückkehrst, kam mir folgende Textstelle aus der 'Lehrrede von Achtsamkeit beim Atem' (M118) in den Sinn:


    Zitat

    Er praktiziert so: "Den Körper beruhigend werde ich ein/aus atmen".


    Wenn du also nach einer Ablenkung direkt zum Objekt zurückkehrst, auf welche Weise setzt du dann diesen Teil um?


    Freundliche Grüße

    Alles anzeigen

    Atem "geschieht" von alleine, da brauchts kein zutun von einem "Ich",ist meines erachtens ein falscher Ansatz, und auch nicht den "Körper beruhigend", wozu Manipulation..ist doch nur ein fortführen unserer gewohnten verinnerlichten Muster.....
    was kommt das kommt und geht auch wieder.
    sorry, das studieren der Speisenkarte macht nicht satt.

  • Yofi
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    • 8. Oktober 2016 um 22:32
    • #117
    Spacy:

    Was meinst du mit "Zweck"? Gründe?
    Und was Hemmungen anbelangt: es gibt nur eine Hemmung - nicht nicht sein zu wollen sobald man ein Ich hat.


    Zweck oder Grund dafür, etwas sein/haben oder nicht sein/haben zu wollen. Ideen als bloße Ideen nicht erkennen und sie nicht weglassen können wenn es um Leben und Tod geht insofern diese keine Gegensätze mehr sind... Ja, das ist jetzt etwas brutal gesagt. :grinsen: Gruß

  • Carneol
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    • 9. Oktober 2016 um 00:17
    • #118
    Morpho:

    Mirco:

    Zitat

    das entspüricht nicht den überlieferten Anweisungen.


    s.o.

    Zitat

    ... einen User zum Zwecke eines Vergleiches mit "meiner Methode" oder "meiner Sichtweise" auszuwringen. Wenn ich [damit] nur [bezwecke ]einen öffentlichen kritikablen Vergleich an[zu]stellen, dann...


    Danke dir, Morpho, ich weiß was du meinst. ^^ Aber letztendlich hat mein Eingehen auf die gestellten Fragen - unabhängig von der Absicht des Fragestellers - uns hier im Thema weitergebracht, oder meinst du nicht? Vielen lieben Dank hier auch nochmal an Yofi! :):rainbow:

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Elliot
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    • 9. Oktober 2016 um 08:34
    • #119
    Morpho:

    elliot:

    Zitat

    Denn dort steht, a) dass 'Dinge' durchaus eine gewisse Realität oder Eigenexistenz (als äußere Formen)

    Natürlich sind Dharmas konventionell real, aber nicht als Entitäten; deswegen leer (bar) von Eigennatur. Das ist ja das illusionäre, dass wir Dharmas als Entitäten wahrnehmen - auch uns "selbst". Und es ist Upādāna was diese Wahrnehmung erzeugt, nicht die gewöhnliche Hinwendung, sondern Wähnen, Greifen, Aneignen.


    So ist es nicht.

    Zitat

    "Bedingt durch Auge und Formen entsteht Sehbewußtsein; das Zusammentreffen der drei ist Kontakt [6]; durch den Kontakt bedingt ist Gefühl. Was man fühlt, das nimmt man wahr."

    (Majjhima Nikāya 18: Der Honigkuchen - Madhupiṇḍika Sutta)

    "Gefühl, Wahrnehmung und Bewußtsein, Freund - diese Geisteszustände sind miteinander verbunden, nicht getrennt, und es ist unmöglich, einen dieser Zustände von den anderen zu trennen, um den Unterschied zwischen ihnen beschreiben zu können. Denn, was man fühlt, das nimmt man wahr, und was man wahrnimmt, das erfährt man. Deshalb sind diese Geisteszustände miteinander verbunden, nicht getrennt, und es ist unmöglich, einen dieser Zustände von den anderen zu trennen, um den Unterschied zwischen ihnen beschreiben zu können [3]."

    (Majjhima Nikāya 43: Die längere Reihe von Fragen und Antworten - Mahāvedalla Sutta)


    Upādāna (= Ergreifen, Festhalten, Anhaften) ensteht erst in Abhängigkeit von Kontakt, Gefühl, Wahrnehmung und Bewusstsein:

    Zitat

    Es gibt diese vier Arten des Anhaftens ( Upādāna ): Anhaften an Sinneserleben, Anhaften an Ansichten, Anhaften an Regeln und Ritualen, und Anhaften an einer Lehre über ein Selbst.

    Mit dem Ursprung von Begehren (tanha = Verlangen, Durst) ist der Ursprung des Anhaftens.
    Mit dem Aufhören von Begehren ist das Aufhören des Anhaftens.

    Mit dem Ursprung von Gefühl ist der Ursprung von Begehren.
    Mit dem Aufhören von Gefühl ist das Aufhören von Begehren.

    Mit dem Ursprung von Kontakt ist der Ursprung von Gefühl.
    Mit dem Aufhören von Kontakt ist das Aufhören von Gefühl.

    (Majjhima Nikāya 9: Richtige Ansicht - Sammādiṭṭhi Sutta)

    "Freund Visākha, wenn ein Bhikkhu das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl erlangt, kommt ihm nicht der Gedanke: 'Ich werde das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl erlangen', oder 'Ich erlange gerade das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl', oder 'Ich habe das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl erlangt'; sondern sein Geist ist bereits dahingehend entwickelt, daß er ihn zu diesem Zustand führt."

    (Majjhima Nikāya 44: Die kürzere Reihe von Fragen und Antworten - Cūḷavedalla Sutta)

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  • Elliot
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    • 9. Oktober 2016 um 08:41
    • #120
    Yofi:
    Elliot:

    Denn dort steht, a) dass 'Dinge' durchaus eine gewisse Realität oder Eigenexistenz (als äußere Formen) besitzen und b) dass für ihre Wahrnehmung nicht notwendig Ergreifen (Upadana), sondern lediglich eine "passende Hinwendung" ( tajjo samannāhāro ) erforderlich ist:..


    In den vier formlosen Jhanas gibt es diese Zuwendung m. W. nicht, aber die Phänomene bleiben bis zur Arhatschaft als potentielle Objekte der Anhaftung vorhanden.


    Form gibt es dort nicht mehr, wohl aber Gefühl und Wahrnehmung:

    Zitat

    ... mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Bewußtseinsunendlichkeit, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt 'da ist nichts', tritt er in das Gebiet der Nichtsheit ein und verweilt darin."

    "Was auch immer darin an Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewußtsein existiert, er sieht diese Zustände als vergänglich, als Dukkha, als eine Krankheit, als ein Geschwür, als einen Stachel, als ein Unglück, als Leid, als fremd, als etwas, das sich auflöst, als leer, als Nicht-Selbst. Er wendet seinen Geist von diesen Zuständen ab und lenkt ihn so zum todlosen Element: 'Dies ist das friedvolle, dies ist das höchste, nämlich die Stillung aller Gestaltungen, das Loslassen aller Vereinnahmung, die Vernichtung allen Begehrens, die Lossagung, das Aufhören, Nibbāna.' Auf dieser Grundlage erlangt er die Vernichtung der Triebe. Aber wenn er die Vernichtung der Triebe nicht erlangt, dann wird er aufgrund jener Begierde nach dem Dhamma, jenes Entzückens über das Dhamma, mit der Vernichtung der fünf niedrigeren Fesseln, einer, der dazu bestimmt ist, spontan (in den Reinen Bereichen) wiederzuerscheinen und dort Nibbāna zu erlangen, ohne je von jener Welt zurückzukehren. Dies ist der Pfad, der Weg zur Überwindung der fünf niedrigeren Fesseln."

    (Majjhima Nikāya 64: Die längere Lehrrede an Māluṅkyāputta - Mahāmāluṅkya Sutta)


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    • 9. Oktober 2016 um 08:45
    • #121
    Mirco:

    Den Atem kontrollierend zu verändern ist eine Yoga-Praxis. Der BUddha hat angeblich gelehrt, die geistige Aufmerksamkeit beim Atemvorgang verweilen zu lassen. Davon, den Art der Atemtätigkeit bewußt zu verändern ist an keiner Stelle die Rede.


    Zumindest der Vergleich mit dem Drechsler deutet aber daraufhin, dass es sich hier nicht um eine rein passive Beobachtung des Atemvorgangs handelt:

    Zitat

    "Und wie, ihr Bhikkhus, verweilt ein Bhikkhu, indem er den Körper als einen Körper betrachtet? Da setzt sich ein Bhikkhu [3] nieder, nachdem er in den Wald oder zum Fuße eines Baumes oder in eine leere Hütte gegangen ist; nachdem er die Beine gekreuzt, den Oberkörper aufgerichtet und die Achtsamkeit vor sich verankert hat, atmet er völlig achtsam ein, achtsam atmet er aus. Wenn er lang einatmet, versteht er: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper [4] erleben;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers [5] beruhigen;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.' So wie ein geschickter Drechsler oder sein Gehilfe versteht, wenn er eine lange Drehung macht: 'Ich mache eine lange Drehung;' oder wie er versteht, wenn er eine kurze Drehung macht: 'Ich mache eine kurze Drehung;' genauso versteht ein Bhikkhu, wenn er lang einatmet: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.'"

    (Majjhima Nikāya 10: Die Grundlagen der Achtsamkeit - Satipaṭṭhāna Sutta)


    Viele Grüße
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  • Samten
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    • 9. Oktober 2016 um 10:22
    • #122

    ...also bei nem Handwerker würden wir als Handwerker sagen: der soll mal sein Lehrgeld zurückzahlen..:p:p...theorie für den Theo Retiker.

  • pamokkha
    Gast
    • 9. Oktober 2016 um 21:16
    • #123

    Erstmal Moin und vielen Dank, Sudhana, für deine Antwort. Ich denke, ich verstehe dich jetzt besser. Aber ich denke auch, du weißt, dass ich dir dahin nicht folgen kann.

    Elliot hat ja schon die Lehrrede von der rechten Ansicht zitiert. Da sieht man recht gut, das upadana nur mit Unheisamen verbunden ist und mit dem Verschwinden von tanha untergeht. Dies ist das Theravada-Verständnis und ich gehe davon aus, dass es in Übereinstimmung mit dem Buddha steht.

    Sudhana:

    ob das Ergreifen akuśala (ein karmisch unheilvoller Akt) ist, hängt von den beteiligten mentalen Faktoren (Cetasika) ab. Wenn der Cetasika Unwissenheit (Moha) nicht (mehr) beteiligt ist, existiert die Freiheit, zwischen unheilsamem, heilsamem und karmisch neutralem Upādāna zu wählen. "Man" weiss, was "man" tut und welche Folgen es hat (und wird in aller Regel Unheilsames vermeiden)... Der Erwachte hat nicht nur die oben erwähnte Wahlfreiheit bezüglich der karmischen Natur ergriffener Objekte – er hat auch die Freiheit, keine Objekte zu ergreifen.

    Ich gehe nicht davon aus, dass er die Wahlfreiheit hat, karmisch Unheilsames zu tun. Deswegen ist er ja ein Heiliger.

    Sudhana:

    Konzentration (Śamatha) ist jedoch nicht identisch mit Ekāgratā

    Du hattest schon in einem vorhergehenden Post samatha mit Konzentration übersetzt. Samatha verstehe ich als Gemütsruhe oder Geistesruhe. Konzentration oder Sammlung ist für mich samadhi. Und in MN44 heißt es: "die Einspitzigkeit [ekaggata] des Herzens ... ist Konzentration [samadhi]" (https://suttacentral.net/de/mn44).

    Sudhana:

    dass die bewusste „Wahrnehmung" (d.h. ein Erkennen) des „schnell fließenden Fluss[es] an Objekten" erst möglich ist, wenn man sich von dem einen Konzentrationsobjekt löst – jedoch ohne ein anderes zu ergreifen. Man könnte das dann „objektfreie Konzentration" nennen, was jedoch ein Widerspruch in sich wäre - jedenfalls nach meinem Verständnis des Begriffs ‚Konzentration‘, weswegen ich in diesem Kontext den Fachbegriff Jōriki vorziehe.

    Diesen schnell fließenden Objektfluss gibt es in der Vipassana-Meditation, nicht in der Samatha-Meditation. Und daher verwendet die theravadische Meditationstheorie die schon von mir hier eingeführten Begriffe: khanika-samadhi als bewegliche und momentane Konzentration und appana-samadhi als Absorptionskonzentration.

    Kennst du einen guten Text zu joriki? Meinst du mit joriki diese chinesischen Zeichen 定力? Wie gesagt, ohne die Verwendung des Begriffes zu kennen, würde ich 定力 intuitiv der Absorptionskonzentration zu ordnen. 定 ist etwas, wenn es fix, fest, stabil ist.

    Sudhana:

    ich halte es im Gegenteil für ein „enges Verständnis", Konzentration nur im Kontext von Jhana oder Śamatha zu interpretieren.

    Das sehe ich auch so.

  • Yofi
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    6. Februar 2016
    • 9. Oktober 2016 um 22:43
    • #124
    Eliot:
    Yofi:


    In den vier formlosen Jhanas gibt es diese Zuwendung m. W. nicht, aber die Phänomene bleiben bis zur Arhatschaft als potentielle Objekte der Anhaftung vorhanden.


    Form gibt es dort nicht mehr, wohl aber Gefühl und Wahrnehmung...


    Da wäre eventuell zu unterscheiden, ob man damit die Zeit in der Versenkung meint, oder die Beschreibung auf den Dauerzustand auf der jeweiligen Verwirklichungsstufe zutreffen soll.

    Eliot:
    Zitat

    Er wendet seinen Geist von diesen Zuständen ab und lenkt ihn so zum todlosen Element: 'Dies ist das friedvolle, dies ist das höchste, nämlich die Stillung aller Gestaltungen...


    Das sind i.d.R. auf lange Zeiträume ausgedehnte Bemühungen, aber das macht ja nichts. Es gibt zwei Arten der Lebensgestaltung, den Bereich der Begierde und den des Strebens danach, ihn zu beenden.

    Gruß

  • Morpho
    Gast
    • 9. Oktober 2016 um 23:05
    • #125

    pamokkha:

    Zitat

    Ich gehe nicht davon aus, dass er die Wahlfreiheit hat, karmisch Unheilsames zu tun. Deswegen ist er ja ein Heiliger.

    Naja, ich weiß nicht, aber für einen Erwachten gibt es doch da gar nichts karmisch unheilsames mehr. Buddha hat doch auch ziemlich geschimpft und durchaus grobe Worte verwendet. Aber das hat keine Auswirkung. Insofern kann man ein bisschen von Wahlfreiheit sprechen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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