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Die Vier? Buddhistische Logik (nicht Die edlen Wahrheiten)

  • molden
  • 11. Februar 2015 um 20:25
  • Zum letzten Beitrag
  • molden
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    11. Februar 2015
    • 11. Februar 2015 um 20:25
    • #1

    Hallo,
    Ich bin neu hier im Forum und habe gleich eine etwas rätselhafte Frage.
    Vor etlichen Monaten, als ich mich intensiver mit Buddhismus beschäftigt habe, stieß ich auf 4 Sätze die sinngemäß ähnlich den Folgenden waren:
    Es ist wie es ist
    Es ist wie es nicht ist
    Es ist nicht wie es ist
    Es ist nicht wie es nicht ist
    Klingt erst mal banal und war auch etwas anders formuliert. Meiner laienhaften Meinung nach ging es um Objekt vs. Subjekt oder auch um die Welt vs. das Wahrnehmen der Welt
    Ich bin mir sicher, die Sätze waren etwas anders als hier aufgeschriebenen (denn sonst würde ich sie wohl im Netz finden). Leider habe ich mir die Quelle nicht gemerkt, habe es aber auch auf Wikipedia gelesen (bin aber wiederum unsicher ob auf deutsch oder englisch).
    Kann mir jemand hier im Forum vielleicht auf die Sprünge helfen? Was ist das? Wo kommt es her? Ist es ein Koan? Wie lauten die Sätze wirklich?
    Bin über jeden Hinweis dankbar.

    Steffen

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 11. Februar 2015 um 20:31
    • #2

    Google mal nach Tetralemma.

    Oder hier:

    Zitat

    Die Vierfache Weise der Beweisführung: Jedes Problem, das eine Antwort in Form von Ja oder Nein erfordert, kann auf vierfache Weise gelöst werden:

    Ja
    Nein
    Ja und Nein (je nachdem)
    weder Ja noch Nein (weder noch)

    http://www.philolex.de/buddhism.htm

  • Andi
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    • 11. Februar 2015 um 20:46
    • #3

    Klingt verwirrend...aber denke das ist auch der Sinn.
    Zu erkennen und erahnen, dass der Verstand die Absolute Wahrheit hinter den Dingen nicht in Worte packen kann bzw. dass die Wahrheit nicht definierbar ist.

    Darum schmunzel ich auch immer in letzter Zeit, wenn ich die kölschen Grundgesetze lese die bei mir an der Wand hängen:

    Zitat

    Artikel 1: Et es wie et es.
    („Es ist, wie es ist.“)
    Sieh den Tatsachen ins Auge, du kannst eh nichts ändern.

    Artikel 2: Et kütt wie et kütt.
    („Es kommt, wie es kommt.“)
    Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.

    Haben einen Kern Weisheit in sich und helfen im Alltag...aber jetzt nach Beschäftigung mit der buddhistischen Lehre seh ich das alles einiges relativer.

    1. Man kann seine Sichtweise ändern...immer
    2. Man kann sein Bestes geben, immer nur erdulden und fügen muss auch nicht richtig sein :D (wobei man sich natürlich in seinen Tod fügen muss...dennoch kann man achtsam mit seinem Körper umgehen und ihn wertschätzen)

    Viele benutzen diese Zeilen in Momenten des Selbstmitleids bzw. hab ich lange Zeit.
    Nach dem Motto: "Ja...musst Du halt jetzt leiden, Du armer Kerl, alles schrecklich"...da war mir nicht "bewusst" dass man seines eigenen Glückes Schmied ist.

  • molden
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    11. Februar 2015
    • 11. Februar 2015 um 20:52
    • #4

    Danke für die schnelle Antwort, das Tertralemma und den Link hatte ich bei meiner Suche auch gefunden. Es ist sehr nah dran und was ich suche basiert sicher darauf. Ich habe da konkrete ausformulierte Sätze in Erinnerung. Gerne mehr Hinweise.

  • molden
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    • 11. Februar 2015 um 21:16
    • #5

    ah, ich glaube ich habe es:

    Zitat

    In diesem Beispiel argumentiert Buddha mit der Negation aller vier Glieder des catuṣkoṭi. Er versucht damit, auf die bereits tendenziell in den Fragestellungen verborgenen extremen Ansichten des Ewigkeitsglaubens und der Vernichtungslehre hinzuweisen, die nach buddhistischem Denken zu vermeiden sind.

    Der „Urteilsvierkant“ als theoretisches Modell bezieht in seiner Grundstruktur sowohl den Satz vom Widerspruch als auch den Satz vom ausgeschlossenen Dritten mit ein:

    Etwas ist (so)
    Etwas ist nicht (so)
    Etwas ist sowohl (so) als auch nicht (so)
    Etwas ist weder (so) noch nicht (so)


    aus:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Nagarjuna

  • Elliot
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    • 11. Februar 2015 um 21:18
    • #6

    Die Niganthas - Zeitgenossen des Buddha - hatten sogar sieben:

    Zitat

    syād-asti—in some ways, it is,
    syān-nāsti—in some ways, it is not,
    syād-asti-nāsti—in some ways, it is, and it is not,
    syād-asti-avaktavyaḥ—in some ways, it is, and it is indescribable,
    syān-nāsti-avaktavyaḥ—in some ways, it is not, and it is indescribable,
    syād-asti-nāsti-avaktavyaḥ—in some ways, it is, it is not, and it is indescribable,
    syād-avaktavyaḥ—in some ways, it is indescribable.

    (http://en.wikipedia.org/wiki/Anekantavada)

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    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • nibbuti
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    • 11. Februar 2015 um 22:21
    • #7
    molden:


    Kann mir jemand hier im Forum vielleicht auf die Sprünge helfen? Was ist das? Wo kommt es her? Ist es ein Koan? Wie lauten die Sätze wirklich?


    Hi & willkommen molden


    das bekannteste Tetralemma (die bekannteste »Vierer-Annahme«) im Buddhismus ist die Frage nach Buddhas Wiedererscheinen nach dem körperlichen Tod:


    Zitat


    S.16.12. Nach dem Tode - 12. Paraṃmaraṇa Sutta

    1. Einstmals weilten der ehrwürdige Mahākassapa und der ehrwürdige Sāriputta in Bārānasī, in Isipatana, im Antilopenhaine.

    2. Da nun erhob sich der ehrwürdige Sāriputta um die Abendzeit aus einsamer Meditation und begab sich dorthin, wo der ehrwürdige Mahākassapa sich befand, und nachdem er mit dem ehrwürdigen Mahākassapa die (üblichen) Begrüßungen und Höflichkeiten ausgetauscht, setzte er sich zur Seite nieder.

    (I)
    3. Zur Seite sitzend sprach dann der ehrwürdige Sāriputta zu dem ehrwürdigen Mahākassapa also: "Ist nun wohl, verehrter Kassapa, der Tathāgata nach dem Tode?" - "Nicht ist, Verehrter, vom Erhabenen der Bescheid erteilt worden: es ist der Tathāgata nach dem Tode."

    (II)
    4. "So ist also, Verehrter, der Tathāgata nicht nach dem Tode?" - "Auch so, Verehrter, ist von dem Erhabenen nicht Bescheid erteilt worden: nicht ist der Tathāgata nach dem Tode."

    (III)
    5. "So ist also, Verehrter, der Tathāgata und ist auch nicht nach dem Tode?" - "Auch so, Verehrter, ist von dem Erhabenen nicht Bescheid erteilt worden: es ist der Tathāgata und ist auch nicht nach dem Tode."

    (IV)
    6. "So ist also, Verehrter, der Tathāgata nicht noch ist er nicht nach dem Tode?" - "Auch so, Verehrter, ist von dem Erhabenen nicht Bescheid erteilt worden: es ist der Tathāgata nicht noch ist er nicht nach dem Tode."

    7. "Warum aber, Verehrter, ist darüber vom Erhabenen kein Bescheid erteilt worden?" - "Es ist das nicht segensreich, Verehrter, noch führt es ein in den heiligen Wandel (gesunde Lebensweise), noch gereicht es zum Widerwillen (gegen die weltlichen/schädlichen Dinge), zur Gleichgültigkeit (Gleichmut), zur Aufhebung (Loslösung), zur Stillung, zur (Erlangung der) Wunderkraft (höheren Geisteskraft), zur vollen Erleuchtung, zum Nirvana."

    8. "Aber worüber ist denn, Verehrter, vom Erhabenen Bescheid erteilt worden?" - "Dies ist das Leiden, ist, Verehrter, vom Erhabenen Bescheid erteilt worden; dies ist des Leidens Ursprung, ist vom Erhabenen Bescheid erteilt worden; dies ist des Leidens Aufhebung, ist vom Erhabenen Bescheid erteilt worden; dies ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg, ist vom Erhabenen Bescheid erteilt worden."

    9. "Warum aber, Verehrter, ist hierüber vom Erhabenen Bescheid erteilt worden?" - "Dies ja, Verehrter, ist segensreich, es führt ein in den heiligen Wandel, es gereicht zum Widerwillen (gegen die weltlichen Dinge), zur Gleichgültigkeit, zur Aufhebung, zur Stillung, zur (Erlangung der) Wunderkraft, zur vollen Erleuchtung, zum Nirvana."

    Alles anzeigen

    (siehe auch Majjhima Nikaya 72)

    ☸

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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