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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von simak

  • Wiedergeburt als fruchtbare „spirituelle Hypothese“

    • simak
    • 4. Juni 2012 um 21:10

    Bei den drei präsentierten Fazits fehlt mir ausgerechnet jenes, das in der Überschrift versprochen wurde, nämlich Glauben an Wiedergeburt, weil es spirituell fruchtbar ist (i. S. v. vorteilhaft, zweckmäßig für die Befreiung) und nicht weil es empirisch belegbar, logisch beweisbar oder traditionell üblich ist.

    Ich jedenfalls vertraue darauf, dass der Buddha die Spannungspole Nicht-Selbst <-> Wiedergeburt ganz bewusst zu zwei, dem rationalen Begreifen widersprüchlich erscheinenden, Spannungspolen seiner Lehre gemacht hat.

    Zweckmäßig weil: Einerseits ist Wiedergeburt doch ein die Gemütswellen beruhigendes Konzept, wenn man z. B. ernüchtert realisiert, dass es in dieser Existenz wohl doch nichts mehr wird mit der Befreiung. Andererseits eignet es sich doch auch wunderbar als eine Art Koan: Kein Ich. Kein Selbst. Keine Seele. Wieder und wieder geboren. Was wird wiedergeboren?

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  • Reincarnation

    • simak
    • 30. April 2012 um 08:54
    Stein:

    wenn ich es richtig verstanden habe, wird im Buddhismus an die Wiedergeburt geglaubt.


    Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht an Wiedergeburt als wissenschaftliche Tatsache glauben muss, sondern dass es heilsam ist in den Kategorien von Wiedergeburt (und Karma) zu denken, wenn mein Denken sich in Fragen von Ungerechtigkeit, Rachegelüsten, Schuld, Schicksalsergebenheit etc. verbeißt

    Stein:

    Und durch unser Verhalten im jetzigen Leben beeinflussen wir, als was wir wiedergeboren werden.(...) Aber wenn ich in diesen und diesen Bereich wiedergeboren werden möchte (und wer möchte schon als Hungergeist oder ähnliches wiederkehren!?), muss ich gewisse Gewohnheiten ablegen.


    An Hungergeister etc. als tatsächlich existierende jenseitige Erscheinungen glaube ich nicht. Ich glaube allerdings in dem Sinne daran, dass ich sie als Metapher für ganz real existierende charakterliche Präferenzen oder mentale Zustände verstehe, die ich durch mein Verhalten verfestigen oder aufweichen kann.

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  • Intelligenz und Samyojana

    • simak
    • 25. April 2012 um 08:18
    Bakram:

    Intelligenz und Lebenserfahrung sindmeiner Meinung nach notwendige Voraussetzungen um die zehn Fesseln los zu werden.
    Beides sind Geschenke. Sie können weder verdient, erkämpft noch erarbeitet werden.
    Ich kenne viele Menschen, welche zu dumm oder zu jung sind um sich zu befreien, Tugendhaftigkeit hin oder her.
    Schicksal, Karma, Klassengesellschaft ?

    Ich sehe keinerlei Beleg für diese These. Warum gerade diese beiden Eigenschaften und nicht Reichtum und Gesundheit? Oder Gene und Hormone?

    Intelligenz ist die Fähigkeit abstrakt, systematisch und problemlösungsorientiert zu denken. Gut Denken können verführt dazu die Ursachen des Leidens in 'zu wenig nachdenken' zu vermuten. Ich wüsste nicht inwiefern mehr oder angestrengter nachdenken helfen könnte die zehn Fesseln los zu werden.

    Wie definierst du 'Lebenserfahrung'? Wenn damit gemeint ist, dass jemand die Erfahrung gemacht hat, dass die Lebensumstände, auf deren Konstanz er fest gesetzt hat (Beziehung, Gesundheit, Einkommen, Arbeitsplatz,...) vergänglich sind, dann kann das sicher hilfreich sein. Allerdings habe ich da das Problem mit der Henne und dem Ei: Ist diese Erkenntnis tatsächlich Voraussetzung gewesen oder war es bereits der erste Schritt?

    Klassengesellschaft? Das ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass es menschengemachte Ungerechtigkeit gibt. Wären die sozialen Ungerechtigkeiten abgeschafft, gäbe es immer noch Alter, Krankheit, Neid auf 'Erleuchtetere' usw.. Eine Fessel besteht doch gerade darin zu meinen, es dürfe weder Ungleichheit noch Ungerechtigkeit geben.

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    simak

  • Das große Missverständnis der Überlieferung

    • simak
    • 18. April 2012 um 16:30

    Den ersten drei Absätzen deiner Analyse kann ich im Wesentlichen zustimmen.

    Grund:

    Derweil ging es doch nur um eines: Welches Yoga muss man anwenden um das Leben stressfrei und entspannt zu überstehen, ohne Furcht vor Leben auf der einen Seite und Tod auf der anderen Seite, und ohne sich dabei von den Irrungen und Wirrungen des (gesellschaftlichen) Umfeldes und der dazu gehörenden Heilslehren in unentwirrbare und stressige Umstände locken zu lassen.


    Diesem Absatz dagegen nicht. Befreiung geht nach meinem Verständnis weit über Stressreduzierung und maximiertes Wohlbefinden hinaus.

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    simak

  • Unterschiedliche Arten der Meditation (für Anfänger)?

    • simak
    • 3. April 2012 um 21:14

    Danke Useless und xxx für die Links.

    Ermes

    Ermes:

    Und lasse dich nicht von irgendwelchen Sutren, irgendwelchen Klassikern, irgendwelchen Büchern oder irgendwelchen Supermeditierenden in irgendwelchen Foren beeinflussen. Buddhistsiche Meditation ist die einfachste Sache der Welt.

    Bezüglich der 'Supermeditierenden' gebe ich dir recht :) Allerdings habe ich schon eine gewisse Hochachtung vor all dem Wissen, dass sich in zweieinhalbtausend Jahren angesammelt hat und für bewahrenswert befunden wurde. Dabei bin ich mir wohl bewusst, dass nicht jede Seite überlieferter oder neuzeitlicher Text unbedingt hätte geschrieben werden müssen. Aber für die Autoren (angefangen beim PK bis zu aktuellen Buchautoren und buddistischen Blogs) gilt vermutlich das gleiche wie für uns: Im Durchschnitt sind wir alle mittelmäßig :)

    Davon abgesehen ging es mir "wirklich nur die technischen Aspekte zur Durchführung, wie man sie für das erste Dutzend Sitzungen vom jeweiligen Lehrer erklärt bekommt und worauf man als Anfänger achten soll."

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    simak

  • ich - Seele - Wiedergeburt

    • simak
    • 26. März 2012 um 22:03

    Ich grübele inzwischen nicht mehr so viel über die Frage 'Wiedergeburt' nach. Sobald ich erleuchtet oder tot bin, werde ich genaueres wissen. Bis dahin gehe ich davon aus, dass Buddha uns vermitteln wollte, dass es, um das Leiden zu überwinden, zweckmäßig ist so zu leben, als wenn es Wiedergeburt unter den Vorzeichen des von mir geschaffenen Karmas geben würde. Ich meine es gibt auch eine entsprechende Sutta, in der es sinngemäß heißt, dass man jedenfalls auf der sicheren Seite ist, wenn man so tut als ob. D. h. er hat es als zweckmäßiges Modell zur Bewertung unserer Motive, Absichten und Handlungen empfohlen und das reicht mir für den Moment.

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    simak

  • Ethik

    • simak
    • 21. März 2012 um 08:38

    Bei näherem Nachdenken komme ich zu dem Schluss, dass es keine

    rein rationale,
    von religiösen Argumenten freie,
    durch Beobachtung objektiv verifizierbare

    Begründung für ethisches Handeln gibt.

    Jede vernünftige Begründung muss auf Prämissen (Axiomen) beruhen, die ihrerseits nicht vernünftig begründbar sind., Bestenfalls lässt sich die Wahl dieser Prämissen (z. B. Menschenrechtscharta, Karma, ...) vernünftig begründen, aber nie die Richtigkeit dieser Axiome selbst. Üblicherweise werden die Prämissen jedoch nicht nach vernunftgeleiteter Analyse gewählt, sondern existieren nur aufgrund von Tradition, Glaube oder Prägung.

    Bleibt die Frage, ob Ethik überhaupt einer solchen Begründung zu ihrer Legitimation bedarf. Und ob eine rein auf Vernunft gegründete Ethik - frei von Empathie (Mitgefühl) - überhaupt erstrebenswert wäre.

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    simak

  • Ethik

    • simak
    • 21. März 2012 um 07:51

    Ich denke, das Einzige was dem nahe kommt, ist Kants kategorischer Imperativ

    Kant:

    „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“

    Allerdings bin ich mir nicht sicher inwieweit dein Kriterium des Beobachtbaren (im naturwissenschaftlichen Sinne einer reproduzierbaren, vom Subjekt unabhängigen Beobachtbarkeit) damit erfüllt wäre. Außerdem zweifle ich, dass praktische Vernunft unabhängig von Glauben ist.

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  • An der Wahrnehmung arbeiten - Teil 2 (Der Mist in mir)

    • simak
    • 19. März 2012 um 07:59

    Charlie, ein wenig erinnert mich diese Art gescheiterter Dialog an meine fruchtlosen Versuche meinen Töchtern Nachhilfe in Mathematik zu geben.

    Nicht jeder, der einen Erkenntnisvorsprung hat, ist allein dadurch ein guter Lehrer für andere. Das gebetsmühlenartige Wiederholen einer Erkenntnis durch den Belehrer wirkt insbesondere dann hohl, wenn genau das Ausbleiben ebendieser Erkenntnis die Ursache dafür ist, dass der Schüler in einer geistigen Sackgasse steckt. Da stellt sich alsbald die Frage, ob der, der da ständig dieselben Plattitüden wiederholt, tatsächlich verstanden hat oder nur wiederkäut. Oder ob da nicht eher Geltungssucht am Werk ist als ein Erleuchterli.

    Ein guter Lehrer (oder Ratgeber) ist in der Lage seine Schüler da abzuholen wo sie stehen. Und nur demjenigen, der ausstrahlt, dass er wirklich verstanden hat und auf derlei Mist tatsächlich gleichmütig reagiert, vertraue ich genügend um mich in solcher Form belehren zu lassen. Anders gesagt: Manchmal ist es erstmal am (Möchtegern)Lehrer an seiner Wahrnehmung zu arbeiten :)

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    simak

  • An der Wahrnehmung arbeiten - Teil 2 (Der Mist in mir)

    • simak
    • 18. März 2012 um 23:07

    Bei Ajahn Brahm geht die Geschichte etwas anders:

    Ajahn Brahm, Die Kuh, die weinte, Eine Wagenladung voller Mist, S. 106 f.:

    Wenn man eine solche Wagenladung voller Mist am Hals hat, gibt es zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die erste besteht darin, dass wir den Mist mit uns herumschleppen. Wir stecken etwas davon in unsere Taschen und unser Hemd. Ja wir schütten sogar etwas davon in unsere Hosen. Und wenn wir dann mit diesen Miststücken herumlaufen, stellen wir fest, dass wir eine Menge Freunde verlieren! (...) Zum Glück gibt es einen zweiten Weg. Wenn jemand eine Wagenladung voller Mist vor unserer Haustür abkippt, dann entfleucht uns ein Seufzer, und wir machen uns an die Arbeit. Schubkarre, Mistgabel und Spaten werden hervorgeholt. Wir schaufeln den Mist in die Karre, fahren sie hinters Haus und verbuddeln das Zeug im Garten. Das ist eine anstrengende und ermüdende Arbeit, aber wir wissen, dass uns keine andere Wahl bleibt. (...) Manchmal brauchen wir mehrere Jahre, aber irgendwann kommt ein Morgen, an dem der Misthaufen vor dem Haus gänzlich verschwunden ist. Außerdem hat sich in einem anderen Teil unseres Gartens ein wahres Wunder ereignet. Die Blumen entfalten sich zu ihrer vollsten Pracht, und ihr Duft erfüllt die ganze Umgebung, sodass Nachbarn und sogar Passsanten vor Freude zu lächeln beginnen


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    simak

  • Zwei Wahrheiten - Textstellen

    • simak
    • 12. März 2012 um 20:52

    Zum Thema Wahrheit:

    Dass etwas wahr ist, muss festgestellt werden. Festgestellt werden muss es von einem Subjekt und zwar nach vereinbarten Regeln. Die so festgestellt Wahrheit ist gültig für alle Subjekte, die dieser Vereinbarung zustimmen.

    D.h. wenn ich den Regeln der naturwissenschaftlichen Methode zustimme, dann sind für mich (und alle anderen Zustimmenden) naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahr. Wenn ich den Regeln konventioneller Wahrheit zustimme, sind konventionelle Aussagen für mich wahr, z. B. dass sich jemand schlecht fühlt, weil er Streit mit seiner Freundin hatte. Wenn ich den Regeln buddhistischer Lehrer zustimme, wie z. B. Leerheit anhand philosophischer Argumente und Meditationserfahrung nachgewiesen werden kann, sind entsprechende Aussagen für mich wahr.

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    simak

  • Zwei Wahrheiten - Textstellen

    • simak
    • 12. März 2012 um 20:36

    Etwas unschicklich mich selbst zu zitieren, aber meine Beiträge scheinen der Schere zum Opfer gefallen zu sein:

    simak:

    Der für mich bisher verständlichste Text dazu:
    Einführung in die Leerheit von Guy Newland
    Die genauen Textstellen reiche ich später nach.

    simak:

    Ich sehe gerade auf der Webseite von Guy Newland, dass er zudem noch ein Buch mit dem Titel The TwoTruths geschrieben hat. Nur auf englisch verfügbar, aber vielleicht noch dichter an der Ursprungsfrage dran.

    Textstellen: Insbesondere die Kapitel
    4 - Endgültiges und Konventionelles Radio S.59ff
    5 - Verlässliche Quellen S. 73ff
    6 - Engültige Wirklichkeit exisitiert konventionell S.85ff

    Hier die Zusammenfassung zweier Ausschnitte, die mir beim Verständnis sehr geholfen haben:

    Guy Newland, Einführung in die Leerheit, S.71:

    Kernaussagen Kapitel 4
    Nichts vermag endgültiger Analyse standzuhalten. Untersucht man etwas im Hinblick auf seine endgültige Bestehensweise, erweist es sich unweigerlich als leer.

    Durch die Analyse werden die Dinge nicht widerlegt. Sie unter Bedingungen endgültiger Analyse nicht aufzufinden, bedeutet lediglich, dass sie jeglicher endgültigen oder essenziellen Natur, wie sie unter Bedingungen einer derartigen Analyse auffindbar sein müsste, entbehren. Die Dinge existieren bloß konventionell und dies bedeutet, dass sie existieren

    Guy Newland, Einführung in die Leerheit, S.83:

    Kernaussagen Kapitel 5
    Unsere Sinne irren hinsichtlich der Seinsweise der Dinge. Die Dinge erscheinen ihnen als essenziell wirklich, als objektiv und unabhängig gegeben, während das in der Tat nicht der Fall ist.

    Und doch stellen unsere Sinne verlässliche Wissensquellen darüber dar, welche Dinge existieren, vorausgesetzt sie werden nicht durch Echos, optische Täuschungen, Krankheit, Drogen etc. beeinträchtigt oder getrübt. Zwar erscheint uns ein Tisch irrtümlicherweise als intrinsisch wirklich, nichtsdestoweniger ist ein Tisch vorhanden, und wir wissen das vermittels unserer Sinnesorgane.

    Nichts existiert in der übertriebenen Weise, wie es unseren Sinen irtümlicherweise erscheint, nicht einmal konventionell.

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    simak

  • Off Topic: Zwei Wahrheiten - Textstellen

    • simak
    • 12. März 2012 um 15:14
    TMingyur:
    simak:

    Ich sehe gerade auf der Webseite von Guy Newland, dass er zudem noch ein Buch mit dem Titel The TwoTruths geschrieben hat.

    Wenn ich mich recht entsinne, dann verkündet der die typischen Gelug Prasangika Gedankengirlanden 8)

    Stimmt genau.

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    simak

  • Off Topic: Zwei Wahrheiten - Textstellen

    • simak
    • 12. März 2012 um 14:24

    Ich sehe gerade auf der Webseite von Guy Newland, dass er zudem noch ein Buch mit dem Titel The TwoTruths geschrieben hat. Nur auf englisch verfügbar, aber vielleicht noch dichter an der Ursprungsfrage dran.

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    simak

  • Off Topic: Zwei Wahrheiten - Textstellen

    • simak
    • 12. März 2012 um 13:58

    Der für mich bisher verständlichste Text dazu:
    Einführung in die Leerheit von Guy Newland
    Die genauen Textstellen reiche ich später nach.

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  • Alexithymiker der Superbuddhist ?

    • simak
    • 10. März 2012 um 10:58
    Bakram:

    ich frage mich gerade ob ein Alexithymiker womöglich bessere Voraussetzungen hat um Arhat zu sein. "Gefühlsblind" zu seint scheint doch ungeheuer hilfreich um buddhistische Ideale zu verwirklichen: frei von störenden Emotionen: Liebe nicht, hasse nicht etc...

    Ich habe mir kürzlich eine ähnliche Frage gestellt, nämlich wie sich organische Anomalien am Gehirn (Schlaganfall, Unfall, Tumore... ) auf das Empfinden von dukkha und die Möglichkeit sich davon zu befreien auswirken. Desgleichen schwere Geisteskrankheiten (Schizophrenie, Psychosen,... ). Ich vermute, dass sich Menschen deren skandhas funktional wesentlich vom 'gesunden Normalmenschen' abweichen nicht zur 'Zielgruppe' der Lehre Buddha Shakyamunis von der Überwindung des Leidens gehörten. Was nicht heißen soll, dass diese Menschen kein dukkha erfahren oder sich nicht davon befreien können, sondern nur, dass sich die Lehre nicht eins-zu-eins auf sie bzw. von ihnen anwenden lässt.

    Außerdem denke ich, dass 'Superbuddhist' zu sein am eigentlichen Ziel vorbei geht. Da wird, um im bekannten Bild zu bleiben, die Frage, wer der beste Floßfahrer ist verwechselt mit der Frage, wie es jemandem gelingt ans andere Ufer zu gelangen.

    Und ich frage mich, ob Arhat sein nicht eine zu verdinglichte Sicht ist. Auch ein Arhat kann doch nur bedingt enstehen und ich kann mir nicht vorstellen, dass Alexithymie eine förderliche Voraussetzung im paticca-samuppāda eines Arhat ist.

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    simak

  • Unterschiedliche Arten der Meditation (für Anfänger)?

    • simak
    • 4. März 2012 um 16:25

    @ Ji'un Ken
    Danke, genau so was meinte ich. Die Unterschiede in der von dir verlinkten Beschreibung zu den Anleitungen, nach denen ich angefangen habe, sind anscheinend auch nicht sehr groß: halbgeöffnete Augen statt geschlossener, die Hände sollten nicht auf den Oberschenkeln ruhen, zählen der Atemzüge statt sie mit 'einatmen - ausatmen' o. ä. zu begleiten.

    @Mirco

    Mirco:

    http://www.dhammasukha.org/Study/study.htm


    Danke für den Link. Gravierende Unterschiede zu den Anfängerübungen der von mir genannten Lehrer kann ich allerdings auch dabei nicht erkennen. Hier die Kapitelüberschriften zu den Übungen in Kornfields Meditation für Anfänger:

      Atemmeditation

        Verbindung mit dem Atem aufnehmen

        Mit Körperempfindungen arbeiten

        Mit Gefühlen arbeiten

        Die Gedanken beobachten

      Vergebungs-Meditation

      Herzensgüte-Meditation

      Eine Meditation beim Essen

      Eine Meditation beim Gehen

    Und da dein Link u. a. auf Anapanasati verweist und um auch noch Ajahn Brahm zu Worte kommen zu lassen:

    Zitat

    Sein ganzes Leben lehrte der Buddha Ãnãpãna-sati. Es war die Methode, die ihm Erleuchtung geschenkt hatte, die Meditationspraxis par excellence, und er gab sie an alle seine Schüler weiter, seien es Mönche oder Laien. Diese wichtigste aller Meditationsmethoden ist uns als Bestandteil vieler der ursprünglichen Suttats überliefert, vor allem aber im Ãnãpãnasati-Sutta der Majjhima-Sammlung (MN118)

    Im stillen Meer des Glücks - Handbuch der buddhistischen Meditation, Ajahn Brahm, Lotos Verlag 2007, S. 116

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    simak

  • Unterschiedliche Arten der Meditation (für Anfänger)?

    • simak
    • 4. März 2012 um 11:36
    Mirco:

    [Als Anfänger sollte man darauf achten, nicht Vipassana nach Joseph Goldstein, Jack Kornfield oder Ajahn Brahm zu üben.
    Da gewöhnt man sich Dinge an, die man später wieder loswerden muß um Fortschreiten zu können.

    Netter Trollversuch :)

    Also:

    simak:

    Was sind eigentlich die Unterschiede in der für Einsteiger empfohlenen/verbindlichen Art und Weise zu meditieren zwischen den verschiedenen Schulen (Theravada, Soto, Rinzai, Gelug, Kagyü,... )? (...) Mich interessieren erst mal nicht die subtilen, philosophischen, ideologischen, dogmatischen Spitzfindigkeiten, sondern wirklich nur die technischen Aspekte zur Durchführung, wie man sie für das erste Dutzend Sitzungen vom jeweiligen Lehrer erklärt bekommt und worauf man als Anfänger achten soll.

    Auf vergleichende Meinungen und Wertungen (insbesondere ohne jegliche Belege) bitte ich Euch zu verzichten. Danke

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    simak

  • Unterschiedliche Arten der Meditation (für Anfänger)?

    • simak
    • 4. März 2012 um 11:17

    Was sind eigentlich die Unterschiede in der für Einsteiger empfohlenen/verbindlichen Art und Weise zu meditieren zwischen den verschiedenen Schulen (Theravada, Soto, Rinzai, Gelug, Kagyü,... )?

    Ich kenne (und befolge) derzeit nur die Anleitungen zum Einstieg in Vipassana von Joseph Goldstein, Jack Kornfield und Ajahn Brahm. Im Wesentlichen heißt das zunächst einmal bequem sitzen (ggf. sogar auf einem Stuhl), Augen geschlossen, Achtsamkeit auf das Ein- und Ausmatmen richten (Nasenspitze, Zwerchfell - wo auch immer der Atem am deutlichsten wahrgenommen wird), Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen benennen und ggf. vorübergehend dort verweilen bis sie vorbeigezogen sind. Dauer zwischen fünfzehn Minuten und einer dreiviertel Stunde.

    Beim Zazen habe ich zumindest die Vorstellung, dass Körperhaltung und präzise Technik eine wesentliche Rolle spielen. Aber wenn ich lese, dass in anderen Schulen z. B. 'auf den 16. Karmapa' meditiert wird, habe ich nicht die geringste Vorstellung, was damit gemeint sein könnte (in der rein praktischen Durchführung).

    Mich interessieren erst mal nicht die subtilen, philosophischen, ideologischen, dogmatischen Spitzfindigkeiten, sondern wirklich nur die technischen Aspekte zur Durchführung, wie man sie für das erste Dutzend Sitzungen vom jeweiligen Lehrer erklärt bekommt und worauf man als Anfänger achten soll.

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  • Existenz: Was existiert, was nicht?

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    • 29. Februar 2012 um 08:42

    Um noch mal auf das Thema meiner ursprünglichen Frage zurückzukommen: Folgendes habe ich auf der angegebenen Seite beim googlen nach 'Leerheit Nichtexistenz' gefunden

    Zitat

    "Die Sichtweise der Nur-Geist-Schule (Cittamatra) vertritt, dass es keine äußeren Objekte gibt und die Welt nur vom Geist geschaffen ist."

    "Die Sichtweise der Autonomie-Schule (Svatantrika) vertritt, dass Dinge zwar objektiv existieren, aber nicht so, wie sie erscheinen."

    "Nach der Sichtweise der Konsequenzschule (Prasangika) sind Dinge durch geistige Zuschreibung etabliert, d.h. sie existieren ganz und gar in Abhängigkeit von einem wahrnehmenden Subjekt."

    "Leerheit ist ein korrektes Verständnis davon, wie Phänomene nicht existieren, nämlich unabhängig. Der nächste Schritt besteht darin, zu erkennen, wie sie in Wirklichkeit bestehen, nämlich abhängig."

    "Es ist schwieriger, die konventionelle Existenz von Phänomenen zu erkennen, als ihre Leerheit. Daher folgt sie nach der Erkenntnis der Leerheit. Wie Phänomene leer von inhärenter Existenz sind und dennoch durch gültige konventionelle Erkenntnis einwandfrei bestimmt werden können, bedeutet das Finden des Mittleren Weges. Wird der Mittlere Weg nicht gefunden, besteht die Gefahr, dass die Erkenntnis der Leerheit als Nicht-Existenz von Phänomenen missverstanden wird."

    "Eine korrekte Erkenntnis der Leerheit (Sunyata) aller Phänomene und ein korrektes Verständnis ihrer vielfältig abhängigen Bestehensweise (Pratityasamutpada) ist die unverzichtbare Voraussetzung für die Befreiung aus dem Daseinskreislauf und für die Erleuchtung."

    (Quelle: http://www.tibethaus.com/fuenf-bereiche…ium-praxis.html)

    Alles anzeigen


    Das wirkt auf mich so, als wenn die Frage ob und in welchem Sinne die Dinge existieren, von zentraler Bedeutung ist (zumindest für einige buddhistische Richtungen). Aus euren Antworten habe ich aber eher dein Eindruck gewonnen, dass die Frage und Energie darauf zu verwenden ihr nachzugehen für die buddhistische Praxis irrelevant bzw. unnütz ist. Verwirrter als vorher,

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  • Existenz: Was existiert, was nicht?

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    • 28. Februar 2012 um 11:55
    Nashorn:

    Erwachen alle, die Trauer, Kummer, Leid erfahren? Erwachen jene denen die Vergänglichkeit so drastisch vor Augen geführt wird?

    Nein. Aber ich nehme an, deine Fragen waren rhetorisch. Entschuldige, wenn ich deinen Monolog unterbrochen habe.

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  • Existenz: Was existiert, was nicht?

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    • 28. Februar 2012 um 07:29
    Nashorn:

    Aber warum erwachen sie nicht?

    Weil das nur das Wissen des Beobachters, des Analytikers ist, nicht das Wissen des Betroffenen. Wissen allein ist noch keine Erfahrung, keine Einsicht, kein Begreifen. Wenn ich weiß, dass mein Freund um den Tod seines Bruders trauert, was weiß ich dann schon über Trauer?

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  • Existenz: Was existiert, was nicht?

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    • 26. Februar 2012 um 18:16
    TMingyur:

    Ob etwas für jemanden existiert oder nicht existiert, oder sowohl das eine als auch das andere nicht zutreffend erscheint oder beides oder keines von beiden als nicht zutreffend erscheint, ist alleine vom Willen desjenigen abhängig. Da der Wille nicht frei sondern bedingt ist, ist es also von Gewohnheiten (sog. karmische "Früchte") abhängig.

    TMingyur:

    Der Wille ist hier nicht wörtlich im umgangsprachlichen Sinne zu verstehen, also als bewußter Gedanke "ich will" oder "so soll es sein". Deswegen ist beim abhängigen Entstehen ja auch von "Gestaltungen" die Rede, welche aus Unwissenheit entstehen und zu dem Ergebnis "Bewußtwerdung" führen. In der Art und Weise der Bewußtwerdung ist also quasi "un-bewußter" Wille enthalten.

    Ich glaube jetzt im zweiten Anlauf habe ich begriffen, was du meinst:
    Wenn ich auf logischen, widerspruchsfreien Begründungen bestehe und nur solche Begründungen überhaupt geneigt bin zu akzeptieren, ist keine objektive Anforderung, damit das Gesagte als wahr gelten kann, sondern meine persönliche Präferenz, die selber wieder auf meine karmisch bedingten (Denk)Gewohnheiten zurückgeht.

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  • Existenz: Was existiert, was nicht?

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    • 26. Februar 2012 um 17:09
    Ji'un Ken:

    Ich glaube nicht, das du auf diese Art zu einem Ergebnis kommst.


    Durch Lesen? Oder durch rationale Analyse? Ich habe kein Problem damit, wenn irgendwo steht <<die Wahrheit dieser Aussage kann erst auf einem bestimmten Erkenntnisniveau verstanden werden und dieses Erkenntnisniveau kann nicht durch intellektuelles Verstehen erreicht werden, sondern nur durch längere Praxis und Erfahrung.>> Sollte dann aber im Beipackzettel stehen :)

    Ji'un Ken:

    Wirklichkeit ist für mich das was wirkt, wie auch immer.
    Ich glaube nicht, das wir alles über logisches Denken und Begründen erfassen können.
    Das ist wie mit dem Geschmack eines Apfels. Du wirst ihn mir nie vermitteln können.

    Da stimme ich dir zu.

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  • Existenz: Was existiert, was nicht?

    • simak
    • 26. Februar 2012 um 13:00

    @darkwave

    darkwave:

    die dinge sind vergänglich, also existieren sie in einer bleibenden form nur eine gewisse zeit, das ist so.

    Danke darkwave. Ist das Kriterium 'bleibend' notwending, um zu sagen die Dinge existieren? Ich hätte gedacht alles ändert sich, während es existiert.

    @Ji'un Ken
    Danke für deine griffigen Erläuterungen.

    Ji'un Ken:

    Alles was ich habe, ist meine Wahrnehmung, sei es als sinnliche Wahrnehmung (hören, rieche, sehen, schmecken, tasten) oder als Gedanke. Ob es etwas außerhalb davon gibt, kann ich nicht wissen. Für mich gibt es deshalb nichts außerhalb davon.

    Für dich gibt es nichts außerhalb davon, weil es nicht relevant ist, oder weil es kontraproduktiv wäre diesen Standpunkt zu beziehen?

    Ji'un Ken:

    Die Fragen oder Stellungnahmen "ist oder ist nicht" oder "weder noch und sowohl als auch" gehen meiner Meinung nach in die Hose.

    'Existenz' wäre für mich auch gar kein Thema, wenn ich nicht in zahlreichen Erläuterungen zu den drei Daseinsmerkmalen oder zu Leerheit darüber stolpern würde. Vieleicht habe ich eine abweichende Definition des Begriffs, vielleicht ist es zuweilen ein Übersetzungsproblem, jedenfalls fehlt mir häufig zur Aussage, dass etwas (nicht) existiert noch die Begründung des Warum.

    @Charlie

    Charlie:

    Das Haus existiert.
    Als bedingtes Phänomen.
    Es ist eingebettet in ein vielfältiges Netz von Bedingungen und Relationen zu anderen Dingen. (...) Es gibt nur einen Existenzbegriff. Dieser umfasst die vom Buddha genannten drei Daseinsmerkmale.

    Charlie:

    Es ist hilfreich davon auszugehen, dass Seiendes ist, wohingegen die Hypothese vom Nichtsein fruchtlose und nutzlose Spekulation darstellt.
    Sicher ist, dass die Dinge anders sind, als wir sie uns gemeinhin vorstellen. Was an ihrem Dasein nichts ändert.

    Danke Charlie, perfekt verständlich für mich und deckungsgleich mit meinem Verständnis.

    @TMingyur

    TMingyur:

    Ob etwas für jemanden existiert oder nicht existiert, oder sowohl das eine als auch das andere nicht zutreffend erscheint oder beides oder keines von beiden als nicht zutreffend erscheint, ist alleine vom Willen desjenigen abhängig. Da der Wille nicht frei sondern bedingt ist, ist es also von Gewohnheiten (sog. karmische "Früchte") abhängig.

    D. h. ich kann mich durch wiederholtes Einnehmen der jeweiligen Position dazu erziehen, diese als zutreffend zu betrachten?

    @Hedin

    hedin:

    Jemand, der die Welt der relativen Wirklichkeit, Samsara sieht wie sie ist, dem kommt „Existenz“ der Dinge der Welt nicht in den Sinn.

    Danke Hedin, kannst du mir auch erklären warum nicht?

    Vielen Dank für eure hilfreichen Erlärungen bis hierher :)

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Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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