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  1. Buddhaland Forum
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frust bei der sitzmeditation

  • Linija
  • 22. Juni 2012 um 23:19
  • Zum letzten Beitrag
  • Linija
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    • 22. Juni 2012 um 23:19
    • #1

    ich stelle diese frage im anfängerbereich, auch wenn ich schon seit einiger zeit meditiere, d.h. seit ein paar monaten täglich sitzmeditation, seit 2-3 jahren beschäftigung mit der achtsamkeits-thematik. eben die sitzmeditation macht mir problem. genauer: die ablenkung durch gedanken.

    mein meditationsobjekt ist der atem. die ablenkung vom atem ist so massiv, dass ich manchmal ziemlich an mir zweifele. es ist weit mehr ablenkung als atembeobachtung. manchmal denke ich, ich könnte mich genauso gut hinsetzen und grübeln oder nachdenken. die konzentration auf den atem kann ich meist nur für wenige oder auch nur für einen atemzug aufrecht erhalten.

    was mache ich falsch? nach so langer zeit müsste es doch besser werden? bin ich nicht doch einfach unfähig zu meditieren, auch wenn ich immer wieder gelesen habe, dass es das nicht gibt?

    ich habe verschiedene methoden mit wenig erfolg ausprobiert: zählen, den atem mit worten begleiten ("ein - aus") oder sich inhalt und intensität der gedanken kurz bewusst machen bevor man zum atem zurückkehrt. auch meinen frust, der immer wieder aufkommt, probiere ich nur als mentales ereignis wahrzunehmen. ich probiere, vom leistungsgedanken abstand zu nehmen, aber meine fragen stellen sich doch immer wieder.

    danke im voraus für eure beiträge :)

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 23. Juni 2012 um 01:16
    • #2

    Moin Linija,

    Zitat

    ....mein meditationsobjekt ist der atem. die ablenkung vom atem ist so massiv, dass ich manchmal ziemlich an mir zweifele. es ist weit mehr ablenkung als atembeobachtung. manchmal denke ich, ich könnte mich genauso gut hinsetzen und grübeln oder nachdenken. die konzentration auf den atem kann ich meist nur für wenige oder auch nur für einen atemzug aufrecht erhalten. ....


    Mach dir keine Sorgen. Das ist ok so.
    Zu Anfang, wenn du mit Sitzmeditation beginnst, bekommst du immer besser mit, was in deinem Kopf so los ist. Und meistens ist das eine ganze Menge. Wichtig ist, das du das jetzt wahrnehmen kannst, dass es nicht mehr unbewusst abläuft.
    Mach einfach weiter und freu dich, das du schon so gut erkennen kannst, was bei dir alles so abläuft.
    Bleib einfach beim Atemzählen und fang immer wieder bei eins an, wenn ein Gedanke kommt. Denn das genau ist der Sinn hinter dem Zählen. Die Gedankenketten, die entstehen, sollen erkannt und unterbrochen werden; immer wieder.

    Zitat

    ...ich habe verschiedene methoden mit wenig erfolg ausprobiert: zählen, den atem mit worten begleiten ("ein - aus") oder sich inhalt und intensität der gedanken kurz bewusst machen bevor man zum atem zurückkehrt. auch meinen frust, der immer wieder aufkommt, probiere ich nur als mentales ereignis wahrzunehmen. ich probiere, vom leistungsgedanken abstand zu nehmen, aber meine fragen stellen sich doch immer wieder. ...


    Probier nicht vom Leistungsgedanken Abstand zu nehmen, sondern tu es. So lange du nur versuchst, eine Tasse fallen zu lassen, wirst du sie immer in der Hand halten. Das Frust aufkommt, ist normal. Trag es mit Fassung. Und wurschtel nicht so viel hin und her. Bleib beim Zählen.

    LG
    Ji'un Ken

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    • 23. Juni 2012 um 06:45
    • #3

    Entspann dich und lass Atem Atem sein, lass Gedanken Gedanken sein, lass Leistungsgedanken Leistungsgedanken sein, lass Ablenkung Ablenkung sein, lass Frust Frust sein. Lass das alles sein wie es ist oder nicht ist, entsteht oder vergeht. Einfach nur Sitzen (oder Stehen oder Liegen oder Gehen) und alles sein lassen. Herz schlägt, Atem atmet, Denken denkt, Gefühle fühlen, Körper sitzt (oder steht oder liegt oder geht). Niemand da. 8)

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 23. Juni 2012 um 07:57
    • #4

    Ja, einfach weitermachen und beobachten, nicht werten.
    Oder mal eine andere Meditationsform ausprobieren. Es gibt so viele, und manche greifen bei einem persönlich besser als andere.
    Ansonsten hat sowas jeder und man kann es als Langzeitstudie nutzen. :)
    Am Ball bleiben. Frust ist nur eine weitere hohle Wertung, die den Kern der Sache nicht trifft.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Onda
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    • 23. Juni 2012 um 11:30
    • #5

    Hallo Linija,

    schaumal hier:
    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=2&t=9702
    Ähnliches Thema.

    LG
    Onda

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  • Onyx9
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    • 23. Juni 2012 um 12:09
    • #6

    versuch etwas körperlicheres, im wechsel zum atem.
    achte auf die bauchddecke, die handflächen, das steißbein.
    das objekt ist zum einüben der konzentrationsfähigkeit gedacht,
    zum befrieden. ein wechsel ist möglich.
    du bist sicher ein lebhafter mensch, kreativ und so.
    dann ist man schnell gelangweilt.
    du kannst auch eine rezitation nehmen oder zähle in kürzeren Abständen,
    z.b. rückwärts.
    dann wieder den atem. möglichst nicht mehr als drei sachen.

  • Atishakaro
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    • 23. Juni 2012 um 20:03
    • #7

    Namasté!
    Mir scheint, Du bist deutlich zu verbissen. Das passiert vielen, die eine Absorptions-Konzentrationstechnik praktizieren. Eine solche, die den Geist völlig konzentriert und fokussiert hält, hat der Buddha nicht gelehrt! Und ebenso wenig lehrte er das Zählen der Atemzüge.
    Jede Konzentration dieser Art führt zu Spannung und Verkrampfung; Buddha lehrte jedoch: „Einatmend will ich des ganzen (!) Körper [das heißt auch den Kopf] entspannen, ausatmend will ich den ganzen Körper entspannen“ (anapanasati sutta).
    Achtsamkeit bedeutet: Zu schauen, wie die Aufmerksamkeit sich ohne Dein Zutun bewegt – von A nach B und danach nach C. Wenn Du das siehst, siehst Du die drei Wesensmerkmale allen bedingten Seins: anatta (Unpersönlichkeit der Vorgänge), anicca (Vergänglichkeit) und dukkha (das Leidhafte in den Vorgängen). Mach Dir das einfach bewusst.
    Zudem möchte ich Dir ans Herz legen, statt anapanasati-vipâssana eher metta-vipâssana zu praktizieren; das bedeutet, Du wechselst Dein Meditationsobjekt hin zum „Empfinden Liebender-Güte“ – dadurch wird Dein Geist entspannt, weich und liebevoll. Und ein solcher Geist wird sehr schnell sehr ruhig. Ich möchte Dich einladen, auf meinem Blog einmal die Praxis der Liebenden Güte Meditation zu lesen und vor allen den „BLESSED“-Kreis, den ich dort dargestellt habe. dastorlosetor.wordpress.com
    Und noch etwas: LÄCHLE!!! Lächle soviel und so oft Du kannst, lächle Dich selber an, Deine vielen Gedanken und schließe Frieden mit ihnen. SEI LIEB ZU DIR. Als Merksatz mag Dir dienen: DROPSS – don’t resist or push … soften and smile

    Mit METTA und SMILES
    Atishakaro

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  • Onyx9
    Gast
    • 24. Juni 2012 um 00:10
    • #8

    Das stimmt nun nicht ganz, denn es gibt nur eine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.
    Und keine Achtsamkeit die der Aufmerksamkeit folgt.

    Für den Anfänger braucht es eben erstmal einen Haltepunkt, zudem er zurückkehrt.
    Wenn der Geist bei der Betrachtung des Körpers und der wechselnden inneren Zustände in Projektionen,
    Müdigkeit und Tagträume wegdämmert, muß er wieder zu einem Haltepunkt zurück,
    als Zwischenlösung. Diese Zwischenlösung wird von mal zu mal kürzer.

    Buddha hat auch nichts von Entspannung gesagt;
    die Entspannung ist die natürliche Folge der Beruhigung des Geistes,
    die Sammlung erst möglich macht.

    Sammlung ist nun nicht angestrengte Konzentration, das stimmt.
    Sammlung hat bereits einen inneren stabilen Kern, der ohne Objekt auskommt.

    Anfänger wissen aber oft nichts von der Annahme, sie mühen sich recht erstmal um Konzentration auf das Innere.
    Sie trennen noch ihren vermeintlich unvollkommenen Zustand von einem vermeintlich volkommenen.
    Wenn sie damit nicht weiterkommen, stellt sich ihnen die Frage nach dem Warum.
    Im günstigsten Fall verstehen sie dann, hoffentlich schneller als ich es verstanden habe: Güte und Annahme als Schlüssel für das nächste Tor.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 24. Juni 2012 um 00:18
    • #9

    Hallo Linija,

    Linija:

    ich stelle diese frage im anfängerbereich, auch wenn ich schon seit einiger zeit meditiere, d.h. seit ein paar monaten täglich sitzmeditation, seit 2-3 jahren beschäftigung mit der achtsamkeits-thematik. eben die sitzmeditation macht mir problem. genauer: die ablenkung durch gedanken.

    mein meditationsobjekt ist der atem. die ablenkung vom atem ist so massiv, dass ich manchmal ziemlich an mir zweifele. es ist weit mehr ablenkung als atembeobachtung. manchmal denke ich, ich könnte mich genauso gut hinsetzen und grübeln oder nachdenken. die konzentration auf den atem kann ich meist nur für wenige oder auch nur für einen atemzug aufrecht erhalten.

    was mache ich falsch? nach so langer zeit müsste es doch besser werden? bin ich nicht doch einfach unfähig zu meditieren, auch wenn ich immer wieder gelesen habe, dass es das nicht gibt?

    ich habe verschiedene methoden mit wenig erfolg ausprobiert: zählen, den atem mit worten begleiten ("ein - aus") oder sich inhalt und intensität der gedanken kurz bewusst machen bevor man zum atem zurückkehrt. auch meinen frust, der immer wieder aufkommt, probiere ich nur als mentales ereignis wahrzunehmen. ich probiere, vom leistungsgedanken abstand zu nehmen, aber meine fragen stellen sich doch immer wieder.


    Grundlage Großherzigkeit (Dana). Sei gut zu Deinen Nächsten. Wünsche Gutes, tue Gutes. Gebe gerne.
    Großzügig, gutmeinendend in Gedanken Wort und Tat. Im Alltag. Jeden Tag. Das öffnet und beruhigt Herz/Geist.


    Eventuell liegt es an Deiner Lebensweise? Wie isses damit im Alltag : Anderen Schaden zufügen? Stehlen? Sex(mit wem)? Ehrlichkeit? Drogen/Alkohol?
    Grundlagen. Solange das nicht gelebt wird, darf man keine Erfolge in der Meditation zu erwarten. Sind die Grundlagen ;) Das beruhigt Herz/Geist. Wechselbeziehung Tugendregeln & Hindernisse


    LG, Mirco

  • Dorje Sema
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    • 24. Juni 2012 um 00:39
    • #10

    »Es geht weiter, immer weiter, wir haben viel gelacht und es hat uns ›umgebracht‹«
    M.M. Westernhagen

    Im Grunde genommen gibt es zwei Möglichkeiten während der "Praxis" ,
    entweder ist der sogenannte "Geist" zu entspannt oder zu angespannt !
    Sehr wichtig ist genau den Punkt zu finden wo der sogenannte "ursprüngliche Geist" seine ihm eigene Mitte findet ohne sich selbst mit sich selbst zu identifizieren.
    Das ist gar nicht so leicht :?:

    Viel Freude

    Lebt lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

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    • 24. Juni 2012 um 11:35
    • #11
    Mirco:

    Eventuell liegt es an Deiner Lebensweise? Wie isses damit im Alltag : Anderen Schaden zufügen? Stehlen? Sex(mit wem)? Ehrlichkeit? Drogen/Alkohol?
    Grundlagen. Solange das nicht gelebt wird, darf man keine Erfolge in der Meditation zu erwarten. Sind die Grundlagen ;) Das beruhigt Herz/Geist. Wechselbeziehung Tugendregeln & Hindernisse


    Wichtige Gesichtspunkte, erscheinen oft zu trivial um sich damit zu beschäftigen ... aber bei Konzentration/Ablenkung nicht unerheblich.

    Würde da hinzufügen: Schlaf (zuviel - zu wenig?), Essen (zuviel - zu wenig?, Falsches oder Richtiges?), Was lässt man in Augen und Ohren? (zuviel - zu wenig?, Falsches oder Richtiges?) ....


    8)

  • Anicca
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    • 24. Juni 2012 um 12:02
    • #12

    Probiere einen Schritt zurückzutreten , beobachte die Erscheinungen und benenne sie ganz ruhig z.B. wenn Du unruhig bist : benenne innerlich Unruhe , Unruhe - usw. und lass dann los. Mir hat das sehr sehr geholfen. Einfach nie aufgeben, Du hast das ganze Leben lang Zeit.

  • Noreply
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    • 24. Juni 2012 um 12:21
    • #13

    Das kannte ich auch mal. :)
    Was wusste ich nicht alles über Meditation als ich mit Sitzen angefangen habe.
    Nach einiger Zeit ging mit der ganze Kram auf die Nerven.
    Ich fragt mich was will ich eigentlich? Ruhe haben vor mir!!!
    So das will ich also.
    Nun dann habe ich meditiert, ohne mir was zu erzählen, ohne was sehen zu wollen, ohne Selbstgespräche.
    Das ging nicht so einfach!
    Ich habe mir, immer wenn Gedanken, Gesichte, Gehöre, egal welcher Art ohne wirkliche Ursache gesagt "ILLUSION".
    Nach"einiger" Zeit wagten sie sich nur noch mal eben an die Oberfläche, um zu sehen ob ich immer noch nicht gewillt war sie nicht als Illusion zum verschwinden zu bringen.
    Dann zeigten sich "Gedanken" die keine Illusion mehr waren. Das war wirklich einfach nur noch ich, NICHTS. Ist schon eigenartig wenn sich das Nichts wirklich zeigt.
    Dann ist man die Ursache/Quelle seiner "Gedanken".
    Nach etwa 15 Jahren habe ich erlesen das ich Zazen machte. Na gut nun hat es einen Namen, auch egal. Ich habe Meditieren ausschließlich über Bücher gelernt.
    Da das ein Weg ist der keinen Austausch zuläßt kann ich auch nicht von Meditierenden verstanden werden die es von Meistern gelernt haben, ich spreche nicht ihre Sprache, habe nicht das"Wissen" wie meditieren geht. Nur mein Satz hilft "ILLUSION".

    Sage deinen Erscheinungen, während der Meditation das sie Illusionen sind, wenn sie nicht eine Dhamma/Ding Grundlage haben. Und höre nicht auf die die durch Schreiben Illusionen verbreiten. Erprobe sie und verwerfe das nicht für Dich Brauchbare.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 24. Juni 2012 um 18:48
    • #14

    Moin Linija

    haben dir die Antworten geholfen?

  • Atishakaro
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    • 24. Juni 2012 um 19:21
    • #15

    Liebe Onyx :)
    Du schreibst:
    "Das stimmt nun nicht ganz, denn es gibt nur eine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.
    Und keine Achtsamkeit die der Aufmerksamkeit folgt."

    Das sehe ich durchaus anders. Ein Geräusch erregt unsere Aufmerksamkeit in der Meditation - wir bewegen uns vom Objekt der Betrachtung weg. Die Achtsamkeit ermöglicht es uns, diesen Vorgang zu bemerken.

    Auch schreibst Du:
    "Für den Anfänger braucht es eben erstmal einen Haltepunkt, zudem er zurückkehrt.
    Wenn der Geist bei der Betrachtung des Körpers und der wechselnden inneren Zustände in Projektionen,
    Müdigkeit und Tagträume wegdämmert, muß er wieder zu einem Haltepunkt zurück,
    als Zwischenlösung. Diese Zwischenlösung wird von mal zu mal kürzer."
    Ich habe nichts Gegenteiliges gesagt :) Ein Meditationsobjekt ist (nicht nur für Anfänger) unabdingbar; nur sollte man eben nicht mit aller Gewalt an ihm hängen.

    Du schreibst weiterhin:
    "Buddha hat auch nichts von Entspannung gesagt;"
    Nun, der Begriff "Entspannung" wird im anapanasati-Sutta (respektive satipatthana-Sutta) nicht genannt, dort ist die Rede von "beruhigen". Gemeinhin wird es aber als "entspannen" verstanden. Was sonst wäre "beruhigen"?

    "Im günstigsten Fall verstehen sie dann, hoffentlich schneller als ich es verstanden habe: Güte und Annahme als Schlüssel für das nächste Tor"
    Ja, dafür habe ich auch einige Zeit gebraucht! :D Die schwierigste Aufgabe für den Anfänger ist wohl die, zu meditieren ohne sich etwas davon zu versprechen, ohne zu erwarten, dass irgendetwas passiert ... einfach nur zu sitzen und zu schauen. Gar nicht so einfach ;)

    Mit Metta
    Atishakaro

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  • Onda
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    • 24. Juni 2012 um 19:39
    • #16
    Linija:

    ... auch wenn ich schon seit einiger zeit meditiere, d.h. seit ein paar monaten täglich sitzmeditation....

    EIn paar Monate sind eine kurze Zeit. Verändere die Zielausrichtung: alles beobachten was passiert. Es ist nicht das Ziel, beim Atem zu bleiben. Dieses Atemspiel ist nur der Aufhänger, um den Affen beim Turnen zuzuschauen.

    Onda

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    • 24. Juni 2012 um 19:46
    • #17
    Ellviral:

    Ich fragt mich was will ich eigentlich? Ruhe haben vor mir!!!
    So das will ich also.


    Nicht schlecht ... wenn man sich nach dem Sitzen nicht wieder auf den Sack geht 8)

    Auf der anderen Seite: Kurzurlaub is besser wie gar kein Urlaub ... Urlaubserinnerungen :lol:

  • Noreply
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    • 24. Juni 2012 um 20:25
    • #18
    Grund:
    Ellviral:

    Ich fragt mich was will ich eigentlich? Ruhe haben vor mir!!!
    So das will ich also.


    Nicht schlecht ... wenn man sich nach dem Sitzen nicht wieder auf den Sack geht 8)

    Auf der anderen Seite: Kurzurlaub is besser wie gar kein Urlaub ... Urlaubserinnerungen :lol:

    Da gibt es keine Erinnerungen.

  • Onyx9
    Gast
    • 24. Juni 2012 um 23:32
    • #19
    Atishakaro:

    Liebe Onyx :)
    Du schreibst:
    "Das stimmt nun nicht ganz, denn es gibt nur eine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.
    Und keine Achtsamkeit die der Aufmerksamkeit folgt."

    Das sehe ich durchaus anders. Ein Geräusch erregt unsere Aufmerksamkeit in der Meditation - wir bewegen uns vom Objekt der Betrachtung weg. Die Achtsamkeit ermöglicht es uns, diesen Vorgang zu bemerken.

    Ich halte es nicht für sinnvoll Sinneseindrücken zu folgen, die Achtsamkeit bleibt dabei auf der Strecke.
    Ein Sinneseindruck folgt auf den nächsten. Folgt man ihnen ist Sammlung nicht möglich.
    Soweit ich weiß, gibt es keine Sinnesobjektbetrachtung in der Lehre. Die Sammlung bezieht sich wohl immer auf den Körper.

    Atishakaro:


    Auch schreibst Du:
    "Für den Anfänger braucht es eben erstmal einen Haltepunkt, zudem er zurückkehrt.
    Wenn der Geist bei der Betrachtung des Körpers und der wechselnden inneren Zustände in Projektionen,
    Müdigkeit und Tagträume wegdämmert, muß er wieder zu einem Haltepunkt zurück,
    als Zwischenlösung. Diese Zwischenlösung wird von mal zu mal kürzer."
    Ich habe nichts Gegenteiliges gesagt :) Ein Meditationsobjekt ist (nicht nur für Anfänger) unabdingbar; nur sollte man eben nicht mit aller Gewalt an ihm hängen.

    Alles anzeigen


    Sollte man nicht, Anfänger tun es aber. Das ist ein Stadium. Vielleicht ist es notwendig für Anfänger ?

    Atishakaro:

    Du schreibst weiterhin:
    "Buddha hat auch nichts von Entspannung gesagt;"
    Nun, der Begriff "Entspannung" wird im anapanasati-Sutta (respektive satipatthana-Sutta) nicht genannt, dort ist die Rede von "beruhigen". Gemeinhin wird es aber als "entspannen" verstanden. Was sonst wäre "beruhigen"?


    Atishakaro:

    "Im günstigsten Fall verstehen sie dann, hoffentlich schneller als ich es verstanden habe: Güte und Annahme als Schlüssel für das nächste Tor"
    Ja, dafür habe ich auch einige Zeit gebraucht! :D Die schwierigste Aufgabe für den Anfänger ist wohl die, zu meditieren ohne sich etwas davon zu versprechen, ohne zu erwarten, dass irgendetwas passiert ... einfach nur zu sitzen und zu schauen. Gar nicht so einfach ;)

    Stimmt, "aber" auch Du musstest das selbst herausfinden. Das gehört zum Weg. Selbsterfahrung=Stabilität.

    Mit Metta und schön, daß Du hier bist !
    Onyx9

  • Linija
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    • 25. Juni 2012 um 00:19
    • #20

    ihr lieben,
    ganz herzlichen dank für eure vielen antworten :) :)
    hab mir viel davon notiert.

  • SpringMode5708
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    • 25. Juni 2012 um 00:32
    • #21
    Atishakaro:

    Liebe Onyx :) Du schreibst: "Das stimmt nun nicht ganz, denn es gibt nur eine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.
    Und keine Achtsamkeit die der Aufmerksamkeit folgt.
    "
    Achtsamkeit ist nicht gleich Aufmerksamkeit.
    'Sati' ist eben mit 'Achtsamkeit' nicht gut getroffen, bedeutet es doch 'sich erinnern'.
    Woran? Unter anderem daran, die geistige Aufmerksamkeit von der Ablenkung abzuziehen.

    Das sehe ich durchaus anders. Ein Geräusch erregt unsere Aufmerksamkeit in der Meditation - wir bewegen uns vom Objekt der Betrachtung weg. Die Achtsamkeit ermöglicht es uns, diesen Vorgang zu bemerken.

    Onyx9:

    Ich halte es nicht für sinnvoll Sinneseindrücken zu folgen, die Achtsamkeit bleibt dabei auf der Strecke.
    Ein Sinneseindruck folgt auf den nächsten. Folgt man ihnen ist Sammlung nicht möglich.


    Er schrieb ja nicht, das man der Ablenkung, nachdem sie geschehen ist, weiter folgen soll...

    LG :)

  • Onda
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    • 25. Juni 2012 um 06:41
    • #22
    Onyx9:


    Soweit ich weiß, gibt es keine Sinnesobjektbetrachtung in der Lehre. Die Sammlung bezieht sich wohl immer auf den Körper.

    Im satipatthana sutta werden vier Grundlagen der Achtsamkeitsmeditation (Körper, Empfindungen, geistige Formationen, Geistobjekte) genannt, darunter durchaus auch Sinnesobjekte. In der vipassana-Meditation mit ihrem weiteren Fokus sind ebenfalls Sinnesobjekte Teil des Wahrnehmungsfeldes. Last but not least gibt es unter den samadhi-Techniken auch die sogenannte kasina-Meditation (auch im PK erwähnt), die mit der Betrachtung verschiedenfarbiger Scheiben beginnt.
    Und: auch die Betrachtung des eigenen Atems ist letztlich eine Sinnesobjektbetrachtung: wo spüre ich den Atem? In der Nase, an der Oberlippe, im Rachen, in den Bronchien, an der Bauchdecke?

    LG
    ONda

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  • Wu°
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    • 25. Juni 2012 um 09:05
    • #23
    Linija:

    ich stelle diese frage im anfängerbereich, auch wenn ich schon seit einiger zeit meditiere, d.h. seit ein paar monaten täglich sitzmeditation, seit 2-3 jahren beschäftigung mit der achtsamkeits-thematik. eben die sitzmeditation macht mir problem. genauer: die ablenkung durch gedanken.

    mein meditationsobjekt ist der atem. die ablenkung vom atem ist so massiv, dass ich manchmal ziemlich an mir zweifele. es ist weit mehr ablenkung als atembeobachtung. manchmal denke ich, ich könnte mich genauso gut hinsetzen und grübeln oder nachdenken. die konzentration auf den atem kann ich meist nur für wenige oder auch nur für einen atemzug aufrecht erhalten.

    was mache ich falsch? nach so langer zeit müsste es doch besser werden? bin ich nicht doch einfach unfähig zu meditieren, auch wenn ich immer wieder gelesen habe, dass es das nicht gibt?

    ich habe verschiedene methoden mit wenig erfolg ausprobiert: zählen, den atem mit worten begleiten ("ein - aus") oder sich inhalt und intensität der gedanken kurz bewusst machen bevor man zum atem zurückkehrt. auch meinen frust, der immer wieder aufkommt, probiere ich nur als mentales ereignis wahrzunehmen. ich probiere, vom leistungsgedanken abstand zu nehmen, aber meine fragen stellen sich doch immer wieder.

    danke im voraus für eure beiträge :)

    Hm, wie würdest du mit Schuhen umgehn, die dich nach Monaten noch drücken?

    Ich hab gute Erfahrungen damit gemacht, die Gedanken einfach schweifen zu lassen. Das beseitigt den Zwiespalt zwischen dem Gedanken, dass die Gedanken beim Atem bleiben sollen, und Gedanken, die sich das nicht vorschreiben lassen wollen. Es ist so wie bei einem aufgewühlten Fluss: Solange ich da weiter rumwühle, wird er weiter unklar bleiben. Misch ich mich da nicht ein, klärt er sich von selbst.
    Ansonsten funktionieren für mich Bewegungsmeditationen (Tai Chi, Qi Gong) wesentlich besser, als Achtsamkeitsmethoden. Also sieh erst mal, was dir passt. Nicht jeder Schuh passt allen.

    "Von der Waschschüssel der Geburt

    bis zur Waschschüssel des Bestatters -

    nur Geschwafel"

    Ikkyû Sôjun

  • Lirum Larum
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    11. März 2008
    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 25. Juni 2012 um 09:24
    • #24

    Ja, das meinte ich auch mit "verschiedene Meditationsmethoden".
    Es gibt ja auch die Technik des sogenannten "Gewahrseins", wo man schlichtweg alles nur beobachtet, ohne es zu werten, ohne sich damit zu identifizieren und ohne es steuern zu wollen. Man zieht sich auf einen Beobachterposten zurück und lässt laufen.
    Auch dies ist nur eine Methode von vielen. Es gibt auch andere, wo Konzentration zu schulen gefordert ist.
    Aber diese Gewahrseinspraxis finde ich zwischendurch oft essentiell notwendig, aufschlussreich und befriedend.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • karmahain
    Gast
    • 25. Juni 2012 um 13:30
    • #25

    @ Linija

    Linija:

    mein meditationsobjekt ist der atem. die ablenkung vom atem ist so massiv, dass ich manchmal ziemlich an mir zweifele.

    Der Atem ist sicher ein sehr gutes Meditationsobjekt. Vor allem deswegen, da wir ihn überall beobachten können. Versuche einfach mal die Beobachtung des Atems mehr in den Alltag auszuweiten und nicht nur auf dem Kissen. Versuche bei ganz alltäglichen Dingen die Du gerade machst, beim Weg auf der Arbeit, beim Einkaufen, ja auch bei Tätigkeiten selber den Atem zu beobachten. Das ist sicher die wirksamste Mediation. Wenn Du massive Ablenkungen wie Gedanken wahrnehmen kannst, dann kehre einfach immer wieder zum Atem zurück. Die Ablenkungen wahrzunehmen ist ja bereits der erste Schritt. Du nimmst Deine GEdanken wahr und erkennst, dass Du nicht Deine Gedanken bist. Das gleiche gilt für Emotionen. Die GEdanken und Emotionen sind der Schleier den wir durchschauen wenn wir voll im hier und jetzt das wahrnehmen was ist. Darum geht es bei der Meditation. Dazu gehört auch an einem illusorischen "Ich" zu zweifeln. Der Zweifel selber ist natürlich nur ein Gedanke. Die eine vergängliche Gedankenform verweist sozusagen auf die andere. Das Beobachten , das Erknnen des Raums könnte man als "Ziel" bezeichnen. Als Befreiung von den Ablenkungen , wie Du sie bezeichnest.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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