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Der beobachter von Anatta

  • Joram
  • 7. August 2013 um 10:57
  • Zum letzten Beitrag
  • Tashili
    Gast
    • 8. August 2013 um 06:01
    • #26
    Ellviral:

    Es ist kein Beobachter.
    Der Beobachter selektiert und wird vom Erscheinenden angezogen.
    Ein Gedanke der erscheint ist nur ein Gedanke von vielen Gedanken. Der Beobachter selektiert Gedanken die er dann Beobachtet.
    Der Beobachter kann in Richtung "Nachdenker" gehen, er verlässt seine Position und handelt durch Gedanken mit den erscheinenden Gedanken.
    Der Nachdenker erzeugt wiederum das Erscheinen von Gedanken die zu dem selektierten passen, es entsteht ein System, Folgerichtigkeit, logische Lösungen.

    Der Beobachter kann in Richtung des Betrachters gehen, er verlässt seine Position und lässt von dem selektierten Gedanken ab und betrachtet alle erscheinenden Gedanken.
    Der Betrachter erkennt die Gedanken, er selektiert nicht. Durch das nicht selektieren erscheinen auch keine Gedanken mehr die ein System ermöglichen. Das erscheinen von Gedanken wird sinnlos da sie nicht beobachtet werde. Nach einiger Zeit sind da keine Gedanken mehr, nur der Betrachter und da dieser nichts mehr zu betrachten hat ist da auch kein Betrachter mehr.
    Und dann erscheint die blöde Fliege. Der Beobachter erzeugt das was alle hier kennen. Der Betrachter betrachtet das Empfinden, erkennt Gefahrlosigkeit und verschwindet wieder. Gefahr erkennen macht sofot ganz wach und Entscheidungsfähig.
    Und dann kommt die Türklingel. Der Beobachter gerät in Neugier, der Betrachter sagt: Ich bin nicht da.
    Oh eine SMS!!!.....Das ist jetzt nicht wichtig. Auch schlechte Nachrichten haben Zeit.
    Blöder Gedanke. Der sitzende Buddha. Ein Tiger legt sich neben ihn. Der Tiger geht. Kein Wunder nur kein Beobachter.#

    Edit: Der nicht mehr da seiende Betrachter, der der also auch nicht mehr die Leere betrachtet ist Anatta.

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    Dankeschön, Ellviral!!

  • Elliot
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    • 8. August 2013 um 08:31
    • #27
    Joram:

    Fakt ist, dass eine Beobachtung der Beobachter stattfindet. Ansonsten könnte man über den Beobachter nicht sprechen, oder? Was das sei, das was den Beobachter beobachtet, das weiß ich nicht.

    Zitat

    "Auf diese Weise, Aggivessana, bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen: 'Ihr Bhikkhus, Form ist vergänglich, Gefühl ist vergänglich, Wahrnehmung ist vergänglich, Gestaltungen sind vergänglich, Bewußtsein ist vergänglich. Ihr Bhikkhus, Form ist Nicht-Selbst, Gefühl ist Nicht-Selbst, Wahrnehmung ist Nicht-Selbst, Gestaltungen sind Nicht-Selbst, Bewußtsein ist Nicht-Selbst. Alle Gestaltungen sind vergänglich; alle Dinge sind Nicht-Selbst. Auf diese Weise bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen."

    (MN 35)


    Was immer also Deinen "Beobachter" ausmacht, durch Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewusstsein wird er nicht zu beschreiben sein:

    Zitat

    "Ebenso, Vaccha, ist jene Form, die jemand, der den Tathāgata beschreibt, zur Beschreibung heranziehen könnte, vom Tathāgata überwunden worden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstrunk gleich gemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen ist. Der Tathāgata ist von der Begrifflichkeit der Form befreit [3], Vaccha, er ist tiefgründig, unermeßlich, schwer zu ergründen wie der Ozean. ...

    Jenes Gefühl, das jemand, der den Tathāgata beschreibt, zur Beschreibung heranziehen könnte, ist vom Tathāgata überwunden worden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstrunk gleich gemacht, beseitigt, so daß es künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen ist. Der Tathāgata ist von der Begrifflichkeit des Gefühls befreit, Vaccha, er ist tiefgründig, unermeßlich, schwer zu ergründen wie der Ozean. ...

    Jene Wahrnehmung, die jemand, der den Tathāgata beschreibt, zur Beschreibung heranziehen könnte ...

    (MN 72)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Joram
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    • 8. August 2013 um 09:09
    • #28
    Elliot:

    Was immer also Deinen "Beobachter" ausmacht, durch Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewusstsein wird er nicht zu beschreiben sein


    das stimmt.
    Die Antwort ist eigentlich einfach: Der Beobachtungsprozess bedarf kein "Beobachter". Wir haben Schwierigkeiten es zu erkennen, weil das Denken alles in "Dinge" zerlegt, da "Prozesse" schwer zu erfassen sind, sind "unscharf", haben kein Anfang und kein Ende.

    Es gibt „Beobachtung“ (Prozess), aber kein „Beobachter“ (Ding). Das ist Anatta.

    _()_

    Meinst Du immer noch nicht frei zu sein? – da irrst Du dich :)

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 8. August 2013 um 10:15
    • #29

    Na, dann hast Du es ja jetzt geschafft, Joram :lol:
    alles klar, oder?

  • Joram
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    • 8. August 2013 um 10:36
    • #30
    MonikaMarie1:

    Na, dann hast Du es ja jetzt geschafft, Joram :lol:
    alles klar, oder?


    Ich habe nichts geschafft - ich hafte immer noch am "nicht existierendes 'Ich'" fest *heul* ;)

    _()_

    Meinst Du immer noch nicht frei zu sein? – da irrst Du dich :)

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 8. August 2013 um 13:27
    • #31

    Ja, ich natürlich auch, aber es löst sich allmählich wie die Kruste einer Wunde.
    Und durch die guten Erfahrungen mit dem Nicht-Ergreifen macht sich eine immer größere Freude breit. Sobald sich mein Ich meldet und sich über die Freude freut, schaue ich (wer ist das?) an ihm vorbei wie ein Pferdeflüsterer und ignoriert das, macht einfach weiter mit dem, was zu tun ist, ohne tieferes Er-Greifen. So schaut das im Moment aus. Gerade hat dieser Körper einen Hexenschuss signalisiert. Mal sehn, wie ich und mein ICH damit fertig werden, umgehen oder loslassen können. Im Moment schreie ich gerade auf bei ungünstigen Bewegungen. :lol:
    _()_

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 8. August 2013 um 15:28
    • #32
    Joram:

    Über Anatta, ein der drei Daseinsmerkmale ist hier oft ausgetauscht worden.
    Eine Frage dazu:
    Wer ist der Beobachter, der die "nicht Existenz" vom "Ich", von "sich selbst" beobachtet und erkennt?
    Was bleibt dann "übrig"? reine Beobachtung ohne Beobachter? - Wahrscheinlich... :oops:

    _()_


    Das Bewusstsein, schätze ich - also eins der fünf Skhandas und auch nichts ewiges, inhärent existierendes. Scheint mir, als ob "das Bewusstsein" und "das Ich-Gefühl" nicht das gleiche seien, sondern das Bewusstsein ist erheblich weiter und daher zum Beobachten in der Lage.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Jikjisa
    Gast
    • 8. August 2013 um 18:26
    • #33

    Stimmt...

    Zitat

    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewußtsein; doch es wird [zuweilen] verunreinigt von hinzukommenden Befleckungen. Doch der unkundige Weltling (*1) versteht dies nicht der Wirklichkeit gemäß. (*2) Darum, sage ich, gibt es für den unkundigen Weltling keine Entfaltung des Geistes. (*3)

    Lauter, ihr Mönche, ist dieses Bewußtsein; und [zuweilen] ist es frei von hinzukommenden Befleckungen. Der kundige, edle Jünger aber versteht dies der Wirklichkeit gemäß. Darum, sage ich, gibt es für den kundigen, edlen Jünger eine Entfaltung des Geistes. (*4)

    aber:

    Zitat

    11. "Ebenso auch, ihr Mönche, gehört euch die Körperlichkeit nicht an; gebt sie auf! Dies Aufgeben wird euch lange zum Heil und zum Glück gereichen. Auch Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewußtsein, ihr Mönche, gehören euch nicht an. Gebt sie auf! Dies Aufgeben wird euch lange zum Heil und zum Glück gereichen."

    Er meint das Ich-Bewusstsein, das nicht da ist ohne ergriffen zu werden und zu greifen.

  • Joram
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    • 8. August 2013 um 20:18
    • #34
    Losang Lamo:
    Joram:

    Über Anatta, ein der drei Daseinsmerkmale ist hier oft ausgetauscht worden.
    Eine Frage dazu:
    Wer ist der Beobachter, der die "nicht Existenz" vom "Ich", von "sich selbst" beobachtet und erkennt?
    Was bleibt dann "übrig"? reine Beobachtung ohne Beobachter? - Wahrscheinlich... :oops:

    _()_


    Das Bewusstsein, schätze ich - also eins der fünf Skhandas und auch nichts ewiges, inhärent existierendes. Scheint mir, als ob "das Bewusstsein" und "das Ich-Gefühl" nicht das gleiche seien, sondern das Bewusstsein ist erheblich weiter und daher zum Beobachten in der Lage.


    Gibt es "das Bewusstsein" als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas bewusst wahr zu nehmen?

    _()_

    Meinst Du immer noch nicht frei zu sein? – da irrst Du dich :)

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 8. August 2013 um 20:56
    • #35
    Joram:
    Losang Lamo:


    Das Bewusstsein, schätze ich - also eins der fünf Skhandas und auch nichts ewiges, inhärent existierendes. Scheint mir, als ob "das Bewusstsein" und "das Ich-Gefühl" nicht das gleiche seien, sondern das Bewusstsein ist erheblich weiter und daher zum Beobachten in der Lage.


    Gibt es "das Bewusstsein" als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas bewusst wahr zu nehmen?

    _()_


    Bewusstsein als eins der fünf Skandhas, aus denen sich so ein Mensch zusammensetzt.
    - Gibt es "das Denken" als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas zu denken?
    - Gibt es die Emotionen als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas zu fühlen?
    - Gibt es die Wahrnehmung als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas wahr zu nehmen?

    Hm? :) Wo ist das Ich da drin?

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Joram
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    • 8. August 2013 um 21:26
    • #36
    Losang Lamo:
    Joram:


    Gibt es "das Bewusstsein" als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas bewusst wahr zu nehmen?

    _()_


    Bewusstsein als eins der fünf Skandhas, aus denen sich so ein Mensch zusammensetzt.
    - Gibt es "das Denken" als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas zu denken?
    - Gibt es die Emotionen als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas zu fühlen?
    - Gibt es die Wahrnehmung als "Ding"? Als "Etwasheit"?
    Oder gibt es die Fähigkeit (Fähigkeit ist eine Eigenschaft, kein "Ding") etwas wahr zu nehmen?

    Hm? :) Wo ist das Ich da drin?

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    Kein "Ich"/"Ding" zu finden. Und doch verhalten wir uns so, als ob es "Dinge"/"Ich" gibt.
    Ist es nicht genau dieses Verhalten/ Widerspruch, was uns Dukkha beschert?

    _()_

    Meinst Du immer noch nicht frei zu sein? – da irrst Du dich :)

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 8. August 2013 um 22:17
    • #37
    Joram:

    Kein "Ich"/"Ding" zu finden. Und doch verhalten wir uns so, als ob es "Dinge"/"Ich" gibt.
    Ist es nicht genau dieses Verhalten/ Widerspruch, was uns Dukkha beschert?


    Ja.
    Der Groschen fällt halt langsam auf einer sehr langen Murmelbahn. Immer wieder.

    Ich les gerade darüber im Lamrim (Mittlerer Stufenweg, Tsongkhapa):
    "Bloße Soheit wird offenbar, indem die Gedankenbewegung aufhört.
    (...) das Objekt, das zu offenbaren ist, ist bloße Soheit. Die Weisheit des Bewusstseins ist das Offenbarende und der Sambhogakaya (Formkörper eines Buddha) derjenige, der sie offenbar macht, der Erkennende."
    Vielleicht suchtest Du danach?
    Der Erkennende ist also ein BUDDHA. Wir backen erstmal kleinere Brötchen und fallen immer wieder auf die Erscheinungen herein. Steter Tropfen höhlt langsam den Stein. Hoffentlich. :)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 9. August 2013 um 07:30
    • #38

    Es ist aber auch so, dieses Beschauen und Auseinandernehmen "Was ist was?" ist ein Mittel zur Erkenntnis.

    Mittlerer Stufenweg:

    Wie durch Untersuchung im Einzelnen nicht-begriffliche Weisheit entsteht
    Im Kasyapa-Kapitel sagt der Erhabene [Buddha]:
    "Folgendes Kasyapa: Wenn der Wind zwei Hölzer aneinander reibt, so kann daraus Feuer entstehen, und dadurch verbrennen dann die beiden Hölzer. Kasyapa, ebenso entsteht, wenn korrekte unterscheidende Untersuchung vorhanden ist, die Kraft der Weisheit der Edlen, und dadurch, dass diese entstanden ist, wird die korrekte unterscheidende Untersuchung selbst verbrannt."
    So lehrte er, dass aus der unterscheidenden Untersuchung die Weisheit der Edlen entsteht.

    Es wird hier aufgezeigt, wie Analyse-Meditation, die zu Erkenntnissen mittels begrifflicher Vorstellung kommt, in nicht-begriffliche Zustände mündet....
    Wenn man dort ankommt, ist der Beobachter und das Beobachtete eins.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Jikjisa
    Gast
    • 9. August 2013 um 10:10
    • #39

    Ja, ein Transzendenzvorgang ohne Vorgang.
    Übrig bleibt Buddha . Nicht DER Buddha ( auch nicht DER Beobachter ), nur Buddha.

  • bel
    Gast
    • 9. August 2013 um 10:31
    • #40
    Losang Lamo:
    Mittlerer Stufenweg:

    Im Kasyapa-Kapitel sagt der Erhabene [Buddha]:


    Kannst Du mal die Quelle ausführlich nennen?

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 9. August 2013 um 10:43
    • #41
    Joram:


    Kein "Ich"/"Ding" zu finden. Und doch verhalten wir uns so, als ob es "Dinge"/"Ich" gibt.
    Ist es nicht genau dieses Verhalten/ Widerspruch, was uns Dukkha beschert?
    _()_

    Wenn Anatta realisiert ist, ist eben auch dieses Verhalten und dieser Widerspruch erloschen, denn die Identifizierung mit dem "Ich-Ding" hat sich gelöst.
    Dass wir uns doch so verhalten als ob, ist eine notwendige zivilisatorische "Einrichtung" und durchaus klug. Sonst würden wir ja alle - wenn wir das Glück haben erwacht zu sein - nach dem Erwachen von denen in die Klappsmühle abgeschoben, die unser ICHLOSES VERHALTEN nicht aushalten könnten, weil ein "normaler Sterblicher", selbst wenn er schon mal was oder sogar etwas mehr von Buddhismus gehört hat, solche Ebenen nicht versteht und sich davor fürchtet.
    Beziehungsweise, wenn Anatta nur intellekt verstanden wird, aber nicht als eigene Erfahrung, dann ist die Identifikation noch mehr oder weniger stark vorhanden und es kommt zu Verwirrung, wenn wir das nicht einfach geduldig beobachten und zulassen.

    Es ist also kein Zeichen von Intelligenz, wenn ein Mensch, der Anatta realisiert hat, sich auf derart komplizierte Weise mit Nicht-Verstehenden zu verständigen versucht. Ganz im Gegenteil. Schon Paulus sagte: "Mit Griechen spreche ich wie Griechen sprechen und mit Römern wie mit Römern ..."
    Genau so hat auch der Buddha mit Hausleuten anders gesprochen als mit Ananda ...
    Um noch einmal die Notwendigkeit von "so tun als ob" zu bekräftigen :D
    _()_

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 9. August 2013 um 13:56
    • #42

    "Heute besuch ich mich, hoffentlich bin ich zuhause." :D
    Karl Valentin

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 9. August 2013 um 14:49
    • #43
    bel:
    Losang Lamo:


    Kannst Du mal die Quelle ausführlich nennen?


    Autor: Tsongkhapa, Cornelia Krause (Übers.): Der mittlere Stufenweg. Diamant-Verlag, 2006, ISBN 3-9810682-3-8

    Seite 571

    Tsongkhapa widerum zitiert hier aus "Kashyapa-Kapitel, tib. 'Od srung gis zhus pa / "od srung gi le'u, skt. kashyapa-parivarta".
    Anscheinend eine alte Schrift aus dem Sanskrit-Kanon, übersetzt ins Tibetische.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • bel
    Gast
    • 9. August 2013 um 17:05
    • #44
    Losang Lamo:

    Anscheinend eine alte Schrift aus dem Sanskrit-Kanon, übersetzt ins Tibetische.


    Kashyapaparivarta ist eine der ältesten Mahayana-Sutras, wurde schon vor 200n.Chr. ins Chinesische übersetzt.
    Es soll aber auch eine "antike" deutsche Übersetzung aus dem Mongolischen geben ;)
    Ich geh mal auf die Suche.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 9. August 2013 um 17:40
    • #45

    Na, offensichtlich, wie es im Bibliographie-Anhang aussieht, gibt es auch eine tibetische Übersetzung.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • bel
    Gast
    • 9. August 2013 um 19:30
    • #46
    Losang Lamo:

    Na, offensichtlich, wie es im Bibliographie-Anhang aussieht, gibt es auch eine tibetische Übersetzung.


    Klar.
    Und hier ist der Titel den ich suchte:

    Zitat

    Zum Kasyapaparivarta. Heft 2: Verdeutschung des sanskrit-tibetischen Textes.
    Weller, Friedrich. Verlag: Berlin. Akademie-Verlag, 1965.

    Antik, naja :) aber dafür DDR, schau mal an.

  • Jikjisa
    Gast
    • 9. August 2013 um 20:25
    • #47

    DAS wird es gewesen sein, das leitete die Wende ein :D
    Oder war es doch die unseelige Westfernsehen - Werbung ?

  • Joram
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    • 10. August 2013 um 22:18
    • #48
    MonikaMarie1:

    "Heute besuch ich mich, hoffentlich bin ich zuhause." :D
    Karl Valentin


    Wie kann ich "'mich' besuchen"? wir waren noch nie getrennt... :oops:
    ...und wer ist der "Besucher"?

    ;)

    _()_

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  • MonikaMarie1
    Gast
    • 11. August 2013 um 09:14
    • #49

    Ist nur mit Humor zu lösen 8) lieber Joram. Kennst Du Karl Valentin?
    Einen schönen von Spannung und Ich-will-alles-wissen-auch-wenn-das-unmöglich-ist befreiten Sonntag :D
    ♥♥♥ MMchen

    Joram:
    MonikaMarie1:

    "Heute besuch ich mich, hoffentlich bin ich zuhause." :D
    Karl Valentin


    Wie kann ich "'mich' besuchen"? wir waren noch nie getrennt... :oops:
    ...und wer ist der "Besucher"?

    ;)

    _()_

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 11. August 2013 um 09:23
    • #50

    Das Problem ist doch nicht der Beobachter und die Tatsache von Anatta, sondern dass da ein Verstand ist, der noch nicht zur Ruhe gekommen ist und den Platz einnimmt, der ihm zusteht. Der Verstand, der das wissen will, ist nicht der Beobachter, sondern ein Hilfsmittel Eins und Eins zusammenzuzählen, zu reflektieren und das Erfahrene "auf die Erde zu bringen". Der Verstand, der sich nicht beruhigen lässt, ist immer noch der Meinung, er wäre Herr im eigenen Haus. Sobald er seinen Platz eingenommen hat unter all den anderen Sinnen, und nicht meint darüber zu stehen, können sich Türen öffnen. Und dann kann sich etwas zeigen, vorher bleibt es verschlossen.

    Der beobachtende Verstand ist zunächst - um überhaupt daran zu kommen - das Hilfsmittel, um die Türen zu öffnen, denn zunächst muss ich ja begreifen, was der Verstand überhaupt ist, was der Beobachter wohlmöglich ist usw. und dieses Wissen in die Tat umsetzen mittels Meditation, Reflektion, Nachsinnen, Überprüfen etc. Danach wird er für diesen Bereich nicht mehr benötigt und muss sich im Hintergrund halten. Nach dem Einblick durch den Türspalt oder sogar in den Raum darf der Verstand das dann interpretieren, wenn er denn will. Aber eigentlich macht ihn das demütig angesichts des Gesehenen und versetzt in Staunen. So jedenfalls meine Erfahrung.
    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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