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Beiträge von erbreich

  • Reines Beobachten nach Nyanaponika

    • erbreich
    • 14. März 2016 um 12:29
    accinca:

    Also das stelle ich mir noch ein bißchen anders vor.


    Wir können natürlich das Reine Beobachten auch im Sinne höherer nanas interpretieren, was auf einer fortgeschrittenen Stufe sicher korrekt ist. Aber der Titel des Threads hier lautet ja: Reines Beobachten nach Nyanaponika, und Nyanaponika beschreibt es im Geistestraining so:

    Reines Beobachten ist das klare, unabgelenkte Beobachten dessen, was im Augenblick der jeweils gegenwärtigen Erfahrung (einer äußeren oder inneren) wirklich vor sich geht. (...) Es sind die «reinen Tatsachen», die hier zu Wort kommen sollen. Wenn sich nun aber an ein anfänglich reines Registrieren dieser Tatsachen aus alter Gewohnheit doch wieder gleich Bewertungen und andere Reaktionen anschließen, so sollen dann eben diese Reaktionen selber sofort wieder zum Gegenstand Reinen Beobachtens gemacht werden. Eine so gewonnene innere Freiheit dem Objekt gegenüber wird durch Einübung allmählich zu einer vertrauten Geisteshaltung, die leicht verfügbar ist, wenn sie benötigt wird. (...) Das Reine Beobachten wird hier empfohlen als eine methodische Übung in dafür bestimmten kürzeren oder längeren Perioden der Freizeit; sowie zur Anwendung in jenen, auch im geschäftigen Alltag möglichen Momenten, in denen man für eine Weile, und sei es nur für eine Minute, vom Getriebe zurücktritt, oder auch vor wichtigen Entscheidungen einige Minuten der Besinnung einfügt.

    mukti:

    Es bedeutet dass man sich "nur" oder "rein" auf das Beobachten verlegt, warum sollte man das denn nicht üben können oder dürfen. Natürlich ist es nicht rein in dem Sinn dass es vollkommen wäre.


    Ja, das ist wohl das, worauf accinca hinweisen will. Wie mit aller geistigen Entwicklung, so verhält es sich auch mit sati (und eben auch mit sati als Reinem Beobachten im Sinne Nyanaponikas): Es ist ein Entwicklungs-, ein Wachstumsprozess (Entfaltung: bhavana).

    Zitat

    Man vergisst ja leicht, das das Wort "Achtsamkeit" das eigentliche Wort (sati) nicht vollständig wiedergibt und weswegen es auch die verschiedensten Übersetzungen dafür gibt.


    Richtig. Ich finde es sehr hilfreich, jeweils die verschiedenen Übersetzungen und Interpretationen mit zu berücksichtigen (ein Aspekt, auf den Analayo in seinem Satipatthana-Buch übrigens in hilfreicher Weise eingeht). Mir persönlich passt diesbezüglich auch sehr die "Wahrheitsgegenwart" (Paul Debes, Fritz Schäfer). Dieses Verständnis illustriert auch, worauf ich eingangs hinweisen wollte:

    erbreich:

    Die Satipatthana-Übung gipfelt in der Erkenntnis und Verwirklichung der Vier Edlen Wahrheiten und beinhaltet daher auch den gesamten Buddha-Dhamma. Und zwar nicht als blosses Theoriewissen und auch nicht ausschliesslich (nicht einmal vornehmlich) auf dem Kissen, sondern ganz konkret im alltäglichen, praktischen Leben. Es bedeutet die Integration des Edlen Achtfachen Pfades in den Geist. Wie weit diese Integration fortgeschritten ist, zeigt sich dem Übenden in seinem ethischen Verhalten (sila), in seinem Herzensfrieden (Gemütsruhe; samadhi) und in seinem Wissen (Weisheit; panna).


    Das ist, nach meinem Verständnis, entwickelte sati, Wahrheitsgegenwart.

    mukti:

    Mir scheint du (Anm: zu accinca) denkst mit "reines Beobachten" ist der höchste Befreiungszustand gemeint, aber ich spreche nur von Übung.


    sati - als Reines Beobachten - ist sowohl wesentlicher Aspekt der Übung, als auch - als vollendete Wahrheitsgegenwart - Aspekt der Befreiung. Durch die Übung kommen wir immer näher an die Wahrheit heran, die Wahrheit (Dhamma) wird immer gegenwärtiger (unmittelbarer) erlebt.

  • Reines Beobachten nach Nyanaponika

    • erbreich
    • 13. März 2016 um 23:32
    accinca:

    Es ist hier gar nicht klar, das nichts so direkt zum "reinen Beobachten" führt wie die Satipatthana-Praxis. Ohne Beobachten läuft da gar nichts.
    -


    Das ist korrekt. Das Reine Beobachten ist sozusagen die Meta-Ebene: Es beobachtet nicht bloss die passiven Sequenzen (wie z.B. die Körperhaltung), sondern genauso die aktiven, wie z.B. das Aufkommen von Absicht, Entschluss und Anstrengung zur Überwindung der Hindernisse. Oder die Sinnenzügelung, usw.

    Reines Beobachten steht nicht im Widerspruch zu einem aktiven Leben der Entfaltung des Achtfachen Pfades. Im Gegenteil: Es beobachtet eben diese Entfaltung und nimmt das Heilsame, Förderliche ebenso wahr wie das Unheilsame, Hinderliche. Es nimmt zur Kenntnis. Und die geistigen Funktionen richten sich entsprechend des Beobachteten immer wieder neu auf den Pfad aus. Auf dem Kissen, wie auch im Alltag.

  • Reines Beobachten nach Nyanaponika

    • erbreich
    • 13. März 2016 um 23:09
    Jojo:

    Ich glaube, dass man die Triebe weder überwinden/unterdrücken noch veredeln kann.


    Immerhin wird es vom Buddha gelehrt...

    Zitat

    Ist auch nicht so wichtig.


    Findest du? Was sind denn Gier, Hass und Wahn? Sinnlichkeits- und Daseinstrieb, Nichtseins- oder Selbstvernichtungstrieb und Unwissenheitstrieb. Es geht sehr wohl darum, von diesen frei zu werden.

    Es ist sicher nicht so wichtig, wie wir das alles genau benennen. Aber dass wir den Achtfachen Pfad entfalten, der zur Aufhebung dieser Dinge führt, das ist wohl wesentlich. Da wird Reines Beobachten allein auf keinen Fall genügen. Und das hat auch der Ehrw. Nyanaponika ganz gewiss nicht so verstanden. Aber Reines Beobachten ist zweifellos ein sehr hilfreiches Werkzeug auf dem Weg, das streite ich keineswegs ab.

  • Reines Beobachten nach Nyanaponika

    • erbreich
    • 13. März 2016 um 22:46
    mukti:

    . Mehr gibt es darüber eigentlich gar nicht zu sagen, es ist eine von vielen möglichen Übungen.


    Okay. Ich wollte darauf hinweisen, dass das Reine Beobachten allein weder die eigentliche Satipatthana-Praxis ausmacht, noch zur Trieberlöschung führt. Immerhin stärkt es die Triebe (asava) nicht, aber es mindert sie auch nicht. Dazu bedarf es dessen, was der Buddha z.B. in M2 (Zumwinkel) als Triebüberwindung und in M8 (KEN) als Selbstläuterung beschreibt.

  • Reines Beobachten nach Nyanaponika

    • erbreich
    • 13. März 2016 um 20:13
    Jojo:
    erbreich:

    die Abschwächung und Überwindung der Triebe


    Das Wort "Überwindung" in diesem Zusammenhang lässt mich zunehmend schaudern. Meinst du wirklich "Überwindung", oder gebrauchst du das Wort eher zitathaft, als Chiffre, für "durchdringen, durchschauen"?


    Ich meinte die fortschreitende Befreiung vom Getriebensein. Buddha und Arahat sind "Triebversiegte", sie haben also die Triebe - das Getriebensein - überwunden. Das kommt natürlich nicht ohne Durchdringung, Durchschauung zustande. Wir könnten den Zustand des Unterwegsseins zu diesem Zustand hin vielleicht auch als "Triebveredlung" bezeichnen. Liesse dies dich weniger erschaudern?

  • Reines Beobachten nach Nyanaponika

    • erbreich
    • 13. März 2016 um 19:03

    Hallo mukti

    Nach langer Zeit hab' ich wieder mal ein wenig im Forum rumgestöbert und bin dabei auf deinen Thread hier gestossen. Ich habe die fünf Seiten durchgesehen, einige Posts intensiv gelesen, andere eher überflogen. Spannend.

    mukti:

    Es sollte eben ein Thread über diese Praxis sein, aus der praktischen Erfahrung heraus.


    Ein Schüler von Nyanaponika - Mirko Fryba - hat mich 1979 in Satipatthana eingeführt und mit dem Ehrw. Nyanaponika stand ich Mitte der 80er Jahre kurz in brieflichem Kontakt (persönlich kennengelernt habe ich ihn leider nie: Als ich es endlich nach Sri Lanka schaffte, war er seid drei Jahren verstorben). Seither ist Satipatthana mein eigentliches Übungsgebiet (kammatthana) geblieben (auch in meiner zwischenzeitlichen christlichen Phase, über die du ja Bescheid weisst, funktionierte der Geist dieser Übung gemäss. Die Objekte des 4. Satipatthana waren aber damals zum Teil andere, nämlich eben christliche Matrizen).

    So wie letztlich alle Meditationsobjekte durch Entfaltung grenzenlos werden (siehe z.B. Metta-Bhavana), so ist dies auch der Sinn und Zweck der gesamten Satipatthana-Praxis. Nyanaponika schreibt dazu:

    Besteht die Übung im allgemeinen «Gegenwärtighalten der Achtsamkeit» (satipatthāna), so braucht sie niemals «abgelegt» zu werden, sondern soll allmählich auf alle körperlichen, sprachlichen und geistigen Tätigkeiten ausgedehnt werden. Das erstrebte Ziel ist hier, daß das ganze Leben zur meditativen Übung wird und die meditative Übung Leben gewinnt. Wie weit dies gelingt, wird von der verfügbaren Geistesgegenwart und Achtsamkeit abhängen, sowie von der wachsenden und gewohnheitsformenden Kraft ernster, regelmäßiger Übung.

    Das Meditations-Gebiet der Achtsamkeits-Übung hat keine starren Grenzen, es ist vielmehr ein Reich, das ständig wächst, das sich immer weitere Bezirke des Lebens angliedert. Im Hinblick auf diesen allumfassenden Geltungsbereich der Satipatthāna-Methode war es wohl, daß der Meister sagte: «Was ist nun, ihr Mönche, das (heimatliche) Gebiet (gocara) des Mönchs*, sein eigenes, angestammtes Bereich? Es ist eben dieses vierfache Gegenwärtighalten der Achtsamkeit.» Der Jünger dieser Geistesschulung soll sich daher ständig mit Sāntideva fragen: «Wie kann wohl unter diesen Umständen die Übung der Achtsamkeit betätigt werden?» (Bodhicaryāvatāra VII, 73)

    Die Satipatthana-Übung gipfelt in der Erkenntnis und Verwirklichung der Vier Edlen Wahrheiten und beinhaltet daher auch den gesamten Buddha-Dhamma. Und zwar nicht als blosses Theoriewissen und auch nicht ausschliesslich (nicht einmal vornehmlich) auf dem Kissen, sondern ganz konkret im alltäglichen, praktischen Leben. Es bedeutet die Integration des Edlen Achtfachen Pfades in den Geist. Wie weit diese Integration fortgeschritten ist, zeigt sich dem Übenden in seinem ethischen Verhalten (sila), in seinem Herzensfrieden (Gemütsruhe; samadhi) und in seinem Wissen (Weisheit; panna).

    Aus meiner persönlichen Erfahrung auf dem "direkten Weg" (Analayo) oder auf "dem Weg, der einzig zu Nibbana führt" (Bhikkhu Bodhi), kann ich sagen, dass die Abschwächung und Überwindung der Triebe als eine Lebensaufgabe angesehen werden muss. Wie weit ich damit in dieser Existenz kommen werde, wird sich zeigen. Der Buddha verspricht in der Lehrrede den ernsthaft Praktizierenden immerhin die Überwindung von Gier und Hass (Sinnlichkeitstrieb) und damit die Nichtwiederkehr... :)

    Solltest du an vertiefender Theorie für deine Praxis interessiert sein, kann ich dir ein Buch wärmstens empfehlen, welches mir, als es herauskam, wie die lange gesuchte Fortsetzung zu Nyanaponikas Geistestraining erschienen ist:

    Analayo: Der direkte Weg - Satipatthana

    Liebe Grüsse, erbreich

  • H A I K U S

    • erbreich
    • 8. Januar 2012 um 20:00

    Wandlungen wandeln
    Verwandeln dieses in das
    Loslassen was war

  • H A I K U S

    • erbreich
    • 1. Januar 2012 um 14:30

    Jener der als Licht
    Der Welt wie der Erwachte
    Für die Wahrheit ficht

  • Einhaltung des Mittleren Weges.

    • erbreich
    • 22. November 2010 um 10:59
    Ryonin:

    Kasina-Meditation...
    Sie scheint in westlichen Theravadakreisen aber recht unbekannt zu sein.


    In Tschechien wird die Kasina-Praxis (zwecks Sammlung) von Ven. Ayukusala Thera (Dr. Mirko Fryba) gelehrt: Siehe hier.

    Liebe Grüsse, erbreich

  • Ego - warum so stark???

    • erbreich
    • 22. Mai 2010 um 15:41

    Das wünsch’ ich mir

    Den Geist befrei’n, das möcht’ ich sehr
    Von aller Knechtschaft Wiederkehr
    Das Bewusstsein frei und leer
    So hätt’ ich’s gerne, mehr und mehr!

    Ich sage selber mir: Tu’s jetzt!
    Doch wer soll was? – Ich bin verletzt…
    Ich bin, ich bin, ich bin, ich bin
    Und finde deshalb nicht den Sinn

    Leer von Ich und leer von Mein
    Leer von solchem Trug und Schein
    Ist des Erwachten Sinn und Sein
    Und sein Herz und Geist sind rein

    Doch in mir sieht’s anders aus:
    In diesem Nama-Rupa-Haus
    Wohnt dünkelhaft und fett
    Ein Ich das überhaupt nicht nett

    Ich weiss, das ist die Illusion
    Und üb’ seit dreissig Jahren schon
    Doch immer noch sitzt sie im Herzen
    Und schenkt täglich treu mir Schmerzen

    Die Illusion von Ich und Mein
    Das ist die wahre Wurzel-Pein
    Sie will mal dies, dann wieder das
    In ihr entstehen Gier und Hass

    Ich setz’ mich hin und werde still
    Denn alles was ich wirklich will
    Ist Friede und Befreiung
    Von der Ich-Umklammerung

    So möge denn zum Segen mir
    - Und allen Wesen, so auch dir -
    Der Dhamma sich im Herz entfalten
    Und es befrei’n von allem Halten

    Das wünsch’ ich mir…

    erbreich

  • Einhaltung des Mittleren Weges.

    • erbreich
    • 16. Mai 2010 um 16:00

    Hallo guter Mitlaie!

    Ja, es ist ein häufig anzutreffendes Phänomen - und auch ich bin im lange Zeit erlegen - zu denken, sitzende Meditation sei das a und o der Geistesentfaltung und etwas anderes brauche es nicht. Noch schlimmer kann es werden, wenn zu Beginn der Übungspraxis aussergewöhnliche geistige Zustände beim Sitzen erlebt werden (wie es mir vor dreissig Jahren ergangen ist) und man daraufhin eine richtiggehende Sucht nach aussergewöhnlichen Geisteszuständen entwickelt - durchaus vergleichbar mit der Sucht nach dem Rausch einer Drogenwirkung. Da geht der wahre Pfad gänzlich verloren und der Übende driftet ab in Gefilde, von denen er nur durch diszipliniertes konkretes Studium und lange "Arbeit" wieder auf den mittleren Weg zurückfindet.

    Der Ehrwürdige Nyanaponika ("Geistestraining durch Achtsamkeit") schrieb in einem Brief (nicht an mich) 1983 (zu finden im Buch "Zur Erkenntnis geneigt"; 1986; Seite 205):

    "Bei den meist jungen Menschen, die an buddhistischen Meditationskursen verschiedener Richtungen teilnehmen, wird wohl persönliche Problematik als Motivierung vorwiegen: Unzufriedenheit mit materialistischen Lebenswerten, Unzufriedenheit mit der Richtungslosigkeit und Unrast des eigenen Lebens, usw. Es fragt sich aber ob, oder wie weit, die Betreffenden bei ihrer Meditation eine buddhistische Zielsetzung haben. Einige mögen es klar und offen sagen, dass es für sie nur eine Art Therapie oder "Seelenhygiene" ist. Andere mögen sich wohl als Buddhisten bezeichnen, wollen aber "nur meditieren" und sind an den beiden anderen "Schulungen", Sittlichkeit und Weisheit (Erkenntnis, Studium), nicht interessiert. Ja, sie mögen, wenn genauer befragt, nicht bereit sein, die vier Wahrheiten in ihrer Ganzheit zu akzeptieren."

    Die Entfaltung der Ethik (sila) und des Wissens (panna) ist aber für die Befreiung genauso unerlässlich wie die Entfaltung der Sammlung (samadhi). Wird das nicht berücksichtig, dann wird unweigerlich zwischen der methodischen sitzenden Meditation und dem Alltagsbewusstsein eine unüberwindbare Kluft bestehen bleiben und von der vermeintlichen Geistesentfaltung wird im täglichen Leben nichts zu bemerken sein. Umgekehrt wird die sitzende Meditation ein isoliertes, lebloses Geschehen bleiben. Deshalb schrieb der Ehrw. Nyanaponika im "Geistestraining durch Achtsamkeit":

    „Besteht die Übung im allgemeinen ‚Gegenwärtighalten der Achtsamkeit’ (satipatthāna), so braucht sie niemals ‚abgelegt’ zu werden, sondern soll allmählich auf alle körperlichen, sprachlichen und geistigen Tätigkeiten ausgedehnt werden. Das erstrebte Ziel ist hier, dass das ganze Leben zur meditativen Übung wird und die meditative Übung Leben gewinnt. Wie weit dies gelingt, wird von der verfügbaren Geistesgegenwart und Achtsamkeit abhängen, sowie von der wachsenden und gewohnheits-formenden Kraft ernster, regelmässiger Übung."

    Das erwähnte Buch kann übrigens eine grosse Hilfe für die Achtsamkeits-Übung sein, hier findest du es Online. Daraus noch was zu Deinem Thema hier.

    Liebe Grüsse und Metta!
    erbreich

  • Amida-Buddhismus auf youtube

    • erbreich
    • 3. Dezember 2009 um 16:24
    Ryonin:

    Und es ist für mich auch nicht so, daß ich dadurch etwas für mich erlangen kann. Um (Name unsicher, ich glaube es war bel, aber so ähnlich heisst es auch in den Rezitationen zur Morgenglocke,das in der Kwan Um Zen Tradition rezitiert wird) zu zitieren: Ich und alle Wesen (alles Sein) erlangen gemeinsam Buddhaschaft.


    Als ich diese Aussage las, kam mir sogleich eine andere, christliche, in den Sinn, und die möchte ich Dir nicht vorenthalten:

    „Unsere Reise zur Theosis, die die Erfüllung unseres Heils ist, wird durch drei Merkmale besonders gekennzeichnet:
    1. Erlösung ist gemeinschaftsbezogen
    2. Erlösung ist sakramental
    3. Erlösung ist kosmisch

    Erlösung bezieht sich auf die ganze Gemeinschaft, nicht auf einzelne Individuen. Wir werden nicht alleine gerettet, sondern als Mitglieder einer einzigen menschlichen Familie...
    Der Christ ist derjenige, der nicht 'Ich', sondern 'Wir' sagt, derjenige, der Schwestern und Brüder hat; und niemand von uns kann gerettet werden, wenn wir ihnen den Rücken zukehren...
    ...meine Rettung ist zwingend mit der Rettung meines Nachbarn verbunden...
    Keine Zweiteilung zwischen heilig und weltlich. Erlösung betrifft nicht nur die Kirche, sondern die Gesellschaft. Bei unserem Streben nach Theosis können wir als Christen nicht von den Leiden unserer Mitmenschen unberührt bleiben...
    Wie Nikolaj Berdjaev (1874-1948 ) zu Recht betonte: Brot für mich selbst mag eine materielle Frage sein, aber Brot für meinen Nachbarn ist immer eine spirituelle Frage...
    Niemand wird alleine gerettet: Ohne gegenseitige Vergebung gibt es keine Erlösung...
    Erlösung ist kosmisch in ihren Dimensionen. Unsere Soteriologie muss umfassend sein. Es ist der ganze Mensch, der gerettet wird. Ein Mensch ist keine Seele, die zeitweilig in einem Körper wandelt, sondern eine vollständige Einheit von Körper und Seele... aber das ist nicht alles. Durch unsere Körper beziehen wir uns auf unsere materielle Umgebung um uns, und deshalb bedeutet unsere Heiligung auch die Heiligung dieser Umgebung. Wir werden nicht von der Welt sondern mit der Welt erlöst...
    Dieser kosmische Charakter der Erlösung verpflichtet uns, die Heiligkeit allen Lebens zu bejahen, Tiere wie Menschen. Mit den Worten von William Blake: 'Alles, das lebt, ist heilig.' Es verpflichtet uns, in gleicher Weise die Heiligkeit aller Materie zu bejahen, ob beseelt oder unbeseelt. Die Verehrung der Schöpfung... ist etwas, das alle unsere Handlungen auf Erden durchdringen sollte. Wir müssen die Welt als ein Sakrament von Gottes Gegenwart behandeln und alles, das geschaffen wurde, als 'theophan'. Nichts, das durch Gott geschaffen wurde, ist einfach oder schlecht; es kann als Kanal für seine Gnade dienen."
    (aus "Mensch werden - an Gott teilhaben" von Kallistos Ware, Bischof von Diokleia)

    :D

    Gruss, erbreich

  • Amida-Buddhismus auf youtube

    • erbreich
    • 2. Dezember 2009 um 18:30
    Ryonin:

    Und für mich ist es stimmig mit jedem Namu Amida Butsu von neuem.


    Danke Ryonin für den Beitrag. Ich habe keine grundsätzlichen Einwände. Da ich selber nach 20 jahren Dhamma-Weg für ein paar Jahre den christlichen Weg gegangen bin, sehe ich jedoch auch in diesem Beschrieb des Dhamma eher den christlichen Weg gespiegelt als das, wie ich Dhamma kenne und praktiziere. Aber das muss ja nun nicht heissen, dass es deswegen nicht Dhamma sei.

    Gegen Ende meiner christlichen Zeit habe ich (ein- zwei Jahre lang) versucht, die beiden Wege in eins zu bringen, habe es aber schliesslich aufgegeben. Es forderte zu viel Zeit und Kraft, die ich besser in einen Weg investiere um diesen konsequent zu gehen, als breitbeinig auf zwei Wegen zu hinken. So geht es mir auch bezüglich der verschiedenen buddhistischen Traditionen. Es ist sicher nicht falsch - und kann in Diskussionen hilfreich sein - die verschiedenen Darstellungen des Weges ein wenig zu kennen, für die eigene Praxis empfinde ich es aber als kaum hilfreich, eher verwirrlich.

    Ich habe vor dreissig Jahren Satipatthana als mein Kammatthana entgegen genommen und erlebe diesen Übungsweg als klar, gradlinig und stets weiterführend. Wenn dies für Dich das Namu Amida Butsu ist, dann wünsche ich Dir ein frohes Weiterwandern auf Deinem Weg!

    Gruss, erbreich

  • Amida-Buddhismus auf youtube

    • erbreich
    • 1. Dezember 2009 um 17:50
    brigitte:

    Mich erinnert dieser so sympathische Buddha an Jesus


    Weil dieser Buddha uns (abgesehen von der Rezitation eines Mantras) aller Anstrengungen zur Befreiung enthebt, er also einen christusgleichen Erlöser darstellt? ;)
    Einen solchen Buddha brauchst DU ja nun wohl nicht, liebe Brigitte, dazu hast Du ja Jesus, oder?

    Ich denke nicht, dass Buddha angebetet und als Erlöser verehrt werden wollte (das denke ich übrigens auch von Jesus nicht). Ich denke auch nicht, dass er Robert Anton Wilsons Aussage "Es mag tausend Inkarnationen dauern, aber schliesslich erreichst du es und hey, wir haben viel Zeit" so toll gefunden hätte. Er zeigte nicht einen Weg, der tausend Inkarnationen benötigt, jedenfalls ganz bestimmt nicht von dem Augenblick an, in welchem man dem Buddha und seinem Dhamma begegnet. Der Pfad wird in diesem einen Leben betreten und, ein wenig Anstrengung und Disziplin vorausgesetzt, wird dieses eine Leben, wenn nicht direkt mit der Arahatschaft, dann doch mit der Niewiederkehr zum Abschluss gebracht. Ob das mit einem Mantra und ohne weitere eigene Bemühung geht, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls hat der historische Buddha Gotama derartiges nicht gelehrt, sondern vielmehr die vier Edlen Wahrheiten und darin einbegriffen den Edlen Achtfachen Pfad zur Leidbefreiung. :idea:

    Liebe Grüsse, erbreich

  • Frage zu Liebesbeziehungen im Buddhismus

    • erbreich
    • 11. November 2009 um 16:55

    Guten Abend Monika

    Deine Worte strahlen Gleichmut aus und sie erinnern mich an eine Betrachtung über den Gleichmut von Nyanaponika in "Im Lichte des Dhamma". Ein paar Streiflichter daraus:

    Die Leidenswelt braucht Gleichmut.
    Einen Gleichmut, der in bewusster Pflege stark geworden ist.
    Nur ein Gleichmut, der in Erkenntnis wurzelt, hat diese Kraft.
    Alles, was uns widerfährt, stammt aus dem Mutterschoss unseres Wirkens in Taten, Worten und Gedanken.
    Befällt uns doch einmal die Furcht vor dem Ungewissen, so kennen wir die sichere Zuflucht: nämlich unser Wirken, unser gutes Wirken.
    Vertrauen erfüllt uns zur schützenden Kraft jenes Guten, das wir in der Vergangenheit taten.
    Und Mut erfüllt uns, eben in dieser Gegenwart Gutes zu wirken, selbst dann, wenn gerade die Last schweren Geschickes auf uns ruht.
    Je länger wir uns bewusst üben, Gutes zu tun und Schlechtes zu meiden, desto stärker wird in uns die Gewissheit:
    Mehr und mehr schwindet Übles, nur noch Gutes kann die Zukunft bringen!
    Und durch solche Gewissheit entstehen in uns Freude und Vertrauen, Geduld und Gleichmut.
    Dann wird das Wirken zum Freund und mit ihm auch jene Wechselfälle des Lebens, die das Ergebnis unseres Wirkens sind.
    Auch sie werden zu Freunden, selbst wenn sie Leiden bringen.
    Gleichmut ist vollkommenes, unerschütterliches Ebenmass des Gemütes, wurzelnd in Erkenntnis.
    Heiliger Gleichmut - oder wie wir auch sagen mögen: der gleichmütige Heilige - ist die Innere Mitte der Dinge.
    Die Innere Mitte des heiligen Gleichmutes ist unerschütterlich, denn sie ist unverstörbar von aussen.
    Sie ist unverstörbar von aussen, weil sie ohne Hangen ist.

    "Für das, was abhängig ist, gibt es auch Bewegung;
    für das, was nicht abhängig ist, gibt es keine Bewegung;
    wo keine Bewegung ist, ist Ruhe;
    wo Ruhe ist, da ist kein Verlangen;
    wo kein Verlangen ist, da ist kein Kommen und Gehen;
    wo kein Kommen und Gehen ist, ist kein Vergehen und Neu-Entstehen;
    wo kein Vergehen und Neu-Entstehen ist, ist weder ein Hienieden noch ein Jenseits, noch ein Etwas zwischen beiden.
    Eben dies ist das Ende des Leidens."

    Ende Zitat.

    Nyanaponika im hohen Alter von 92 Jahren (ein Jahr vor seinem Tode) in der Forest Hermitage in Kandy, Sri Lanka, wo er den grössten Teil seines Lebens verbracht hat. Für mich persönlich stellt er eine Personifizierung solchen Heiligen Gleichmuts dar.

    Gleichmut hilft uns aber nicht nur auf dem konkreten Weg der spirituellen Praxis, sondern ebensosehr in Belangen wie der hier besprochenen Liebesbeziehungen. Er darf allerdings nicht mit weltlicher Gleichgültigkeit verwechselt werden. Dazu noch einmal Nyanaponika:

    "Doch es muss ein Gleichmut sein, der wache Kraft ist, nicht stumpfe Gleichgültigkeit; der, in bewusster Pflege stark geworden, nicht abhängig ist vom Zufall einer Stimmung... Will man nun den Gleichmut sicher gründen, so hat man sich allmählich zu üben im Aufgeben des Mein-Gedankens, beginnend mit Dingen, von denen man sich ohne grosse Schwierigkeiten trennt, bis zu Besitztümern und Zielen, an denen man mit seinem ganzen Herzen hängt. Stufenweise hat man sich zu üben im Aufgeben des Ich-Gedankens, beginnend mit einem kleinen Ausschnitt seines sogenannten Ich, mit Eigenschaften geringerer Wichtigkeit, kleinen Gewohnheiten und Schwächen, bis man schliesslich zu jenen Gefühlen und Gedanken, Zuneigungen und Abneigungen kommt, mit denen man sich völlig identifiziert, völlig verwachsen fühlt, die man für das Zentrum seines Ich hält. Je mehr man sich vom Ich- und Mein-Gedanken löst, desto stärker wird der Gleichmut. Denn wie sollte das, was man als fremd und wesenlos erkennt, Beunruhigung bringen, sei es durch Lust oder durch Leid? So führt die Lehre vom Nicht-Ich direkt auf den Weg zur Erlösung, zum heiligen Gleichmut."
    (Ende Zitat)

    Liebe Shirin

    Es soll Dir nicht gleichgültig sein, wie andere Menschen mit Dir umgehen und Du brauchst Dich nicht zum Opfer ihrer Leidenschaften zu machen oder machen zu lassen. Übe Dich in Dhamma, und Du wirst Kraft, Mut, Vertrauen und Weisheit entwickeln, die Dir ermöglichen in den von Nyanaponika angesprochenen "Wechselfällen des Lebens" mit gleichem Mut - eben: gleichmütig - das von Dir in der jeweiligen Situation als heilsam Erkannte zu tun.

    Liebe Grüsse, erbreich

  • Frage zu Liebesbeziehungen im Buddhismus

    • erbreich
    • 11. November 2009 um 10:32
    monikamarie:

    ...weil ich nicht an Zufälle glaube und sich in meinem Leben schon die dollsten Drehungen und Windungen zu meinem Vorteil entwickelt haben, dass ich auf kein damaliges Leid-verursachtes Er-Leben verzichten möchte.


    Ein spontaner Gedanke dazu, der in der Bibel zu finden ist:

    Röm 8,28
    Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt...

    :idea:

    Gruss, erbreich

  • Frage zu Liebesbeziehungen im Buddhismus

    • erbreich
    • 9. November 2009 um 20:06
    monikamarie:

    Shirin empfindet einfach Leid.


    Da hast Du wohl recht damit.
    Und seit ihrem Einstieg hier mit den beiden Beiträgen hat sie nicht mehr gepostet.
    Es macht wohl wenig Sinn, hier über sie und ihre Umstände zu diskutieren, wenn sie nicht dabei ist...

    Falls Du mitliest, Shirin, melde Dich doch mal wieder.
    Wie geht es Dir? Kommst Du klar?

    Was Monika hier sagt, kann ich nur bekräftigen:

    Zitat

    Und da kommst Du nur raus, Shirin, wenn Du Klarheit schaffst, die Tatsachen akzeptierst und Dich mit den Ursachen des Leids und dem Weg daraus beschäftigst.


    So ist es. Immer und in jeder leidvollen Lebenssituation.

    Zitat

    Es ist der einzige Weg, das Elend zu beenden.


    Wenn einen weisen Freund man findet,
    Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll,
    Jedwede Widrigkeiten überwindend,
    Mag wandern man mit ihm, beglückt und achtsam.

    Wenn keinen weisen Freund man findet,
    Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll,
    Gleich einem König, der besiegtes Land verläßt,
    Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    (Sutta-Nipata; Verse 45-46)

    Viel Kraft, Vertrauen und Mut zur Wahrheit wünscht Dir
    erbreich

  • Frage zu Liebesbeziehungen im Buddhismus

    • erbreich
    • 7. November 2009 um 09:42

    Hallo Shirin

    Shirin:


    ...aber nachdem diese Frau so "weit" fortgeschritten ist ...


    Was heisst "weit fortgeschritten"?
    Wenn auf sie - und übrigens auch auf deinen Freund - der Begriff "fortgeschritten" angebracht sein soll, dann müssten sie beide zumindest "Stromeingetretene" sein. Und im Grunde ist selbst dies erst das Anfänger-Stadium. Inwiefern denkst Du, die beiden seien "fortgeschritten"?

    Bereits ein Stromeingetretener beachtet und respektiert die 5 Sila (wenn er auch darin noch fehlen kann), und lässt sich korrigieren. Thich Nhat Hanh hat das entsprechende Sila folgendermassen formuliert:

    „Im Bewusstsein des Leids, das durch sexuelles Fehlverhalten entsteht, gelobe ich, Verantwortungsgefühl zu entwickeln und Wege zu erlernen, die Sicherheit und Integrität von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Ich bin entschlossen, keine sexuellen Beziehungen einzugehen, die nicht von Liebe und der Bereitschaft zu langfristigem Zusammensein getragen sind. Ich bin entschlossen, meine Bindungen und die Bindungen anderer zu respektieren, um unser aller Glück zu erhalten. Ich will alles tun, was in meiner Macht steht, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und verhindern, dass Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinander brechen.“

    Das ist der Massstab, den bereits ein Anfänger - und erst recht ein Fortgeschrittener - an sein eigenes Verhalten anlegt. Das gilt für Deinen Freund und seine Bekannte.

    Für Dich gilt etwas anderes: Schütze Dich selber dadurch, dass Du Dich nicht missbrauchen lässt. Das geht nur, indem Du die volle Verantwortung für Deine Beziehung zu Deinem Freund übernimmst. Wie kannst Du in dieser Situation heilsam handeln? Sein Karma (Wirken) ist seine Sache, das seiner Bekannten die ihre. Dein Karma aber, Dein Wirken liegt auch in dieser Situation und unter diesen Umständen in Deiner Hand. Lass Dich nicht zum Opfer machen!

    Mit lieben Grüssen wünscht Dir heilsame Entscheidungen
    erbreich

  • Off Topic: Zen Mönche und Nonnen

    • erbreich
    • 3. September 2009 um 21:47
    Wolke:

    Und wann ist frau dann Nonne? :grinsen:

    Das Maha-Satipatthana-Sutta beginnt mit den Worten ("bhikkhu" übersetzt mit "Nonne"):

    «Der einzige Weg ist dies, o Nonnen, zur Läuterung der Wesinnen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Schwinden von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung der rechten Methode, zur Verwirklichung des Nibbāna, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Welche vier?

    Und die Kommentarin erklärt dazu:

    Ihr Nonnen. Dies ist die Anredeform an diejenigen Menschinnen, welche die Lehre annehmen.

    Da ist hier die Nonne. Die Nonne ist hier lediglich als Beispiel genannt für eine Menschin, die sich im Wandel der Verwirklichung (patipatti) müht. Wohl mühen sich auch andere - Göttinnen und Menschinnen - darin; um jedoch die Vorzüglichkeit des Nonnentums im Wandel der Verwirklichung zum Ausdruck zu bringen, wird hier von der ,Nonne' gesprochen. Unter denen nämlich, welche die Unterweisung der Erhabenen annehmen, ist die Nonne die Vorzüglichste, weil sie für alle Arten der Unterweisung empfänglich ist. Durch ihre Erwähnung sind jedoch auch die übrigen einbegriffen.

    Wer diesen Wandel der Verwirklichung lebt, der trägt den Namen ,Nonne'. Um so zu zeigen, daß das Nonnentum im Wandel der Verwirklichung besteht, wird hier von der Nonne gesprochen. Die den Verwirklichungswandel Lebende, sei sie eine Göttin oder eine Menschin, die eben erhält die Bezeichnung ,Nonne'. Wie es heißt:

    "Auch wenn geschmückt man, aber rechtlich wandelt,
    Gestillt, bezähmt, eine Menschin gesichert auf den Pfaden.
    Abstehend von Gewalt bei allen Lebewesinnen,
    Dann ist man Priesterin, ist Asketin man und ist Nonne."

    Zufrieden? ;)

  • Zen Mönche und Nonnen

    • erbreich
    • 3. September 2009 um 20:42

    Das Maha-Satipatthana-Sutta beginnt mit den Worten ("bhikkhu" übersetzt mit "Mönch"):

    «Der einzige Weg ist dies, o Mönche, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Schwinden von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung der rechten Methode, zur Verwirklichung des Nibbāna, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Welche vier?

    Und der Kommentar erklärt dazu:

    Ihr Mönche. Dies ist die Anredeform an diejenigen Menschen, welche die Lehre annehmen.

    Da ist hier der Mönch. Der Mönch ist hier lediglich als Beispiel genannt für einen Menschen, der sich im Wandel der Verwirklichung (patipatti) müht. Wohl mühen sich auch andere - Götter und Menschen - darin; um jedoch die Vorzüglichkeit des Mönchtums im Wandel der Verwirklichung zum Ausdruck zu bringen, wird hier vom ,Mönch' gesprochen. Unter denen nämlich, welche die Unterweisung des Erhabenen annehmen, ist der Mönch der Vorzüglichste, weil er für alle Arten der Unterweisung empfänglich ist. Durch seine Erwähnung sind jedoch auch die übrigen einbegriffen.

    Wer diesen Wandel der Verwirklichung lebt, der trägt den Namen ,Mönch'. Um so zu zeigen, daß das Mönchtum im Wandel der Verwirklichung besteht, wird hier vom Mönch gesprochen. Der den Verwirklichungswandel Lebende, sei er ein Gott oder ein Mensch, der eben erhält die Bezeichnung ,Mönch'. Wie es heißt:

    "Auch wenn geschmückt man, aber rechtlich wandelt,
    Gestillt, bezähmt, ein Mensch gesichert auf den Pfaden.
    Abstehend von Gewalt bei allen Lebewesen,
    Dann ist man Priester, ist Asket man und ist Mönch."

    (Dhammapada, v. 142)

    Gruss, erbreich

  • Wie mit Alter, Krankheit und Tod umgehen?

    • erbreich
    • 23. August 2009 um 19:37
    Padma:

    Wer um die Leerheit von Sinneseindrücken bzgl. "schön", "angenehm" oder auch "hässlich" und "unangenehm" weiß, für sind Begriffe wie "Genießen" oder auch "Ekel" nur Ausdruck von Unwissenheit und Verblendung.


    Das theoretische Wissen darum sagt noch gar nichts darüber aus, wo der Mensch steht. Wirklich frei von Sinnenlust und von Ekel an Sinnenobjekten ist erst der Anagami. Und darüber kommt dann immer noch die Lust an (das Begehren nach) feinkörperlichen und unkörperlichen Erlebensbereichen. Auch dort gibt es wiederum Lust und Unlust. So argumentiert müsste festgestellt werden, dass erst der Arahant frei ist von "Geniessen" (in Deinem, nicht in Peters Verständnis). Aber das "Geniessen", wie es Peter definiert (als Freude), dürfte selbst dem Arahant nicht fremd sein. Die feine Freude, ja, Belustigung, des Buddha spricht ebenfalls dafür:

    * hasituppāda citta* wörtl. ‘Das Heiterkeit erzeugende Bewußtsein'.

    So nennt der Abh. S. das als karmisch-unabhängige Funktion (siehe kiriya-citta) bloß im Arahat aufsteigende freudige Geistbewußtseins-Element (manoviññāna-dhātu) der Sinnensphäre (s. Tab. I. 72).

    Es ist hier gemeint der beim Sicherinnern an gewisse merkwürdige Kontraste Lächeln veranlassende Bewußtseinszustand, wie es z.B. in M. 81 heißt »Und der Erhabene bog vom Wege ab, und an einer gewissen Stelle zeigte er ein Lächeln (sitam pātvākāsi) usw.«

    Ich denke, wir sind keineswegs gezwungen, den Begriff "Genuss" mit der Vorstellung des Anhaftens zu verbinden. Vor allem jetzt nicht mehr, da uns Peter sein Verständnis erklärt hat. Über Begriffe Streitgespräche zu entwickeln lohnt sich nicht. Sie sind, wie gerade vorher im andern Thread gesagt, reine Konvention. Hier noch einmal zur Wiederholung:

    Abhidhammattha-Sangaha:

    §211
    Der Begriff, der, aufgrund des Wortgeräusches im Hörbewusstseinsprozess entstanden, das Objekt des unmittelbar darauf aufsteigenden Geisttors bildet, durch das die Bedeutung desselben erkannt wird, dieser Begriff muss betrachtet werden als durch Übereinkunft der Menschen festgelegt.

    Konvention, die Begriffe, nichts anderes. Wir können sie mit Bedeutung füllen wie wir wollen. Sie sind keine Warheiten an sich. Wenn wir uns also verstehen wollen, dann versuchen wir gegenseitig, die Bedeutungen unserer verwendeten Begriffe zu erfassen. Wenn wir dazu keine Bereitschaft haben oder nicht in der Lage sind, dann erübrigen sich auch Gespräche, denn sie hätten, da wir ja schon die Bedeutung der verwendeten Worte nicht verstehen, keinerlei Sinn.

    Peter spricht also von Freude und Dankbarkeit, deren Erleben er als "Genuss" bezeichnet. Kein Problem. Inwieweit er diesem Erleben gegenüber frei ist, nicht angehangen, das lässt sich von uns hier (und schon gar nicht im virtuellen Raum) nicht feststellen. Ist aber auch nicht unsere Aufgabe, sondern seine. Ich denk' mal, ich hab' noch genug zu tun mit meinen eigenen Anhaftungen.

    Gruss, erbreich

  • Wie mit Alter, Krankheit und Tod umgehen?

    • erbreich
    • 23. August 2009 um 17:58

    Also. Du kennst schon zwei Denksysteme, eigentlich drei Denksysteme. Hm? Das eine ist das normale Denken. Wenn wir miteinander reden, wie jetzt auf Hochdeutsch oder auch in ‘Schwyzerdütsch’, da hat man hinter der Sprache ein System, das alle kennen und sich darüber einig sind. Hm? Alle haben es, auf der Strasse und an der Uni, das ist gleich. Ein Denksystem. Dann gibt es das Denksystem der Buddha-Lehre, hm? das du gut kennst. Und das ist eben schon etwas Besonderes. Das muss man den anderen erklären. Da sind nicht alle einverstanden. Und das dritte ist das ‘hochtechnische’ Abhidhamma-System. Hm? Das ist so, wie wenn man sich in der Buddha-Lehre über Wasser und Salz unterhalten würde und über H2O und CO oder sowas im Abhidhamma. Also. Und was fällt dir dazu ein? (Ayukusala Thera)

    Na ja, mir fällt dazu ein, dass ich im ersten Denksystem äussere: Ich geniesse jeweils die eineinhalb Stunden die ich mir am Morgen Zeit nehme, bevor ich aus dem Haus gehe. Ich geniesse die Dusche, ich geniesse das Frühstück und ich geniesse die anschliessende Erleichterung bei der Darmentleerung.

    Beim zweiten Denksystem sage ich vielleicht etwa so: Achtsam und wissenklar verbringe ich die eineinhalb Stunden am Morgen, bevor ich aus dem Haus gehe. Achtsam und wissensklar dusche ich, achtsam und wissensklar frühstücke ich und achtsam und wissensklar entleere ich anschliessend meinen Darm.

    Und beim dritten System sage ich beispielsweise: Am Morgen, bevor ich aus dem Haus gehe, nehme ich den zweiten Bewusstseinszustand gemäss Abhidhammattha-Sangaha war, nämlich den freudigen, mit Wissen, vorbereiteten karmisch heilsamen Bewusstseinszustand der Sinnensphäre. Dieser Bewusstseinszustand stirbt jeden Moment um jeden Moment neu geboren zu werden, dies während der eineinhalb Stunden, bevor ich aus dem Haus gehe. Beim Duschen, beim Frühstück und bei der Entleerung von Kot und Urin. Mit diesem Bewusstseinszustand verbunden sind jeweils die 5 primären allgemeinen Geistesformationen und einige der 6 sekundären allgemeinen Geistesformationen sowie alle 25 primären edlen und 3 der sekundären edlen (nämlich die 3 Enthaltsamkeiten) Geistesformationen.

    :lol:

    @ ungläubiger peter

    Geniessen in Deiner Definition von Freude plus Dankbarkeit finde ich etwas Wertvolles und Schönes.
    In diesem Sinne frei von Gewissensunruhe geniessen zu können ist zweifellos nicht nur karmisch unbedenklich, sondern heilsam.

    Nyanaponika schreibt in seinen Betrachtungen zu den vier erhabenen Weilungen (in "Im Lichte des Dhamma"):

    "Nur der Geist des Freude-Erfüllten, nicht des Leid-Verstörten, vermag jene heitere Ruhe zu finden, die zur Sammlung führt. Und nur ein ruhevoller, gesammelter Geist vermag zur erlösenden Weisheit durchzudringen."

    Gruss, erbreich

  • Wie mit Alter, Krankheit und Tod umgehen?

    • erbreich
    • 23. August 2009 um 11:45
    ungläubiger peter:

    Ich hätte es wissen müssen, dass ich mit meiner Antwort an stella eine Lawine der Entrüstung lostrete. (Und wenn ich es genau betrachte, dann wollte ich da auch wider den Asketen-Geist sticheln, sonst hätte ich wohl nur eine PN geschrieben.)


    Ich kann jetzt nur von mir her sprechen, ich sehe jedenfalls weder bei mir noch bei andern eine Entrüstung gegenüber Deinen letzten Beiträgen. Jedoch andere Ansichten des Themas als die Deine. Was mich betrifft, habe ich Deine Beschreibung überhaupt nicht in Frage gestellt in meinem Beitrag, sondern ihm nur eine Beschreibung meines eigenen Erlebens zur Seite gestellt. Fühlst Du Dich dadurch persönlich angegriffen oder in Frage gestellt? Allerdings: Wenn es so ist, wie Du sagst, und Du wider den Asketen-Geist (also wider den Geist der 'Übenden') sticheln wolltest, ja, dann lässt sich Deine jetzige Wahrnehmung des Gesprächs einfach erklären. Wie man in den Wald ruft, so hört man es auch zurücktönen... was eine grosse Chance bedeutet, die eigene Haltung zu erkennen...

    Gruss, erbreich

  • Skoliose

    • erbreich
    • 22. August 2009 um 19:49
    Losang Lamo:

    Falls Ihr mit Euren Rückenproblemen mal irgendwo etwas von einem Kursus hört, der die Alexandertechnik vermittelt - dann versucht da mal reinzuschauen.
    Ist eine gute Sache, auch und gerade für den Alltag.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander-Technik

    Danke, habe ich auch schon gehört (aber noch nicht ausprobiert). Zur Zeit lasse ich mir eine Dorn-Therapie angedeihen... fühlt sich auch heilsam an!

    Gruss, erbreich

  • Skoliose

    • erbreich
    • 22. August 2009 um 18:16
    tesshu:

    sitzt man wieder objektiv etwas gerder,was sich subjektiv alerdings völlig schief und krumm anfühlt, entwickeln sich langsam aber merklich auch die knochen sehen, bänder , muskeln und vor allem das bindegewebe wieder hin zum natürlichen....
    gruß

    Auch ich kenne das Problem aus eigenem Erleben und Erleiden. Der Tipp, den Du hier bringst, tesshu, ist wertvoll. Ich bemühe mich ebefalls darum, stets wenn ich daran denke (nicht nur in der Meditation, sondern auch im Alltag beim Sitzen, Stehen, Gehen, Liegen) der "natürlichen" Krümmung eine "unatürliche" entgegenzuhalten. Es wirkt zumindest wohltuend.

    Zur Entfaltung der Güte (metta-bhavana) können wir übrigens etwas lesen das, so denke ich, auch ganz allgemein Gültigkeit hat:

    Ob stehend*, gehend, sitzend oder liegend,
    Wie immer man von Schlaffheit frei,
    Auf diese Achtsamkeit soll man sich gründen.
    Als göttlich Weilen gilt dies schon hienieden.

    Ob stehend . . . Dies soll, lt. K, die Beschränkung auf eine bestimmte Körperhaltung, etwa den Kreuzsitz, ausschließen. Die Meditation der Güte kann vielmehr in jeder einem angenehmen Körperhaltung, in der man sich von Schlaffheit frei halten kann, vorgenommen werden; d.h. sie soll bei jeder Gelegenheit geübt werden, nicht nur während einer beschränkten Meditationszeit.
    (Sutta-Nipata Vers 151 und Kommentar)

    Auch die Achtsamkeit allgemein sollte ja stets aufrecht erhalten werden, wie es Nyanaponika schön sagt:

    Besteht aber die Übung im allgemeinen «Gegenwärtighalten der Achtsamkeit» (satipatthāna), so braucht sie niemals «abgelegt» zu werden, sondern soll allmählich auf alle körperlichen, sprachlichen und geistigen Tätigkeiten ausgedehnt werden. Das erstrebte Ziel ist hier, daß das ganze Leben zur meditativen Übung wird und die meditative Übung Leben gewinnt. Wie weit dies gelingt, wird von der verfügbaren Geistesgegenwart und Achtsamkeit abhängen, sowie von der wachsenden und gewohnheitsformenden Kraft ernster, regelmäßiger Übung.

    Das Meditations-Gebiet der Achtsamkeits-Übung hat keine starren Grenzen, es ist vielmehr ein Reich, das ständig wächst, das sich immer weitere Bezirke des Lebens angliedert. Im Hinblick auf diesen allumfassenden Geltungsbereich der Satipatthāna-Methode war es wohl, daß der Meister sagte: «Was ist nun, ihr Mönche, das (heimatliche) Gebiet (gocara) des Mönchs*, sein eigenes, angestammtes Bereich? Es ist eben dieses vierfache Gegenwärtighalten der Achtsamkeit.» Der Jünger dieser Geistesschulung soll sich daher ständig mit Sāntideva fragen:

    «Wie kann wohl unter diesen Umständen die Übung der Achtsamkeit betätigt werden?»

    Gruss, erbreich

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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