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Theravada und Zen

  • Stawrogin
  • 2. Januar 2016 um 19:40
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1. offizieller Beitrag
  • Stawrogin
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    • 2. Januar 2016 um 19:40
    • #1

    Hallo Zusammen

    Ich habe ein paar Fragen.

    1. Was wären die wichtigsten Unterschiede zwischen Theravada und Zen? (Zen = Weniger Theorie, also kein Bezug zum Pali-Kanon, sondern wenn überhaupt das Shobogenzo bei denn Soto-Anhängern und mehr Meditation Zazen?)

    2. Was ist der wichtigste und grobste Unterschied zwischen Zazen/Shikantaza und Vipassana?

    3. Gibt es eine "Hauptmeditation" wie im Zen im Theravada? Vipassana vielleicht?

    4. Warum kleiden sich Zen Mönche Schwarz (Grau usw) und Theravada Orange? (Braun usw)

    5. Was ist der grobe Unterschied im Alltag eines Zen-Mönchs und eines Theravada-Mönchs?

    6. Welche Richtung ist weniger an Riten und Ethische Fragen gebunden? (Oder auch an Esoterische Gedankenbündel) (Ich denke Zen?)

    Vielen Dank
    Hund :|

  • bel
    Gast
    • 2. Januar 2016 um 21:29
    • #2

    Alles Fragen, die jeweils ihren eigenen thread ausfüllen könnten. Das Problem ist aber, daß wohl niemanden gibt, der ernsthaft beides praktiziert. Also sind die Fragen weitgehend nur theoretisch zu beantworten.

    Hund:

    1. Was wären die wichtigsten Unterschiede zwischen Theravada und Zen? (Zen = Weniger Theorie, also kein Bezug zum Pali-Kanon, sondern wenn überhaupt das Shobogenzo bei denn Soto-Anhängern und mehr Meditation Zazen?)


    Es gibt schon ne Reihe von Soto-Leuten, die sich ganz gut im PK auskennen. In der Regel haben die Zen-Orden in Japan und Korea ihre eigenen Universitäten, wer da studiert hat (das sind aber nicht alle Mönche) hat ganz sicher profunde Kenntnissen der entsprechenden Sanskrit-Sutras (der alten Schulen).
    Was den Anteil des Schriften-Studiums oder Zazens am übrigen Tagesablauf anbetrifft, ist das durchaus unterschiedlich von Kloster zu Kloster, eigentlich hängts vom Abt ab.

    Hund:

    2. Was ist der wichtigste und grobste Unterschied zwischen Zazen/Shikantaza und Vipassana?


    Ich hab wirklich keine praktische Ahnung von Vipassana, aber soweit ich das anhand der Pali-Sutten nachvollziehen kann, ist Zazen eine bestimmte Form von Satipatthana, Vipassana vllt ne andere.

    Hund:

    3. Gibt es eine "Hauptmeditation" wie im Zen im Theravada? Vipassana vielleicht?


    Keine Ahnung. Letztens habe ich gelesen, daß die heutigen Formen von Satipatthana-Medis auch erst vor ca 100 Jahren entstanden sind - und zwar auch aus dem Grund, die Theravada-Praxis übersichtlicher und weniger theorielastig zu gestalten. In den Theravada-Heimatländern haben die die normalen Leute einfach keine Zeit, sich in die Schriften zu vertiefen. Das selbe Argument hat sicher auch bei der Herausbildung von Zen ne Rolle gespielt.
    Muß die Quelle noch mal raussuchen. Kannst du das auch in Englisch lesen?

    Zitat

    4. Warum kleiden sich Zen Mönche Schwarz (Grau usw) und Theravada Orange? (Braun usw)


    Hängt einfach mit der (historischen) Verfügbarkeit an haltbaren Färbemitteln zusammen.

    Hund:

    5. Was ist der grobe Unterschied im Alltag eines Zen-Mönchs und eines Theravada-Mönchs?


    Das ergibt sich ja wesentlich schon aus der unterschiedlichen Art der Gelöbnisse.

    Hund:

    6. Welche Richtung ist weniger an Riten und Ethische Fragen gebunden? (Oder auch an Esoterische Gedankenbündel) (Ich denke Zen?)


    Kann man nicht so sagen. Gibt in Zen-Klöstern ne ganze Menge Riten, hängt vom Kloster, Abt und Linie ab. Ich persönlich sehs schon so, daß man im Zen, so man ordiniert ist, auch an die Gelöbnisse gebunden ist, sonst müsse man das ja nicht machen. Und manchmal geht mir das esoterische Gelaber mancher Zen-Leute über Satori und Kensho unglaublich aufn Sack.

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    Buddh. Richtung
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    • 2. Januar 2016 um 22:12
    • Offizieller Beitrag
    • #3

    Es gab doch schon früh Zen Mönche die sich in der Thervada Tradition ordinieren liesen.

      The famous Zen teacher Sōen Shaku ( 釈宗演) made an often overlooked trip to Sri Lanka from the years 1887 to 1890. During his studies there, he was ordained as a Theravada monk with the name Pannaketu. His disciple Kōnen Shaku (釈興然 1849–1924) also went to Sri Lanka and received the Buddhist name Gunaratana. Kōnen was more interested than Sōen in bringing Theravada to Japan, and he founded the Shakuson Shōfu Kai (釈尊正風会), or “Shakyamuni True Way Society”, in Japan.Thervada in japan

    Müssten die sich nicht detailiert mit Unterschieden und Gemeinsamkeit befasst haben?

    Und wie ist das mit der Rinazi Universität Hanazono? haben die dann nicht auch einen Theravada-Professor? Müsste man doch anehemen, oder?

    Ich vermute mal, es gibt einen fundierten Blick aus der Zen Tradition heraus auf Thervada, aber das alles ist wieder mal auf Japanisch.

  • bel
    Gast
    • 2. Januar 2016 um 22:18
    • #4
    void:

    Es gab doch schon früh Zen Mönche die sich in der Thervada Tradition ordinieren liesen.

      The famous Zen teacher Sōen Shaku ( 釈宗演) made an often overlooked trip to Sri Lanka from the years 1887 to 1890. During his studies there, he was ordained as a Theravada monk with the name Pannaketu. His disciple Kōnen Shaku (釈興然 1849–1924) also went to Sri Lanka and received the Buddhist name Gunaratana. Kōnen was more interested than Sōen in bringing Theravada to Japan, and he founded the Shakuson Shōfu Kai (釈尊正風会), or “Shakyamuni True Way Society”, in Japan.Thervada in japan


    Müssten die sich nicht detailiert mit Unterschieden und Gemeinsamkeit befasst haben?


    Ja, das gibt es immer mal wieder. Aber was hat er dann tatsächlich praktiziert?

    Zitat

    Und wie ist das mit der Rinazi Universität Hanazono? haben die dann nicht auch einen Theravada-Professor? Müsste man doch anehemen, oder?


    Die haben auch schon schon immer die Agamas.

    Zitat

    Ich vermute mal, es gibt einen fundierten Blick aus der Zen Tradition heraus auf Thervada, aber das alles ist wieder mal auf Japanisch.


    sicher nicht nur einen.

  • Axel
    Gast
    • 2. Januar 2016 um 22:40
    • #5

    Hallo Hund,

    Darf ich fragen, warum Dich das interessiert? 'Akademisches' Interesse? Welcher Richtung sollte ich mich anschließen? Ein anderer Grund?

  • Stawrogin
    Themenautor
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    • 3. Januar 2016 um 01:51
    • #6

    Viel Dank für die Antworten!

    Aber so richtig klar ist mir der "kantige" Unterschied immer noch nicht. Wie es aussieht, hängt es einfach von Kloster zu Kloster ab. Vielleicht ist doch jemand, der lange Erfahrung im Theravada und Zen gesammelt hat, also wie Bel es ausdrückt ein "Praktizierender".

    Useless, Es interessiert mich eigentlich aus allen deinen genannten Gründen! Also Akademischer Natur und der "Welche Richtung passt besser zu mir?" (Auch wenn es vollkommen lächerlich klingen mag :roll: )

    LG
    Hund

    PS: Bel, du empfindest das Kensho/Satori Geschwaffel als Esoterisch? :lol: Ist es nicht das eigentliche "Ziel" vom Buddismus(Zen)? (Mir ist schon bewusst, das warscheinlich jeder belesener Zen Buddhist das verneinen würde, weil das "Sitzen" schon die "Erleuchtung" ist, aber du weißt wahrscheinlich was ich meine.) Für was, sollte ein "Westlich-erzogener" Mensch stundenlang in asiatischen Roben die Wand anstarren? Oder auch ein "Östlich" erzogener Mensch? Wie ich diese Begriffe "Westlich" - "Östlich" hasse! Ich weiß, Hass ist eine anhaftung! :P

  • bel
    Gast
    • 3. Januar 2016 um 05:24
    • #7

    Vllt noch mal präzisiert: Um zu wissen, was das "Ziel" sei, müßten wir ja wissen, worin es besteht. Können wir aber nicht wissen, ersatzweise füllen wir die Lücke mit Vorstellungen - und das führt nur zu noch größerer Verwirrung. Das Einzige, was für mich da halbwegs Sinn macht, ist "ununterbrochene Übung" (dokan gyoji). Darin haben dann sowohl "satori" als auch "shikantaza" ihren natürlichen Platz, ohne für sich besondere Heraushebung zu fordern.

  • Axel
    Gast
    • 3. Januar 2016 um 10:41
    • #8
    Hund:


    Useless, Es interessiert mich eigentlich aus allen deinen genannten Gründen! Also Akademischer Natur und der "Welche Richtung passt besser zu mir?" (Auch wenn es vollkommen lächerlich klingen mag :roll: )


    Lächerlich? Nein. Verzeih' bitte, wenn es so klang, als wolle ich Dir 'lächerliche' Gründe unterstellen.

    Ich denke bloß, dass die Antworten, je nach Grund der gestellten Frage, anders aussehen könnten/würden.

  • Obladi Oblada
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    • 3. Januar 2016 um 11:24
    • #9
    bel:


    Ja, das gibt es immer mal wieder. Aber was hat er dann tatsächlich praktiziert?

    Ist das nicht schnurzpiepegal? Theravada, Zen...man kann sich eben mit allem Möglichen identifizieren. Dabei bleibt jeder doch eine Insel für sich und kocht sein eigenes Süppchen und das mein ich nicht mal negativ. Alle Wege führen nach Rom und jeder hat letztlich seinen ganz individuellen Weg auf dem Pfad der Erleuchtung.

    Living is easy with Eyes closed

  • bel
    Gast
    • 3. Januar 2016 um 11:34
    • #10

    sehe ich auch so.

  • sati-zen
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    • 3. Januar 2016 um 15:35
    • #11

    Da stimme ich auch mal mit einer Sichtweise völlig überein, das kommt hier selten vor denn ich sehe die verschiedenen Traditionen nicht als Trennung sondern als Verbindung.
    Sollte es sich um eine Neuorientierung im Buddhismus handeln sind solche Fragen der falsche Weg, es gibt nicht darum welche Tradition von der Berechnung her am besten ist,
    sondern welche Strömungen emotional am meisten Berühren. Dann ist es völlig egal ob die Robe schwarz oder orange ist, ich folge einfach meiner inneren Stimme und dann
    ergibt sich alles Weitere. Ich habe Freunde aus der Theravada-Tradition, sehe mich eher im Zen aufgehoben, das spielt im zwischenmenschlichen Kontakt keine Rolle.
    Wenn Du Dich für eine Tradition entscheiden möchtest lasse Dich leiten von inneren Gefühlen und versuche nicht von außen die Vor- und Nachteile abzuwägen.

  • Tai
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    • 4. Januar 2016 um 11:52
    • #12
    bel:

    Um zu wissen, was das "Ziel" sei, müßten wir ja wissen, worin es besteht. Können wir aber nicht wissen, ersatzweise füllen wir die Lücke mit Vorstellungen - und das führt nur zu noch größerer Verwirrung. Das Einzige, was für mich da halbwegs Sinn macht, ist "ununterbrochene Übung" (dokan gyoji). Darin haben dann sowohl "satori" als auch "shikantaza" ihren natürlichen Platz, ohne für sich besondere Heraushebung zu fordern.

    :D:D:D

    @ Hund: Im Rinzai-Zen gilt das selbe: Wenn es überhaupt ein Ziel gäbe, dann bestünde es darin, kein Ziel zu haben.

    _()_
    Tai

  • Maytreka
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    • 21. Januar 2016 um 21:23
    • #13

    Theravada Vipassana

    Also, ich mach vipassana und das Ziel ist ganz klar. Es sind die Heilsstufen. Stromeintritt, Einmalwiederkehrer, Nichtwiederkehrer, Arhat (volles Erwachen)

    Die Methode ist vipassana (Einsichtsmeditation) und das bedeutet nichts anderes als dass man die Dinge auf dem Weg sieht wie sie wirklich sind.
    Der Zugang zu dem Weg ist das erste Nana mit der Einsicht, dass Körper und Geist zwei Dinge sind. Da ist hier aber nicht das Reflektierende Denken
    gemeint sondern, dass man es auf der Ebene der eigenen Erfahrung erlebt.
    Der Zugang in der Meditation ist die Körperachtsamkeit. In der Meditation geht man auf das Atmen oder Bauchdecke oder andere natürliche Objekte (Prozesse). Wenn die Vipassana Konzentration und Achtsamkeit kommt, dann sieht man plötzlich, dass die Dinge anders sind wie ursprünglich gesehen. Das Konzept der Ganzheit löst sich auf. Man zoomt wie mit einem Mikroskop immer näher in die Prozesse hinein.
    Wer hier näheres dazu wissen will schaue sich doch die Bücher von Mahashi Sayadaw an. Hier wird genau auch an Beispielen gezeigt was dich erwartet. Es ist zwar immer kritisch sich mit Beispielen vollzufrachten aber es kann auch helfen, da der Weg klar wird.

    EIner meiner Lehrer und er hat auch Zen gemacht, hat mal gesagt, dass es besser ist Vipassana zu machen, da man für Zen gute Grundlagen in Konzentration und auch gute Begleitung braucht.
    Eine Begleitung ist auch in vipassana hilfreich, da es auch hier gerade bei den ersten vier Einsichten viele Fallen gibt und dadurch eine Stagnation eintreten kann. Es gibt da 10 Hindernisse aber wenn man alles einfach immer löslässt, dann ist man schon mal auf der richtigeren Seite. Das alles hängt von persönlichen Faktoren ab. Wie habe ich bisher mein Leben verbracht. Habe ich unverarbeitete Traumas usw. Denn eines ist klar. Es kommt alles auf den Tisch.

  • blue_aprico
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    • 22. Januar 2016 um 00:07
    • #14

    maytreka:

    Zitat

    Einer meiner Lehrer und er hat auch Zen gemacht, hat mal gesagt, dass es besser ist Vipassana zu machen, da man für Zen gute Grundlagen in Konzentration und auch gute Begleitung braucht.

    Ok. Da wird also ein Mangel an Präsenz, sagen wir: Bemühen, durch eine verschwommene Kontemplation versucht zu ersetzen. Nun gut.

  • Maytreka
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    • 22. Januar 2016 um 06:31
    • #15
    Zitat


    Ok. Da wird also ein Mangel an Präsenz, sagen wir: Bemühen, durch eine verschwommene Kontemplation versucht zu ersetzen. Nun gut.

    Bei diesen Überlegungen geht es um Fortschritt. Es bringt nichts irgendwo hängenzubleiben.

  • bel
    Gast
    • 22. Januar 2016 um 08:51
    • #16

    scheint ja n leistungssport zu sein

  • Sudhana
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    • 22. Januar 2016 um 10:53
    • #17
    Maytreka:

    EIner meiner Lehrer und er hat auch Zen gemacht, hat mal gesagt, dass es besser ist Vipassana zu machen, da man für Zen gute Grundlagen in Konzentration und auch gute Begleitung braucht.


    Ah ja. Für Vipassanā braucht man keine "gute Grundlagen in Konzentration"? Und ich dachte immer, ohne ekaggatā ginge auch da nix. Also - wenigstens das paṭhama-jhāna sollte man da schon hinkriegen, oder nicht?

    Ich weiss ja nicht, was für eine Art "Zen" Dein Lehrer "gemacht" hat und auch nicht, wieviel Ahnung er von Vipassanā wirklich hat. Da will ich mir kein Urteil anmaßen. Aber wenn er Dir so etwas tatsächlich erzählt hat, würde ich Dir empfehlen, ihn gründlich zu prüfen. Bhante Gunaratana (https://de.wikipedia.org/wiki/Henepola_Gunaratana) - dessen Einführung in die Vipassanā-Praxis (http://www.kristkeitz.de/welcome.htm?/t/770.htm) da möglicherweise einige Anhaltspunkte geben kann, schreibt jedenfalls:

    Bhante Gunaratana:

    Vipassana meditation is something of a mental balancing act. You are going to be cultivating two separate qualities of the mind - mindfulness and concentration. Ideally these two work together as a team. They pull in tandem, so to speak. Therefore it is important to cultivate them side-by-side and in a balanced manner. If one of the factors is strengthened at the expense of the other, the balance of the mind is lost and meditation impossible.
    (Quelle: http://www.vipassana.com/meditation/min…_english_16.php)

    Wo Dein Lehrer sicher recht hat, das ist, dass man für die Zenpraxis "gute Begleitung" braucht - zumindest für einen langen Abschnitt des Weges. Dass das bei Vipassanā auch nicht anders ist, schreibst Du ja selbst. Was wichtiger ist: Buddha selbst wies auf die Unverzichtbarkeit der kalyāṇa-mitta hin (http://www.palikanon.com/samyutta/sam45.html#s45_2). Was also ist dann an Vipassanā "besser" und wieso?

    Noch etwas. Immer vorausgesetzt, Du hast Deinen Lehrer richtig zitiert - kann es sein, dass er sich selbst nicht zutraut, "gute Begleitung" für die Zenpraxis anzubieten? Oder dass ihm eine Lehrbeauftragung durch seine eigene "gute Begleitung" beim "Zen machen" fehlt? Bzw. er da womöglich gar keine "gute Begleitung" hatte? Vielleicht ist es ja auch so, dass es nicht notwendig "besser" ist, "Vipassana zu machen" sondern vielmehr, Vipassanā zu unterrichten, wenn man keine Lehrbefugnis hat, um Zenpraxis zu unterrichten. Ich will da gar nichts unterstellen - das sind nur so die Fragen, die in mir bei der Lektüre Deines Postings aufstiegen.

    Um nun auch noch meine persönliche Meinung zum Ausdruck zu bringen - es gibt da kein "besser" und "schlechter". Ausschlaggebend für die Praxis, die man sich wählt, sind die Ausgangsbedingungen, die man selbst mitbringt. Und die kalyāṇa-mittatā, die man findet. Oder die einen finden.

    ()

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  • Maytreka
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    • 22. Januar 2016 um 17:17
    • #18
    Zitat

    Und ich dachte immer, ohne ekaggatā ginge auch da nix. Also - wenigstens das paṭhama-jhāna sollte man da schon hinkriegen, oder nicht?

    Du brauchst kein Ekaggata. Zugangskonzentration reicht aus. Wichtig ist hier noch zu erwähnen, dass sich Vipassana Konzentration von Samatha Konzentration unterscheidet.
    Die Konzentration steigt auf dem Weg. Bist du beim 10. Nana und weiter, dann nimmt der Weg Fahrt auf.

    Zitat

    Ich weiss ja nicht, was für eine Art "Zen" Dein Lehrer "gemacht" hat und auch nicht, wieviel Ahnung er von Vipassanā wirklich hat. Da will ich mir kein Urteil anmaßen. Aber wenn er Dir so etwas tatsächlich erzählt hat, würde ich Dir empfehlen, ihn gründlich zu prüfen.

    Es geht darum Fortschritt zu machen. Wenn es bei dir mit Zen geht, dann ist es doch toll. Für andere ist das eher vielleicht nicht das richtige.

    Zitat


    Wo Dein Lehrer sicher recht hat, das ist, dass man für die Zenpraxis "gute Begleitung" braucht - zumindest für einen langen Abschnitt des Weges. Dass das bei Vipassanā auch nicht anders ist, schreibst Du ja selbst.

    Begleitung in Form von Sangha Mitgliedern ist hilfreich im Vipassana. Wenn einer beim 5. - 10. Nana ist, dann kann er sehr wohl einem Anfänger helfen mit Informationen. Wie ist das im Zen?

    I

    Zitat

    ... if one of the factors is strengthened at the expense of the other, the balance of the mind is lost and meditation impossible.

    Das ist doch generell so. Die Faculties sollten balanciert sein. Das spielt aber die größere Rolle erst, wenn du tiefer kommst. Im Alltag mit zwei Stunden Meditation ist das nicht das große Problem. Hier sind es eher die 5 HIndernisse (nivarana).

  • blue_aprico
    Gast
    • 23. Januar 2016 um 11:55
    • #19

    maytreka:

    Zitat

    Bist du beim 10. Nana und weiter, dann nimmt der Weg Fahrt auf....Wenn einer beim 5. - 10. Nana ist, dann kann er sehr wohl einem Anfänger helfen mit Informationen. Wie ist das im Zen?

    Da antworte ich mal mit paar Zeilen aus dem Tibetischen, die Haltung unterscheidet sich diesbezüglich nicht :

    aus: Sūtra, das den unvorstellbaren Bereich der Buddhas enthüllt:

    So genanntes „Erlangen“ ist in der Tat kurzlebig, und so genannte „Verwirklichung“ ist eine überhebliche Anmaßung. Als kurzlebige oder überhebliche Anmaßung muss es das Werk Māras sein. Wer denkt, „Ich habe dies erlangt.“ oder sich sagt, „Ich habe vollkommen verstanden“, ist überaus anmaßend.


    Grüße
    Blue_

  • Sudhana
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    • 23. Januar 2016 um 13:16
    • #20
    Maytreka:

    Wie ist das im Zen?

    Nicht sonderlich spektakulär. Wenn man henzan praktiziert, also gemeinsam mit einem Lehrer (den man vorher gefragt und der einen explizit als Schüler angenommen hat), dann orientiert man sich an dem, was er tut und sagt - so weit und so lange, wie man es für sinnvoll hält. Was durchaus lebenslänglich bedeuten kann. Deswegen muss man sich einen Lehrer auch entsprechend genau anschauen, schon bevor man fragt. Man hat dann mit dem Lehrer häufig formale Vier-Augen-Gespräche (die inhaltlich durchaus informell sein dürfen). Ansonsten (und das bedeutet nicht "in zweiter Linie") hat man natürlich seine Sangha, man redet miteinander und kennt sich - da fragt man auch mal jemanden um Rat, der einem für eine Antwort kompetent scheint. Und man hört zu und gibt - wenn gewünscht - auch selbst Rat nach bestem Wissen und Gewissen.

    ()

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  • Maytreka
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    • 25. Januar 2016 um 23:37
    • #21
    blue_aprico:

    maytreka:

    Zitat

    Bist du beim 10. Nana und weiter, dann nimmt der Weg Fahrt auf....Wenn einer beim 5. - 10. Nana ist, dann kann er sehr wohl einem Anfänger helfen mit Informationen. Wie ist das im Zen?

    Da antworte ich mal mit paar Zeilen aus dem Tibetischen, die Haltung unterscheidet sich diesbezüglich nicht :

    aus: Sūtra, das den unvorstellbaren Bereich der Buddhas enthüllt:

    So genanntes „Erlangen“ ist in der Tat kurzlebig, und so genannte „Verwirklichung“ ist eine überhebliche Anmaßung. Als kurzlebige oder überhebliche Anmaßung muss es das Werk Māras sein. Wer denkt, „Ich habe dies erlangt.“ oder sich sagt, „Ich habe vollkommen verstanden“, ist überaus anmaßend.


    Grüße
    Blue_

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    Was willst du damit sagen. Die Nanas sind keine Anmaßung. Sie sind die Realtität. Da sie aber Realität sind, sind sie bedingt und von daher unbeständig. Sie dienen einzig und allein dazu dem Ziel näher zu kommen. Das Ziel ist nibbana; denn nur nibbana kann die Befleckungen (kilesas) ausroden. Keine noch so geartete reine Läuterung kommt da hin. Ja, man kann zum Erwachen kommen. Der Weg ist aber nicht leicht und bis zum Arhat ist es weiter.
    Ist aber der Stromeintritt erreicht, so gibt es kein zurück.

  • accinca
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    • 26. Januar 2016 um 01:59
    • #22
    Maytreka:

    Die Nanas sind keine Anmaßung. ...
    Sie dienen einzig und allein dazu dem Ziel näher zu kommen.


    Was sind denn "Nanas"? Meinst du vielleicht "jhānas"?

  • Monday
    Gast
    • 26. Januar 2016 um 11:13
    • #23
    accinca:
    Maytreka:

    Die Nanas sind keine Anmaßung. ...
    Sie dienen einzig und allein dazu dem Ziel näher zu kommen.


    Was sind denn "Nanas"? Meinst du vielleicht "jhānas"?

    :grinsen:
    http://www.dharmaoverground.org/dharma-wiki/-/…d+%C3%91ana+/de

    http://kennethfolkdharma.com/

  • accinca
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    • 26. Januar 2016 um 11:27
    • #24
    accinca:
    Maytreka:

    Die Nanas sind keine Anmaßung. ...
    Sie dienen einzig und allein dazu dem Ziel näher zu kommen.


    Also doch "jhānas". Übrigens der ganze Achtpfad dient dazu dem Ziel näher zu
    kommen und nicht nur das achte Glied des Pfades. Jedenfalls in der Lehre des Buddha.
    Was ihre "Realität" anbelangt, so sind auch sie (wenn auch fundamental) doch geistig gestaltet.
    Die vom Buddha verwendete Einteilung sind in acht jhānas. 4 rupa und 4 arupa.

  • Monday
    Gast
    • 26. Januar 2016 um 11:36
    • #25
    accinca:
    accinca:


    Also doch "jhānas".


    Nee.
    ñāna, 'Erkennen, Erkenntnis, Wissen', ist ein Synonym von paññā

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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