Ja, das war nicht die beste Quelle. Ich weiß nicht mehr, wo ich das mit den Phasen eigentlich gelesen hatte.
China fällt in der Tat in diversen Modellen raus. Aber es geht ja um westliche Länder und da kann man die Phasen schon erkennen.
Darum sagte ich, die Sache wird fassbarer, wenn man sich an wirtschaftliche Metriken hält, sofern man mit Zahlen denken kann. Viele Leute haben die Inflationsphase mit den 70er Jahren verglichen, weil sich daran noch genug Leute erinnern und speziell in Europa auch eine Energiekrise herrschte. Fiskalisch ist das aber gar nicht vergleichbar. Damals war die Inflation nachfragegetrieben und nicht durch Angebotsknappheit, wie in der Pandemie. Entsprechend war klar, dass Zinsen jetzt kein hilfreiches Steuerinstrument wären, aber es gibt für die Zentralbanken sonst keins. Die fiskalische Dominanz ungeheurer Schulden hatten wir zuletzt in den 40er Jahren durch die Rüstungsorientierung. Wir erleben jetzt nicht die 40er wieder, aber wirtschaftlich gibt es Ähnlichkeiten und gesellschaftlich deswegen auch, wenn man sich die Feindlichkeit gegenüber beliebigen Minderheiten anschaut.
Ein großer Unterschied ist natürlich, dass der Kipppunkt der Demographie in der Pandemie passierte und damit unbemerkt.
Ich will nicht verschweigen, dass es die Hoffnung gibt, durch eine neue tief ausbeutbare Resource nochmal einen Wachstumsschub zu bekommen. Die Besiedelung der USA war der vorletzte Schub, der Letzte dann Öl, und jetzt liegt die Hoffnung auf AI. Mit viel Wachstum steigt das BIP und bietet einen Gegenwert zur Geldmenge. Und wir haben wieder Zeit gewonnen. Aber bisher sieht es nicht toll aus. Ein großer Teil der Firmen, die sagt wegen AI Mitarbeiter zu entlassen, stellt billiger Ausländer ein oder macht gleich Outsourcing ins Ausland. Darum sinken die Gehälter und darum steigen die Gewinne, und nicht wegen AI. Die Gretchenfrage: Bricht nicht alles zusammen, wenn die Verbraucher flächendeckend ausfallen. Nein. In den USA werden 80% der Verbraucherumsätze von den wohlhabendsten 20% geleistet. Entsprechend braucht man eine rigide Kontrolle, damit die 80% nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn sie weiter verarmen. Genau das sieht man dort in den Nachrichten.
Vor mehr als 30 Jahren hatte Vietnam nach OECD Richtlinien > 95% Armut. Jetzt sind es < 5%. Da begreift kein Mensch die Weltuntergangsstimmung hier. Ich möchte den Bau von Stuttgart 21 oder dem Berliner Flughafen mit dem Bau von Ciudad Cayalá in Guatemala vergleichen. Revolutionäre Idee, geplant, gemacht, und ist eine sagenhafte Stadt, deren Einnahmen dem Staat erheblich helfen und viele Arbeitsplätze bedeuten. Leider zu teuer für mich. Vor etlichen Jahren hat das goldene Visum für Panama 5000 USD gekostet. Jetzt 500.000 USD, weil es so beliebt ist. Die Staatsbürgerschaften diverser Karibikstaaten werden jedes Jahr teurer. Zugleich gibt es steigende Migrationsströme von Menschen, die das auch alles sehen. Ich glaube, letztes Jahr oder so haben mehr Millionäre UK verlassen, als China verließen. Es verlassen netto mehr gebürtige Deutsche das Land als je zuvor in der BRD. Hat bei uns irgendwie Tradition.
Das ist meine kurze Antwort darauf, was man als Buddha zugewandter Mensch zur AfD sagen kann, warum es sie gibt, und warum sie Zuspruch findet. Die Gegenwart ist die Folge der Vergangenheit, nicht vom Himmel gefallen, und folgt sachlichen Entwicklungen. Vermutlich sagt irgendwer jetzt bedingtes Entstehen. Das geht solange, bis wir vor einer Wand stehen, und aktuell ist die Politik der Ansicht, wir müssten nur schneller laufen.