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Hishiryo

  • Jikjisa
  • 5. November 2013 um 11:58
  • Zum letzten Beitrag
  • Aiko
    Gast
    • 7. November 2013 um 18:57
    • #51
    bel:

    Ums noch mal deutlich zu sagen:

    Zitat

    Im Zen-Merkbuch (Zazengi) ist das ausgedrückt durch das Wort ,Hishiryo' (Nicht-Denken).


    Ist ganz falsch, denn ,Hishiryo' ist "Un-Denken" (非思量), im Gegensatz zu "Nicht-Denken" (不思量)

    http://global.sotozen-net.or.jp/ger/library/ke…key_terms08.pdf

    Die Japaner sehen das nicht so eng. "Hi" - kann sowohl "nicht", als auch "un" bedeuten - ganz ähnlich wie im Deutschen ist "un" eine Verneinungsform. Allerdings wird eben beim hishiryo nicht das Denken verneint, sondern das Objekt des Denkens - d.h. Denken ist eben an einen Gegenstand gebunden oder davon frei - letzteres ist dann eben "hi" - 非 .

  • bel
    Gast
    • 7. November 2013 um 19:31
    • #52
    Aiko:
    bel:

    Ums noch mal deutlich zu sagen:


    Ist ganz falsch, denn ,Hishiryo' ist "Un-Denken" (非思量), im Gegensatz zu "Nicht-Denken" (不思量)

    http://global.sotozen-net.or.jp/ger/library/ke…key_terms08.pdf

    Die Japaner sehen das nicht so eng. "Hi" - kann sowohl "nicht", als auch "un" bedeuten - ganz ähnlich wie im Deutschen ist "un" eine Verneinungsform. Allerdings wird eben beim hishiryo nicht das Denken verneint, sondern das Objekt des Denkens - d.h. Denken ist eben an einen Gegenstand gebunden oder davon frei - letzteres ist dann eben "hi" - 非 .

    Hm, Japaner :) Im Fukazazengi - einem Dogen-Text in Chinesisch (!) werden beide Begriffe unmittelbar aufeinander bezogen für offenbar jeweils Verschiedenes benutzt.
    Ich glaub auch nicht daß beim hishiryo ein "Objekt des Denkens" verneint wird, Denken geht nämlich überhaupt nicht ohne Objekte - sondern es wird lediglich festgestellt, daß es ohne Denken keine Objekte (des Denkens) gibt.

  • bel
    Gast
    • 7. November 2013 um 21:47
    • #53

    Ich hab mir gerade noch mal den von Dir verlinkten Text angesehen - ehrlich gesagt, was da allein über Geraffel ums Fukanzazengi gemacht wird, macht mir den ganzen Artikel suspekt.

  • Aiko
    Gast
    • 7. November 2013 um 22:12
    • #54
    bel:

    Ich hab mir gerade noch mal den von Dir verlinkten Text angesehen - ehrlich gesagt, was da allein über Geraffel ums Fukanzazengi gemacht wird, macht mir den ganzen Artikel suspekt.

    Ich hab' den Text nur ausgewählt, weil er der "offiziellen" Soto-shu zu entsprechen scheint. Da lässt sich dann ja wieder drüber reden. Wobei mir es ziemlich egal ist, was denn nun die wahre Deutung so ist. Da kann sich jeder nur annähern und immer mehr annähern und das endet nie.

    Nur mal so meine Gedanken zum Nicht-Denken oder Un-Denken - es scheint mir analog dem Nicht-Tun zu sein - und damit wäre es eben das Denken ohne Absicht, das Geschehen des Denkens ohne das Gedanken festgehalten werden durch Sprache, Begriffe etc.
    Denken ist ja eine geistige Aktivität, wie Wahrnehmen - die nicht aufhört.

  • bel
    Gast
    • 7. November 2013 um 22:15
    • #55
    Aiko:

    es scheint mir analog dem Nicht-Tun zu sein - und damit wäre es eben das Denken ohne Absicht, das Geschehen des Denkens ohne das Gedanken festgehalten werden durch Sprache, Begriffe etc.
    Denken ist ja eine geistige Aktivität, wie Wahrnehmen - die nicht aufhört.


    sehe ich auch so.

  • Aiko
    Gast
    • 7. November 2013 um 22:28
    • #56
    bel:
    Aiko:

    es scheint mir analog dem Nicht-Tun zu sein - und damit wäre es eben das Denken ohne Absicht, das Geschehen des Denkens ohne das Gedanken festgehalten werden durch Sprache, Begriffe etc.
    Denken ist ja eine geistige Aktivität, wie Wahrnehmen - die nicht aufhört.


    sehe ich auch so.

    :D

  • Jikjisa
    Gast
    • 7. November 2013 um 22:35
    • #57
    Zitat

    Was da, ihr Mönche, Einigung mit Erwägen und Sinnen ist, das ist das Erwachungsglied Einigung ( Konzentration ) :arrow: "Denken"


    Was da Einigung ohne Erwägen und Sinnen ist, das ist das Erwachungsglied Einigung ( Konzentration ) :arrow: "UN- Denken" ---


    Sprechen wir vom Erwachungsglied Einigung, dann ist dies gemeint. Nach diesem Standpunkt ist es also zwiefach.
    S.46.52. Standpunkt


    Allerdings ist besagtes Erwägen und Sinnen kein konventionelles, dualistisches Denken. Es hat keine karmische Gestaltkraft.

    Zitat

    Es gibt eine Einigung ohne Erwägen und Sinnen, es gibt eine Auflösung von Erwägen und Sinnen


    der link ist mit gerade weggerutscht...

    Nichts zu danken :grinsen:

  • Jikjisa
    Gast
    • 7. November 2013 um 22:40
    • #58

    Aiko & Bel:

    Zitat

    Denken ist ja eine geistige Aktivität, wie Wahrnehmen - die nicht aufhört.

    So ein Keks. :)

    Zitat

    und damit wäre es eben das Denken ohne Absicht, das Geschehen des Denkens ohne das Gedanken festgehalten werden durch Sprache, Begriffe etc.

    wie soll das denn gehen, ein denken ohne erfassen. ein gedanke braucht ja ne forumlierung ( begriff ) und einen willensimpuls ( durst ). zazen ist ja gerade entsagung von all dem. ein denken ohne absicht gibts ja gar nicht. die absicht besteht ja schon darin das wahrnehmbare einzuteilen.

  • Online
    void
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    • 8. November 2013 um 08:46
    • Offizieller Beitrag
    • #59
    Aiko:
    void:

    Das Zitat von Harada geht auf das Buch "Zen-Unterweisung" von Lassalle zurück. Die Klammern kommen also womöglich von Lasalle.

    Eigentlich ist das Zitat bereits in den frühen Büchern von Lassalle zu finden -

    Zitat

    „Es ist wie der am Ostmeer majestätisch emporragende Fuji-Berg. Doch ist dieser Vergleich noch zu schwach. Eigentlich sollte man sagen: Das Zazen ist ein Gefühl, so massiv, als wäre das Sitzkissen zum Erdball geworden und das Weltall füllte den Unterleib aus. Stattdessen zu dösen, hieße Kuhmist kneten. Es wäre ein gänzlich totes Zen und überhaupt kein Zazen mehr. Wenn man es lieber anders ausdrücken will, kann man auch sagen: ,Unbeweglich stehen die grünen Berge. - Die weißen Wolken kommen und gehen.‘ - Oder mit den Worten Tesshu Yamaokas: ,Ob der Himmel klar ist oder bewölkt, in jedem Fall ist es recht. Der Berg ist immer derselbe, und seine ursprüngliche Gestalt ändert sich nicht.' Das ist der Zen-Gesang, der Gesang der Wahrheit, wirklich unser Gesang. Im Zen-Merkbuch (Zazengi) ist das ausgedrückt durch das Wort ,Hishiryo' (Nicht-Denken). Um es ausführlich zu sagen: ‚Denke das Nicht-Denken', das ist der Schlüssel zum Zazen, das ist sein Lebensnerv.“

    Hugo M. Enomiya Lassalle, Zen-Meditation. Eine Einführung. Mit dem Protokoll eines Zen-Symposiums.
    Benzinger Verlag Zürich o. J. (1974), S. 35-36

    Hast du die Seitenangabe in Zen-Unterweisung dazu?

    Ich habe das Zotat ja in dem Artikel über Hishiryō gelsesn. Dort steht Seite 23.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Doris
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    • 8. November 2013 um 09:08
    • #60
    Zitat

    wie soll das denn gehen, ein denken ohne erfassen. ein gedanke braucht ja ne forumlierung ( begriff ) und einen willensimpuls ( durst ). zazen ist ja gerade entsagung von all dem. ein denken ohne absicht gibts ja gar nicht. die absicht besteht ja schon darin das wahrnehmbare einzuteilen.

    Einfach erleben, würde ich sagen, dann kann von dieser Vorstellung abgelassen werden.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris
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    • 8. November 2013 um 09:30
    • #61
    Zitat

    Nur mal so meine Gedanken zum Nicht-Denken oder Un-Denken - es scheint mir analog dem Nicht-Tun zu sein - und damit wäre es eben das Denken ohne Absicht, das Geschehen des Denkens ohne das Gedanken festgehalten werden durch Sprache, Begriffe etc.
    Denken ist ja eine geistige Aktivität, wie Wahrnehmen - die nicht aufhört.

    Wie könnte es anders sein?
    Ich stelle mir vor, das Gehirn würde in der Meditation seine Gedankentätigkeit aufgeben, also gedankenlos werden. Es kommt ein Sturm auf, ein Orkan … ich würde den ja nicht einmal mehr bemerken und schon wär ich weg. Wenn also das Gehirn pausenlos Gedanken produziert, dann hat das einen Überlebenszweck. Außerdem, wie sollte ich aus einer Meditation wieder herauskommen, wenn das Gehirn abgeschaltet wäre? Oder mein gefährlich lange eingeschlafenes Bein aus seiner Position befreien? … Mir fallen viele Gründe ein, warum das Gehirn ständig aktiv sein muss. Manchmal muss auch ein Meister einen Gedanken ergreifen. Hätte er keine Gedanken, wie sollte er dann auf den Gedanken kommen, z.B. zu unterrichten?

    Ich sag das mal so für mich, gänzlich unbedarft: In meinem Kopf entstehen dauernd irgendwelche Gedanken, einfach so, weil sie entstehen können, so wie Zellen sich teilen ohne mein Zutun. Manchmal sind ganz vernünftige Dinge darunter, die ich ergreife. Oft ergreife ich dummes Zeug und fahr dann Schlitten mit ihnen. Manchmal ergreife ich nix.

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Jikjisa
    Gast
    • 8. November 2013 um 10:18
    • #62

    MN44

    Zitat

    "Und wenn einem Mönche, Ehrwürdige, die Auflösung der Wahrnehmbarkeit zuteil wird, was löst sich da zuerst auf,

    die körperliche Unterscheidung, oder
    die sprachliche Unterscheidung, oder
    die geistige Unterscheidung?"

    "Wenn einem Mönche, Bruder Visākho, die Auflösung der Wahrnehmbarkeit zuteil wird, löst sich zuerst die sprachliche Unterscheidung auf, dann die körperliche und dann die geistige."

    "Und wie kann man, Ehrwürdige, die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufheben?"

    "Das ist nicht so, Bruder Visākho, als ob ein Mönch, der die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufhebt, sagen könnte:

    'Ich werde die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufheben', oder:
    'Ich hebe die Auflösung der Wahrnehmbarkeit auf', oder:
    'Ich habe die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufgehoben';

    sondern er hat sein Gemüt vorher soweit ausgebildet, daß es dafür empfänglich wird."

    "Und wenn ein Mönch die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufhebt, Ehrwürdige, was erscheint da zuerst wieder, die körperliche Unterscheidung, oder die sprachliche Unterscheidung, oder die geistige Unterscheidung?"

    "Wenn ein Mönch, Bruder Visākho, die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufhebt, erscheint zuerst die geistige Unterscheidung wieder, dann die körperliche und dann die sprachliche."

    "Und was für Empfindungen, Ehrwürdige, kommen den Mönch an, wenn er die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufgehoben hat?"

    "Drei Empfindungen, Bruder Visākho, kommen den Mönch an, der die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufgehoben hat:

    die Empfindung der Leerheit,
    die Empfindung der Vorstellungslosigkeit,
    die Empfindung der Reglosigkeit."

    "Und wohin neigt sich, wohin beugt sich, wohin senkt sich, Ehrwürdige, das Gemüt eines Mönchs, der die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufgehoben hat?"

    "Das Gemüt eines Mönchs, der die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufgehoben hat, Bruder Visākho, neigt sich zur Einsamkeit, beugt sich zur Einsamkeit, senkt sich zur Einsamkeit."

    Alles anzeigen

    Für "den Orkan" genügt ein geistiges Aufmerken ( geistige Unterscheidung ), das passiert ganz spontan. Außerdem hat ein solcherart Konzentrierter einen besonderen Schutz.

  • bel
    Gast
    • 8. November 2013 um 11:07
    • #63
    Jikjisa:

    MN44

    Zitat

    "Das Gemüt eines Mönchs, der die Auflösung der Wahrnehmbarkeit aufgehoben hat, Bruder Visākho, neigt sich zur Einsamkeit, beugt sich zur Einsamkeit, senkt sich zur Einsamkeit."


    Außerdem hat ein solcherart Konzentrierter einen besonderen Schutz.


    Ich hoffe inständig für diesen lieben Menschen, daß der besondere Schutz darin besteht, daß er jenen "Neigungen, Beugungen, Senkungen zur Einsamkeit" nicht verfällt.

  • Peeter
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    • 8. November 2013 um 11:26
    • #64
    Zitat


    Für "den Orkan" genügt ein geistiges Aufmerken ( geistige Unterscheidung ), das passiert ganz spontan. Außerdem hat ein solcherart Konzentrierter einen besonderen Schutz.

  • Doris
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    • 8. November 2013 um 11:31
    • #65

    Und der sagt sich dann "So! Und jetzt unterscheide ich dann mal?" :shock:

    Also, alle Sinne arbeiten, er muss ja den Orkan irgendwie spüren, nur der Denksinn (ich bin so frei und nenn den so) wird ausgeschaltet. Das ist lustig.

    Menno, um zu erkennen, dass das was meine Haut berührt ein Orkan ist, muss ich einen "Orkan" denken, und die Gefahr, die von ihm ausgeht. Nicht so komische Zauberei.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Aiko
    Gast
    • 8. November 2013 um 12:37
    • #66
    void:


    Ich habe das Zitat ja in dem Artikel über Hishiryō gelsesn. Dort steht Seite 23.

    Okay. Das stimmt auch. Aber die Quelle hat Lassalle in seinem Buch "Zen und christliche Mystik" angegeben. Das kommt aus einer Schrift von Sogaku Harada: Tadshii Zazen no Kokoroe, Tokio 1953, S. 32.

  • Simo
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    • 8. November 2013 um 18:13
    • #67
    bel:
    Simo:

    Ist kein Denkfehler. Beschäftige dich mal mit den indischen Texten zum gültigen Erkennen (skt. Pramana). Da insbesondere mit den Teilen zu begrifflichem und nichtbegrifflichem Erkennen.


    Also entweder Du kannst hier eine überzeugende Argumentation vortragen, bzw zitieren, oder eben nicht - nur der Hinweis auf "indischen Texte" ist es jedenfalls nicht.

    Simo:

    Selbst Nur-Denken ist noch begrifflich!


    Nix dagegen.

    Simo:

    Das Zitierte unten stammt übrigens nicht von mir!


    Verzeihung, stammt aus M10, ändere ich sofort

    Simo:

    Worauf übt ihr denn Satipatthana?


    Es muß eben nicht "auf etwas" geübt werden. Steht doch in M10.

    Alles anzeigen

    Also eigentlich, lieber Bel, müsstest du eine Argumentation vorbringen, denn du willst ja mich widerlegen ;) Aber gut, in diesem Fall wäre für dich vor allem der "Kommentar zur gültigen Erkenntnis" (skt. Pramanavartikakarika) von Dharmakirti interessant. Hier insbesondere die Beschreibung von direktem und konzeptuellem Erkennen. Es geht hier um die Tatsache, dass ein Bewusstsein seine Objekte entweder mithilfe eines geistigen Abbildes erfasst (konzeptuell) oder eben ohne (also direkt).
    Befasse dich doch mal mit den indischen Grundlagen, das kann sehr fruchtbar sein.

    Liebe Grüße.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 8. November 2013 um 18:33
    • #68
    Simo:

    Also eigentlich, lieber Bel, müsstest du eine Argumentation vorbringen, denn du willst ja mich widerlegen ;)


    Ihr habt einfach ne Behauptung aufgestellt, und keine Begründung geliefert.

    Simo:

    Aber gut, in diesem Fall wäre für dich vor allem der "Kommentar zur gültigen Erkenntnis" (skt. Pramanavartikakarika) von Dharmakirti interessant. Hier insbesondere die Beschreibung von direktem und konzeptuellem Erkennen. Es geht hier um die Tatsache, dass ein Bewusstsein seine Objekte entweder mithilfe eines geistigen Abbildes erfasst (konzeptuell) oder eben ohne (also direkt).


    Ich hab auch nichts gegen "direktes Erkennen", aber woran wir uns erinnern ist nicht dieses direkt, sondern schon wieder ein Abbild.
    Nett von Dir, Deine Quelle zu nennen, aber ich hab das Teil nicht, weiß auch nicht woher ich es bekommen soll.
    Hat Dich übrigens hier schon jemals wer von den Zenns augefordert, Dich erst mal mit der Grundlage "Shobogenzo" zu befassen, das könne sehr fruchtbar sein?

    Simo:

    Befasse dich doch mal mit den indischen Grundlagen, das kann sehr fruchtbar sein.


    Wenn Du Dich damit befaßt hast, warum kannst Du das hier nicht darstellen.

  • Simo
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    • 8. November 2013 um 18:49
    • #69
    bel:


    Nett von Dir, Deine Quelle zu nennen, aber ich hab das Teil nicht, weiß auch nicht woher ich es bekommen soll.
    Hat Dich übrigens hier schon jemals wer von den Zenns augefordert, Dich erst mal mit der Grundlage "Shobogenzo" zu befassen, das könne sehr fruchtbar sein?

    Hat man mir! Hab ich auch auf dem Computer. Allerdings will ich hier jetzt keinen Streit bezüglich schriftlicher Autoritäten o.ä. vom Zaun brechen. Mir ging es lediglich darum, das etwas, was du einfach als "Denkfehler" abgetan hast, in einer anderen Tradition eine abgesicherte Grundlage aufweist. Man sollte hier sehr vorsichtig sein, findest du nicht?

    Zitat

    Wenn Du Dich damit befaßt hast, warum kannst Du das hier nicht darstellen.

    Was möchtest du denn, dass ich darstelle? Außerdem hab ich schon etwas dazu gesagt bezüglich konzeptueller und direkter Wahrnehmung.

    Zitat

    Ich hab auch nichts gegen "direktes Erkennen", aber woran wir uns erinnern ist nicht dieses direkt, sondern schon wieder ein Abbild.

    Das ist richtig, trotzdem kann eine gültige Aussage über den vorhergehenden Zustand mithilfe des geistigen Abbildes davon gemacht werden. Es heißt eben auch nicht, dass jemand, der in nichtkonzeptueller Vertiefung verweilt, keine Wahrnehmung dieses Zustandes hat.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 8. November 2013 um 22:59
    • #70
    Simo:

    Mir ging es lediglich darum, das etwas, was du einfach als "Denkfehler" abgetan hast, in einer anderen Tradition eine abgesicherte Grundlage aufweist. Man sollte hier sehr vorsichtig sein, findest du nicht?


    Das irgendwas (was genau eigentlich?) irgendwo als "abgesicherte Grundlage" gilt, muß hier erst mal dargestellt werden, es reicht einfach nicht, das nur zu behaupten. Möglicherweise reden wir ja auch einfach aneinander vorbei.

    Zitat

    Das ist richtig, trotzdem kann eine gültige Aussage über den vorhergehenden Zustand mithilfe des geistigen Abbildes davon gemacht werden.


    Wie denn?
    Ich glaub die allgemeine buddhistische Theorie ist die, daß sich im "Augenblick" immer nur ein Dharma manifestiert, und diese nie direkt allein mit nur einem anderen verbunden sind - das würde der vielfachen Bedingtheit widersprechen.
    Sollte mich wundern, daß da Dharmakirti was Neues aufgebracht hätte.

    Zitat

    Es heißt eben auch nicht, dass jemand, der in nichtkonzeptueller Vertiefung verweilt, keine Wahrnehmung dieses Zustandes hat.


    Hab ich auch nicht behauptet, wenn ich was fühle, fühle ich es eben. Was ich allerdings behaupte, und das ist selbstevident, daß es keinen Zustand ohne Wahrnehmung gibt, den man wahrnehmen könnte.

  • Simo
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    • 9. November 2013 um 11:46
    • #71
    bel:

    Wie denn?
    Ich glaub die allgemeine buddhistische Theorie ist die, daß sich im "Augenblick" immer nur ein Dharma manifestiert, und diese nie direkt allein mit nur einem anderen verbunden sind - das würde der vielfachen Bedingtheit widersprechen.
    Sollte mich wundern, daß da Dharmakirti was Neues aufgebracht hätte.

    Hallo bel,
    das geistige Abbild, wenn es gültig ist, lässt uns gültige Aussagen über das Abgebildete machen in der Weise, wie z.B. das Abbild eines Gesichtes im Spiegel eine gültige Aussage über das eigene Gesicht zulässt. Ich sehe darin keinen Wiederspruch zu dem von Dir gesagtem.
    Unser Ausgangspunkt war ja, dass du Wahrnehmung ohne Gedanken als Denkfehler hinstelltest. Dass man von einem Wahrnehmungslosen Zustand eine Wahrnehmung haben kann, halte ich ebenso wie du für unmöglich.
    Bei den tieferen Stufen des Samadhi treten allerdings sehrwohl Wahrnehmungen auf, die der Verzückung, des Glücks und des Gleichmuts, die aber nicht von gedanklicher Aktivität und begrifflichen Konstrukten begleitet werden. Nach der Versenkung kann der Meditierende diese dann mit Hilfe des geistigen Abbildes der Erinnerung davon gültig bennen (obwohl das nicht unbedingt nötig ist). Du sagtest dass der Zustand "keinerlei Gedanken" reine Phantasie sein. Laut der Definition der Jhanas des Buddhas im Pelikanen, tritt diese "Gedankenfreie" ab dem 2. Jhana auf.

    "Und was, Freunde, ist Richtige Konzentration? Da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: 'Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist', und verweilt darin. Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Dies wird Richtige Konzentration genannt [5]."

    (MN 141)

    Liebe Grüße.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 9. November 2013 um 12:40
    • #72
    bel:

    Wie denn?
    Ich glaub die allgemeine buddhistische Theorie ist die, daß sich im "Augenblick" immer nur ein Dharma manifestiert, und diese nie direkt allein mit nur einem anderen verbunden sind - das würde der vielfachen Bedingtheit widersprechen.
    Sollte mich wundern, daß da Dharmakirti was Neues aufgebracht hätte.

    Simo:

    das geistige Abbild, wenn es gültig ist, lässt uns gültige Aussagen über das Abgebildete machen in der Weise, wie z.B. das Abbild eines Gesichtes im Spiegel eine gültige Aussage über das eigene Gesicht zulässt.


    Nix da, schon einganz simpler Logikfehler, es muß nämlich heißen:
    "Das geistige Abbild, wenn es gültig ist, lässt uns gültige Aussagen über das Abbild machen machen in der Weise, wie z.B. das Abbild eines Gesichtes im Spiegel eine gültige Aussage über das eigene Gesicht im Spiegel zulässt."
    Beispiel: Versuch ich meinem Spiegelbild die rechte Hand zu geben, scheint es mir seine linke zu geben.

    Simo:

    Unser Ausgangspunkt war ja, dass du Wahrnehmung ohne Gedanken als Denkfehler hinstelltest.


    Na ja, das war eigentlich nicht unserer Ausgangspunkt, sondern ein Herausriß aus einem (schon länger andauerndem) Disput mit Jikjisa.
    Ich gebe gerne zu, daß dies eine provokante Verkürzung ist.
    Was ich meine, hab ich im letzten Posting schon angedeutet: In jedem Moment geistiger Tätigkeit wird ein voller Zyklus "Bedingtes Entstehen" durchlaufen. Schon deshalb gibt es keine unmittelbare Wahrnehmung unabhängig von der sonstigen Konstitution (samskara), also auch nicht vom Denken. Oder anders formuliert, es gibt nicht zwei Momente unmittelbarer Wahrnehmung die direkt miteinander verbunden sind, sondern sie sind immer bedingt über Momente des Denkens.

    Simo:

    Du sagtest dass der Zustand "keinerlei Gedanken" reine Phantasie sein. Laut der Definition der Jhanas des Buddhas im Pelikanen, tritt diese "Gedankenfreie" ab dem 2. Jhana auf.


    Davon steht in Deine PK-Zitat wirklich nix.

  • Jikjisa
    Gast
    • 9. November 2013 um 13:14
    • #73
    Zitat

    sondern sie sind immer bedingt über Momente des Denkens.

    was meinst du bloß damit ?
    vorstellungen ?

    am denken hängts nun wirklich nicht. das bedingte entstehen.
    das ist ne karmische handlung.

  • Sumedhâ
    Gast
    • 9. November 2013 um 13:21
    • #74
    Jikjisa:

    am denken hängts nun wirklich nicht. das bedingte entstehen.


    und ob....
    was ist wohl mit Nicht - Tun, oder mit Unbewgtem Geist, gemeint?...z.B.
    warum reitet Huang Po darauf das " Begriff Denken" aufzugeben....
    nur ein par gedankensanzätze aus der Fabrik Zorita :D

    _()_
    .

  • Jikjisa
    Gast
    • 9. November 2013 um 13:31
    • #75

    dit is nur die äußere rinde,
    aber klar wesentlich- die aufgabe der unterscheidung

    darum ist das was bel sagt faktisch ein rätsel für mich, da er leugnet, daß der denkprozess aufgegeben werden muss ---
    ich meine dit ist ja das Alpha vom zen- wenn auch nicht das Omega

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (9. November 2013 um 13:39)

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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