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Unangebrachte Gespräche - Dukkathā Sutta

  • SpringMode5708
  • 5. Dezember 2013 um 03:04
  • Geschlossen
  • Zum letzten Beitrag
  • Sumedhâ
    Gast
    • 5. Dezember 2013 um 14:07
    • #26
    Doris Rasevic-Benz:
    Zitat

    aber du musst nicht gleich wieder angst haben. allet gut keine securitate weit und breit.

    Das finde ich gehört unbedingt in die Kategorie "unangebrachte Gespräche" ...


    ich würde es als die krönung der "unwissenheit" bezeichnen :D mit allen sich daraus entwickelnden "verblendungen" ....
    als tir- oder mehr logie, bei der autorin zu beziehen.... :D
    .

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 5. Dezember 2013 um 19:16
    • #27

    Betreff: Unangebrachte Gespräche - Dukkathā Sutta

    Kirschbluete:

    Liebe Losang,

    Zitat

    Und es ist eben zweifelhaft, ob da mein Schweigen für ihn wirklich besser gewesen wäre. Für mich weniger Stress, ja, aber für ihn ein Wiegen in vermeintlicher Sicherheit "der Größte" zu sein. Man sieht so jemanden auf den Abgrund zu tanzen und weiß "Sag ich nichts, fällt er da runter - sag ich was, wird er sauer und trotzdem da runter fallen."
    Hat jemand dazu eine Idee?

    für mich habe ich da eine klare Antwort gefunden:
    "Man kann nicht alle retten."

    Das mag sehr nüchtern oder vielleicht sogar herzlos klingen, aber das ist schlichtweg die Erfahrung, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe.
    Ich kann jemanden, der mich um Unterstützung bittet auch nur dann unterstützen, wenn er willens und in der Lage ist, die Unterstützung anzunehmen. Wenn mir jemand sein Vertrauen in dieser Art und Weise schenkt, konzentriere ich mich in erster Linie auf die Fähigkeiten, die derjenige mit sich bringt. Oft werden die eigenen Fähigkeiten und Stärken völlig ingoriert, während sich vielmehr auf das konzentriert wird, was man "nicht kann".

    Und ich bitte wiederum nur die Personen um Unterstützung, denen ich mein Vertrauen schenke - und mein Vertrauen ist wiederum an mein Gefühl gekoppelt, dass "meine Unterstützer" nicht ihr "Ego" aufpolieren, und sich auch nicht mächtig und überlegen fühlen, indem sie mich unterstützen.
    Ich habe es immer wieder erlebt, dass sich gerne auf die "Unfähigkeiten" des Gegenübers konzentriert wird, wenn der "Helfer" sich selbst unzureichend fühlt: indem ein Helfer das Negative bei seinem Gegenüber sucht, poliert er sein eigenes Selbstwertgefühl auf (die eigene Aufwertung durch die Abwertung anderer). Das bringt wiederum das Gefühl der Macht und Überlegenheit mit sich.

    D.h. wenn ich jemanden Unterstützung angedeihen lasse, passe ich schon gut drauf auf, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen und mir auch keine "retterischen Fähigkeiten" abverlange, die ich definitiv nicht habe ohne mich dabei unzulänglich zu fühlen (wenn er sich eigenverantwortlich entscheidet, sich nicht helfen lassen zu wollen, entscheidet er sich auch eigenverantwortlich in Kauf zu nehmen, dass er in den Abgrund rutscht).
    Genausowenig möchte ich von einem selbsternannten Retter gerettet werden. :P
    Da rutsche ich dann lieber ab und buche es als "Erfahrung" ab, durch die ich dann selbst lernen kann.

    Alles anzeigen


    Danke für diese schöne Antwort.
    Es ist so, dass ich da noch differenziere: wenn jemand sozusagen mehrmals fragt, also wenn er einen in die Ecke drängt, dass man ein Statement abgeben muss, dann denke ich, will er's haben. Auch wenn er dann über meinen Blickwinkel wütend wird.
    "Shit happens all the time." :)

    Dein erster Satz ("Man kann nicht alle retten.") ist ganz im Sinne der Beatles "Don't carry the world up on your shoulders." Sehr weise also. :)
    Aber irgendwie kann ich das Verantwortungsgefühl für diese Leute nicht abgeben. Nur, ich bin ja nicht allmächtig, also muss ich damit rechnen, dass das, was ich versuche, auch nicht funktioniert.
    Das ist dann so, da hast Du Recht.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Kirschbluete
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    10. Februar 2013
    • 5. Dezember 2013 um 20:42
    • #28

    Liebe Losang,

    Zitat


    Aber irgendwie kann ich das Verantwortungsgefühl für diese Leute nicht abgeben. Nur, ich bin ja nicht allmächtig, also muss ich damit rechnen, dass das, was ich versuche, auch nicht funktioniert.
    Das ist dann so, da hast Du Recht.

    auch für mich ist das noch ein nicht unbeachtliches Übungsfeld ;-).
    Was mir mal sehr hilfreich war, war die Aussage meines ersten (tibetischen) Lehrers: "Alle retten zu wollen ist so, als wie wenn man einen Elefanten durch eine Stadt tragen möchte. Nicht mal der Buddha konnte alle retten."

    Der Satz klingt noch heute in mir nach und ich muss mir den auch immer wieder mal präsent machen.
    Gerade, wenn man in einem Helferjob arbeitet, kann es durchaus mal natürlicherweise zur Selbstüberschätzung kommen und manchmal verwischen sich auch die Grenzen dessen, zu den Fähigkeiten, die man hat und zu dem, zu was man nicht fähig ist.
    Da bleibt manchmal nur "Versuch und Irrtum".

    Wir lassen uns einfach nicht durch die Fehleinschätzungen und "Auf-die-Nase-Faller" ennnnntmutigen, sondern durch den Dhamma errrrrmutigen :D .

    Herzliche Grüße von der

    Kirschblüte


    Der vielleicht größte Vorteil des Ruhms besteht darin, daß man ungestraft die größten Dummheiten sagen darf.

    André Gide

  • SpringMode5708
    Gast
    • 5. Dezember 2013 um 23:14
    • #29
    fotost:

    Manchmal aber auch über ernstere Dinge, wie zum Teil in diesem Forum. Und hier ist mir klar, dass Beiträge schon von sehr unterschiedlichen Menschen gelesen werden. Ich versuche mich in rechter Rede und darin, manchmal bei schon geschriebenen Texten nicht auf den 'Return' Knopf zu drücken. Ein anderer Unterschied zum direkten Gespräch besteht darin, dass ich Texte vor dem Abschicken auch mal 10 Minuten auf dem Bildschirm stehen lassen kann, um sie dann noch einmal durchzulesen, was im direkten Gespräch weniger funktioniert.


    Ich finde es lobenswert, nicht den Impuls des 'Abschickens' gleich nach zu kommen, sondern erst einmal noch abzuwarten.
    Ansonsten geht es in dem Sutta tatsächlich nicht darum, wie die eigene Rede auf eine Vielzahl zufälliger Zuhörer wirkt.


    fotost:

    Ich hoffe, diese Abweichung vom Thema ist ok, die massive Zunahme der Kommunikation in/über soziale Medien sollte im Zusammenhang mit Gesprächen erwähnt sein.


    Ich finde, das gehört natürlich zum Thema. Es geht um Verständigung im weitesten Sinne.

    Schöne Grüße

  • SpringMode5708
    Gast
    • 5. Dezember 2013 um 23:24
    • #30
    Kirschbluete:

    Positive Verstärkung bei positiven Fähigkeiten halte ich sowieso für sehr, sehr wertvoll und unbeschreiblich wichtig, weil man damit den "inneren Schatz" eines Menschen fördern und zutage bringen kann, statt ihm vorzuhalten, welche Fähigkeiten er nicht hat. Durch positive Verstärkung kann man gerade das Selbstvertrauen in die eigene Kraft verstärken und aufzeigen, welche "inneren Werkzeuge" derjenige nutzen kann.


    Mir ist bei einigen Lehrreden vom Buddha bereits aufgefallen, dass er seine Worte zwar nicht direkt ausschließlich positiv verstärkend, aber wenigstens nicht das Negative heraus kehrend wählte.

    Schöne Grüße

  • SpringMode5708
    Gast
    • 5. Dezember 2013 um 23:34
    • #31

    Viele Dank für die zahlreichen Kommentare. Erst wollte ich alle kommentieren, nun lasse ich es doch mal so stehen. Und wirken. Es ist eine Menge Gutes für mich dabei.


    Schöne Grüße

  • Kusala
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 05:51
    • #32
    Mirco:


    Ansonsten geht es in dem Sutta tatsächlich nicht darum, wie die eigene Rede auf eine Vielzahl zufälliger Zuhörer wirkt.

    Egal ob zu einer Person oder zu einer großen beliebigen Versammlung gesprochen wird,
    die Re-Aktion des Einzelnen ist meist so, wie im Sutta beschrieben.

    Mirco:

    Mir ist bei einigen Lehrreden vom Buddha bereits aufgefallen, dass er seine Worte zwar nicht direkt ausschließlich positiv verstärkend, aber wenigstens nicht das Negative heraus kehrend wählte.

    In den meisten Lehrreden wird der "Umkehrschluss" genauso behandelt, wie die eigentliche Aussage.

    In der "Angereihten Sammlung", aus der Dein Zitat stammt, wird im Gegensatz zur "Mittleren Sammlung" aber meist durch den Übersetzer die Umkehrschluss-WIederholung (wegen der Zähigkeit des Lesens?) stark gekürzt oder sogar ganz darauf verzichtet. Auch werden in der "Angereihten" oft mehrere Lehrreden, ob mancher Wiederholungen zusammengefasst.
    Oder es werden in den Lehrreden der "Angereihten" nur die Kernaussagen stark zusammengefasst behandelt.

    Beispiel:

    Der Tor

    2. "Ihr Bhikkhus, es gibt diese drei Merkmale eines Toren, Kennzeichen eines Toren, Attribute eines Toren. Welche drei? Da ist ein Tor einer, der schlechte Gedanken denkt, schlechte Worte spricht und schlechte Taten begeht. Wenn ein Tor nicht schlechte Gedanken denken, schlechte Worte sprechen und schlechte Taten begehen würde, wie könnte ein Weiser von ihm wissen: 'Diese Person ist ein Tor, ein unrechtschaffener Mensch'? Aber weil ein Tor schlechte Gedanken denkt, schlechte Worte spricht und schlechte Taten begeht, weiß ein Weiser von ihm: 'Diese Person ist ein Tor, ein unrechtschaffener Mensch.'"

    Der Weise

    27. "Ihr Bhikkhus, es gibt diese drei Merkmale eines Weisen, Kennzeichen eines Weisen, Attribute eines Weisen. Welche drei? Da ist ein Weiser einer, der gute Gedanken denkt, gute Worte spricht und gute Taten begeht. Wenn ein Weiser nicht gute Gedanken denken, gute Worte sprechen und gute Taten begehen würde, wie könnte ein Weiser von ihm wissen: ' Diese Person ist ein Weiser, ein rechtschaffener Mensch'? Aber weil ein Weiser gute Gedanken denkt, gute Worte spricht und gute Taten begeht, weiß ein Weiser von ihm: 'Diese Person ist ein Weiser, ein rechtschaffener Mensch.'"

    (MN 129)

    Alternativ dazu betrachte man die Lehrrede in der "Angereihten Sammlung"
    A.III.2 Die Merkmale des Toren und des Weisen

    Liebe Grüße
    Kusala

  • Jikjisa
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 10:10
    • #33

    Kusala:

    Zitat

    Egal ob zu einer Person oder zu einer großen beliebigen Versammlung gesprochen wird,
    die Re-Aktion des Einzelnen ist meist so, wie im Sutta beschrieben.

    Ja und das liegt halt am Sprecher. Ausgehend von dieser Sutra. Weil er / sie nicht weise genug ist um zu erkennen mit wem er wie zu und worüber zu sprechen hat . Und wenn man das nicht weiß, lässt man es vielleicht lieber. Spätestens wenn sich jemand tierisch aufregt oder auf Widerstand geht, hat man wohl was falsch gemacht :D

  • Kusala
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 10:28
    • #34

    Bei einem Face to Face Gespräch wird ein Weiser schon darauf achten, was er wann zu wem sagt.
    Und in dem Sutta geht es tatsächlich um Face to Face Belehrungen.

    Ich habe dies nur etwas ausgeweitet, da man die Reaktionen anhand von z.B. Beobachtungen (eigene Erkenntnisse) in z.B. einem Forum beobachten kann.

    In einem Forum oder einem Vortrag vor einer größeren Versammlung wird / (sollte?) Dhammagemäß gesprochen (werden).
    Der Buddha sprach auch vor großen Versammlungen von z.B. Hausleuten bzw. gemischtem Publikum über Sittlichkeit, Freigiebigkeit usw..

    Allen einen schönen Tag wünschend
    Kusala

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 11:40
    • #35

    Ja Kusala, das sehe ich auch so.

    Wenn ich mich hier einlogge, dann will ich wohl normalerweise etwas mit dem Dharma zu tun haben oder wissen wollen oder Wissen von mir geben. So wäre ich ja auch möglicherweise zu einem Vortrag des Buddha gegangen. Der hätte sich dann nicht darum gekümmert, ob ich nun schon reif genug oder nicht bin. Dafür gibt es auch genug Beispiele wie den Alkoholiker etc.

    Wenn ich also nichts lernen will, entweder weil ich meine, schon alles zu wissen oder aber auf meiner Welt-Sicht beharre, dann liegt es ja nicht an den anderen, die mir vielleicht eine andere Perspektive aufzeigen wollen. Dann bin ich vielleicht eine Torin, auf jeden Fall keine Weise.

    Andererseits: Wenn ich merke, dass mein Beitrag als belehrend oder womöglich oberlehrerisch rüberkommt, und ich trotz - aus meiner Sicht aus Unwissenheit resultierendem Widerstand meines Gegenübers - nicht aufhöre, darauf zu pochen, dann bin vielleicht ich auch eine Torin und keine Weise.

    Also schaue ich immer wieder genau hin, wem dient das, was ich sage oder schreibe?
    _()_ Monika

  • Kusala
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 13:37
    • #36
    MonikaMarie1:

    dass mein Beitrag als belehrend

    Wenn Dein Beitrag (Dhammagemäß) belehrend ist, so ist dies das Höchste was Du geben kannst.

    MonikaMarie1:

    oder womöglich oberlehrerisch rüberkommt

    Das ist ein trügerisches Gefühl Deines Gegenüber, sofern Du dies nicht beabsichtigt hast.
    Meist ist es eine "Gegenwehr" des Gegenüber ob eigenem "schlechtem Gewissen"/"Ertapptseins" oder Unwissenheit.

    MonikaMarie1:

    Also schaue ich immer wieder genau hin, wem dient das, was ich sage oder schreibe?

    Ein Grund warum ich vieles mit Zitaten des historischen Buddha belege.

    Ganz liebe Grüße
    Kusala

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 6. Dezember 2013 um 14:02
    • #37
    Kusala:
    MonikaMarie1:

    dass mein Beitrag als belehrend

    Wenn Dein Beitrag (Dhammagemäß) belehrend ist, so ist dies das Höchste was Du geben kannst.


    Naja, das kann aber auch dummes Zeugs sein. :? Wenn man schon das Feedback bekommt, dann widerspricht es sicherlich nicht dem Dharma, sich auch ein paar selbstkritische Gedanken zu machen.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Jikjisa
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 14:33
    • #38

    kusala:

    Zitat

    Meist ist es eine "Gegenwehr" des Gegenüber ob eigenem "schlechtem Gewissen"/"Ertapptseins" oder Unwissenheit.

    boa, ey, immer dat selbe alter hut --- ich möcht dich mal sehen, wenn dir so ne schreckschraube von berliner verläuferin übern mund fährt und dich zum idioten abstempelt ( was ??? sie wissen nicht das die zahnpaste im letzten gang hinten recht ist ? *G* ) klar lächel icke da heutzutage, aber mit der auf ne couch setzen oder jetzt extra noch hingehen, würde ich nun auch grade nicht. *lach*

    was ist eigentlich wirklich wissen, prajna ? darum gehts ja auch in der sutta: herzensdurchdringung. das is nix theorie. das bhavana. emphatie ist der immerhin schon aufgehellte zustand von herz und geist. kann man emphatie lernen ? glaube nicht. hilft nur medi.

  • Kusala
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 14:43
    • #39
    Jikjisa:

    Zitat: Meist ist es eine "Gegenwehr" des Gegenüber ob eigenem "schlechtem Gewissen"/"Ertapptseins" oder Unwissenheit.

    Habe ich mich davon ausgenommen Jikjisa?
    Diese Aussage beruht auf eigenen Erkenntnissen, sprich eigene Beobachtung von mir und Anderen (Satipaṭṭhāna).

    Jikjisa:

    kann man emphatie lernen ? glaube nicht. hilft nur medi.


    Ist Medi nicht auch erkennen und lernen?

    Liebe Grüße
    Kusala

  • Jikjisa
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 14:59
    • #40
    Zitat

    Habe ich mich davon ausgenommen Jikjisa?

    keine ahnung; du redest ja nie von dir, bzw. in "ich"-form; das ergibt eben ein gefühl der verallgemeinerung. ich kann ja nicht wissen, daß du dich da nicht von ausnimmst; bei wem gehst du denn auf gegenwehr und abscheu aufgrund von ertappt fühlen ( schuldgefühle ) hinsichtlich dhamma-unkenntnis ? schlimm, wenn mans mal umgekehrt aufschreibt, stimmts ? bei uns im zen wird jedenfalls nicht mit anschuldigungen von dummheit gearbeitet. wie war das noch mal: jeder ist karmisch aufs einem stand ? also: anyway. loslassen-liebhaben.
    dies sei dein mantra, sagt dhamma-lehrerin jikjisa ! :)

    Zitat

    Ist Medi nicht auch erkennen und lernen?

    also, du weißt ja, ich hab da nen anderen standpunkt - aus eigener erfahrung :)

    es lebe bodhicitta ! hurra ! --- mitgefühl im theraland --- unglaublich ! :D

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 16:24
    • #41
    Kusala:
    MonikaMarie1:

    dass mein Beitrag als belehrend

    Wenn Dein Beitrag (Dhammagemäß) belehrend ist, so ist dies das Höchste was Du geben kannst.

    Ja, das stimmt schon.

    Zitat
    MonikaMarie1:

    oder womöglich oberlehrerisch rüberkommt

    @Kusala: Das ist ein trügerisches Gefühl Deines Gegenüber, sofern Du dies nicht beabsichtigt hast.
    Meist ist es eine "Gegenwehr" des Gegenüber ob eigenem "schlechtem Gewissen"/"Ertapptseins" oder Unwissenheit.

    Mag sein, dass dies eine Projektion meines Gegenübers ist. Es mag aber auch sein, dass mir mein oberlehrerisches Denken, Reden und Verhalten noch nicht bewusst ist.
    Ich jedenfalls hatte damit jahrelang zu ringen, um es überhaupt zu fassen zu kriegen, um es überhaupt zu erkennen. Ich habe mich nie so gefühlt, ich fühlte mich nur immer verantwortlich, mein Wissen auch auszutauschen bzw. kundzutun, auch wenn ich selbst noch nicht dem eigenen Anspruch entsprach. Wer tut das schon?

    Heute bemerke ich es. Ich weiß, dass ich aus einer Familie stamme mit erhobenem Zeigefinger, ich sehe es überall um mich herum. Wenn ich es an mir bemerke, trete ich davon sofort zurück. Aber inzwischen ist mir klar, dass da immer noch mehr Bescheidenheit (Ichlosigkeit) zugehört, um sich ganz davon zu lösen. Inzwischen halte ich "Oberlehrer" ganz gut aus. Ich weiß ja, dass dahinter keine böse Absicht steckt, da ich den Oberlehrer von innen kenne :lol: .

    Wenn es also eine "Gegenwehr, schlechtes Gewissen oder Ertapptsein" meines Gegenübers ist, kann ja eigentlich nur Mitgefühl und Wohlwollen helfen. Aber das muss ja jede/r für sich selbst herausfinden, wann, was, wo, wie. :D

    _()_ Monika

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 16:32
    • #42
    Losang Lamo:
    Kusala:

    Wenn Dein Beitrag (Dhammagemäß) belehrend ist, so ist dies das Höchste was Du geben kannst.


    Naja, das kann aber auch dummes Zeugs sein. :? Wenn man schon das Feedback bekommt, dann widerspricht es sicherlich nicht dem Dharma, sich auch ein paar selbstkritische Gedanken zu machen.

    Hi LL,
    Kusala schrieb ja "dhammagemäß", deshalb sehe ich darin kein dummes Zeug. Aber natürlich muss ich mir auch ein paar selbstkritische Gedanken machen und ggf. prüfen, ob das denn auch so stimmt. Sonst wäre es ja blinder Glaube.
    LG MM

  • Kusala
    Gast
    • 7. Dezember 2013 um 07:52
    • #43
    Jikjisa:

    du redest ja nie von dir, bzw. in "ich"-form; das ergibt eben ein gefühl der verallgemeinerung.

    Der Dhamma, die dhammas sind allgemeingültig und gelten nicht nur für eine Person.

    Andere mögen das anders sehen, aber da das Publikum in einem Forum doch recht groß und vielschichtig ist,
    halte ich persönlich :) es für besser, so neutral wie nur möglich zu schreiben.
    (was manche vielleicht unter "Oberlehrerhaft" verstehen/empfinden?)

    Ich zitiere aus der Eingangslehrrede:

    "Verkehrt ist es, ihr Mönche, zu fünf Menschen zu sprechen mit Anspielung auf ihre Person".

    Das bedeutet, "nicht persönlich" werden.
    Erst recht nicht, wenn man nicht weiß, zu wem man gerade spricht.

    Jikjisa:

    bei uns im zen wird jedenfalls nicht mit anschuldigungen von dummheit gearbeitet.

    Im Theravada auch nicht. Daher ja die Lehrrede:

    "Unangebrachte Gespräche ...

    Spricht man über Sittlichkeit zu einem Sittenlosen ...
    ... so werden diese ärgerlich und erregt, verstimmt und eigensinnig, und legen Zorn, Haß und Mißtrauen an den Tag. ...
    ... Weil sie merken, daß sie diese Eigenschaften nicht besitzen, ..."

    MonikaMarie1:

    und ggf. prüfen, ob das denn auch so stimmt.


    Ganz richtig liebe MM. Man muss es selber achtsam (sati) * überprüfen,
    bevor man neutral und ohne dem Vorhandensein von "trügerischen Gefühlen" be-urteilen kann.

    Liebe Grüße
    Kusala
    _________________________________________________________________________________________________________________
    * sati = 'Achtsamkeit',

    ist »Eingedenksein, Besinnung, Sich-ins-Gedächtnis-Zurückrufen, Erinnerung, Im-Gedächtnis-Bewahren, Gründlichkeit, Nichtvergeßlichkeit, Achtsamkeit, Achtsamkeit als Fähigkeit, als Kraft, als rechte Besinnung« (Pug. 85).
    palikanon.com

  • Kusala
    Gast
    • 7. Dezember 2013 um 10:03
    • #44
    Jikjisa:

    also, du weißt ja, ich hab da nen anderen standpunkt - aus eigener erfahrung :)

    Auch das kann nur jeder selber überprüfen, indem er schaut,
    ob es auch tatsächlich im "Alltag" trägt, bzw. zur Dukkha-Freiheit, bzw. gen Nibbana führt.

    Liebe Grüße
    Kusala

  • SpringMode5708
    Gast
    • 7. Dezember 2013 um 10:22
    • #45
    Kusala:

    Jeder der hier im Forum schreibt, kennt das doch nur all zu gut.


    Jeder, wer ist das? Meinst Dich oder wen meinst Du?

    Kusala:

    Wird "Dhamma", lehrgemäß geschrieben, kommen oftmals viele echauffierte "aber, aber, aber ..." Warum?


    Weil nicht die passenden Worte gewählt werden.
    Lehrgemäß bedeutet, die zum Moment und zur Person passenden (Dhamma-)Worte zu wählen.
    Dann kommt auch kein aber.

    Schöne Grüße

  • Jikjisa
    Gast
    • 7. Dezember 2013 um 10:53
    • #46

    @ Kusala:

    Kannst du das eigentlich alles auch spontan darlegen, wenn du jemandem gegenübersitzt ?
    Nein. Niemand kann das. Nur ein Sambuddha. Und zwar spontan, ohne es gelernt zu haben aus Prajna Paramita selbst ( aus seiner Verwirklichung der Paramita ), konkret zu einer Person oder Gruppe, da er ihren karmischen Entwicklungspunkt unmittelbar erfasst. Ein Arhat kann anleiten oder nicht, jede/r kann anleiten, beraten oder nicht, oder mal so, mal so. Aber wenn jemand in einen Brunnen fällt, zieht man ihn raus - hoffentlich - und wenn man selber in den Brunnen fällt, erwägt man nicht lang und breit. Dann kann man nur was man kann. Es gibt diese fantastische Geschichte von Kobo Abe - Die Frau in den Dünen - wo ein Insektensammler-Nerd in eine Sandgrube fällt und nicht mehr hinaus kommt. Er stellt allerlei Berechnungen an und lässt sich allerlei Listen einfallen, aber er kommt aus dieser Sandgrube nicht heraus, stirbt aber auch nicht, da er von außen versorgt wird, von Leuten, die ihn nicht rausholen wollen. Das Buch endet da.

    Ein freundliches Motiv ist natürlich sowieso unerlässlich und überhaupt freundschaftlicher oder wohlwollender, gütiger, milder Umgang. Da muss ich nicht groß überlegen was das sein soll. Ansonsten kann ich ja mit Büchern reden oder praktizieren. Oder mit einer Wand.

    Ich bezieh das Sutta gar nicht auf mich, weil es hier um Unerschütterlichkeit geht; um Jünger auf dem heiligen Pfad.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (7. Dezember 2013 um 11:07)

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 7. Dezember 2013 um 11:05
    • #47
    Jikjisa:

    @ Kusala:

    Kannst du das eigentlich alles auch spontan darlegen, wenn du jemandem gegenübersitzt ?
    Nein. Niemand kann das. Nur ein Sambuddha. Und zwar spontan, ohne es gelernt zu haben aus Prajna Paramita selbst ( aus seiner Verwirklichung der Paramita ), konkret zu einer Person oder Gruppe, da er ihren karmischen Entwicklungspunkt unmittelbar erfasst.
    ...
    Ein freundliches Motiv ist natürlich sowieso unerlässlich und überhaupt freundschaftlicher oder zumindest wohlwollender, gütiger, milder Umgang. Da muss ich nicht groß überlegen was das sein soll. Ansonsten kann ich ja mit Büchern reden oder praktizieren. Oder mit einer Wand.


    Auch dem kann ich nur wieder zustimmen, liebe Jikjisa. Denn schließlich sind wir noch weit entfernt von einem Arhat, sogar von einem Stromeingetretenen/Nichtwiederkehrer wahrscheinlich. Von wem auch immer, wer will das ermessen können? Und darüber will ich mich nicht sorgen. Ich tue, was ich kann!

    Wichtig ist meine Motivation, die ich möglicherweise verliere. Zum Beispiel, wenn ich mir ständig Sorgen darüber machen muss, ob jemand mich billigt, angemessen findet oder aufgrund seiner eigenen Konditionierung womöglich projiziert, dann führt das zu erheblicher Verwirrung und bringt mich ab von der Achtsamkeit HIER UND JETZT.

    _()_ Monika

  • Doris
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    • 7. Dezember 2013 um 11:59
    • #48

    "Nicht persönlich werden", darunter wird verstanden, dass man niemanden angreifen solle, keine Spekulationen über Motive anstellen sollte, nicht zu psychologisieren usw.
    Das bedeutet, dass man immer nur und ausschließlich von sich, seinen Erfahrungen und seinen Empfindungen sprechen sollte, dass man stehst ganz explizit deutlich machen sollte, dass es sich um die eigene individuelle Sicht handelt.
    Das kommt in der Kommunikation auf alle Fälle besser an als jegliches Zitieren von Texten um seinen Meinungen einen autoritären Anstrich zu geben und sich dahinter zu verstecken.
    Es kommt einfach nicht gut an und verhindert Kommunikation.

    Das bedeutet ja nicht, dass gar nicht mehr zitiert werden sollte, aber Zitate sind nicht Selbstzweck. Ich kann bestenfalls immer sagen: "Da, guck mal diese Textstelle! Ich lese darin dies und das … Und mir fällt dazu ein, wie ich einmal …" Dann, und erst dann bekommen die Texte Leben, und Kommunikation von Du zu Du kann stattfinden. Mit Sicherheit wird es auf diese Weise zu wesentlich weniger Konflikten kommen.
    Aber einen Text reinzustellen und zu glauben, dass würde Neutralität schaffen, stimmt offensichtlich nicht.

    Für mich gilt: Nicht persönlich werden (und manchmal fuchst es mich schon gewaltig und ich kann zu meiner Schande nicht immer dieser Versuchung widerstehen), aber immer deutlich machen, dass ich nur von meiner persönlichen Warte aus schreibe. Letzteres notfalls doppelt und dreifach.

    Was ich lesen will:
    Ich… ich… ich… ich… ich…

    Was ich nicht lesen will:
    Du… Ihr… Sie … Die Leute… Die Narzissten… Die Wessis… Die Ossis… Die Christen… Die Buddhisten… Die Männer… Die Frauen… Die Sangha… Die Inder… Die Amis… …

    Wann ich "Du" lesen will:
    Was meinst Du? Was denkst Du? Wie ist das für Dich? Ich komm nicht klar mit Dir? Ich mag Dich. Ich mag Dich einfach nicht. Ich les Dich gerne. Ich hab Dich auf ignore gestellt. Ich teile Deine Meinung nicht. Ich bin ganz Deiner Meinung. …

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • mukti
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    • 7. Dezember 2013 um 13:29
    • #49

    Es finde es eigentlich am Besten sachlich zu bleiben und das Persönliche auf Freundlichkeit, Mitgefühl und Mitfreude zu beschränken. Man kann nicht wirklich wissen was in einem Menschen vor sich geht (ausser man besitzt die Herzensdurchschauung), schon gar nicht in einem Forum, wo man nur seine Worte sieht.

    Mit Metta, mukti.


  • xxx
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    • 7. Dezember 2013 um 13:42
    • #50

    Hallo zusammen

    Mir scheint es als ob sich hier mal wieder Gewitterwolken zusammenballen. :(

    @ Kusala: Könnte es sein, dass du von einigen etwas zu missionarisch wahrgenommen wirst ? :D

    Zitat


    A.V.159 Rechte Darlegungsweise der Lehre - 9. Udāyī Sutta

    Einst weilte der Erhabene bei Kosambi im Ghositakloster. Zu jener Zeit aber saß der ehrwürdige Udāyi inmitten einer großen Versammlung von Hausleuten und legte ihnen die Lehre dar. Es sah nun der ehrwürdige Ānanda, wie der ehrwürdige Udāyi in einer großen Versammlung von Hausleuten saß und ihnen die Lehre darlegte, und er teilte dies dem Erhabenen mit. [Und der Erhabene sprach:]

    »Nicht leicht ist es, Ānanda, anderen die Lehre darzulegen. Wer anderen die Lehre darlegt, sollte sich dabei fünf Dinge im Geiste gewärtig halten. Welche fünf?

    •'Eine stufenweise Darlegung [1] will ich geben', so denkend, soll man anderen die Lehre darlegen.
    •'Eine begründete Darlegung will ich geben', so soll man anderen die Lehre darlegen.
    •'Aus Mitleid [2] will ich sprechen', so denkend, soll man anderen die Lehre darlegen.
    •'Nicht um eines weltlichen Vorteils willen will ich sprechen', so soll man anderen die Lehre darlegen.
    •'Weder auf mich selber, noch auf andere anspielend [3], will ich sprechen', so denkend, soll man anderen die Lehre darlegen.

    Nicht leicht ist es, Ānanda, anderen die Lehre darzulegen. Wer anderen die Lehre darlegt, sollte sich diese fünf Dinge im Geiste gewärtig halten.«

    Anmerkungen:
    [1] anupubbim katbam . . .; meist ānupubbi-kathā, wie in M. 56, D. 3 u. D.14. Die 'stufenweise Darlegung' beginnt mit Almosengeben (Freigebigkeit) und wird fortgesetzt mit Sittlichkeit; ihrer Frucht, der himmlischen Wiedergeburt; den Nachteilen des Begehrens und den Vorteilen der Entsagung; erst darauf folgt die den Buddhas eigentümliche Lehre« von den vier Wahrheiten und insbesondere dem Achtfachen Pfade. Mit den letzteren Themen zu beginnen, würde meist zu rein theoretischem Wissen führen, dem die sittliche Grundlage fehlt.

    [2] K: Im Wunsche: 'Die in große Bedrängnis geratenen Wesen will ich aus ihrer Bedrängnis befreien.'

    [3] K: ohne sich selber zu loben und andere herabzusetzen.

    A.V 159

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    @ Alle:
    Wir sind hier im Theravadaforum zur Suttenbesprechung, nicht in einer Selbsthilfegruppe. Hier ist es doch legitim objektiv zu formulieren. Die eigenen Empfindlichkeiten sind doch nebensächlich, wenn es um eine sachliche Interpretation des Dhamma geht.

    Bakram

    p.s. oh Hallo Mukti, warst wohl schneller, wollte ich auch grad sagen :D Man kann niemandem einen Vorwurf machen, die Frage war persönlich gestellt (wie geht ihr damit um..). Da gabs wohl Missverständnisse.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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