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Wie sollte man mit Schmerzen beim Meditieren umgehen?

  • Gaukelmeister
  • 7. Februar 2013 um 09:16
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  • Gaukelmeister
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    • 7. Februar 2013 um 09:16
    • #1

    Die Rolle von Schmerzen beim Meditieren ist mir unklar. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Ansichten und Erfahrungen dazu mit mir teilen würdet.

    Seit einigen Wochen meditiere ich regelmäßig im Sitzen. Zunächst habe ich auf einem Stuhl gesessen, inzwischen sitze ich auf dem Boden. Das Sitzen auf dem Boden ist für mich teilweise eine Herausforderung, da ich es nicht gewohnt bin. Manchmal verspannt sich meine Rückenmuskulatur. Manchmal verspannen sich meine Oberschenkel. Und meine Füße schlafen häufig ein. Die Verspannungen sind mitunter schmerzhaft. Aufgrund dieser Erfahrungen, frage ich mich, was ein angemessener und sinnvoller Umgang mit Schmerzen während der Meditation ist.

    In der wenigen Literatur, die ich bisher gelesen habe, wird stets darauf hingewiesen, dass es zu Beginn völlig normal sei, dass die ungewohnte Sitzposition unangenehme Gefühle heraufrufen kann – bis zu Schmerz. So wie ich es verstehe, legen die Autoren mir nahe, diesen Schmerz zu akzeptieren, ihn achtsam zu betrachten und zu erfahren, dass ich nicht der Schmerz bin. Es wird auch darauf hingewiesen, dass es selbst für erfahrene Meditierende bei längeren Meditationssitzungen (wenn man also irgendwann mehrere Stunde oder länger meditieren kann) normal sei, körperlichen Schmerzen zu begegnen.

    Ich verstehe das so, dass Schmerz erstens zu Beginn ausgehalten werden sollte, damit man allmählich eine gute Körperhaltung beim Meditieren einnehmen kann. Zweitens kann man Schmerz auch zum Gegenstand der Meditation, wobei dies eine besondere Herausforderung darstellt. Wie geht ihr mit Schmerz in der Meditation um? Was sind eure persönlichen Erfahrungen damit? Und inwiefern glaubt ihr, dass Schmerz in der Meditation seine Berechtigung hat? Welche Grenzen seht ihr? (Mir scheint es ein Gebot der Vernunft zu sein, den eigenen Körper nicht zu schädigen – aber vielleicht gibt es ja sogar hierzu andere Meinungen.)

    Ich freue mich auf eure Antworten.

  • nibbuti
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    • 7. Februar 2013 um 09:49
    • #2

    Hi GM

    Schmerz wird von vielen Meditierenden gemieden oder als Teil der Übung angesehen

    ich persönlich denke nicht, dass es etwas bringt seinen Körper in der Meditation zu quälen oder den Schmerz 'durchzusitzen'

    aber man sollte auch keine Geschichte darum spinnen oder voreilig reagieren, sondern sich die Zeit nehmen zu sehen wie es wirklich ist

    zB ob eine unangenehme Empfindung tatsächlich körperlich bedingt ist & durch Anpassen der Haltung oder Dehnen gemildert werden kann

    oder ob eine unangenehme Empfindung eingebildet ist & somit nur loslassen Abhilfe verschaffen kann (dauert eine Weile bis der Geist sich setzt, aber dann ist es als wäre nichts gewesen)

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Onda
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    • 7. Februar 2013 um 10:53
    • #3
    Gaukelmeister:

    So wie ich es verstehe, legen die Autoren mir nahe, diesen Schmerz zu akzeptieren, ihn achtsam zu betrachten und zu erfahren, dass ich nicht der Schmerz bin.

    Hattest du Probleme beim Sitzen auf einem Stuhl? Warum hast du dich fürs Sitzen auf dem Boden entschieden?

    Schmerz ist ein Signal. Er kann darauf hindeuten, dass du für dich noch nicht die richtige Sitzposition gefunden hast. Ich würde die Schmerzen erst einmal ernst nehmen und mit verschiedenen Positionen experimentieren. (Kissenhöhe, Bänkchen, Beinhaltung, Fersensitz, burmesisch, halber Lotus, Viertel Lotus etc.)

    LG
    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Gaukelmeister
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    • 7. Februar 2013 um 11:39
    • #4
    Onda:


    Schmerz ist ein Signal. Er kann darauf hindeuten, dass du für dich noch nicht die richtige Sitzposition gefunden hast. Ich würde die Schmerzen erst einmal ernst nehmen und mit verschiedenen Positionen experimentieren. (Kissenhöhe, Bänkchen, Beinhaltung, Fersensitz, burmesisch, halber Lotus, Viertel Lotus etc.)

    Mich interessiert, was das für dich bedeutet: nimmst du eine Körperhaltung ein, bei der du nie Schmerz spürst? Änderst du deine Körperhaltung, sobald du Schmerz spürst?

    nibbuti:


    ich persönlich denke nicht, dass es etwas bringt seinen Körper in der Meditation zu quälen oder den Schmerz 'durchzusitzen'

    Selbstqual klingt für mich auch unattraktiv. Aber nicht jeder Schmerz ist gleich eine unsagbare Qual, die es zu vermeiden gilt. Beim Sport gehe ich an meine körperlichen Grenzen, um mein Leistungsvermögen zu steigern. Natürlich gibt es da eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte. Aber ich muss mich nicht nur in der Kuschelzone bewegen. Ist die die Analogie zur Meditation gegeben? Oder funktioniert Meditation ganz anders?

    Um noch einmal genauer anzugeben, welche Bemerkungen meinem Nachfragen zugrunde liegen, hier ein paar Zitate:

    "Jeder ernsthaft meditierende muß lernen mit Schmerzen umzugehen und sie hinter sich zu lassen oder zu transzendieren [...] Man könnte diesem unerquicklichem Zustand schnell ein Ende bereiten, indem man einfach aufsteht, aber der Meditierende lernt, sitzen zu bleiben, die Sensation achtsam zu erleben und als eine Erfahrung von vielen zu akzeptieren." (Jon Kabat-Zinn: Heilung durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung, 246 ff.)

    "[Schmerz] ist eine der allgemeinsten Erfahrungen im Leben und taucht bestimmt in der ein oder anderen Form in Ihrer Meditation auf [...] Einige Beschwerden sind nahezu unvermeidlich [...] Machen Sie den Schmerz zu Ihrem Meditationsobjekt." (Bhante Henepola Gunaratana: Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vissapana-Meditation, 109 f.)

  • nibbuti
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    • 7. Februar 2013 um 12:10
    • #5
    Gaukelmeister:

    Selbstqual klingt für mich auch unattraktiv. Aber nicht jeder Schmerz ist gleich eine unsagbare Qual, die es zu vermeiden gilt. Beim Sport gehe ich an meine körperlichen Grenzen, um mein Leistungsvermögen zu steigern. Natürlich gibt es da eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte. Aber ich muss mich nicht nur in der Kuschelzone bewegen. Ist die die Analogie zur Meditation gegeben? Oder funktioniert Meditation ganz anders?


    kommt drauf an mit welcher Absicht du an deine körperlichen Grenzen gehst

    ist es gesundheitlicher Ausgleich? ist es Verlangen?

    Zitat

    "Jeder ernsthaft meditierende muß lernen mit Schmerzen umzugehen und sie hinter sich zu lassen oder zu transzendieren [...] Man könnte diesem unerquicklichem Zustand schnell ein Ende bereiten, indem man einfach aufsteht, aber der Meditierende lernt, sitzen zu bleiben, die Sensation achtsam zu erleben und als eine Erfahrung von vielen zu akzeptieren." (Jon Kabat-Zinn: Heilung durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung, 246 ff.)

    "[Schmerz] ist eine der allgemeinsten Erfahrungen im Leben und taucht bestimmt in der ein oder anderen Form in Ihrer Meditation auf [...] Einige Beschwerden sind nahezu unvermeidlich [...] Machen Sie den Schmerz zu Ihrem Meditationsobjekt." (Bhante Henepola Gunaratana: Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vissapana-Meditation, 109 f.)


    das ist typisch jhana junkies: "Schmerzen hinter sich lassen", "zu Meditationsobjekt machen"

    Schmerz ist bloß eine weitere Empfindung, das gilt es zu durchschauen (insofern hat JKZ recht) & in gewissen Zuständen gibt es gar kein Schmerzempfinden (aber da könnte man auch Sedativa nehmen)

    der Punkt ist Verlangen überwinden, nicht "auf Schmerz meditieren"

    was Vimalaramsi hier (ab 1:15) sagt macht imho Sinn

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
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    Einmal editiert, zuletzt von nibbuti (7. Februar 2013 um 12:43)

  • brigittefoe
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    • 7. Februar 2013 um 12:36
    • #6


    Meditierst Du über einen langen Zeitrum und konsequent,
    gibt es irgendwann keine Schmerzen mehr.

    Am Anfang hatte ich unglaubliche Kreuzbeinbeschwerden,
    weil Mensch ja eine krumme, bucklige Haltung per se
    sich angewöhnt hat.
    Das kostet Durchhaltevermögen und Überwindung,
    bis sich der Rücken korrigiert.

    Nach einem Jahr bin ich auf einen Stuhl umgewechselt,
    weil das Einschlafen und die Taubheit meiner Beine
    mir nicht sinnvoll erschien.

    Nun bin ich besser geerdet, das Chi kann ungehindert
    durch meinen Körper fliessen, ohne eingeengt zu werden.
    KEINE Beschwerden mehr !

    LG

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Onda
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    • 7. Februar 2013 um 12:48
    • #7
    Gaukelmeister:
    Onda:


    Schmerz ist ein Signal. Er kann darauf hindeuten, dass du für dich noch nicht die richtige Sitzposition gefunden hast. Ich würde die Schmerzen erst einmal ernst nehmen und mit verschiedenen Positionen experimentieren. (Kissenhöhe, Bänkchen, Beinhaltung, Fersensitz, burmesisch, halber Lotus, Viertel Lotus etc.)

    Mich interessiert, was das für dich bedeutet: nimmst du eine Körperhaltung ein, bei der du nie Schmerz spürst? Änderst du deine Körperhaltung, sobald du Schmerz spürst?

    Ich habe jahrelang experimentiert, bis ich die für mich richtige Haltung gefunden hatte. In dieser Zeit hatte ich viel Gelegenheit, mir schmerzhafte Empfindungen anzusehen. Während der Meditation permanent seine Körperhaltung zu verändern, ist der Konzentration abträglich. Andererseits deuten einschlafende Beine und starke Schmerzen im Rücken auf ein Optimierungspotential der Sitzhaltung hin. Ich habe mittlerweile Körperhaltungen gefunden, die mir 30-40 minütiges Sitzen ohne Schmerzen ermöglichen. (Auf einem Stuhl, knieened auf einem Kissen = Fersensitz).

    LG
    Onda

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  • Ji'un Ken
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    • 7. Februar 2013 um 12:57
    • #8

    Mir schlafen auch nach über 20 Jahren Sitzen immer noch die Unterschenkel ein, wenn ich länger Sitze. Bei mehrtägigen Übungsperioden habe ich Schmerzen in den Knien, Hüften und dem Rücken. Sie sind im Läufe der Jahre weniger geworden, aber nie ganz weg.
    Was sich geändert hat, ist mein Umgang mit ihnen. Früher habe ich ständig bei Schmerzen die Position gewechselt, habe viel herumgezappelt. Heute ist es eher so, das ich den Schmerz wahrnehme, mich aber nicht mehr mit ihm identifiziere. Das geht so in die Richtunig "da ist Schmerz" und nicht mehr "ich habe Schmerzen".
    Aber auch heute habe ich keine Hemmungen, die Position zu wechseln, wenn es mir zu viel wird, wenn ich diese Sicht nicht halten kann.
    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, das Schmerzen auftreten, wenn körperlich was nicht stimmt, Sitzposition und so was in der Richtung und wenn sich meine Psyche gegen das Sitzen wehrt. Das heißt für mich, ich habe gemerkt, das ich das Sitzen, die Ruhe und Stille und auch das sich Auflösen der "Ich bin Vorstellungen" oft wie einen Angriff gegen mich aufgefasst habe. Der Schmerz hat dann das Ich-Gefühl wieder zurück gebracht.
    Das hat sich immer mehr geändert. In diesem Sinne wahr und ist der Schmerzfür mich auch ein Lehrer.
    Schmerzen gehören für mich zum Leben dazu. Wichtig ist, was wir von ihnen lernen und wie wir mit ihnen umgehen.
    Da gibt es keine Regeln. Jeder muss da seinen Weg finden. Um diesen Weg finden zu können, ist es wichtig, möglichst viele Möglichkeiten der Schmerzinterpretation und des Umgangs mit Schmerz zu kennen. Mir hilft das beim Einordnen.

  • Syia
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    • 7. Februar 2013 um 13:01
    • #9

    Nach etwa 45 Minuten schläft grundsätzlich mein linkes Bein ein, aber während der Medi merke ich nicht, dass es eingeschlafen ist. Ich weiß nur inzwischen, dass ich nicht gleich vom Kissen aufstehen kann, weil das Bein nicht belastbar ist.

    Ich habe am Sonntag meinen Lama gefragt, wieviele Jahre Praxis man denn haben müsse, bis einem die Beine nicht mehr einschlafen. Er hat mir erzählt, dass auch ihm so ab und zu noch die Beine einschlafen. Scheint also kein Grund zu sein, sich groß Gedanken drüber zu machen.

  • Maybe Buddha
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    • 7. Februar 2013 um 13:08
    • #10

    Also ich habe mittlerweile fast nie schmerzen beim meditieren. Am Anfang hatte ich öfter mal leichte schmerzen (im Rücken und in den Beinen).
    Ich habe früher auch viel hin und her probiert und fast die halbe Medi mit Positionierung verbracht. Mittlerweile kenn ich meinen Körper da ganz gut, brauch mich bloß setzen und nach ein paar Sekunden hab ich meine normale Position.

    Ich denke wichtig ist einen mittleren Weg zu finden. Damit meine ich, nicht beim kleinsten zwicken aufzuhören oder die Position zu verändern, aber auch keine zu starken schmerzen hinzunehmen. Schmerz in der Medi ist auch intressant, wenn die Gedanken gleich sagen "ich steh jetzt auf", aber man sich sagt "Nein, ich sitz noch ein wenig". Ich fand es dann immer sehr intressant den Schmerz als Schmerz und nicht als etwas persönliches zu betrachten. Oft ging er dann auch von alleine weg.

    Auch einschlafen der Beine ist relativ normal. Passiert mir zu Hause nur noch selten, aber im Kloster, mit einem anderen Kissen, ist es öfter mal passiert. Habs aber meist erst gemerkt wenn ich mich bewegen wollte.

    Aber da muss jeder durch, seine Erfahrungen machen und seine Schlüsse ziehen.

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Sigitta
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    • 7. Februar 2013 um 13:27
    • #11

    Ich denk mal gerade Rückenschmerzen sind eine Trainingssache. Wer hat denn heute noch eine richtige Rückenmuskulatur ? Man sitzt entweder am Schreibtisch nach vorne gebeugt oder man lehnt sich an und überlasst das eigene Körpergewicht der Rückenlehne. Ich übe auch erst wieder gerade sitzen was die Generation meiner Großeltern immer gepredigt hat. Einfach auf dem Stuhl ein bisschen nach vorne rutschen und gerade sitzen, so dass man die Lehne nicht benutzt. Das ist fast wie Atemmeditation. Bei der meditation schweift man ab und korrigiert sobald man es merkt und beim sitzen lümmelt man sich hin ohne es zu merken, gerade wenn man nebenbei schreibt oder liest ^^
    Da merkt man auch wie schlapp man eigentlich ist, dass einen sowas eigentlich simples anstrengt ^^

    Wenn sich die ganze Welt ändert müssen wir auch die Veränderung der Menschen anerkennen. Behandle einen Menschen seinem Wesen und nicht deiner Erinnerung entsprechend. Jetzt

  • nyalaana
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    • 7. Februar 2013 um 13:38
    • #12

    Ich sitze im halben burmesischen Sitz. Nach ca 10 Minuten fängt das vordere bein an Weh zu tun, also einzuschlafen und taub zu werden. Ich kenne das aber schon und denke sowas wie:" Aha mein Bein tut weh.", dann achte ich weniger darauf und konzentriere mich wieder auf mein Meditationsobjekt. Nach ca 15 Minuten wechsle ich dann die Beine und lege das Hintere nach forne. Der Schmerz geht dann sehr schnell weg. Das bedeutet wenn ich 45 Minuten sitze dann wechsle ich 2 mal die Beine ansonsten sitze ich recht still. Ich hab dann mal meine Mitsitzer gefragt ob meine Bewegungen etc störend seien. Sie sagten dann immer ich würde doch sehr ruhig sitzen und hätten es garnicht mitbekommen das ich mich bewegt hätte. Manchmal habe ich auch Sitzungen wo es nicht Weh tut.

  • Gaukelmeister
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    • 8. Februar 2013 um 09:51
    • #13

    Vielen Dank euch allen für die Erfahrungsberichte! Ihr helft mir damit sehr, mehr Klarheit in meine eigene Meditationspraxis zu bekommen.


    nibbuti:


    das ist typisch jhana junkies: "Schmerzen hinter sich lassen", "zu Meditationsobjekt machen"
    [...]
    der Punkt ist Verlangen überwinden, nicht "auf Schmerz meditieren"

    Ich kann dir hier nicht ganz folgen - deine Äußerung ist etwas zu verdichtet für mich. Jhana Junkies? Und wie genau kommt hier das Verlangen ins Spiel? Ich würde mich freuen, wenn du mir das noch einmal erklären könntest.

  • thigle
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    • 8. Februar 2013 um 11:43
    • #14

    Mach klar- da ist kein Gegenüber zu: Schmerz. Da ist nur das was erscheint, und das was erscheint ist 'Schmerz' -> also so wie es eben gerade ist -> also ganz natürlich. Ergo: Ent-spannung. Ergo ein vorläufiges Ende des K(r)ampfs ("ich will daß es so und so ist und nicht anders"; Er-greifen - das ist ja das Problem, nicht so sehr der 'Schmerz'). Lass sich diese eben erwähnten Entscheidungen auf Basis dieser Einsichten - 'wie es ist' - fällen. Die Künstlichkeit betreffend "auf den Schmerz meditieren" bedeutet genau das Gegenteil dessen. Das alles ist auch recht ähnlich bezüglich nibuttis Link zu B. Vimalaramsi. Diese natürlich-folgende Ent-spannung als Folge dessen wie es ist, kann man ganz einfach in jede Praxis und somit auch in das Leben selbst einbringen.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (8. Februar 2013 um 11:54)

  • Onda
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    • 8. Februar 2013 um 11:49
    • #15
    thigle:

    Mach klar- da ist kein Gegenüber zu: Schmerz.

    Schmerz ist da. Es gilt, die Ursachen des Schmerzes zu finden und zu beseitigen. So wie dukkha da ist und durch Beseitigung der Ursachen eliminiert werden kann.
    Schmerz ist ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Schmerz beim Sitzen deutet in erster Linie auf eine fehlerhafte Sitzhaltung hin - oder ev. auf die Notwendigkeit eines Besuches bei einer medizinisch geschulten Fachkraft.

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
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  • thigle
    Gast
    • 8. Februar 2013 um 12:23
    • #16
    Onda:
    thigle:

    Mach klar- da ist kein Gegenüber zu: Schmerz.

    Schmerz ist da. Es gilt, die Ursachen des Schmerzes zu finden und zu beseitigen. So wie dukkha da ist und durch Beseitigung der Ursachen eliminiert werden kann.
    Schmerz ist ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Schmerz beim Sitzen deutet in erster Linie auf eine fehlerhafte Sitzhaltung hin - oder ev. auf die Notwendigkeit eines Besuches bei einer medizinisch geschulten Fachkraft.

    Relativ unabhängig davon, daß auch jeglicher "Schmerz" zu den Skandhas gehört, ging es in meinem Beitrag um nicht mehr als das Umgehen mit u.a. dem Gefühl 'Schmerz' während der Praxis bzw. während des Lebens überhaupt im Kontext der Lehre und ferner in Bezug zum Video mit Vimalaramsi. Desweiteren wird Gaukelmeister als mündiger Bürger sicherlich wissen, ob/wann er sich zum Arzt begeben soll oder nicht bzw. ob er sich nicht einfach mal auf einen Stuhl oder sonst was setzt. Es wäre seinem k(r)ämpfenden "Sportsgeist" nicht wirklich abträglich. Daß die geschilderten Punkte "funktionieren" können, zeigt aus eigener Erfahrung das Ausbleiben eines eigentlich therapierefraktären RLS-Syndroms jede Nacht, welches vor ein paar Jahren nur mit starken Medikamenten therapiert werden konnte. Da der Buddhismus keine Theorie ist, nimmt es auch nicht Wunder. Das RLS setzte sich fort, weil da 'Ergreifen'/An-spannung/K(r)ampf/ war. Das 'hinein-meditieren' darin, hat es langfristig naturgemäß nur verschlimmert. Es war ein guter Lehrer und zwang mehr als ein Jahr lang Nacht für Nacht zu Meditation anstatt längeren Schlaf. Die konkrete Ursache für dukkha - wozu Geburt, Krankheit, Alter, Tod gehören - wird kein Arzt heilen können- das unterschreibe ich.

  • Onyx9
    Gast
    • 9. Februar 2013 um 02:41
    • #17

    Wenn man Schmerz ablehnt, wird er schlimmer, fokusiert man ihn erscheint er einem auch schlimmer.
    In beiden Fällen wird unser Bewusstsein vom Schmerz gefangen. Das ist so, weil wir ihn als etwas
    fremdes und unerwünschtes ansehen. Der Körper ist aber nichts fremdes und sollte nichts unerwünschtes sein,
    ebenso nicht seine Reaktionen und Signale. Und Schmerz ist ja ein Warnsignal. Der Körper ist wertvoll-
    Geist und Körper bilden eine Einheit. Ohne Körper ist Meditation nicht möglich. Das ist eine Einheit.
    Geist und Körper beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb ist es möglich, daß der Schmerz sich verringert oder
    sogar ganz abebbt, wenn wir dem Schmerz freundlich und wohlwollend begegnen. Dann arbeiten wir nicht
    gegen den Körper und betrachten ihn nicht als reines Werkzeug. Die buddhistische Haltung des freundlichen
    Wohlwollens bezieht sich nicht "nur" auf "andere" , sie muss sich auch auf uns selbst beziehen. Das ist eine
    geistige Haltung, die auch auf die Meditation zu beziehen ist, da sie die Dualität überwindet und heilt.

  • Kaffee48
    Gast
    • 13. Februar 2013 um 10:19
    • #18
    Gaukelmeister:

    Die Rolle von Schmerzen beim Meditieren ist mir unklar. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Ansichten und Erfahrungen dazu mit mir teilen würdet.

    Seit einigen Wochen meditiere ich regelmäßig im Sitzen. Zunächst habe ich auf einem Stuhl gesessen, inzwischen sitze ich auf dem Boden. Das Sitzen auf dem Boden ist für mich teilweise eine Herausforderung, da ich es nicht gewohnt bin. Manchmal verspannt sich meine Rückenmuskulatur. Manchmal verspannen sich meine Oberschenkel. Und meine Füße schlafen häufig ein. Die Verspannungen sind mitunter schmerzhaft. Aufgrund dieser Erfahrungen, frage ich mich, was ein angemessener und sinnvoller Umgang mit Schmerzen während der Meditation ist.

    In der wenigen Literatur, die ich bisher gelesen habe, wird stets darauf hingewiesen, dass es zu Beginn völlig normal sei, dass die ungewohnte Sitzposition unangenehme Gefühle heraufrufen kann – bis zu Schmerz. So wie ich es verstehe, legen die Autoren mir nahe, diesen Schmerz zu akzeptieren, ihn achtsam zu betrachten und zu erfahren, dass ich nicht der Schmerz bin. Es wird auch darauf hingewiesen, dass es selbst für erfahrene Meditierende bei längeren Meditationssitzungen (wenn man also irgendwann mehrere Stunde oder länger meditieren kann) normal sei, körperlichen Schmerzen zu begegnen.

    Ich verstehe das so, dass Schmerz erstens zu Beginn ausgehalten werden sollte, damit man allmählich eine gute Körperhaltung beim Meditieren einnehmen kann. Zweitens kann man Schmerz auch zum Gegenstand der Meditation, wobei dies eine besondere Herausforderung darstellt. Wie geht ihr mit Schmerz in der Meditation um? Was sind eure persönlichen Erfahrungen damit? Und inwiefern glaubt ihr, dass Schmerz in der Meditation seine Berechtigung hat? Welche Grenzen seht ihr? (Mir scheint es ein Gebot der Vernunft zu sein, den eigenen Körper nicht zu schädigen – aber vielleicht gibt es ja sogar hierzu andere Meinungen.)

    Ich freue mich auf eure Antworten.


    Schmerzen sind nicht gut.Hier zeigt der Körper an ,das er überfordert ist.Ich meditiere nur solange wie der Körper damit klarkommt,ohne Schmerzen.Andernfalls kann man sich nicht so auf das Meditationsobjekt konzentrieren.

    Grüße Kaffee48

  • Cynderio
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    27. März 2013
    • 27. März 2013 um 17:03
    • #19

    Hallo zusammen,
    das ist mein erster Beitrag. Ich praktiziere seit einem halben Jahr Soto-Zen, konnte aber leider erst 1 x in einem Dojo an einem Zazen teilnehmen. Ich hoffe, ich habe bald mehr Zeit dazu. Ansonsten sitze ich zuhause, wenn es geht täglich - meist morgens. Ich sitze 2 x 20 bis 2 x 30 Minuten, dazwischen gehe ich 5 Minuten. So hab ich es auch im Dojo gelernt. Dazu die Übung der Achtsamkeit in täglichen Leben und viel lesen und lernen.
    Ich habe seit vielen Jahren mit Rückenschmerzen zu tun, was mir eben auch oft die Fahrt zum Dojo verhagelt. Meine Rückenschmerzen haben nichts mit Zen zu tun sondern mit einer degenerierten Wirbelsäule und Bandscheibenproblemen. Das Thema Schmerzen beim Meditieren sehe ich differenziert. Wenn jemand kerngesund ist und die Schmerzen während der Meditation "durchsitzt" ist das nur ein mentales Problem. Danach sollten diese Schmerzen auch rasch wieder verschwinden.
    Ich kann und werde bei Rückenschmerzen während des Sitzens keine Kompromisse machen, da die Ursache eine andere ist.
    Ich saß anfangs auf einem Stuhl. Heute nutze ich ein Meditationsbänkchen auf einer Decke. Der Lotossitz und ein Zafu kommen für mich nicht in Frage, mit Mitte 40 wollen meine Knie einfach nicht auf die Schenkel ^^. Das Sitzen mit dem Bänkchen hat mir der Zen-Meister gezeigt, er macht es selbst auch so. Ich komme damit sehr gut zurecht. Schmerzen in den Knien oder am Spann des Fußes sitze ich auch aus. Ich nehme das als Zazen-Übung und es gehört eben dazu. Nach einer Weile tauchen diese Schmerzen gar nicht mehr auf. Auch Jucken an verschiedenen Stellen, was mich zu Beginn störte, verschwand nahezu völlig. Durch das tägliche Zazen sind diese "Symptome" quasi verschwunden. Nun genieße ich das Sitzen im Jetzt. Nur manchmal dauert das "Jetzt" noch so viele Minuten, das quält mich schon mal. Nur Disziplin hilft mir da. Aber ich bin ja auch noch ein Anfänger.
    Ich will eigentlich nur sagen, dass man meiner Meinung nach bestimmte Schmerzen, die eigentlich unbedenklich sind, als Übung aussitzen sollte, aber bei bekannten Schmerzen mit weitreichenden Folgen dies tunlichst lassen sollte. Bei Rückenschmerzen ist für mich das Zazen sofort beendet, sonst liege ich 2 Tage flach.
    Allerdings gehe ich fast jeden Tag 1 Stunde spazieren. Da kann ich auch prima in mich gehen und es übt den Rückenmuskel.

    Also nochmals Hallo an alle. Jetzt muss ich noch viel im Forum hier lesen. Auf geht's....

    Grüße, Cynderio

  • dermatze
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    • 30. März 2013 um 20:12
    • #20

    Eine Yoga Lehrerin, die auch seit 20 Jahren regelmäßig Zen Meditation betreibt, sagte mir zum Thema: Es sei schon vorgekommen, dass Meditierende den Schmerz ausgehalten haben und dann leider einen bleibenden Schaden davon trugen. Die Grenze zwischen akzeptieren und vermeiden muss man erst finden. Wenn der Schmerz stechend werde sei dies ein Zeichen, dass man die Haltung auf jeden Fall ändern sollte.

  • Thelema
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    • 1. April 2013 um 09:00
    • #21

    Ich habe da eine andere Vorgehendweise:
    Wenn ich beim Sitzen Schmerzen empfinde, suche ich mir genau den oder die Schmerzpunkte.
    Dann hole ich mir aus der Küche den hölzernen Kartoffel-Stampfer und massiere massiv mit dem Stiel diese Punkte.
    Man muß sehr fest in den Schmerz reindrücken, aber nur soviel, wie man aushält. Keine Angst, man macht nichts kaputt. Nach ein paar Minuten ist
    der Spuk vorbei und ich kann schmerzfrei sitzen. Allerdings hat man hinterher blaue Flecken, die aber nach ein paar Tage verschwinden :D
    Diese Behandlung ist ein Teil der Methoden nach Dr. Furter, Schweiz. Ebenso kann man nachlesen bei der
    Kollegin Dr. Petra Pohl, Percha. Ist ähnlich wie Triggerpunkt Massage.
    Hört sich ein bischen seltsam an, aber es funktioniert.
    Thelema

  • Armin
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    • 29. April 2013 um 23:42
    • #22
    Cynderio:

    Ich will eigentlich nur sagen, dass man meiner Meinung nach bestimmte Schmerzen, die eigentlich unbedenklich sind, als Übung aussitzen sollte, aber bei bekannten Schmerzen mit weitreichenden Folgen dies tunlichst lassen sollte. Bei Rückenschmerzen ist für mich das Zazen sofort beendet, sonst liege ich 2 Tage flach.

    Das macht Sinn für mich. Wir brauchen unseren Körper. Es gibt wohl genug Übungsobjekte im Geist, da muss man sich nicht den Körper kaputt machen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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