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  1. Buddhaland Forum
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Karma - gibt es keinen 'Trostgedanken'?

  • weltenbummler
  • 22. Dezember 2012 um 17:51
  • Zum letzten Beitrag
  • weltenbummler
    Themenautor
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    22. Dezember 2012
    • 22. Dezember 2012 um 17:51
    • #1

    hallo,

    ich beschäftige mich erst seit Kurzem mit Buddhismus und beim Begriff 'Karma' ist mir etwas aufgefallen, das ich nicht so wirklich verstehe:

    Wenn ich Karma richtig verstehe, dann geht es doch um das Zusammenspiel aus Ursache und Reaktion. Wenn ich schlecht über jemanden rede, bekomme ich negatives Karma, das sich in diesem oder einem nächsten Leben entsprechend negativ auswirken wird bzw. dann auch beeinflusst, wo und wie ich wiedergeboren werde. Soweit richtig? :?

    Was für mich (im Gegensatz z.B. zum Christentum) etwas verwirrend ist, ist die Tatsache, dass ich (bzw. ein früheres Ich) letztendlich vollkommen verantwortlich für meine Situation bin. Im Christentum gibt es ja einen gewissen Trost in schwierigen Situationen durch Gott, aber wie läuft das im Buddhismus? Und wie tröste ich einen Mitmenschen, der in eine schwierige Lage gerät? Ich kann ja schlecht sagen 'du bist krank geworden, weil du dich in einem früheren Leben schlecht verhalten hast', das ist nicht aufbauend, sondern führt in eine Ausweglosigkeit, weil man keinen Trost bekommt, sondern die schwierige Situation als eine Strafe empfindet, die man womöglich nicht mal in diesem Leben verantwortet hat.
    Übertrieben gesagt, sind dann alle, die in Entwicklungsländern in teilweise schrecklichen Verhältnissen aufwachsen, Menschen mit sehr schlechtem Karma? Wie kann ich Menschen mit schlechtem Karma dann überhaupt helfen, wenn sie es doch selber verantwortet haben?

    Ich hab zumindest nichts konkretes dazu gefunden und wäre froh, wenn mir jemand ein paar Antworten geben könnte. :)

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 22. Dezember 2012 um 18:50
    • #2

    Wenn du den Begriff Karma in die Suchfunktion eingibst, so findest du 197 Seiten zu diesem Thema.
    Rufst du die erweiterte Suche auf und suchst nur in den Themen der Beiträge findest du zwei Seiten mit Beiträgen zu diesem Thema.

    Ich hoffe du findest dort etwas und ersparst uns die gefühlt 5millionste Diskussion zu diesem Thema.

    LG
    Ji'un Ken

  • Maybe Buddha
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    6. August 2011
    • 22. Dezember 2012 um 19:26
    • #3

    Sowie du Karma verstehst, wird es oft verstanden. ber ich sehe das etwas anders.

    Lassen wir vorherige und zukünftige Leben mal beiseite, denn das ist irreführend.

    Jemand der eine Krankheit hat, (zb Grippe) ist nicht Krank wegen "seinem Karma", sondern einfach deshalb weil er sich irgendwo angesteckt hat. Kein Schicksal, Karma pipapo...

    Karma ist nur in deinem Geist. Tust du etwas schlechtes, zb klaust in einem Laden etwas oder bist neidisch etc., dann schafft das "schlechtes Karma". Das kommt dann auf dich insoweit zurück das du darunter in einer Form "leiden" wirst. Sei es das du dich ständig beobachtest fühlst und unruhig bist wenn du einkaufst, weil du denkst andere denken du würdest klauen. Selbst wenn das schon 10, 20 Jahre her ist. Oder im Falle des Neides: Sagen wir du bist neidisch auf deinen Nachbarn wegen seinem Haus und wegen seinem Wagen etc. Dann wirst du jedesmal wenn du deinen Nachbarn oder sein Haus oder sein Auto siehst, ärgerlich sein, Neidisch, missgünstig usw. das ist eben eine Form von Leiden.
    Das ist jetz alles sehr vereinfacht dargestellt, aber ich hoffe du verstehst was ich meine.
    Und das selbe kann man auch auf "gute Taten" beziehen. Bleiben wir bei dem Nachbarn. Sagen wir mal du freust dich für den Erfolg deines Nachbarnund das er ein so tolles Haus und einen so tollen Wagen hat. Dann wirst du jedes mal wenn du ihn siehst gut gelaunt sein.
    Oder sagen wir du bist sehr großzügig und verschenkst gerne etwas. Dann werden dir die Menschen gut gesinnt sein und das wichtigere darin ist, du wirst davon ausgehen das dir andere auch gut gesinnt sind, und gehst fröhlich durch die Welt.

    Dann gibt es noch Karma (=Handlung; Handlung kann genauso geistig sein), welches kein neues Karma schafft, weder gutes noch schlechtes. Dieses entsteht wenn man den achtfachen Pfad geht, den Weg des Buddha.

    Ach ja und was den "Trost" angeht:
    Der Buddha lehrte, jeder ist für sich und sein wohl selbst verantwortlich. Wenn du früher (damit meine ich keine früheres Leben sondern zbin deiner Jugend etc.) schlechtes getan hast (wie zb stehlen), dann kommt das möglicherweise jetzt auf dich zurück und du leidest darunter, wie oben beschrieben. Das bedeutet aber nicht, das man nichts dagegen machen kann. Mann kann anfangen seinen Geist zu schulen, und zukünftig schlechte Dinge lassen, dann geht es einem in Zukunft besser. Das ist doch der schönste Trost überhaupt! Wenn es einem schlecht geht, kann man was dagegen tun und muss nicht auf hilfe anderer (Gott) warten und vertrauen.

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Turmalin 1
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    22. Dezember 2012
    • 22. Dezember 2012 um 19:55
    • #4

    Für mich ist der Trost, dass ich ja aufhören kann, schlechtes Karma zu sammeln und versuchen kann, mehr gutes Karma zu sammeln. Wenn jemand z. B. krank ist, ist es zwar nicht leicht, aber man kann sich z. B. einen Buddha vorstellen, oder eine Buddha- Postkarte angucken, wenn man es nicht schafft, zu visualisieren, weil man eben dazu zu krank ist. Dies sammelt dann besseres Karma, als wenn man z. B. grübelt: Warum ich?? Es ist so ungerecht!!usw. Ein Kranker kann sich bemühen, mehr Dankbarkeit gegenüber Pflegenden zu zeigen, nicht soviel zu klagen, andere, wenn es geht, mal anzulächeln. Also, selbst in diesem Zustand kann man üben, andere wichtig zu nehmen und nicht immer nur sich selbst.

  • bel
    Gast
    • 23. Dezember 2012 um 02:06
    • #5
    weltenbummler:

    Wenn ich Karma richtig verstehe, dann geht es doch um das Zusammenspiel aus Ursache und Reaktion. Wenn ich schlecht über jemanden rede, bekomme ich negatives Karma, das sich in diesem oder einem nächsten Leben entsprechend negativ auswirken wird bzw. dann auch beeinflusst, wo und wie ich wiedergeboren werde. Soweit richtig? :?


    Nein, völlig falsch. Wenn du über jemanden "schlecht" (also falsch) redest, etabliert sich bei dir die Gewohnheit, das zu wiederholen - das führt zu einer, oder vertieft eine verzerrte Weltsicht - fehlerhafte Wahrnehmungen, mit den entsprechenenden Folgen - wobei Dir auch die Umstände unter denen Du lebst, immer unbefriedigender erscheinen.
    Es sind aber nicht die Umstände selbst, sondern wie Du Dich zu diesen wahrnimmst und dich dazu stellst.

    weltenbummler:

    .... letztendlich vollkommen verantwortlich für meine Situation bin.


    Nur für Deine Sicht auf die Dinge - Du kannst an Deiner Krankheit verzweifeln, auch als Christ, etwa nach dem Motto: "Gott, warum hast Du mir das angetan", oder von einem Moment zum anderen (auch im allerletzten), Deine verquere Sicht der Dinge (z.B. daß Gott oder Du selbst die Krankheit verursacht hätte) ändern. Laß einfach ab von einer Weltsicht, wo alles nur um Dich geht.
    Kurioserweise unterscheiden sich in dieser Weise Christentum und Buddhismus überhaupt nicht.

    weltenbummler:

    Übertrieben gesagt, sind dann alle, die in Entwicklungsländern in teilweise schrecklichen Verhältnissen aufwachsen, Menschen mit sehr schlechtem Karma?


    Das kann ja nur Blödsinn sein. Da leben unter (von außen betrachtet) gleichen Umständen Leute, die ehrenwertes Leben führen und andere, die wie Ausgeburten der Hölle, eine Plage für ihre Nachbarn sind. Für beide sieht die Welt vollkommen anders aus.

  • Onyx9
    Gast
    • 23. Dezember 2012 um 02:15
    • #6
    Zitat

    Ich kann ja schlecht sagen 'du bist krank geworden, weil du dich in einem früheren Leben schlecht verhalten hast', das ist nicht aufbauend, sondern führt in eine Ausweglosigkeit, weil man keinen Trost bekommt, sondern die schwierige Situation als eine Strafe empfindet, die man womöglich nicht mal in diesem Leben verantwortet hat.

    Das solltest du auch auf keinen Fall sagen. Denn derjenige, der in einem letzten Leben oder vorletzten oder weiß der Geier wann ein schlechtes Karma geät hat,
    ist nicht derjenige, den du vor dir hast. Und ganz allgemein gilt: er/sie ist und war unwissend, verblendet ob der karmischen Gesetzmäßigkeiten. Es trifft uns erst dann eine Schuld, wenn wir wissentlich und absichtlich gegen diese Gesetzmäßigkeiten verstoßen.

    Unwissenheit ist neben Gier und Hass das Anzeichen eines unerleuchteten und unerlösten Geistes.

  • Sigitta
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    • 23. Dezember 2012 um 03:11
    • #7

    Ich wundere mich wirklich immer wieder wieviele Leute fragen wie Sie sich vor den Auswirkungen Ihres eigenen Handelns schützen können oder wer die Verantwortung übernimmt.
    Das ist der Gedankengang den ich am Christentum immer nicht mochte. Die gehen feige zu ihrer Beichte, sagen dass es Ihnen Leid tut, beten Ihre Rosenkränze und alles ist gut solange man sich bei Gott entschuldigt hat und nichtmal bei dem dem man Unrecht getan hat. Das hat mich soweit genervt, dass ich im Religionsunterricht bei dem Thema richtig zynisch wurde.
    Ich erinnere mich immernoch an den Tag an dem unsere Lehrerin meinte "Jesus wurde gekreuzigt, um all eure Sünden auf sich zu nehmen".
    Seitdem Tag antworte ich auf die Frage wer die leere Milchpackung wieder in den Kühlschrank gestellt hat grundsätzlich mit "Jesus, aber keine Sorge er wurde dafür bereits vollkommen unverhältnismäßig bestraft".

    Ich habe mich beim Karma auch immer ziemlich stark an Newton orientiert und nicht an einem Richtersystem. Niemand kam in Physik beim Impulserhaltungssatz auf die Idee zu sagen "Ist es nicht unfair, dass die große Kugel die kleine schubst und bestimmt wo die hin muss ? Was ist wenn die da garnicht hinwollte ?"
    Du hast zwar den wertvollen Menschenkörper und bist ein fühlendes Wesen, aber für dich gelten die selben Regeln wie für die Kugel.
    Wenn du die Retterfigur brauchst, kannst du es auch wie ich machen und versuchen deinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Sei was du von der Welt fordern möchtest. Ich hab vor Jahren angefangen im Internet traurige Leute aufzusammeln und wieder aufzubauen, weil ich jemanden wollte der das bei mir macht. Die Stelle war offenbar frei. Das nächste was ich dann lernen musste ist, dass sich diese wieder reparierten und fröhlichen Menschen wunderbar in die Gesellschaft integrieren und dann mit traurigen Gestalten wie mir nichtsmehr zu tun haben wollen. Das war der Punkt an dem ich lernen musste meine Anhaftung loszuwerden.
    Man denkt im Buddhismus häufig, dass Menschen es besser haben als "Götter", weil wir noch leiden und dadurch die Motivation haben aus dem Daseinskreislauf auszubrechen. Wenn man also nur mein aktuelles Leben betrachtet, scheint es mit schlechter Wirkung ohne erkennbare Ursache angefangen zu haben. Die schlechte Folge hat bewirkt, dass ich zur guten Ursache werden wollte.

    Dein Trost kann einfach der Platz für Eigeninitiaive in diesem System sein. Außerdem verschafft dir das Karma Zeit. Stell dir vor du müsstest jeden der dir Unrecht getan hat eigenhändig strafen. Wann willst du in so einer Welt meditieren und wie sollst du aufhören anzuhaften wenn du jeden Tag einen Liste mit Maulschellen runterarbeiten musst ? ^^

    Wenn sich die ganze Welt ändert müssen wir auch die Veränderung der Menschen anerkennen. Behandle einen Menschen seinem Wesen und nicht deiner Erinnerung entsprechend. Jetzt

  • accinca
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    • 23. Dezember 2012 um 06:48
    • #8
    Onyx9:

    Es trifft uns erst dann eine Schuld, wenn wir wissentlich und absichtlich gegen diese Gesetzmäßigkeiten verstoßen.


    Schön wäre es ja.

  • Onda
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    • 23. Dezember 2012 um 06:52
    • #9

    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=10729&p=196845

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Peeter
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    • 23. Dezember 2012 um 08:37
    • #10
    Ji'un Ken:

    Ich hoffe du findest dort etwas und ersparst uns die gefühlt 5millionste Diskussion zu diesem Thema.

    LG
    Ji'un Ken

    na und ??
    Der Mensch bittet hier um Rat und du verlinkst ihn einfach ganz locker .. echt sportlich ...

  • MonikaMarie1
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    • 23. Dezember 2012 um 09:04
    • #11

    Guten Morgen Weltenbummler,
    die Gesetzmäßigkeit des Karmas entfaltet sich Schritt für Schritt, wenn Du Dich, Deine Vergangenheit, Dein Denken, Dein Handeln achtsam wertfrei untersuchst. Dabei hilft die Achtsamkeitsmeditation.

    Was ich heute bin, kann ich klar aus meiner Vergangenheit ablesen. Meine Erziehung, die Gewohnheiten, meine gesamte Konditionierung haben mich zu der Frau gemacht, die aufgrund von Fehlschlägen, Leid und Verzweiflung nach den Ursachen dafür gesucht hat und die Lösung fand. Als ich diese Ursachen durchschaute, wurde ich auch fähig, die Wirkungen für die Zukunft positiv zu beeinflussen. Durch die Veränderungen und Er-Lösungen wurde ich fähig, intensiver diesen Weg zu beschreiten. Ich sah immer mehr den Zusammenhang und die Eigenverantwortung. Heute fällt es mir nicht schwer, von Gewohnheiten zu lassen, die eindeutig unheilsam sind.

    Das erlösende daran ist, dass ich jetzt sofort damit beginnen kann, meine Zukunft heilsam zu gestalten - und zwar stressfrei von Moment zu Moment. Was allerdings vor langer Zeit geschehen ist, werde ich wohl oder übel ertragen müssen. Das musste sogar der Buddha.

    Was das Karma anderer Menschen anbelangt hat sich bei mir so viel Mitgefühl entwickelt, dass ich weder das Bedürfnis habe, dies zu beurteilen noch sie ungewünscht zu belehren. Dennoch ist es (das Karma) deutlich in der näheren Umgebung abzulesen. Wer sich zum Beispiel nicht bewegt (weder geistig noch körperlich), muss sich nicht wundern, wenn er steif wird.

    _()_ Monika

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 23. Dezember 2012 um 09:04
    • #12
    peeter:
    Ji'un Ken:

    Ich hoffe du findest dort etwas und ersparst uns die gefühlt 5millionste Diskussion zu diesem Thema.

    LG
    Ji'un Ken

    na und ??
    Der Mensch bittet hier um Rat und du verlinkst ihn einfach ganz locker .. echt sportlich ...

    Karma eben ;)

  • Onda
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    • 23. Dezember 2012 um 09:09
    • #13
    weltenbummler:

    hallo,
    ich beschäftige mich erst seit Kurzem mit Buddhismus und beim Begriff 'Karma' ist mir etwas aufgefallen, das ich nicht so wirklich verstehe...

    Mit diesem Nicht-Verstehen bist du nicht allein auf weiter Flur. Der Karma-Begriff sorgt anhaltend für große Konfusion* - innerhalb und außerhalb des Buddhismus.
    Der EInfachheit schlage ich vor, den Begriff beherzt aus dem Vokabular zu streichen. Man kann den Buddhismus hervorragend auch ohne diese konzeptuelle Krücke begreifen. Das Konzept ist entbehrlich - es kann durch andere, bessere, ersetzt werden.

    Onda

    * bei mir für regelmäßige Übelkeit

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Geronimo
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    2. April 2011
    • 23. Dezember 2012 um 12:09
    • #14

    Da schon einige wirklich sehr gute eigene Gedanke dazu geäußert haben, möchte ich eine meiner liebsten Lehrreden dazu posten:

    Zitat

    A.III.101 Die Karmawirkung

    Sollte, ihr Mönche, die Behauptung zutreffen, daß der Mensch für jedwede Tat (kamma), die er verübt, die ihr jedesmal genau entsprechende Wirkung erfährt (*3), so ist in diesem Falle, ihr Mönche, eine heiliger Wandel ausgeschlossen und keinerlei Möglichkeit besteht für völlige Leidensvernichtung.

    Sollte aber, ihr Mönche, die Behauptung zutreffen, daß, wenn der Mensch eine Tat verübt, er je nach der unterschiedlichen Art der zu erfahrenden Auswirkung die der Tat entsprechende Wirkung erfährt (*4), so mag es in diesem Falle einen heiligen Wandel geben und es besteht die Möglichkeit für völlige Leidensvernichtung.

    Da hat einer, ihr Mönche, nur ein kleines Vergehen verübt, und dieses bringt ihn zur Hölle. Ein anderer aber hat eben dasselbe kleine Vergehen verübt, doch es reift noch bei Lebzeiten (ditthadhamma-vedanīyam), und nicht einmal die kleinste Wirkung tut sich kund [in einem künftigen Dasein], geschweige denn eine große.

    Welcherart aber, ihr Mönche, ist der Mensch, den ein kleines Vergehen, das er verübt hat, zur Hölle bringt? Da hat ein Mensch [den Einblick in] den Körper nicht entfaltet (*5), hat seine Sittlichkeit nicht entfaltet, seine [meditative] Geistigkeit und seine Weisheit nicht entfaltet; er ist beschränkt, von kleinlicher Gesinnung, und selbst infolge von Kleinigkeiten hat er zu leiden (*6). Einen solchen Menschen mag selbst ein kleines Vergehen zur Hölle bringen.

    Welcherart aber ist der Mensch, bei dem eben dasselbe kleine Vergehen noch bei Lebzeiten zur Reife gelangt und [in einem künftigen Dasein] nicht einmal eine kleine Wirkung sich kundtut, geschweige denn eine große (*7)? Da hat ein Mensch [den Einblick in] den Körper entfaltet, hat seine Sittlichkeit, seine Geistigkeit und seine Weisheit entfaltet; er ist nicht beschränkt, ein großer Charakter, der nicht begrenzt (*8) ist [durch die Leidenschaften]. Bei einem solchen Menschen gelangt eben dasselbe kleine Vergehen noch bei Lebzeiten zur Reife und [in einem künftigen Dasein] tut sich nicht einmal eine kleine Wirkung kund, geschweige denn eine große.

    Was meint ihr wohl, ihr Mönche: gesetzt, es würde ein Mann einen Klumpen Salz in eine kleine Tasse voll Wasser werfen; würde da wohl das wenige Wasser in der Tasse durch jenen Salzklumpen salzig und ungenießbar werden? -

    »Gewiß, o Herr.« - »Und warum?« - »Es befindet sich ja, o Herr, nur sehr wenig Wasser in der Tasse. Das würde durch jenen Klumpen Salz salzig werden und ungenießbar.« -

    »Wenn aber ein Mann einen Klumpen Salz in den Gangesstrom wirft, was meint ihr da, o Mönche, würde dann das Wasser des Gangesstromes durch jenen Salzklumpen salzig und ungenießbar werden?« - »Das wohl nicht, o Herr.« - »Und warum nicht?« - »Es befindet sich ja, o Herr, eine gewaltige Menge Wasser im Gangesstrom; das würde durch jenen Klumpen Salz nicht salzig und ungenießbar werden.« -

    »Ebenso, ihr Mönche, ist es mit einem, der nur ein kleines Vergehen verübt hat, und es bringt ihn zur Hölle. Und ein anderer hat eben dasselbe kleine Vergehen verübt, doch es reift noch bei Lebzeiten, und nicht einmal eine kleine Wirkung tut sich [später] kund, geschweige denn eine große.

    Da kommt, ihr Mönche, einer ins Gefängnis wegen eines halben Groschens oder wegen eines Groschens oder wegen hundert Groschen. Ein anderer aber kommt nicht ins Gefängnis, weder wegen eines halben Groschens, noch wegen eines Groschens, noch wegen hundert Groschen.

    Wer aber kommt ins Gefängnis wegen eines halben Groschens oder wegen eines Groschens oder wegen hundert Groschen? Da ist einer arm, bedürftig, mittellos: ein solcher kommt ins Gefängnis wegen eines halben Groschens oder wegen eines Groschens oder wegen hundert Groschen.

    Wer aber kommt nicht ins Gefängnis, weder wegen eines halben Groschens, noch wegen eines Groschens, noch wegen hundert Groschen? Da ist einer reich, wohlhabend, hochbegütert: ein solcher kommt nicht ins Gefängnis, weder wegen eines halben Groschens, noch wegen eines Groschens, noch wegen hundert Groschen.

    Da ist ferner, o Mönche, ein Hammelbesitzer oder ein Hammelschlächter wohl imstande, einen, der ihm einen Hammel gestohlen hat, zu prügeln, ihn in Fesseln zu legen, ihm seine Habe wegzunehmen und mit ihm nach Belieben zu verfahren. Bei einem anderen aber, der ihm einen Hammel gestohlen hat, kann er dies nicht tun.

    Wen aber ist der Hammelbesitzer oder Hammelschlächter imstande zu prügeln, in Fesseln zu legen, ihm seine Habe wegzunehmen und mit ihm nach Belieben zu verfahren? Da ist einer arm, bedürftig, mittellos: wenn ein solcher einen Hammel gestohlen hat, so ist der Hammelbesitzer oder Hammelschlächter imstande, mit ihm so zu verfahren.

    Wen aber kann der Hammelbesitzer oder Hammelschlächter nicht prügeln, in Fesseln legen, ihm seine Habe wegnehmen und nach Belieben mit ihm verfahren? Da ist einer reich, wohlhabend, hochbegütert, ein König oder eines Königs Minister: wenn ein solcher einen Hammel gestohlen hat, so kann der Hammelbesitzer oder Hammelschlächter ihn weder prügeln, noch fesseln, noch seine Habe wegnehmen, noch nach Belieben mit ihm verfahren; sondern gewißlich wird er ihn mit ehrfurchtsvoll gefalteten Händen bitten: 'O Herr, gib mir meinen Hammel oder den Preis, den er wert ist!'

    Ebenso auch, ihr Mönche, ist es mit einem, der nur ein kleines Vergehen verübt hat, und es bringt ihn zur Hölle. Und ein anderer hat eben dasselbe kleine Vergehen verübt, doch es reift noch bei Lebzeiten, und nicht einmal eine kleine Wirkung tut sich [später] kund, geschweige denn eine große.

    Welcherart aber ist der Mensch, den ein kleines Vergehen, das er verübt hat, zur Hölle bringt? Da hat ein Mensch [den Einblick in] den Körper nicht entfaltet, hat seine Sittlichkeit nicht entfaltet, seine Geistigkeit und Weisheit nicht entfaltet; er ist beschränkt, von kleinlicher Gesinnung, und selbst infolge von Kleinigkeiten hat er zu leiden. Einen solchen Menschen mag selbst ein kleines Vergehen in die Hölle bringen.

    Welcherart aber ist der Mensch, bei dem eben dasselbe kleine Vergehen noch bei Lebzeiten zur Reife gelangt und [später] nicht einmal eine kleine Wirkung sich kund tut, geschweige denn eine große? Da hat ein Mensch [den Einblick in] den Körper entfaltet, hat seine Sittlichkeit, seine Geistigkeit und seine Weisheit entfaltet; er ist nicht beschränkt, ein großer Charakter, der nicht begrenzt ist [durch die Leidenschaften]. Bei einem solchen Menschen gelangt eben dasselbe kleine Vergehen noch bei Lebzeiten zur Reife, und [später] tut sich nicht einmal eine kleine Wirkung kund, geschweige denn eine große.

    Sollte, ihr Mönche, die Behauptung zutreffen, daß der Mensch für jedwede Tat, die er verübt, die ihr jedes Mal genau entsprechende Wirkung erfährt, so ist in diesem Falle ein heiliger Wandel ausgeschlossen und keinerlei Möglichkeit besteht für völlige Leidensvernichtung. Sollte aber die Behauptung zutreffen, daß, wenn der Mensch eine Tat verübt, er je nach der unterschiedlichen Art der zu erfahrenden Auswirkung die der Tat entsprechende Wirkung erfährt, so mag es in diesem Falle einen heiligen Wandel geben und es besteht die Möglichkeit für völlige Leidensvernichtung.

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    Zitat

    Anmerkungen

    (*3) Yathā yathā'yam puriso kammam karoti tathā tathā tam patisamvediyati. Dieser Behauptung zufolge ist das Auftreten einer Karmawirkung in einem der betr. Tat genau entsprechend Ausmaß unvermeidlich. Dies ist jedoch keineswegs die buddhistische Lehre.

    (*4) Yathā yathā vedanīyam ayam puriso kammam karoti, tathā tathā vipākam patisamvediyati; wtl: Wenn ein Mensch eine Tat mit einer so oder so zu erfahrenden [Wirkung] verübt, so wird er das dementsprechende Karma-Ergebnis erfahren. -

    Der Ausdruck 'vedanīyam', 'das zu erfahrende' oder 'zu empfindende', ist ein Hinweis auf die dreifache Einteilung des Kamma hinsichtlich des Zeitpunkts seiner Auswirkung:

    die Tat, deren Wirkung noch bei Lebzeiten eintritt (ditthadhamma-vedanīya-kamma)
    die Tat mit einer Wirkung im nächsten Leben (upapajja-vedanīya-kamma)
    die Tat mit einer Wirkung in einem späteren Leben (aparapariyāya-vedanīya-kamma).
    Vgl. A.III.34.

    Die ersten zwei Taten mögen ohne Wirkung bleiben, falls die zum Eintritt der Wirkung erforderlichen Umstände fehlen oder wenn die Wirkung infolge zu geringer Intensität durch das Übergewicht entgegenwirkender Tendenzen aufgehoben wird (ahosi-kamma). Demnach zieht also durchaus nicht jede heilsame oder unheilsame Tat (kamma), wie oft angenommen wird, unter allen Umständen eine ihr genau entsprechende Wirkung nach sich, und aus diesem Grunde ist die erste der beiden im obigen Text genannten Lehren falsch. Nach dieser Lehre wäre es z.B. dem Angulimāla unmöglich gewesen, noch bei Lebzeiten die Heiligkeit zu erreichen, da er ja für seine Mordtaten noch nach dem Tode in der Hölle zu büßen gehabt hätte.

    Die dritte Kamma-Art aber hat stets ihre Wirkung, wenn immer eine Gelegenheit dafür besteht; und solange der Daseinskreislauf dauert, wird diese Art des Kamma nicht wirkungslos bleiben.

    (*5) abhāvita-kāyo. Lt. K bezieht sich dies auf die Übung der Körper-Betrachtung gemäß dem Satipatthāna-Sutta.

    (*6) appa-dukkha-vihārī. K: selbst durch eine geringfügige Übeltat hat er ein leidvolles Leben.

    (*7) Das folgende bezieht sich, lt. K, vor allem auf den triebversiegten Heiligen.

    (*8) appamāno. Die Begrenzungen oder Beschränkungen (pamāna) des Charakters sind Gier, Haß und Wahn.

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    http://www.palikanon.com/angutt/a03_093-103.html

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Simo
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    17. April 2011
    • 23. Dezember 2012 um 12:16
    • #15
    Ji'un Ken:

    Wenn du den Begriff Karma in die Suchfunktion eingibst, so findest du 197 Seiten zu diesem Thema.
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    LG
    Ji'un Ken

    Ji'un,

    wenn wir das irgendwann mit jedem Thema so machen, das wir hier behandelt haben, dann sind wir irgendwann ein Google-Forum. :grinsen: Antworten verändern sich doch und jeder Fragestellenden braucht vielleicht individuelle Antworten ?

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Turmalin 1
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    22. Dezember 2012
    • 23. Dezember 2012 um 12:46
    • #16

    Trost ist ja auch ein Bisschen wenig, im Fall, dass man leidet.
    ich finde die Aussicht auf das Ende des Leidens besser. Im Krankheitsfall also den Schmerz weniger zu spüren oder gar nicht. Niemand hat persönliche Schmerzen, weil es kein von der Welt abgetrenntes Selbst gibt. :D

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 25. Dezember 2012 um 17:10
    • #17
    Sigitta:

    Wenn du die Retterfigur brauchst, kannst du es auch wie ich machen und versuchen deinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Sei was du von der Welt fordern möchtest. Ich hab vor Jahren angefangen im Internet traurige Leute aufzusammeln und wieder aufzubauen, weil ich jemanden wollte der das bei mir macht. Die Stelle war offenbar frei. Das nächste was ich dann lernen musste ist, dass sich diese wieder reparierten und fröhlichen Menschen wunderbar in die Gesellschaft integrieren und dann mit traurigen Gestalten wie mir nichtsmehr zu tun haben wollen. Das war der Punkt an dem ich lernen musste meine Anhaftung loszuwerden.

    Ja, so wird man gelehrt.
    Was Du da beschreibst ist aber ein absolut normales, übliches Phänomen.
    "Du hast einen Frosch geküsst, so einen Märchenprinzen draus gemacht - und nun ist er mit der nächsten Prinzessin auf und davon." , sagte meine beste Freundin mal zu mir. Das liefe immer so, meinte sie.
    :lol: Das ist so üblich, das muss man nur wissen.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Onyx9
    Gast
    • 25. Dezember 2012 um 21:41
    • #18
    accinca:
    Onyx9:

    Es trifft uns erst dann eine Schuld, wenn wir wissentlich und absichtlich gegen diese Gesetzmäßigkeiten verstoßen.


    Schön wäre es ja.

    Das war ein Trostgedanke auf eine Beginnerfrage;
    Du kannst ja volles Rohr schießen, wenn Du es verantworten möchtest. ;)

  • Max Schenzle
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    • 20. Januar 2013 um 18:45
    • #19

    Hallo,
    der Karmabegriff in de buddh. Lehre unterscheidet sich vom hinduistichen in der Hinsicht, dass man eben bei keiner Karmaverbesserung auf der Stufe des letzten Lebens stehenbleibt. Nur durch gute Taten, Meditation und eine entsprechende Lebensführung gewinnt man positives Karma.Dies wirkt sich auch schon ein wenig im jetzigen Leben aus aber vor allem im Nächsten.
    Gotamo Buddho:" Es gibt ein Diesseits und ein Jenseits und einen Lohn für gute und böse Taten." Das höchste der vier buddh. Ziele lautet: Heiligkeit. Den Stand des eigenen Karmas kann man am eigenen Körper erkennen, an 32 Merkmalen.

    anando

  • crazy-dragon
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    16. Dezember 2007
    • 20. Januar 2013 um 19:16
    • #20
    sakko:

    Das höchste der vier buddh. Ziele lautet: Heiligkeit.
    anando


    Boah... :oops: Muß man dann sein Klo nicht mehr putzen?
    _()_ c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • MartinS1978
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    • 21. Januar 2013 um 00:41
    • #21
    Simo:
    Ji'un Ken:

    Wenn du den Begriff Karma in die Suchfunktion eingibst, so findest du 197 Seiten zu diesem Thema.
    Rufst du die erweiterte Suche auf und suchst nur in den Themen der Beiträge findest du zwei Seiten mit Beiträgen zu diesem Thema.

    Ich hoffe du findest dort etwas und ersparst uns die gefühlt 5millionste Diskussion zu diesem Thema.

    LG
    Ji'un Ken

    Ji'un,

    wenn wir das irgendwann mit jedem Thema so machen, das wir hier behandelt haben, dann sind wir irgendwann ein Google-Forum. :grinsen: Antworten verändern sich doch und jeder Fragestellenden braucht vielleicht individuelle Antworten ?

    ...das einzige Beständige ist die Veränderung. :doubt:

    "Die Lösung des Problems, das Du im Leben siehst, ist eine Art zu leben, die das Problemhafte zum Verschwinden bringt."
    Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen, 1937

  • raterZ
    Gast
    • 22. Januar 2013 um 13:48
    • #22

    karma wirkung ist abhängig von der geistes-haltung. du kannst also deinem freund sagen, dass er möglichst anfangen sollte zu meditieren 8)

    die wirkung von karma ist natürlich auch letztendlich die geistige. zwei menschen kann die ganze bude abfackeln - der eine ist zu tode betrübt, den anderen juckt es kaum. das leid was hier entsteht hat natürlich was mit karma zu tun.
    die frage, ob die warscheinlichkeit sinkt oder sich erhöht, ob die bude abfackelt, würde ich mit dem karma-konzept nicht beantworten. meistens passieren solche sachen ja nicht umsonst, und das vermeintlich negative kann auch etwas positives sein. ist es dann also negatives oder gutes karma, was da zur vollendung kommt? imo. sollte man sich deshalb mehr auf die geistige-haltung beziehen, wenn man von karma spricht.

  • Elliot
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    • 22. Januar 2013 um 15:08
    • #23
    weltenbummler:

    Wie kann ich Menschen mit schlechtem Karma dann überhaupt helfen, wenn sie es doch selber verantwortet haben? Ich hab zumindest nichts konkretes dazu gefunden und wäre froh, wenn mir jemand ein paar Antworten geben könnte. :)


    Du könntest darauf hinweisen, dass es schon mal eine gute Voraussetzung ist, überhaupt als Menschen wiedererschienen zu sein:

    Zitat

    "Angenommen, ein Mann würfe ein Joch mit einem Loch darin ins Meer, und dann triebe es der Ostwind nach Westen, und der Westwind triebe es nach Osten, und der Nordwind triebe es nach Süden, und der Südwind triebe es nach Norden. Angenommen, es gäbe eine blinde Schildkröte, die nur einmal am Ende eines jeden Jahrhunderts auftauchte. Was meinst ihr, Bhikkhus? Würde jene blinde Schildkröte den Hals durch das Joch mit einem Loch darin stecken?"

    "Sie könnte das tun, ehrwürdiger Herr, irgendwann nach sehr langer Zeit."

    "Ihr Bhikkhus, die blinde Schildkröte würde weniger Zeit benötigen, um den Hals durch jenes Joch mit dem einen Loch darin zu stecken, als ein Tor, wenn er erst einmal ins Verderben geraten ist, benötigen würde, um das menschliche Dasein wiederzuerlangen, sage ich. Warum ist das so? Weil es dort keine Dhamma-Praxis gibt, kein Praktizieren dessen, was rechtschaffen ist, keine Ausübung dessen, was heilsam ist, kein Ansammeln von Verdiensten. Dort herrscht gegenseitiges Fressen und Gefressenwerden, und das Abschlachten des Schwachen." (MN 129)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • xxx
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    • 22. Januar 2013 um 18:45
    • #24
    sakko:

    Den Stand des eigenen Karmas kann man am eigenen Körper erkennen, an 32 Merkmalen.

    anando

    Na dann schaut mal in den Spiegel :) Ich hab immer schon gesagt: Es zählen nicht nur innere Werte auch die äussere Erscheinung ist wichtig :lol:

    Zitat

    «Was sind das aber, ihr Mönche, für zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes, mit denen begabt ein solcher nur zwei Bahnen betreten kann, keine dritte?
    Da hat, ihr Mönche, der große Mann wohlgefestete Füße: daß aber, ihr Mönche, der große Mann wohlgefestete Füße hat, das ist eben an ihm eines der Merkmale eines großen Mannes.
    Weiter sodann, ihr Mönche: unten sind bei dem großen Manne, an den Sohlen der Füße, Räder zu sehn, mit tausend Speichen, mit Felge und Nabe und allen Abzeichen geziert: auch das, ihr Mönche, ist eben an ihm eines der Merkmale eines großen Mannes.
    Weiter sodann, ihr Mönche: schmal ist die Ferse, lang sind die Zehen, sanft und zart sind Hände und Füße.
    Die Bindehaut zwischen Fingern und Zehen ist breit geschweift wie ein Netz.
    Muschelwölbig ist der Rist.
    Die Beine sind schlank wie bei der Gazelle.
    Stehend kann er, ohne sich zu beugen, mit beiden Handflächen die Kniee befühlen und berühren.
    In der Vorhaut verborgen ist das Schamglied.
    Gülden leuchtet der Körper, wie Gold erglänzt seine Haut.
    Sie ist geschmeidig, so geschmeidig, daß kein Staub und Schmutz daran haften bleibt.
    Einzelflaumig ist die Behaarung, je einzeln ist das Flaumhaar in der Pore gewachsen.
    Nach oben gerichtet ist der Flaum, die Flaumhaare sind nach oben gewachsen, schwarz wie Augenschminke, wie Ringe geringelt, rechts herum sind sie gedreht.
    Heilig erhaben ragt die Gestalt empor, ist gar heiter anzuschauen.
    Wie beim Löwen ist der Vorderleib, mit der breiten Brust.
    Eine Klafter hoch ist der Wuchs, seine Körperlänge entspricht seiner Armweite, seine Armweite entspricht seiner Körperlänge.
    Gleichgeformt sind die Schultern, mächtig die Ohrmuscheln, das Kinn löwenartig.
    Die Zähne sind vollständig, gleichmäßig gefügt, nicht auseinanderstehend, glänzend weiß ist das Gebiß.
    Gewaltig ist die Zunge, heilig der Klang der Stimme, ein Ton wie Waldvogelsang.
    Tiefschwarz sind die Augen, die Wimpern wie beim Rinde.
    Eine Flocke ist zwischen den Brauen gewachsen, weiß und weich wie Baumwolle.
    Und es hat der große Mann einen Scheitelkamm.

    Das sind, ihr Mönche, die zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes, mit denen begabt er nur zwei Bahnen betreten kann, keine dritte. Wenn er im Hause bleibt, wird er König werden, Kaiser, ein gerechter und wahrer Herrscher, ein Sieger bis zur Mark der See, der seinem Reiche Sicherheit schafft, mit den sieben Juwelen begabt ist. Wenn er aber aus dem Hause in die Hauslosigkeit zieht, wird er heilig werden, vollkommen auferwacht, der Welt den Schleier hinwegnehmen.

    (DN 30)

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  • Mabuttar
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    • 22. Januar 2013 um 20:48
    • #25

    Naja mit der heutigen plastischen Chirurgie kann dann ja mal der Weg zur Erleuchtung beginnen :D

    Ne also das scheint ja wieder von irgendsonem gelangweilten Mönch aufgeschrieben worden zu sein. Warum sollten körperliche Merkmale helfen Gier Hass und Verblendung besser zu überwinden ???

    Und wenn die Flaumhaare auf dem Kopf nach oben zeigen müssen kann habens ja kahlgeschorene Mönche schwer die Erleuchtung zu erlangen. Das sollte man denen mal erzählen ^^

    Ansonsten erinnern mich diese Merkmal weniger an einen Arahat/ Arya, als einen Arier....

    Übrigens @ Geronimo, schönen Text hast du da gefunden, das zeugt von einem realistischeren Wiedergeburtsglauben Buddhas, als manchmal angenommen wird.

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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