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Beiträge von Spiegelsee

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 2. Januar 2020 um 22:38
    Aravind:

    Du könntest Dich auch fragen, ob diese Frage für Dein gegenwärtiges Verständnis ganz am Anfang der Lehre wirklich relevant ist. ;)

    Nein, überhaupt nicht relevant. Ich frage mich das auch nicht wirklich (im Sinne von darüber nachdenken) aber es eignete sich gut als Beispiel, wieso ich Schwierigkeiten habe etwas als unvergängliches Selbst anzunehmen, das nicht auf Glauben basiert.

    Monikadie4.:

    Solange Du noch nicht genug Abstand hast, sind das alles "ungelegte Eier". Aus Erfahrung weiß ich einfach, dass Verzicht viel mehr und länger Lebensfreude verursacht als ein Rausch der Sinne.

    Im Grunde musst auf nichts verzichten. Du brauchst es nur zu beobachten und immer wieder zu hinterfragen.

    Es wird oft zur Eile angetrieben, aber daran glaube ich nicht. Du bist schon auf einem guten Weg.

    Ich wünsche Dir und allen hier im Forum für 2020 alles Gute, viel Gesundheit und Kraft.

    _()_ Monika

    Liebe Monika,

    herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort! Und auch dir ein gutes neues Jahr! :)

    Ich glaube, es ist tatsächlich meine Angst, dass ich durch Verzicht etwas verliere. Das liegt mit Sicherheit an meiner (bzw. der allgemein modernen westlichen) Sozialisation. Uns wird ja immer vor Augen gehalten, dass wir mehr haben, mehr leisten, uns optimieren müssen usw. um ein glückliches Leben zu haben. Ich bin vermutlich weniger materialistisch als die meisten und mache mir auch nicht viel aus Ansehen, Ruhm usw. aber in gewissen Bereichen habe ich dieses Konzept "größer, besser, schneller, mehr" wohl durchaus verinnerlicht.

    Ich muss mich selbst hin und wieder ein wenig austricksen um am Ball zu bleiben, allein hierdurch bin ich gezwungen, mir Zeit zu nehmen.

    Fǎ Fá:

    Dagegen spricht gar nichts.

    Ab dem Moment, wo man aber krampfhaft versucht, Liebe/Zugehörigkeit zu bekommen oder zu halten, wird es nicht funktionieren und man ist wieder allein.

    :nosee: Story of my life

    Damit hatte ich wirklich viel zu tun. Ich habe mir so oft die Realität verdreht weil ich Menschen anders sehen wollte, als sie sind und ich weiß, dass ich dies definitiv nicht wieder tun möchte!

    Jetzt kam noch eine Antwort dazwischen aber ich schicke erstmal ab.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 2. Januar 2020 um 14:29

    Vielen Dank für eure Antworten _()_

    Ich sehe, es ist kompliziert.

    Daoist:

    Das Beobachten hat den Nachteil, das es einen Beobachtenden erschaffen/abspalten muss. Eigentlich ist es ne Form von Dissoziation. Es versucht, eine vom Leben zu unterscheiden.

    So in etwa dachte ich mir das mit dem Beobachtenden schon. Es ist ja auch die Frage: Was passiert z,B. mit dieser Fähigkeit wenn ich hochgradig dement werde? Ist das dann immer noch da? Ich schätze ja eher das nicht, obwohl ich es natürlich nicht wissen kann. Also wäre das dann ja auch nichts unvergängliches. Was unvergänglich ist, ist das Werden und Vergehen an sich und diese Kräfte sind, solange ich lebe, auch in mir. Dieses Prinzip ist unvergänglich aber das als Selbst zu bezeichnen ist irgendwie irritierend.

    Die Frage ist auch: Wieso sollte das Selbst eigentlich unvergänglich sein? Ist das ein Glauben?

    Fǎ Fá:

    Gier hat immer etwas damit zu tun, etwas haben oder halten zu wollen, da steckt eine ungesunde Zwanghaftigkeit drin.

    Ich verstehe was gemeint ist. Was ist mit dem Wunsch nach Zugehörigkeit, Liebe usw.? Ist das das gleiche? Ich denke, es kann das gleiche sein, wenn es vielleicht missverstanden wird und man versucht die Realität und andere Menschen im eigenen Sinne zu sehen / zu verbiegen. Aber muss es immer das gleiche sein?

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 2. Januar 2020 um 00:10
    Weltwanbder:

    Sagen wir nicht, dass es kein Selbst gibt? Doch, das gibt es, aber seine Natur ist es, leer von einer Natur zu sein. Dadurch ermöglicht es Veränderung und Vergänglichkeit. Dieses Selbst kann man als Einheit empfinden.

    Ich denke, ich verstehe das meiste von dem, was du geschrieben hast. Aber an dem Teil, dass man dieses "Selbst" als Einheit empfinden kann, hänge ich irgendwie. Ich kann meinen Körper und meinen Geist als Einheit empfinden, da ich beobachten kann, wie beides einander beeinflusst. Aber mein Selbst (im buddhistischen Sinne) ist ja weder mein Geist noch mein Körper, oder?

    Irgendwie ist mir immer noch unklar, was mit Selbst in diesem Sinne gemeint ist... Ist das Bewusstsein gemeint? Also, die Fähigkeit mich selbst zu beobachten? Oder ist die Lebensenergie an sich gemeint? Oder wird davon ausgegangen, das beides das gleiche ist?

    Für mich ist z.B. nicht erkennbar, ob mein Bewusstsein nicht einfach ein Phänomen meines Geistes ist. Mein Geist kann denken also wieso sollte er nicht in der Lage sein, sich beim Denken zu beobachten? Während ich ohne die Lebensenergie natürlich zu gar nichts in der Lage wäre.

    Ich merke, dass ich immer wieder auf innerpsychische Widerstände stoße und irgendwie sehr mit mir kämpfen muss um nicht zu resignieren und zu sagen, lasst mich doch alle in Ruhe, ich lebe einfach mein langweiliges, einsames Leben und das wars. Ich habe dann das Gefühl, nichts geben zu können und mir diese Welt, in der ich mich nicht zumutbar fühle, selbst nicht zumuten zu wollen.

    Dann drehe ich gedanklich oft ein paar Runden (über mehrere Tage) um später wieder neu anzusetzen. Ich will mehr als das und bin frustriert über die Begrenztheit meiner Möglichkeiten.

    Auf der einen Seite ist diese Lethargie, die mir sagt, dass ich eh nichts ändern kann und dann will ich auch nichts weiter und finde mich mit dem ab, was ich habe. Und auf der anderen Seite bin ich (aus für die meisten Menschen sehr nachvollziehbaren Gründen) aber nicht glücklich mit meinem Leben und habe den Wunsch es zu verbessern. Da ist dann aber eben auch das Wollen, die Begierde und die ist ja irgendwie auch schlecht, oder? An dem Punk hänge ich wohl gerade.

    Ich habe, wenn ich bestimmte Dinge lese, sehr schnell ein schlechtes Gewissen und bin dann auch so hart gegen mich selbst, obwohl meine Lebensumstände so schon wirklich schwierig sind und ich mir eigentlich wirklich nicht noch selbst das Leben schwerer machen möchte.

    Am schlimmsten ist diese gefühlte Einsamkeit, das zerreißt mich manchmal nahezu und dann gleite ich leicht ab in irgendwelche Phantasiewelten. Ich wünschte, ich könnte aufhören mich so zu fühlen aber es kommt leider immer mal wieder.

    Ach, ich weiß auch nicht, vielleicht fehlt mir wirklich der innere Frieden. Ich wäre gerne zufrieden und trotzdem motiviert Dinge zum besseren zu ändern. Vielleicht klappt es ja, wenn ich es aufschreibe.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 30. Dezember 2019 um 15:36

    Ja, das verstehe ich.

    Ich habe vor Jahren mal ein inneres Bild für diesen Zustand entworfen, da ist lustigerweise auch ein Buddha "drauf".

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 30. Dezember 2019 um 14:42
    Ellviral:

    Lerne ZuFrieden sein. Auch mit Glücklich oder Unglücklich. Wähle verdammt noch mal nicht andauernd das Glücklich sein wollen, verrückter weise auch noch auch im Unglück.

    :lol: ich danke dir, das war für mich jetzt tatsächlich verständlicher.

    Das heißt, ich habe darüber nachgedacht und glaube, ich verstehe in etwa, was gemeint ist.

    Es ist ja so, wenn ich Glück empfinde oder meine Emotion als glücklich bewerte folgen hieraus i.d.R. drei Dinge.

    1. Ich will das gleiche wieder erleben oder mehr davon, 2. Ich erwarte, dass ich Glück in der gleichen oder einen ähnlichen Situation wieder empfinde und 3. Ich erlebe Enttäuschung wenn dies dann nicht eintritt.

    Ich vermute es geht um Akzeptanz und das Loslassen von Erwartungen. Wenn ich erwarte mich glücklich zu fühlen bin ich weniger im aktuellen Moment und empfinde hierdurch wahrscheinlich sogar weniger Glück. Ich kann das Gefühl glücklich zu sein nicht erzwingen, es ist da oder nicht und ich sollte beides akzeptieren anstatt zu versuchen, den Moment zu etwas zu machen, das er nicht ist.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 29. Dezember 2019 um 23:32
    Weltwanbder:

    Das ist doch eine schöne Erfahrung. Für mich war es auch eine total spannende Entdeckung, wie sehr meine Gefühle von mir selbst wandeln können, die mich nachhaltig geprägt hat. Nachdem ich lange Körper und Geist getrennt hatte, machte ich darin die Einheitserfahrung meiner Person.

    Ja, das sind ja im Grunde zwei verschiedene Dinge: Einerseits das Gefühl einen gewissen Abstand zu sich selbst einzunehmen und andererseits diese Einheitserfahrung von der du schreibst. Aber interessant, dass du beides aufgreifst, da tatsächlich beide Erfahrungen bei mir gerade präsent sind und wahrscheinlich auch einander bedingen.

    Schön finde ich es nicht unbedingt, eher interessant. Ein bisschen befreiend vielleicht. Und zu merken, wie sehr mein Körper meine Gedanken beeinflusst oder eben beides zusammengehört, ist auch ein bisschen aufrüttelnd... Ich habe die körperliche Ebene wirklich sehr vernachlässigt und merke jetzt recht deutlich, wie viel das zu meinem "geistigen" Unwohlsein beiträgt.

    Ellviral:

    Im Moment ist das eine "schöne" Erfahrung. Sich selbst, sein Selbst sein, erkennen ist ja ganz gut. Doch wenn es sich auch in den sozialen Bedingungen äußert wird es meist ein mehr oder weniger Schrecken wie man so ist, war? Bin ich das noch.

    Lerne zufrieden sein. Glücklich und Unglücklich fühlen ist Leid erzeugend.

    Die Bedeutung dessen kann ich nicht erfassen.

    Das ist auch dieses Problem mit den Definitionen (was ist glücklich?, was ist Leiden?). Ich fühle mich manchmal wirklich wirklich glücklich wenn ich spazieren gehe etwas wahrnehme, das mich irgendwie berührt. Ist das Glück?, Ist das Leid verursachend?

    Ich habe schon gelitten und war gleichzeitig glücklich, dass ich so lebendig bin, dieses Gefühl erleben zu können. Ist es dann Leiden?

    Wenn nicht leiden zu müssen bedeutet, dass ich nie wieder glücklich sein darf, will ich das dann in Kauf nehmen?

    Das ist dieses Problem mit der Theorie:

    Gibt es Altruismus wirklich?

    Wenn ich kein Leid erzeugen will, bin ich dann überhaupt Handlungsfähig?

    Wenn ich von allen Begierden frei bin, was soll ich dann überhaupt noch auf dieser Welt?

    Ist es nicht auch eine Begierde, etwas zum besseren zu verändern, anderen Freude zu bereiten? Meine positive Intention kann eine negative Konsequenz haben weil ich die Wirkungen meiner Handlungen nicht richtig überschauen kann. Sollte ich deswegen nicht mehr versuchen, etwas besser zu machen? Und ist mein Wunsch, etwas Gutes zu tun, letztendlich nicht auch nur eine andere Facette von Egoismus?

    Wenn vermeintlich gute Absicht in der Konsequenz nichts Gutes bewirkt und ich durch die Erfahrung von Leid vielleicht erst auf den "richtigen" Weg geleitet werde, kann etwas Böses dann Gutes bewirken?... Und spätestens an dem Punkt wird es mir dann zu viel und ich steige lieber gedanklich aus.

    Ich erwarte auf diese ganzen Fragen natürlich keine Antworten! Ich versuche nur mein Verständnisproblem darzustellen.

    Ich vermute einfach, dass ich das intellektuell nicht klären kann. Diese Gedankenspiele finde ich z.T. auch echt beklemmend.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 28. Dezember 2019 um 22:39

    Guten Abend,

    in der Zwischenzeit ist nicht viel passiert.

    Ich habe jetzt abgefangen das Buch "mit Buddha das Leben meistern" zu lesen, das Sunu empfohlen hatte und bin ganz begeistert! Es gefällt mir sehr gut wie anschaulich es geschrieben ist und ich fühle mich dabei emotional sehr gut abgeholt. Es fühlt sich irgendwie heilsam an und ich schätze, das ist es auch, wonach ich gerade suche.

    Was ich auch sehr schön fand war, dass dort geschrieben wurde, dass jedes Individuum andere Erfahrungen und andere Voraussetzungen hat und deshalb nicht der gleiche Weg für jeden geeignet ist. Demnach müsste ein guter Lehrer vor allem fähig sein zu erkennen, wo sein Schüler steht und was er benötigt um zu wachsen (ich kenne die richtigen Fachbegriffe nicht und schreibe es jetzt einfach in meiner Alltagssprache). Das erscheint mir schlüssig und erklärt für mich auch, warum ich mich mit manchem, was so über Buddhismus im Internet geschrieben wird so unwohl fühle; Diese Dinge sind ja nicht an mich adressiert und entsprechen einfach nicht meinem jetzigen Stand also sind diese Informationen für mich u.U. sogar hinderlich.

    Ich habe nun auch versucht beim Meditieren einfach nur mehr zu beobachten und gar nichts anderes zu tun und das ging erstaunlich gut und war eine schönere Erfahrung. Ich hatte mehr das Gefühl von Ganzheit in mir selbst; Man meint ja so oft, es würde einem etwas fehlen und dabei hatte ich den Eindruck, dass eigentlich alles schon da ist :)

    Ich glaube, dass mir der Zugang über die körperliche Ebene leichter fällt. Im Intellektuellen verliere ich mich zu sehr.

    Was mir momentan etwas seltsam erscheint ist, dass ich das Gefühl habe, mich weniger mit mir zu identifizieren. Es ist nicht so leicht zu beschreiben, es ist, als würde ich mich selbst objektiver betrachten. Ich sehe mich selbst als Person mit gewissen Stärken und Schwächen, mit den Voraussetzungen, die ich erhalten habe, und ich habe weniger das Gefühl, diese Person zu sein sondern mehr das Gefühl durch diese Person zu sein. Meine Existenz in mir, ermöglicht mir alle Wahrnehmungen und Erfahrungen... das ist nichts neues aber es fühlt sich einfach etwas anders an, als zuvor. Kennt das vielleicht jemand? Ist das normal?

  • Aggression/Egoismus

    • Spiegelsee
    • 16. Dezember 2019 um 22:39

    Hm... wie empfindest du deine Veränderung denn selbst? Findest du das gut oder schlecht?

    Und was hast du erwartet, was sich durch die Meditation verändern würde (außer der bereits genannten Konzentrationsverbesserung)?

    Ist diese Veränderung für dich unerwartet oder entspricht sie vielleicht auch dem, was du dir vorgestellt hattest, wie Meditation wirken könnte (Klischee des grinsenden Gurus)?

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 16. Dezember 2019 um 22:33

    Diese Techniken waren in einem Einführungsbuch beschrieben. Es ist im Prinzip genau das, wonach es klingt; Sich auf den Atem konzentrieren (ihn aber nicht lenken) oder sich auf sämtliche Körperregionen nacheinander konzentrieren. Bei den klaren Gedanken sollte es darum gehen zu versuchen die Pause, die zwischen den Gedanken liegt, auszudehnen. Aber da fangen meine Gedanken dann z.T. an zu spinnen und machen das Gegenteil von dem, was ich vorhatte und das ist dann sehr unentspannt.

    Weltreisender:

    Natürlich. Egal wo. Egal welche Richtung.

    Für mich hat Fundamentalismus was mit fehlender Beobachtung und Erfahrung zu tun. Die Leute haben nie erfahren, Gedanken loslassen und ziehen lassen zu können.

    Oder sie haben es erfahren und es hat ihnen Angst gemacht, weshalb sie sich dann festbeißen. Beides ist möglich.

    Hat aber beides weder mit dir noch mit mir zu tun. Dass wir das beobachten kann bedeuten, dass wir gut beobachten können oder dass wir selbst so sind.

    Who knows.

    Es sollte dich aber nicht ernsthaft beschäftigen.

    Alles anzeigen

    Ich würde auch gar nicht unbedingt davon ausgehen, dass ich recht habe und diese Leute nicht. Vielleicht verstehe ich das, was sie schreiben auch nur nicht richtig oder die Worte kommen bei mir nicht so an, wie es gemeint ist. Ich ignoriere sowas jetzt erstmal weil es mich eh nicht weiterbringt. Ich verstehe es nicht richtig und es schreckt mich nur ab weil ich denke "so will ich aber nicht werden".

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 15. Dezember 2019 um 21:58
    Weltreisender:

    Als ich mit Meditation angefangen hatte, glaubte ich immer, in die Versenkung gelangen zu müssen. Ich habe mich wirklich angestrengt. Wenn es nicht gelingen wollte, habe ich die Augen noch mehr zugekniffen, dass es dunkler wurde, nur weil ich in diesen Zustand kommen wollte. Irgendwann habe ich auch verstanden, warum meine damalige Freundin meinte, dass ich beim meditieren irgendwie wie das Gegenteil von entspannt wirke :D

    [....]

    Das Grundproblem ist immer, dass wir annehmen, dass es um irgendwas geht. Und man bereits vorher verstehen muss, worum es geht, noch bevor man angefangen hat. Wenn Du aber vorher Konzepte lernst und durch diese dann Deine Erfahrung klassifizierst, reproduzierst du nur, was du vorher gelernt hast. Du kannst nicht einmal sicher sein, ob das, was Du als Erkenntnis produzierst, wirklich Deiner Erfahrung entstammt oder ob es nicht einfach das ist, was Du vorher gelernt hast.

    Deswegen: Es geht um nichts außer sich hinzusetzen und zu beobachten.

    Danke für das Bild :lol: das klingt irgendwie wirklich lustig!

    Aber ja, das trifft mein Problem. Und ich denke, der Tipp ist ganz gut, so werde ich es mal versuchen.

    Ich hatte es bisher mit der Atemmeditation (und zählen) und dem Bodyscan (im Sitzen) versucht. Beim ersten Bodyscan habe ich null gespürt wo mein Körper anfängt und aufhört, beim zweiten mal klappte das besser und beim dritten mal wäre ich mehrfach fast eingeschlafen. Ich habe auch die Meditation der klaren Gedanken versucht aber das war nicht so toll. Ich probiere es irgendwann nochmal.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 15. Dezember 2019 um 14:07
    Aravind:

    Ja und nein, würde ich sagen, sonst würde Dich der Gedanke, dass Du leidest, weil andere leiden, nicht belasten. ;)

    Ja, das ist irgendwie richtig. Ich vermute, dass es an der scheinbaren Kontrollierbarkeit der eigenen Emotionen liegt. Ich glaube über meine Emotionen eine gewisse Kontrolle zu haben über die anderer Menschen aber natürlich nicht, darum ist das Leiden, das von außen kommt scheinbar schlimmer als das eigene.

    Im Grunde ist Leiden wahrscheinlich einfach nur Leiden, egal, von wem es nun gefühlt wird.

    Weltreisender:

    Wenn Du mal beobachtest, was Du üblicherweise glaubst zu sein... hat das irgendwie immer mit Aktivität zu tun... Gedanken, was man ist, Emotionen, was man ist, Wahrnehmungen, was man ist, Körperliches, was man ist.

    Und weil wir glauben, dass wir diese Dinge sind, wollen wir still werden.

    Da wir das aber alles nicht sind, bleibt nur die Stille. Meine Erfahrung ist während des Sitzens, dass diese ganzen Dinge vorbeiziehen, aber wenn sie vorbeiziehen, werden wir uns ihrer gewahr. Eben nicht als etwas, das wir sind, sondern im Gegenteil als etwas, das vorbeizieht, sich ablöst, sich gegenseitig hervorruft.

    Aber beobachtend... sind wir still.

    Ich vermute, dass ich verstehe, wie es gemeint ist aber sicher bin ich mir nicht.

    Ich bin nicht was ich fühle, denke oder empfinde. Ich bin nicht diese Dinge, die in mir vorüberziehen. Darum geht es oder?

    Um das Erkennen, das bin nicht ich.

    Und dieses Beobachtende in uns, das ist immer da. Aber da wir es nicht beschreiben können, ist es leer. Wenn ich das bin, was nicht vergänglich ist, dann bin ich das, was beobachtet also bin ich leer, wie jeder andere leer ist und somit sind wir auf dieser Ebene alle gleich?

    Ich muss sagen, dass ich mich mit den Büchern, die ich bisher so gelesen habe, recht wohl fühle. Ich habe aber den Eindruck, dass im Internet (nicht hier im Forum) viele Leute, die sich als Buddhisten bezeichnen, sehr fundamentalistisch sind. Da wird alles als schlecht und schädlich bezeichnet, was uns an diese Welt bindet, also auch Liebe, Freundschaft usw. Ja diese Dinge können, wenn es sich um fehlgerichtete Emotionen handelt sicherlich schädlich sein aber da wird es so dargestellt als wäre grundsätzlich jede zwischenmenschliche Bindung schlecht. Es kommt bei mir so an, als hätten diese Leute für die gewöhnlichen Menschen gar nichts mehr übrig. Ich empfinde das z.T. ehrlich gesagt als sehr überheblich, abgehoben und wenig weise.

    Ich vermute aber, dass das vielleicht auch so ein Internetphänomen ist und werde solche Texte erstmal meiden und mich lieber vor Ort informieren und meine Bücher weiterlesen :)

    Euch einen schönen Tag _()_

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 12. Dezember 2019 um 14:04

    Vielen Dank für das Video, Weltreisender!

    Lustig, ich hatte gerade in einem Buch etwas ähnliches gelesen.

    Das Prinzip, dass ich fast nichts von dem was ich tue wirklich tue sondern es viel mehr geschieht, automatisch und unbewusst, gibt es in der Psychoanalyse auch. Aber ja, es wird nur durch die Selbsterfahrung/Selbstbeobachtung wirklich anschaulich.

    Am leichtesten finde ich es am Atem nachvollziehbar aber im Grunde ist es auch nicht viel anders bei den Gedanken. Ich habe nur wenig Kontrolle darüber, wie ich auf etwas reagiere, welche Gedanken und Emotionen es in mir auslöst und welche Interpretationen mein Gehirn anschließend vornimmt.

    Jetzt kommt der spannende Teil (Zitat aus dem Video bzgl. Gedanken):

    "Es geht nicht darum still zu werden, wir sind bereits still. Das was wir sind ist still"

    Hm... :?

    Es geht um den Beobachter in uns selbst, das, was z.T. auch mit Bewusstsein bezeichnet wird (nehme ich an) und ich kann den Beobachter nicht beobachten, nicht beschreiben. Der Beobachter ist das einzig Konstante in uns Selbst weil ich auf jeder Moment anders ist als der vorher dagewesen, jeder Moment meine Person verändert und ich somit niemals genau das sein kann, was ich zuvor war? Ich werde niemals genau das gleiche fühlen, denken, sehen, wie zuvor. Ist das gemeint?

    Ich denke auf eine Art verstehe ich das Konzept, den Gedanken aber mir fehlt das dazugehörige Erleben. Ich kann mich selbst beobachten, natürlich aber ich kann den Beobachter nicht isoliert wahrnehmen. Wenn ich beobachte, was ich z.B. denke beginne ich i.d.R. schnell damit zu interpretieren. Und dann verschwimmen der Beobachter, der "Richter" (psychoanalytisch wäre das das Über-Ich) und meine Gedanken in meiner Wahrnehmung zu einem und ich kann sie nicht mehr trennen.

    Sunu, ich hatte gestern ganz vergessen auf deinen Beitrag zu antworten, das wollte ich eigentlich noch:

    Das Buch konnte ich tatsächlich günstig erwerben.

    Und vielen Dank für die Informationen! Ich bin bei sowas einfach lieber vorsichtig, da ich schon mal erlebt habe, wie schnell es gehen kann, wenn jemand versucht einen zu manipulieren, dass man nicht mehr weiß, wo links und rechts und oben und unten ist. Gerade wenn man sich mit spirituellen Fragen auseinandersetzt und dabei auch zwangsläufig mit sich selbst (bzw, Nicht-Selbst :lol:) kann man da denke ich schon auch mal aufs Glatteis geführt werden.

    Ich hatte über die DBU nochmal nach Anlaufstellen gesucht und dabei herausgefunden, dass es doch noch etwas in geringerer Entfernung gibt (Buddhistische Gesellschaft Berlin e.V.), die eben auch für alle Richtungen offen ist. Ich denke, da werde ich zuerst mal vorbei schauen.

    Ich hatte gestern hier im Forum etwas über negative Erfahrungen bei Meditation gelesen. Irgendwer hatte dort geschrieben, dass es so etwas wie einen emotionalen Rückschlag geben kann, wenn man beginnt sich mit Meditation u.ä. zu befassen.

    Ich glaube, das erlebe ich auch ein bisschen in dem Sinne, dass die Beschäftigung mit Angstfreiheit einem aufzeigt, in welchen Bereichen man Ängste hat. Ich habe festgestellt, dass ich große Angst vor dem Leid anderer habe, weniger vor meinem eigenen Leid (wobei zweites natürlich aus ersterem entstehen würde). Es fällt mir sehr schwer zu akzeptieren, dass es grausame Dinge gibt, die geschehen und die ich nicht verhindern kann. Am meisten ist diese Angst auf mir nahestehende Personen gerichtet. Davor, dass mir etwas geschieht, habe ich eher insofern Angst, dass dies bei anderen Menschen Leid auslösen würde. Es liegt daran, dass ich mir selbst zutraue, mit dem Leid zurecht zu kommen aber anderen irgendwie nicht.

    Ich lasse mir Zeit _()_

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 11. Dezember 2019 um 21:43

    Guten Abend _()_

    an manchen Tagen komme ich echt schlecht zum Schreiben (Lesen geht immer) aber nun:

    Danke für eure Rückmeldungen zu meiner Frage!

    Ich sollte wohl weniger darüber nachdenken, was ich Kluges sagen könnte und den Fokus dahin verschieben, warum es mir so viel ausmacht und ich mich nicht abgrenzen und die Situation loslassen kann.

    Die Ursachen hierfür liegen definitiv in meiner gesamten Persönlichkeitsstruktur und da ist auch einiges dabei, an dem ich wirklich arbeiten sollte. Ich versuche herauszufinden, was mich zuweilen so aus dem Gleichgewicht bringt aber ich hänge an irgendwas fest.

    Ich habe vor einiger Zeit von einem Konzept gelesen, das sehr gut auf mich passt, Echoismus nannte sich das und ist quasi ein Gegenstück zum Narzissmus. Ich habe vor allem ein Problem mit mir und weniger mit den anderen. Das Verrückte daran ist, dass ich bewusst gar nichts benennen kann, was mich so an mir stören würde, ich habe keine übermäßigen Minderwertigkeitsgefühle, bin nicht depressiv o.ä. und trotzdem schaffe ich es einfach nicht gut für mich und meine Interessen einzustehen.

    Im Nachhinein ist die Situation für mich auch echt ok. Ich kann so gar Dankbarkeit empfinden, dass ich hierdurch mit einem für mich offenbar relevanten Thema konfrontiert wurde und bin eigentlich auch damit einverstanden, wie ich mich in der Situation verhalten habe. Nur die Unsicherheit/Ängstlichkeit geht bei mir in solchen Momenten oft ziemlich hoch - ist aber eben auch vergänglich ^^

    Weltreisender:

    Da bin ich mir nicht so sicher. Die größten Verbrechen der Menschheit sind geschehen, weil die Leute glaubten, das gute und richtige zu tun.

    Ähm ja :eek:, wenn du es so formulierst muss ich sagen: Da hast du absolut recht!

    Und Lucy natürlich auch!

    Ich habe zwischen dem Eigen- und Fremdwohl getrennt und nur das als gute Absicht gewertet, was den anderen zu Gute kommt. Dass ich diesen gedanklichen Weg gegangen bin ist wahrscheinlich auch wieder bezeichnend für meine Thematik. Ich bekomme den Zusammenhang zwischen Eigen- und Fremdwohl nicht gut hin.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 10. Dezember 2019 um 13:40

    Wobei etwas Gutes, aus der falschen Motivation heraus i.d.R. ja immer noch gute Konsequenzen hat... glaube ich, meistens.

    Ob es Altruismus wirklich gibt, weiß ich nicht. Vielleicht wäre er am einfachsten über die Identifikation mit dem anderen zu erreichen; Über die Erkenntnis, dass ich nicht isoliert existiere und es ein festes, unabhängiges Ich nicht gibt?

    Es gibt ja aber leider auch diese Menschen (bzw. Menschen in Situationen), die nicht mal eine gute Absicht haben sondern nur ihre Negativität nach außen abreagieren wollen. Vielleicht geschieht auch dies in vielen Fällen unbewusst.

    Wie geht man mit solchen Leuten um? Eine banale Alltagsfrage hierzu:

    Mir ist gestern so ein Mensch auf der Straße begegnet, der einfach nur seine Verbitterung an mir abladen wollte. Ich bin kein Typ, der patzige Antworten gibt oder ebenfalls austeilt. Das konnte ich noch nie gut und wenn ich es versuche, fühle ich mich hinterher schlecht weil ich das Gefühl habe, dass ich etwas schlaueres hätte sagen sollen. Leider neige ich deswegen aber dazu, in einer solchen Situation auf die Diskussion einzusteigen und mich zu rechtfertigen, was ich ebenfalls total blöd finde. Ich denke dann hinterher oft darüber nach, was ich hätte besseres sagen können und solche Situationen hängen mir leider stärker nach/wühlen mich mehr auf, als mir natürlich lieb wäre.

    Meine Frage ist, gibt es eurer Ansicht nach eine Grundhaltung, die man solchen Menschen gegenüber einnehmen kann um reuelos aus der Situation gehen zu können?

    Und macht es überhaupt Sinn sich gedanklich mit solchen negativen Situationen zu befassen, um in einer erneuten Situation besser reagieren zu können? (Meistens schaffe ich es dann jedoch trotzdem nicht, mich so zu verhalten, wie ich es mir vorgenommen hatte)

    Viele Grüße! _()_

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 9. Dezember 2019 um 22:21

    Guten Abend _()_,

    nun komme ich dazu, eine Antwort zu schreiben.

    Ich weiß nicht, ob bzw. wie es möglich ist mehrere Leute in einem Beitrag zu zitieren, deswegen gehe ich jetzt so auf die meisten Themen ein.

    SGM, vielen Dank auch dir, für deinen Beitrag!

    Ich denke, dass für mich auch die Frage danach, was eine Erkenntnis im Alltag verändert, bzw. was für ein Verhalten meinerseits aus dieser resultiert, relevanter ist als Theorie.

    Zum einen weil ich ohnehin zur Passivität und Grübelei neige und diese Tendenzen nicht weiter verstärken möchte, zum anderen auch weil die bloße Theorie selten etwas bewegt und erfahrbar macht.

    Ich bemerke, dass bereits kleine Versuche mehr im Hier und Jetzt zu sein und mich in Dankbarkeit zu üben, gefühlt einen großen Unterschied machen im Sinne von mehr Glückserleben.

    Ich glaube aber, dass ich auch leicht zu streng mit mir bin und das Gefühl habe, alles richtig machen zu müssen, wodurch ich mich schnell unter Druck fühle, weil ich das nicht schaffe. Ich werde aber versuche diesen Druck rauszunehmen, mir zu sagen, dass ich auch, wenn es nicht so gut gelaufen ist, immerhin daraus lernen kann usw.

    Denn dieser Druck frustriert mich schnell und nimmt mir die Motivation es überhaupt zu versuchen.

    Bzgl. der großen Fragen bin ich auf eine vorerst relativ einfache Lösung gestoßen, das Problem für mich zu verschieben:

    Ich denke viele Menschen stellen diese Fragen gleich zu Beginn weil sie so drängend sind, bestimmte Ängste dahinter stehen oder auch Hoffnungen, dass man selbst und geliebte Menschen auf irgendeine Weise fortbestehen könnten.

    Natürlich erlebe auch ich all dies, meine Fragemotivation war aber tatsächlich eine andere:

    Ich habe diese Fragen gestellt, weil es mir schwer fällt mich auf ein Konzept einzulassen, das zu diesen Fragen Einstellungen vertritt, die mir nicht behagen. Ein Beispiel für ein solches Unbehagen wäre etwa die Einstellung, dass kranke oder benachteiligte Menschen ihr Leiden selbst verursacht haben, weil sie im vorherigen Leben schlecht waren oder dass etwa ein Kind etwas dafür könnte, wenn es in eine gewalttätige Lebenssituation geboren wird.

    Nach dem, was ich gelesen habe, gibt es buddhistische Strömungen, in denen solche Annahmen durchaus möglich wären, aber so wie ich es jetzt von euch lese, ist das Konzept der Reinkarnation z.T. auch gar nicht wirklich vertreten? So wie ihr es beschreibt entspricht es eigentlich stark dem, was ich bisher über Leben bzw. Sterben geglaubt/vermutet habe wobei ich da grundsätzlich bisher eigentlich agnostisch bin.

    Meine „Lösung“ bzw. Verschiebung dieses Problem sieht nun so aus, dass ich abermals festgestellt habe, dass ich ja gar nichts für mich als wahr annehmen muss, was ich nicht als wahr empfinde, unabhängig davon, welchem System dieser Gedanke entspringt :idea: Ich kann das, was ich als gut empfinde nutzen und das, was ich als schlecht empfinde beiseitelassen, bis ich es vielleicht eines Tages besser verstehe oder eben auch nicht.

    Weltreisender, ich habe schon den Eindruck, dass es vielen Menschen recht egal ist, ob sie „gute“ Menschen sind. Diese Bewertungskategorie kommt bei vielen in dem Sinn einfach nicht vor und das eigene Wohl steht so groß im Vordergrund, dass es den Blick auf alle anderen versperrt, weshalb auch sehr wenig Bewusstsein dafür vorhanden ist, dass bzw. wann man Leid verursacht.

    Dass viele Leute jedoch in der Theorie bessere Menschen sind als in der Praxis, dessen bin ich mir fast sicher und da schließe ich mich auch völlig ein. Ich denke, viele Menschen wollen eigentlich Gutes und das andere glücklich sind aber wenn es um konkretes Handeln geht setzt doch schnell eine Verantwortungsdiffusion und das Gefühl „ich kann eh nichts tun“ ein und damit der Mangel an Selbstverantwortung, ganz zu schweigen von so etwas wie Faulheit :grinsen: usw.

    Lucy, ich habe mich jetzt erstmal für ein Kadampa Meditationszentrum entschieden. Das ist von meinem Wohnort aus einigermaßen gut zu erreichen (in meiner direkten Nähe ist nichts, Berlin ist ja sehr groß) und erscheint mir auch sehr Einsteiger freundlich. Außerdem haben sie Kurse am Wochenende und das ist für mich organisatorisch am besten umsetzbar. Unter der Woche gibt es leider kaum eine Chance, dass ich irgendwo hinkönnte.

    Entschuldigt wenn ich vergessen habe, auf etwas einzugehen oder manchmal nicht ganz rüberkam, auf wessen Aussage ich mich bezogen habe.

    Viele Grüße!

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 9. Dezember 2019 um 08:02
    User19823:

    Genau, du fängst mit den schwierigsten Fragen an...

    Im Buddhismus gilt die Regel, dass man nur das übernehmen soll, was man _selber_ erkannt und erfahren hat.

    Manches begreift man tatsächlich erst durch Meditation. Im Buddhismus gibt es nichts, was man _glauben_ muss, es geht mehr um intuitives Erkennen (z.B. durch Meditation) und erfahren. Es ist nicht derjenige Buddhist, der alles versteht (Manchmal ist es der genau nicht).

    Vielen Dank User19823 _()_

    Deine Antworten sind für mich wirklich sehr hilfreich! Glauben kann ich nur etwas, das ich nicht erkannt habe und Erkennen ist das, wonach der Buddhist strebt, richtig?

    Ich habe bei der Selbstbeobachtung (die man ja immer im Alltag anwenden kann) festgestellt, dass ich nahezu andauernd irgendwelche Gedanken habe. Das war mir vorher auch schon bewusst aber ich nehme zwischen diesen Gedanken tatsächlich so gut wie keine Pausen wahr. Und oft sind es eben auch so komplizierte philosophische Dinge, an denen ich mich gedanklich abarbeite. Ich würde sagen mein Geist ist recht unruhig. Wahrscheinlich sollte ich wirklich geduldiger mit solchen Dingen sein und mir mehr Zeit geben, nichts erzwingen.

    Mehr später...

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 8. Dezember 2019 um 22:10
    Weltreisender:

    Und dadurch, dass der Ast vielleicht von der Straßenreinigung nicht abgesägt wurde.

    :grinsen: ja genau das meine ich. Die Straßenreinigung oder sagen wir der Windstoß, der den Ast beschädigt hat sind ja Dinge, die sehr fern meines Einflussbereiches liegen.

    Es geht mir genauer darum, inwiefern tatsächlich angenommen wird, dass mein Karma dies verursacht hat. Vielleicht ist diese Frage aber auch weniger relevant, als sie sich dem Unwissendem aufdrängt...

    Ich verstehe es so, dass Buddhisten, sofern sie sich an die Lehre halten, allem Leidenden mit Mitgefühl begegnen sollten unabhängig davon, wodurch dieses Leid verursacht wurde, da es einen Schuldbegriff in dem Sinne nicht gibt, da auch schlechtes Karma hauptsächlich durch mangelnde Erkenntnis bedingt ist. Das bedeutet auch, dass ich bei Erkenntnis dessen keine Rachegelüste oder Hass empfinde. Die Handlungsprämisse ist also stets, Leid zu vermeiden, wo immer es möglich ist.

    Ich verstehe auch, dass Selbstverantwortung bzw. verantwortliches Handeln für alles und jeden in der Umwelt eine sehr große Rolle im Buddhismus spielen.

    Was ich nicht verstehe ist die Vorstellung über die genaue Beschaffenheit des Karma (die Bedeutung Tat ist hier interessant). Alles bedingt sich, nichts existiert isoliert also auch nicht mein Karma oder? Aber wenn Menschen nicht alle mit dem gleichen Karma geboren werden, dann muss es eine gewisse Trennung in der Existenz geben.

    Nehmen wir an, mein Karma hätte die Beschaffenheit eines Wassertropfens. Was geschieht dann nach dem Ende meiner Existenz? Inkarniert der Tropfen einfach in der nächsten Existenz als gleicher Tropfen, der er bei meinem Tod war?

    Oder ist der Tropfen eigentlich Teil eines Meeres und hat somit gar keine eigenen Grenzen? In diesem Fall würde er sich vermischen mit all den anderen Tropfen; Und ein Tropfen, der in eine neue Inkarnation eintritt wäre niemals der, der er zuvor war.

    Ich vermute, dass mein Verständnisproblem dadurch bedingt ist, dass ich dieses Verstehen gerade zu intellektuell angehe und mir die Erkenntnisse durch Erfahrung fehlen?

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 8. Dezember 2019 um 20:38

    Vielen Dank Aravind für das Mut machen!

    Es ist sicher richtig, dass das Bewusstsein für die Beeinflussbarkeit diese verringert. Ich denke, ich werde schauen, wo meine Sympathien mich hinziehen.

    Vielen Dank Weltreisender für deine Ausführungen!

    Verstehe ich es richtig, dass deine Aussage auch umschreiben ließe mit "es gibt keine Vorherbestimmung und kein deterministisches Schicksal."?

    Das entspräche auch meiner bisherigen Grundannahme.

    Wie steht es mit schlimmen Dingen, dir uns von außen wiederfahren können?

    Natürlich hat man auf gewisse Dinge einen Einfluss aber theoretisch könnte man am nächsten Morgen aus dem Haus gehen und von einem Ast erschlagen werden. Wäre das aus buddhistischer Sicht dann auch dem eigenen schlechten Karma zu verdanken?

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 8. Dezember 2019 um 13:29

    Vielen Dank User19823, für die Buchempfehlungen!

    Und wahrscheinlich hast du durchaus recht mit dem, was du über das Ausprobieren schreibst. Ich denke, ich habe Angst vor meiner eigenen Beeinflussbarkeit. Ich bin eine sehr anpassungsfähige Person und habe mich in meinem Leben "leider" oft zu viel angepasst und zu wenig auf meine eigentlich schon dagewesenen Erkenntnisse vertraut. Deswegen versuche ich wohl zunächst Vertrauen in meine Urteilsfähigkeit zu gewinnen.

    Ich hatte mir das Buch Buddhismus für Anfänger von Frederik Patel bestellt und schon ein bisschen gelesen.

    Mir sind einige Konzepte aus der "Psychologie" irgendwie vertraut aber es ist doch ganz schön viel an Information. Ich meine jetzt nicht speziell in diesem Buch, es ist wirklich sehr einfach beschrieben, sondern generell die buddhistischen Konzepte. Ich kann zwar darüber Lesen aber mir ist bewusst, dass das tatsächliche Verstehen eine ganz andere Sache ist und wahrscheinlich sehr lange dauern wird.

    Ich vermute, ich bin auf eine Art zu ungeduldig, da ich es gerne jetzt schon verstehen würde, mir aber natürlich klar ist, dass ich das so ohne weiteres nicht kann.

    Nun beschäftigt mich folgender Punkt und ich würde gerne kurz wiedergeben, wie ich die Grundannahme des Nicht-Selbst verstanden habe. Vielleicht ist dies nicht der richtige Thread dafür aber ich würde es einfach gerne kurz aufschreiben und vielleicht hat ja jemand eine Anmerkung hierzu:

    - Es gibt kein „festes“ Selbst, dass über mehrere Inkarnationen bestehen könnte.

    - Das, was wir als Selbst empfinden, ist bedingt durch die Voraussetzungen, die uns in dieser Inkarnation gegeben wurden (der Körper, die Funktionsweise des Gehirns, das Umfeld, in das wir geboren wurden und schließlich die Erfahrungen, die uns formen)

    - Die Gedanken und Gefühle, die ich erlebe, existieren nur durch meine persönlichen Voraussetzungen (meine jetzige Existenz)

    -  Wenn meine jetzige Existenz durch den Tod beendet wird, existieren folglich weder meine Persönlichkeit, noch meine Gedanken, Gefühle oder Erkenntnisse weiter.

    = es gibt kein beständiges Selbst

    Nun gibt es aber die Annahme der Reinkarnation:

    - Das, was reinkarniert, ist jedoch nicht das Selbst sondern das Karma, richtig?

    - Wird nun davon ausgegangen, dass es etwas wie MEIN Karma gibt? Also ein Karma, das meiner Existenz zugeordnet ist und über diese hinaus als isoliertes Karma existiert?

    - Wenn diese Annahme zuträfe, gäbe es ja doch etwas, das man im weitesten Sinne als ICH bezeichnen könnte. Kein Ich mit einer Persönlichkeit aber etwas, das durch meine Erkenntnisse und daraus resultierenden Taten geformt wird

    - Die Bezeichnung "isoliert existieren" ist hier natürlich nicht ganz zutreffend, da ich nichts unabhängig von anderen existiert und alles sich bedingt...

    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag! _()_

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 7. Dezember 2019 um 14:25

    Vielen Dank für eure Antworten :)

    Und vielen Dank auch für die Literatur Empfehlungen!

    Ich habe schon ein wenig geschaut, was es für Anlaufstellen in Berlin gibt, die vielleicht in Frage kämen.

    Ohne größeres Vorwissen fällt es mir allerdings sehr schwer zu beurteilen, ob die Zentren mir zusagen oder nicht. Ich muss mich da definitiv mehr einlesen, da das Angebot für mich sonst wirklich unübersichtlich ist.

    Ich möchte halt auch ungern gleich am Anfang durch irgendwelche Lehren beeinflusst werden, die für mich eher ein Irrweg sind. Ich spiele darauf an, was ich über die Diamantweg Zentren und Ole Nydahl gelesen habe. Das erschien mir sehr unsympathisch und ist definitiv nicht das, was ich mir vorstelle.

    Ich würde mir wünschen, erstmal die grundlegenden Annahmen des Buddhismus kennenzulernen, von daher wäre evtl. ein schulenübergreifendes Zentrum etwas für mich (ich meine, ich hätte da etwas gelesen) oder auch einfach eine angeleitete Meditation ganz unabhängig von einem Zentrum aber ich möchte da erstmal weiter recherchieren.

  • Wo fange ich an?

    • Spiegelsee
    • 6. Dezember 2019 um 23:57

    Hallo,

    ich bin neu hier und wirklich absoluter Anfänger im Thema Buddhismus also hoffe ich, dass das, was ich schreibe, nicht allzu dumm klingt.

    Der Grund weshalb ich hier bin ist, dass ich das große Bedürfnis habe, mich mit etwas, in weitestem Sinne spirituellem zu befassen. Ich bin immer ein Mensch gewesen, der sehr viel nachdenkt und dieses Reflektieren und Durchdenken von Dingen auch schätzt und braucht. Und ich habe einfach das Bedürfnis, mich als Mensch weiterzuentwickeln, an mir zu arbeiten und mehr aus mir zu machen, als ich es derzeit bin.

    Ich komme darauf, dass die Beschäftigung mit Buddhismus für mich wertvoll sein könnte, da mir der Gedanke, dass man im Buddhismus nichts glauben muss sondern alles erfahrbar ist, sehr zusagt. Ich habe mich in der Vergangenheit sehr viel mit Psychologie beschäftigt und mich selbst viel hinterfragt, versucht etwas zu finden, das mir bedeutsam und wahr erscheint. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich sagen möchte.

    Ich bin schon lange, phasenweise mehr und phasenweise weniger auf der Suche. Auf der Suche nach was, das ist es, was schwer zu beschreiben ist; Mir fallen Wörter wie Substanz, Weisheit, Erkenntnis, Liebe und Verbundenheit ein.

    Aber meine Suche war bisher sehr ungeleitet. Ich habe versucht, die Wahrheit in mir selbst zu finden (was ich grundsätzlich auch nicht für verkehrt halte) aber ich hatte keinen Austausch, keine Hilfestellung und habe mich zeitweise, denke ich, sehr in Ideen verrannt, bin Wege gegangen, die mir nicht gut getan haben. Ich habe versucht, mit anderen Menschen über das, was mich beschäftigt, zu sprechen aber ich habe nur selten jemanden gefunden, mit dem dies möglich war.

    Und wenn es mir gelungen ist, so jemanden zu finden, dann habe ich oft den Fehler gemacht und mich sehr an diese Person geklammert bzw. mich verliebt weil ich mir erhoffte, das was ich suche, durch den anderen finden zu können. Das war, wie ich nun meine erkannt zu haben, falsch. Denn es hat mich von mir entfernt weil ich den anderen gefallen wollte und ich habe Wünsche und Vorstellungen auf diese Personen projiziert, die eigentlich nichts mit ihnen, sondern nur mit meinen eigenen Sehnsüchten zu tun haben. Und das wonach ich mich sehne ist im Grunde genommen eine spirituelle Erfahrung, die Verbindung zu dem, was alles verbindet. Ich hoffe es klingt nicht wirr.

    Nun ist wieder eine Zeit angebrochen, in der ich mich weiterentwickeln möchte aber meine Möglichkeiten scheinen mir recht begrenzt. Ich habe nicht viel Zeit um von zuhause wegzugehen, da ich zwei kleine Kinder habe und meine Lebenssituation leider auch nicht so einfach ist.

    Ich habe allgemein nicht viel Freizeit aber ich würde mich sehr gerne in den Buddhismus einlesen und anfangen zu meditieren. Ich habe noch nie meditiert und über Buddhismus auch nur wenige oberflächliche Kenntnisse. Nach Literatur habe ich hier im Forum schon gesucht aber die Menge der Auswahl macht es nicht so leicht. Ich würde auch sehr gerne, sofern es mir irgendwie möglich ist, realen Austausch und Anleitung zum Meditieren bekomme. Ich lerne im Austausch mit anderen meist am besten, bzw. habe ich bisher im Austausch mit anderen, die für mich wertvollsten Erkenntnisse gehabt. Ich lebe in Berlin, hier gibt es theoretisch ja schon einige Anlaufstellen.

    Wenn jemand von euch Tipps für mich hat, womit ich am besten anfangen könnte oder wie ich einen guten Einstieg bekomme, wäre ich sehr froh.

    Viele liebe Grüße!

    Spiegelsee

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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