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Beiträge von think

  • Wichtige Standardwerke? Pali lernen?

    • think
    • 16. Juni 2010 um 13:38

    Wow, VIELEN DANK für Eure vielen tollen Buchtipps!!! :) Da habe ich wieder massig Lesestoff!

    Bin auch sehr froh, dass ich doch nicht Pali lernen muss - wenn es nur ein paar Fachbegriffe sind, hoffe ich, diese den Büchern entnehmen zu können... ;)

    Vielen, vielen Dank an euch alle! :)

    Liebe Grüße
    Think

  • Wichtige Standardwerke? Pali lernen?

    • think
    • 15. Juni 2010 um 19:41

    Hallo an alle! :)

    Ich hätte da wieder mal zwei klitzekleine Fragen ...

    1. welche wichtigen Standardwerke über den Buddhismus sollte man eigentlich kennen? Bisher habe ich hauptsächlich Werke von Thich Nhat Hanh gelesen, darunter "Wie Siddhartha zum Buddha wurde" (ein sehr gutes Buch!). Trotzdem hüpfe ich irgendwie immer noch von Bildungslücke zu Bildungslücke ... vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps für mich, d.h. mich würde sehr interessieren, welche Bücher ihr als hilfreich für die Praxis erlebt habt und welche Bücher euch geholfen haben, ein umfassenderes und besseres Verständnis des Buddhismus zu bekommen?

    2. Vor kurzem hatte ich ein sehr nettes Gespräch mit einer Buddhistin aus Indien, die meinte, es wäre sehr wichtig, Pali zu lernen bzw. zumindest die wichtigsten Gebete auf Pali sprechen zu können. Ich zweifle allerdings stark, ob ich das in diesem Leben noch hinkriege ... wie haltet ihr es damit? Findet ihr es wichtig, Pali zu lernen? Die Übersetzungen müssten doch eigentlich gut genug sein, oder nicht? Und bei Gebeten bzw. der Meditation sollte die Sprache ja eigentlich keine Rolle spielen?

    Vielen Dank!!!

    Liebe Grüße
    think

  • Buddha mit Hakenkreuz?

    • think
    • 7. Juni 2009 um 00:51
    Thai:

    Das Hackenkreuz selber ist somit nicht verboten egal in welche Richtung es sich dreht.


    Hmm ... also in Österreich ist die Verwendung (d.h. Zurschaustellung, Publikation etc.) des Hakenkreuzes ganz klar verboten, ausgenommen im eindeutig nicht-nationalsozialistischen Kontext, z.B. als klar erkennbar hinduistisches oder buddhistisches Symbol. Glaube nicht, dass sich die Gesetze in Deutschland und Österreich da sehr stark unterscheiden, oder etwa doch?

    Liebe Grüße
    Think

  • Buddha mit Hakenkreuz?

    • think
    • 5. Juni 2009 um 23:40
    Emmylou:

    Und da ich nunmal in diesem von den vergangenen Ereignissen geprägten Deutschland aufgewachsen bin,
    und das Hakenkreuz für mich unwiderruflich damit verbunden ist
    (sagen wir: es ist einfach "verdorben", das hat sich eben so eingeprägt),
    würde ich es auch - für mich persönlich - in jeder Art von Darstellung als Schmuck, auf Statuen etc, unabhängig
    vom Kontext, ablehnen.


    Das sehe ich genauso. Für mich ist dieses Symbol ebenfalls zu stark belastet, ich würde mir also auch keine Buddha-Statue mit Swastika ins Zimmer stellen, obwohl ich natürlich weiß, dass damit nicht das nationalsozialistische Hakenkreuz gemeint ist. Aber die Assoziation alleine reicht schon, um einem dieses Symbol zu "vermiesen".

    Liebe Grüße
    Think

  • Buddha mit Hakenkreuz?

    • think
    • 5. Juni 2009 um 11:25
    Ryonin:

    Aber ist das Zeichen ansich böse, weil es einmal missbraucht wurde?


    Naja, also ich finde, das nationalsozialistische Hakenkreuz und das Swastika-Symbol sind schon gut unterscheidbar. Abgesehen davon, dass es auch Unterschiede in der Gestaltung gibt (Swastika und Hakenkreuz drehen sich üblicherweise in die entgegengesetzte Richtung usw.) weiß man ja normalerweise schon allein aus dem Kontext heraus, welches der beiden gemeint ist.

    Dass das Nazi-Hakenkreuz nicht mehr verwendet werden darf, finde ich gut und wichtig, leider gibt es ja immer noch Menschen, die sich von den menschenverachtenden Ideen des Nationalsozialismus angezogen fühlen. Da hat der Gesetzgeber meiner Meinung nach weise entschieden - dass das Swastika als uraltes, religiöses Symbol weiterhin verwendet werden darf und das Hakenkreuz als Symbol einer menschenverachtenden Ideologie verboten ist.

    Liebe Grüße
    Think

  • Dalai Lama

    • think
    • 26. Mai 2009 um 17:16
    anita.m4:

    Was denkt Ihr über den Dalai Lama?????
    Über seine Tätigkeit in den Medien und bei den großen Politikern.


    Also, ich finde, er wirkt sehr sympathisch, habe auch einige Bücher von ihm gelesen, die mich allesamt sehr angesprochen haben. :) Gerade bei seinen Büchern finde ich besonders schön, dass er sich nicht in hochgestochenen philosophischen Betrachtungen verliert, sondern konkrete Probleme der Gegenwart anspricht und sich so ausdrückt, dass ihn auch weniger gebildete Menschen verstehen können. Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck, viel mehr kann ich dazu leider nicht sagen, dazu habe ich leider zu wenig Ahnung von der Lehre der Gelugpa-Schule.

    Liebe Grüße
    Think

  • buddhismus menschenunwürdig?

    • think
    • 12. Mai 2009 um 13:31

    Sorry, dass ich diesen Fred wieder aufwärme, komme in letzter Zeit nicht regelmäßig zum Mitlesen... :oops:

    birth:

    2. Es sieht wohl so aus, dass Sozialarbeit, also gezielte Hilfe für drogenabhängige, psychisch kranke etc. in östlichen Ländern sogut wie nicht vorkommt bzw. mit verwunderung betrachtet wird. Selbst der Dalai Lama hat dazu gesagt, dass der Buddhismus die Soziale Arbeit vom Christentum lernen könnten, und dass hier durchaus eine "Schwäche" in der buddhistischen Tradition liegt. Sozialarbeit existiert praktisch nicht im östlichen udn auch buddhistischen Denken.


    Ich weiß nicht, ich weiß nicht ... ich habe zwar nicht mein halbes Leben in Asien verbracht, so dass ich da mitreden könnte, aber irgendwie klingt mir das schon ein bisschen nach Vorurteil? (Supergute Christen versus böse, gleichgültige Buddhisten und so?)

    Mal ein Blick aufs Christentum - soooooo wohltätig waren die auch nicht immer. M.E. haben erst die europäische Aufklärung samt Humanismus, Menschenrechten und Sozialismus wirklich Bewegung in die christliche Sozialarbeit gebracht - ob das das positive Beispiel oder eher die Angst vor der Konkurrenz bzw. das schlechte Gewissen war, sei mal dahingestellt ;). Ähnliche Einflüsse haben nun auch im Buddhismus zum engagierten Buddhismus und verstärkter Sozialarbeit geführt - man denke nur z.B. an das Friedensengagement von Thich Nhat Hanh oder die Bildungs- und Sozialprojekte der Ambedkar-Buddhisten in Indien.

    Wie auch immer, die Aussage "in buddhistisch geprägten Ländern gibt es so gut wie keine Sozialarbeit" halte ich schlicht für falsch, bzw. für längst überholt. Die Menschen haben rund um den Globus dazugelernt und angesichts der großen Zahl moderner buddhistischer Hilfsorganisationen (von denen im Westen vermutlich sowieso nur einige wenige bekannt sind*), bin ich geneigt, in der Aussage des Professors ein Vorurteil und - sorry! - Beispiel westlicher Arroganz ("moralische Überlegenheit" o.ä.) zu sehen.

    Liebe Grüße
    Think

    P.S.: falls es jemanden interessiert:
    Artikel über die Entwicklung des engagierten Buddhismus: http://www.buddhanetz.org/dharma/engagiert.htm
    Hilfsprojekte: http://www.buddhanetz.org/projekte/projekte.htm http://www.buddhanetz.org/aktuell/aktuell.htm

    *) Und noch ein Ausschnitt aus o.g. Website (daher auch meine Vermutung, dass oben erwähnte Vorurteile auch deswegen entstehen, weil buddhistische Hilfsorganisationen bei uns schlicht und einfach weniger bekannt sind als christliche - welcher Europäer kennt schon die Tzu Chi Foundation?):

    Zitat

    Bei uns noch fast gar nicht bekannt ist die Nonne und heute 61 jährige Dharma-Meisterin Chen Yen aus Taiwan. In Taiwan und anderswo gilt sie dagegen als lebende Heilige und grosser Bodhisattva (Kuan Yin).

    Chen Yen entschloss sich bereits mit 23 Jahren zum Leben als Nonne. Mit einer anderen Nonne lebte sie viele Jahre in äusserster Armut in einer kleinen Hütte am Rande einer Stadt. Das Elend der Menschen um sich herum sehend, hatte sie beschlossen, sich nicht von ihnen ernähren zu lassen, sondern ihr eigenes Überleben durch Bearbeiten ihres kleinen Gartens zu sichern. Zugleich studierte sie intensiv den Buddha-Dharma.

    Tief erschüttert vom Elend der durch die neu eingewanderten Chinesen diskriminierten Ureinwohner Taiwans entschloss sie sich eines Tages (1966) für diese aktive Hilfe zu leisten. Sie gewann ihre schon zahlreich gewordenen Schüler und die Nachbarn dafür, jeden Tag lediglich 50 Cent (0.02 US$) in ein Bambusrohr zu werfen und dieses am Ende des Monats bei ihr abzugeben. Mit dem gesammelten Kleingeld besuchten und versorgten die Nonnen dann, ungeachtet aller ethnischer Differenzen Kranke, Notleidende und Sterbende und die Hausfrauen der Umgebung folgten ihnen darin nach. So entstand die Buddhist Compassion Relief Tzu Chi Foundation.

    Die Bewegung wuchs enorm, bald konnten eigene Krankenhäuser, Erziehungs-, Ausbildungs- und Sozialeinrichtungen gebaut werden. Und schliesslich wurden auch die Grenzen des eigenen Landes, des eigenen Volkes und seiner Kultur wie auch der überlieferten Religion überschritten. Die Tzu Chi Foundation ist heute die grösste und effektivste buddhistische Hilfsorganisation der Welt. Sie ist fast auf allen Kontinenten aktiv, insbesondere in den Ländern Mongolai, Indien, Indonesien, Bangladesch, Südostasien, aber auch in Afrika und selbst in Südamerika und hat nunmehr 4 Millionen Mitglieder in aller Welt.

    Chen Yen schrieb:

    "Why is the world today in such turmoil? Why do so many people pass their lives in pain and fear? The world suffers from a deficiency of love. All we need is 'Just Do It !'"

    Alles anzeigen
  • buddhismus menschenunwürdig?

    • think
    • 28. April 2009 um 14:00
    accinca:

    Genau diese Frage solltest du dir selber stellen: "Wie sollte es möglich
    sein anderen Wesen zu helfen, wo es doch gar kein "Ich" gibt?"


    Na eben! Genau das meine ich doch! Du hast vorhin geschrieben, es wäre nicht das Ziel der Lehre Buddhas, anderen Wesen zu helfen. Aber wie soll man sich selbst helfen, ohne anderen zu helfen (und umgekehrt), wo es doch diese Trennung gar nicht gibt?

    Liebe Grüße
    Think

  • buddhismus menschenunwürdig?

    • think
    • 28. April 2009 um 13:23
    accinca:

    Aus diesem Grunde hat der Buddha eine
    solche "Bodhisattva-Philosophie" auch niemals gelehrt und es ist, wenn auch eine gute Tat,
    auch nicht das Ziel seiner Lehre anderen zu helfen.


    Wie darf ich das jetzt verstehen? Der Pfad zum Erwachen als privater "Ego-Trip"? Wie sollte das möglich sein, wo es doch gar kein "Ich" gibt?

    Liebe Grüße
    Think

  • buddhismus menschenunwürdig?

    • think
    • 25. April 2009 um 03:15
    Naqual:

    hat mir die Karuna-Beschreibung besonders gefallen.


    Mir auch ;). Obwohl ich denke, dass Metta, Karuna und Mudita auch einfach drei Aspekte der Liebe beschreiben. Die mitfühlende, erbarmende Liebe, die mitfreuende, wohlwollende Liebe und die selbstlose Liebe, die nicht "besitzen" oder "festhalten" will.

    Naqual:

    auch wenn der Buddhismus den Begriff "Liebe" selbst nicht unbedingt zu mögen scheint.


    Ich denke, dabei geht es wohl auch darum, dass der Begriff "Liebe" emotional sehr stark besetzt ist und im allgemeinen Sprachgebrauch nicht unbedingt immer mit Selbstlosigkeit assoziiert wird. Der Begriff "Liebe" ist ja meistens mit starken Gefühlen (wie z.B. Verliebtheit) verbunden, oft auch mit "haben wollen" oder mit parteiischer Liebe - man liebt seine Freunde, seine Kinder etc., die anderen Menschen und anderen Lebewesen werden von dieser Liebe aber ausgeschlossen. Und das würde Metta ja zutiefst widersprechen, deshalb ist man wohl vorsichtig mit der Verwendung dieses Begriffes.

    Und eigentlich muss ich sagen, dass der Begriff "liebende Güte" (wie Metta ja m.W. meistens übersetzt wird) den Kern der Sache meiner Meinung nach fast besser trifft, da "liebende Güte" eher eine Geisteshaltung als ein starkes Gefühl bezeichnet und außerdem gefühlsmäßig weniger Platz für egoistische Tendenzen lässt als der (leider oft ziemlich inflationär gebrauchte) Begriff "Liebe".

    Allerdings stimmt es m.E. nicht so ganz, dass Buddhisten den Begriff "Liebe" nicht mögen - Thich Nhat Hanh spricht in seinen Büchern z.B. sehr oft und ausführlich über die Liebe ... an dieser Stelle möchte ich dir das Buch "Liebe handelt" von Thich Nhat Hanh empfehlen (du siehst, da findet sich das Wort "Liebe" bereits im Titel - und nicht nur dort ;)).

    Naqual:

    Wo seht ihr im Buddhismus die Liebe: als Voraussetzung für Erleuchtung oder als Folge?


    Meiner Meinung nach beides.

    Liebe Grüße
    Think

  • buddhismus menschenunwürdig?

    • think
    • 24. April 2009 um 17:39
    Naqual:

    Das Vermeiden von Töten und Diebstahl ist ein wenig arg wenig um das gesellschaftliche Leben als von Liebe und gegenseitiger Verantwortung sowie Respekt zu kennzeichen.


    Das könnte man von den Zehn Geboten aber auch sagen ;). Aber im Ernst - Mitgefühl und liebende Güte nehmen im Buddhismus eine ganz zentrale Rolle ein, das wird ja wohl keiner bestreiten. Metta - selbstlose, nicht-anhaftende Liebe und Güte. Karuna - Erbarmen und Mitgefühl. Mudita - Mitfreude und Wohlwollen. Das sind doch ganz zentrale Begriffe, oder nicht?

    Liebe Grüße
    Think

  • buddhismus menschenunwürdig?

    • think
    • 24. April 2009 um 14:40
    birth:

    Sie sind doch selber schuld, schlechtes karma


    Selber schuld, kein Mitleid? Sorry, aber wenn der Buddha DAS jemals gesagt haben sollte, fress ich einen Besen und ihr dürft mir alle dabei zuschauen ;).

    birth:

    dennoch herrscht diese Auffassung in Ländern mit buddhistischer oder hinduisticher Tradition vor


    Genauso gut kann man "DEM Christentum" die vielen gierigen christlichen Konzernchefs und Banker, den christlich geprägten westlichen Imperialismus, den christlichen Antijudaismus samt der Rolle der christlichen Kirchen im sog. "Dritten Reich" und die zahlreichen blutrünstigen Glaubenskriege, Zwangsmissionierungen, Ketzerverfolgungen und Hexenverbrennungen der Vergangenheit zum Vorwurf machen.

    birth:

    Ich sehe das mit der Theorie der Aufhebung des Leides und der Nicht-Getrenntheit der Menschen aufgrund von anatta als eigentlich unvereinbar mit der buddhistischen Lehre


    Exakt. Deshalb gibt es auch viele buddhistische Hilfsorganisationen (wie von Jyotsna' bereits erwähnt), auch wenn diese im Westen eher unbekannt sind. Zur Illustration hier z.B. eine Liste der Hilfsorganisationen des Engagierten Buddhismus: http://www.buddhanetz.org/projekte/projekte.htm

    birth:

    Buddhismus festigt Gesellschaftliche Ungleichheiten.


    Inwiefern? Der Buddha war doch nun wirklich kein Freund des Kastensystems ...

    Liebe Grüße
    Think

  • Tod eines Kindes

    • think
    • 1. Februar 2009 um 19:27
    Selina:

    Es war ein harter Kampf, aber sie war erst 4 und der Tumor konnte nicht operiert werden.


    Furchtbar! Was das für dich bedeutet, kann wohl kaum jemand nachfühlen, der das nicht selbst erlebt hat. Tut mir wirklich sehr leid!

    Alles Liebe und viel Kraft!
    Think

  • Tod eines Kindes

    • think
    • 1. Februar 2009 um 18:14
    Selina:

    Da vor einiger Zeit meine kleine Tochter an Krebs gestorben ist

    Liebe Selina,

    Antworten zum Thema hast du ja schon bekommen ...
    Ich möchte dir hier nur kurz mein Mitgefühl aussprechen ... der Tod deines Kindes tut mir wirklich unendlich leid!

    Wünsche dir viel Kraft!

    Liebe Grüße
    Think

  • Karmische Konsequenzen

    • think
    • 25. Januar 2009 um 03:35
    Mage:

    Mir sagte ein Buddhist gestern: Gute Taten erzeugen gutes Karma, schlechte Taten erzeugen schlechtes Karma.

    Wie seht Ihr die Aussage auf dem Hintergrund des Kindergartenmörders in Belgien?

    Haben die Opfer (kleine Kinder) schlechtes Karma aus ihrem Leben vorher mitgebracht?


    Hmm .... also, ich bin leider nur ein Buddhismus-Neuling und hoffe, dass ich jetzt nicht allzuviel Unsinn erzähle ;), aber ich habe mich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt und das wie folgt verstanden: Vorab - dass die Kinder sozusagen "selbst schuld" an ihrer Ermordung wären, weil sie von irgendeiner höheren Instanz für frühere Untaten "bestraft" werden, ist natürlich absurd. Das würde ja auch die Verantwortung vom Täter auf das Opfer abwälzen und so weiter.

    Karma wirkt m.W. unpersönlich, das heißt also, mit dem (eher christlichen) Konzept der persönlichen Bestrafung durch eine übernatürliche Macht hat Karma nichts zu tun. In unserem westlich/christlich geprägten Denken (unsterbliche Seele etc.) gehen wir ganz selbstverständlich von einem stark abgegrenzten "Ich" oder "Selbst" aus, das aber nach dem buddhistischen Verständnis nur eine Illusion ist. Und wo kein "Ich", kann es nur schwer ein "persönliches" Karma geben. Andererseits bleibt keine unserer Handlungen ohne Auswirkungen auf uns und andere Lebewesen, d.h. wir existieren alle in gegenseitiger Abhängigkeit und gestalten und verändern die Welt in einem ständigen Prozess von Ursache und Wirkung - oder sehr vereinfacht ausgedrückt: wenn wir uns gewalttätig verhalten, wird die Welt gewalttätiger, wenn wir uns friedlich verhalten, wird die Welt friedlicher. Und wenn wir sozusagen fleißig an einer grausamen und gewalttätigen Welt basteln, ist es kein Wunder, wenn wir dort dann wieder Grausamkeit und Gewalt begegnen.

    Mage:

    Wo stehen Buddhisten beim Thema der Schuldfrage: Gibt es Schuld?!? Soll man "Täter" bestrafen?


    Wo "die Buddhisten" in dieser Frage stehen, kann ich dir leider auch nicht beantworten. Ich habe aber bisher noch keinen buddhistischen Text gelesen, der abstreiten würde, dass jeder Mensch ist für seine Handlungen verantwortlich ist. Da das Ideal des Buddhismus in liebender Güte und Mitgefühl besteht, sollte die "Bestrafung" des Täters m.E. allerdings nicht Gefühlen wie Hass oder Rachegelüsten entspringen, sondern dazu dienen, den Täter mit seinem Fehlverhalten zu konfrontieren und ihn zur Einsicht zu bringen (dass man gefährliche Gewalttäter natürlich nicht frei rumlaufen lassen kann etc., versteht sich - denke ich - von selbst und muss hier nicht extra diskutiert werden).

    Bitte um Entschuldigung und Korrektur, falls ich mich falsch ausgedrückt haben sollte.

    Liebe Grüße
    Think

  • Buddhistische Hilfsorganisation

    • think
    • 6. Januar 2009 um 15:29
    Milo:

    Gibt es eigendlich soetwas wie Buddhistische Hilfsorganisationen?


    Hmm ... also, ich bin leider keine Buddhismus-Kundige, aber soweit ich weiß, sind buddhistische Hilfsorganisationen keine Seltenheit. Als konkretes Beispiel fällt mir die Hilfsorganisation (Buddhist Compassion Relief Tzu Chi Foundation http://www.tzuchi.org/GLOBAL/master/index.html) ein, die die Meisterin Cheng Yen gegründet hat. Der Meister Thich Nhat Hanh hat mehrere Friedens- und Hilfsprojekte (z.B. Hilfe und medizinische Versorgung der Boat People in Vietnam) ins Leben gerufen, und legt in seiner Lehre m.W. besonderen Akzent auf unsere soziale Verantwortung (engagierter Buddhismus). Über den Maitreya-Fonds werden z.B. Bildungsprogramme und medizinische Versorgung der Menschen in Vietnam finanziert.

    Die Liste ließe sich sicher noch sehr viel weiter fortsetzen, ich glaube, buddhistische Hilfsorganisationen sind im Westen schlicht und einfach weniger bekannt als christliche Hilfsorganisationen, das heißt aber nicht, dass es keine gibt. Ach ja, HIER gibt es noch eine Auflistung buddhistischer Projekte aller Art (soziale Hilfsprojekte wie z.B. Kinderhilfe, Flüchtlingshilfe, Hospizbewegung oder auch Umweltschutzprojekte, Tierschutz etc.), falls das für dich interessant ist?

    Liebe Grüße
    Think

  • vom Arbeitgeber zum Lügen genötigt - wie verhalten?

    • think
    • 17. Dezember 2008 um 18:32

    Hallo Fragezeichen!

    Dass man seinen Feinden dankbar sein soll, ist ein sehr schöner Gedanke. Ich glaube, ich habe mal etwas ähnliches gelesen ... da war die Rede davon, dass man unangenehme Menschen in dieser Hinsicht als Lehrer betrachten soll.

    Dazu passt vielleicht noch ein kleiner "Trick", der meiner Erfahrung nach sehr gut funktioniert: Immer, wenn man mit einer Person sehr schwer zurechtkommt, kann man einfach möglichst liebevoll denken: "Friede sei mir dir" (an die betreffende Person adressiert, also wie ein kleiner gedanklicher "Segensspruch"). Klingt sehr banal, ist aber einfach durchzuführen. Dieses "Friede sei mit dir" kann man auch mitten im Gespräch denken, wenn man gerade ein unangenehmes Gespräch mit jemandem führen muss, der einem nicht so sympathisch ist. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass das Gespräch nach diesem Gedanken plötzlich eine unerwartet positive Wendung nahm (und wenn nicht, hatte es zumindest auf mich selbst eine entspannende Wirkung). Wenn du Lust hast, kannst du das ja mal ausprobieren :).

    Liebe Grüße
    Think

  • vom Arbeitgeber zum Lügen genötigt - wie verhalten?

    • think
    • 17. Dezember 2008 um 15:43

    Hallo Fragezeichen!

    Du bist ja wirklich in einer schwierigen Situation, das tut mir leid. Bodhidasa hat dir ja schon wunderbar darauf geantwortet, da bleibt gar nicht mehr viel zu sagen. Ich bin zwar (noch) keine Buddhistin, aber vielleicht darf ich auch noch ein paar Kleinigkeiten anmerken.

    Fragezeichen:

    Von meinen Vorgesetzten werde ich nahezu täglich aufgefordert, Kunden bezüglich Ausführungsterminen, Garantieleistungen und Ähnlichem anzulügen sowie auch meine Vorgesetzten zu verleugnen, falls sie keine Lust auf ein Gespräch mit verärgerten Kunden haben.


    Naja, kleine "Notlügen", also wenn der Chef gerade keine Zeit hat, mit einem Kunden zu telefonieren und sich deshalb verleugnen lässt, sind im Geschäftsleben relativ "normal" und der Kunde weiß ja meistens auch, dass "ist nicht da" ein Synonym für "kann/will gerade nicht telefonieren" ist. Da lügen aber nie eine gute Sache ist, könntest du aber auch selbst an Formulierungen feilen, z.B. statt zu sagen "der Chef ist nicht da", kann man ja auch "der Chef ist gerade nicht zu sprechen/beschäftigt/etc." sagen. Sonst gewöhnt man sich ans Lügen und das tut einem ja auch selbst nicht gut.

    Lügen im Bezug auf Garantieleistungen o.ä. sind aber eine ziemlich krasse Sache, das ist dann keine Lüge mehr, sondern Betrug - dadurch kann dem Belogenen ja u.U. wirtschaftlicher und seelischer Schaden zugefügt werden. Aber ich schließe mich natürlich Bodhidasa an - dein Chef ist derjenige, der lügt und betrügt, nicht du (dir bleibt ja in der momentanen Situation nichts anderes übrig). Das Gespräch mit dem Chef zu suchen, ist da sicher die beste Möglichkeit, soweit es eben möglich ist.

    Fragezeichen:

    Wie soll ich mich verhalten? Soll ich mich weigern? (Dies würde höchstwahrscheinlich als Verweigerung von Anweisungen betrachtet werden, was arbeitsrechtlich die Kündigung zur Folge hätte.)


    Wenn du aufgefordert wirst, Kunden zu betrügen, ist das Arbeitsrecht sicher auf deiner Seite. Aber ich verstehe deine schwierige Situation ... eine Kündigung zu riskieren, ist nicht besonders lustig und bei diesem Chef schon gar nicht. Ich wohne in Österreich, da kann man sich mit solchen Problemen an die Arbeiterkammer wenden und sich beraten lassen, nehme stark an, dass es in Deutschland ähnliche Einrichtungen gibt?

    Fragezeichen:

    (Von den ständigen Hitler-Nazi-Sprüchen ganz abgesehen :-/)


    Das klingt ja grauenvoll! :shock:

    Fragezeichen:

    Ich suche bereits schon geraume Zeit nach einem anderen Job, kann aber in unserer Region (tiefstes Provinzbayern) wirklich bis jetzt keine Alternative finden. Ich bin auf diesen Job dringend angewiesen, da ich auch noch meinen schwerkranken Mann miternähren muss (er ist erwebsunfähig).


    Hmm ... vielleicht könntest du trotzdem versuchen, dich gedanklich positiv auf eine neue Arbeitsstelle einzustellen? Wenn du dich an Gedanken wie "ich hänge dort fest" oder "ich werde nie etwas anderes finden" hängst, wird es nur schwieriger für dich. Wenn du dich aber positiv motivierst, hast du bei eventuellen Vorstellungsgesprächen ja auch gleich eine positivere Ausstrahlung. Durch Fröhlichkeit und Zuversicht lernst du dann vielleicht auch Menschen kennen, die dir zu einem neuen Job verhelfen können.

    Ich wünsche dir jedenfalls von ganzem Herzen, dass du schnell eine neue Arbeitsstelle findest! :)

    Liebe Grüße
    Think

  • Zen-Kater

    • think
    • 16. Dezember 2008 um 00:19
    Bodhidasa:

    Warum solltest du meine Wahrnehmung, die ich bei Sterbenden hatte, empfinden, wo du doch nicht dabei warst?
    Anders herum könnte ich deine Empfindungen ebensowenig anzweifeln, da ich im umgekehrten Fall ebensowenig anwesend war.


    Selbstverständlich. Wir haben natürlich unterschiedliche Dinge erlebt und du hast im Gegensatz zu mir sicher tiefere Einsichten durch deine buddhistische Praxis gewonnen. Ich danke dir sehr für den Gedankenaustausch und werde über deine Argumente weiterhin nachdenken.

    Und deinem Wunsch, dass alle Wesen glücklich sein und heute nacht friedlich ruhen mögen, schließe ich mich sehr gerne an :).

    Liebe Grüße
    Think

    P.S.:

    Bodhidasa:

    Ich kann nur von Menschen berichten, die alleine waren, in Krankenhäusern, verlassen


    EDIT: Sorry, da möchte ich nur kurz noch zu bedenken geben, dass Menschen in Krankenhäusern üblicherweise gut schmerztherapiert werden. Ohne diese Schmerztherapie wären sie wohl weniger ruhig und gefasst gewesen, vor allem, wenn es sich z.B. um schmerzhafte Krebserkrankungen handelt, die das Nervengewebe zerstören. In solchen Fällen schreien Menschen üblicherweise vor Schmerzen, auch Sterbende. Wollte ich nur kurz zu bedenken geben, sozusagen als Pro-Argument für schmerzstillende Maßnahmen.

  • Zen-Kater

    • think
    • 15. Dezember 2008 um 18:54

    Bodhidasa: Hmmm ... vielen Dank für deine Antwort, darüber werde ich wohl noch längere Zeit sehr gründlich nachdenken müssen ... und keine Sorge, du hast mir weder über den Mund gefahren, noch irgendwie belehrend geklungen. Du schreibst sehr freundlich und feinfühlig und dafür möchte ich mich bedanken.

    Bodhidasa:

    Wenn du des öfteren die Wesen begleitest, wirst du im Laufe der Zeit erfahren, das auch die ängstlichsten in den letzen Augenblicken sehr ruhig und gefasst werden.


    Hmm ... also, das kann ich leider nicht bestätigen. Ich habe schon einige Lebewesen (inkl. mehrerer Menschen) sterben gesehen und es war in den seltensten Fällen eine schöne Angelegenheit (wenn es nicht gerade sehr schnell passiert ist oder ein friedlicher Alterstod war oder ähnliches). Meiner Erfahrung nach hat das Sterben durch eine Krankheit jedenfalls gar nichts Schönes an sich - es ist traurig, schmerzhaft, beängstigend und demütigend. Manche Sterbende waren gefasst, ja, andere aber einfach nur entkräftet. Ich kann auch nicht so recht glauben, dass Leid ein Wesen reifen lässt oder ihnen auf irgendeine Weise gut tut. Leid ist schrecklich und erzeugt Verbitterung, Angst, Verzweiflung und sogar Hass. Und es will doch jedes Wesen glücklich und frei von Angst und Schmerzen sein, oder nicht? Wer will schon leiden?

    Abgesehen davon - die Annahme, Leid wäre für das leidende Wesen etwas Positives, könnte doch auch zu dem schrecklichen Umkehrschluss führen, dass man gegen das Leid nichts unternehmen müsste - oder noch schlimmer - es in Ordnung wäre, anderen Wesen Leid zuzufügen, findest du nicht?

    Über die Sterbehilfe werde ich nochmals gründlich nachdenken, danke für deinen Gedankenanstoß. Einem leidenden Wesen Schmerzmittel vorzuenthalten (wie du angedeutet hast), wäre mir aber vollkommen unmöglich. Schmerzen kennen kein Erbarmen, die können sich bis ins Unvorstellbare steigern. Und wenn man Mittel dagegen hat, warum sollte man sie nicht einsetzen? Wie du selbst geschrieben hast, lindert doch auch eine gereichte Hand das Leid des Sterbenden. Sollte man nicht alles tun, um das Leiden des Betreffenden zu mindern?

    Sicher ist das auch Egoismus, das ist mir schon klar. Ich bin aber weit entfernt davon, selbstlos agieren zu können, daher kann ich nichts anderes tun, als mich in das leidende Wesen hineinzuversetzen und hineinzuspüren, was ich wollen würde, wenn ich an seiner Stelle wäre.

    Ich hoffe, dass du meinen Beitrag nicht als unfreundlich oder unhöflich auffasst, ich kann mich leider nicht besser ausdrücken, hoffe aber, dass du erkennen kannst, dass mein Beitrag nicht gegen dich persönlich gerichtet ist?

    Liebe Grüße
    Think

  • Shambhala-Zentren?

    • think
    • 15. Dezember 2008 um 18:09
    ByangChub:

    Hast du falsch verstanden. Es ging nicht um das, was du vorher geschrieben hast. Nur darum, dass du dich informieren solltest. Wenn du es tust, wirst du vielleicht verstehen. "Leben und Sterben" des Gründers.


    Ach so. OK, das werde ich dann wohl besser wirklich sehr ausführlich tun, vielen Dank für den Hinweis!

    Liebe Grüße
    Think

  • buddhismus und nahtoderfahrungen?

    • think
    • 15. Dezember 2008 um 18:04
    Sacred:

    Für mich persönlich liegt da der Kernpunkt darin, dass man auch Glücklich wird, ohne in der Lage zu sein und auch tatsächlich ohne dies zu erfahren. Jedoch ist dieser Zustand ein Teil dessen welcher nötig ist um jenes zu erfahren. Nur wird man das dann noch brauchen? :) Vermutlich wird es nicht verkehrt sein jenes zu wissen, jedoch ist der Zustand der Glückselligkeit im Bezug auf diesen Gegenstand notwendig, da es um Glückselligkeit geht und nicht um Spielerein mit diesem Gegenstand.


    Aaah, jetzt ist alles klar! Vielen Dank für deine Geduld!

    think:

    So ähnlich wie ein trübes Wasser klar werden lassen...


    Oh, das ist aber ein sehr schönes Bild! Für uns hektische Westler ist das Warten ja manchmal wirklich sehr schwierig ... wenn ich dein Bild gleich verwenden darf - da wird umgerührt und geschüttelt und wieder umgerührt, und dann wundert man sich, wieso das Wasser nicht endlich klar wird, obwohl man doch so viel versucht und sich so angestrengt hat ... ;)

    Sacred:

    Ich hoffe, ich konnte dir weiter helfen.


    Ja, sehr sogar! Vielen Dank! :)

    Ji'un Ken:


    http://www.philosophia-online.de/mafo/heft2007-5/Koh_Nag.htm

    http://www.deutschesfachbuch.de/info/detail.php?isbn=3893854630
    Ich habe dieses Buch gerne gelesen.


    Ooooh, danke!! Das hat meine nächste Frage direkt vorweggenommen. Wollte nämlich schon fragen, ob Euch da auch gewisse Parallelen aufgefallen sind ... *gg*

    Zitat

    Na, ist die Verwirrung jetzt komplett oder fehlt noch was? :lol:


    :lol: Ja, Verwirrung komplett! Nein, war nur ein Scherz. Ihr habt mir wirklich sehr weitergeholfen! Vielen Dank! Ist wirklich ein ganz tolles Forum hier, ich hoffe, ich kann mich irgendwann für eure Hilfe und Freundlichkeit revanchieren. Und auch vielen Dank für den interessanten Text über Verblendung. Oft fehlen einem einfach die Begriffe, um diffuse Gedanken richtig einzuordnen. Ich sehe mehr und mehr, dass der Buddhismus ein sehr guter Weg für mich ist.

    Liebe Grüße
    Think

  • Shambhala-Zentren?

    • think
    • 15. Dezember 2008 um 17:44
    ByangChub:

    Vielleicht informierst du dich zunächst mal über Leben und Wirken des Gründers. Ist vielleicht ratsam das am Anfang zu tun, bevor man irgendwann später mit bestimmten Aussagen konfrontiert wird.


    Sorry, ich wollte hier wirklich niemanden verurteilen oder so und auch nicht so tun, als wäre ich klüger als die Gründer eines buddhistischen Zentrums. Mich hat einfach nur die Wortwahl irritiert, nichts weiter. Werde mich aber noch umfassend informieren.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Think

  • Zen-Kater

    • think
    • 15. Dezember 2008 um 13:30
    Bodhidasa:

    Wollte er wirklich sterben?


    Bitte entschuldige, ich möchte nur noch eine kleine Unklarheit (meinerseits) ausräumen. Ich habe in meinem vorigen Beitrag von bereits Sterbenden gesprochen, aber nicht von Lebewesen, die vielleicht noch Wochen oder Monate zu leben hätten. Deine Einwände sind absolut richtig, ich finde aber, dass nichts dagegen spricht, einem hilflosen Wesen einen Sterbeprozess zu erleichtern, der bereits im Gange ist - da geht es ja nur noch um Stunden der Qual und des Leids und nicht mehr ums Sterben-Wollen (dieser Prozess findet ja dann bereits statt). Das ist aber wie gesagt nur meine persönliche Meinung.

    Liebe Grüße
    Think

  • Zen-Kater

    • think
    • 15. Dezember 2008 um 13:17
    humanworld:

    Wenn man ganz ruhig und sogar heiter dabei sein kann dem Tier gegenüber, so dass es ruhig einschläft, dann war das distanziertere Liebe, die dem Tierchen aber viel mehr gut getan hat. Wobei es wieder so ist, dass der Buddhismus das Töten verbietet, ich habe irgendwo gelesen, dass man auch dann nicht töten darf, um einem Wesen unnötiges Leiden zu ersparen, was ich aber nicht verstehe. Weiß einer von euch da etwas davon.


    Hmm ... wissen tu ich zwar leider gar nix (bin ja wie gesagt ein Neuling), aber dass es in einer Philosophie des Mitgefühls verboten sein soll, einem Tier unsägliches Leid zu ersparen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Das geschieht ja - wie du schon geschrieben hast - aus Liebe und Mitleid.

    Ich musste mal vor vielen Jahren eine Mieze einschläfern lassen, da sie eine Erkrankung hatte, die zu einem sehr schmerzhaften und qualvollen Tod geführt hätte. Sie bekam zwar Medikamente gegen die Schmerzen, aber im Todeskampf hätten die - laut Tierärztin - auch nicht mehr geholfen, da die Katze letztendlich qualvoll erstickt wäre. Sie wurde von Tag zu Tag schwächer und ich habe abgewartet, bis ich sicher war, dass meine Katze bereit war, zu gehen. Das ist dann auch passiert - die Katze hat sich eines Tages ganz eindeutig von mir verabschiedet und hat sich auf meine Beine zum Sterben zurückgezogen. Habe dann die Tierärztin telefonisch um einen Hausbesuch gebeten. Meine Katze wusste ganz genau, was Sache ist, als die Tierärztin ins Zimmer kam. Die Reaktion meiner Mieze war beeindruckend - sie begann zu schnurren, weil sie offensichtlich wusste, dass ihr der Übergang erleichtert werden soll. Die Katze ist schnurrend gestorben und wurde bis nach dem letzten Atemzug gestreichelt. Ein schönerer und friedlicherer Tod ist mir bisher noch nie begegnet - und nachdem sie eine so gute Freundin war, war ich ihr das mMn auch schuldig.

    Sollte ich deshalb jetzt ein negatives Karma auf mich geladen haben, ist mir das ehrlich gesagt egal, das nehme ich gern in Kauf. Lieber brate ich in der Hölle, als dass ich untätig zugesehen hätte, wie meine Katze unter Schmerzen und Qualen erstickt wäre. Aber wie gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine solche Sterbehilfe aus Mitleid das gleiche bedeutet wie eine Tötung aus Hass, Gier, Lust, Gewohnheit oder Bequemlichkeit.

    Liebe Grüße
    think

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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