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Probleme mit Meditation

  • lönnmar
  • 23. Mai 2013 um 16:21
  • Zum letzten Beitrag
  • lönnmar
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    • 23. Mai 2013 um 16:21
    • #1

    Hab mich nun schon mehrmals in Meditation geübt, hab aber wohl mehr Schwierigkeiten damit als gedacht.
    Ich meditiere im Liegen und konzentriere mich meist auf meinem Atem, oder oft auch auf die vielen Lichtpünktchen und Gebilde die man sieht wenn man die Augen geschlossen hält. Leider drifte ich schon nach kurzer Zeit (30 sec.?) immer und immer wieder ab. Erst kommen wahllose Gedankenbruchstücke, z.b. aus meiner Kindheit oder von vergangenen Urlauben, dann werden wieder richtige Gedankengänge daraus. Wenn ichs dann merke ist es schon zu spät. :roll:

    Ich bin von Haus aus ein recht nervöser Mensch und mein Verstand rattert quasi pausenlos. Kann auch z.B. Abends nicht gleich einschlafen, sondern denke meist noch ein bis zwei Stunden lang nach. Beneide da auch meine Partnerin die innerhalb von 10 min eingeschlafen ist. Ich bin offensichtlich genetisch so ausgelegt, meine Mutter und mein Großvater mütterlicherseits sind ähnlich gestrickt.

    Auch versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz wie man in der Meditation zu tieferen Verständnis oder gar Erleuchtung finden kann, wenn das Ziel doch ist an nichts zu denken? Offensichtlich hab ich hier etwas missverstanden oder gehe von falschen Annahmen aus?

    Wie auch immer, würde mich über etwas Rat von Erfahreneren Teilnehmern hier wirklich sehr freuen.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 17:56
    • #2

    Moin Lönmar

    Zitat

    Ich meditiere im Liegen und konzentriere mich meist auf meinem Atem,...


    Schon zwei Dinge, die dir die Meditation erschweren.
    Erstens, warum im Liegen? Bist du krank oder hast du eine Behinderung?
    Und zweitens, nicht auf den Atem konzentrieren. Nur den Atem beobachten. Das heißt du bemerkst, wenn du einatmest, du bemerkst, wenn du ausatmest, und du bemerkst, wie du atmest (schnell, langsam, tief, flach...)
    Und wenn du bemerkst, dass du in Gedanken abdriftest, gehst du zum Atem zurück.

    Zitat

    ...Auch versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz wie man in der Meditation zu tieferen Verständnis oder gar Erleuchtung finden kann, wenn das Ziel doch ist an nichts zu denken? Offensichtlich hab ich hier etwas missverstanden oder gehe von falschen Annahmen aus?...


    Richtig, du hast einiges missverstanden und gehst von falschen Annahmen aus.

  • lönnmar
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    • 23. Mai 2013 um 19:20
    • #3
    Zitat

    Schon zwei Dinge, die dir die Meditation erschweren.
    Erstens, warum im Liegen? Bist du krank oder hast du eine Behinderung?

    nein, aber hab es so die ersten Male gemacht und bin wohl dabeigeblieben, es ist schön bequem für mich und ich schlafe auch nicht ein. Habe es aber heute einmal in der bekannten sitzenden Haltung auf dem Sofa versucht und es war auch gut bzw nicht schlechter.

    Zitat

    Und zweitens, nicht auf den Atem konzentrieren. Nur den Atem beobachten. Das heißt du bemerkst, wenn du einatmest, du bemerkst, wenn du ausatmest, und du bemerkst, wie du atmest (schnell, langsam, tief, flach...)
    Und wenn du bemerkst, dass du in Gedanken abdriftest, gehst du zum Atem zurück.

    ich glaube so ungefähr verstehe ich was du meinst, wobei ich Probleme habe mit der genauen Differenzierung zwischen den Begriffen. Ist (bewusstes) Bemerken der Atmung nicht ähnlich des Konzentrierens auf diesen sonst unbewusst ablaufenden Vorgang?

    ...Auch versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz wie man in der Meditation zu tieferen Verständnis oder gar Erleuchtung finden kann, wenn das Ziel doch ist an nichts zu denken? Offensichtlich hab ich hier etwas missverstanden oder gehe von falschen Annahmen aus?...

    Zitat

    Richtig, du hast einiges missverstanden und gehst von falschen Annahmen aus.

    Was soll ich darauf jetzt antworten? :) Den Sinn der Meditation stelle ich mir derzeit in zwei Bereichen vor. Zunächst (zu Beginn) führt er zur Beruhigung des rastlosen Geistes, einfach indem man halt versucht an nichts zu denken, den Geist sozusagen einfach bewusst abzuschalten. Neurologisch vielleicht ähnlich dem Tiefschlaf. Hier gefällt mir die Metapher des unruhigen Sees, der nach und nach immer glatter wird recht gut. Der Zweite Bereich verschliesst sich mir dann. In der Metapher kommt man dann zu tieferen Verständnis und Einsicht der Welt, ähnlich den Grund des Sees der erst durch die glatte Oberfläche sichtbar wird.

    Ich komm mir hier zum Teil wirklich wie ein Analphabet vor und schäme mich auch etwas.

  • Syia
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    • 23. Mai 2013 um 19:33
    • #4
    lönnmar:

    Ich komm mir hier zum Teil wirklich wie ein Analphabet vor und schäme mich auch etwas.

    Da haben wir doch das Problem. Es gibt nun wirklich keinen Grund sich für irgendwas zu schämen, es sei denn du hast das Gefühl das Ziel verfehlt zu haben. Und wenn dem so ist, dann gehst du mit dem üblichen, westlichen Leistungsgedanken an die Meditation ran. Das wäre dann genau die Ausgangsposition, die dich garantiert scheitern lässt.

    Hinsetzen, Atem beobachten ohne ihn zu beeinflussen, nicht krampfhaft konzentrieren und schon gar nicht versuchen Gedanken zu unterdrücken. Die kommen sowieso. Betrachte sie einfach ganz entspannt, schau mal wo sie her kommen und wohin sie verschwinden. Es gibt nichts zu tun während du meditierst, kein Ziel zu erreichen.

  • vimokkha
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 19:51
    • #5

    Das Bild von einer glatten Wasseroberfläche ist gut .

    Den Geist und Gedankenstrom kann man nicht abschalten .
    Wenn du es versuchst, dann brauchst du eine Aktivität und das ist
    für gewöhnlich ein Gedanke .
    Der Atem ist wie ein beständiger Fluß an dessen Ufer du sitzt .
    Wenn Du ihn fest beobachtest beruhigt sich die Gedankenaktivität
    und schließlich tauchen nur noch wenige Gedanken/Bilder auf, die du
    leichter loslassen kannst .
    Wenn der Geist ruhig wird, steigen auch Dinge aus dem Unterbewusstsein
    auf , im Licht des Bewusstseins lösen sie sich .
    Das ist gut, solange du dich davon nicht
    überwältigt fühlst .
    Meditation ist kein Tiefschlaf, es ist immer hellere Wachheit .

    Vom Sofa muss ich leider ebenso abraten wie vom Liegen .

  • dermatze
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    • 23. Mai 2013 um 20:20
    • #6
    lönnmar:


    ...Auch versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz wie man in der Meditation zu tieferen Verständnis oder gar Erleuchtung finden kann, wenn das Ziel doch ist an nichts zu denken? Offensichtlich hab ich hier etwas missverstanden oder gehe von falschen Annahmen aus?...


    Ob diese Annahme richtig ist oder nicht, kannst du nur selber für dich herausfinden. Meditation hat mit persönlichen Erfahrungen zu tun (die sich auch nicht alle sofort einstellen werden), nicht mit postulierten Glaubensbekenntnissen. Wenn man dann noch hier und da nachforscht, gibt es viel zu entdecken. Was verschiedene Lehrer / Lehren dazu sagen, was bei der Meditation in einem passiert. Insofern ist Meditation (für mich jedenfalls) eine praktische, lange Arbeit mit dem Geist, die sich mit Wissen von aussen bereichern lässt. der Buddha hat das alles alleine herausgefunden. Ich muss das glücklicherweise nicht mehr, es gibt so viel Unterstützung.

    Ein lebensnahes Beispiel von der Einsicht durch Meditation ist der schöne und stimmungsvolle Film "Doing Time, doing Vipassana".

  • lönnmar
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    • 23. Mai 2013 um 21:34
    • #7

    Erstmal vielen Dank für die Antworten. Das mit dem Leistungsdenken könnte durchaus stimmen, ich versuche bisher offensichtlich zu kramphaft Gedanken oder eher Gedankengänge zu verhindern. Werde einfach entspannt weiter üben. Habe ja gerade erst begonnen.

    Trotz allem, inwiefern hat euch die Meditation im Kontext der Buddhistischen Lehre vorangebracht?

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 22:16
    • #8
    lönnmar:

    ...Trotz allem, inwiefern hat euch die Meditation im Kontext der Buddhistischen Lehre vorangebracht?

    Sie hat mit dazu geführt, dass ich mir darüber keine Gedanken mehr mache.

  • vimokkha
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 22:27
    • #9

    :!:

    Zitat

    Sie hat mit dazu geführt, dass ich mir darüber keine Gedanken mehr mache.

    :!::)

  • vimokkha
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 22:29
    • #10

    Ohne Medi versteht niemand auch nur das Geringste vom Dhamma ... so sag ich mal . :)

  • Peeter
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    • 23. Mai 2013 um 22:47
    • #11

    Ein bekanntes Problem bei der Medi ist, dass der Gedankenkram anfangs
    noch stärker tobt.
    Allerdings ist das ein gutes Zeichen .

    lönnmar:

    Das mit dem Leistungsdenken könnte durchaus stimmen, ich versuche bisher offensichtlich zu kramphaft Gedanken oder eher Gedankengänge zu verhindern. Werde einfach entspannt weiter üben. Habe ja gerade erst begonnen.

    lass das hindern und unterdrücken . beobachte und betrachte einfach und lass los .
    Und nicht zu entspannt .. immer beim geist sein ersteinmal und beim atmen und beim körper

    mehr
    und
    tiefer
    wesentlich subtiler
    raus aus dem grobstofflichen

  • SpringMode5708
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 22:54
    • #12

    Hallo Peter,

    Peeter:

    immer beim geist sein erst einmal und beim atmen und beim körper


    Wie bitte? Wo denn jetzt?

    Gruß,
    Mirco

  • vimokkha
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 23:03
    • #13
    Zitat

    Wie bitte? Wo denn jetzt?

    :D

    Er kann unmöglich länger als eine Sekunde wodrauf bleiben . . .
    Jetzt macht er auch noch auf Teaching . :grinsen:

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 23:12
    • #14
    Peeter:

    Ein bekanntes Problem bei der Medi ist, dass der Gedankenkram anfangs
    noch stärker tobt....


    Das ist falsch, Peeter.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 23:30
    • #15
    lönnmar:

    ...Was soll ich darauf jetzt antworten? :) Den Sinn der Meditation stelle ich mir derzeit in zwei Bereichen vor. Zunächst (zu Beginn) führt er zur Beruhigung des rastlosen Geistes, einfach indem man halt versucht an nichts zu denken, den Geist sozusagen einfach bewusst abzuschalten. Neurologisch vielleicht ähnlich dem Tiefschlaf. Hier gefällt mir die Metapher des unruhigen Sees, der nach und nach immer glatter wird recht gut. Der Zweite Bereich verschliesst sich mir dann. In der Metapher kommt man dann zu tieferen Verständnis und Einsicht der Welt, ähnlich den Grund des Sees der erst durch die glatte Oberfläche sichtbar wird.

    Ich komm mir hier zum Teil wirklich wie ein Analphabet vor und schäme mich auch etwas.

    Die Meditation führt in dem Sinn zu einer Beruhigung des Geistes, dass du erst einmal bemerkst, was da in deinem Kopf so abgeht. Der Eindruck, dass da immer mehr Gedanken kommen, ist eine Täuschung. Du nimmst nur immer besser wahr, was da schon ist.
    Wenn du nun versuchst, diese Gedanken bewußt abzuschalten, bewusst an nichts zu denken, dann geht das nach hinten los. Denn um Gedanken abzuschalten musst du sie dir machen. Um bewusst nicht zu denken, musst du denken.

    Beobachte sie einfach. Nimm sie wahr, akzeptiere dass sie da sind und gehe dann wieder zum Atem zurück. Dann wird im Laufe der Zeit (evtl. Jahre) Folgendes geschehen. Dieses Chaos wird weniger und weniger. Es ist wie bei einer Selterflasche.
    Lässt du sie in Ruhe, werden die aufsteigenden Blasen weniger und weniger. Bewegst du sie, gibts Chaos.
    Es geht bei der Geistesruhe also nicht so sehr ums Tun sondern ums Lassen.

    Ist dann einmal Ruhe eingekehrt, hast du Kapazitäten frei, für anderes.

    Und was deine Meditationshaltung angeht, so hör endlich mit der Spielerei auf. Wenn du krank bist, kannst du mal liegen, ok. Aber ansonsten setz dich gefälligst anständig hin, mach einen leichten Knoten in deine Beine, halt deinen Rücken gerade und leg die Hände in den Schoß. Im www gibts genug Anleitungen dafür. Und frag nicht nach dem warum sondern tu es!! Die Warum- Fragen haben schon bei meinen Kindern nicht geklappt.

    Das ist mein Rat für dich!

  • SpringMode5708
    Gast
    • 23. Mai 2013 um 23:35
    • #16

    Hallo,

    lönnmar:

    Leider drifte ich schon nach kurzer Zeit (30 sec.?) immer und immer wieder ab. Erst kommen wahllose Gedankenbruchstücke, z.b. aus meiner Kindheit oder von vergangenen Urlauben, dann werden wieder richtige Gedankengänge daraus. Wenn ichs dann merke ist es schon zu spät. :roll:


    Ist doch normal, bei dem, was der Geist von vorher gewohnt ist.
    Das Abschweifen ist doch bloß Gewohnheitssache. Einfach immer wieder loslassen.
    Eine Meditation ist nicht schlecht, wenn man sechzig Mal abschweift.
    Sie würde schlecht, wenn man vom Abschweifen nicht zurückkehrte.
    Einfach sechzig Mal loslassen, entspannen und zurückkehren.

    Mit der Zeit werden aus richtigen Gedankengängen immer kürzere Gedankengänge, kürzer und kürzer und ....
    Wie spannend.

    Herzliche Grüße,
    Mirco

  • freeman
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    • 23. Mai 2013 um 23:49
    • #17

    ---
    Hallo lönnmar,


    es kann evt. auch sehr hilfreich sein, bei der achtsamen Atem-Meditation/Beobachtung die Atemzüge zu zählen. Also bei jedem Einatmen Eins, dann Zwei, dann Drei zählen usw. bis Zehn und dann fängst Du wieder von vorne an mit dem Zählen der Atemzüge. So fällt es evt. gerade im Eingangsstadium der Medi leichter, beim Atmen zu bleiben. Später kannst Du dann das Zählen weglassen, wenn Du's nicht mehr brauchst.

    Gruß,
    freeman

    Die Verfechter der Substanz sind wie Kühe,
    die Anhänger der Leere noch schlimmer.

    Saraha

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 24. Mai 2013 um 12:09
    • #18
    lönnmar:


    Erst kommen wahllose Gedankenbruchstücke, z.b. aus meiner Kindheit oder von vergangenen Urlauben, dann werden wieder richtige Gedankengänge daraus.


    Was man zusätzlich zu den bereits genannten Vorschlägen machen kann, ist, dass man sich bewusst macht, wodurch die Gedanken bedingt sind. Man nimmt den Gedanken bewusst wahr und ordnet ihn dann einer Kategorie zu. Nach einiger Zeit schaut man sich an, was man so zusammen getragen hat. Gibt es Gedankenkategorien, die gehäuft auftreten? Kann man mit ihnen arbeiten? Falls ja, kann man dadurch erreichen, dass Gedanken aus dieser Kategorie nicht mehr bzw. weniger auftreten.

    Dies mag erst einmal sehr abstrakt und kompliziert klingen, ist aber gar nicht der Fall. Beziehen sich viele deiner Gedanken in der Meditation auf Filme und Musik, die du kürzlich konsumiert hast, dann kannst du deinen Umgang mit diesem Entertainmentkonsum überdenken und überarbeiten. Dies schlägt sich meiner Erfahrung nach dann auch gleich auf die Meditationsqualität durch. Ich war früher einige Male für längere Zeit im Ausland. Da drehten sich viele meiner Gedanken um Essen. Essen, das ich in Deutschland gewohnt war und im Ausland vermisste. Als ich mir, wie oben beschrieben, über diese Gedankenhäufung bewusst wurde, konnte ich das "Problem" Essen ausserhalb der Meditation angehen und so Erfolg in meiner Meditation erlangen.

    Gruß
    Florian

  • lönnmar
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    • 24. Mai 2013 um 15:21
    • #19
    Zitat

    Die Meditation führt in dem Sinn zu einer Beruhigung des Geistes, dass du erst einmal bemerkst, was da in deinem Kopf so abgeht. Der Eindruck, dass da immer mehr Gedanken kommen, ist eine Täuschung. Du nimmst nur immer besser wahr, was da schon ist.
    Wenn du nun versuchst, diese Gedanken bewußt abzuschalten, bewusst an nichts zu denken, dann geht das nach hinten los. Denn um Gedanken abzuschalten musst du sie dir machen. Um bewusst nicht zu denken, musst du denken.

    gut erklärt, leuchtet mir ein.


    Zitat

    Und was deine Meditationshaltung angeht, so hör endlich mit der Spielerei auf. Wenn du krank bist, kannst du mal liegen, ok. Aber ansonsten setz dich gefälligst anständig hin, mach einen leichten Knoten in deine Beine, halt deinen Rücken gerade und leg die Hände in den Schoß. Im www gibts genug Anleitungen dafür. Und frag nicht nach dem warum sondern tu es!! Die Warum- Fragen haben schon bei meinen Kindern nicht geklappt.

    tut mir leid ich bin ein Warum-Mensch ;) Aber ich nehm deinen Rat trotzdem gern an :)

  • lönnmar
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    • 24. Mai 2013 um 15:33
    • #20
    Zitat

    st doch normal, bei dem, was der Geist von vorher gewohnt ist.
    Das Abschweifen ist doch bloß Gewohnheitssache. Einfach immer wieder loslassen.
    Eine Meditation ist nicht schlecht, wenn man sechzig Mal abschweift.
    Sie würde schlecht, wenn man vom Abschweifen nicht zurückkehrte.
    Einfach sechzig Mal loslassen, entspannen und zurückkehren.

    gut zu wissen. Das Bewusstwerden das Abschweifens fällt mir schon leichter, von daher mach ich durchaus Fortschritte. An meiner Ungeduld und dem Leistungsdenken muss ich sicherlich noch arbeiten. Kommt man wenn man sehr lange und regelmässig meditiert eigentlich irgendwann in so eine Art Trance? Indem äussere Reize kaum noch durchdringen? So hab ich mir das früher immer vorgestellt. Ich seh die Fortschritte irgendwie stufenweise. (so wie es ja auch in dem Buch "wie Siddharta zum Budda wurde" geschrieben steht.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 00:38
    • #21

    Hallo Florian,

    Buddhaghosa:

    Was man zusätzlich zu den bereits genannten Vorschlägen machen kann, ist, dass man sich bewusst macht, wodurch die Gedanken bedingt sind. Man nimmt den Gedanken bewusst wahr und ordnet ihn dann einer Kategorie zu. Nach einiger Zeit schaut man sich an, was man so zusammen getragen hat. Gibt es Gedankenkategorien, die gehäuft auftreten? Kann man mit ihnen arbeiten? Falls ja, kann man dadurch erreichen, dass Gedanken aus dieser Kategorie nicht mehr bzw. weniger auftreten.

    Dies mag erst einmal sehr abstrakt und kompliziert klingen, ist aber gar nicht der Fall. Beziehen sich viele deiner Gedanken in der Meditation auf Filme und Musik, die du kürzlich konsumiert hast, dann kannst du deinen Umgang mit diesem Entertainmentkonsum überdenken und überarbeiten. Dies schlägt sich meiner Erfahrung nach dann auch gleich auf die Meditationsqualität durch. Ich war früher einige Male für längere Zeit im Ausland. Da drehten sich viele meiner Gedanken um Essen. Essen, das ich in Deutschland gewohnt war und im Ausland vermisste. Als ich mir, wie oben beschrieben, über diese Gedankenhäufung bewusst wurde, konnte ich das "Problem" Essen ausserhalb der Meditation angehen und so Erfolg in meiner Meditation erlangen.


    Wenn ich's recht verstehe, hast Du dem Inhalt der ablenkenden Gedanken Aufmerksamkeit geschenkt.

    Darauf hin hast Du 'ausserhalb' der Meditation genau was verändert?
    Und was ist dann 'innerhalb' der Meditation dadurch positves geschehen?

    Gruß,
    Mirco

    P.S.: Das wird/ist ein Teil der Antwort auf "Was machst du dann? Und was soll dabei rumkommen?"

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 10:49
    • #22
    Mirco:


    Wenn ich's recht verstehe, hast Du dem Inhalt der ablenkenden Gedanken Aufmerksamkeit geschenkt.


    Genau, um zu sehen wodurch die Gedanken bedingt sind. Nach dem Satipatthana Sutta: "so sind die Geistesformationen (sankhāra), so entstehen sie, so lösen sie sich auf". Diese Anleitung geht natürlich tiefer als das von mir Beschriebene aber in die gleiche Richtung.

    Mirco:


    Darauf hin hast Du 'ausserhalb' der Meditation genau was verändert?


    So wie der Buddha anweist, seine Mönche sollen abgeschieden meditieren, nicht im Alltagslärm (Änderung im Außen), so kann jeder für sich schauen, welche heilsamen Änderungen man im Außen machen kann. Ich habe eine zeitlang das rechte Nachdenken über die Nahrung praktiziert und meinen Medienkonsum geändert.

    Mirco:


    Und was ist dann 'innerhalb' der Meditation dadurch positves geschehen?


    Gemäß Buddhas Fragen an Malukyaputta entsteht bei noch nie Gesehenem, Gehörtem etc. auch kein Begehren. Hast du Film A noch nie gesehen, dann entstehen dir in der Meditation auch keine Gedanken, Begehren über Film A. So entzieht man gewissen Gedankenkategorien die Nahrung und sie laufen aus.

    Mirco:


    P.S.: Das wird/ist ein Teil der Antwort auf "Was machst du dann? Und was soll dabei rumkommen?"


    Super, war überrascht über deine Aussage. Aber mach langsam.

    Schönen Sonntag,
    Florian

  • SpringMode5708
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 14:06
    • #23

    Hallo Florian,

    Buddhaghosa:

    Genau, um zu sehen wodurch die Gedanken bedingt sind. Nach dem Satipatthana Sutta:
    "so sind die Geistesformationen (sankhāra), so entstehen sie, so lösen sie sich auf".
    Diese Anleitung geht natürlich tiefer als das von mir Beschriebene aber in die gleiche Richtung.


    Du möchtest sehen, wodurch die Gedanken entstehen. Also, welches die Bedingung für die Gedanken sind.
    Dafür ist der Inhalt selbiger aber ohne Belang.

    Wie entstehen sie? So entstehen sie. Wie lösen sie sich auf? So lösen sie sich auf.

    Beobachten, wie sie entstehen ist also die Aufgabe.
    Wie funktioniert Kognition?

    Mirco:

    Darauf hin hast Du 'ausserhalb' der Meditation genau was verändert?

    Buddhaghosa:

    So wie der Buddha anweist, seine Mönche sollen abgeschieden meditieren, nicht im Alltagslärm (Änderung im Außen), so kann jeder für sich schauen, welche heilsamen Änderungen man im Außen machen kann. Ich habe eine zeitlang das rechte Nachdenken über die Nahrung praktiziert und meinen Medienkonsum geändert.


    Das kann wirklich sehr hilfreich sein, ist aber nicht der unbedingte Grund für eine erfolgreiche Meditation. Es kann zu einer Flucht oder ewigen Suche nach 'perfekten' Bedingungen, zu einem starken Ablehnen (Anhaften) von äußerlichen Bedingungen werden. Alles, was uns umgibt und durch unsere Signalverarbeitung Kontakt erzeugt, ist Teil der Meditation.

    Mirco:

    Und was ist dann 'innerhalb' der Meditation dadurch positves geschehen?

    Buddhaghosa:

    Gemäß Buddhas Fragen an Malukyaputta entsteht bei noch nie Gesehenem, Gehörtem etc. auch kein Begehren. Hast du Film A noch nie gesehen, dann entstehen dir in der Meditation auch keine Gedanken, Begehren über Film A. So entzieht man gewissen Gedankenkategorien die Nahrung und sie laufen aus.


    Gedanken werden immer entstehen, selbst wenn Du nur drei Roben und eine Esschale Dein eigen nennen solltest.
    Die schwache Link ist nicht das Sinnesobjekt, sondern Begehren.

    Herzlich,
    Mirco

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 17:46
    • #24

    Hallo Mirco,

    du hast schon recht mit dem, was du schreibst. Aber du hast es jetzt auch thematisch stark erweitert. Ich habe ja keine vollständige Meditationspraxis beschrieben, sondern "was man zusätzlich zu den bereits genannten Vorschlägen machen kann". Und diese zusätzliche Methode ist durchaus hilfreich.

    Dein "es kann zu einer Flucht oder ewigen Suche nach 'perfekten' Bedingungen, zu einem starken Ablehnen (Anhaften) von äußerlichen Bedingungen werden" finde ich absolut richtig. Hier gefällt mir auch Ajahn Brahms 'Good enough'-Ansatz. Und erst vor kurzem habe ich nach einem Vortrag vom deutschen Abt des Wat Pah Nanachat darüber geschrieben: Ajahn Kevali über das Leben im Wald.

    Gruß
    Florian

  • SpringMode5708
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 18:47
    • #25

    Hallo Florian,

    Buddhaghosa:

    Und erst vor kurzem habe ich nach einem Vortrag vom deutschen Abt des Wat Pah Nanachat darüber geschrieben: Ajahn Kevali über das Leben im Wald

    Zitat

    Und erst das Akzeptieren des Waldes führt dazu, mit dem Wald in Einklang zu kommen und so Teil der Natur zu werden. Und nicht jemand zu sein, der in der Natur ist, ihr aber dennoch gegenübersteht.


    Genau das ist eine Manifestation von dukkha an auf Vorstellungsebene, finde ich.
    Die Vorstellung, getrennt zu bestehen.


    Buddhaghosa:

    du hast schon recht mit dem, was du schreibst. Aber du hast es jetzt auch thematisch stark erweitert. Ich habe ja keine vollständige Meditationspraxis beschrieben, sondern "was man zusätzlich zu den bereits genannten Vorschlägen machen kann". Und diese zusätzliche Methode ist durchaus hilfreich.

    Zitat

    So wie der Buddha anweist, seine Mönche sollen abgeschieden meditieren, nicht im Alltagslärm (Änderung im Außen), so kann jeder für sich schauen, welche heilsamen Änderungen man im Außen machen kann. Ich habe eine Zeitlang das rechte Nachdenken über die Nahrung praktiziert und meinen Medienkonsum geändert.


    Ich habe doch eher den Anspruch, es ohne viel Zwischenstufen aufs wesentliche herunter zu bringen. So verstehe ich es auch.

    Allerdings kann ich mich jetzt gerade auch daran erinnern, wie mich einst die Empfehlungen eines bekannten Zen-Lehrers beeindruckten, der empfahl, seine Sinne zu schützen, achtsam mit dem zu sein, was über Multimedia durch Augen und Ohren in einen eindringt. Dahingehend hat sich mein Verhalten nun auch schon seit Jahren verändert.

    Mehr negativen Einfluss auf die Meditation als was ich medial rezipiere hat allerdings, ob mein Handeln in den fünf-Sila-Grenzen verläuft.

    Aber, um noch mal auf die vermeintliche thematische Erweiterung zurück zu kommen. Ich fand es tatsächlich eine große Erleichterung und Vereinfachung, als ich verstand, das während der Meditation der Inhalt der Ablenkung irrelevant ist und nur die Weise zählt, es von dort zurück zu Objekt zu schaffen. Wir sind wie ein Fließband, das ununterbrochen und ununterbrechbar auf Hochtouren läuft und produziert. Es ist irgendwie nur eine Frage der Betrachtungsebene, wie wir uns verstehen können. Schaue ich dem Auto zu, wie es zusammengesetzt wird oder betrachte ich den Roboterarm, der zusammen baut.
    Naja, so, irgendwie.

    Herzlich,
    Mirco

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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