Die Behörden können 10% aller Stellen dauerhaft nicht mehr besetzen und kontinuierlich wird durch neue Vorschriften mehr Arbeit erzeugt. Ein Beispiel: Bauämter sollen juristisch entscheiden, aber sie stellen keine Juristen ein (und würden auch kaum welche bekommen) und sie haben nicht mal Zugriff auf juristische Datenbanken. Ohne die nötigen Kompetenzen dauern Sachen ewig, weil schwierige Arbeiten ohne die nötige Kompetenz erstmal weitergegeben werden. Die Bauämter können keine übergeordnete Behörde um fachlichen Rat fragen! Extremföderalismus. Gerade aus erster Hand mitbekommen.
Die gegenüber früher extremen Sperrungen von Autobahnen liegen an neuen Sicherheitsvorschriften für die Mitarbeiter, die mehr Abstand fordern. Nach Unfällen bleibt die Sperrung manchmal zig Stunden stehen, weil gerade keine Reinigungsfirma Zeit hat.
Die Schläferbaustellen sind so geplant. Es soll möglichst billig sein. Also wird ein billiger Auftrag angenommen, der länger dauert. Die Absperrung macht nicht die Baufirma, sondern das Land, und die Firma muss das bezahlen. Es wird also zeitig abgesperrt, die Firma fängt an, arbeitet zwischendurch woanders, um eine gleichmäßige Auslastung zu haben, und alles dauert ewig. Es gibt längst moderne Maschinen, die effizienter arbeiten, aber keine Firma kauft sie, weil sie sich von Ausschreibung zu Ausschreibung hangeln muss. Die Autobahn GmbH ist eine Verwaltungsgesellschaft, die die Arbeit des Verkehrsministeriums als Subunternehmer macht, ohne an die Einschränkungen der Besoldung gebunden zu sein, und die eigentliche Arbeit nur weitergibt. In anderen Ländern würde diese Gesellschaft selbst bauen, mit modernsten Maschinen. Das darf sie bei uns aber nicht. Und davon profitieren viele Leute.
Unser Staat versagt strukturell und die Altparteien bestehen auf der bisherigen Struktur. Politik und Bürokratie sind naheliegenderweise enge Freunde. Darum wird die AfD stark bekämpft: Sie droht der neue Begünstigte dieses Filzes zu werden. Im Grunde muss sie gar nichts tun, außer zu existieren, und sich von den Altparteien abzusetzen. Wie man beim Beispiel bei uns im Dorf sah: Bevor sie kommunal an die Macht kommt, wird ausnahmsweise mal gemacht, was die Mehrheit der Menschen will. Das klappt nicht in allen Gemeinden und auf Bundesebene gar nicht.
Nun hat die AfD durchaus ein Programm. Ich wage mir nicht auszumalen, was los wäre, wenn sie die Position von Schäuble einst vertreten würde, die nicht hätte verfassungsfeindlicher sein können, und definitiv heute unter Volksverhetzung liefe:
Die kulturellen Probleme liegen tiefer und sind globaler, darum sehen wir ein paar Probleme in allen alten entwickelten westlichen Ländern. Warum klappt es auf Bundesebene nicht, z.B. den deutschen Haushalt erheblich zu restrukturieren? Warum ist das Wohnen in den meisten Ländern der Welt unbezahlbar geworden?
Buddha empfiehlt, an solche Fragen ohne emotionale Belastung und Scheuklappen heranzugehen. Jeder ärgert sich über viele kritikwürdige Dinge, aber das darf nicht den globalen Blick vernebeln, wenn man brauchbare Antworten haben will. Und danach sieht man, was die AfD ist, und was sie nicht ist, und wie riesig die eigentlichen Probleme sind, hinter denen die deutsche Bundespolitik schlicht verschwindet.
P.S.: Wenn der Begriff Altparteien allgemein stigmatisiert sein sollte, ist das bei mir nicht angekommen. Ich meine damit die gewohnte Parteienlandschaft, mehr nicht. Falls jemand einen besseren Begriff dafür hat, nur her damit. Brandmauerparteien?