Ein Pessimist ist wohl jemand der die Lösung verweigert, der die Aufklärung verdrängt um so im Leid verhaftet bleiben zu können. Das hat meist Hilfestellung, Zuwendung, Trost und Mitleid zur Folge was den Betreffenden lebensfähig hält.
Auch ein starker und bewusster Glaube ermöglicht Stabilität und Eigenverantwortung, etwas was eher zum Optimismus und der Hoffnung auf ein ausgeglichenes Leben führt. Wer das Lernen, Üben und Aufklären verweigert um dumm zu bleiben möchte in der Abhängigkeit und Anhaftung anderer Menschen bleiben und wird so schnell zu einem Opfer. Dieses Erleben würde den Pessimismus wiederum bedienen und so entsteht ein Teufelskreis der negativen Gefühle aus dem ein Entrinnen dringend notwendig wäre soll das Leben von Freiheit geprägt sein. Der Buddhismus bietet dafür mehr praktische Verhaltensweisen als alle anderen Möglichkeiten auf der Welt, vor allem hat das maßvolle Umgehen mit den Praktiken keine negativen Nebenwirkungen der Sucht wie es sonst häufig der Fall ist. Natürlich ist dabei der Zen Buddhismus als die effektivste Form zum Loslassen zu nennen. Das Ein- und Ausatmen beinhaltet das Wichtigste was es zum leidlosen Dasein braucht. Ein angemessener Glaube frei von Anhaftung hilft auf diesem Lebensweg.
Vom Glauben zur Meditation – ein buddhistischer Lebensweg ?
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Zen dekliniert zum Glück keine Negativität in Gefühle. Zen integriert(und transformiert) Wer leidvolle Gefühle als Negativ sieht, will sich damit oft abgrenzen, von den eigenen und von anderen. Dem gehen grob dualistische Gedanken von gut und böse voraus. Im übrigen leben Pessimisten länger
satizen: Wer das Lernen, Üben und Aufklären verweigert um dumm zu bleiben möchte in der Abhängigkeit und Anhaftung anderer Menschen bleiben und wird so schnell zu einem Opfer.
Ich glaube nicht (mehr), dass das absichtlichtsvoll geschieht. Und - wir sind sowieso von anderen Wesen in unserer Existenz abhängig. In gewisserweise (karmisch gesehen) sind wir alle Opfer und alle Täter. Sollte man sich nicht gerade als "Zen Abt" vor Zynismus hüten (unwürdigen Erwägungen) ? Ich denke schon. Ein "Zen Abt" ist nur dann hilfreich, wenn er vorbildlich praktiziert. Ansonsten ist es Show.
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Morpho wenn Du Dich mit Deinem Text wohl fühlst ist die Hauptsache erreicht, Dein Leid ist gelindert.
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Kann es sein, du hast eine Aversion gegen Leiden ? Weil du es als negativ bezeichnest und früher User so ziemlich alle als seelisch krank und behandlungsbedürftig definiert hast. Ich frag nur mal.
Aufgefallen ist mir das schon ab und zu, also in meinem Alltag, dass manche aggressiv auf Leidzustände reagieren, zum Beispiel Einsamkeit, Sucht oder Trauer.
Ich kann mir eine Aversion immer nur so erklären, dass es vielleicht eine Art Vereinnahmung gab in der Kindheit oder so. Wobei in meiner Familie auch viel Leiden war, aber ich fühlte mich nicht vereinnahmt.
Ich hatte immer schon das Gefühl, dass leidhafte Zustände viel gewöhnlicher als freudvolle Zustände sind und also universeller Natur.
Dazu muss ich sagen, dass ich aus einer Proletenfamilie stamme, wo diese, wenn geäußert, dann unverstellt veräußert oder mit Wut kompensiert wurden. Es gab da jedenfalls keinen Druck zu "positiver" Gestimmtheit. -
Als "Zen Mensch" solltest du zumindest eines bedenken:
'Tue nicht s Böses, tue nur Gutes, kläre den Geist. Das ist die Lehre aller Buddhas'.
Diesen Satz gibt es in diversen Übersetzungen, zum Beispiel auch, dass da "Vorschrift aller Buddhas" steht und nicht "Lehre", oder "reinigen" anstatt "klären"- aber sie meinen alle dasselbe.
Viele Leute die diesen Satz hören, denken erst mal an lässliche Moralvorschriften und wischen ihn fort oder machen ihn sich, je nach Vorprägung, auch zum ethischen Steckenpferd.
Aber er bedeutet: bloß Achtsamkeit: Kein Ziel, kein Nutzen. -
Zugegeben,
den Sinn des Lebens in der Konstruktion und (behutsamen) Dekonstruktion des Glaubens zu sehen ist sicher gewöhnungsbedürftig. Doch einmal genossen möchte man den Zustand des Loslassens aus eigener Erfahrung nicht mehr vermissen.So gesehen kann der anfängliche Glaube vielleicht als gutes Beispiel dienen, auch das eigene EGO irgendwann loszulassen
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Morpho:
Kann es sein, du hast eine Aversion gegen Leiden ? Weil du es als negativ bezeichnest und früher User so ziemlich alle als seelisch krank und behandlungsbedürftig definiert hast. Ich frag nur mal.
Ja, habe ich, denn der buddhistische Sinn in meinem Leben ist das Leid zu lindern denn das Leid führt unweigerlich zum Tod. Das seelische Leid ist besonders universell verantwortlich für die Unfähigkeit zu leben und deshalb tut Aufklärung gut. Wer sich dem Leid hingibt macht sich wie gesagt zum Opfer und wartet auf die Rettung von außen, er ist abhängig, unfrei und ein Mündel.
Für den zwischenmenschlichen Umgang im Alltag sind solche Menschen sehr schwierig und saugen einem die Energie ab und deshalb propagiere ich das Leid im Dasein zu lindern.
Interessant, das Du fragst, sollte der Spruch: Betroffene Hunde bellen, zutreffen?
Man könnte im Umkehrschluss behaupten, wer keine Abneigung dem Leid gegenüber hat ist ein Todeskanditat und gibt das selbstständige Leben auf. -
nescio:
Zugegeben,
den Sinn des Lebens in der Konstruktion und (behutsamen) Dekonstruktion des Glaubens zu sehen ist sicher gewöhnungsbedürftig. Doch einmal genossen möchte man den Zustand des Loslassens aus eigener Erfahrung nicht mehr vermissen.So gesehen kann der anfängliche Glaube vielleicht als gutes Beispiel dienen, auch das eigene EGO irgendwann loszulassen
gemeint ist damit die anfängliche Konstruktion des Glaubens und schließlich, wenn die Zeit gekommen ist, seine behutsame Dekonstruktion ... wohl ein spontanes 'hinter-sich-lassen' sämtlicher Namen.
In tiefer Dankbarkeit oder zumindest einem gewissen Verständnis für einen Glauben, der ganz am Anfang steht.
Mit dieser Art der Versöhnung kann namenlose Stille einkehren
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Der Glaube ist eine intuitive Sache, und die Verblendung gehört nicht zur Natur des Geistes - erklärt gerade DL in Strasbourg.
Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha
Der Glaube wandelt sich in der Praxis der Leerheit in Erfahrung.
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Warum zuerst „Glauben“ konstruieren um dann „Glauben“ wieder zu dekonstruieren?
Deutet man Glauben mit nicht Wissen (samsarisch, intellektuell), dann ist es doch sinnvoller dem nicht Wissen eher mit Neugier und Wissendurst zu begegnen, als blindlings zu glauben.
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Auf der intellektuellen Ebene funktioniert das sicher so, aber allein dadurch verändert sich nichts. Die Theorie führt zur Praxis, und um diese überhaupt ausüben zu wollen oder zu können, wird der Glaube im Sinne des Vertrauens benötigt. Ansonsten hätte man vermutlich gar keinen Grund zur Praxis zu übergehen.
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hedin02:
Warum zuerst „Glauben“ konstruieren um dann „Glauben“ wieder zu dekonstruieren?
Deutet man Glauben mit nicht Wissen (samsarisch, intellektuell), dann ist es doch sinnvoller dem nicht Wissen eher mit Neugier und Wissendurst zu begegnen, als blindlings zu glauben.
Ein Glaube wird ja nicht konstruiert, wie etwas das man braucht. Glaube entsteht einfach um die Welt in der man geboren ist in guter Stimmung zu mir zu bringen. Das fängt im frühen Kindesalter an und nimmt Fahrt auf wenn das Kind sich in dem Namen erkennt mit dem es sich identifiziert. Glaubt ein Mensch das er der Name ist den er bekommen hat verfestigt sich Glaube zuerst daran das Helmut wirklich ich bin , das Helmut ganz genau ich bin, ohne Zweifel ohne Glaube, Das ist der perfekte Glaube. Helmut ist entstanden weil der Glaube Helmut zu sein zur Wahrheit wurde. Darauf können sich alle weiteren Glaubenssysteme aufbauen, denn wenn Helmut wirklich ist, die erste große Verblendung, kann nur der große Zweifel diesen Glauben noch zerstören. Meditation ist dann eine große Hilfe denn wenn Meditation wirklich Zeiten ohne jeden Gedanken hat kann nach der Meditation erkannt werden das Helmut da nicht da war und dann wird der extremste Glaube erkannt. Da gibt es dann auch das Erkennen das Helmut immer dann weg ist wenn ich etwas intensiv tue. Wie hier! Helmut war die Zeit über nicht da nur ich.
liebe Grüße
Helmut
Helmut schreib die Grüße in dem Glauben das das eben die Regel ist.
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Yofi:
Auf der intellektuellen Ebene funktioniert das sicher so, aber allein dadurch verändert sich nichts. Die Theorie führt zur Praxis, und um diese überhaupt ausüben zu wollen oder zu können, wird der Glaube im Sinne des Vertrauens benötigt. Ansonsten hätte man vermutlich gar keinen Grund zur Praxis zu übergehen.
Die intellektuelle Ebene (Kenntnisse der analytischen buddh. Philosophie) ist m.E. die Voraussetzung, willentlich und nicht durch bloßes Glauben den Weg zur Praxis einzuschlagen.
Lediglich zu glauben, dass die Praxis zu reifen Früchten führen werde, führt kaum zu positiven Ergebnissen; ganz im Gegenteil, der „Glaube“ an „Etwas“ führt zu überzogenen Erwartungen und somit zu verstärkten Begehren/Anhaftung.
Neugier, Wissensdurst und Interesse dagegen fördern m.E. die unbefangene Herangehensweise an die Praxis, ohne dabei begehrenswerte Zielsetzungen vor den Augen zu haben.
PS: irgendwo im PK steht, dass man alles überprüfen sollte, um nichts glauben zu müssen; oder so....
Überprüfen kann man aber nur, wenn man sich die grundlegenden Kenntnisse der buddh. Philosophie vorher angeeignet hat. -
Hallo Hedin,
ich halte es für unmöglich, ohne einen Glauben bzw. das Vertrauen in den Erfolg einer Sache oder was auch immer überhaupt die Kraft aufbringen zu können, sich damit zu beschäftigen. Egal ob ich eine Lehre (Ausbildung) beginne oder eine Lehre (Buddhas) überprüfen will. Das Vertrauen erst bringt mich doch überhaupt dazu, mir diese Mühe zu machen.
Wenn ich mich mit der Lehre Buddhas beschäftige, muss ich doch einen Antrieb haben - meistens ist das Unzufriedenheit mit dem Leben, Leiden irgendwelcher Art usw. Aber dieser Antrieb muss doch gestärkt werden - und das ist m.E. zunächst durch Glauben und später Vertrauen.
Ich kenne keinen Menschen, der sich überhaupt die Mühe gibt, die Lehre zu überprüfen, wenn er/sie nicht auch daran glaubt, dass das Sinn macht. Aber ich kenne genug Menschen, um zu wissen, dass sie nicht vertrauen, nicht glauben und so weiter in ihren Denkmustern steckenbleiben. Sie nehmen zwar gerne Hilfe an, aber sie glauben lieber an das Jesukind in der Krippe.Monika
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Monikadie4.:
Hallo Hedin,
ich halte es für unmöglich, ohne einen Glauben bzw. das Vertrauen in den Erfolg einer Sache oder was auch immer überhaupt die Kraft aufbringen zu können, sich damit zu beschäftigen. Egal ob ich eine Lehre (Ausbildung) beginne oder eine Lehre (Buddhas) überprüfen will. Das Vertrauen erst bringt mich doch überhaupt dazu, mir diese Mühe zu machen.
Wenn ich mich mit der Lehre Buddhas beschäftige, muss ich doch einen Antrieb haben - meistens ist das Unzufriedenheit mit dem Leben, Leiden irgendwelcher Art usw. Aber dieser Antrieb muss doch gestärkt werden - und das ist m.E. zunächst durch Glauben und später Vertrauen.
Ich kenne keinen Menschen, der sich überhaupt die Mühe gibt, die Lehre zu überprüfen, wenn er/sie nicht auch daran glaubt, dass das Sinn macht. Aber ich kenne genug Menschen, um zu wissen, dass sie nicht vertrauen, nicht glauben und so weiter in ihren Denkmustern steckenbleiben. Sie nehmen zwar gerne Hilfe an, aber sie glauben lieber an das Jesukind in der Krippe.Monika
Hallo Monika, so ist es mir auch gegangen. Dieses bedingungslose Vertrauen auf die Lehre Buddha ist ein Ergebnis der, manches Mal, quälenden Prüfung meines Glaubens. Vor allem weil dieses gewachsene Vertrauen mir immer wieder jeden Fluchtweg aus dem Ort des Jetzt abgeschnitten hat und mich oft, in der Verzweiflung, nur den Weg zur Lehre Buddhas ließ. Das ist der einzige Weg aus meinem Glauben.
Einen freudigen Tag! Helmut -
Etwas zu glauben würde ja voraussetzen, dass das zu "Glaubende" unbekannt ist.
An die Buddha-Lehre zu glauben würde demnach bedeuten, dass dem, der die Lehre praktiziert, diese nur in Teilen bekannt wäre, was ja auch oft genug der Fall zu sein scheint. Denn wenn sie dem Praktizierenden bekannt ist, dann braucht er keinen Glauben daran.Was die Überprüfung betrifft, so ist damit m.E. nicht die Überprüfung der Buddha-Lehre gemeint, sondern das eigene, also subjektive Verständnis darüber.
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Vielleicht meinen wir zwei unterschiedliche Arten des Glaubens. Vertrauen kann im gewissen Sinne bedeuten daran zu glauben, dass das, was man im Moment noch nicht erkannt und nicht erfahren kann, später ersichtlich sein wird. Man kann es auch Zuversicht nennen. Jene setzt die Erkenntnis (vielleicht aber auch zunächst Glaube oder Intuition) voraus, dass man sich mitten in der Unwissenheit und Dualität mithilfe des Vertrauens zu einer Lehre (Praxis) aus dem Kreislauf befreien kann.
Nehmen wir z. B. Vier Edle Wahrheiten. Die ersten zwei sind bei einer entsprechenden Lebenserfahrung leicht erkennbar und nachvollziehbar. Der Glaube (Vertrauen) daran, dass die übrigen zwei ebenso zutreffen, kann man zunächst nicht überprüfen, aber die positive Einstellung dazu bedingt eine entsprechenden Geisteshaltung, die eine spätere Erfahrung möglich macht.
Als Inspiration: A.X.61-62
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hedin02:
Etwas zu glauben würde ja voraussetzen, dass das zu "Glaubende" unbekannt ist.
Als ich von Buddha las, fühlte ich sofort "das ist es". Aber was ist es denn?, was ich da fühlte?
ZitatAn die Buddha-Lehre zu glauben würde demnach bedeuten, dass dem, der die Lehre praktiziert, diese nur in Teilen bekannt wäre, was ja auch oft genug der Fall zu sein scheint.
Und natürlich war mir die Lehre zunächst nicht bekannt, dennoch begann ich bereits sofort zu praktizieren, d.h. achtsamer zu werden, in die Stille zu kommen, mir Zeit zu nehmen, um zu meditieren. Da war noch nichts von "Bekanntsein der Lehre". Das hat Jahre gedauert, eigentlich sogar Jahrzehnte. Und hier möchte ich wieder das BL erwähnen, weil ich (wahrscheinlich) ohne diese vielen verschiedenen Diskussionen und Auffassungen gar nicht so tief eingestiegen wäre.
ZitatDenn wenn sie dem Praktizierenden bekannt ist, dann braucht er keinen Glauben daran.
Genau, aber das geht ja üblicherweise nicht innerhalb von Stunden, Tagen oder Wochen. Das kommt mit der Erfahrung.
ZitatWas die Überprüfung betrifft, so ist damit m.E. nicht die Überprüfung der Buddha-Lehre gemeint, sondern das eigene, also subjektive Verständnis darüber.
Das glaub ich nicht
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Religion – Glauben . Philosophie.
Ich sehe eben keine Berührungspunkte zwischen den Glaubens-Religionen und der buddh. Philosophie.
Durch Verkomplizierung der Buddha-Lehre könnte, wenn auch nur bei oberflächlicher Betrachtung, einigen Traditionen der Status einer Quasi-Religion eingeräumt werden.Hier ein exemplarisches Beispiel von religiösen Glaubensinhalten, die der buddh. Philosophie diametral gegenüber stehen:
„Eure Rettung ist wirklich reine Gnade, und ihr empfangt sie allein durch den Glauben. Ihr selbst habt nichts dazu getan, sie ist Gottes Geschenk. Ihr habt sie nicht durch irgendein Tun verdient; denn niemand soll sich mit irgendetwas rühmen können.“
Epheser 2,8-9
Es liegt mir fern jemanden seinen „Glauben“ seine Zuversicht und sein Vertrauen in die Buddh-Lehre madig zu machen. -
Nicht der Glaube, was man auch immer darunter verstehen mag, sondern die praktische Anwendung der analytischen Philosophie, welche man sich auf Grund von Interesse und „Neu-gier“ am besten aneignen kann, führt m.E. zu Erkenntnissen/Ergebnissen, die dann wieder Motivation für den weiteren Weg freimachen.
Die vier Wahrheiten mit ihren Tiefsinnigkeiten sind m.E. am Beginn der Lehre ohnehin deplatziert, sie gehören dorthin, wo sie letztlich geistig, intellektuell auch nachvollzogen werden können.
Für mich persönlich ist die Befreiung aus dem samsarischen Kreislauf eine Metapher, die der Zielorientierung für den Weg in eine Welt dienen soll, die vom verblendeten samsarischen Geist nicht erfasst werden kann.
Daran zu glauben bringt nichts, deshalb besser mal abwarten. -
yofi:
ZitatNicht der Glaube, was man auch immer darunter verstehen mag, sondern die praktische Anwendung der analytischen Philosophie, welche man sich auf Grund von Interesse und „Neu-gier“ am besten aneignen kann, führt m.E. zu Erkenntnissen/Ergebnissen, die dann wieder Motivation für den weiteren Weg freimachen.
Hm. Die Zen Tradition aber entstammt einer Revolte wider die ausufernden Philosophierereien oder unaufhörlichen Abidhamma Diskussionen "gewöhnlicher" Buddhisten. Was ist damit gemeint: die Praktische Anwendung analytischer Philosophie ?
Zum Glauben (ein Führwahrhalten) des Dharma gesellt sich Sraddha ("sein Herz auf etwas setzen") eine vertrauensvolle Akzeptanz, die in der Zuflucht mündet, sich mit dieser nicht erschöpft.
Sraddha als Grundvertrauen, Dharmasprech: 'Wurzel des Glaubens', erweist sich (hoffentlich ) als das Erweckungssglied (bala): 'Die Kraft des Vertrauens, die allen Irrglauben ausschaltet'. -
Der Glaube ist oft nicht die Kraft des Vertrauens, die allen Irrglauben ausschließt, auch im Buddhismus nicht denn wie oft gibt jemand etwas vor was geglaubt wird aber gar nicht zu einem passt, da wäre die analytische Betrachtung wesentlich effizienter als der Glaube.
Im Göttlichen ist der Glaube angemessen aber im Menschlichen ist die skeptische Analyse besser falls es mit dem Gespür nicht klappt. -
Tsja, Glaube ist aber ein spirituelles Grundbedürfnis des Menschen. Er möchte gern sein Herz auf etwas setzen und Vertrauen, ja Sicherheit, gewinnen.
Die einen sind Gefühlstypen, andere Verstandestypen. Auch Diskussionen oder Dialoge dienen doch dem Zweck Klarheit (Selbst-) Versicherung- zu erlangen.
Nicht vielen wird die Erfahrung zu teil was Klarheit (Leerheit) ist, weil wir aus einer uralten Angewohnheit "dem gewöhnlichen Geist" folgend in äußeren Formen selbiger, suchen; so können wir nicht aufhören zu debattieren ( und wenn es innere Monologe sind) zu studieren, zu analysieren. Wer wollte da einen Strick draus drehen, wenn doch die Wurzel (tanha) treibt. Selbst Zen Ordinierte, die sich ehern "ganz der Praxis" widmen, brauchen dennoch oft "einen Typen", der die anhaftenden, ausgreifenden, ausufernden Bewegungen des gewöhnlichen Geistes unterbricht. Leider treffen sie heutzutage oft auf Angeber, Meiner, Ausdeuter, die zum wesentlichen Dienst ( des Zen ) nicht in der -verwirklichten- Lage sind, weil sie selber nicht ansatzweise "durch" sind, was sie bisweilen geschickt- "klug" kaschieren. Es heißt, es gibt "für Frauen die Frauen nicht helfen", sondern in Konkurrenz stehen, eine spezielle Hölle; ich kann mir auch vorstellen, dass es für verfehlte "Meister" bzw. falsche Kalyana-mitta eine "spezielle Hölle" gibt. Aber das sind nur Spekulationen. -
Morpho:
(yofi)....hedin02
Hm. Die Zen Tradition aber entstammt einer Revolte wider die ausufernden Philosophierereien oder unaufhörlichen Abidhamma Diskussionen "gewöhnlicher" Buddhisten. Was ist damit gemeint: die Praktische Anwendung analytischer Philosophie ?Damit ist die Einbindung der statischen Grundlehre (analytische Philosophie) in den vielfältigen samsarischen Alltag gemeint.
.....(siehe: „Gibt es ein Selbst“ > Beitrag vom 05.07.2016 - 11:16)Ich habe meine persönliche Einstellung zu Glaube, Vertrauen und Zuversicht im Kontext der Buddha-Lehre dargestellt. Wie das im Zen, oder in anderen Richtungen gesehen wird ist mir nicht näher bekannt. Vielleicht kannst du mich aber darüber aufklären.
Die sogenannte Zufluchtnahme, die aus meiner Sicht nur für ordinierte Mönche einen Sinn macht, kann ablegen wer will, für mich käme sowas in keinem Fall in Frage.PS: was verstehst du unter gewöhnlichen Buddhisten?
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