Die Rolle von Schmerzen beim Meditieren ist mir unklar. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Ansichten und Erfahrungen dazu mit mir teilen würdet.
Seit einigen Wochen meditiere ich regelmäßig im Sitzen. Zunächst habe ich auf einem Stuhl gesessen, inzwischen sitze ich auf dem Boden. Das Sitzen auf dem Boden ist für mich teilweise eine Herausforderung, da ich es nicht gewohnt bin. Manchmal verspannt sich meine Rückenmuskulatur. Manchmal verspannen sich meine Oberschenkel. Und meine Füße schlafen häufig ein. Die Verspannungen sind mitunter schmerzhaft. Aufgrund dieser Erfahrungen, frage ich mich, was ein angemessener und sinnvoller Umgang mit Schmerzen während der Meditation ist.
In der wenigen Literatur, die ich bisher gelesen habe, wird stets darauf hingewiesen, dass es zu Beginn völlig normal sei, dass die ungewohnte Sitzposition unangenehme Gefühle heraufrufen kann – bis zu Schmerz. So wie ich es verstehe, legen die Autoren mir nahe, diesen Schmerz zu akzeptieren, ihn achtsam zu betrachten und zu erfahren, dass ich nicht der Schmerz bin. Es wird auch darauf hingewiesen, dass es selbst für erfahrene Meditierende bei längeren Meditationssitzungen (wenn man also irgendwann mehrere Stunde oder länger meditieren kann) normal sei, körperlichen Schmerzen zu begegnen.
Ich verstehe das so, dass Schmerz erstens zu Beginn ausgehalten werden sollte, damit man allmählich eine gute Körperhaltung beim Meditieren einnehmen kann. Zweitens kann man Schmerz auch zum Gegenstand der Meditation, wobei dies eine besondere Herausforderung darstellt. Wie geht ihr mit Schmerz in der Meditation um? Was sind eure persönlichen Erfahrungen damit? Und inwiefern glaubt ihr, dass Schmerz in der Meditation seine Berechtigung hat? Welche Grenzen seht ihr? (Mir scheint es ein Gebot der Vernunft zu sein, den eigenen Körper nicht zu schädigen – aber vielleicht gibt es ja sogar hierzu andere Meinungen.)
Ich freue mich auf eure Antworten.