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Jhana im Sallekha Sutta

  • Buddhaghosa
  • 6. Januar 2014 um 09:59
  • Zum letzten Beitrag
  • Buddhaghosa
    Gast
    • 24. Januar 2014 um 16:58
    • #326

    Hallo,

    leider rennt die Diskussion hier im Moment viel schneller als ich hinterher kommen kann.

    mukti:
    Elliot:


    Nein, das ist erst bei den formlosen (="friedvollen") Verweilungen der Fall:...

    Ahja, nur das Sinnesvergnügen bzw. Begehren ist weg, nicht die Wahrnehmung, wie es hier in MN 43 ja steht:

    Dies scheint mir in Anbetracht von AN 9.31+33 nur zur Hälfte richtig zu sein. In Nyanatilokas Übersetzung heißt es dort eindeutig: die sinnlichen Wahrnehmung erlöschen im 1. jhana.

    Wie kriegt man beide - sich widersprechende (?) Aussagen - unter einen Hut?

    Gruß
    Florian

  • accinca
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    • 24. Januar 2014 um 17:09
    • #327
    Buddhaghosa:

    Dies scheint mir in Anbetracht von AN 9.31+33 nur zur Hälfte richtig zu sein. In Nyanatilokas Übersetzung heißt es dort eindeutig: die sinnlichen Wahrnehmung erlöschen im 1. jhana.
    Wie kriegt man beide - sich widersprechende (?) Aussagen - unter einen Hut?

    Richtig ist, das noch Bewußtsein vorhanden ist, Achtsamkeit, Glück und Gleichmut und
    solche Sachen, aber es findet keine sinnliche Wahrnehmung nach außen statt.
    Dafür besteht weder Veranlassung noch Interesse. Der Wahrnehmungszwang der
    fünf Sinne unter dem der Mensch leidet ist zu dieser Zeit nicht vorhanden und
    ohne diese (unbewußte) Neigung zur Wahrnehmung kann diese auch nicht eintreten.
    Genau darin besteht ja das erlebte Glück der relativen Überweltlichkeit in diesen
    Zuständen der relativen Befreiung.

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 24. Januar 2014 um 17:28
    • #328

    Hallo,

    es gibt aber (wohl) Sutten in denen es heißt, dass die sinnliche Wahrnehmung im 1. jhana erlischt oder eben erst im 5. jhana.

    Darauf wollte ich hinweisen.

    Gruß
    Florian

  • mukti
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    • 24. Januar 2014 um 18:27
    • #329

    Hallo,

    also in MN 43 steht dass die Sinnesbegierde im 1. Jhana überwunden ist, und in AN 9.31+33 steht dass die sinnliche Wahrnehmung im 1. Jhana erloschen ist. Das wäre eigentlich kein Widerspruch.

    Schöne Grüße,
    mukti

    Mit Metta, mukti.


  • accinca
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    • 24. Januar 2014 um 18:54
    • #330
    Buddhaghosa:

    Hallo,
    es gibt aber (wohl) Sutten in denen es heißt, dass die sinnliche Wahrnehmung im 1. jhana erlischt oder eben erst im 5. jhana. Darauf wollte ich hinweisen.


    Nach der Lehre ist es so, das schon im 1. Jahna die äußerlichen fünf
    sinnlichen Wahrnehmungen weg fallen, aber noch nicht die Vorstellung
    einer Formhaftigkeit. Die erlischt erst mit dem ersten arupa-jhana. Das
    sind also zwei verschiedene Dinge.

  • Jikjisa
    Gast
    • 24. Januar 2014 um 21:03
    • #331

    für BG & andere noch mal ( falls überlesen ) - denke, der auszug verdeutlicht klar den zusammenhang.

    Jikjisa:

    Shamatha bezeichnet hier in der Ausführung den Geisteszustand ( Jhana ).
    Allerdings wird die zu diesem Zustand führende Meditation normalerweise auch als Shamatha bezeichnet.

    Jikjisa:
    Zitat

    aus dem Berzinarchiv:

    Shamatha: ein still gewordener und zur Ruhe gekommener Geist

    Shamatha (tib. zhi-gnas, ruhiges Verweilen), ein still gewordener und zur Ruhe gekommener Geist, ist mehr als nur vertiefte Konzentration. Es ist nicht lediglich ein Zustand des Geistes, der von den Hindernissen für Konzentration befreit und einsgerichtet (tib. rtse-gcig) auf einem Objekt oder in einem bestimmten Zustand zur Ruhe gekommen ist. Er wird zusätzlich von einem weiteren geistigen Faktor (tib. sems-byung) begleitet: einem Gefühl von physischer und geistiger Leistungsfähigkeit (tib. shin-sbyangs, Geschmeidigkeit, Flexibilität).

    Ein Gefühl von physischer und geistiger Leistungsfähigkeit ( * )ist der geistige Faktor, sich völlig dazu fähig zu fühlen, etwas zu tun – in diesem Falle, völlig auf etwas konzentriert zu bleiben. Er ist sowohl anregend wie glückselig, aber auf eine nicht störende Weise.

    Von den beiden wichtigsten Arten der Meditation, klar erkennender (tib. dpyad-sgom, analytische Meditation) und stabilisierender (tib. ‘ jog-sgom, fixierende Meditation), ist Shamatha ein Beispiel für letztere.

    Als Nebenprodukt bringt Shamatha außersinnliches Gewahrsein( ** ) (tib. mngon-shes, höher entwickeltes Gewahrsein) hervor, wie die Fähigkeit, Dinge aus einer großen Entfernung sehen und hören zu können und sich anderer Menschen Gedanken bewusst zu sein. In seinem Werk „Licht für den Pfad zur Erleuchtung“ (tib. Lam-sgron, Skt. Bodhipathapradipa), betont Atisha, der indische Meister des späten zehnten Jahrhunderts, die Wichtigkeit, diese Fähigkeiten zu erlangen, um anderen besser helfen zu können.

    Vipashyana: eine außergewöhnlich wahrnehmungsfähiger Geisteszustand

    In sich selbst besitzt Shamatha nicht den Geistesfaktor der subtilen Unterscheidungsfähigkeit (tib. dpyod-pa, genaue Prüfung, Analyse). Subtile Unterscheidungsfähigkeit ist ein aktives Verständnis der feineren Details der Natur einer Sache, nachdem man sie sorgfältig untersucht hat. Sie impliziert kein verbales Denken, auch wenn sie von verbalem Denken eingeleitet sein mag. Daher betont Vipashyana von den beiden wesentlichen Arten der Meditation, unterscheidender und stabilisierender, die erste.

    Wenn über Shamatha hinaus der Geistesfaktor*** subtiler Unterscheidungsfähigkeit und ein zweites Gefühl, das von körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit, vorhanden sind,wird der Geisteszustand zu Vipashyana (tib. lhag-mthong, Pali: vipassana, besondere Einsicht), einem außergewöhnlich wahrnehmungsfähigem Zustand des Geistes. Das zusätzliche Gefühl von Leistungsfähigkeit ist das Gefühl, völlig dazu fähig zu sein, die subtilen Details von allem zu unterscheiden und vollständig zu verstehen. Vipashyana muss nicht unbedingt auf Leerheit oder die vier edlen Wahrheiten ausgerichtet sein, obwohl das im Sutra im Allgemeinen der Fall ist.

    Wenn ein Geisteszustand ein Zustand von Vipashyana ist, ist er automatisch auch ein verbundenes Paar: Shamatha und Vipashyana (tib. zhi-lhag zung-‘brel). Bei einem verbundenen Paar wird einer der beiden Teile – in unserem Fall Shamatha – zuerst erlangt, und dann wir der zweite Teil – in unserem Fall Vipashyana – ihm hinzugefügt (ihm verbunden).

    Daher können wir, auch wenn wir an Vipashyana arbeiten können, bevor wir Shamatha erlangt haben, Vipashyana nicht erlangen, bevor wir zuerst Shamatha erlangt haben.

    Alles anzeigen

    * viriya-sambojjhanga
    ** "überweltlich"
    *** dhammavicaya-sambojjhanga

    Alles anzeigen
  • Jikjisa
    Gast
    • 24. Januar 2014 um 21:22
    • #332

    accinca:

    Zitat

    Nach der Lehre ist es so, das schon im 1. Jahna die äußerlichen fünf
    sinnlichen Wahrnehmungen weg fallen

    man muss es wohl als "sinnlich entrückt" oder der "der sinnlichkeit entrückt" verstehen, also den äußeren objekten.
    davon unberührt bleibt die innere sinnes-wahrnehmung erhalten.
    samadhi wird nie als leer, kalt, empfindungs,-und wahrnehmungslos beschrieben.
    selbst nibbana ( das ursprüngliche gesicht ) wird empfunden:


    Zitat

    FALL 23: Weder gut noch böse denken
    Fall:
    Einst verfolgte der Mönch Myô den sechsten Patriarchen bis zum Berg Daiyu. Als der Patriarch den Myô herankommen sah, legte er Robe und Essschale auf einen Felsblock und sagte: “Diese Robe vergegenwärtigt den Glauben. Wie kann darum mit Gewalt gestritten werden? Ich erlaube dir, sie mitzunehmen.” Myô versuchte, sie hochzuheben, aber sie war so unbeweglich wie ein Berg. Erschrocken und zitternd vor heiliger Scheu sagte er: “Ich kam wegen des Dharmas, nicht wegen der Robe. Ich bitte Euch, offenbart mir den Dharma!” Da sagte der Patriarch: “Nicht an Gutes und Böses denken: was ist das uranfängliche Angesicht des Mönches Myô in dem Augenblick?” Im selben Augenblick erfuhr der Mönch tiefe Erleuchtung. Am ganzen Leib in Schweiß gebadet, mit Tränen in den Augen verneigte er sich und sagte: “Gibt es jenseits der geheimen Worte und Bedeutungen, die Ihr mir jetzt offenbart habt, noch etwas Tieferes?” Der Patriarch entgegnete: “Was ich dir eben gepredigt habe, ist kein Geheimnis. Wenn du dich auf dein eigenes wahres Angesicht besinnst, findest du das Geheime bei dir selbst.”

  • accinca
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    • 24. Januar 2014 um 21:49
    • #333
    Jikjisa:

    man muss es wohl als "sinnlich entrückt" oder der "der sinnlichkeit entrückt" verstehen, also den äußeren objekten.


    Ja, von außen betrachtet, etwa so wie einer der vorher Raucher war
    als vom rauchen "entrückt" bezeichnet werden könnte, nur eben
    noch existenzieller.

    Zitat

    davon unberührt bleibt die innere sinnes-wahrnehmung erhalten.
    samadhi wird nie als leer, kalt, empfindungs,-und wahrnehmungslos
    beschrieben. selbst nibbana ( das ursprüngliche gesicht ) wird empfunden:

    Nibbana das der Buddha lehrte ist ohne Gesicht und es ist
    auch kein Gefühl bzw. Empfindung noch Bewußtsein. Nibbana ist
    die Erlöschung des Daseinsbrandes, die völlige Ablösung vom Anhangen (am Dasein)
    sowie des Dünkels und des Nichtwissens.

  • Jikjisa
    Gast
    • 24. Januar 2014 um 22:23
    • #334

    ja gut, dann lassen wir nirvana mal außen vor, nicht aber bussho *schmunzel*
    haben wir im fall die sicher gen nibbana leitende einheits-leerheitserfahrung wo von heißt:

    shin ku myo u oder auch shinjin datsuraku ( aus wahrer leere entsteht das wunderbare sein & .......... egal für euch )

    cürelü♥ :D

  • Elliot
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    • 25. Januar 2014 um 08:58
    • #335
    mukti:
    Elliot:


    Nein, das ist erst bei den formlosen (="friedvollen") Verweilungen der Fall:...

    Ahja, nur das Sinnesvergnügen bzw. Begehren ist weg, nicht die Wahrnehmung, wie es hier in MN 43 ja steht:

    Buddhaghosa:

    Dies scheint mir in Anbetracht von AN 9.31+33 nur zur Hälfte richtig zu sein. In Nyanatilokas Übersetzung heißt es dort eindeutig: die sinnlichen Wahrnehmung erlöschen im 1. jhana.


    Das ist ja schon in sich ein Widerspruch:

    Zitat

    Für den in die erste Vertiefung Eingetretenen sind die sinnlichen Wahrnehmungen erloschen (während der Vertiefungen ist die Fünfsinnentätigkeit ausgeschaltet).
    Für den in die zweite Vertiefung Eingetretenen sind Gedankenfassen und Überlegen erloschen.
    Für den in die dritte Vertiefung Eingetretenen ist Verzückung erloschen.
    Für den in die vierte Vertiefung Eingetretenen ist Ein- und Ausatmung erloschen.
    Für den in das Gebiet der Raumunendlichkeit Eingetretenen sind die Körperlichkeitswahrnehmungen erloschen.
    ...

    (http://www.palikanon.com/angutt/a09_021-031.html#a_ix31)


    Denn die Körperlichkeitswahrnehmung wird normalerweise zu den sinnlichen Wahrnehmungen gezählt.

    Und hier heisst es ja auch:

    Zitat

    "Freund, in der ersten Vertiefung sind fünf Faktoren überwunden und fünf Faktoren sind darin enthalten. Wenn da ein Bhikkhu in die erste Vertiefung eingetreten ist, ist Sinnes"begierde" ( kāmacchando ) überwunden, Übelwollen ist überwunden, Trägheit und Mattheit ist überwunden, Rastlosigkeit und Gewissensunruhe ist überwunden und Zweifel ist überwunden; und es treten anfängliche Hinwendung des Geistes, anhaltende Hinwendung des Geistes, Verzückung, Glückseligkeit und Einspitzigkeit des Geistes auf. Auf diese Weise sind in der ersten Vertiefung fünf Faktoren überwunden und fünf Faktoren sind darin enthalten."

    (MN 43)


    Da hilft Satipatthana (= samma sati):

    Zitat

    "Wiederum verweilt da ein Bhikkhu, indem er Geistesobjekte als Geistesobjekte im Zusammenhang mit den sechs inneren und äußeren Grundlagen betrachtet. Und wie verweilt ein Bhikkhu, indem er Geistesobjekte als Geistesobjekte im Zusammenhang mit den sechs inneren und äußeren Grundlagen betrachtet? Da versteht ein Bhikkhu das Auge, er versteht Formen, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    "Er versteht das Ohr, er versteht Klänge, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    "Er versteht die Nase, er versteht Gerüche, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    "Er versteht die Zunge, er versteht Geschmäcker, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    "Er versteht den Körper, er versteht Berührungsobjekte, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    "Er versteht den Geist, er versteht Geistesobjekte, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht [19]."

    (MN 10)

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    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 25. Januar 2014 um 09:06
    • #336
    Elliot:


    Das ist ja schon in sich ein Widerspruch:

    Und wie erklärst du dir diesen Widerspruch?

    Gruß
    Florian

  • hedin
    Gast
    • 25. Januar 2014 um 11:05
    • #337
    Buddhaghosa:

    Und wie erklärst du dir diesen Widerspruch?

    Die jhana-citta sind nicht Bewusstsein der Sinnensphäre, sie gehören zu einer anderen Bewusstseinsebene und werden durch die Geistpforte, dem sechstes Sinnenbewusstsein erlebt.
    Im Augenblick tiefster Konzentration (jhana) entsehen keine Sinneneindrücke an den 5 Pforten.

    Jhana umfassen „rupa-jhana-citta“ (feinkörperliche Sphäre) und „arupa-jhana-citta“ (unkörperliche Sphäre), beide sind vertiefte Konzentration.
    Ferner gibt es noch die Bewusstseinsebene der „lokuttara-citta“, sie werden überweltliches Bewusstsein genannt und haben nibbana zum Objekt.

    hedin

  • Elliot
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    • 25. Januar 2014 um 11:40
    • #338
    Buddhaghosa:
    Elliot:


    Das ist ja schon in sich ein Widerspruch:


    Und wie erklärst du dir diesen Widerspruch?


    Die Übersetzung "Sinneswahrnehmungen" für kāmasaññā ist irreführend.

    Wenn über Sinne neutral gesprochen wird, dann wird Salāyatana oder auch Indriya verwendet. Kāma ist immer schon mit Verlangen, Begehren, Gefallen verknüpft, selbst wenn dies noch durch kāma cchanda, kāma rāga, kāma tanhā usw. verstärkt werden kann.

    Kama ist ein Begriff, den auch die brahmansischen Zeitgenossen des Buddha gut kanten:

    Zitat

    Kāma (Sanskrit काम, "weltlicher Genuss", „Verlangen“) oft einseitig als "Lust" oder "Sexuelles Verlangen" übersetzt, gilt im Hinduismus als eines der vier Purusharthas, die "vier Lebensziele des Menschen". Die weiteren drei sind

    1.Artha: Wohlstand und Erfolg,
    2.Dharma: ein Leben entsprechend den sozialen und kosmischen Gesetzen,
    3.Moksha: die Erlösung.[1]

    Hindus lehnen weltliches Streben, Lust und Verlangen nach Wohlstand nicht als unmoralisch ab, diese sind jedoch den beiden anderen Zielen, Dharma und Erlösung, untergeordnet. Ist für das tägliche Leben die Erfüllung des Dharma das wichtigste Leitziel, so sind doch für das Leben als Haushalter auch Artha und Kama notwendig. Doch obwohl hinduistische Tradition und Gesellschaft einerseits die Legitimität von Kama anerkennen, gehört der Begriff auch zu den sogenannten "Sechs Feinden", den Übeln, die der Mensch auf dem Weg zur Erlösung überwinden muss.

    (http://de.wikipedia.org/wiki/Kama_(Indien))


    Und daher passt es so besser:

    Zitat

    Was sind unheilsame Absichten? Es sind die Absicht der Sinnesgier ( Kāma-saṅkappo ), die Absicht des Übelwollens und die Absicht der Grausamkeit. Diese werden unheilsame Absichten genannt."

    "Und wo entspringen diese unheilsamen Absichten? Ihr Entspringen ist dargelegt: man sollte sagen, sie entspringen in Wahrnehmung. In welcher Wahrnehmung? Obwohl Wahrnehmung vielfältig ist, verschiedenartig und mit unterschiedlichen Aspekten, gibt es Wahrnehmung der Sinnesgier ( Kāma-saññā ), Wahrnehmung des Übelwollens und Wahrnehmung der Grausamkeit. Unheilsame Absichten entspringen in diesem."

    "Und wo hören diese unheilsamen Absichten ohne Überbleibsel auf? Ihr Aufhören ist dargelegt: da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Hier geschieht es, daß unheilsame Absichten ohne Überbleibsel aufhören [5]."

    (MN 78)


    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • accinca
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    • 25. Januar 2014 um 14:32
    • #339

    Das erklärt alles den Unterschied noch nicht so richtig.
    Gemeint ist der Unterschied zwischen rupa-jhana ohne
    Wahrnehmung durch die fünf Sinnestore und arupa-jhana.
    Mann könnte ja vermuten, das, wenn keine der fünf Sinnenreize
    vorhanden ist, auch von rupa keine Rede mehr sein könne.

    Das ist offensichtlich nicht der Fall. Wahr ist allerdings das
    bei ausgereiften Jahnas keine Sinnesreize wahrgenommen werden,
    selbst wenn es blitzen und donnern würde. Der Unterschied zum
    arupa-jhana ist aber das das Bewußtsein von rupa aber trotzdem
    noch nicht erloschen ist. Dazu braucht es aber auch gar keine
    der fünf Sinneswahrnehmungen. Die Trennung vollzieht sich geistig.

    Was anderes ist es mit der Aufhebung von kāmasaññā. Die
    Aufhebung von sinnlichen Begehren bedeutet nicht notwendig
    die Aufhebung der Wahrnehmung der fünf Sinne.
    Ein Mönch der kāmasaññā aufgehoben hat, kann sich in Jhana
    befinden oder auch nicht - und entsprechend die Wesen der Brahmawelt.
    Nur mit den Wesen der arupawelt ist keine Kommunikation mehr möglich.
    Das heißt ohne rupa auch keine Kommunikation.

  • Elliot
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    • 25. Januar 2014 um 17:17
    • #340
    accinca:

    Wahr ist allerdings das bei ausgereiften Jahnas keine Sinnesreize wahrgenommen werden, selbst wenn es blitzen und donnern würde.


    Für die Körperwahrnehmung gilt das aber sicher nicht, zumindest nicht, wenn es sich um samma samadhi handelt:

    Zitat

    "...ihr Bhikkhus, tritt da ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind.

    Er läßt die Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind, diesen Körper durchtränken, durchsättigen, anfüllen und durchdringen, so daß es kein Körperteil gibt, das nicht von der Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind, durchdrungen ist.

    ... Er läßt die Glückseligkeit, die frei von Verzückung ist, diesen Körper durchtränken, durchsättigen, anfüllen und durchdringen, so daß es kein Körperteil gibt, das nicht von der Glückseligkeit, die frei von Verzückung ist, durchdrungen ist.

    ... Er sitzt da und durchdringt diesen Körper mit einem reinen, klaren Herzen, so daß es kein Körperteil gibt, das nicht vom reinen, klaren Herzen durchdrungen ist.

    (MN 119)


    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • accinca
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    • 25. Januar 2014 um 17:57
    • #341
    Elliot:
    accinca:

    Wahr ist allerdings das bei ausgereiften Jahnas keine Sinnesreize wahrgenommen werden, selbst wenn es blitzen und donnern würde.


    Für die Körperwahrnehmung gilt das aber sicher nicht, zumindest nicht, wenn es sich um samma samadhi handelt:


    Wir reden hier von den Jhanas. Sie sind Teil von samādhi.
    Was aber die von dir zitierte Lehrrede M 119 anbelangt.
    So ist dort nicht von rupa die Rede sondern von kaya.
    So kommt es hier im deutschen wohl zu falschen Vorstellungen
    wenn das auch mit "Körper" übersetzt wird.

  • mukti
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    • 25. Januar 2014 um 18:03
    • #342

    Das wird wohl nichts mit Sinnesreizen zu tun haben, das wäre hier dann der Tastsinn über die Körpernerven. Eher die geistige Vorstellung des Körpers, nicht die vier Elemente.

    Mit Metta, mukti.


  • accinca
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    • 25. Januar 2014 um 18:24
    • #343
    Zitat

    «Es war einmal, Pukkuso, da bin ich bei Atumá geweilt, in einer Scheune.
    Um diese Zeit aber, bei einem Gewittersturm, im wirbelnden Wolkenbruch,
    während Blitze herabzückten und der Donner krachend dareinschlug, wurden
    unweit der Scheune zwei Landbauern, Brüder, getroffen, und vier Zugochsen.

    Da ist denn, Pukkuso, aus Atumá eine große Menschenmenge herangekommen
    und um die beiden Landbauern, die erschlagenen Brüder, und die vier Zugochsen
    herumgestanden.

    Doch war ich, Pukkuso, schon aus der Scheune hervorgetreten und ging vor
    der Tenne unter freiem Himmel auf und ab. Alsbald kam nun, Pukkuso, einer
    der Männer aus jener großen Menschenmenge auf mich zu, verbeugte sich vor
    mir und stand beiseite.
    Den Mann aber, Pukkuso, der da beiseite stand, sprach ich also an:
    "Was ist denn da, Bruder, für eine große Menschenmenge zusammengekommen?" -

    "Es sind jetzt, o Herr, im Wettersturm, im prasselnden Wolkengusse, unter flammenden
    Blitzen und krachendem Donnergetöse, zwei Landleute erschlagen worden, Brüder, und
    vier Pflugochsen: da ist denn nun diese große Menschenmenge zusammengelaufen;
    du aber, o Herr, bist wo gewesen?" -

    "Hier eben, Bruder, bin ich gewesen." - "Und hast es, o Herr, wohl gesehn?" -
    "Nichts hab' ich, Bruder, gesehn." - "Aber du hast doch, o Herr, den Lärm gehört?" -
    " Nichts, Bruder, hab' ich von Lärm gehört." - " Dann hast du, o Herr, gar geschlafen?" -
    "Nicht hab' ich, Bruder, geschlafen." - "Wie denn, o Herr: und du warst bewußt?" -
    "Gewiß, Bruder." -

    "So hast du, o Herr, bewußt und mit wachen Sinnen im Gewittersturm und wirbelnden
    Wolkenbruch, während Blitze herabschossen und der Donner krachend dareinschlug,
    weder gesehn noch auch den Lärm gehört?" - "Freilich, Bruder."

    Da wurde nun, Pukkuso, jenem Manne also zumute:
    "O wie seltsam ist es, wie so wunderbar doch, wie tief da wirklich der Frieden sein muß,
    in dem Pilger verharren können: wo ja eben einer bewußt und mit wachen Sinnen im
    Gewittersturm, im wirbelnden Wolkenbruch, während Blitze herabzücken und der Donner
    krachend dareinschlägt, weder zu sehn noch auch den Lärm zu hören braucht!"

    Und nachdem er so hohe Begeisterung für mich gezeigt hatte, ging er rechts herum und entfernte sich.»
    D 16 - 4

    Alles anzeigen
  • Jikjisa
    Gast
    • 25. Januar 2014 um 20:05
    • #344

    Das ist das tiefste Jhana.
    Weder Wahrnehhmung noch nicht-Wahrnehmung. Nach außen nicht, nach innen, ja.

    Aber was ist der "Endeffekt" der Selbstentsagung ?

  • accinca
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    • 25. Januar 2014 um 20:41
    • #345
    Jikjisa:

    Das ist das tiefste Jhana.
    Weder Wahrnehhmung noch nicht-Wahrnehmung. Nach außen nicht, nach innen, ja.
    Aber was ist der "Endeffekt" der Selbstentsagung ?


    "Endeffekt" der Selbstentsagung ist die endgültige Befreiung vom Leiden des
    Daseins (und nicht nur dem menschlichen.)

  • Jikjisa
    Gast
    • 25. Januar 2014 um 21:24
    • #346

    genau ( und natürlich nicht allein dem menschlichen )

    Zitat
    Zitat

    "O wie seltsam ist es, wie so wunderbar doch, wie tief da wirklich der Frieden sein muß,...

    aus dem Metta- Sutra:

    Zitat

    Wem klar geworden ist, dass der Frieden des Geistes das Ziel seines Lebens ist, der bemühe sich um folgene Gesinnung:...

    Zitat

    "Es gibt nur einen ,Satan': Selbst-Sucht." ( Buddhadasa )

    jetzt sag mir warum alle auf vipassana scharf sind ? recht selbstsüchtig, oder ? geht ja gar nicht mit selbstsucht.
    wenn doch die gemütserlösung vor der wissenserlösung logischerweise steht.
    neuerdings muss bei jedem shamatha kurs auch noch vipassana-wort angefügt werden, damit jemand kommt, anscheinend.
    nicht, daß ein leichtes vipassana nicht in der angrenzenden sammlung möglich wäre,
    aber es ist eben nicht das wovon buddha und die verwirklichten sprechen. da muss man sich nix vormachen.
    das ist ein schnödes bhavana; verstand ist auch bhavana, kontemplationsfähigkeit und ein
    bischen durchdringen und aufheben der gröbsten nivarana.

    übrigens hab ich ein synonym zu bussho gefunden im dhammapada. der "wahre mensch", ergo arya.
    das ursprüngliche gesicht oder wahre gesicht. ist doch nicht so schwer zu verstehen.

    die bewusstseinsphären ( unkörperlichen jhana ) gehören eh zusammen und zum vierten jhana ( reinheit der achtsamkeit );
    Raumunendlichkeit und Bewußtseinsunendlichkeit gehören zur einheit, wovon litsch sagt:

    Zitat

    das erfahrungsziel der mystiker

    ( darum auch:
    brahmavihara -

    Zitat

    "Sein (Nicht-)Selbst in allem wiedererkennend, durchstrahlt ein (wahrer) Mensch die Welt mit einem Herzgeist voller Liebender Güte, Mitgefühl und Mitfreude in Gleichmut - mit einem großen, erhabenen und unbegrenzten Herzgeist."

    -

    und Nichtsheit und Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung gehören zur leerheit, wovon f.-j- litsch sagt:

    Zitat

    das erfahrungsziel der achtsamkeit

    . sehr klug . er hätte auch sagen können, daß erfahrungsziel des praktizierenden buddhisten. aber anscheinend ist er auch schon säkularisiert. würde mich nicht wundern so gereizt wie er ist mit seinem "satipatthana"-verschnitt. aber vielleicht will
    er auch nur das wort nibbana rauslassen. wäre noch klüger.
    denn der einzige der da wohl nicht ins trudeln kommen würde bei "nibbana" bist du. :)

    das was ich zum letzten abschnitt eigentlich sagen wollte, warum nun das uranfängliche gesicht nicht allein bussho meint,
    sondern auch die klitzekleinen jhanaübergänge zuvor, bzw. verwirklichten geistzustände, das passt hier nicht mehr hin.

    brahma schütze die rote flora. wenn du es nicht tust. freund. _()_

  • Elliot
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    • 26. Januar 2014 um 02:54
    • #347
    accinca:
    Elliot:


    Für die Körperwahrnehmung gilt das aber sicher nicht, zumindest nicht, wenn es sich um samma samadhi handelt:


    Wir reden hier von den Jhanas. Sie sind Teil von samādhi.


    Genaugenommen sind die vier Jhanas zusammen samma samadhi:

    Zitat

    "Und was, Freunde, ist samma samadhi?

    Da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: 'Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist', und verweilt darin. Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin.

    Dies wird samma samadhi genannt [5]."

    (MN 141)

    accinca:

    Was aber die von dir zitierte Lehrrede M 119 anbelangt. So ist dort nicht von rupa die Rede sondern von kaya. So kommt es hier im deutschen wohl zu falschen Vorstellungen wenn das auch mit "Körper" übersetzt wird.


    Doch doch, hier ist Körper die richtige Übersetzung von kaya, ebenso wie beispielsweise in Sammaditthi sutta:

    Zitat

    Es gibt diese sechs Sinnesgrundlagen: Augen-Grundlage, die Ohren-Grundlage, die Nasen-Grundlage, die Zungen-Grundlage, die Körper-Grundlage ( kāyā-yatanaṃ ) und die Geist-Grundlage.

    (MN 9)


    Oder auch in Satipatthana Sutta:

    Zitat

    "Wiederum verweilt da ein Bhikkhu, indem er Geistesobjekte als Geistesobjekte im Zusammenhang mit den sechs inneren und äußeren Grundlagen betrachtet. Und wie verweilt ein Bhikkhu, indem er Geistesobjekte als Geistesobjekte im Zusammenhang mit den sechs inneren und äußeren Grundlagen betrachtet? Da versteht ein Bhikkhu das Auge, er versteht Formen, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    ... "Er versteht den Körper ( Kāyañca ), er versteht Berührungsobjekte, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    (MN 10)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • hedin
    Gast
    • 26. Januar 2014 um 10:32
    • #348
    Elliot:


    ... "Er versteht den Körper ( Kāyañca ), er versteht Berührungsobjekte, und er versteht die Fessel, die in Abhängigkeit von beiden entsteht; und er versteht auch, wie die noch nicht entstandene Fessel entsteht, und wie die bereits entstandene Fessel überwunden wird, und wie die überwundene Fessel künftig nicht mehr entsteht."

    Das geschieht jedoch an der Geistpforte (Geistbewusstsein).
    Wäre dem nicht so, wie würde dann Einer der im Augenblick jhana kultiviert hat, in der Lage sein, im selben Augenblick vipassana zu meditieren.

    hedin

  • accinca
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    • 26. Januar 2014 um 10:37
    • #349
    Elliot:

    Genaugenommen sind die vier Jhanas zusammen samma samadhi:

    Zitat

    "Und was, Freunde, ist samma samadhi? ...

    Zitat

    Da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: 'Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist', und verweilt darin. Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin.
    Dies wird samma samadhi genannt [5]."

    Das ist aber nur als markanter Eckpunkt zu verstehen.
    Tatsächlich sind die Pfadglieder relativ und kommen
    gemeinsam zur Entwicklung. Auch wenn ein Buddha
    nicht in diesen Vertiefungen weilt ist er recht gesammelt.
    samma samadhi ist das Ergebnis von rechter Achtsamkeit (samma sati)
    und die besteht auch wenn keine Jahnas sind oder wenn
    nicht die rupa-Jahna sind sondern z.B. die "brahmanischen Verweilungen"
    oder die arupa-Vertiefungen.

    Zitat
    accinca:

    Was aber die von dir zitierte Lehrrede M 119 anbelangt. So ist dort nicht von rupa die Rede sondern von kaya. So kommt es hier im deutschen wohl zu falschen Vorstellungen wenn das auch mit "Körper" übersetzt wird.


    Doch doch, hier ist Körper die richtige Übersetzung von kaya, ebenso wie beispielsweise in Sammaditthi sutta:

    Ich meine nicht, das es grundlos ist das dort nicht rupa sondern kaya steht.
    Kaya kann nämlich viel mehr sein, als nur der grobe Fleischleib. Trotzdem
    hast du natürlich recht, das auch rupa ein kaya ist bzw. sein kann aber
    nicht sein muß wie Beispielsweise bei "namakaye".
    Und natürlich kommt es auch auf den Kontext an in dem die Worte gebraucht werden.

    rupakaya kann eben verschieden subtil sein. So reicht rupa ja bis in die
    brahmischen Daseinsformen hinein die alle noch zu rupaloka gehören.

    All das ändert aber nichts an der Tatsache, das es nach der Lehre
    Vertiefungen gibt, in denen das was wir als Körper betrachten nicht
    wahrgenommen wird. Wo mit offenen Augen nicht gesehen wird mit
    offenen Ohren nicht gehört usw. und trotzdem Bewußtsein besteht und
    das war es worum es hier ging.

  • Jikjisa
    Gast
    • 26. Januar 2014 um 10:57
    • #350

    accinca:

    Zitat

    samma samadhi ist das Ergebnis von rechter Achtsamkeit (samma sati)
    und die besteht auch wenn keine Jahnas sind oder wenn

    das ist beides nicht ganz richtig.

    Zitat

    Wo mit offenen Augen nicht gesehen wird mit
    offenen Ohren nicht gehört usw. und trotzdem Bewußtsein besteht und
    das war es worum es hier ging.

    aber das ist wohl richtig.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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