Ich wuerde alle deine Fragen mit 'Nein' beantworten, wenn ich sie beantworten koennte. Aber das kann ich nicht.
Gruss zurueck.
Ich wuerde alle deine Fragen mit 'Nein' beantworten, wenn ich sie beantworten koennte. Aber das kann ich nicht.
Gruss zurueck.
@Tim99 , was mir auffaellt ist deine extreme Ich-Bezogenheit. Fast jeder Satz deiner Beitraege beginnt mit - oder enthaelt - 'ich', 'mein', 'mich', 'mir'.
Ich denke mal, so was macht krank.
Na, ich denke mal, @Tim99 , angenommen es gaebe nur so 100 Mio Menschen auf der Welt. Und mithilfe der modernen Errungenschaften koennten die dann wohl in Saus und Braus leben. Ohne Mangel. Ja so denke ich.
Aber letztendlich wuerde auch jede Einzelne dieser Menschen vom Tode hinweggefegt werden. Es wuerde ihnen also gar nichts nuetzen.
Das Letzte ist wohl aber nicht so ganz richtig. Denn Wenn jede/r den Moment lebt, dann spielen die konkreten Lebensumstaende in diesem Moment schon eine Rolle.
Ich stelle mir die Zeit ein wenig wie ein Doppelkegel vor. Also zwei Kegel (im mathematischen Sinne), die sich an den Spitzen beruehren. Die Vergangenheit liegt nun auf einer Seite und bestimmt, wie der Punkt Jetzt - also der Beruehrungspunkt der Kegelspitzen - ist. Aus diesem Jetzt fuehrt wieder ein sich verbreiternder Kegel - die Zukunft - fort. Das mag jetzt alles viel Blabla sein. Letztendlch ist es aber so, dass ein denk- und handlungsfaehiges Individuum in der Lage ist, die Zukunft mitzubestimmen. Und zwar jeweils aus den Erfahrungen und geerbten Moeglichkeiten aus der Vergangenheit und dem aktiven Handeln in den konkreten Momenten.
Abschließend möchte ich anmerken, ja ich kritisiere die Ignoranz von vielen Menschen, weil wer sich informiert bekommt Angst, wer sich nicht informiert ist unwissend.
Es muss nicht sein, dass jemand, der sich angemessen informiert Angst bekommt. Gerade DAS ist ja, so denke ich, ein(?) Ziel von Achtsamkeit* im Alltag (zusammen mit Meditation, wo auch immer)
*) Ein Lehrer sagte mir, Achtsamkeit ist Meditation und Meditation ist Achsamkeit. Also beides ist gar nicht so einfach von einander zu trennen.
Ich rate dir, wenn du mit dem Buddhismus (als Religion aufgefasst) nicht so recht was anfangen kannst, mal einen MBSR-Kurs zu machen. Das mache den gerade selbst (wenn auch in buddhistischem Kontext). Und dann denke ich, werden deine Aengste nach und nach verschwinden, sofern das Gelehrte im Alltag paktiziert wird.
Lieben Gruss
Nun, so sei es.
Es is wohl muessig ueber ein Buch zu diskutieren, wenn der Dialogpartner es nicht kennt.
ich moechte nur noch abschliessend fragen:
Liest du erst ein Buch und erst danach die Vita der Autorin bzw des Autors - oder umgekehrt?
Ich finde, das ist ein ganz entscheidender Punkt. Jedenfalls fuer mich.
Aber ich moechte nicht weiter ueber das Buch von H.J schreiben. Ironischerweise machtet ihr - vermutlich unbewusst - mehr als genug Werbung. Und um ehrlich zu sein, sooo gut fand ich das Buch nun auch nicht. Einfach nur gut, lesenswert - jedenfalls fuer mich. Ich habe es nicht bereut.
Ich weiss nicht, woher im Allgemeinen die Selbsteinschliessung in Filterblasen bei vielen Usern kommt. Liegt es an der Kultur, der Erziehung? Immerhin kommen wohl die meisten User hier aus den alten Bundeslaendern.
Und noch eines zum Schluss. Letztendlch denke ich, dass es wohl klug sein wird, nur noch anonym kritische Kunst zu veroeffentlchen. Wie auch generell anonym Information miteinander auszutauschen. Am Besten waere es wohl bei jedem Werk einen neuen Kuenstlernamen zu waehlen.
Ich wuensche dir etwas sehr Schoenes.
Dann hast du also bewusst diesen Autor, der eine enge Freundschaft mit Heinrich Himmler pflegte, hier empfohlen.
Entschuldigung. Das war nicht meine Absicht. Es ging mir um das Buch, also den literarischen Content. Und NUR um den Content. Ja, ich empfahl dieses Buch bewusst. Da ich annehme, dass hier im Forum die User genug Geistesreife haben um sich vorurteilsfrei mit Inhalten auseinanderzusetzen, wenn sie wollen. Und ich dachte, dass wohl sogut wie Allen hier klar ist, dass ich KEINE Werbung fuer eine spezielle Ideologie machen moechte. Vielleicht irrte ich mich in Letzterem. Das wuerde ich schade finden.
Was verstehst du denn unter guter Literatur?
Na, so einfach ist das gar nicht zu benennen. Gut finde ich Literatur, bei dem sich der Autor in andere Menschen hineinversetzen kann, also aus einer Perspektive schreibt, die eigentlich gar nicht seine Sichtweise wiederspiegelt. Und was ich auch finde ist, wenn ein Autor nicht belehrend mit dem Zeigefinger daherschreibt, aber doch zwischen den Zeilen zum Nachdenken anregt. Desweiteren finde ich es gut, wenn wenn Literatur kurz, knapp, knackig geschrieben ist. Und auch ein wenig im Unterbewusstsein fischt.
Vielleicht habe ich noch was vergessen. Aber einer meiner Lieblingsautoren ist Franz Kafka. Ich mag das 'Kafkaese'
Wenn du auf Empfehlung einer Freundin hin ein Buch liest, dann bist du doch auch nicht vorurteilsfrei. Du folgst nur dem Urteil deiner Freundin.
Ja, das stimmt wohl. Ich finde es nur wahnsinnig schwierig, in den Fluten der Sachen, die so auf dem Markt sind, was zu finden, was mich auch zu lesen reizt. Und ich moechte auch nicht in der Filterblase der 'anerkannten Weltliteratur' stecken bleiben. Von daher war ich ganz dankbar, dass mir die Bekannte einen mir unbekanntes Werk vorschlug. Sie sagte mir uebrigens, das ich das Werk lesen koenne, wenn ich sie verstehen wolle. Sie identifiziert sich naemlich mit einer der Protagonistinnen.
Ich habe keine Wünsche, weshalb sollte ich also es bedauern, wenn ich etwas nicht kennen lerne?
Na ja. Eigentlich braeuchtest du meiner Meinung nach nichts zu bedauern. Wenn aber jemand Kritik an einem Werk machen moechte, dann gebietet es doch wohl meines Verstaendnisses der Hoeflichkeit, wenigstens das Werk selbst zu kennen und nicht einfach die Meinug irgendeinem Kritikers herauszubloeken. Sorry. Das war jetzt nicht verletzend von mir gemeint. Ich weiss ja, dass du in deinem Vorvorigen Post eine Objektive Aussage taetigtest. In dem du auf Sekundaerliteratur zum Autor meines vorgeschlagenen Buches hin wiest.
Und hier noch ein weiterer guter Autor, den ich sehr schaetze:
Haruki Murakami
Ja. Und Guenter Grass war in der SS. Ich fand in dem Buch von Hanns Johst nichts 'Rechtes'.
Ich las das Buch, BEVOR ich mich mit der Vergangenheit des Autors auseinandersetzte. Einfach auf Empfehlung von einer Bekannten hin, die ein Faible fuer gute Literatur hat. Du, Leonie, und auch Andere werden das Buch nie kennenlernen. Denn nun seid ihr nicht mehr vorurteilsfrei. Egal. Scheint in die heutige Zeit zu passen.
edit:
Hat von euch schon mal jemand Werke von Ernest Hemingway gelesen?
Aber Vorsicht, er er war Kommunist.
Leonie ich moechte zu deinem obigen Beitrag anmerken, dass Wahn/Psychose unter Anderem durch eine so schwere Stoffwechselstoerung im Gehirn mit, dass sie alleine mit Psychotherapie - also ohne Medizin - nicht linderbar ist. Ich weiss nicht, ob dir das klar ist, wollte es nur noch mal anmerken.
Liebe Samadhi1876 ,
ich rechne es dir hoch an, dass du deine Erwachungserfahrung mit uns teilst. Und ich denke - bzw hoffe - mal, dass du deinen Eroeffnugsthread nicht aus Geltungssucht schriebst, sondern um Anderen Mut zu machen, dass es oft nicht allzu schwer ist, in diesen Zustand zu kommen.
Aber wie Thorsten Hallscheid schon anmerkte denke ich, dass dies nicht das letztendlche Ziel sein muss. Denn, wenn ich die Sache mal 'technisch' durchdenke, ist so ein 'Erwachen' mit Endorphinausschuettung verbunden. Gleichzeitig werden wohl neue Neuronenverbindungen im Gehirn angelegt. So eine Endorphinausschuettung kann aber immer nur jeweils waerend eines bestimmten Zeitfensters wirken. Deshalb denke ich dass es wohl das Ziel sein sollte, durch regelmaessige Praxis ganz langsam das Gehirn neu zu strukturieren, also dass neue Nervenverbindungen angelegt werden, bzw. schwache Neuronenverknuepfungen verbreitert werden. Was wohl eben 'Lernen'/Ueben bedeutet.
Das Hauptproblem bei Vielen - zumindest, wenn ich von mir selbst aus gehe - ist, dass die Praxis am Anfang sehr frustrierend sein kann bzw. frustrierend ist. Sie ist anstrengend und kostet 'Ueberwindung' zum Machen. Schwierig fuer Menschen mit geringer Ausdauer bzw. Frustrationstoleranz.
Ich moechte zum Letzteren nur sagen, dass am Anfang viel Probieren notwendig sein kann. Wie wird richtig gesessen/gelegen/gestanden, wie wird richtig geatmet, was ist rechte Achtsamkeit/Geistesgegenwart, usw usf.
Bei mir jedenfalls komme ich oft und manchmal relativ schnell zu einem Punkt, der wohl mit Samadhi beschrieben wird. Wenn dieser Punkt erst einmal erreicht ist, dann habe ich keine Muehe mehr, lange und geduldig zu sitzen. Denn dieser Zustand macht mir Freude. Ich strebe ihn gerne an.
Ich moechte noch zwei Links anfuegen, die ich sehr hilfreich bei der richtigen Praxis finde/fand. Zum Einen erst mal die Definition von Achtsamkei im Allgemeinen, wie sie u.a. bei der Mindfulness Based Stress Reduction, gemieinhin als MBSR bekannt ist', definiert ist. Link
Die zweite Quelle ist erachte ich als besonders wichtige Stuetze.
Die grosse Lehrrede von den vier Ausrichtungen der Achtsamkeit.
Um beim Faden-Thema Bezug zu nehmen:
Ein gewisses Mass an 'Dharmastudium' ist kein Bloedsinn, sondern kann wohl sehr nuetzlich sein, denke ich. Aber nur, um richtig zu praktizieren. Denke ich.
Herzlichen Gruss
[lz]
Wenn du jedoch den Ursprung der Welt wahrhaftig mit rechter Weisheit siehst, kannst du nicht denken, dass die Welt nicht sei. Und wenn du das Aufhören der Welt wahrhaftig mit rechter Weisheit siehst, kannst du nicht denken, dass die Welt sei.[/lz]
Ich denke mal, mit diesem Abschnitt ist das duale Denken in Form von Objekt (Welt) vs Subjekt (Erleben) gemeint.
Wenn sich also jemand seinen Ursprung bedenkt - also die Tatsache, dass sie/er geboren wurde und somit in die Welt hineingeworfen wurde - "dann kannst du nicht denken dass die Welt nicht sei"
Und wenn jemand bedenkt, dass alles Erleben - also die Komplette Wahrnehmung, wie Farben, Formen usw (alos Qualia) was subjektives, nicht greifbares ist, was mit dem Tode komplett verschwindet, dann "kannst du nicht denken, dass die Welt sei"
Ich deute das obige Zitat so, dass sowohl das Erstere richtig ist, gleichzeitig aber auch das Zweite. Und bei dem Abschitt denke ich, dass der Buddha damit beabsichtigte, durch "Meditieren" darueber diese Dualitaet in sich aufloesen zu lassen. Ich jedenfalls betrachte diesen Abschnitt als so etwas wie eine Form eines Koans.
[lz]
‚Unwissenheit ist eine Bedingung für Entscheidungen. Entscheidungen sind eine Bedingung für Bewusstsein. … So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.
Wenn Unwissenheit schwindet und restlos aufhört, hören Entscheidungen auf. Wenn Entscheidungen aufhören, hört Bewusstsein auf. … So hört diese ganze Masse des Leidens auf.‘“[/lz]
Diesen Abchnitt deute ich so, dass der Buddha vielleicht meinte, dass Entscheidungsfreihieit und Bewusstsein vielleicht nur Illusion sind, also in wirklichkeit objektiv betrachtet nicht existieren, sondern nur auf subjektiver Ebene.
Die Konsequenz daraus ist meines Erachtens sehr tief.
Danke für deinen Beitrag, er hat mich wieder daran erinnert, dass soziale Medien für meine Gesundheit nicht förderlich sind, alles Gute für dich. Es ist dir gut gelungen mir zu beweisen, wie nieder meine Schwelle ist, dass ich mich über andere Menschen ärgere, das war dezidiert hilfreich.
Das freut mich. Wirklich.
Was schlussfolgerst du daraus, lieber Tim?
Die Regeln des 8fachen Pfads sind meiner Ansicht nach sehr einfach. Man kann sie aber komplizieren. Das kann jeder für sich entscheiden. Seitenlange Auslegungen einfacher Regeln sind für mich nichts. Schade um die Energie dafür.
Diese Regeln, auch die drei Geistesgifte sind für mich vergleichbar mit den 10 Geboten des Christentums, die sind auch nicht für hochintellektuelle Menschen geschrieben worden sondern für jeden Menschen verständlich und es kann sein, dass der Buddhismus hier ein Stück tiefer geht, aber es ist Auslegungssache, wie ich etwas sehe.
Es sind keine Regeln oder meinetwegen auch Gebote. Es sind Vorschlaege, die dabei helfen sollen, den dauerhaften inneren Frieden, das Ringen mit dem unbefriedigenden Gefuehl, in eine schmerzhafte Welt geworfen zu sein zu unterstuetzen.
Theoretisch braeuchte es den achtfachen Pfad nicht. Er ergibt sich fast zwangsweise aus den Gegebenheiten der Symbiose Individuum und Welt.
Insofern sind die 'Regeln' des Achtfachen Pfades ein himmelweiter Unterschied etwa zu den zehn Geboten des Abrahemitischen Religionszweig. Erstere sind eher als Empfehlung zu sehen, waerend Letztere zwingend eingehalten werden muessen.
Und 'flach' sind die Regeln des Achtfachen Pfades vielleicht fuer Dummkoepfe. Sie sehen nicht, dass sie nur die Spitze des tief im Wasser liegenden Eisbergs darstellen.
Was du, @Tim99, als 'seitenlange Auslegungen der einfachen Regeln' betrachtest, sind fuer mich eigentlch nur die Gedanken vom 'Erleuchteten' - oder meinetwegen auch von anderen Denkern - die fuer mich wie eine Art 'Abgleich' mit den eigenen Gedanken nuetzlich sind. Ich rate dazu, erst ueber die Regeln nachzudenken und dann, bei Bedarf noch mal zu checken, ob man nicht vielleicht auf einem Irrweg gelandet ist.
Das würde nach meine Sicht unter "negativen Tratsch" fallen, weil das Resultat daraus ist dann Zwietracht so meine persönliche Erfahrung.
Ich denke, die vier Verhaltensregeln der rechten Rede sind durchaus tiefschichtig. Es lohnt sich, darueber ernshaft und weitschweifend nachzudenken. Nur Mut, Tim.
Zitat"Der Vollendete, o König, verwundet, wirft nieder und tötet die Wesen um ihres Heiles willen. Und wenn er dies tut, so erweist er ihnen dadurch eine große Wohltat. Obwohl nämlich, o König, die Eltern ihren Kindern, dadurch, daß sie dieselben schlagen oder gar zu Boden werfen, eine Wohltat erweisen mögen, so auch, o König, schlägt der Vollendete die Wesen, wirft sie nieder und tötet sie um ihres Heiles willen, und dadurch erweist er ihnen eine große Wohltat. Durch welche Mittel auch immer die Wesen in der Tugend vorwärts schreiten, durch eben diese erweist er ihnen allen eine große Wohltat. Wäre nämlich, o König, Devadatta nicht Mönch geworden, sondern im Hausleben verblieben, so hätte er durch Ausübung vieler böser, zur Hölle führender Werke manche hunderttausend Weltperioden Leiden zu ertragen und von Hölle zu Hölle, von Abgrund zu Abgrund zu eilen. Da nun dies der Erhabene erkannte, nahm er Devadatta aus Mitleid in den Orden auf. Da er also wußte, daß durch seine Aufnahme in den Orden seine Leiden begrenzt sein würden, so linderte er, von Mitleid erfüllt, sein heftiges Leiden.
Waere es nicht besser fuer Menschen, die sich an solchen Texten ein Vorbild nehmen, sich eine geegnetere Religion zu suchen? Wenn sie denn schon spirituell sind. Dafuer koennen sie ja nichts, da laut neuester Hirnforschung Spiritualitaetsneigung ja recht tief fest im Kopf verdrahtet sein soll. Der Islam hat da viel Besseres zu bieten. Auch die Germanische Goetterwelt ist wohl sehr geeignet, um fuer Krieg nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben, sondern sich sogar noch dabei ehrenhaft und ruhmreich zu fuehlen.
Ich jedenfalls bin und bleibe Nihilist. Damit ist mein Weltbild automatisch immer richtig und ich muss auch nicht damit rechnen, vom Kasperletheater von Fundamentalisten menschlich entaeuscht zu werden.
Zweifellos ist es sinnvoll, das eigene Handeln, soweit es automatisch, "instinktiv" erfolgt, zu konditionieren. Für noch sinnvoller halte ich es dann, den pañcaśīla als Regeln der Selbstkonditionierung zu folgen als solch komplizierten theoretischen Modellen. Ich bezweifle stark, dass das funktioniert.
Das ist aber absolut Not-wend-ig, Sudhana, es geht nicht anders. Um das Menschliche nicht zu verlieren. So denke ich, und so bemühe ich mich, zu handeln.
Es liegt in unserer Kraft, die rein biologisch konditionierten Muster zu transformieren, sie zu verfeinern statt zu verändern. Denn der Bodhisattva erkennt selbst im tiefsten Verbrecher das göttliche Antlitz, wie Heinrich Zimmer treffend bemerkt. Karuna und Sunyata sind ein und dasselbe - das innerste Wesen, die Buddha-Natur, ist stets rein und kristallklar. Daher handelt der Bodhisattva aus Mitgefühl, selbst wenn er tötet, denn er kann nicht anders. Doch die Welt der Erscheinungen bleibt dual, ein Schleier der Dunkelheit, auf dieser relativen Ebene herrschen weiterhin Krieg und Gewalt.
Ich habe Angst vor solchen Menschen wie dir, Igor. Ja, das meine ich ernst. Wenn Menschen mit der Frage nach Leben und Tod im Geiste genussvoll rumspielen. Vor solchen Menschen fuerchte ich mich. Wer weiss, wie viele solches Schlages an den Hebeln der Macht sitzen.
Ja, der ganze Faden ist irgendwie fuer 'n alten Arsch. Um das Trolley-Problem noch mal auf die Spitze zu treiben:
Angenommen, vor mir saesse ein vom Hungertod bedrohtes Kind, an einem See. Jetzt koennte ich ihm zeigen, wie man eine Angel baut. Und damit Beihilfe zu 'zigfachem Mord' in buddhistischem Sinne leisten. Ja, in buddistischem Sinne waere Anstiftung zu dem, was juristisch hier als Mord definiert ist. Langsam ueberlegt, wohldurchdacht und bei klarem Verstand getroffen.
Insbesondere für Igor (und auch für mich) ist diese Frage im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine doch sehr aktuell. Und da hilft es dann auch wenig, wenn man die Debatte mit dem Hinweis für abgeschlossen erklärt, dass es sich hier um unwahrscheinliche Szenarien handeln würde ...
Mich persönlich treibt vor allem die Frage um, inwieweit ich mich mitschuldig mache, wenn ich auf Nothilfe verzichte.
Es geht nicht um "mein" Land. Ich wollte eine rein imaginäre Situation schildern. Meine Frau und meine Kinder würden vor meinen Augen vergewaltigt und misshandelt. Ich bin Buddhist. Und ich besitze eine Waffe, also könnte ich es stoppen und das Leben meiner Familie retten. Sollte ich das tun oder unterlassen? Nur weil das "Töten" verboten ist. Es wäre äußerst verwerflich, wenn ich nicht eingreifen würde, um es milde auszudrücken. Jeder sollte sich diese Situation vorstellen und dann ehrlich und offen für sich selbst antworten, mehr nicht.
Igor, fuer wie bloede haeltst du deine Mitmenschen?
Glaubst du ernsthaft, wenn du mit einer Waffe vor einem oder mehreren 'Vergewaltigern' stehst, dass diese dich dann angucken, mit den Achseln zucken und einfach weiter machen?
Also ich denke mal, jeglcihe weitere Worte dazu sind eh sinnlos. Und sorry Hotte . Es tut mir aufrichtig leid, wenn du persoenlich vom Ukrainekrieg betriffen bist. Dann bleibt zum Schluss nur noch kaempfen bist zur totalen Aufreibung auf beiden Seiten. So wie es bisher fast immer in der Weltgeschichte abgelaufen ist. Star Wars: "Die dunkle Seite der Macht ist stark." Das Toeten und Schlachten wird immer weiter gehen. Denn mit Hass lassen sich die besten Geschaefte machen (neben Narkos).
Ach, ich aergere mich im Nachhinein sehr, dass ich mir damals nicht fuer ein paar tausend $ Ruestungsaktien kaufte. Den Gewinn heette ich dann fuer friedensstiftende Zwecke spenden koennen.
So aber treiben leider Andere den Kurs hoch, die sich mit den Gewinnen wahrscheinlich irgendwo in besseren Gefilden ein schoenes Leben machen.
Meine Bitte an euch:
Macht euch nicht noch freiwillig zum Schlachtvieh.
Menschen denken nun mal in Schubladen. Buddhist. Kommunist. Pazifist. Anarchist. Und mit jedem von diesen Woertern assozieren sie - ich selbst nehme mich nicht davon aus - eine bestimmte Menge (im mathematischen Sinne) an Begrifflichkeiten und Vorstellungen.
Eigentlch ist dies eine Sache, die (nicht nur) Buddhisten hinterfragen und aktiv dagengen ankaempfen sollten.
Schon alleine die Tatsache, dass wir uns im Geiste als Buddhisten definieren, ist falsch.
Ich will dazu mal ein Praktisches Beispiel nennen:
Da hielt ein schick gekleideter junger Mann bei einer Friedenskundgebung einen Vortrag, in dem es um Hass, Ungleichheit, Stellverteterkriege in aller Welt und Ausbeutung ging. Er erhielt tosenden Applaus.
Und zum Schluss sagte er dann "Rot Front". Und er sagte, dass er Mitglied der KPD sei.
Ich denke mal, wenn er diese Schlussworte gleich zuanfang gesagt haette, waeren fast alle Zuhoerer anschliessend weggegangen oder haetten zumindest nicht so applaudiert.
Und das fuehrt mich auch zu der Aussage von dir, Hue32 , dass du sagtest, du haettest dich als Buddhist geoutet.
Ich finde, Jede und Jeder kann von sich behaupten, Buddhist zu sein. Ob jemand allerdings wirklich Buddhist ist, entscheidet allerdings meiner Meinung nach nur und ausschliesslich sein Denken und Handeln. Somit sind auch solche Menschen Buddhisten, die die vier edlen Wahrheiten fuer richtig halten und sich am edlen achtfachen Pfad orientieren.
Siddharta Shakyamuni hat sich bestimmt nicht als Buddhist bezeichnet. Und ich bezeichne mich auch nicht als Buddhist. Trotzdem kann ich einer sein. Aber das liegt ausschliesslich in meinem Handeln begruendet.
Also ich rate, nicht so viel schwatzen, sonden durch Handeln ein Vorbild fuer Andere sein. Und wer denn sieht und verstehen will, versteht.
Liebe/r Hotte
Was würdest denn du machen, nuk? Würdest du dich nicht für dein kleines Töchterchen neben dir und die 300 Passagiere verantwortlich fühlen?
Wie Sudhana schon anmerkte - beachte auch sein verlinktes erstes Musikstreamvideo - sind das Grenzfaelle, in denen bewusstes, Rationales Handeln wohl kaum moeglich sind. Wahrscheinlch wuerde ich auch die unabsichtlch vergessene ;-j Maschinenpistole zuhand nehmen.
Void hat es meiner Ansicht nach auf den Punkt gebracht:
Man muß sich keine Sorgen zu machen, dass Leute zu wenig töten und ihnen die Schlupflöcher fehlen. Sondern es wäre wichtig das Töten zu minimieren und solche Rechtfertigungen einzuschränken.
Es gab immer Versuche buddhistische Ethik und Morden irgendwie zu "versöhnen".
Soll mir letztendlich aber auch egal sein. Ich bin der Ansicht, wenn ich irgendwo rumlaufe und keine Waffe habe, dann keonnte ich warhrscheinlich von Vorne erschossen werden. Wenn ich sichtbar mit einer Waffe herumlaufe (natuerlich nur, um mich und Andere zu schuetzen) dann werdei ich eher von Hinten erschossen.
Und wenn mein Heimatland ueberfallen werden sollte, wie es Igor07 wohl suggerierte, dann ist mir das egal. Ich werde nicht zur Waffe greifen, um hier irgendweilche Machthaber zu verteidigen (die wahrscheinlch Atombunker u.A. in ihrer Naehe haben). Im Zweifelsfalle wird ein Machthaber durch einen anderen ausgetauscht.
Sogar die fuer ihre Kampfkunst bekannten Shaolin-Moenche trainieren nicht, um irgendjemanden anzugreifen, sondern ihir ganzes Training dient letztendlich nur der Verteidigung - also einen etwaigen Gegner mit geringstmoeglichem Schaden unschaedlich zu machen.
So etwa kommen mir der Faden etwa zum Teil vor. Wenn ich mir so Beitraege von Igor, dir, Hendrik und so anschaue. Wie bei der Inquesitation.
Unvergesslich (weil 100%ig treffend) Degenhardts Liedchen über diese Inquisitionsverfahren:
Befragung eines Kriegsdienstverweigerers Provided to YouTube by Universal Music GroupBefragung eines Kriegsdienstverweigerers · Franz Josef DegenhardtMutter Mathilde℗ An Electrola recording; ℗ 1972 ...
Wenn, angenommen, Terroristen das ganze Land vernichten wollen, wie es zum Beispiel im World Trade Center im Jahr 2000 der Fall war, wie sollte man sie stoppen? Sie wollten alle töten. Sollte man das zulassen?
Ich sehe das jetzt so richtig bildlich vor mir. Da sizt der Terrorist oder die Terroristin im Flugzeugcockpit. Die Tuerre zum Passagierraum ist offen. Und - natuerlich - haben sie eine Maschinenpistole im Passagierraum an einem Sitz haengend vergessen. Und Du, Igor, bist ja kien Hasenfuss sundern eiin Echter Kerl. So, wie Maenner nun mal so sind (echte Kerle haben immer ein Taschenmesser in der Hosentaschen).
Also wirst du die - natuerlich unabsichtlich vergessene, Maschinenpistole schnappen, wie Arnold Schwarzenegger fest und zielstrebig zum Cockpit marschieren und dann, wenn du die Tuere aufgerissen hast, mit einem befreienden Saeufzen und einem Laechelln auf den Lippen alles aus der entsichterten Waffe herausballern, was das Magazin so her gibt.
Keine Angst, aus Filmen wissen wir ja, dass die Guten zum Schluss immer siegen.
Und als Sahnehaeubchen wirst du dich auf den Copilotensitz setzen, den Steuerruderknueppel in die Hand nehmen und das Flugzeug sicher auf einem Highway landen.
Ja, so wird es gemacht. Also kann bewusstes, absichtliches Toeten doch gar nicht so uebel sein. Es macht vielleicht sogar ein wenig Spass.
Das fehlt in meine Beschreibung. Das überraschendste Ereignis: die Angst war weg und noch besser blieb weg.
Da hat mich vorher und nachher niemand darauf hingewiesen. Ist wohl zu banal, um es zu erwähnen. Für Gemeinschaft mit Menschen ist Angst eben auch guter Kitt.
Ja, das war wohl das Beeindruckendste, was ich erleben durfte. Also das Wertvollse im Umgang mit meinen Mitmenschen. Voellig frei von steuernden Emotionen zu sein. Verdammt gut. Da konnte ich dann - bildlich gesprochen - freundlich mit der Axt an duerre Aeste gehen. Speziell beim Umgang in Gruppen merkte ich das. Also ich war voellig frei, die unterschwellige nonverbale und verbale Kommunikation zu beobachten und ueber das Beziehungsgeflecht von Schuechternheit, Angst, Minderwertigkeittsgefuehlen usw zu laecheln und mit anderen Menschen frei nach eigenem Ermessen zu spielen. Wer das nicht glaubt, das das je moeglich ist, der denke an die Bilder, in denen Moenche laechelnd mit Tigern im Park spazieren gehen. Ja, letztes trifft den Nagel auf den Kopf.
nuk Danke für deinen Beitrag
für mich hört sich deine Beschreibung nach einem Zustand hervorgerufen durch Dumpfheit an.
Ich habe früher aus Unwissenheit Jahre lang auf Dumpfheit trainiert/meditiert und da durchaus sehr angenehme und friedliche Zustände erreicht. Aber ich habe auch irgendwann erkannt das dies nirgendwo hin führt.
Das finde ich schade, dass du den Durchbruch hin zum Gefuehl des 'Ich bin Alles/Mich gibt es nicht', 'Nicht-Ich' bzw 'Leerheit der Dinge/Nicht-Leerheit der Dinge' und des vollstaendigen Ausloescht-Seins der Emotionen' oder wie auch immer es im Herz-Sutra annaeherungsweise beschrieben ist erreichten konntest. Ich weiss natuerlich nicht, ob dies nur eine Zwischenstufe ist oder nicht auf dem Pfad der Erleuchtung. Aber ich erkannte, dass es die Dualitaeten leben/tot sein und Existenz der Dinge/Leerheit der Dinge nicht gibt. Und das genuegt mir. Eigentlch wollte ich wegen dem Gefuehl, dass es nichts mehr zu erlangen gaebe in diesem Zustand vom Balkon springen. Ich hatte jegliche Angst vor allem verloren. Ich tat es nur deshalb nicht, weil ich keine bestimmte Notwendigkeit darin sah. 'Dumpf' jedenfalls fuehlte es sich nicht an. ehrer fuehlte ich mich vom Geist her hellwach, glasklar und von messerscharfem Verstand.
Ich moechte noch mal auf Fromm's Videostream vom ersten Beitrag zurueckkommen.
Da sagt Fromm ja u.A. (frei ziiert), dass das Ziel in unserer 'modernen' westlichen Gesellschaft moeglichst grosse Produktion und auch Konsumtion sei, sowie stetiger technischer Fortschritt.
Ich moechte dazu nur sagen:
Meiner Meinung nach ist es so, dass wohl diese Gegebenheiten sehr wohl in der 'Masse der Menschen' liegt. Denn jeder Einzelne bestimmt mit, was Produziert wird und was nicht. Wenn die meisten Menschen eher Konsumkritisch eingestellt waeren, dann wuerde auch die Porduktion sehr viel kleiner ausfallen. Wir alle haben es in der Hand, ob mehr Wert auf Quantitaet und 'Massenwarenramsch' gelegt wird oder stattdessen eher Wert auf Qualitaet und Langlebigkeit.
Und zur Frage, ob die 'Normalen Menschen eher die Kranken' sind. Da sage ich mal: Als krank wird man eingestuft, wenn man unter seinem Zustand leidet. Also Schmerzen, Unwohlsein oder so was hat. Und das ist bei 'den Normalen' eher nicht der Fall. Denn sonst wuerden sie ja was an ihrem Zustand aktiv aendern wollen.
Ich jedenfalls fuer meinen Teil sehe mich in dieser Gesellschaft als 'krank' an, weil ich unter dem Zustand leide. Aber ich bin mir bewusst, dass es an mir selbst liegt. Ich koennte mich jetzt einfach in 'Traeumereien, Wehklagen und Selbstbemitleidung' fluechten und einfach definieren, ich sei gesund und 'die Normalos' waeren krank. Aber das waere in meinen Augen Realitaetsflucht. Ich moechte wenigstens so ehrlich sein und den gegebenen Ist-Zustand als 'Natur der Primatengattung Mensch' anerkennen. Die Natur hat immer Recht. Wenn der Apfel nun mal immer wegen der Schwerkraft nach unten faellt, kann ich nun mal nicht verlangen, dass er einfach in der Luft schweben bleiben wuerde.
Auch ich bin nur ein Laie, weiss nichtst ueber die verschiedenen Stufen. Was ich aber schon erleben durfte war folgendes:
Zwischen den Beiden Bewusstseinszustaenden des Normalen Wach-Seins und des Schlafens scheint es noch mindestens eine weiteren Zustand zu geben, den ich mal 'anderswach' nenne.
Dieser Zustand stellte sich bei mir ein, als ich in hoechster Konzentration mit Selbstbeobachtung meines Koerpers und meiner 'Bilder' - Gedanken - , die mir der Geist so an meinen Bewusstsein so aus dem Unterbewusstsein hochbrodeln liess. Dies ist fuer mich immer sehr anstrengend, der Kopf arbeitet dabei anscheinenn auf Hochtouren. Und wenn dann ein bestimmter Grad der 'Erschoepfung' erreicht ist, dann sagt sich anscheinend das Gehirn: "Lass gut sein, ich kann nicht mehr" Und wenn ich mich dann zwinge, weiter und immer weiter zu machen, dann scheint manchmal ein Punkt zu kommen, an dem so was wie ein 'Schalter' umgelegt wird.
Ich kenne so was in anderer - wenn auch in entfernt vergleichbarer - Form noch vom Zustand des 'Runner's High'.
Dieser Zustand wird etwa so erreicht:
Ich laufe und laufe. Bis zur Erschoepfung. Der Koerper sagt: "Lass gut sein Junge, ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich fuehle mich wie Blei. Ich schaffe keinen Schritt mehr." Und der Laeufer sagt dann so was wie: "Koerper, dann hast du eben Pech gehabt. Koerper, du musst vorwaerts, immer weiter. Und wenn du nicht mer laufen kannst, dann kriech eben. Auf allen Vieren oder auf dem Zahnfleisch. "Und dann, an einem Punkt der fast totalen Erschoepfung bricht man gefuehlt wie durch eine Mauer. Ja. Es fuehlt sich an, als ob man durch eine Mauer bricht. Von einer auf die andere Sekunde fuehle ich mich total frei, losgeloest von aller Muedigkeit und Schwerkraft und scheine wie eine Vogelfeder dahinzuschweben.
Ich betrachte sowohl das Erstere als auch das Runner 's High wie eine Art Umlegen von Notschaltern, mit denen das Gehiern jeweils versucht, von 0815 Arbeitsmodi hin zu Ausnahmemodi zu wechseln.
Ich hoffe, Weltling , dass du damit ein klein wenig anfangen kannst.