Liebe Buddhaland-Gemeinschaft,
ich bin über einen Kurs zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion nach Kabat-Zin vor nunmehr etwas über einem Jahr zur Meditation gelangt. Nun beschäftigt mich eine Frage, die mit dem zu tun hat, was ich bei der Meditation mache - oder vielmehr: machen sollte. So wie ich viele der einführenden Schriften zur Meditation verstehe, die ich inzwischen gelesen habe, sollte ich zunächst einmal möglichst wenig machen. Idealerweise gelingt es mir, zum reinen Beobachter zu werden. Achtsam nehme ich meinen Atem wahr, achtsam nehme ich aufkommende Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke war. Wichtig ist, so verstehe ich dies, dass ich mich möglichst vollständig davon löse, aktiv etwas zu verändern. Ich werde zum reinen Beobachter und in der Folge beruhigt sich mein Geist. Das ist das Ziel.
Was ich nun nicht richtig verstehe, ist Folgendes: Viele Autoren, die ich zunächst so verstehe, dass es ums achtsame Gewahrsein geht, beschreiben Meditationspraktiken, bei denen ich aktiv etwas tun soll. Bei der Mitgefühls-Meditation soll ich beispielsweise nach und nach ein möglichst umfassendes Mitgefühl in mir erzeugen, indem ich durch eine Reihe von gezielt hervorgebrachten Vorstellungen gehe. Allgemein gibt es häufig den Vorschlag, sich durch bestimmte Vorstellungen in bestimmte Stimmungen zu versetzen oder Ähnliches (bspw. die Vorstellung eines Berges für Zentriertheit, Stabilität etc.). Wie passen diese Sachen zusammen?
Wie passt das Verständnis von Meditation als reiner Achtsamkeit mit den Praktiken zusammen, in denen gezielt Vorstellungen und Gefühle erzeugt werden? Ist eines das Fundament für das andere? Oder ergeben beide zusammen ein umfassenderes Bild, das ich noch nicht sehen kann? Oder sind das einfach zwei unterschiedliche Ideen oder Schulen der Meditation?
Ich freue mich, wenn ihr mir bei der Klärung dieser Fragen helfen könnt.