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  1. Buddhaland Forum
  2. pano

Beiträge von pano

  • Analytische Meditation und punkförmige Meditation

    • pano
    • 12. Juli 2026 um 11:48

    Hallo Kaiman,


    da ich das Buch des Dalai Lama nicht habe und auch nicht in tibetischer Tradition praktiziere kann ich nicht viel kommentieren, aber ein paar Gedanken dazu wie Ayya Khema sich dazu positionieren könnte.

    1. Nachdenken über die Einmaligkeit als menschliches wesen geboren zu sein.
      --> "Die ewigkeit ist jetzt"
    2. Reflektieren über Tod und Unbeständigkeit.

      --> Einsicht in die 3 Daseinsmerkmale, klar in der Satipatthana Sutta enthalten z.B.
    3. Nachdenken über Handlungen und deren Wirkung.
      Entspricht A.K.'s Sicht von Kamma
    4. Reflektieren über die Fehlerhaftigkeit im Daseinskreislauf.
      A.K. erinnert eigentlich ständig daran dass man im weltlichen Leben getäuscht wird. Sich selbst täuscht, etc. Ein Audiobook ist mir da in Erinnerung (also sicher eine ihrer zahlreichen Dharma Talks, müsste auf Dharmaseed zu finden sein), in dem sie ziemlich brutal den Begriff der Liebe zerpflückt und am Ende glaubt bleibe ich nur die bedingungslose Liebe übrig


    Ayya Khema betont jedoch auch immer wieder dass man gerade in der meditativen Übung nicht zu sehr grübeln sollte. Kommt ein Gedanke auf, betrachtet man ihn kurz, sucht das erstbeste Etikett, und lässt ihn ziehen ohne ihm nachzuhängen.


    Bzgl. der Achtsamkeit glaube ich dass der Begriff etwas inflationär heutzutage gebraucht wird auch im Pali-Buddhismus. Es geht nicht nur um Achtsamkeit sondern oft steht im Pali Kanon Sati-Sampajañña (etwa im DN2, siehe auch Ayya Khemas Buch von den Früchten des Spirituellen Lebens). Ich glaube Achtsamkeit ist im Pali Kanon immer ein dehnbarer Begriff, eher eine Erinnerung daran sich der Praxis zu "widmen" als die Beschreibung der eigentlichen Praxis selbst (praxis wäre dann z.B. Samatha-Vipassana). Sati ist der Dirigent sozusagen, sehr wichtig, aber einfach abstrakter, nicht der eigentliche Musiker. Versuche dann konkrete Eigenschaften mit Sati zu identifizieren scheitern oder verkürzen, weil Sati ein etwas abstrakteres Konzept ist.


    Ein Buch des Dalai Lamas was ich empfehlen kann ist seine Diskussion über Kamalaśilas Bhavanakrama. Gibts antiquarisch auch auf deutsch. Da schreibt er im Prinzip über Śamatha-Vipaśyana Praxis, also über die konsequente Fortsetzung der Samatha-Vipassana Praxis aus der Perspektive des indischen Mahayana.

  • Achtsam geht die Welt zugrunde.

    • pano
    • 5. Juli 2026 um 14:19

    Siehe auch Rezension: Jacob Schmidt Viel Lärm um Achtsamkeit Oder warum es so schwer ist, in unserer Gesellschaft ein gutes Leben zu führen

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • pano
    • 5. Juli 2026 um 08:02

    Ach Samadhi1876 austoben ist dein Lieblingsthema …

    Naja. In den hagiographischen Erzählungen hat vieles eine bestimmten Zweck. Im Prinzip wird mit solchen Geschichten belegt das ein ausschweifendes luxusleben mit allen sinnesfreuden eben das Dukkha nicht hat verschwinden lassen.


    gelehrt hat der Buddha nicht dass man sich erstmal austoben soll.

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • pano
    • 4. Juli 2026 um 22:50

    Ob BDSM nun moralisch oder ethisch in Ordnung ist eine Frage (um die zu beantworten muss garnicht der Buddhismus bemüht werden, wenn zwei Erwachsene aus freien Stücken und unter Einhaltung vereinbarter Grenzen BDSM machen wollen ist das ethisch und moralisch in Ordnung ).


    Die Frage die sich mir stellt: ist es heilsam (kusala), ist es unheilsam (akusala), oder irgendwo dazwischen? (Mal so mal so?).


    Die eigene Sexualität zu unterdrücken halte ich erstmal für nicht so heilsam. Ganz pauschal ausgedrückt.


    Da ich keinerlei Zugang zu BDSM habe muss und will ich es diesbezüglich garnicht bewerten aber die Frage nach der heilsamkeit wäre die die ich mich fragen würde wenn ich BDSM praktizieren würde und mich für den buddhistischen Pfad interessiere um Dukkha zu mindern.

  • Ist "Theravada" das bessere Hinayana?

    • pano
    • 4. Juli 2026 um 19:52

    Hinayana wird ja oft so definiert als Auslegungen des Buddhismus die als Ziel die arhatschaft anstreben also die Erleuchtung für sich selbst.


    Im Theravada ist das eine Möglichkeit unter mehreren. Stichwort samma sambuddha.


    Insofern kann man Theravada als Mahayana-Tradition bezeichnen. Damit verwirrt man natürlich nur.

    Der Mahayana Begriff ist aber selbst wenn man Theravada exkludiert ja so breit dass er fast nutzlos ist. Da Theravada unters Dach zu packen macht den Kohl nicht fett.


    Sutrayana finde ich nicht besonders gut als Begriff. Würde ich den Begriff ins Pali übersetzen wäre es ja Suttayana und damit wieder eine Art Palibuddhismus. Ein Begriff sollte einigermaßen robust genug gehen Übersetzungen in kognate sein.


    Bikkhu Vimalaramsi (?) nannte seine Lehre Suttavada und da hat man das selbe Problem.

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • pano
    • 20. Juni 2026 um 14:54

    Naja, es ist gut belegt dass es in Indien eine Praxis des auswendig Lernens gab , nicht nur im Kontext des Buddhismus, die Vedas wurden so überliefert und im Prinzip ist das auch etwa im alten Griechenland so erfolgt bevor schriftliche Überlieferung möglich wurde. Ilias und Odyssee wären da als Beispiel zu nennen.

    Für den Buddhismus des Pali Kamins kann man sagen dass es Textstrukturen gibt die dem auswendig lernen dienen. „Konstruiert“ klingt so als würden wir da heute viel mutmaßen, wir wissen das aber recht gut dass es so war. Was weniger klar ist, ist in wiefern sich die Texte gebildet haben und in wiefern die überlieferten Texte etwa dem Lehrreden des Buddhas entsprechen. Letztlich haben wir ja auch keinen richtigen Beleg dass es den Buddha gab, es könnte auch eine rein mythische Figur sein.

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • pano
    • 15. Juni 2026 um 00:25

    Zur ausgangsfrage: der Buddha war vermutlich des Lesens nicht mächtig. Dieser Gedanke wirft mich jedesmal fasst aus der Bahn

  • Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen u.a. über die DBU

    • pano
    • 15. Juni 2026 um 00:23

    dieses Umfrage Ergebnis überrascht mich nicht bzgl. der Kernaussage. Aber im Kontext der DBU hätte ich vielleicht noch etwas mehr Religiosität erwartet. Also wenn die DBU hier mal Thema ist dann ja oft wegen den Bezügen zu religiös-buddhischen Mitgliedsorganisationen. Insofern überraschend dass sich das nicht im Umfrage Ergebnis durchsetzt .


    Andererseits frage ich mich ob eine Umfrage unter Konvertiten andere Religionen nun grundsätzlich andere Ergebnisse liefern würde. Konvertierung ist eben oft in Krisen begründet und in Religionen findet der Konvertit dann halt, und Strategien zur Bewältigung .


    Der buddhistische Konvertit besucht dann einen mbsr Kurs , ein retreat oder die Meditationshruppe. Der christliche Konvertit informiert dich wie man betet

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • pano
    • 14. Juni 2026 um 23:55

    Es ist immer wieder spannend dass man suttas so unterschiedlich lesen kann. Was du bemerkt hast habe ich locker überlesen. Ich war sehr klar an der Frage interessiert ob Einsicht nachgelagert oder parallel geübt werden soll.

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • pano
    • 14. Juni 2026 um 23:50

    Vielleicht ist damit auch der Anreiz und die Motivation gemeint? So wie chanda ?


    Also wenn ich die Sutta lese klingt das so wie der Anreiz zum rechten Entschluss (samma sankappa)

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • pano
    • 12. Juni 2026 um 09:09
    JoJu91:
    Qualia:

    Doch Buddha lehrt, dass das sich etwas Bewusst-sein durch vedana bedingt ist,

    Mir etwas bewusst sein ist vedana bedingt.


    Ursprüngliches Bewusstsein ist nicht bedingt und nicht mein.


    Vedana-bedingtes Bewusstsein kann nicht heilen, zum Leben in der Welt ist es aber wohl unabdingbar ?


    :?:

    Alles anzeigen

    Unbedingt wäre nicht leer. Dann hätte es eine Essenz (Svabhāva).

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • pano
    • 10. Juni 2026 um 22:50
    Monikamarie:

    Zeugen Jehovas sind keine extremen Christen, sie halten sich nur genauer an die Bibel, weil sie ihren Glauben ernst nehmen.

    _()_Monika

    naja, sie legen die Bibel strit und eng aus, ob das nun mehr "im Sinne" der Bibel ist? Das hängt vom jeweiligen theologischen Verständnis ab. Für den griechisch-orthodoxen Christen sind die Zeugen Jehovas Erbsenzähler die das Thema verfehlen.

    Wenn man den Begriff "extrem" vermeiden will, dann könnte man auch "radikal" sagen (von Radix, also von der Wurzel kommend). Das entspräche dem Selbstverständnis der Zeugen.


    Ich finde aber den Begriff "extrem" passend, weil die Zeugen ja extrem sind in ihrer Auslegung wenn sie z.B. die Bluttransfusion ablehnen. Wenn man bedenkt dass das auch Schutzbefohlene / Kinder betrifft, die ggf. sterben müssen mangels Bluttransfusion, dann ist das extrem.

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • pano
    • 10. Juni 2026 um 22:28

    Von dieser Kurzen Lehrrede habe ich mal 2 Übersetzungen eingestellt, ich finde das ganz illustrativ, auch weil ich Sabamittas Übersetzung des Worts samatha als Sammlung für verwirrend halte, Geistesruhe ist treffender.

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • pano
    • 10. Juni 2026 um 22:19

    Spielregel für diesen Faden

    Wer hier mitreden will, kommentiert, zitiert, antwortet sollte die Sutta einmal konzentriert gelesen haben (oder angehört). Erst Lesen, dann schreiben. Für offtopic Anmerkungen einfach lieber einen separaten Faden aufmachen.


    Ñānatiloka Thera

    Ñānatiloka Thera übersetzt:

    • Samatha - Geistesruhe
    • Vipassana - Hellblick
    Aṅguttara Nikāya Das Vierer-Buch 4.170. Wege zur Erlösung II übersetung Nyānatiloka Thera:


    So habe ich gehört. Einstmals weilte der ehrwürdige Ānanda im Ghosita-Kloster bei Kosambi. Dort wandte sich der ehrwürdige Ānanda an die Mönche: „Liebe Mönche!“ sprach er. „Bruder!“ erwiderten jene Mönche dem ehrwürdigen Ānanda. Und der ehrwürdige Ānanda sprach:

    „Wer auch immer, ihr Brüder, von den Mönchen oder Nonnen mir gegenüber die Erreichung der Heiligkeit kundgibt, der tut es auf vier Weisen oder auf eine von ihnen. Welches sind diese vier?

    Da, ihr Brüder, entfaltet ein Mönch den Hellblick mit vorangehender Geistesruhe. Indem er aber den Hellblick mit vorangehender Geistesruhe entfaltet, erschließt sich ihm der Pfad. Jenen Pfad hegt und pflegt er, wandelt ihn beharrlich. Indem er aber jenen Pfad hegt und pflegt, ihn beharrlich wandelt, lösen sich ihm die Fesseln und die Neigungen ersterben.

    Ferner noch, ihr Brüder: da entfaltet ein Mönch die Geistesruhe mit vorangehendem Hellblick. Indem er aber die Geistesruhe mit vorangehendem Hellblick entfaltet, erschließt sich ihm der Pfad. Jenen Pfad hegt und pflegt er, wandelt ihn beharrlich. Indem er aber jenen Pfad hegt und pflegt, ihn beharrlich wandelt, lösen sich ihm die Fesseln und die Neigungen ersterben.

    Ferner noch, ihr Brüder: da entfaltet ein Mönch Geistesruhe und Hellblick zum Paare verbunden. Indem er aber die Paarverbindung von Geistesruhe und Hellblick entfaltet, erschließt sich ihm der Pfad. Jenen Pfad hegt und pflegt er, wandelt ihn beharrlich. Indem er aber jenen Pfad hegt und pflegt, ihn beharrlich wandelt, lösen sich ihm die Fesseln und die Neigungen ersterben.

    Ferner noch, ihr Brüder: da wird bei einem Mönche der Geist von Wahrheitsunruhe ergriffen. Es kommt aber die Zeit, wo der Geist sich innerlich festigt, sich völlig beruhigt, einig wird und sich sammelt; und dann erschließt sich ihm der Pfad. Jenen Pfad hegt und pflegt er, wandelt ihn beharrlich. Indem er aber jenen Pfad hegt und pflegt, ihn beharrlich wandelt, lösen sich ihm die Fesseln und die Neigungen ersterben.

    Wer auch immer, ihr Brüder, von den Mönchen oder Nonnen mir gegenüber die Erreichung der Heiligkeit kundgibt, der tut es auf diese vier Weisen oder auf eine von ihnen.“

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    Übersetzung von Sabamitta

    Sabamitta übersetzt:


    • Samatha -Sammlung
    • Vipassana - Klarsicht
    Nummerierte Lehrreden 4.170 17. Das Kapitel über die Übung Hand in Hand:

    Hand in Hand

    So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Ehrwürdige Ānanda bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster. Da wandte sich Ānanda an die Mönche und Nonnen: „Geehrte, Mönche und Nonnen!“

    „Geehrter“, antworteten sie. Ānanda sagte:

    „Geehrte, alle Mönche und Nonnen, die in meiner Gegenwart erklären, dass sie die Vollendung erreicht haben, haben diese über den einen oder anderen von vier Wegen erreicht.

    Von welchen vier?

    Da ist ein Mönch, der zuerst Sammlung und dann Klarsicht entwickelt. Während er das tut, wird in ihm der Pfad geboren. Er pflegt, entwickelt und mehrt ihn. Während er das tut, gibt er die Fesseln auf und beseitigt die zugrunde liegenden Neigungen.

    Dann ist da ein Mönch, der zuerst Klarsicht und dann Sammlung entwickelt. Während er das tut, wird in ihm der Pfad geboren. Er pflegt, entwickelt und mehrt ihn. Während er das tut, gibt er die Fesseln auf und beseitigt die zugrunde liegenden Neigungen.

    Dann ist da ein Mönch, der Sammlung und Klarsicht Hand in Hand entwickelt. Während er das tut, wird in ihm der Pfad geboren. Er pflegt, entwickelt und mehrt ihn. Während er das tut, gibt er die Fesseln auf und beseitigt die zugrunde liegenden Neigungen.

    Dann ist da ein Mönch, dessen Geist von Rastlosigkeit gepackt ist, sich über die Lehre klar zu werden. Doch es kommt eine Zeit, da sein Geist innerlich gestillt wird; er setzt sich, wird eins und versinkt im Samādhi. Der Pfad wird in ihm geboren. Er pflegt, entwickelt und mehrt ihn. Während er das tut, gibt er die Fesseln auf und beseitigt die zugrunde liegenden Neigungen.

    Alle Mönche und Nonnen, die in meiner Gegenwart erklären, dass sie die Vollendung erreicht haben, haben diese über den einen oder anderen dieser vier Wege erreicht.“

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  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • pano
    • 7. Juni 2026 um 01:40
    Igor07:

    Und was ist dazu notwendig? Sehr gute Aufmerksamkeit, also Sati, aber in der ersten Reihe geht es in diesem Sutra um Samādhi. So lese ich: „Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken und geeint.“

    Ich glaube das Zweite Bild des Kuhhirten schildert Samatha. Und die Praxis heilsame Gedanken zu hegen und unheilsamen Gedanken nicht nachzugehen ist dann schon auch eine Achtsamkeitspraxis. Wobei außerhalb des Gleichnisses der Buddha Samādhi betont "Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper still und nicht erregt, mein Geist im Samādhi versunken und geeint". Insofern steckt da viel Samadhi in der Sutta.

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • pano
    • 7. Juni 2026 um 01:32

    Für mich ist ein Kernsatz "Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz". Die Sutta unterscheidet zwischen heilsamen und unheilsamen Gedanken. Interessant ist das Gleichnis vom Kuhhirten. In der Regenzeit ist der in der "Hölle" des Samsara, kommt kaum hinterher die Tiere davon abzuhalten die Felder kahl zu fressen. Im Prinzip wird da glaube ich ein Zustand beschrieben in dem sich der Übende zu Anfang der Praxis befindet. Mit mehr Praxis ist er dann viel relaxter. Was ich aber beim Gleichnis seltsam finde: der Unterschied zwischen Regenzeit und Sommer ist ja ein "externer", also der Kuhhirte kann ja nicht durch Praxis den wechsel der Jahreszeiten herbeiführen. Die Lösung für dieses scheinbare Paradox ist, dass nicht der Kuhhirte ein Sinnbild für den Geist ist, odern die Gesamtsituation, der Kuhhirte ist nur ein Faktor des Geistes, Felder, Wetter sind andere Faktoren. Die Praxis verändert das gesamte Gefüge des Geistes.


    Die Rinder sind dabei unsere Impulse, der Hirte der rationale Geist der den Impulsen hinterher "hecheln" muss. Die Felder sind schützenswerte geistige Objekte, die von niederen Trieben gefährdet werden.

    Im Sommer sind die Felder dann abgeernet, die heilsame Folge ist eingetreten (Ernte), und der Hirte muss sich nicht mehr so sehr mit den Impulsen herumschlagen, es reicht gelegentliche Aufmerksamkeit.

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • pano
    • 6. Juni 2026 um 21:13

    Anmerkung für die Mods: Sabbamitta, deren Übersetzung ich hier eingestellt habe, hat ihre Übersetzungen Creative-Commons 0 lizensiert, also nach meinem Verständnis quasi gemeinfrei gestellt, somit sollte lizenzrechtlich / copyright technisch nichts gegen ein Posting des Textes sprechen.

    Spielregel für diesen Faden

    Wer hier mitreden will, kommentiert, zitiert, antwortet sollte die Sutta einmal konzentriert gelesen haben (oder angehört). Erst Lesen, dann schreiben. Für offtopic Anmerkungen einfach lieber einen separaten Faden aufmachen.

    Mittlere Lehrreden 19:
    • Mittlere Lehrreden 19

    Zwei Arten von Gedanken

    So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen!“

    „Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:

    „Mönche und Nonnen, vor meinem Erwachen, als ich noch nicht erwacht war, aber zum Erwachen entschlossen, dachte ich: ‚Warum meditiere ich nicht, indem ich meine Gedanken fortlaufend in zwei Klassen einteile?‘ Und ich wies sinnliche, böswillige und grausame Gedanken einer Klasse zu und entsagende, wohlwollende und mildherzige Gedanken der anderen Klasse.

    Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein sinnlicher Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser sinnliche Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er blockiert die Weisheit, ist mit Qual verbunden und führt nicht zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, mich selbst zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, andere zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, sowohl mich selbst als auch andere zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er die Weisheit blockiert, mit Qual verbunden ist und nicht zum Erlöschen führt, ging er weg. So gab ich jeden sinnlichen Gedanken, der aufkam, auf, machte mich von ihm los und beseitigte ihn.

    Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein böswilliger Gedanke auf … ein grausamer Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser grausame Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er blockiert die Weisheit, ist mit Qual verbunden und führt nicht zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, mich selbst zu verletzen … andere zu verletzen … sowohl mich selbst als auch andere zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er die Weisheit blockiert, mit Qual verbunden ist und nicht zum Erlöschen führt, ging er weg. So gab ich jeden grausamen Gedanken, der aufkam, auf, machte mich von ihm los und beseitigte ihn.

    Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz. Wenn er häufig über sinnliche Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er entsagende Gedanken aufgegeben, um sinnliche Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu sinnlichen Gedanken. Wenn er häufig über böswillige Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er wohlwollende Gedanken aufgegeben, um böswillige Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu böswilligen Gedanken. Wenn er häufig über grausame Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er mildherzige Gedanken aufgegeben, um grausame Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu grausamen Gedanken.

    Wie wenn im letzten Monat der Regenzeit, zur Herbstzeit, die Feldfrucht dicht wächst und ein Kuhhirte auf die Rinder aufpassen muss: Er würde sie mit seinem Stab in diese oder jene Seite stoßen, um sie in Schach zu halten. Warum ist das so? Weil er sieht, dass er, wenn sie in die Feldfrucht streiften, hingerichtet werden, ins Gefängnis kommen, sein Besitz eingezogen oder er entehrt werden könnte.

    Ebenso sah ich den Nachteil untauglicher Eigenschaften, die so schmutzig und unlauter sind, und den Vorteil tauglicher Eigenschaften, die läuternde Kraft der Entsagung.

    Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein entsagender Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser entsagende Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt nicht dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er nährt die Weisheit, ist frei von Qual und führt zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber die ganze Nacht nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber die ganze Nacht und den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde, so sehe ich keine Gefahr, die davon käme. Dennoch würde zu langes Nachdenken und Erwägen meinen Körper ermüden. Wenn der Körper müde ist, ist der Geist erschöpft. Und wenn der Geist erschöpft ist, ist er von Versenkung weit entfernt. So stillte ich meinen Geist, ließ ihn sich setzen, eins werden und im Samādhi versinken. Warum ist das so? Damit mein Geist nicht erschöpft würde.

    Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein wohlwollender Gedanke auf … ein mildherziger Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser mildherzige Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt nicht dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er nährt die Weisheit, ist frei von Qual und führt zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber die ganze Nacht nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber die ganze Nacht und den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde, so sehe ich keine Gefahr, die davon käme. Dennoch würde zu langes Nachdenken und Erwägen meinen Körper ermüden. Wenn der Körper müde ist, ist der Geist erschöpft. Und wenn der Geist erschöpft ist, ist er von Versenkung weit entfernt. So stillte ich meinen Geist, ließ ihn sich setzen, eins werden und im Samādhi versinken. Warum ist das so? Damit mein Geist nicht erschöpft würde.

    Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz. Wenn er häufig über entsagende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er sinnliche Gedanken aufgegeben, um entsagende Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu entsagenden Gedanken. Wenn er häufig über wohlwollende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er böswillige Gedanken aufgegeben, um wohlwollende Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu wohlwollenden Gedanken. Wenn er häufig über mildherzige Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er grausame Gedanken aufgegeben, um mildherzige Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu mildherzigen Gedanken.

    Wie im letzten Sommermonat, wenn alle Feldfrucht im Dorf zusammengetragen ist und ein Kuhhirte auf die Rinder aufpassen muss. Er würde am Fuß eines Baumes oder im offenen Gelände sitzen und müsste nur achtsam sein, dass die Rinder da sind. Ebenso musste ich nur achtsam sein, dass diese Dinge da waren.

    Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken und geeint.

    Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, trat ich in die erste Vertiefung ein und verweilte darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält.

    Als das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigte, trat ich in die zweite Vertiefung ein und verweilte darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten.

    Und mit dem Schwinden der Ekstase trat ich in die dritte Vertiefung ein und verweilte darin; da meditierte ich mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfuhr persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘

    Indem ich Glück und Schmerz aufgab, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, trat ich in die vierte Vertiefung ein und verweilte darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit.

    Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf die Erinnerung an frühere Leben. Ich erinnerte mich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.

    Das war das erste Wissen, das ich in der ersten Nachtwache erlangte. Unwissenheit war vertrieben und Wissen erschienen; Dunkelheit war vertrieben und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.

    Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sah ich Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. … Ich verstand, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen.

    Das war das zweite Wissen, das ich in der mittleren Nachtwache erlangte. Unwissenheit war vertrieben und Wissen erschienen; Dunkelheit war vertrieben und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.

    Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen. Ich verstand wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘

    Ich verstand wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen.‘ … ‚Das ist der Ursprung der Befleckungen.‘ … ‚Das ist das Aufhören der Befleckungen.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt.‘ Als ich das erkannte und sah, war mein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit. Ich verstand: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

    Das war das dritte Wissen, das ich in der letzten Nachtwache erlangte. Unwissenheit war vertrieben und Wissen erschienen; Dunkelheit war vertrieben und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.

    Wie wenn in einer bewaldeten Wildnis eine ausgedehnte Sumpfniederung wäre, und in der Nähe lebte eine große Rotwildherde. Und es käme ein Mensch, der der Herde schaden, sie verletzen und in Gefahr bringen wollte. Er würde den geschützten und sicheren Pfad, der zu Glück führt, absperren und den falschen Pfad öffnen. Er würde zahme Hirsche und Hirschkühe als Lockmittel hinstellen, sodass diese Rotwildherde mit der Zeit in ihr Verderben und ihren Untergang ginge. Dann käme ein Mensch, der helfen und nützen und dieser Rotwildherde ein Refugium vor dem Joch verschaffen wollte. Er würde den geschützten und sicheren Pfad, der zu Glück führt, öffnen und den falschen Pfad absperren. Er würde den Hirsch und die Hirschkuh als Lockmittel wegschaffen, sodass diese Rotwildherde mit der Zeit wachsen, größer werden und zur Reife kommen würde.

    Ich habe mir dieses Gleichnis ausgedacht, um etwas deutlich zu machen. Und das ist die Bedeutung: ‚Eine ausgedehnte Sumpfniederung‘ ist ein Ausdruck für Sinnenfreuden. ‚Eine große Rotwildherde‘ ist ein Ausdruck für die Lebewesen. ‚Ein Mensch, der der Herde schaden, sie verletzen und in Gefahr bringen will‘ ist ein Ausdruck für Māra den Bösen. ‚Der falsche Pfad‘ ist ein Ausdruck für den falschen achtfachen Pfad: nämlich falsche Ansicht, falsches Denken, falsche Rede, falsches Handeln, falschen Lebenserwerb, falschen Einsatz, falsche Achtsamkeit und falsche Versenkung. ‚Ein zahmer Hirsch‘ ist ein Ausdruck für Genießen und Gier. ‚Eine zahme Hirschkuh‘ ist ein Ausdruck für Unwissenheit. ‚Ein Mensch, der helfen und nützen und dieser Rotwildherde ein Refugium vor dem Joch verschaffen will‘ ist ein Ausdruck für den Klargewordenen, den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddha. ‚Der geschützte und sichere Pfad, der zu Glück führt‘ ist ein Ausdruck für den edlen achtfachen Pfad: nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechten Lebenserwerb, rechten Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung.

    Nun, Mönche und Nonnen, ich habe den geschützten und sicheren Pfad, der zu Glück führt, geöffnet und den falschen Pfad abgesperrt. Ich habe den Hirsch und die Hirschkuh als Lockmittel weggeschafft.

    Aus Anteilnahme habe ich getan, was ein Lehrer, der seinen Schülern wohlgesonnen ist, tun sollte. Hier sind Plätze am Fuß von Bäumen, und hier sind leere Hütten. Übt Vertiefung, Mönche und Nonnen! Seid nicht nachlässig! Nicht, dass ihr es später bereut! Das ist meine Anleitung für euch.“

    Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.

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  • Prāsaṅgika

    • pano
    • 6. Juni 2026 um 18:13
    Bikkhu Analayo (Satipatthāna meditation (ein praxisleitfaden):

    Einige Praktiken können die eine oder die andere dieser beiden Qualitäten betonen und bei wieder anderen können Ruhe und Einsicht in Verbindung kultiviert werden. Die einzige letztendliche Realität, die im frühen Buddhismus anerkannt wird, ist Nibbāna. Das ist die einzige Erfahrung, in der Begriffe tatsächlich keinen Platz haben. Auf dem Weg zu diesem Kulminationspunkt in der Erfahrung des Nibbāna sind Begriffe jedoch nützliche Werkzeuge.

    Die Notwendigkeit von Begriffen ist bis zu einem gewissen Grad auch in einer Passage des Mahānidāna-sutta impliziert, die Erfahrung als eine Beziehung der gegenseitigen Konditionierung zwischen Bewusstsein und Name-und-Form beschreibt (DN 15; Analayo 2015: 107f). Dabei steht „Name" für jene geistigen Aktivitäten, die für eine begriffliche Bezeichnung verantwortlich sind, und „Form" für die Erfahrung von Materie durch Widerstand. Beide zusammen werden vom Bewusstsein erkannt. Aus der Sicht der früh-buddhistischen Erkenntnistheorie kann die Einsicht in die Materie nicht ohne Namen, ohne eine zumindest minimale Nutzung von Begriffen erfolgen. Nur tote Materie, die auf tote Materie trifft, ist frei von Begriffen. Damit wir aber Einsicht in die wahre Natur der materiellen Phänomene kultivieren können, ist eine Form des Kontakts durch Bezeichnung erforderlich.

    Nicht tibetisch, noch Prāsaṅgika, aber ich musste gerade an diesen Faden denken wegen des Themas Nama Rupa

  • Wie ich den sB (derzeit) verstehe

    • pano
    • 4. Juni 2026 um 13:00

    Es stellt sich ja die Frage: ist nibbana etwas seltenes, kaum erreichbares? Oder ist es etwas für jeden (oder für viele ) erreichbares?


    Noch in Pali Kanon gibt es zügige Erlebnisse des Erwachens. Eine lehrrede reicht da manchmal aus.



    In der Tendenz wird dann über die Jahrhunderte nibbana und Bodhi immer schwieriger zu erreichen und immer jenseitiger. Das bedeutet auch dass die „Theorie“ dass man über mehrere Leben mehr Kamma anhäufen müsse, mit Meilensteinen wie Stromeintritt, etc, oder Wiedergeburten in Buddha Feldern anzustreben seien wichtiger werden. Denn das erwachen im hier und jetzt wich einer mystischen Verklärung.


    Ein säkularer Buddhismus kann nicht an übernatürlichen Seelenwanderungen festhalten, er braucht sie aber auch nicht, wenn nibbana und Bodhi als diesseitige, erreichbare Geisteszustände und -Einstellungen aufgefasst werden.

  • Prāsaṅgika

    • pano
    • 26. Mai 2026 um 07:45

    auf diese Unterscheidung zwischen Nama und rupa bin ich bisher noch nicht gestoßen, ich war von Name / Form ausgegangen, aber für Mahayana Interpretation scheint das wesentlich zu sein dass Nama auch auf den Geist bezogen ist. Vielleicht sollte ich mir das Herz Sūtra nochmal vorknöpfen und neu lesen

  • Prāsaṅgika

    • pano
    • 25. Mai 2026 um 12:17

    Danke für diese Zusammenstellung. Da steckt viel drin.

  • Diamantweg

    • pano
    • 24. Mai 2026 um 20:13
    Hue32:
    pano:

    Also ich glaube hier wird gerade einiges vermischt. Natürlich Iris ist selbstverantwortlichkeit etwas das man psychisch erkrankten nicht nehmen darf. Natürlich bleibt aber z.B. eine Therapieeinrichtung in der Verantwortung heilangebote zu schaffen die entsprechend dem Fachwissen / Leitlinien angemessen sind. Und da gibt es auch eine gewisse Fürsorgepflicht.


    Nun ist bei der Durchführung eines retreats die Situation durchaus eine andere als in einer Therapieeinrichtung. Die Veranstalter sind kein Fachpersonal einer Therapieeinrichtung. Gleichzeitig wird ja schon ein gewisses heilsangebot gemacht eben für die Erfahrung von Dukkha. Und je nach Schule gibt es teils intensive Meditationsübungen.


    Ich finde es komplett legitim wenn ein meditationskreis z.B. sagt dass er mit bestimmten psychischen Krankheitsbildern nicht umgehen kann und das Risiko vermeiden möchte, das die Praxis in der Gruppe etwa der Person schadet.


    Bei großen Organisationen wie diamantweg oder Plum village könnte man vielleicht schon eher die Frage stellen ob eine solche Organisation nicht dafür sorgen kann dass psychologische Schulungen existieren. Aber auch da würde nach dem Grundsatz „Primum non nocere“ (zuerst einmal nicht schaden) nicht bei rauskommen dass man frei rumprobiert.


    und zu guter letzt hat auch ein Patient eine gewisse Verantwortung aktiv auf die Veranstalter zuzugehen wenn er bestimmte Vorerkrankungen hat. Jemanden mit psychologischen Vorerkrankungen ins retreat „schmuggeln“ ist irgendwie nicht so recht mit rechter Rede in Einklang zu bringen.

    Ganz ehrlich: Dein Beitrag klingt für mich stellenweise weniger nach Mitgefühl oder differenzierter Vorsicht, sondern eher nach akademisch verpackter Ausgrenzung.

    Du betonst ständig Selbstverantwortung, Fürsorgepflicht und „nicht schaden“, aber praktisch läuft deine Argumentation darauf hinaus, psychisch belastete Menschen möglichst früh als potenzielles Risiko zu markieren. Allein diese Wortwahl wie „ins Retreat schmuggeln“ ist ziemlich entlarvend. Das klingt nicht nach einem Menschen, der leidet und Orientierung sucht, sondern fast wie nach jemandem, der heimlich Gefahrgut einschleust.

    Und genau da zeigt sich für mich ein grundlegendes Problem vieler spiritueller Gruppen: Solange jemand funktioniert, begeistert ist und die Gruppendynamik stärkt, ist jeder willkommen. Sobald psychische Probleme sichtbar werden, wird plötzlich von Verantwortung, Risiken und Überforderung gesprochen.

    Dabei wird völlig ausgeblendet, dass solche Gruppen genau diese Menschen oft gezielt anziehen. Wer zieht denn bitte Menschen mit hohem Leidensdruck an, wenn nicht spirituelle Gemeinschaften, die von Befreiung vom Leiden, Transformation und Bewusstseinsentwicklung sprechen?

    Dann im Nachhinein zu sagen „dafür sind wir aber nicht zuständig“ ist schon ziemlich bequem.

    Außerdem finde ich diese unterschwellige Gleichsetzung von psychischer Erkrankung und möglicher Gefährlichkeit problematisch. Das schwingt bei solchen Diskussionen ständig mit. Als wären psychisch kranke Menschen vor allem ein Sicherheitsproblem für die Gruppe. Die meisten psychisch Erkrankten sind nicht aggressiv, sondern leiden in erster Linie selbst.

    Und wenn man ehrlich ist: Viele spirituelle Gruppen haben gar kein Interesse an wirklich schwierigen Menschen. Man möchte lieber funktionierende, sozial angenehme, motivierte Teilnehmer, die die Atmosphäre nicht belasten. Das ist menschlich nachvollziehbar – aber dann sollte man vielleicht aufhören, sich moralisch oder spirituell zu überhöhen.

    Denn Mitgefühl zeigt sich nicht darin, wie man mit den unkomplizierten Menschen umgeht, sondern mit denen, die anstrengend, instabil oder schwierig sind.

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    Lieber Hue32 du arbeitest dich hier etwas an meinem Kommentar ab, bzw. an dingen die du in meinen Beitrag reinliest.

    • Gefährlichkeit: Ich habe an keiner Stelle psychisch Erkrankten unterstellt eine Gefahr darzustellen, mir ging es um die Gefahr für jene psychisch Erkrankten.
    • "akademisch verpackter Ausgrenzung": Ich schlage ja keine Kontaktverbote vor, sondern stelle fest, dass buddhistische Lehrer ohne Therapieausbildung keine Therapeuten sein können und trotzdem darauf achten müssen erstmal keinen Schaden zu verursachen. Eine Schlussfolgerung könnte hier auch sein Teilnahme an der Gemeinschaft zu ermöglichken bei gleichzeitger Vorsicht bei Teilnahme an z.B. meditation.

    Dann kritisierst du übertriebene Heilsversprechen von buddhistischen Gruppen, da würde ich direkt mit dir mitgehen. Der buddhistische Pfad ermöglicht viel heilsames, aber man kann definitiv auch zuviel versprechen und nichts ist garantiert.


    Vielleicht hat tatsächlich das Wort "schmuggeln" dich etwas getriggert. Das war tatsächlich der Versuch Iris erste Beiträge zusammenzufassen aber ich habe nochmal nachgelesen und es ist keine treffende Zusammenfassung der von ihr geschilderten Ereignisse. Aber statt sich am Wort schmuggeln aufzuhängen würde ich sagen: Eine offene Kommunikation an dieser Stelle würde sowohl den Teilnehmern als auch den Organisatoren gut stehen.

  • Diamantweg

    • pano
    • 24. Mai 2026 um 10:32

    Also ich glaube hier wird gerade einiges vermischt. Natürlich Iris ist selbstverantwortlichkeit etwas das man psychisch erkrankten nicht nehmen darf. Natürlich bleibt aber z.B. eine Therapieeinrichtung in der Verantwortung heilangebote zu schaffen die entsprechend dem Fachwissen / Leitlinien angemessen sind. Und da gibt es auch eine gewisse Fürsorgepflicht.


    Nun ist bei der Durchführung eines retreats die Situation durchaus eine andere als in einer Therapieeinrichtung. Die Veranstalter sind kein Fachpersonal einer Therapieeinrichtung. Gleichzeitig wird ja schon ein gewisses heilsangebot gemacht eben für die Erfahrung von Dukkha. Und je nach Schule gibt es teils intensive Meditationsübungen.


    Ich finde es komplett legitim wenn ein meditationskreis z.B. sagt dass er mit bestimmten psychischen Krankheitsbildern nicht umgehen kann und das Risiko vermeiden möchte, das die Praxis in der Gruppe etwa der Person schadet.


    Bei großen Organisationen wie diamantweg oder Plum village könnte man vielleicht schon eher die Frage stellen ob eine solche Organisation nicht dafür sorgen kann dass psychologische Schulungen existieren. Aber auch da würde nach dem Grundsatz „Primum non nocere“ (zuerst einmal nicht schaden) nicht bei rauskommen dass man frei rumprobiert.


    und zu guter letzt hat auch ein Patient eine gewisse Verantwortung aktiv auf die Veranstalter zuzugehen wenn er bestimmte Vorerkrankungen hat. Jemanden mit psychologischen Vorerkrankungen ins retreat „schmuggeln“ ist irgendwie nicht so recht mit rechter Rede in Einklang zu bringen.

  • Wie ich den sB (derzeit) verstehe

    • pano
    • 17. Mai 2026 um 23:45

    Zumindest ist der Buddha ein Vertreter der antike

  • Wie ich den sB (derzeit) verstehe

    • pano
    • 17. Mai 2026 um 18:59

    "säkularer buddhismus" ist halt auch prinzipiell ebenso breit und unklar umrissen wie nicht-säkularer buddhismus.

    flaneur:
    ixi:

    Gerade diese auffällige Zurückhaltung gegenüber metaphysischen Fragestellungen lässt säkularen Buddhisten allerdings auch jede Menge Raum zur Entwicklung entsprechender persönlicher Ansichten

    Und ich denke genau hier muss (auch) der säkulare Buddhist aufpassen, nicht dem Anhaften an (falsche) Ansichten zu verfallen.

    So wie auch der religiöse Buddhist da aufpassen muss. Vielleicht muss der religiöse Buddhist ein bisschen mehr aufpassen nicht an der Vorgegebenen Lehrmeinung anzuhaften, während der säkulare Buddhist mehr aufpassen muss, nicht an der selbstentwicketen Sicht anzuhaften.


    Ich finde ja immer im Buddhismus steckt eine gute Portion Skeptizismus (also im Sinne der antiken Skeptiker). Aber wenn ich das hier im Forum schon angebracht habe war das am Ende doch auf einige Leute hier eine etwas provokantere Aussage ... (Skeptizismus im Sinne von 'ich kann's nicht sagen / entscheiden', nicht im Sinne von 'ich glaub das nicht').

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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