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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von ThoH

  • Übergänge: Altes/Vertrautes l o s lassen - auf Neues/Unbekanntes e i n lassen...

    • ThoH
    • 2. April 2025 um 06:56

    Anna Panna-Sati

    Dein Artikel ist ja schon vom Januar, aber deine Worte haben mich berührt. Ich kann die von dir beschriebene Situation nur zu gut nachvollziehen.

    Wir hatten bis zum 30. Januar drei Hunde. Leider musste unser 15-jähriger Kimba am 30. Januar seine letzte Reise antreten. Es hat uns sehr hart getroffen. Ein paar Tage später musste ein anderer Hund in die Klinik. Er wird jetzt therapiert, wie es weitergeht wissen wir nicht. Wir selbst haben auch die eine oder andere „Baustelle“. Um es kurz zu machen: in den letzten 25 Jahren war eigentlich jedes Jahr doch einiges an Übergangsphasen, die wir erlebt haben.

    Diese Übergangsphasen, in denen sich plötzlich alles verändert, machen auch mir immer wieder große Schwierigkeiten. Oft sind es Veränderungen, die nicht geplant waren, die einfach so passieren – oft über Nacht, so scheint es. Vielleicht ist es sogar das, was mich am meisten herausfordert: die Unvorhersehbarkeit.

    Ich habe immer wieder versucht, ein Leben zu führen, das planbar und sicher ist. Das Vertraute, das Gewohnte gibt mir eine gewisse Geborgenheit, und die Vorstellung, in diese vertrauten Bahnen zurückkehren zu können, ist wie ein Anker in stürmischen Zeiten.

    Das Konzept des „Ichs“ (Anatta) ist für mich von zentraler Bedeutung. Es gibt kein festes, unveränderliches Selbst.

    Die buddhistische Praxis zeigt mir, im gegenwärtigen Moment zu leben und Veränderung nicht als etwas zu sehen, dem wir widerstehen müssen, sondern als Teil des natürlichen Flusses des Lebens.

    Ich befinde mich noch immer in diesem Lernprozess des Verstehen-wollens, des Akzeptieren-wollens dessen, dass unser Glück nicht durch das Festhalten z.B. an Menschen und Vorstellungen und Wünschen erreichbar ist. Und diesem Loslassen an dem „Ich“, dem „Mein“, dem „Selbst“.

    Du bist nicht alleine mit deinen Gedanken! :heart: :heart: :heart:

    LG Thomas

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 1. April 2025 um 18:42

    Igor07

    Wäre diese Formulierung zutreffender ?????

    Der Vajrayana-Buddhismus hat seine Wurzeln im historischen Buddhismus, der von Buddha Shakyamuni, gegründet wurde.

    Allerdings entwickelte sich der Vajrayana-Buddhismus erst viel später, etwa im 7. bis 8. Jahrhundert n. Chr., und integriert viele Elemente, die über die ursprünglichen Lehren des Buddha hinausgehen. Er kombiniert die Lehren des Mahayana-Buddhismus mit tantrischen Praktiken und Ritualen. Der Mahayana-Buddhismus entwickelte sich aus den ursprünglichen Lehren des Theravada-Buddhismus und es kamen neue Ideen und Praktiken hervor und ist in einem kulturellen und sozialen Umfeld entstanden, das von einer Vielzahl von philosophischen und religiösen Strömungen geprägt war. Es wurden neue Schriften, die als Mahayana-Sutras bekannt sind, verfasst. Diese Texte erweiterten die Lehren des Buddha und betonten Konzepte z.B. wie den Bodhisattva-Weg. Vajrayana betont die direkte Erfahrung der Erleuchtung durch z.B. Meditation. Ein zentrales Konzept ist die Idee, dass alle Wesen das Potenzial zur Buddhaschaft in sich tragen.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 1. April 2025 um 18:18
    Igor07:

    Sorry, aber das kann ich mir nicht verkneifen.


    ThoH:

    Der Vajrayana-Buddhismus sieht sich als eine erweiterte, tiefere Lehre, die durch den historischen Buddha selbst angestoßen wurde,

    Wo steht das? Dass der historische Buddha im Theravada, also im Pali-Kanon, so lehrte oder es sogar andeutete? Bitte um eine Quelle, denn so gibt es das doch nicht.

    ThoH:

    In diesem Kontext kann man sagen, dass auch der Vajrayana-Buddhismus letztlich auf Buddha zurückgeht, jedoch durch die speziellen tantrischen Praktiken und die Bedeutung von Guru und Initiation weiter differenziert wurde.

    Auf welchen? :?: Buddha?

    Danke für die Antwort. Im Voraus. LG.

    Alles anzeigen

    Schon OK, dass du das nicht so stehen lässt. Das sind meine Interpretationen oder mein Verständnis. Ob das in irgendeinem Buch steht weiß ich nicht.... Ihr könnt das ja zerflücken, widerlegen und richtig stellen :) :like: Ich lerne gerne dazu :!: :!:

  • Problematische Lehrer und der Umgang mit ihnen

    • ThoH
    • 1. April 2025 um 18:09

    Nicht nur dem Umgang mit problematischen Lehrern, sondern unter Umstände mit der Gemeinschaft an sich kann sich als äußerst schwierig und manchmal kaum möglich erscheinen. Dafür gibt es ja einige Beispiele, die auch schon in diesem Forum diskutiert worden sind. Und die Schwierigkeiten und Problem sind oftmals vielschichtig.

    In der buddhistischen Gemeinschaft, wie in vielen anderen, gibt es doch hohe ethische Standards und Erwartungen an die Lehrer und Praktizierenden, die sich aus den Lehren Buddhas ergeben. Wenn jedoch Fehlverhalten wie Missbrauch oder Manipulation auftritt, stellt sich die Frage, wie man damit umgehen sollte. Ist es redlich, solches Verhalten zu ignorieren oder zu vertuschen, oder ist es notwendig, es anzusprechen und zu teilen? Buddhistische Lehren betonen Mitgefühl, Achtsamkeit und die Verantwortung gegenüber anderen. Wenn ein Lehrer, der als Vorbild fungiert, Fehlverhalten zeigt, kann dies nicht nur den Einzelnen, sondern auch die gesamte Gemeinschaft schädigen. Das Übersehen oder Verdecken solcher Taten könnte als eine Form der Komplizenschaft angesehen werden, die das Leiden anderer verstärken kann. Die ethischen Prinzipien im Buddhismus, wie das Vermeiden von Schaden (ahimsa) und das Streben nach Wahrheit (sacca), legen nahe, dass es nicht nur moralisch falsch ist, Fehlverhalten zu ignorieren, sondern auch gegen die Grundwerte der Lehre verstößt. Das Ansprechen von Missbrauch und Manipulation kann dazu beitragen, das Leiden der Betroffenen zu lindern und die Integrität der Gemeinschaft zu wahren. Es erfordert Mut, Fehlverhalten anzusprechen, insbesondere wenn es sich um eine respektierte Autoritätsperson handelt. Dennoch ist es wichtig, die Stimme der Opfer zu hören und ihnen zu helfen, Gehör zu finden. Indem man das Fehlverhalten anspricht, kann man nicht nur den Betroffenen helfen, sondern auch andere vor ähnlichen Erfahrungen schützen.

    Es gibt halt Gemeinschaften, deren ehemalige Mitglieder Erlebnisse mit dieser Gemeinschaft als auch mit dem Lehrer/den Lehrern offenbart haben. Da stehen dann Vorwürfe im Raum, dass diese Gemeinschaft von anderen buddhistischen Gruppen abschottet.

    Oder als dogmatisch angesehen werden, da sie sich stark auf die Lehren von einem bestimmten Lehrer konzentriert und andere buddhistische Schulen und Lehrer ablehnt werden. Einige ehemalige Mitglieder und Kritiker berichten von einer autoritären Struktur, in der die Entscheidungen und Lehren von diesem Lehrer als unantastbar gelten. Auf externe Kritik wird defensiv reagiert und Kritiker als feindlich oder uninformiert abtut. Dies kann den Eindruck erwecken, dass die Gemeinschaft nicht offen für Dialog oder Selbstreflexion ist. Andererseits wird die rein kommerzielle Ausrichtung kritisiert.

    Auch Bedenken hinsichtlich der Lehrinhalte, insbesondere in Bezug auf die Interpretation und Präsentation der buddhistischen Lehren, werden stark kritisiert, oder eine vereinfachte oder verzerrte Sichtweise des Buddhismus würde vermittelt. Zudem die emotionale Manipulation, indem emotionaler Druck angewandt wird, um Mitglieder dazu zu bringen, sich stärker zu engagieren oder ihre Loyalität zu zeigen. Dies kann durch Schuldgefühle, Scham oder das Gefühl, dass man anderen schadet, wenn man die Gemeinschaft verlässt, geschehen.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 1. April 2025 um 16:33
    Igor07:
    ThoH:

    Theravada bleibt in seiner Essenz der Lehre des Buddha treu, da es die ursprünglichen Schriften des Pali-Kanons als maßgeblich ansieht. Allerdings gibt es im Laufe der Zeit Interpretationen und Ergänzungen, die vor allem als kulturelle und kontextuelle Anpassungen oder als vertiefte Auslegungen der ursprünglichen Lehren betrachtet werden. Diese „Hinzufügungen“ betreffen hauptsächlich die Praxis und die Vermittlung der Lehren, nicht jedoch die grundlegenden Prinzipien des Buddhismus. So bleibt der Theravada-Buddhismus eine lebendige Tradition, die sowohl mit der Vergangenheit verwurzelt ist als auch in der Lage ist, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.

    Mir fällt hier auf, dass sich der tibetische Buddhismus nicht auf den Pali-Kanon als Quelle bezieht, sondern auf Sanskrit-Texte. Dabei geht es um das Hinayana. Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit dem Theravada-Buddhismus, jedoch verläuft die Verbreitung der Lehre auf unterschiedliche Weise.

    Norbu AL:

    [lz]

    Question: "Mir fällt auf, dass sich der tibetische Buddhismus nicht auf den Pali-Kanon als Quelle bezieht, sondern auf Sanskrit-Texte. Dabei geht es um das Hinayana. Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit dem Theravada-Buddhismus, jedoch verläuft die Verbreitung der Lehre auf unterschiedliche Weise.

    NORBU: Der tibetische Buddhismus und der Theravada-Buddhismus haben tatsächlich unterschiedliche textuelle Traditionen, aber teilen die grundlegenden Lehren. Hier sind die wichtigsten Punkte:

    Textuelle Tradition:

    - Tibetischer Buddhismus nutzt hauptsächlich Sanskrit-Quellen (übersetzt ins Tibetische)

    - Theravada basiert auf dem Pali-Kanon

    - Beide Versionen enthalten die ursprünglichen Lehren des Buddha

    Zum Begriff "Hinayana":

    - Dieser Begriff wird heute als problematisch angesehen

    - Besser ist es, von "Grundfahrzeug" oder direkt "Theravada" zu sprechen

    - Der Begriff entstand später in der Mahayana-Tradition

    Gemeinsamkeiten:

    - Die Vier Edlen Wahrheiten

    - Der Achtfache Pfad

    - Die Drei Merkmale der Existenz

    - Die Grundlagen der Ethik

    Hauptunterschiede:

    - Unterschiedliche Betonung der Bodhisattva-Praxis

    - Verschiedene meditative Techniken

    - Unterschiedliche rituelle Traditionen

    Die Verbreitung erfolgte tatsächlich auf verschiedenen Wegen:

    - Theravada: Südlicher Weg (Sri Lanka, Südostasien)

    - Tibetischer Buddhismus: Nördlicher Weg (Tibet, Himalaya-Region)

    Beide Traditionen sind authentische Übermittlungen der Buddha-Lehre, die sich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten entwickelt haben.

    [/lz]
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    Zu den Hauptunterschieden - meditative Techniken:

    Rückbezug auf den Buddha

    Theravada: Im Theravada-Buddhismus gehen die Meditationen direkt auf die Lehren des Buddha zurück. Der Buddha selbst lehrte verschiedene Meditationstechniken, die dazu dienen, den Geist zu schulen, das Leiden zu überwinden und schließlich das Nirvāṇa zu erreichen. Die Schwerpunkte in der Theravada-Praxis (wie Achtsamkeit und Einsicht) beruhen auf den Pali-Sutras, in denen der Buddha detaillierte Anweisungen zu den Methoden gibt.

    Vajrayana: Obwohl die tantrischen Meditationen im Vajrayana nicht direkt aus den ursprünglichen Lehren des Buddha im Pali-Kanon stammen, so basieren sie dennoch auf den Buddhas Erleuchtungserfahrungen und den Bodhisattva-Idealen des Mahāyāna. Der Vajrayana-Buddhismus sieht sich als eine erweiterte, tiefere Lehre, die durch den historischen Buddha selbst angestoßen wurde, aber durch den Tantra-Buddhismus und nachfolgende Meister (wie Padmasambhava und Vajrayāna-Meister) weiterentwickelt wurde. In diesem Kontext kann man sagen, dass auch der Vajrayana-Buddhismus letztlich auf Buddha zurückgeht, jedoch durch die speziellen tantrischen Praktiken und die Bedeutung von Guru und Initiation weiter differenziert wurde.

    Das Fazit wäre doch: Theravada-Meditationen basieren direkt auf den Lehren des Buddha, insbesondere auf den Praktiken, die im Pali-Kanon überliefert sind, wie Samatha und Vipassanā. Vajrayana-Meditationen sind eine Erweiterung der Mahāyāna-Lehren und beinhalten tantrische Praktiken, die nicht direkt auf den historischen Buddha zurückgehen, aber auf den späteren Lehren beruhen.

  • Problematische Lehrer und der Umgang mit ihnen

    • ThoH
    • 1. April 2025 um 15:53

    Buddhistische Lehrer sind in der Regel Menschen, die eine [hoffentlich]lange und tiefgehende Praxis im Buddhismus durchlaufen haben. Sie haben oft Jahre oder sogar Jahrzehnten der Meditation, des Studiums und der Selbstreflexion hinter sich. Diese Praxis soll ihnen helfen, ein höheres Verständnis für die Natur des Lebens, des Leidens und der Befreiung zu erlangen, was sie in die Lage versetzt, anderen auf ihrem spirituellen Weg zu unterstützen. Sie werden daher häufig als weise und mitfühlend angesehen und dienen vielen als Wegweiser auf dem buddhistischen Pfad.

    Jedoch ist es wichtig zu verstehen, dass auch buddhistische Lehrer nicht fehlerlos sind. Sie sind, wie alle Menschen, Teil der Welt der vergänglichen Erscheinungen, die von Anhaftung, Unwissenheit und den üblichen menschlichen Schwächen geprägt ist. Selbst wenn ein Lehrer tief in der Praxis verankert ist, bedeutet das nicht, dass er völlig frei von Fehlern ist oder immer richtig handelt. Die Praxis der Achtsamkeit und Weisheit, die sie vermitteln, ist eine Anleitung und ein Weg, den auch sie selbst gehen müssen. Ein Lehrer kann zum Beispiel in bestimmten Situationen ungeduldig werden, Fehler machen oder in seinem Verhalten nicht immer vollkommen sein. Diese Aspekte ihrer Menschlichkeit dürfen nicht übersehen werden.

    In vielen buddhistischen Traditionen wird das Verständnis betont, dass Lehrer zwar über große Einsichten und Erfahrung verfügen, aber dennoch mit denselben Herausforderungen des menschlichen Lebens konfrontiert sind. Ein Aspekt des Buddhismus ist das Akzeptieren der Unvollkommenheit, sowohl in sich selbst als auch in anderen. Lehrer sind in diesem Sinne nicht unfehlbar. Ihre Rolle als Lehrer besteht darin, den Schülern zu helfen, ihre eigene Weisheit und Einsicht zu entwickeln, und sie durch den Prozess der Selbstbefreiung zu führen.

    Ein wichtiger Punkt in der buddhistischen Praxis ist auch die Vorstellung, dass Erleuchtung nicht dasselbe ist wie Perfektion im alltäglichen Leben. Ein Lehrer, der als erleuchtet oder weise gilt, ist jemand, der tiefes Verständnis für die Natur des Lebens und des Leidens erlangt hat. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieser Mensch in jeder Lebenslage perfekt reagiert oder keine menschlichen Schwächen zeigt. Ein erleuchteter Lehrer wird jedoch oft über eine besondere Fähigkeit verfügen, mit diesen Schwächen umzugehen und sich auf dem Weg zur Befreiung immer wieder zu reflektieren.

    Zusätzlich dazu wird im Buddhismus oft betont, dass der wahre Lehrer nicht der Mensch selbst ist, sondern die Lehre (das Dharma), die er vermittelt. Ein Lehrer ist lediglich ein Kanal, durch den das Dharma weitergegeben wird. Diese Perspektive erlaubt es den Schülern, sich weniger an der Fehlerhaftigkeit des Lehrers zu orientieren und stattdessen den Fokus auf die Praxis und die Prinzipien des Buddhismus zu legen.

    In einigen buddhistischen Traditionen gibt es auch die Idee des "lebenden Buddha" oder "Vajra-Meisters", die als besonders erleuchtet gelten. Diese Lehrer werden als Verkörperungen des höchsten Wissens und Mitgefühls gesehen, aber auch sie sind nicht vor menschlichen Fehlern gefeit. Die Verehrung eines solchen Lehrers wird nicht als unkritische Anbetung verstanden, sondern als eine Form der Anerkennung der Weisheit und des Mitgefühls, das diese Lehrer verkörpern. Schüler werden ermutigt, von diesen Lehrern zu lernen, aber auch ihren eigenen Weg zu gehen und ihre eigene Erfahrung zu entwickeln.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass buddhistische Lehrer in der Regel außergewöhnliche Menschen sind, die eine tiefe Weisheit und Erfahrung besitzen, aber dennoch menschliche Fehler und Unvollkommenheiten haben. Die Praxis des Buddhismus fordert uns auf, die Realität der Unvollkommenheit zu akzeptieren und uns selbst und andere nicht aufgrund von Fehlern oder Schwächen zu verurteilen, sondern in der ständigen Bemühung nach Einsicht und Befreiung zu unterstützen. Die Lehren des Buddhismus und die Praxis des Mitgefühls bieten dabei einen Rahmen, in dem Lehrer und Schüler gemeinsam wachsen können, ohne die Menschlichkeit des Lehrers zu idealisieren oder zu entmenschlichen.

    Wenn buddhistische Lehrer, oder generell religiöse und spirituelle Führer, Schüler manipulieren oder missbrauchen, handelt es sich um schwerwiegende und inakzeptable Vergehen, die im Widerspruch zu den ethischen Prinzipien des Buddhismus und dem Stearecht stehen. Der Buddhismus, wie viele andere spirituelle Traditionen, lehrt Mitgefühl, Achtsamkeit und das Streben nach Weisheit und Befreiung. Missbrauch – sei es emotional, physisch oder sexuell – verletzt diese grundlegenden Werte und stellt eine Verletzung des Vertrauens dar, das Schüler in ihre Lehrer setzen.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 1. April 2025 um 06:35

    Ich habe noch mal darüber nachgedacht und komme für mich, wenn ich jetzt mal Theravada und den tibetischen Buddhismus vergleiche, zu folgendem Schluss - nicht nur bezogen auf die Wiedergeburt - sondern allgemeiner.

    Wäre es richtig, wenn jetzt mal Theravada und den tibetischen Buddhismus vergleiche, folgendes anzunehmen:

    Theravada bleibt in seiner Essenz der Lehre des Buddha treu, da es die ursprünglichen Schriften des Pali-Kanons als maßgeblich ansieht. Allerdings gibt es im Laufe der Zeit Interpretationen und Ergänzungen, die vor allem als kulturelle und kontextuelle Anpassungen oder als vertiefte Auslegungen der ursprünglichen Lehren betrachtet werden. Diese „Hinzufügungen“ betreffen hauptsächlich die Praxis und die Vermittlung der Lehren, nicht jedoch die grundlegenden Prinzipien des Buddhismus. So bleibt der Theravada-Buddhismus eine lebendige Tradition, die sowohl mit der Vergangenheit verwurzelt ist als auch in der Lage ist, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.

    Der tibetische Buddhismus entstand erst Jahrhunderte nach dem Tod des Buddha und wurde im 7. Jahrhundert n. Chr. nach Tibet gebracht. Er integrierte viele Elemente des indischen Buddhismus, aber auch vor-buddhistische tibetische Praktiken und Vorstellungen. Der tibetische Buddhismus umfasst vier Hauptschulen: Nyingma, Kagyu, Sakya und Gelug. Jede dieser Schulen hat ihren eigenen Ansatz und ihre eigene Interpretation der Lehren Buddhas, aber sie teilen viele grundlegende Prinzipien. Im tibetischen Buddhismus gibt es zahlreiche Elemente, die als „hinzugefügt“ oder als Weiterentwicklungen im Vergleich zu den frühen Lehren Buddhas verstanden werden können. Eine der auffälligsten dieser Ergänzungen ist die Ausweitung der buddhistischen Praxis durch tantrische Rituale und mystische Praktiken. Diese tantrischen Elemente, die sich auf die Verehrung von Gottheiten, Visualisierungen und Meditationstechniken stützen, spielen im tibetischen Buddhismus eine zentrale Rolle. Diese Praktiken sind weitgehend auf den tantrischen Buddhismus zurückzuführen, der später in Indien und Tibet entstand. Das tantrische System im tibetischen Buddhismus ist nicht in den ursprünglichen Lehren des Buddha enthalten, sondern stellt eine spätere Entwicklung dar. Tantrische Praktiken beinhalten komplexe Meditationstechniken, die den Körper und Geist vereinen, um spirituelle Einsichten zu erlangen und letztlich die Erleuchtung zu erreichen. Tantras wurden als Schriften verfasst, die nicht nur die philosophische Bedeutung der Lehren des Buddha weitergibt, sondern auch detaillierte Anweisungen zur Durchführung von Ritualen und Meditationen enthalten. Tantra ist eine Form der esoterischen Lehre, die als „höhere Praxis“ im Buddhismus angesehen wird und in der Regel nicht an alle Gläubigen weitergegeben wird, sondern nur an diejenigen, die als geeignet angesehen werden. Die Praxis umfasst komplexe Symbole, Meditationen und Rituale, die als Mittel zur Beschleunigung des spirituellen Fortschritts dienen. Solche Praktiken sind ein markanter Unterschied zu den eher minimalistischeren und pragmatischen Lehren des frühen Buddhismus.

    Ein weiteres Merkmal des tibetischen Buddhismus ist die Betonung auf die Verehrung von Bodhisattvas. Im tibetischen Buddhismus werden Bodhisattvas als erleuchtete Wesen verehrt, die darauf verzichten, in das Nirwana einzugehen, um allen fühlenden Wesen zu helfen. Diese Praxis der Verehrung und Fürsprache von Bodhisattvas hat sich aus den frühen Mahayana-Lehren entwickelt, die sich später in Tibet verbreiteten. Im traditionellen Theravada-Buddhismus wird der Fokus eher auf die eigene Erleuchtung gelegt, während im Mahayana und tibetischen Buddhismus der Altruismus und das Streben nach der Erleuchtung für das Wohl aller Wesen im Mittelpunkt stehen.

    Ein weiterer bedeutender Unterschied zwischen tibetischem Buddhismus und der ursprünglichen buddhistischen Lehre ist die Rolle des Lamas. Im tibetischen Buddhismus sind Lamas spirituelle Lehrer, die eine zentrale Rolle bei der Führung und Anleitung der Gläubigen spielen. Das Konzept des Lamas, das eine Art spirituelle Autorität innerhalb der Gemeinschaft darstellt, hat keine Entsprechung im frühen Buddhismus. Während der Buddha selbst als Lehrer und Wegweiser fungierte, lag die Verantwortung für das Lehren und das Praktizieren der Lehre meist bei den Mönchen oder in späteren Traditionen bei den Sanghas (Gemeinschaften).

    Die philosophischen Hinzufügungen im tibetischen Buddhismus können als eine Weiterentwicklung und Erweiterung der ursprünglichen Lehre betrachtet werden, die im Kontext des kulturellen und historischen Umfelds Tibet’s entstanden sind. Die Praxis des tibetischen Buddhismus kann als eine Synthese aus den ursprünglichen Lehren und späteren Entwicklungen verstanden werden, die sowohl der ursprünglichen Botschaft des Buddha treu bleibt, als auch die Bedürfnisse und spirituellen Herausforderungen der Menschen in einer sich wandelnden Welt berücksichtigt.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 31. März 2025 um 20:16

    Ist das so richtig?

    Samadhi und Befreiung von den Schleiern: Samadhi ist ein Zustand tiefen meditativen Einsseins, der mit einer Erfahrung von innerer Stille und Einheit verbunden ist. In vielen spirituellen Traditionen, insbesondere im Buddhismus und im Yoga, bezieht sich Samadhi auf einen Zustand, in dem der Meditierende von den weltlichen Ablenkungen (den „Schleiern“) befreit wird und ein tiefes Verständnis der Realität erlangt. Die Vorstellung, dass in Samadhi die „ursprüngliche Existenz an sich“ erfahren wird, bezieht sich auf einen Zustand des Einsseins mit der universellen Wahrheit oder dem unmanifestierten Bewusstsein, das unabhängig von individuellen Konzepten und Identitäten existiert.

    Jhanas: Jhanas sind meditative Zustände im Buddhismus, die tiefere und intensivere Erfahrungen von Konzentration und Glückseligkeit beschreiben. Es wird oft gesagt, dass in den höchsten Zuständen von Samadhi die Erfahrung der Jhanas überwunden wird, sodass der Meditierende die wahre Natur des Bewusstseins direkt erfährt, frei von allen mentalen und emotionalen Filtern, die durch die Jhanas erzeugt werden könnten. Die Aussage, dass „die Schleier der Jhanas“ in Samadhi überwunden werden, könnte daher als zutreffend angesehen werden, wenn man davon ausgeht, dass diese Zustände schließlich transzendiert werden.

    Das unsterbliche Bewusstsein ohne Selbst: Die Idee, dass Samadhi eine Erfahrung des „unsterblichen Bewusstseins ohne Selbst“ ist, lässt sich mit vielen spirituellen Traditionen in Einklang bringen, insbesondere mit dem buddhistischen Konzept des „Nicht-Selbst“ (Anatta). In diesem Zustand soll der Meditierende die Erfahrung von Bewusstsein ohne das „Ich“-Konzept machen, was zu einer Einsicht in die wahre, unsterbliche Natur des Seins führen kann.

    Wiedergeburt als konkrete Erfahrung im Bewusstsein: Dies ist der umstrittenste Teil der Aussage. Die Vorstellung von „Wiedergeburt“ in vielen spirituellen Traditionen bezieht sich auf den Zyklus von Geburt, Tod und Wiedergeburt als fortlaufenden Prozess. In einem tiefen Zustand wie Samadhi könnte der Meditierende eine Erfahrung von Karma und der Kontinuität des Bewusstseins in verschiedenen Lebensformen oder auf verschiedenen Ebenen der Existenz haben, was als „Wiedergeburt“ erlebt werden könnte. Im Buddhismus etwa wird „Wiedergeburt“ weniger als ein konkretes, wiederholtes Geborenwerden eines „Selbst“ verstanden, sondern als ein fortwährender Prozess von Veränderung und Bedingungseinflüssen. Daher könnte die „Wiedergeburt“ in diesem Zusammenhang eher metaphorisch gemeint sein, als eine konkrete Erfahrung, die im Bewusstsein auftaucht, aber nicht unbedingt in der gleichen Weise, wie wir es aus alltäglichen Vorstellungen von Leben und Tod verstehen.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 31. März 2025 um 14:12
    Igor07:
    void:

    Der Unterschied ist doch der Begriff des Bewußtseins ( viññāṇa, vijñāna)

    Nein, bei Buddhadasa bestimmt nicht in diesem Sinne, wie es nur die Geist-Schule erklärt.

    Das Bewusstsein entsteht bei ihm – wie alle Khandha – tausendmal pro Tag. Über die Wiedergeburt sagt er null Komma null. Das Wichtigste für ihn ist die bedingte Entstehung, also diese Kette zu unterbrechen. Und es heißt bei diesem Autor: ohne „Ich“ und „Mein“, also keine Identifikationen mehr. Das ist der Kern dessen, was er lehrt. Mit dem traditionellen Theravada-Buddhismus sowie dem tibetischen Buddhismus, egal welcher Richtung, hat das nichts zu tun.

    So :

    [lz]

    Was die Lehre der Reinkarnation anbelangt, so gibt es sie in der buddhistischen Lehre nicht, oder genauer, es handelt sich dabei nicht um eine echte buddhis-tische Lehre, weil sie mit der vorupanishadischen kamma-Lehre verbunden ist. Zu dieser Zeit lehrte man, dass Lebewesen ständig sterben und wiedergeboren werden, dass es eine ewige Seele gibt, die fortwährend in Samsara, dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, kreist und dass sie dabei eine Vielzahl von Bestimmungsorten (unterschiedlich, je nach Lehrmeinung), entsprechend der guten und schlechten Taten des Individuums durchwandert. Es ist absurd zu behaupten, dass es sich dabei um eine buddhistische Lehre handelt.

    [/lz]


    Sehr klare Positionierung, scheint mir.

    Auch das Konzept von Karma verneint er:

    [lz]

    Zwar spricht der Buddhismus in der Tat von kamma, aber sein Zweck ist es, über diese Lehre hinauszugehen; zu zeigen, dass die Früchte von kamma maya - substanzlos - sind und weiter, dass es eine dritte Kategorie von Handlungen gibt, welche die Schubkraft der guten und schlechten Taten neutralisieren können, so dass man über oder jenseits von kamma leben kann. Diese dritte Art von Handlungen ist die Praxis, die zu Nibbāna führt. Dies also ist die wahre buddhistische Lehre von kamma, weil das Ziel des Buddhismus darin besteht, die Menschen aus der Knechtschaft von kamma zu befreien.

    [/lz][lz]

    Die Lehre des Buddha zu verbreiten heißt also, die Wahrheit zu verbreiten, dass es so etwas wie „Ich“ oder „Mein“ nicht gibt und dass sich Geburt und Tod allein auf ein vermeintliches „Selbst“ beziehen. Wenn man diese Wahrheit durchdrungen hat, hören die Probleme von Geburt, Alter, Krankheit, Tod und Samsara sofort auf.

    [/lz]

    Also, ohne „Ich“ kein Problem – Anatta. Das ist seine Lehre. Ich hänge die Datei an.


    AUF DEN PUNKT GEBRACHT Texte zu „Ich-und-Mein“ von Buddhadāsa Bhikkhu BGM 2015

    Alles anzeigen

    Wenn ich das zusammenfassend richtig verstanden haben: Buddhadasa betonte, dass die Begriffe "Ich" (atta) und "Mein" (mama) nicht als feste, unveränderliche Entitäten betrachtet werden sollten. Er argumentierte, dass die Identifikation mit einem permanenten Selbst zu Leiden führt, da sie die Vergänglichkeit und die wahre Natur des Daseins verleugnet. In seiner Sichtweise entstehen die Vorstellungen von "Ich" und "Mein" durch den Prozess des Abgreifens, bei dem das Bewusstsein an bestimmte Wahrnehmungen und Gefühle haftet. Dieses Anhaften führt zur Entstehung des "Ich"-Gefühls, das jedoch in Wirklichkeit keine feste Grundlage hat. Durch die Erkenntnis der Nicht-Selbst-Natur (Anatta) und das Loslassen dieser Anhaftungen kann man zur Befreiung (Nibbana) gelangen. In Bezug auf die Wiedergeburt vertrat Buddhadasa doch immer eine unorthodoxe Auffassung, die von der traditionellen Vorstellung einer unsterblichen Seele oder eines permanenten Selbst abweicht. Er betrachtete die Wiedergeburt als einen fortlaufenden Prozess der Entstehung und des Vergehens von Bewusstseinsmomenten, die durch das Gesetz des Karmas miteinander verbunden sind. Seiner Ansicht nach gibt es keine konstante Entität, die von einem Leben zum nächsten übergeht. Vielmehr ist es das Karmische Potenzial, das bestimmte Tendenzen und Neigungen beeinflusst, die in verschiedenen Daseinsformen zum Ausdruck kommen. Diese Sichtweise betont die Kontinuität des Karmas und der mentalen Prozesse, ohne die Notwendigkeit einer permanenten Seele oder eines festen Selbst.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 31. März 2025 um 14:01
    void:

    Der Unterschied ist doch der Begriff des Bewußtseins ( viññāṇa, vijñāna)

    Und da ist der Unterschied der zwischen der klassischen Sicht in der viññāṇa eines der khanda ist, also etwas Temporäres und Vergängliches und der Sicht des Vijñānavāda von Ansanga und Vasubandhu:

    Wikipedia:

    Nach der Lehre des Vijñānavāda bestehen alle Dinge nicht im Sinn manifester Wirklichkeit, sondern nur als geistige Phänomene des Bewusstseins (vijñāna)

    Indem die subjektive/geistige Warte als etwas Grundsätzliches gesehen wird, gelangt man neben dem normalen Bewußtseins zu einer Art grundsätzlichen ( aber nicht individuellen) Bewußtseins - gleich dem leeren Raum ( siehe auch Speicherbewußtsein )

    Auch wenn die Vijñānavāda Schule selber unwichtiger wurde ( in Japan gibt es noch die Hossō-shū ) hatte sie großen Einfluß.

    In der klassischen buddhistischen Lehre wird viññāṇa als eines der fünf Skandhas (Khandha) betrachtet, die die menschliche Existenz ausmachen. Diese Sichtweise betont, dass das Bewusstsein temporär und vergänglich ist. Dies könnte als Argument gegen die Idee der Reinkarnation interpretiert werden, da es nahelegt, dass das individuelle Bewusstsein nicht dauerhaft ist und somit nicht in einem neuen Körper wiedergeboren werden kann. Die Vijñānavāda-Schule, vertreten durch Ansanga und Vasubandhu, argumentiert, dass alle Dinge nur als geistige Phänomene des Bewusstseins existieren. Diese Sichtweise könnte darauf hindeuten, dass die materielle Welt und die individuelle Identität nicht die ultimative Realität sind. Wenn alles nur im Bewusstsein existiert, könnte man argumentieren, dass die Vorstellung von individueller Wiedergeburt irrelevant ist, da es kein festes, individuelles Selbst gibt, das wiedergeboren werden könnte. Das Konzept des Speicherbewusstseins (alayavijñāna) in der Vijñānavāda-Lehre könnte als Argument gegen die Reinkarnation verwendet werden. Wenn das Speicherbewusstsein als eine Art kollektives oder universelles Bewusstsein betrachtet wird, könnte man argumentieren, dass individuelle Erfahrungen und Identitäten nicht in einem neuen Leben fortbestehen, sondern vielmehr in einem größeren, gemeinsamen Bewusstsein aufgehen.

    Im tibetischen Buddhismus wird die Wiedergeburt als ein fortlaufender Zyklus von Geburt, Tod und Wiedergeburt verstanden, der als Samsara bezeichnet wird. Dieser Zyklus ist geprägt von Leiden und Unwissenheit, und das Ziel des Buddhismus ist es, aus diesem Kreislauf auszubrechen und Nirvana zu erreichen, einen Zustand der Befreiung und des inneren Friedens. Zudem ist doch ein zentrales Konzept, das die Idee der Wiedergeburt stützt, das Karma. Karma bezieht sich auf die Handlungen eines Individuums und deren Konsequenzen. Gute Taten führen zu positiven Ergebnissen, während schlechte Taten negative Folgen haben. Diese karmischen Handlungen beeinflussen die Umstände der nächsten Wiedergeburt. Das Verständnis von Karma ist entscheidend, da es den Menschen Verantwortung für ihr Handeln gibt und sie motiviert, ethisch zu leben. Das Bewusstsein wird als etwas betrachtet, das über den physischen Tod hinaus existiert. Es wird angenommen, dass das Bewusstsein nach dem Tod in einen neuen Körper übergeht, basierend auf den karmischen Verdiensten und dem geistigen Zustand des Individuums. Diese Sichtweise wird durch die Lehren des Bardo unterstützt, einem Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt, in dem das Bewusstsein die Möglichkeit hat, sich zu orientieren und die nächste Geburt zu wählen. Die Lehren der Lamas und der tibetischen Meister, wie Padmasambhava und Tsongkhapa, haben die Vorstellung von Wiedergeburt und Reinkarnation weiter gefestigt. Diese Lehrer betonen die Bedeutung der spirituellen Praxis, um das Bewusstsein zu reinigen und sich auf die nächste Wiedergeburt vorzubereiten. Die Idee der Wiedergeburt kann als widersprüchlich angesehen werden, wenn man sie mit den buddhistischen Lehren von "Anatta" (Nicht-Selbst) kombiniert. Anatta lehrt, dass es keine permanente, unveränderliche "Ich"-Essenz gibt. Wenn es jedoch kein festes "Selbst" gibt, stellt sich die Frage, wie genau etwas von einem Leben ins nächste übergehen kann, ohne eine konstante Entität zu haben, die sich fortsetzt.

  • Wiedergeburt im Buddhismus

    • ThoH
    • 31. März 2025 um 09:17

    FRAGE ZUR WIEDERGEBURT IM BUDDHISMUS


    Im Text „ANATTA¯ UND WIEDERGEBURT“ von Buddhadasa wird die zentrale buddhistische Lehre des Anatta, also des Nicht-Selbst, behandelt. Buddhadasa argumentiert, dass die Vorstellung eines festen „Ichs“ oder „Selbst“ (atta) im Buddhismus nicht existiert. Er stellt die Frage: „Wenn es kein atta gibt, was oder wer wird dann wiedergeboren?“ und bezeichnet diese Frage als absurd. Seiner Ansicht nach ist die Idee einer Wiedergeburt, die auf einem unveränderlichen Selbst basiert, nicht mit den grundlegenden Lehren des Buddhismus vereinbar. Wenn es hier und jetzt kein festes Selbst gibt, kann es auch niemanden geben, der wiedergeboren wird. Stattdessen beschreibt er, dass es ständig Veränderungen und Geburten von verschiedenen Phänomenen (na-ma-ru-pa; khandha; dha-tus) gibt, die jedoch nicht mit der Vorstellung einer Reinkarnation eines „Ichs“ oder einer Person verbunden sind.

    Im Gegensatz dazu vertritt der tibetische Buddhismus eine andere Sichtweise. Hier wird die Lehre von der Wiedergeburt als ein Kontinuum des Bewusstseins verstanden. Das Bewusstsein wird als etwas betrachtet, das über verschiedene Leben hinweg fortbesteht und sich in einem ständigen Fluss befindet. Diese Sichtweise impliziert, dass es tiefere Schichten des Gewahrseins gibt, die nicht an ein festes Selbst gebunden sind, sondern dennoch eine Art von Kontinuität und Identität über verschiedene Inkarnationen hinweg ermöglichen.

    Wie erklärt Buddhadasa in seinem Text die Abwesenheit eines ‚Ichs‘ oder ‚Selbst‘ in Bezug auf die Wiedergeburt, und wie steht diese Sichtweise im Kontrast zur tibetischen Auffassung von Reinkarnation als Kontinuum des Bewusstseins?

    VG Thomas

  • Moment bin ich verwirrt

    • ThoH
    • 19. März 2025 um 11:51
    pano:

    Magst du beschreiben was du dir vom tibetischen Buddhismus versprichst? Vielleicht hilft das beim beantworten.

    Ich bin nicht festgelegt oder verspreche mir etwas, vielmehr würde ich es als Orientiertung, Interesse beschreiben.

  • Moment bin ich verwirrt

    • ThoH
    • 19. März 2025 um 09:25

    Hallo zusammen,

    ich interessiere mich schon länger für den Buddhismus, insbesondere den tibetischen Buddhismus. In meiner Recherche bin ich auf die Neue Kadampa Tradition (NKT) gestoßen, die ja als eine Richtung des tibetischen Buddhismus auch im Westen sehr präsent ist. Allerdings habe ich auch von Kritik gehört, dass diese Tradition als "Sekte" bezeichnet wird und es Missbrauchsvorwürfe gibt.

    Da ich momentan ziemlich verwirrt und unsicher bin, würde ich gerne wissen:

    • Wie seht ihr die Neue Kadampa Tradition im Vergleich zu anderen tibetischen Schulen?
    • Gibt es bestimmte Aspekte dieser Tradition, die für westliche Praktizierende besonders hilfreich sein können?
    • Wie geht man am besten mit den negativen Berichterstattungen über diese Tradition um?
    • Welche anderen tibetischen buddhistischen Richtungen würdet ihr empfehlen, wenn man sich im Westen einen klaren und gesunderen Weg suchen möchte?

    Ich freue mich über eure Erfahrungen und Perspektiven!

  • Zitatesammlung – Nydahl und der Islam

    • ThoH
    • 8. November 2018 um 11:35

    Ich weiß, dass ich mich aus dem Forum verabschiedet habe und habe eben einfach mal reingeschaut. Das Forum lässt mich noch nicht los, ich hafte immer noch an J

    Und es hat mich sehr tief berührt einen Beitrag zu lesen „Zitatesammlung – Nydahl und der Islam“. Ich bin kein Anhänger von H. Nydahl, aber dennoch stellte sich mir die Frage, aus welchen Gründen immer wieder verschiedene Aspekte diesbezüglich in den Vordergrund gerückt werden.

    Eingangs zu diesem Thread wurde geschrieben: „Wer sich immer schon gefragt hat, warum sich so viele Budhisten an Nydahl und dem Diamantweg stoßen, der kann hier nachlesen, was Nydahl zum Thema Islam sagt und sich seine eigene Meinung bilden: …“.

    Ist es tatsächlich unsere Aufgabe, konkret von uns allen, die in Unwissenheit leben und manchmal dem Fehlverständnis aufsitzen, dass wir Weisheit und Wissen hätten, darüber zu befinden?

    Um wie viel wichtiger ist es, dass wir selbst achtsamer gegenüber unseren eigenen Umständen unseres Lebens praktizieren? Zum Beispiel darüber was Unbeständigkeit oder Leerheit oder unser Tod bedeutet. Das sind doch die grundlegenden Dinge des Lebens denen wir mehr Gewahrsein gegenüber entwickeln müssen. Die bloße Sicht auf andere Menschen, in einer Art „Kontrolle“ oder der Möglichkeit des „Kritisierens“ oder was auch immer, führt doch zu weiteren störenden Gedanken in unserem eigenen Leben und damit folglich auch übertragend auf der Leben der anderen Menschen. Dies wird nicht zur Ruhe, Ausgeglichenheit und Geduld führen, ebenso wenig zu Mitgefühl. Vielmehr führt dies zur Unzufriedenheit und zu weiteren Problemen.

    Unsere eigene Achtsamkeit auf die Unbeständigkeit aller Phänomene unseres eigenen Lebens und auch der anderer Lebewesen, lässt eindeutig den Schluss zu, dass wir in dieser Weise gleich sind. Ebenso darauf bezogen, dass alle Lebewesen glücklich sein wollen.

    Die Wurzel allen Übels ist die Unwissenheit, in diesem Spinnennetz sind wir doch alle gefangen, selbst wenn wir davon überzeugt sein mögen, die Gefangenschaft darin wäre allein schon deshalb beendet, weil wir Buddhisten sind. Das ist eine völlig falsche Sichtweise.

    Dazu gehört auch dies: Unwissenheit führt gleichsam dazu, dass Lebewesen dazu geneigt sind, sich über andere erheben zu wollen, weil wir zu Stolz und Überheblichkeit neigen.

    Wir sollten schon deshalb nicht stolz und überheblich sein, weil alle Lebewesen aus Unwissenheit heraus Dinge tun und sagen, die unheilsam sind. Auf die eine oder andere Art und Weise.

    Da wir alle davon nicht befreit sind, ist es umso wichtiger und vernünftiger, mitfühlend und gleichmütig zu sein, insbesondere aus Liebe für die anderen Wesen zu agieren.

    Und dies nicht nur den Buddhisten gegenüber, sondern allen Menschen, ohne Unterschied hinsichtlich der Religion, Hautfarbe usw.!

  • Was mir noch auf dem Herzen liegt!

    • ThoH
    • 6. November 2018 um 17:10

    Ich möchte zum Abschluss Euch noch etwas mitteilen, dass mir auf dem Herzen liegt.

    Es wurde von mir in aller Eile geschrieben, deshalb bitte ich nicht zu sehr auf die Grammatik und Schreibfehler zu achten. Danke!


    Ich möchte mit einem wunderschönen Zitat einsteigen, von einem großen ZEN-Meister, Kodo Sawaki:

    „Alle stellen sich vor, dass ihr ICH etwas Unveränderliches sei. Kurz: Der unbewegliche Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Es gab da einmal einen Mann, der sagte: "Seht nur, alles stirbt, bloß ich nicht!" Inzwischen ist er selbst längst tot.“

    Sehen wir uns nicht alle so? Alles etwas, dass beständig ist und sich nicht wandelt und wir darauf tatsächlich, ernsthaft vertrauen! Wie dumm ist es, so etwas überhaupt anzunehmen? Daraus ergeben sich doch mehr Schwierigkeiten, als wenn wir uns von diesem ICH fortbewegen, es einfach mal zur Seite schieben und links liegen lassen, vielleicht machen wir es einmal ganz klein, so klein, dass wir es aus den Augen verlieren, es ganz einfach übersehen. Denn letzten Endes ist dieses ICH schon längst tot, bevor wir es nur auch annähernd selbst merken. Wir dumm sind wir, dass darauf überhaupt vertrauen?

    Dennoch erscheint es mir nicht unwichtig, da wir uns nun einmal nicht „in Luft auflösen können“, dass wir uns selbst ein treuer und ehrlicher Beobachter sind.

    Ajahn Cha, hat folgendes gesagt:

    "Ihr müsst euch selbst erforschen. Erkennt, wer ihr seid. Lernt euren Körper und Geist kennen, indem ihr einfach beobachtet. Kennt eure Grenzen beim Sitzen, Schlafen und Essen. Wendet Weisheit an. Die Übung besteht darin, nicht zu versuchen, irgendetwas erreichen zu wollen. Seid euch nur dessen bewusst, was ist. Unsere ganze Meditation ist nur ein unmittelbares Anschauen des Geistes. Ihr werdet das Leiden erkennen, seine Ursache und das Ende. Aber ihr müsst Geduld haben – viel Geduld und Ausdauer. Nach und nach werdet ihr lernen. Buddha lehrte seine Schüler, mindestens fünf Jahre bei einem Lehrer zu bleiben. Ihr müßt den Wert des Gebens, der Geduld und Hingabe lernen.

    Übe nicht zu streng. Verliert euch nicht in Äußerlichkeiten. Andere zu beobachten ist schlechte Übung. Seid ganz einfach natürlich und seht euch dabei zu. … Beurteilt deshalb andere Menschen nicht. Es herrscht eben eine große Vielfalt. Kein Grund, sich die Last aufzubinden, alle ändern zu wollen.“

    Ein sehr wichtiger Aspekt, die Geduld. Wer hat schon eine unendliche Geduld? Ich meine, dass wir mit unser selbst vielleicht vielmehr Geduld haben, als mit anderen Menschen. Sogar unendliche Geduld. Wir beobachten andere, schauen auf deren Tun oder Unterlassen, was sie sagen, wie es sagen usw. Daraus ziehen wir dann messerscharf Rückschlüsse auf deren Charakter. Diesem Verhalten fehlen die Einfachheit und die Natürlichkeit. Es ist ein egoistisches Verhalten, weil wir damit nur unser Selbst auf andere projizieren. Deshalb: erforscht Euch selbst, schaut auf Euch, in Euch, auf Euer Tun und Unterlassen. Schaut genau hin! Das ist wichtig und nicht auf andere zu schauen. Denn das ist die Last, die Euch selbst beugt. Macht Euch nicht länger etwas vor, beugt Euch nicht selbst und beugt niemand anderen! Baut Euer Ego ab!

    „Wenn wir Liebe und Mitgefühl entwickeln wollen, müssen wir gleichzeitig unsere schädlichen Instinkte abbauen.“ (Dalai Lama)

    Um eine solchen Weg zu gehen, nicht mehr zu sehr auf andere, vielleicht argwöhnisch zu schauen, bedarf es einer Veränderung unserer Gesinnung, dem tiefen Wunsch anderen Menschen mit Liebe zu begegnen. Dafür müssen wir auch uns gegenüber einer uneigennützigen Selbstliebe entwickeln, von der wir anderen liebevoll begegnen.

    Der „schädlichen Instinkte“ abzubauen bedarf deshalb, als einer wichtigen Grundlage. Jedes schadhafte Denken und Handeln verführen uns selbst. Sie treiben uns hinein in den Egoismus, die Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, den Argwohn, die ständige Suche danach, wo wir etwas Fehlerhaftes beim Anderen entdecken können.

    Löst Euch von Eurer Bindung an das ICH, von diesem illusorischen Selbst, dem Schein der angeblichen Wahrheit, der Dummheit des Anklammerns. Entwickelt Geduld, Liebe und Mitgefühl. Seid bemüht den anderen stets hilfreich, ohne der Erwartung der Anerkennung, zur Seite zu stehen. Macht es aus Liebe und nicht wegen irgendeiner Anerkennung.

    Befreit Euch von dieser Last, die Euch niederbeugt, geht aufrecht, aber ehrlich – und nur aus Mitgefühl.

    DANKE!

  • Fernstudium des tibetischen Zentrum HH - Grundstudium

    • ThoH
    • 5. November 2018 um 12:56

    im tibetischen Zentrum kannst du das Studium als Fernstudium machen.

  • OT: Fernstudium des tibetischen Zentrum HH [Allgemeine Kritik]

    • ThoH
    • 4. November 2018 um 17:28

    Kilaya, es ist sehr auffällig, dass Pops sehr auf verbalem Konfrontationskurs ist. Ich finde es

    sehr bedauerlich, wobei ich konstruktive Kritik immer gut und nützlich finde.

    Pops, vielleicht ist es dir möglich mal darüber nachzudenken, was einige versuchen dir zu sagen!!!!

    Möglicherweise bist du, Pops, auch sehr unsicher?! Denn oftmals zeigen verunsicherte Menschen eine verbale Kommunikation, wie du sie führst!

    Es würde mich mal interessieren, wie du ausserhalb der Schutzzone und der Anonymität des Forums so bist! Wäre echt spannend.

    Ich meine deine Art der Kommunikation, wie du sie hier führst ergibt sich einfach, dass du anonym bleibst und fühlst dich so sicher.

  • Wiedergeburt im Vajrayana

    • ThoH
    • 3. November 2018 um 18:11

    durch die Trennung von Körper und Geist (Bewusstsein). Wir erleben das Selbst als Illusion aus Unwissenheit. Dieses Selbst ist leer von inhärenter Existenz. Dieses angeblich beständige Selbst oder Ich, in Verbindung mit der Trennung von Körper und Geist, ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein unzerstörbarer und unbegrenzter Strom von Bewusstsein.

  • SelbstLiebe & SelbstAnnahme im Buddhismus

    • ThoH
    • 3. November 2018 um 10:40

    ... und auch sich selbst klar machen, dass wir ein einzelner Mensch sind, im Vergleich zu der Vielzahl der übrigen Wesen, die genauso nach Glück streben wie wir selbst. Ausgehend von unserem Verständnis aller Vergänglichkeit und Erkenntnis der Leiden im Daseinskreislauf fühlen wir mit anderen Wesen, nachdem wir unsere eigene Vergänglichkeit und die aller realisiert haben. Wir möchten dann die Befreiung aller Wesen mitbewirken, indem wir Boddhicitta erreichen möchten, zum Wohle aller Wesen.

  • SelbstLiebe & SelbstAnnahme im Buddhismus

    • ThoH
    • 3. November 2018 um 09:39

    ja, Mukti, Mitgefühl ist sehr, sehr wichtig.

  • MITGEFÜHL

    • ThoH
    • 3. November 2018 um 09:01

    Unser Leben ist darauf ausgerichtet, dass wir Leiden vermeiden möchten und nach Glück streben. Wir sind fühlende Wesen, so dass wir den ausdrücklichen Wunsch haben, unser Leben und unsere Existenz zu schützen. Den Sinn unseres Lebens definieren wir damit, ganz einfach glücklich sein zu wollen. Unsere Hoffnung dahingehend, dass wie das Ziel des Glücklichseins verfolgen, gibt es uns einerseits Kraft, kann aber auch dazu führen, wenn wir unglücklich sind, dass wir hoffnungslos werden können und sogar resignieren.

    Je mehr wir uns unglücklich fühlen, desto mehr Unzufriedenheit kommt in uns auf. Wir fühlen uns zunehmend unwohl und leiden.

    Oftmals denken wir, dass uns der materielle Wohlstand glücklich macht. Wir entwickeln Begierden, wir wollen etwas haben oder haften an Dingen an, die wir für wichtig und wertvoll erachten. Damit verbunden ist einzig und alleine die Vorstellung, dass wir mit dem materiellen Wohlstand unser Glück verbinden.

    Wie oft haben wir es selbst schon erfahren, dass wir etwas bekommen haben das wir begehrt haben. Nach einiger Zeit haben wir festgestellt, dass das ersehnte, langfristige Glück sich nicht eingestellt hat, sondern nach und nach sich verwandelt hat in Unzufriedenheit, weil das Objekt der Begierde sich nicht als glücksbringend erwiesen hat.

    Es ist schier unmöglich geistiges Glück auf lange Sicht zu erleben, wenn ständig neue Begierde entwickeln, um etwas zu bekommen und meinen, daraus entsteht dauerhaftes Glück. Oftmals entsteht daraus sogar Unzufriedenheit, Unruhe, manchmal sogar Wut und Hass.

    Wir haben tastsächlich, gefangen im Daseinskreislauf, die Situationen der Leiden zu meistern. Immer und immer wieder werden wir mit Schwierigkeiten und Problemen konfrontiert. Wer von uns möchte schon Probleme haben? Wohl niemand. Aber, es ist nun einmal so, dass im Leben mit Leiden ständig konfrontiert werden. Das ist eine Tatsache. Sie betreffen sowohl unseren Körper als auch unseren Geist.

    Beginnend mit unserer Geburt, über das Älterwerden, das Kranksein und hin bis zum unweigerlichen Tod, werden immer wieder Leiden auftauchen. Leiden, sie oftmals durch unser körperliches und geistiges Handeln oder Unterlassen entstehen.

    Wichtig zu erkennen ist, dass der Ursache-Wirkungsmechanismus – das sogenannte Abhängige Entstehen, die wechselseitigen Abhängigkeit, so genau beschreibt.

    Möchte ich glücklich sein, so hängt dies von Ursachen ab. Demzufolge ist es wichtig, dass ich selbst für die notwendigen Ursachen sorge, die zu Glück führen.

    Wenn ich anderen Menschen durch Worte oder Handeln Schaden zufüge, so führt dies zu Unglück, bei uns und bei anderen.

    Da wir in einer menschlichen Gemeinschaft leben und wir alle glücklich sein möchten, wäre es ganz sicher sehr schädlich, wenn wir uns gegenseitig Schaden zufügen. Denn unheilsamen Handlungen (Schaden zufügen) ist der Grundlage für einen schädlichen Samen, den wir selbst zunächst in uns anlegen, aber auch in anderen Menschen, weil unser Handeln dazu führen kann, dass auch die Anderen unheilsame Handlungen begehen.

    Es bestehen in unserer Gesellschaft immer Beziehungen zu anderen Menschen. Wir sind sogar voneinander abhängig und aufeinander angewiesen. Dies zu erkennen und sich deutlich zu machen, ist sehr wichtig, wenn wir daraus schließen, dass Glück und Leid aus unserer Beziehung zueinander und miteinander entstehen. Das ist die Realität.

    Diese Betrachtung zeigt, dass ein respektvolles Miteinander, auf der Grundlage von Mitgefühl ein elementarer Baustein dafür ist, dass wir aus der gemeinsamen Beziehung heraus, durch heilsame Handlungen die Samen anlegen, die gute Früchte tragen werden.

    Aus einem von Mitgefühl geprägten Miteinander entstehen nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere Menschen Kraft, Selbstvertrauen, aber auch Geduld und Gleichmut.

    Die Konflikte auf der ganzen Welt zeigen sehr deutlich, dass Egoismus, Rechthaberei, Machtstreben, Überheblichkeit, Unvernunft, Gier, Hass, Wut, Unzufriedenheit usw. nur dazu führen, dass die menschliche Gemeinschaft sich auseinanderdividieren, anstatt aufeinander zuzugehen. Selbst manche Religionen forcieren Zwietracht und Kriege. Im Grunde genommen haben Religionen einen völlig anderen Zweck, nämlich weder Hass oder Wut, noch Gier oder Ungeduld zu fördern, sondern Mitgefühl, Gleichmut, Respekt und Liebe.

    Auch die nationalen Interessen, gekoppelt mit wirtschaftlicher Gier, führen zu zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen.

    Dies alles führt nicht dazu, dass alle Menschen einen gemeinsamen Nenner finden, weil immer und immer wieder durch die Unkenntnis der Wirklichkeit, das menschliche Streben nach Glück und Zufriedenheit untergraben wird, durch sinnloses und dummes Verhalten einzelne Menschen.

    Aus meiner Sicht ist es nicht so wichtig, die unterschiedliche buddhistischen Tradition in den Vordergrund zu stellen oder gar, die eigene Tradition über eine andere zu stellen, als vielmehr, inwieweit können wir selbst einen Beitrag dazu leisten, wie wir anderen Menschen helfen können.

    Im Buddhismus selbst gibt es sehr unterschiedliche Traditionen und Philosophien. Enthalten darin sind und das ist, jedenfalls aus meiner Sicht, das Entscheidende, sie gründen alle auf den Lehren Buddhas. Auch wenn es völlig unterschiedliche Auffassungen und Sichtweisen in den Traditionen gibt und wir uns fragen mögen, aus welchen Gründen Buddha seine Lehren unterschiedlich gestaltet hat, so gibt es dafür auch Gründe. Buddha hatte die Weisheit klar und deutlich zu erkennen, dass es wichtig sind, die Lehre auf die Menschen auszurichten und nicht umgekehrt, weil seine Lehre keinen Selbstzweck ist, sondern auf die Menschen auszurichten ist.

    Und dieses wunderbare Geschenk, dass der Buddha uns allen gemacht hat, sollten wir in den Vordergrund unseres Denkens und Handelns stellen. Vielleicht sind wir noch nicht in der Lage allumfassend zu erkennen, welchen Schatz wir gefunden haben. Dieser Schatz ist mehr wert als alles Geld und alle Reichtümer dieser Welt.

  • Alles Rueckgaengig

    • ThoH
    • 2. November 2018 um 20:13

    Leonie, vielleicht ist diese Frage ganz einfach deshalb gestellt worden, weil Unklarheiten beseitigt werden sollen? Zu diesem Zweck ist jede Frage sinnvoll ;)

    Es geht dabei nicht darum, ob jemand Ahnung davon hat wovon er oder sie redet. Wir sollten uns hier als Gemeinschaft verstehen, die sich ernsthaft und respektvoll unterstützt.

  • Alles Rueckgaengig

    • ThoH
    • 2. November 2018 um 19:48

    Accinca, was meinst Du mit dieser Aussage:

    "Normalerweise gehen die schönsten und besten Ergebnisse der

    Meditation auch wieder den Weg der Vergänglichkeit."

  • Alles Rueckgaengig

    • ThoH
    • 2. November 2018 um 16:43

    Erkenntnisse und Erfahrungen sind bleibend und nicht rückgängig zu machen. Schließlich bleibt es bestehendes Erleben. Wie soll es möglich sein? Du kannst es unterdrücken oder verdrängen, mehr aber nicht.

    LG Thomas

  • OT: Fernstudium des tibetischen Zentrum HH [Allgemeine Kritik]

    • ThoH
    • 2. November 2018 um 14:56

    Neigen wir nicht alle tendenziell dazu, dass wir danach streben, uns ständig nur Wissen anzueignen und meinen es genügt Bücher zu lesen? Geht es im Buddhismus tatsächlich darum? Meiner Meinung nach geht es vielmehr darum, dass eben nicht das Wissen als solches entscheidend ist, sondern vielmehr unser Nutzen daraus gezogen wird, dass wir Erfahrungen sammeln, die Selbsterfahrung!

    Bringt es uns wirklich weiter, wenn wir über die vier edlen Wahrheiten lesen, verstehe aber nicht was Buddha uns damit sagen möchte? Was nützt es uns, wenn wir etwas über die Leerheit lesen und verstehen es nicht? Was hilft es uns, wenn wir etwas über den Geist studiere, aber wir erkennen nicht worauf es ankommt?

    Selbsterfahrungen und Selbsterkenntnis gehören dazu, denn es hilft keinem Wesen, wenn wir von Frieden sprechen und ihn nicht praktizieren.

    „Glaube nichts, weil es ein Weiser gesagt hat.

    Glaube nichts, weil alle es glauben.

    Glaube nichts, weil es geschrieben steht.

    Glaube nichts, weil es als heilig gilt.

    Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.

    Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.“

    (Buddha)

    LG

    Thomas

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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