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vicikiccha

  • Bud Spencer
  • 14. März 2015 um 21:09
  • Zum letzten Beitrag
  • Bud Spencer
    Gast
    • 14. März 2015 um 21:09
    • #1

    Nachem ich mich ein wenig mit "yoniso manasikara" auseinandergesetzt habe, ist nun vicikiccha dran. Traditionell oft mit Zweifel übersetzt, und obwohl ein so zentraler Begriff (5. Hemmung = nivarana), doch im Kanon so wenig beleuchtet, so wenig anschaulich beschrieben.
    In der Sekundärliteratur malt sich jeder Autor sein eigenes Bild vom Zweifel: Bei den einen die "Daseinszweifel", beim anderen Zweifel an der Buddha-Lehre, bei anderen Zweifel an der Meditationsmethode.
    Was also ist vicikiccha und was ist der Unterschied zu kankha ("Zweifel")?
    Wenn der Sotapanna vicikiccha überwindet als samyonjana, kann er dann noch selbiges als nivarana haben? Wenn ja - wovon ich ausgehe - mit welchem Inhalt?
    Fragen über Fragen...Vielleicht weiß ja einer von den Palispezialisten hier Bescheid.
    Vielen Dank im Voraus für die zahlreichen Antworten :)

  • Elliot
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    • 15. März 2015 um 08:40
    • #2
    Bud Spencer:

    In der Sekundärliteratur malt sich jeder Autor sein eigenes Bild vom Zweifel: Bei den einen die "Daseinszweifel", beim anderen Zweifel an der Buddha-Lehre, bei anderen Zweifel an der Meditationsmethode.


    Hier ist mal eine Konkretisierung:

    Zitat

    Nach der Rückkehr von seiner Almosenrunde, nach seiner Mahlzeit, setzt er sich mit gekreuzten Beinen und gerade aufgerichtetem Oberkörper hin und hält die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig.

    Indem er die Habgier nach der Welt überwindet, verweilt er mit einem Herzen, das frei ist von Habgier; er läutert seinen Geist von Habgier. Indem er Übelwollen und Haß überwindet, verweilt er mit einem Geist, der frei ist von Übelwollen, der Mitgefühl empfindet für das Wohlergehen aller Lebewesen; er läutert seinen Geist von Übelwollen und Haß. Indem er Trägheit und Mattheit überwindet, verweilt er frei von Trägheit und Mattheit, lichten Geistes, achtsam und wissensklar; er läutert seinen Geist von Trägheit und Mattheit. Indem er Rastlosigkeit und Gewissensunruhe überwindet, verweilt er ausgeglichen, mit einem Geist, der inneren Frieden hat; er läutert seinen Geist von Rastlosigkeit und Gewissensunruhe.

    Indem er den Zweifel überwindet ( vicikicchā ), verweilt er dem Zweifel entronnen, ohne Unsicherheit in Bezug auf heilsame Geisteszustände ( akathaṃkathī kusalesu dhammesu ); er läutert seinen Geist vom Zweifel."

    (Majjhima Nikāya 39: Die längere Lehrrede bei Assapura - Mahā-Assapura Sutta)


    Insofern könnte man schon sagen, vicikicchā ist Zweifel an der Meditationsmethode oder allgemeiner am achtfachen Pfad oder noch allgemeiner an der Lehre des Buddha.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Bud Spencer
    Gast
    • 15. März 2015 um 08:57
    • #3

    @ Elliot

    Vielen Dank für Deine erhellende Antwort.

  • Online
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    • 15. März 2015 um 09:13
    • #4

    Ja, super, hab ich gleich rauskopiert (bin noch zu träge, um von vorne bis hinten den Palikanon zu lesen ;) ).
    _()_

  • accinca
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    • 15. März 2015 um 14:46
    • #5

    Was nochmal den Unterschied anbelangt so sind das Feinheiten die
    je nach Zusammenhang zu verstehen sind wie z.B. in M 38 wo es heißt:

    "'Vielleicht nicht durch solche Nahrung gebildet': wer also schwankt (ungewißheit),
    ihr Mönche, beginnt zu zweifeln."

    Zitat

    Tadāhārasambhavaṃ nossūti bhikkhave
    kaṅkhāto uppajjati vicikicchāti?


    Im übrigen handelt es sich bei vicikicchā sowohl um die zweite
    Fessel (samyojana) als auch um die fünfte Hemmung (nivarana)
    Mit anderen Worten der Sinn von vicikicchā ist je nach Zusammenhang zu verstehen.

  • Yofi
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    6. Februar 2016
    • 24. September 2016 um 18:09
    • #6

    Im Bereich der Reinen Form (rupa-dhatu) dominieren fünf Faktoren:

    Denkanregung (vitakka) - hebt Trägheit und Müdigkeit auf (thina-middha)
    Reflektives Denken (vicara) - hebt Unklarheit oder Zweifel auf (vicikiccha)
    Inspiration (piti) - hebt Haß auf (dosa)
    Glücksempfinden (sukha) - hebt Unruhe und Selbstqual auf (uddhacca-kukkucca)
    Einsgerichtetsein (ekaggata) - hebt Begierde auf (lobha)

    (Abhidhamma nach A. Govinda)

  • accinca
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    31. Dezember 2007
    • 26. September 2016 um 17:35
    • #7
    Yofi:

    Im Bereich der Reinen Form (rupa-dhatu) dominieren fünf Faktoren:
    Denkanregung (vitakka) - hebt Trägheit und Müdigkeit auf (thina-middha)
    Reflektives Denken (vicara) - hebt Unklarheit oder Zweifel auf (vicikiccha) Inspiration (piti) - hebt Haß auf (dosa)
    Glücksempfinden (sukha) - hebt Unruhe und Selbstqual auf (uddhacca-kukkucca)
    Einsgerichtetsein (ekaggata) - hebt Begierde auf (lobha)
    (Abhidhamma nach A. Govinda)

    Soviel Gedanken würde ich mir nicht machen.
    Außerdem bin ich mit der Lehre des Buddha mehr zufrieden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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