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Lehrreden zu "yoniso manasikara"

  • Bud Spencer
  • 8. März 2015 um 23:26
  • Zum letzten Beitrag
  • Bud Spencer
    Gast
    • 8. März 2015 um 23:26
    • #1

    Itivutakkam 19 / Unvergleichliche Hilfe

    Zitat

    Für den übenden Mönch, der das Unerreichte, die unvergleichliche Sicherheit zu erringen trachtet und der dafür eine innere Hilfe sucht, erblicke ich auch nicht eine Hilfe, die so vielseitig ist wie gründliche Aufmerksamkeit. Ein Mönch, der gründlich aufmerksam ist, überwindet das Unheilsame und entfaltet das Heilsame.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (8. März 2015 um 23:31)

  • Bud Spencer
    Gast
    • 8. März 2015 um 23:29
    • #2

    M 43 "/ samma ditthi"

    Zitat

    Es gibt zwei Bedingungen für das Erscheinen von Richtiger Ansicht: die Äußerung eines anderen und weises Erwägen. Dies sind die zwei Bedingungen für das Erscheinen von Richtiger Ansicht.

  • Bud Spencer
    Gast
    • 8. März 2015 um 23:34
    • #3

    S 55.5 / Vier Glieder zum Stromeintritt

    Zitat

    "Glieder zum Stromeintritt, Glieder zum Stromeintritt, so sagt man, Sāriputta. Was aber sind, o Sāriputta, Glieder zum Stromeintritt?"

    "Umgang mit rechten Menschen, o Herr, ist ein Glied zum Stromeintritt.
    Die rechte Lehre hören, ist ein Glied zum Stromeintritt.
    Gründliche Aufmerksamkeit ist ein Glied zum Stromeintritt.
    Der Lehre lehrgemäß nachfolgen, ist ein Glied zum Stromeintritt".

  • Bud Spencer
    Gast
    • 8. März 2015 um 23:38
    • #4

    S 12.4 / Buddha Vipassi erwägt reiflich

    Zitat

    Da kam, ihr Bhikkhus, dem Bodhisatta Vipassin dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß Alter und Tod entsteht; aus welchen Ursachen geht Alter und Tod hervor? Da ward, ihr Bhikkhus, dem Bodhisatta Vipassin nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Geburt vorhanden ist, entsteht Alter und Tod; aus der Geburt als Ursache geht Alter und Tod hervor.

  • blue_apricot
    Gast
    • 8. März 2015 um 23:48
    • #5
    Zitat

    A.1.10. Das lautere Bewusstsein I (V,9-10)

    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewusstsein; doch es wird verunreinigt von hinzukommenden Befleckungen. (*1)

    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewusstsein; und ist es frei von hinzukommenden Befleckungen * .

    * Nivarana

  • Monikamarie
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    • 9. März 2015 um 11:52
    • #6

    _()_ Danke für diese Zitate. "Besser geht's nicht" :D
    _()_

  • Bud Spencer
    Gast
    • 9. März 2015 um 13:07
    • #7

    M 2 / Die Überwindung der Triebe

    Zitat

    "Ihr Bhikkhus, ich sage, die Vernichtung der Triebe gibt es für einen, der weiß und sieht, nicht für einen, der nicht weiß und sieht. Was weiß und sieht er zur Vernichtung der Triebe? Weises Erwägen und unweises Erwägen. Wenn jemand unweise erwägt, entstehen Triebe, die noch nicht entstanden sind, und Triebe, die bereits entstanden sind, nehmen zu. Wenn jemand weise erwägt, entstehen Triebe nicht, die noch nicht entstanden sind, und Triebe, die bereits entstanden sind, werden überwunden."

  • Bud Spencer
    Gast
    • 9. März 2015 um 13:09
    • #8

    M 2 / Beispiele für unweises Erwägen

    Zitat

    "Auf solche Weise erwägt er unweise:

    'Gab es mich in der Vergangenheit?
    Gab es mich nicht in der Vergangenheit?
    Was war ich in der Vergangenheit?
    Wie war ich in der Vergangenheit?
    Was war ich, und was bin ich daraufhin in der Vergangenheit geworden?
    Wird es mich in der Zukunft geben?
    Wird es mich in der Zukunft nicht geben?
    Was werde ich in der Zukunft sein?
    Wie werde ich in der Zukunft sein?
    Was werde ich sein, und
    was werde ich daraufhin in der Zukunft werden?

    Oder ansonsten ist er über die Gegenwart verwirrt:

    'Bin ich?
    Bin ich nicht?
    Was bin ich?
    Wie bin ich?
    Wo kam dieses Wesen her?
    Wo wird es hingehen?'"

    Alles anzeigen
  • accinca
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    • 9. März 2015 um 15:40
    • #9
    blue_apricot:
    Zitat

    A.1.10. Das lautere Bewusstsein I (V,9-10)
    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewusstsein; doch es wird verunreinigt von hinzukommenden Befleckungen. Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewusstsein; und ist es frei von hinzukommenden Befleckungen .


    A 1, 9 Der schnelle Wechsel des Bewusstseins (V, 8 )
    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das so schnell wechselt wie das Bewusstsein; und schwerlich mag man ein Gleichnis finden für dieses so schnellen Wechsel des Bewusstseins .

  • Bud Spencer
    Gast
    • 9. März 2015 um 19:03
    • #10

    @ accinca und blue apricot

    Ich verstehe nicht ganz den Zusammenhang zwischen yoniso manasikara und den zwei oben genannten Lehrreden. Heißt das, ihr deutet den Begriff so, dass er sozusagen die Hinwendung zu den Qualitäten des reinen Herzens ist?

  • nibbuti
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    • 9. März 2015 um 20:11
    • #11
    Bud Spencer:

    M 2 / Die Überwindung der Triebe

    Zitat

    "Ihr Bhikkhus, ich sage, die Vernichtung der Triebe gibt es für einen, der weiß und sieht, nicht für einen, der nicht weiß und sieht. Was weiß und sieht er zur Vernichtung der Triebe? Weises Erwägen und unweises Erwägen. Wenn jemand unweise erwägt, entstehen Triebe, die noch nicht entstanden sind, und Triebe, die bereits entstanden sind, nehmen zu. Wenn jemand weise erwägt, entstehen Triebe nicht, die noch nicht entstanden sind, und Triebe, die bereits entstanden sind, werden überwunden."


    Hi & willkommen Bud Spencer

    danke für das Thema

    „weises Erwägen“ ist imho alles was mit dem Edlen Achtfachen Pfad oder Dhamma verbunden ist

    „unweises Erwägen“ sind einfach Ablenkungen (siehe M 2)

    interessant in dem Zusammenhang finde ich auch »samvega« (Sinn für Dringlichkeit)

    Grüße

    _/|\_

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Bud Spencer
    Gast
    • 9. März 2015 um 21:11
    • #12

    Hallo Nibbuti,

    vielen Dank für Deine Antwort. Diese leuchtet mir sehr ein und in dem Sinne verstanden, überrascht mich dann auch nicht, dass der Begriff in so vielen verwschiedenen Zusammenhängen gebraucht wird. Der gemeinsame Nenner scheint wirklich zu sein: "Bewege ich mich auf dem Achtfachen Pfad in Richtung Nibbana, oder nicht?"
    Was meinst du mit dem Zusammenhang zu samvega? Etwa: Ist samvega da, dann ist auch Antrieb da zu yoniso manasikara? Fehlt es an samvega, dann handelt man nicht dem Achtpfad entsprechend?

    Gruß
    _()_

  • nibbuti
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    • 9. März 2015 um 21:19
    • #13
    Bud Spencer:


    Was meinst du mit dem Zusammenhang zu samvega? Etwa: Ist samvega da, dann ist auch Antrieb da zu yoniso manasikara? Fehlt es an samvega, dann handelt man nicht dem Achtpfad entsprechend?


    ist samvega da, dann ist yoniso manasikara Früchte tragend & nicht vergeudet

    »weises Erwägen« oder weise Aufmerksamkeit ist ohne Zweifel entscheidend auf dem Weg

    man kann sich aber imho auch in Details das Dhamma oder die Praxis betreffend verzetteln

    bspw. bei „abhi“(höhereres)-Dhamma oder „nur(herum)Sitzen“

    samvega ist der Sinn für Dringlichkeit oder ein „spiritueller Tritt in den Hintern“

    (nicht zu verwechseln mit weltlicher Ungeduld oder Gier)

    Grüße

    n.

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • blue_apricot
    Gast
    • 9. März 2015 um 23:13
    • #14
    Bud Spencer:

    @ accinca und blue apricot

    Ich verstehe nicht ganz den Zusammenhang zwischen yoniso manasikara und den zwei oben genannten Lehrreden. Heißt das, ihr deutet den Begriff so, dass er sozusagen die Hinwendung zu den Qualitäten des reinen Herzens ist?


    Hm... Ich würde es etwas anders ausdrücken: Die Qualität (paramita/bojjhanga) des reines Herzens ( cittam hieß das bei euch ? ) wendet sich der Wirklichkeitsergründung ( Dhamma ) und weiter erhellender Entfaltung zu ( Anstrengung ). So ungefähr.

    Zitat

    A.I.11. Das lautere Bewußtsein II (VI,1-2)

    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewußtsein; doch es wird [zuweilen] verunreinigt von hinzukommenden Befleckungen. Doch der unkundige Weltling (*1) versteht dies nicht der Wirklichkeit gemäß. (*2) Darum, sage ich, gibt es für den unkundigen Weltling keine Entfaltung des Geistes. (*3)

    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewußtsein; und [zuweilen] ist es frei von hinzukommenden Befleckungen. Der kundige, edle Jünger aber versteht dies der Wirklichkeit gemäß. Darum, sage ich, gibt es für den kundigen, edlen Jünger eine Entfaltung des Geistes. (*4)


    Hier Aussagen zu einem noch unwissend- getrübten Geist/Herz:

    Zitat

    (*1) puthujjana; wtl: Mensch der Menge, gewöhnlicher Mensch. Als solcher gilt, wer noch keine der vier Heiligkeitsstufen (Stromeintritt usw.) erreicht hat, sei er Mönch oder Laie.

    (*2) K: Er weiß nicht, daß das Unterbewußtsein in dieser Weise von den hinzukommenden Befleckungen verunreinigt oder auch frei sein kann.

    (*3) Citta-bhāvanā natthi. K: Er hat keine Festigkeit des Geistes (citta-tthiti), kein (analytisches Erfassen des Geistes (citta-pariggaha). -

    SubK: Er hat nicht die Entfaltung des Hellblicks (vipassanā-bhāvanā), die als das Erfassen des Geistes bezeichnet wird. Diese hat als Grundlage die Festigkeit des Geistes, erzielt durch gute Konzentration auf ein einziges Objekt, und sie vollzieht sich dann als das (analytische) Erfassen des Bewußtseins, seiner Begleitfaktoren (cetasika) und des die Grundlage dafür bildenden Objekts.

    (*4) K: In dieser Sutte (Lehrtext) wird der erstarkte Hellblick (balava-vipassanā) behandelt; Subk. »weil nämlich nur solche starke Geistesentfaltung jene wirklichkeitsgemäße Erkenntnis des Geistes vollziehen kann.«

    Nur Samma Sati - rsp. scharfe oder gründliche Aufmerksamkeit rsp. einspitzige Versenkung/Ausgerichtetheit- ist fähig- zum `gründlichen oder weisen Erwägen' - bei Aufscheinen des erstarkten Hellblicks/Lauterbarkeit ( auch Putthajana haben gewissermaßen Hellblick, dies zeigt sich im intuitiven Verstehen )

    Auch die Kontemplation des `Weltlings`hat schon einen Weisheitsaspekt, nicht aber das intellektuell-dualistische Erfassen.
    Ansonsten gebe ich auch Nibbuti recht.

  • Bud Spencer
    Gast
    • 10. März 2015 um 16:56
    • #15

    @ Blue___apricot
    @ nibbuti

    Vielen Dank für Eure Antworten!

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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