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Das Geistige

  • vimokkha
  • 4. Mai 2013 um 00:07
  • Zum letzten Beitrag
  • vimokkha
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 00:07
    • #1
    Zitat

    A.I.13. Die Quelle alles Guten und Bösen (VI, 6-7)

    Was es auch immer, ihr Mönche, an unheilsamen Dingen gibt, an Dingen, die dem Unheilsamen verbunden sind, dem Unheilsamen zugehören, sie alle haben den Geist zum Vorläufer; (*1) denn das Geistige (mano) steigt zuerst auf, und dann folgen die unheilsamen Dinge.

    Was es auch immer, ihr Mönche, an heilsamen Dingen gibt, an Dingen, die dem Heilsamen verbunden sind, dem Heilsamen zugehören, sie alle haben den Geist zum Vorläufer; denn das Geistige steigt zuerst auf, und dann folgen die heilsamen Dinge.

    In anderen Ländern deuten die Leute ja
    auf den Sitz des Geistes befragt auf ihr Herz,
    nicht auf den Kopf.

    Trotzdem verstehe ich diesen Abschnitt nicht so recht:

    denn das Geistige steigt zuerst auf,

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (4. Mai 2013 um 00:39)

  • SpringMode5708
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 00:14
    • #2
    Zitat


    Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
    Kommt aus getrübtem Geist dein Wort und dein Betragen.
    So folgt dir Unheil, wie dem Zugtier folgt der Wagen.

    Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
    Entspringen reinem Geist dein Wort und deine Taten,
    folgt das Glück dir nach, unfehlbar wie dein Schatten.

    http://www.palikanon.com/khuddaka/dhp/dhp.html#Yamaka

  • vimokkha
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 08:25
    • #3
    Zitat

    citte cittānupassī viharati

    ?

  • SpringMode5708
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 08:36
    • #4

    Hallo vimokkha,

    vimokkha:
    Zitat

    citte cittānupassī viharati

    ?


    Schätzung:

    'den Geist beobachtend verweilen'

    Oder

    '(die Natur des) Geistes beobachtend verweilen'


    Freundliche Grüße,
    Mirco

  • Simo
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    • 4. Mai 2013 um 09:50
    • #5

    "Aufsteigen" ist hier vermutlich nur ein andres Wort für "entstehen". Jeder Handlung (ob verbal oder physisch) geht ein Gedanke, eine Absicht - also der Geist voran. In diesem steigen diese auf, wie Blasen im Ozean - sie kommen und gehen. "Citta" bedeutet tatsächlich Geist und Herz gleichermaßen - ist allerdings für diese Sache weniger von Belang.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Tsultrim Dorje
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 14:56
    • #6

    Erst entsteht etwas im Geist, es ist immer zuerst im Geist. Gedanken das dürfte klar sein entstehen im Geist, aber auch bei jeder Handlung durch Körper und Rede, gehen geistige Prozesse voraus. So ist das zu verstehen.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 15:15
    • #7

    Hallo,

    Tsultrim Dorje:

    Erst entsteht etwas im Geist, es ist immer zuerst im Geist. Gedanken das dürfte klar sein entstehen im Geist, aber auch bei jeder Handlung durch Körper und Rede, gehen geistige Prozesse voraus. So ist das zu verstehen.


    so verstehe ich es auch. Diese geistigen/herzlichen Vorgänge sind jedoch nicht mit Gedanken oder Gefühlen zu verwechseln.

    Gruß,
    Mirco

  • Simo
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    • 4. Mai 2013 um 15:59
    • #8
    Mirco:

    Hallo,

    Tsultrim Dorje:

    Erst entsteht etwas im Geist, es ist immer zuerst im Geist. Gedanken das dürfte klar sein entstehen im Geist, aber auch bei jeder Handlung durch Körper und Rede, gehen geistige Prozesse voraus. So ist das zu verstehen.


    so verstehe ich es auch. Diese geistigen/herzlichen Vorgänge sind jedoch nicht mit Gedanken oder Gefühlen zu verwechseln.

    Gruß,
    Mirco

    Wenn du Gedanken nur als solche nennst, die man bewusst wahrnimmt, dann ist das ws richtig so. Aber unseren Handlungen gehen ja auch zahlreiche unbewusste Gedanken und Gefühle/Emotionen voraus. Durch Achtsamkeit werden diese mehr und mehr ins Licht des Bewusstseins gerückt. "Was treibt mich eigentlich zu dieser Aussage, Handlung, zu diesem Tun?"

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Tsultrim Dorje
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 18:20
    • #9
    Simo:


    Wenn du Gedanken nur als solche nennst, die man bewusst wahrnimmt, dann ist das ws richtig so. Aber unseren Handlungen gehen ja auch zahlreiche unbewusste Gedanken und Gefühle/Emotionen voraus. Durch Achtsamkeit werden diese mehr und mehr ins Licht des Bewusstseins gerückt. "Was treibt mich eigentlich zu dieser Aussage, Handlung, zu diesem Tun?"


    Hallo,
    allen Handlungen gehen Bewusstseinsprozesse voraus ob bewusst oder unbewusst.Was dich zu dieser Aussage und zu Handlungen, zu diesem Tun treibt? Geistprozesse. Es sind also unsere bewusst wahrgenommenen Gedanken und unbewusste Geistprozesse.
    Gruß Tsultrim

  • SpringMode5708
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 20:28
    • #10

    Hallo Simo,

    Simo:

    Wenn du Gedanken nur als solche nennst, die man bewusst wahrnimmt, dann ist das richtig so. Aber unseren Handlungen gehen ja auch zahlreiche unbewusste Gedanken und Gefühle/Emotionen voraus. Durch Achtsamkeit werden diese mehr und mehr ins Licht des Bewusstseins gerückt. "Was treibt mich eigentlich zu dieser Aussage, Handlung, zu diesem Tun?"


    ja, dem Handeln geht etwas voraus, denn Handeln (geistig, sprachlich, körperlich) entsteht bedingt. Was geht dem Handeln voraus? Eine gewohnheitsmäßige Reaktion auf's Anhaften, das zum Ausdruck kommt als Gedanken, Ideen, Konzepte und Vorstellungen, die im Geiste ablaufen, geht dem Handeln voraus. Welche wiederum mit dem davor liegende Begehren als Grundlage entstehen, welches eine Reaktion auf Empfindungen ist. Und durch Verfeinerung der Wahrnehmung können nach und nach die Elemente unseres Seins entdecken. Darin liegt wohl die größte und schönste Freiheit.

    Gruß,
    Mirco

  • vimokkha
    Gast
    • 4. Mai 2013 um 22:46
    • #11

    Körper und Gemüt/Geist sind auch so und so...
    Aufsteigen heißt wohl erst zu Bewusstsein kommen ( wahrnehmen ),
    dann ins Bewusstsein eindringen.

    Der aufsteigende Gemütsimpuls ist oft ganz fein und der vorherige
    Kontakt oft kaum wahrnehmbar, wenn es sich nicht um klare Gefühle
    handelt, aber es entstehen schon Bilder mit.
    Die Nivarana scheinen sich aber erst mit dem Wunsch
    und Wille zu verdichten, mit Abneigung und Zuneigung
    und den entsprechenden Vorstellungen, Gedanken und Tatabsichten.

    Seis drum-die Geistformationsgruppe ist nicht auseinanderzuhalten,
    außer für einen Buddha...()

    Erst steigt der Geist auf, dann unheilsam und heilsame Impulse. Oh je. ()

  • SpringMode5708
    Gast
    • 5. Mai 2013 um 01:08
    • #12
    vimokkha:

    Seis drum-die Geistformationsgruppe ist nicht auseinanderzuhalten, außer für einen Buddha...()


    auch schon vorher, wie ich gehört habe.

    Gruß,
    Mirco

  • nibbuti
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    • 5. Mai 2013 um 08:05
    • #13
    vimokkha:


    Seis drum-die Geistformationsgruppe ist nicht auseinanderzuhalten,
    außer für einen Buddha...()


    Hi vimokkha

    Für die meisten von uns ist die Geistformationsgruppe tatsächlich nicht auseinanderzuhalten, aber dazu muss man kein Buddha/Arahant sein, sondern erstmal die groben Hindernisse entfernen. Der Ein-&-Ausatem gestaltet die Körperformation, Körper gestaltet die Gefühlsformation, Gefühl gestaltet die Geistformation, usw. Sind die groben Hindernisse entfernt und wurde das soweit erkannt, sieht man auch wie Gedanken, Vorstellungen und geistige Zustände entstehen können.

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

    Einmal editiert, zuletzt von nibbuti (5. Mai 2013 um 08:17)

  • accinca
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    • 5. Mai 2013 um 08:17
    • #14
    vimokkha:

    Trotzdem verstehe ich diesen Abschnitt nicht so recht:
    denn das Geistige steigt zuerst auf,


    Das ist nur eine deutsche Übersetzung. Gemeint ist:
    gute und schlechte Dinge, "gehen vom Geist aus". Also nicht von der Hand die
    "handelt" nicht vom Mund nicht vom Auge, nicht vom Ohr usw.

  • accinca
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    • 5. Mai 2013 um 08:35
    • #15
    Mirco:
    vimokkha:

    Seis drum-die Geistformationsgruppe ist nicht auseinanderzuhalten, außer für einen Buddha...()


    auch schon vorher, wie ich gehört habe.Mirco


    Im Einzelfall kann man manche Dinge auch früher auseinander halten
    wenn man denn nicht zu "pingelig" ist. Was anderes ist es klar bewußt
    den ganzen Tag über, die geistigen Aktivitäten "wie von außen" zu beobachten
    ohne sie ein einzigen Moment aus den Augen zu verlieren. Das setzt schon
    fortgeschrittenes satipatthāna voraus. So wird der Geist gesammelt.

  • accinca
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    • 5. Mai 2013 um 08:54
    • #16
    nibbuti:
    vimokkha:


    Seis drum-die Geistformationsgruppe ist nicht auseinanderzuhalten,
    außer für einen Buddha...()


    Hi vimokkha
    Für die meisten von uns ist die Geistformationsgruppe tatsächlich nicht auseinanderzuhalten, aber dazu muss man kein Buddha/Arahant sein, sondern erstmal die groben Hindernisse entfernen. Der Ein-&-Ausatem gestaltet die Körperformation, Körper gestaltet die Gefühlsformation, Gefühl gestaltet die Geistformation, usw. Sind die groben Hindernisse entfernt und wurde das soweit erkannt, sieht man auch wie Gedanken, Vorstellungen und geistige Zustände entstehen können.
    Grüße


    Richtig, und um das noch zu verdeutlichen:
    Aber nicht mal Zack erkannt und fertig, sondern Erkennen ist hier nicht nur
    eine kurze Einsicht und schon sucht sich der Geist wieder was anderes um
    sich zu beschäftigen, sondern ein ständiges Erkennen heißt diese Dinge sind
    durch Achtsamkeit dem Geist ständig gegenwärtig. Das ist seine Übung. Er
    läßt den Geist nicht mehr unbeobachtet "rumflippen" wie er will, sondern die
    geistigen Aktivitäten werden dauerhaft beobachtet und so ist dieses Erkennen gegenwärtig.
    Wie wichtig diese Übung ist, ist dem Geist allerdings nicht immer klar.

    Der Buddha sagte dazu: in A.1.4. Geisteszügelung:
    "Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, ungezähmt, unbehütet, unbewacht und ungezügelt, zu so großem Unsegen führt wie der Geist. Zu großem Unsegen, ihr Mönche, führt der ungezähmte, unbehütete, unbewachte und ungezügelte Geist.

    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, bezähmt, behütet, bewacht und gezügelt, zu so großem Segen führt wie der Geist. Zu großem Segen, ihr Mönche, führt der bezähmte, behütete, bewachte und gezügelte Geist. "A.1.4

  • vimokkha
    Gast
    • 5. Mai 2013 um 09:09
    • #17

    @Mirco:

    Möglich, aber die Analyse
    ist auch ein Fallstrick. Der
    Abbidhamma als Grundlage auch.
    Stolz, Unruhe und Ablenkung.

    "diese Achtsamkeit ist ihm nun gegenwärtig, soweit sie eben zum Wissen taugt, zur Besinnung taugt; und uneingepflanzt verharrt er, und nirgends in der Welt ist er angehangen."

    Da wechsle ich zur Konzentration,
    wenn die Beobachtung zerstreut,
    so wie Deshimaru sagt. Aber das
    kam eh von alleine.

    Mit freundlichen Grüßen !

  • vimokkha
    Gast
    • 5. Mai 2013 um 09:14
    • #18

    Ah ! Klasse Beiträge
    guter Accinca ! Ganz richtig !

    Danke !!!

  • vimokkha
    Gast
    • 5. Mai 2013 um 09:27
    • #19

    Es ist eh so irgendwann,
    man findet keine Ruhe,
    da ist der Wahrheitswunsch
    und er will an die Wurzel
    und Sati "meldet" sich unentwegt.
    Da sagt man sich nicht, oh
    heute betrachte ich mal dies,
    morgen das- oder: ich will das zerlegen.
    "Ich will" wird einem suspekt.

    (Irgendwo sagt Buddha: Von diesem Wille ist abzulassen
    und da ist so eine Aufzählung.
    Aber finde ich jetzt nicht. )

    ()

  • SpringMode5708
    Gast
    • 5. Mai 2013 um 11:33
    • #20
    accinca:

    Im Einzelfall kann man manche Dinge auch früher auseinander halten
    wenn man denn nicht zu "pingelig" ist. Was anderes ist es klar bewusst
    den ganzen Tag über, die geistigen Aktivitäten "wie von außen" zu beobachten
    ohne sie ein einzigen Moment aus den Augen zu verlieren. Das setzt schon
    fortgeschrittenes satipatthāna voraus. So wird der Geist gesammelt.


    So und das genaue Beobachten der einzelnen Bewusstseinsmomente und sehr, sehr detaillierte Einsicht in's Bedingte Entstehen im Kleinen wie im Weiten soll auch vor Buddhaschaft geschehen. Ich denke, in gewissem Masse kann das jeder bestätigen, der etwas regelmäßig übt.

    Mit Metta,
    Mirco

  • vimokkha
    Gast
    • 7. Mai 2013 um 08:49
    • #21

    Das obige Zitat stimmt doch so wie es formuliert ist.
    Zu Bewusstsein kommend wird als "aufsteigend" wahrgenommen.
    Es geschieht die Berührung. Bewusseinseindruck. Es folgen die vedanā .
    Dann das Ergreifen.

    "Der Atem ist die Drehtür des Ego " ( Chan )

    Ja. Nibbuti. ( )


    Zitat

    Ursächlich entstanden, verehrte Herrn, ist das Leiden, so hat der Erhabene behauptet. Aus welcher Ursache? Aus Ursache der Berührung.


    Sáriputta

  • Kaffee48
    Gast
    • 18. Mai 2013 um 09:16
    • #22

    Vom Geist geführt die Dinge sind,
    vomGeist beherrscht vom geist gezeugt,
    wer da verderbten Geistes spricht,
    verderbten Geistes Werke wirkt,
    dann folgt einem das Leiden nach,
    gleichwie das Rad des Zugtiers Fuß.

    Vom Geist geführt die Dinge sind,v
    om Geist beherscht vom Geist gezeugt,
    wer da lautern Geistes spricht,
    und lautern Geistes Werke wirkt,
    dann folget einem die Freude nach,
    gleichwie der Schatten, der nie weicht.

    (Dammapada vers 1 und 2)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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