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Geist-Sitzen

  • Peeter
  • 7. September 2013 um 13:57
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Peeter
    Themenautor
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    14. Juni 2010
    • 7. September 2013 um 13:57
    • #1

    Die Praxis des Geist-Sitzens

    Eines Tages kam ein Schüler zu Zen-Meister Nam-Ak Huai-Yang.
    Er war groß, hatte leuchtende Augen und bat darum, unter der Anleitung des Meisters praktizieren zu dürfen. Huai-Yang gestattete es ihm und der junge Mönch zog sich daraufhin in eine Hütte zurück, wo er Tag und Nacht unaufhörlich praktizierte.

    Zen-Meister Huai-Yang wollte sich vergewissern, von welcher Art die Praxis des Schülers sei. So begab er sich eines Nachmittags zu dessen Hütte, wo er ihn sitzend vorfand.
    Da rief er: "Schüler! Wozu sitzt du Tag und Nacht?"
    Dieser erwiderte: "Um Buddha zu werden!"

    Da holte der Zen-Meister einen Stein und einen Dachziegel, ließ sich damit neben der Hütte nieder und rieb beide aneinander.
    Als der Lärm unerträglich geworden war, rief der Schüler:
    "Zen-Meister! Wozu scheuert Ihr immerzu mit dem Stein an dem Dachziegel?"
    Und Huai-Yang antwortete: "Ich will einen hellen Spiegel machen!".

    Da lachte der Schüler: "Aber das ist doch unmöglich! Wie wollt Ihr denn so einen Spiegel machen?"
    Nam-Ak Huai-Yang fuhr den Schüler an: "Und wie willst du nur durch Sitzen ein Buddha werden?"

    Der Schüler, der eine hohe geistliche Begabung hatte, bemerkte sofort, dass die Schelte des Zen-Meisters nur ein Hilfsmittel war, um ihn zu erleuchten. Er stand auf, warf sich vor Huai-Yang nieder und sagte: "Bitte belehren Sie mich über den Fehler in meiner Praxis!"

    Nam-Ak Huai-Yang sagte: "Wenn ein Pferd den Karren nicht ziehen will, gibst du dem Pferd die Peitsche oder dem Karren?"
    Der Schüler erwiderte: "Wer wäre wohl so närrisch, da den Karren zu peitschen?"

    Daraufhin erklärte der Meister: "Genau so ist es. Der Karren steht für deinen Körper, das Pferd für deinen Geist. Wenn du ein Buddha werden willst, solltest du dich bemühen, deinen Geist zu kultivieren."

    Der Schüler gelobte, dies von nun an zu tun. Später erlangte er große Erleuchtung und wurde als achter Patriarch Ma-Jo Do-Il weithin bekannt.

    Ehrw. Zen-Meisters Y. S. Seong Do sagte:
    Langes Sitzen ist eine gute Sache. Doch du solltest dich nicht bemühen, mit deinem Körper besonders bequem oder ruhig zu sitzen, sondern, einen unbewegten Geist zu erlangen.
    Übe immerzu, durch das Halten des Koans deinen Geist zu sehen und ihn so zu kontrollieren.
    Dies ist wahre Praxis.

    Dies ist die Praxis des Geist-Sitzens.

    http://www.international-zen-temple.de/deu/gongan/anecdota.htm

  • Toddler
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    5. Februar 2013
    • 8. September 2013 um 00:59
    • #2

    Diese Geschichte erinnert mich stark an Dogens Zazanshin:

    Zitat

    Zenmeister Jiangxi Daji (Kôzei Daijaku) saß ständig in Zazen, seit er unter Zenmeister Nanyueh Dahui (Nangaku Daie) gelernt und das Herzenssiegel persönlich erhalten hatte.
    Eines Tages geht Nanyue zu Daji und fragt ihn: "Bruder, was beabsichtigst du mit deinem Zazen?" Vertiefe dich in Ruhe in diese Frage.
    Gibt es eine Absicht über Zazen hinaus? Beabsichtigen wir einen Weg, der außerhalb des Horizontes von Zazen existiert? Oder beabsichtigen wir vielleicht überhaupt nichts? Oder fragen wir nach der Absicht, die sich im Moment von Zazen verwirklicht? Kläre dies genau auf! Eher, als einen geschnitzten Drachen zu lieben, solltest du fortschreiten zur Liebe des wahren Drachens. Verstehe, dass sowohl der geschnitzte als auch der wahre Drachen Wolken heraufziehen und Regen fallen lassen können. Schätze Fernes nicht hoch, schätze Fernes nicht gering, sondern mache dich vertraut mit dem Fernen. Schätze Nahes nicht hoch, schätze Nahes nicht gering, sondern mache dich vertraut mit dem Nahen. Nehme die Augen nicht unwichtig, nehme die Augen nicht wichtig, nehme die Ohren nicht wichtig, nehme die Ohren nicht unwichtig, sondern läutere Ohren und Augen.

    Jiangxi sagt: "Ich beabsichtige ein Buddha zu werden."
    Du musst diesem Ausspruch ganz auf den Grund gehen. Wie geht das Buddha-Werden, das hier ausgedrückt wird, vor sich? Bedeutet Buddha-Werden, dass wir von Buddha zu Buddha gemacht werden? Oder heißt es, dass wir durch das Buddha-Werden erst Buddha zu Buddha machen? Heißt es, dass das eine oder andere Gesicht Buddhas erscheint? Ist die Absicht des Buddha-Werdens abgefallen, und ist dieses Abfallen selbst die Absicht des Buddha-Werdens? Auch wenn Buddha-Werden mannigfaltig ist, heißt das, dass wir "Absicht des Buddha-Werdens" als Verflochtensein in die Absicht verstehen müssen?
    Wisse, dass Dajis Ausspruch bedeutet, dass Zazen stets Absicht-Ein-Buddha-Zu-Werden ist, und das heißt, dass Zazen selbst die Absicht des Buddha-Werdens ist. Die Absicht steht sowohl vor dem Buddha-Werden, als auch nach dem Buddha-Werden, als auch genau in dem Augenblick des Buddha-Werdens.
    Ich frage dich: Mit wieviel Buddha-Werden ist diese eine Absicht verflochten? Diese Verflechtung verzwirnt sich mit noch mehr Verflechtungen. Dann ist innerhalb des gesamten Buddha-Werdens jede einzelne Verflechtung für sich Ausdruck des gesamten Buddha-Werdens, und jede einzelne Verflechtung ist seine jeweilige Absicht. Versuche nicht einen Weg um eine einzige Absicht herumzumachen. Wenn du einen Weg um diese eine einzige Absicht herum machst, verlierst du Leib und Leben. Der Verlust von Leib und Leben ist aber wiederum nichts anderes als Verflechtung mit einer Absicht.

    Nanyue nimmt darauf einen Ziegel und poliert ihn an einem Stein. Daji fragt ihn: "Was-Tut ihr, Meister?"
    Wahrlich, wer sähe hier nicht das Polieren eines Ziegels, aber wer sähe das wirklich nur als das Polieren eines Ziegels an? Deshalb wird hier das Polieren des Ziegels auf diese Weise durch "Was-Tun" hinterfragt. Was hier "Was-Tun" genannt wird, ist nichts anderes als das Polieren des Ziegels. Es ist eine Wahrheit, dass, auch wenn sich diese Welt hier von anderen Welten unterscheidet, doch das Polieren des Ziegels nie zum Stillstand kommt. Ich sage dir nicht nur, dass du nicht auf deinen eigenen Ansichten als solchen bestehen darfst, sondern vielmehr noch, dass du fest verstehen musst, dass die Wahrheit, die wir ergründen sollen, in all unseren Geschäften am Wirken ist. So wie du, wenn du Buddha siehst, Buddha weder erkennst noch verstehst, so erkennst du auch das Wasser nicht, das du siehst, und du verstehst den Berg nicht, den du siehst. Übereilt zu schließen, dass es k einen weiteren Durchweg zu den Dingen vor unseren Augen gibt, entspricht nicht dem, was Buddha lehrt.

    Nanyue antwortet: "Durch das Polieren mache ich einen Spiegel."
    Kläre diesen Ausspruch. "Durch-Polieren-Zum-Spiegel-Machen" drückt ein konkretes Prinzip aus. Es ist die Verwirklichung offenbarer Tiefe, und nicht etwa ein Konstrukt leerer Gedanken. Selbst wenn der Ziegel ein Ziegel und der Spiegel nur ein Spiegel ist, wenn du dich in das Prinzip des Polierens vertiefst, wirst du sehen, dass es noch viele Beispiele mehr gibt. Sowohl der Alte Spiegel als auch der Klare Spiegel sind durch das Polieren eines Ziegels zum Spiegel gemacht worden. Wenn du nicht verstehst, dass sämtliche Spiegel ihre Herkunft im Polieren von Ziegeln haben, wird es keinen Ausdruck von Buddhas und Patriarchen für dich geben, du wirst nicht sehen, wie Buddhas und Patriarchen den Mund öffnen, du wirst nicht hören, wie Buddhas und Patriarchen ausatmen.

    Daji erwiderte: "Wie könnte man durch das Polieren eines Ziegels einen Spiegel erhalten?"
    Er ist ein wahrhafter Eisenkerl, der ohne die Hilfe eines anderen Ziegel poliert. Ziegel-Polieren ist kein Spiegel-Machen, doch in diesem Moment, nur für einen einzigen Augenblick, sieh, da erscheint das Spiegel-Machen.

    Nanyue antwortet: "Wie könnte einer durch Zazen zum Buddha werden?"
    Du weißt genau, dass das Prinzip von Zazen nicht darin besteht, darauf zu warten, ein Buddha zu werden. Niemandem ist die Wahrheit verborgen, dass Buddha-Werden nichts mit Zazen zu tun hat.

    Daji fragt: "Wie das?"
    Dieser Ausdruck scheint ausschließlich nach dem "Das" zu fragen, doch er fragt genauso nach dem "Wie". Es ist so wie mit dem Zusammentreffen zweier Freunde. Er ist mein Freund, also bin ich sein Freund. "Wie" und "Das" werden im gleichen Augenblick offenbar.

    Nanyue sagt: "Wenn einer einen Ochsenkarren vorantreibt, und der Karren sich nicht vorwärts bewegt, schlägt er dann den Karren, oder schlägt er den Ochsen?"
    Wenn es heißt, dass "der Karren sich nicht vorwärts bewegt", was bedeutet da "der Karren bewegt sich", was bedeutet "der Karren bewegt sich nicht"? Ist fließendes Wasser wie ein Karren in Bewegung, oder ist stilles Wasser wie ein Karren in Bewegung? Wir müssen das Fließen die Unbewegtheit des Wassers nennen, und umge kehrt bedeutet die Bewegung des Wassers kein Fließen. Wenn du dich daher in den Ausspruch "Wenn sich der Karren nicht bewegt" vertiefst, musst du ergründen, dass es Unbewegtheit einmal gibt und ein anderes Mal nicht gibt - beides zu seiner jeweiligen Zeit. Der Ausdruck "Wenn sich der Karren nicht bewegt" drückt nicht einfach nur Unbewegtheit aus.
    "Schlägt er den Karren, oder schlägt er den Ochsen" bedeutet, sowohl den Karren zu schlagen, als auch den Ochsen zu schlagen. Ist das Schlagen des Karrens und das Schlagen des Ochsens ein und dasselbe, oder sind sie verschieden? In der Welt gibt es die Lehre vom Schlagen des Karrens nicht, gewöhnliche Menschen kennen dieses Schlagen des Karrens nicht. Wisse, dass es auf dem Buddhaweg die Lehre vom Schlagen des Karrens gibt, dass sie das Augenmerk bei der Vertiefung des Weges ist.
    Dass hier das Schlagen des Karrens gelehrt wird, bedeutet nicht, dass es identisch ist mit dem Schlagen des Ochsens. Untersuche dies genau. Obwohl der gewöhnliche Menschenverstand die Lehre vom Schlagen des Ochsens kennt, musst du darüberhinausgehend nach dem Ochsenschlagen auf dem Buddhaweg fragen und dich darin vertiefen. Ist es ein Wasserbüffel, den du schlägst? Oder eine Eisenkuh? Oder ein Schlammstier? Sollen wir mit der Peitsche schlagen? Oder soll das ganze Universum schlagen? Oder soll der allumfassende Geist schlagen? Soll bis auf das Knochenmark geschlagen werden? Oder soll mit der Faust geschlagen werden?
    Die Faust soll die Faust schlagen - der Ochse soll den Ochsen schlagen.

    Daji erwidert nichts.
    Darüber darfst du nicht stolpern. Ein Ziegel wird ausgeworfen, ein Edelstein wird eingeholt. Den Kopf umgewandt, ändert sich das Gesicht. "Nichts erwidern" darf hier nicht sinnentstellt verstanden werden.

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    http://antaiji.dogen-zen.de/deu/zsh.shtml

  • Taijun
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    9. September 2013
    • 9. September 2013 um 14:30
    • #3

    Hallo zusammen und ein herzliches Gassho,

    dies ist mein erster Beitrag hier in diesem Forum.

    Zum Thema Geist-Sitzen möchte ich nur das Eine sagen:

    Die ersten Jahre habe ich eine Menge Dachziegel kaputt gescheuert.. :D


    Liebe Grüße an alle hier.

    _()_ Taijun

    Wie kann wohl unter diesen Umständen die Übung der Achtsamkeit betätigt werden ?
    Stelle Dir fortwährend diese Frage !

  • Peeter
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    • 9. September 2013 um 15:36
    • #4

    Nur wenn eure Gedanken nicht mehr bei irgendetwas verweilen, was immer es auch sein mag, werdet ihr den wahren Weg des Zen begreifen.
    Huang-Po

    Also hör auf, Dachziegel zu scheuern, denn das bedeutet konzentriertes oder fokussiertes Handeln/Denken.
    Sei einfach der Dachziegel, der gescheuert wird. ( Von wem wohl ? )
    Aber zerbrösel ihn nicht, denn dann regnet es durch.

    Sitzen in der Stille.
    Reite den Drachen.
    Und wenn es die Welt selber ist.
    Schwingen rauschen.

    Wo bin ich ? Wo ist das Du ?
    Nichts ist. Kein Ich .. kein Du.


  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 9. September 2013 um 15:38
    • Offizieller Beitrag
    • #5
    Toddler:

    Diese Geschichte erinnert mich stark an Dogens Zazanshin:

    Es ist wohl die gleiche Geschichte:

    • Der Schüler ist Jiangxi Mazu Daoyi (Chiang-hsi Ma-tsu Tao-i, japanisch Baso Doitsu, koreanisch "Ma-Jo Do-Il" ) 709-788,
      ( http://en.wikipedia.org/wiki/Mazu_Daoyi
    • Der Lehrer ist Nanyue Huairang (Nan-yueh Hai-jang, japanisch Nangaku Ejo), 677-744
      ( http://en.wikipedia.org/wiki/Nanyue_Huairang )
  • Taijun
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    9. September 2013
    • 9. September 2013 um 16:56
    • #6

    Bei Gedanken nicht verweilen heißt nicht an ihnen zu "haften".
    Im "Zen sein" bedeutet, dass dies ganz von alleine geschieht.
    Ist der "Durchbruch" dahin geschafft, hört das Ziegel polieren auf, als sei es nie geschehen.

    _()_ Taijun

    Wie kann wohl unter diesen Umständen die Übung der Achtsamkeit betätigt werden ?
    Stelle Dir fortwährend diese Frage !

  • Jikjisa
    Gast
    • 9. September 2013 um 21:19
    • #7

    Stimmt. Ist Samadhi-like.
    Shinkantaza.
    Sogar Viriya erhält sich selbsttätig.
    Zanmai o Zanmai.
    Beeindruckend. Erst von da an beginnt man die Patriarchen Sachen zu verstehen.

  • Peeter
    Themenautor
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    14. Juni 2010
    • 9. September 2013 um 21:27
    • #8

    Leerheit.
    Verweilen in der Stille.
    Kein Sinnen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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