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Wurzel Bedingungen - Gier, Hass, Verblendung

  • Jobrisha
  • 8. Juni 2012 um 09:25
  • Zum letzten Beitrag
  • Jobrisha
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 09:25
    • #1

    Hallo Buddhaland,

    Meine Lebenspartnerin und ich haben nach dem Lesen der Texte über die 3 Wurzeln des Unheilsamen einige Fragen hierzu, vielleicht kann uns die Jemand beantworten (aber bitte nicht vergessen, ich bin unwissend und dumm und brauche daher einfache Sätze :O):

    1) Können die 3 Geistesgifte während der Entstehung eines neuen Lebens, in dessen Karma übergehen (damit meine ich z.B. wenn das Paar z.B. Leidenschaftlichen Sex (oder eben nicht Leidenschaftlich) hat, beide oder einer von ihnen in dieser Zeit die Gedanken hegen den Anderen zu bemächtigen, oder den Gedanken hegen den anderen zu missbrauchen. Und aus dieser sexuellen Handlung neues Leben entsteht, werden diese unheilsamen Handlungen (Gedanken) an das entstehende Leben weiter gegeben?

    2) Worüber wir uns auch Gedanken gemacht haben: Wann fängt Karma an zu wirken. Ist es immer nur mein bedingtes Karma, oder ist es auch anderes bedingtes Karma was im eigenen Karma wirken kann ( z.B. Vererbung). Oder läuft es hauptsächlich so ab: Beispiel: Ein Vater schlägt und missbraucht sein Kind, diese Handlung bringt für das Kind Leid und Ängste - aber keinen Hass hervor. Das Kind möchte aber dieser Handlung entgehen, indem es wegläuft um ein anderes Leben zu beginnen - könnte man das so auslegen: LEID und Schmerz, (weglaufen, neues Leben beginnen wollen) = Gier etwas haben wollen, was man vorher nicht hatte?

    3) Beginnt somit jede Handlung die sich mit: "Haben-Wollen" identifiziert (gleichgültig ob dieses "Haben-Wollen" wohlwollend für den Menschen ist oder eben nicht) automatisch mit den 3 Geistesgiften?

    4) Noch ein Beispiel zum Thema:
    Es gibt 5 Kinder, alle erleben das gleiche, sexueller Missbrauch, Gewalt, Hass, Mord usw.
    4 von den Kindern geben dieses Erleben an ihre Kinder weiter. Sie selbst leben als Erwachsene weiterhin das Vorbild ihrer Kindheit, nämlich Missbrauch, Gewalt, Hass.
    1 Kind - es hat genau das gleiche erlebt - lebt als Erwachsener keinen Hass, keine Gewalt, keinen sexuellen Missbrauch und gibt es auch nicht weiter.
    Warum passiert es den 4 Kindern und dem 1 Kind nicht?

    Habt ihr hier eine Erklärung?

    Liebe Grüße von Jo

  • Mascha
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 09:31
    • #2

    ... sich aus einer Gefahrenzone zu bewegen ist nicht Gier, sondern klug und mutig.

  • Jobrisha
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 09:40
    • #3
    Mascha:

    ... sich aus einer Gefahrenzone zu bewegen ist nicht Gier, sondern klug und mutig.

    tja, so dachte ich lange Zeit auch, bis ich mich näher mit den Buddhismus beschäftigt habe... ich denke es kommt auf die Motivation an.
    Ich bin gespannt was andere dazu sagen.

  • ekkhi
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    Mitglied seit
    22. Februar 2012
    • 8. Juni 2012 um 09:49
    • #4
    Jobrisha:

    3) Beginnt somit jede Handlung die sich mit: "Haben-Wollen" identifiziert (gleichgültig ob dieses "Haben-Wollen" wohlwollend für den Menschen ist oder eben nicht) automatisch mit den 3 Geistesgiften?


    Ein sehr weit Fortgeschrittener wird heilsam handeln, einfach weil es der natürliche Ausdruck ist, vorher spielt
    eine mehr oder weniger subtile Form der Geistesgifte mit rein.
    _()_ ekkhi

  • Mascha
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 09:56
    • #5
    Jobrisha:
    Mascha:

    ... sich aus einer Gefahrenzone zu bewegen ist nicht Gier, sondern klug und mutig.

    tja, so dachte ich lange Zeit auch, bis ich mich näher mit den Buddhismus beschäftigt habe... ich denke es kommt auf die Motivation an.
    Ich bin gespannt was andere dazu sagen.


    Essen, schlafen, atmen, trinken etc. und auch, sich nicht quälen oder umbringen zu lassen sind Handlungen, die nunmal nötig sind, ihre Motivation ist nicht Verblendung oder Gier, sonst könntest du ja gleich aufhören zu leben. Tja :D

  • Bambus
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    24. Dezember 2009
    • 8. Juni 2012 um 10:05
    • #6
    ekkhi:

    eine mehr oder weniger subtile Form der Geistesgifte

    Das ist ein wichtiger Punkt. Unser ganzes Leben vor dem Erwachen ist durchsetzt von den Geistesgiften. In ganz vielen verschiedenen Abstufungen von Mord aus Gier bis "Gier" nach Existenz.

    Es ist z.B. Gier dass ich diesen Beitrag schreibe. Gier zu helfen, Gier um Anerkennung, Gier nach Beschäftigung neben den anstehenden Arbeiten im Büro, ...

    Zu Deinen Punkten:

    1. Ich kenne extreme Sichtweisen nach denen der ungeborene Geist sich z.B. gezielt den Akt einer Vergewaltigung heraussucht um sich an einen frisch gezeugten Embryo zu "hängen". Dabei wird aber kein Karma der Eltern "übertragen", sondern entsprechend dem Karma des "Babys" sucht es sich die passenden Eltern. Persönlich halte ich von dieser Sichtweise wenig.

    2. siehe oben, aber keine Vererbung.

    3. ja, mit der erklärenden Einschränkung aus ekkhis Beitrag.

    4. Das fünfte Kind reflektiert das ihm Geschehene und beschließt selber anders zu handeln. Das kann man dann durchaus so sehen, dass dieses Kind gutes Karma mit auf dem Weg hatte um die Chance zu einer solchen Sichtweise überhaupt zu erhalten.

    Grundsätzlich ist das Thema Karma sehr komplex. Damit tatsächliche Lebenssituationen erklären zu wollen scheitert fast zwangsläufig. Der Buddha selber hat vor derartigen Spekulationen gewarnt, Z.B. hier: "Das Gleichnis von einem Pfeil Getroffenen"

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 10:30
    • #7

    Moin Jo,
    meine persönliche Meinung ist:

    zu1: Die drei Geistesgifte sind Ausdruck eines jeden nicht erwachten Lebens. Selbst der Buddha wurde mit ihnen geboren. Die erste edle Wahrheit sagt, dass das Leben leidbehaftet ist. Und in der zweiten Wahrheit wird gesagt, warum das so ist. Aus dem Geistesgift der Verblendung erwachsen Gier (haben wollen) und Hass (nicht haben wollen). Die Geistesgifte gehen nicht ins Karma über, sie sind Ausdruck des Karma.

    zu2: Karma sagt nichts anderes als das jede Handlung Folgen hat. Wie diese Folgen aussehen, wissen wir nicht, denn in die Folgen wirkt ja nicht nur diese eine Handlung mit ein sondern noch viel mehr. Wenn ich Grassamen aussähe, heißt das noch lange nicht, das da auch was wächst. Ohne Sonne, Regen,...usw.
    läuft da gar nichts. Ich denke, nicht alles lässt sich mit Karma erklären. Es ist ein Konzept von vielen.

    Zitat

    Das Kind möchte aber dieser Handlung entgehen, indem es wegläuft um ein anderes Leben zu beginnen - könnte man das so auslegen: LEID und Schmerz, (weglaufen, neues Leben beginnen wollen) = Gier etwas haben wollen, was man vorher nicht hatte?


    Das Kind läuft weg weil es etwas nicht haben will (Hass) und etwas anderes haben will (Gier). Es macht dies, weil es sich mit seinem Körper seinem Sein identifiziert (Verblendung) und sich schützen möchte.
    Die Geistesgifte sind Ausdruck des nicht erwachten Lebens. Ich würde sie nicht bewerten Sie sind eine Arbeitshypothese, mit der sich was anfangen lässt. :)

    2u3: Unsere Handlungen können, müssen aber nicht, Ausdruck der drei Geistesgifte sein. Jede Handlung die sich mit "haben wollen" identifiziert ist ein Ausdruck des Geistesgiftes Gier, auch wenn sie positiv motiviert ist und erzeugt damit Karma.

    zu4: Ich habe keine Erklärung dafür.


    Wenn jemand es besser erklären kann, mich korrigieren kann, weil ich einen Fehler gemacht habe, eine andere Meinung hat, nichts wie rann. :D
    LG
    Ji'un Ken

  • malsehen
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    17. Mai 2012
    • 8. Juni 2012 um 11:16
    • #8
    Ji'un Ken:

    Ich denke, nicht alles lässt sich mit Karma erklären. Es ist ein Konzept von vielen.…


    Wie wohltuend!
    Es wird immer nach einem mechanischen Begriff des Karma gesucht. Als ob es eine nur vom Buddhismus entdeckte und beschriebene Karma-Maschine (kennt einer noch die Was-passiert-dann-Maschinen aus der Original-Sesamstraße der 70er?) gäbe. So als ob – wenn man die üebrlieferten, etwas komplizierten Schaltpläne dieser Maschine begriffen hätte – man eine Tabelle hätte, eine Spalte »Handlung», zweite Spalte »erworbene/verlorene Karma-Punkte«. Und damit für’s Leben eine Kalorientabelle sämtlicher Handlungen aufgelistet wären. Weia…
    Um Gottes willen (uuups…) bei allem was wir hier immer so schön an Westlichkeit fallen lassen wollen, diese mechanistische Sichtweise befragt man nur allzuselten, wenn man auf der Suche nach Ratschlag ist.
    Die Freiheit, Karma nicht als mechanistisches Prinzip zu sehen, sondern im Kern als «Ursache und Wirkung« bedeutet , dass man sich der eigenen (eigenen!, eigenen!!, eigenen!!!) Verantwortung für sein Handeln bewusst wird.
    Wenn ich meine Ernährung umstelle, kann eine Kalorientabelle zu Beginn hilfreich sein, aber irgendwann muss ich schon selber darauf achten, was ich mir auf den Teller schaufle…


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • Jobrisha
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 13:24
    • #9

    Hallo Malsehen,

    Natürlich muss man sich das alles selbst erarbeiten, das sehe ich auch so - das ist EIGENVERANTWORTUNG- da gibt es auch kein Wenn und Aber.
    Aber man lernt auch durch: "Nachahmung, Vorbildfunktion, Lehrmaterial oder eben durch eine Person die Erklärungen sichtbar werden lässt".

    Das ist dann keine Sesamstraßen-Maschine, sondern reale Welt.

    Mir gibt niemand vor, was das ist, was (mein angehaftetes) ICH sehe/fühle/erfrage, sondern es sind Impulse die mich dann die Dinge anders erblicken lassen, anregen meinen Geist neu zu formatieren, mich dazu ermutigen Erfahrungen auf diesem Gebiet zu sammeln.
    Was für den einen Richtig ist, muss nicht das gleiche für den anderen sein.

    Danke auch allen Anderen für eure Ausführungen.

    Ich finde es sehr interessant, was ihr geschrieben habt. Sehr schlüssig und es hilft mir gerade sehr meine Fragen innerlich - irgendwann - wieder gehen zu lassen...

    Vorallem die Fragen 1 und 4 - die mich mein ganzes Leben lang begleiten und immer wieder präsent sein werden, sie sind seit Monaten sehr aktuell.

    In euren Texten steckt viel Wissen und Weisheit.
    Ich kann viel dadurch lernen.

    Ich glaube ihr habt es bestimmt schon erraten, das 4 Kind bin ich und ich habe lange Zeit mit meinen Schulgefühlen kämpfen müssen, weil meine Geschwister das was sie erfahren/ was wir erfahren haben, weiter gegeben haben und weiter geben. Und ich als Einzige - aus Gründen die ich eben nicht verstehe - aus dem Sog der Gewalt entkommen bin. In mir ist kein Hass, oder Wut. Ich habe all den Menschen, und es waren viele Mensche, die uns Leid antaten verziehen - was meine jetzige Familie nicht so ganz nachvollziehen kann. Ich habe viele Jahre unter einen falschen Namen / einer falschen Identität gelebt, aus Angst eines Tages mit meiner Vergangenheit in Form von erneuter Gewalt konfrontiert zu werden - auch aus Angst das meine jetzige Familie diese Form von Gewalt erfährt.

    Seit 2001 lebe ich offen damit, heißt ich habe meine Vergangenheit in mein Leben integriert, ich schreibe heute unter: "Geburtsnamen" den richtigen Namen auf, statt den, den ich all die Jahre verinnerlicht habe. Zwar ist mein Vorname nicht der den meine Eltern ausgesucht haben - der "richtige" ist mir fremd. Mein jetziger (eigentlich falscher) Vorname ist für mich Teil meiner Identität geworden.

    So langsam nähere ich mich an meine Ur-Familie - die früheren Opfer der Gewalt, ich habe meine Nichten und Neffen ausfindig gemacht, meine Schwester die 14 Jahre unauffindbar war. Ich erlebe erneut den Sog meiner Vergangenheit, weil sie mich an ihrem Leben teilhaben lassen. Unschöne Dinge, Trauer, Wut, Hass, Vergeltungsgedanken... Unglaubliche Härte und Ängste tief verborgen oder eben offensichtlich.

    Ich erlebe auch schöne Dinge, einige Neffen und Nichten haben es geschafft sich ein "normales" schönes Leben aufzubauen, einige sind noch sehr jung. Alle wollen Antworten, für das was sie als Baby/Kleinkind/Kind/Jugendlicher/Erwachsener erlebt haben. Sie wollen mehr wissen über ihrer frühere Familie, die Familie ihrer Mütter und Väter. Und ich agiere gerade als die Jenige die diese Antworten geben kann. Das ist eine Gradwanderung zwischen Achtsamkeit, Ehrlichkeit und Zurückhaltung in Wort und Handlung.

    Zur Zeit fühle ich mich ein wenig als Geheimnisträgerin, ich weiß Dinge die ich nicht wissen dürfte (gesetzlich), ich muss mich mit Datenschutz auseinandersetzen und bei all dem noch einen klaren Kopf behalten.
    Und bei all dem noch meine Familie schützen - meine kleine Tochter, meine Frau, die Ursprungsfamilie meiner Frau.

    Ich rede mit ganz wenigen Menschen darüber, denn ich kenne die Antwort schon im Vorraus:
    Was bürdest du dir da auf? Warum tust du das? Es sind doch Fremde... Jo denk an deine Familie, denk an dich...

    Fremde? Aber das sind sie nicht, sie gehören zu mir und meiner Vergangenheit, ich bin eine von ihnen. Das einzige was uns unterscheidet ist das Leben selbst. Ich schaue nicht auf sie hinab, ich bin mit ihnen auf einer Ebene.
    Es gibt für mich auch Grenzen, so werde ich den Rest meiner Geschwister wohl nicht wieder sehen, denn noch immer steht Gewalt in ihrem Leben an erster Stelle. Ich hadere mit mir, meine geliebte Schwester näher an mich heran zu lassen. Wir haben uns immer geliebt und wir lieben uns immer noch. Aber ihr Leben ist meinem so fern. Wir telefonieren, wir reden über Skype, wir chaten, aber wir leben beide so weit voneinander entfernt, das ein Besuch unmöglich ist - das ist Glück für uns beide. Denn mein Leben ist so ganz anders als ihres. Meine Ansichten "komisch und fremd". Ich bin ein "Alien" für sie, der Buddhismus "Schwachsinn". Wir haben wenig Gesprächsstoff, aber wir sind da, am anderen Ende der Leitung, auch da, wenn wir uns anschweigen.

    Eine Gradwanderung, der Buddhismus hilft mir da hindurch, er gibt mir Kraft - unglaublich Kraft. Aber er macht auch unglaublich verletzlich, durchgängig sensitiv und voller Mitgefühl.

    Dennoch, Ich freue mich auf Begegnungen die ganz nah vor mir liegen. Die Kinder von einst (Nichten und Neffen) sind jetzt schon über 18 Jahre alt, eine hat selbst ein Kind, sie leben in Beziehungen oder noch bei den Pflegeeltern. Wir haben alle solange warten müssen, um der Vergangenheit erneut zu begegnen. Sie wollen es, es zieht sie hin zu verstehen. Es ist ihr Recht zu verstehen. Und vielleicht hilft es ihnen zu verzeihen, eines Tages.

    Auch das ist für mich Buddhismus, eine Möglichkeit zu finden das Gewalt - auch bei anderen - gehen darf und etwas anderes Einfluss nimmt - mitgefühl und achtsamkeit.
    Wenn sie verstehen was ihren leiblichen Müttern und Vätern passiert ist, werden sie vielleicht auch verstehen lernen, das sie die Entscheidung haben, jeder zeit und immer, auf das es ihren eigenen Kindern an Liebe nie mangeln wird.

    Danke für euer Ohr und Auge. Und danke das ich hier Fragen stellen darf, ich brauche das gerade sehr - die Fragen wie die Antworten - wie die Erkenntnis das es keine Antwort gibt.

    alles liebe von Jo

  • Onyx9
    Gast
    • 8. Juni 2012 um 22:59
    • #10

    Irgendwann mal ist mir klar geworden, dass jede/r an der Stelle steht an der er/sie steht.
    Was eine/r verständig ist, was er/ sie an Reflektionsvermögen hat, an Empfindungsfähigkeit, an Einfühlungsvermögen,
    das ist auch Karma. Laut PK ist Karma der Gestaltungswille und das ist ein ganz und gar unbewusster Strom an Gedanken,
    Gefühlen und Empfindungen, der seine Ursachen hat und seine Auswirkungen. Ob einer seine Gewalt-Erfahrungen weiterträgt oder nicht,
    liegt nicht in seiner Hand, ebenso wie es nicht in unserer Macht ist zu entscheiden, ob und wie wir wiedergeboren werden-
    bis uns dieser unbewusste Strom und seine Wirkweise bewusst werden. Das geht aber nur über die Innenschau und die können wir
    nur an uns selber vollziehen. Achtsamkeit und Mitgefühl entstehen aus einer inneren Notwendigkeit heraus, wenn wir der Gewalt leid sind,
    weil wir sie als Verwirrung sehen .Wir können das niemandem anerziehen oder begreiflich machen, solange er/sie aus karmischen
    Gründen nicht in der Lage ist innezuhalten.

  • Grund
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    • 9. Juni 2012 um 05:08
    • #11
    Jobrisha:

    4) Noch ein Beispiel zum Thema:
    Es gibt 5 Kinder, alle erleben das gleiche, sexueller Missbrauch, Gewalt, Hass, Mord usw.
    4 von den Kindern geben dieses Erleben an ihre Kinder weiter. Sie selbst leben als Erwachsene weiterhin das Vorbild ihrer Kindheit, nämlich Missbrauch, Gewalt, Hass.
    1 Kind - es hat genau das gleiche erlebt - lebt als Erwachsener keinen Hass, keine Gewalt, keinen sexuellen Missbrauch und gibt es auch nicht weiter.
    Warum passiert es den 4 Kindern und dem 1 Kind nicht?

    Habt ihr hier eine Erklärung?


    Der Mensch denkt und Gott lenkt

    Als Alternative käme die Vorstellung von angehäuftem Karma vieler vergangener Leben in Frage.


    Oder aber man beschäftigt sich nicht mit Spekulationen zu Vorstellungen, die notwendigerweise zu weiteren idR metaphysischen Vorstellungen führen, die notwendigerweise nur Objekte von Glauben oder Nicht-Glauben sein können und einen in das Dickicht von Religionen locken, und so in das Dickicht von Hoffen und Fürchten, Glauben und Zweifeln, Streben und Scheitern, Überlegen und Fragen, Bestätigen und Verneinen, Anhaften und Ablehnen ...


    Was spricht denn gegen ein von Herzen kommendes "Ich weiß nicht"?
    Es ist wohl Anhaftung, die dagegen spricht ... (Selbst-)Bewußtsein.


    8)

  • Jobrisha
    Gast
    • 9. Juni 2012 um 08:24
    • #12
    Grund:


    Der Mensch denkt und Gott lenkt

    Als Alternative käme die Vorstellung von angehäuftem Karma vieler vergangener Leben in Frage.

    Oder aber man beschäftigt sich nicht mit Spekulationen zu Vorstellungen, die notwendigerweise zu weiteren idR metaphysischen Vorstellungen führen, die notwendigerweise nur Objekte von Glauben oder Nicht-Glauben sein können und einen in das Dickicht von Religionen locken, und so in das Dickicht von Hoffen und Fürchten, Glauben und Zweifeln, Streben und Scheitern, Überlegen und Fragen, Bestätigen und Verneinen, Anhaften und Ablehnen ...

    Was spricht denn gegen ein von Herzen kommendes "Ich weiß nicht"?
    Es ist wohl Anhaftung, die dagegen spricht ... (Selbst-)Bewußtsein.

    8)

    Natürlich Grund, ist die Anhaftung Grund dafür das ich mir die Frage überhaupt stelle.
    Ich hafte an, immer und überall.
    Und ja auch das "Selbst" Bewusstsein ist ein Grund, warum ich hier schreibe.
    Alles Gründe.
    Alle haben ihre Berechtigung auf dem Weg hin zum buddhistischen Leben. Ganz ehrlich zur Zeit habe ich nicht den Anspruch an mich das Selbst in mir, das ICH zu ignorieren, oder es schriftlich zu retuschieren. Es ist da es lebt, also tue ich auch nicht als wäre es nicht da und würde nicht leben. Ich schreibe und schrei es laut rauß: Ja ich bin!
    Und lebe damit Authentisch buddhistisch.

    Alles liebe von Jo

  • malsehen
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    • 9. Juni 2012 um 09:24
    • #13

    Achtung: Das ganze Ich-verneinen und -auflösen ist eine zickige Geschichte. Ich halte das auch immer eher fern von mir.
    Man springt vor allem immer leicht auf den Zug, dass das mehr oder minder unterschwellig gefordert sein könnte.

    Aber der Dreh- und Angelpunkt schien mir das »von Herzen kommende ›Ich weiß nicht‹« gewesen zu sein.
    Da ist ein »Ich«, dass ganz von Herzen, aus seiner eigenen Tiefe kundtut »Ich weiß nicht«.
    Im Gegenzug zu der ganzen Sucht und Suche, alles wissen, definieren, einordnen, benennen und überblicken zu können.
    Siehe auch »Ab wann ist man erleuchtet, was ist ein Buddhist und v.a. Threads mehr«.

    »Ich weiß es nicht« ist eine der missverstandenen Kernaussagen des Agnostikers und sie ist für mich keine Aussage der Schwäche. Sie ist eine Aussage, die die eigene Unsicherheit zulässt, ohne sie sich selbst als Mangel zu attestieren.
    Selbst ein Alltagskämpfer um und gegen alles, das ich nicht überblicken kann und in meinem religiösen Selbst eher agnostisch, finde ich zunehmend Kraft in dem Standpunkt, beherzt sagen zu können, »ich weiß es nicht, ich muss das für mich nicht entscheiden, ich muss diese Suche nicht zu meinem Götzen machen«.
    Und da wird’s – auch wenn der Buddhismus nicht zwingend agnostisch ist (bitte eigenen Thread für diese Betrachtung abspalten und nicht hier rein) – für mich buddhistisch, denn das ablassen von diesem Götzen ist das ablassen von zumindest einer Anhaftung.


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • Jobrisha
    Gast
    • 9. Juni 2012 um 09:40
    • #14

    Ach Mal sehen,
    du hast den Kern getroffen.
    Ich weiß nicht - zu sagen, ist ehrlich und entspringt einfach der Wahrheit.
    Für mich bedeutet es, hier ist jemand der sich Gedanken macht über etwas das mich betrifft und er hat keine Antwort gefunden.
    Aber das Wohlwollen ist spürbar und die Antwort ist ehrlich.

    Wenn er vor mir stünde würde er/sie mein lächeln sehen, genauso wohlwollend und ehrlich.

    Alles liebe Jo

  • Axel Benz
    Gast
    • 9. Juni 2012 um 09:53
    • #15

    Der Buddhismus ist (im besten Falle) ein Werkzeug, keine Welterklärungs-Maschine. Wenn der Nagel in der Wand ist, legen wir den Hammer zur Seite, sonst halten uns die Menschen (berechtigt) für seltsam.

    Vermutlich kann man deine vier Fragen 'buddhistisch' beantworten (Ji'un Ken hat das auf eine anständige Art versucht), aber vielleicht sind diese Fragen auch eine gute Übung dafür, den Buddhismus loszulassen. Sonst sollen wir ja immer alles Mögliche 'loslassen', nur der Buddhismus scheint von dieser Forderung seltsam unberührt, was mich immer an totalitäre Systeme denken lässt.

  • Jobrisha
    Gast
    • 9. Juni 2012 um 10:14
    • #16
    Axel Benz:

    Der Buddhismus ist (im besten Falle) ein Werkzeug, keine Welterklärungs-Maschine. Wenn der Nagel in der Wand ist, legen wir den Hammer zur Seite, sonst halten uns die Menschen (berechtigt) für seltsam.

    Vermutlich kann man deine vier Fragen 'buddhistisch' beantworten (Ji'un Ken hat das auf eine anständige Art versucht), aber vielleicht sind diese Fragen auch eine gute Übung dafür, den Buddhismus loszulassen. Sonst sollen wir ja immer alles Mögliche 'loslassen', nur der Buddhismus scheint von dieser Forderung seltsam unberührt, was mich immer an totalitäre Systeme denken lässt.

    Lieber Axel,

    alles ist eine Übung für mich. Ich habe mich mit Fragen beschäftigt, da gab es den Buddhismus noch nicht für mich. Und ich merke, das diese Fragen immer mal wieder aktuell werden, sie kommen auf mich zu und ich stell mich dem, indem ich hin blicke. Der Buddhismus ist für mich eine Möglichkeit des Verstehens. Ich meine damit nicht, das ich unbedingt eine Antwort haben möchte, sondern vielmehr möchte ich die Fragen in mir verstehen um sie gehen zu lassen. Fragen sind Bestandteil des Lebens, Anhand von Personen oder Erlebnissen. Manchmal haben sie gar nichts mit mir zu tun und doch begegnen sie mir.

    Ich nehme das auf, wie ein Schwamm, und dann wenn ich es aufgenommen habe, hat es mit mir zu tun, wenn ich darüber nachdenke. Und dann stelle ich mir die ultimative Frage: Warum. Sie resultiert aus dem was ich aufgenommen habe.

    Und ich stell sie nicht etwa leise, sondern laut. Und indem ich sie laut stelle wird sie gegenwärtig. Da gibt es nichts zu rütteln, ich kann das nicht einfach mit dem was ich gerad tue, vergessen oder verdrängen. Ich gebe dem Achtsamkeit.
    Und ich lasse andere daran teilhaben.

    An den Antworten erlebe ich, das wir dann eine Gemeinsamkeit bilden, da gibt es nicht mehr nur meine Frage, die ich gestellt habe, sondern viele Menschen machen sich über EINE Frage die allgegenwärtig ist Gedanken und was daraus resultiert ist eine Form der Sangha...(zumindest habe ich das jetzt für mich begriffen).

    Das ist meine Art das Leben zu begreifen. Wenn ich ES verstanden habe kann und darf es gehen.

    Dir alles liebe von Jo

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    • 9. Juni 2012 um 18:57
    • #17
    Jobrisha:
    Grund:


    Der Mensch denkt und Gott lenkt

    Als Alternative käme die Vorstellung von angehäuftem Karma vieler vergangener Leben in Frage.

    Oder aber man beschäftigt sich nicht mit Spekulationen zu Vorstellungen, die notwendigerweise zu weiteren idR metaphysischen Vorstellungen führen, die notwendigerweise nur Objekte von Glauben oder Nicht-Glauben sein können und einen in das Dickicht von Religionen locken, und so in das Dickicht von Hoffen und Fürchten, Glauben und Zweifeln, Streben und Scheitern, Überlegen und Fragen, Bestätigen und Verneinen, Anhaften und Ablehnen ...

    Was spricht denn gegen ein von Herzen kommendes "Ich weiß nicht"?
    Es ist wohl Anhaftung, die dagegen spricht ... (Selbst-)Bewußtsein.

    8)

    Natürlich Grund, ist die Anhaftung Grund dafür das ich mir die Frage überhaupt stelle.
    Ich hafte an, immer und überall.
    Und ja auch das "Selbst" Bewusstsein ist ein Grund, warum ich hier schreibe.
    Alles Gründe.
    Alle haben ihre Berechtigung auf dem Weg hin zum buddhistischen Leben. Ganz ehrlich zur Zeit habe ich nicht den Anspruch an mich das Selbst in mir, das ICH zu ignorieren, oder es schriftlich zu retuschieren. Es ist da es lebt, also tue ich auch nicht als wäre es nicht da und würde nicht leben. Ich schreibe und schrei es laut rauß: Ja ich bin!
    Und lebe damit Authentisch buddhistisch.

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    Du brauchst doch nichts ignorieren. Im Gegenteil, sieh genau hin. Verschließ die Augen nicht ... und lass es sehenden Auges fallen 8)

    Bestätigen und rausschreien ist eigensinnige Kultivierung von Ignoranz

    buddhistisch oder nicht interessiert niemanden 8)

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    • 9. Juni 2012 um 19:48
    • #18
    Axel Benz:

    ... aber vielleicht sind diese Fragen auch eine gute Übung dafür, den Buddhismus loszulassen. Sonst sollen wir ja immer alles Mögliche 'loslassen', nur der Buddhismus scheint von dieser Forderung seltsam unberührt, was mich immer an totalitäre Systeme denken lässt.

    Das Gleichnis von Floß wird als Rechtfertigung immer verwendet. Die Leute sind so versessen aufs Festhalten ... manche binden sich sogar daran fest und treiben flussabwärts, Richtung Wasserfall 8)

    Zitat


    13. „Ihr Bhikkhus, ich werde euch zeigen, wie das Dhamma einem Floß ähnlich ist, indem es zur Überfahrt da ist, nicht zum Festhalten. Hört zu und verfolgt aufmerksam, was ich sagen werde.“ – „Ja, ehrwürdiger Herr“, erwiderten die Bhikkhus. Der Erhabene sagte dieses: „Ihr Bhikkhus, angenommen ein Mann sähe im Verlauf einer Reise eine große Wasserfläche, deren hiesiges Ufer gefährlich und voller furchterregender Dinge war, und deren jenseitiges Ufer sicher und frei von furchterregenden Dingen war, aber es gab keine Fähre oder Brücke, um zum anderen Ufer zu gelangen. Dann dachte er: ,Da ist diese große Wasserfläche, deren hiesiges Ufer gefährlich und voller furchterregender Dinge ist, und deren jenseitiges Ufer sicher und frei von furchterregenden Dingen ist, aber es gibt keine Fähre oder Brücke, um zum anderen Ufer zu gelangen. Angenommen, ich sammle Gras, Zweige, Äste und Blätter und binde sie zu einem Floß zusammen, und mit Hilfe des Floßes, und indem ich mich mit Händen und Füßen abmühe, gelange ich sicher ans andere Ufer.‘ Und der Mann sammelte Gras, Zweige, Äste und Blätter und band sie zu einem Floß zusammen, und mit Hilfe des Floßes, und indem er sich mit Händen und Füßen abmühte, gelangte er sicher ans andere Ufer. Dann, nachdem er übergesetzt hatte und auf der anderen Seite angelangt war, dachte er möglicherweise: ,Dieses Floß war mir sehr nützlich, da ich mit seiner Hilfe, und indem ich mich mit Händen und Füßen abmühte, sicher ans andere Ufer gelangte. Angenommen, ich würde es mir auf den Kopf hieven oder auf die Schulter laden, und dann gehen, wohin ich wollte.‘ Nun, ihr Bhikkhus, was meint ihr? Würde jener Mann bei solcher Vorgehensweise das tun, was er mit jenem Floß tun sollte?“ „Nein, ehrwürdiger Herr.“ „Mit welcher Vorgehensweise würde jener Mann das tun, was er mit jenem Floß tun sollte? Ihr Bhikkhus, nachdem jener Mann übergesetzt hatte und auf der anderen Seite angelangt war, dachte er möglicherweise: ,Dieses Floß war mir sehr nützlich, da ich mit seiner Hilfe, und indem ich mich mit Händen und Füßen abmühte, sicher ans andere Ufer gelangte. Angenommen ich würde es ans trokkene Land ziehen oder es auf dem Wasser treiben lassen, und dann gehen, wohin ich wollte.‘ Nun, ihr Bhikkhus, mit solcher Vorgehensweise würde jener Mann das tun, was er mit jenem Floß tun sollte. Also, ihr Bhikkhus, habe ich euch gezeigt, wie das Dhamma einem Floß ähnlich ist, indem es der Überfahrt dient, nicht dem Festhalten.“

    MN22

  • Noreply
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    • 9. Juni 2012 um 21:18
    • #19

    Zu 1) Ich bin der Überzeugung das das nicht der Fall sein kann. Die Gedanken ohne eine Handlung erfahren zu haben werden nicht weitergegeben.

    Zu 2) Karma ist meinem durchdenken nach nicht nur Handlung es ist das Wissen das etwas hilfreich oder nicht hilfreich ist. Schlechtes/gutes Gewissen ist mir näher als Karma. Somit wirkt sich mein Karma ausschließlich in meinem Leben aus, weder vorher noch nachher. Das Wesen nach meinem Ableben noch weiter durch meine Handlungen Leiden/Wohlfühlen ist nicht Karma.
    Zu 3) Es beginnt mit dem -wollen. Wir haben Bedürfnisse die schon durch unser am Leben sein gelegt werden und unabdingbar sind. Selbst Buddha kann sich diesem Haben/brauchen nicht entziehen. Doch mit dem Wollen haben die 3 Geistesgiffte sofort Wirkung.
    Zu 4)Soll ich Dir mein Leben erzählen? Wohl nicht! :) Ich habe als 8 jähriger eine Entscheidung getroffen: Ich nehme es wie es kommt und werde nicht so reagieren wie es andere tun. Kein Widerstand. Es ist wie es ist. Ich tue was zu tun ist. Als "Erwachsener" hat sich das geändert, doch vor 15 Jahren passten mir die Schuhe wieder die ich damals schuf.
    Meine Mutter: "Wir leben in "asozialen" Verhältnissen, das heißt nicht das wir uns auch so benehmen müssen."
    Das war ein Hinweis. Meine Geschwister haben den anderen Weg gewählt.
    Also ich entscheide mich. Bei deinem Beispiel hat sich einer früh entschieden die anderen vielleicht immer noch nicht.

  • Jobrisha
    Gast
    • 10. Juni 2012 um 09:36
    • #20
    Ellviral:

    ...
    Zu 4)Soll ich Dir mein Leben erzählen? Wohl nicht! :) ...

    Ich denke jedes erlebte Leben ist erzählenswert - zumindest für mich.

    Danke Ellviral (schöner Nick, übrigens) für deine Gedanken hierzu...
    Alles liebe von Jo

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    • 10. Juni 2012 um 17:45
    • #21
    Grund:
    Axel Benz:

    ... aber vielleicht sind diese Fragen auch eine gute Übung dafür, den Buddhismus loszulassen. Sonst sollen wir ja immer alles Mögliche 'loslassen', nur der Buddhismus scheint von dieser Forderung seltsam unberührt, was mich immer an totalitäre Systeme denken lässt.

    Das Gleichnis von Floß wird als Rechtfertigung immer verwendet. Die Leute sind so versessen aufs Festhalten ... manche binden sich sogar daran fest und treiben flussabwärts, Richtung Wasserfall 8)

    Zitat


    13. „Ihr Bhikkhus, ich werde euch zeigen, wie das Dhamma einem Floß ähnlich ist, indem es zur Überfahrt da ist, nicht zum Festhalten. Hört zu und verfolgt aufmerksam, was ich sagen werde.“ – „Ja, ehrwürdiger Herr“, erwiderten die Bhikkhus. Der Erhabene sagte dieses: „Ihr Bhikkhus, angenommen ein Mann sähe im Verlauf einer Reise eine große Wasserfläche, deren hiesiges Ufer gefährlich und voller furchterregender Dinge war, und deren jenseitiges Ufer sicher und frei von furchterregenden Dingen war, aber es gab keine Fähre oder Brücke, um zum anderen Ufer zu gelangen. Dann dachte er: ,Da ist diese große Wasserfläche, deren hiesiges Ufer gefährlich und voller furchterregender Dinge ist, und deren jenseitiges Ufer sicher und frei von furchterregenden Dingen ist, aber es gibt keine Fähre oder Brücke, um zum anderen Ufer zu gelangen. Angenommen, ich sammle Gras, Zweige, Äste und Blätter und binde sie zu einem Floß zusammen, und mit Hilfe des Floßes, und indem ich mich mit Händen und Füßen abmühe, gelange ich sicher ans andere Ufer.‘ Und der Mann sammelte Gras, Zweige, Äste und Blätter und band sie zu einem Floß zusammen, und mit Hilfe des Floßes, und indem er sich mit Händen und Füßen abmühte, gelangte er sicher ans andere Ufer. Dann, nachdem er übergesetzt hatte und auf der anderen Seite angelangt war, dachte er möglicherweise: ,Dieses Floß war mir sehr nützlich, da ich mit seiner Hilfe, und indem ich mich mit Händen und Füßen abmühte, sicher ans andere Ufer gelangte. Angenommen, ich würde es mir auf den Kopf hieven oder auf die Schulter laden, und dann gehen, wohin ich wollte.‘ Nun, ihr Bhikkhus, was meint ihr? Würde jener Mann bei solcher Vorgehensweise das tun, was er mit jenem Floß tun sollte?“ „Nein, ehrwürdiger Herr.“ „Mit welcher Vorgehensweise würde jener Mann das tun, was er mit jenem Floß tun sollte? Ihr Bhikkhus, nachdem jener Mann übergesetzt hatte und auf der anderen Seite angelangt war, dachte er möglicherweise: ,Dieses Floß war mir sehr nützlich, da ich mit seiner Hilfe, und indem ich mich mit Händen und Füßen abmühte, sicher ans andere Ufer gelangte. Angenommen ich würde es ans trokkene Land ziehen oder es auf dem Wasser treiben lassen, und dann gehen, wohin ich wollte.‘ Nun, ihr Bhikkhus, mit solcher Vorgehensweise würde jener Mann das tun, was er mit jenem Floß tun sollte. Also, ihr Bhikkhus, habe ich euch gezeigt, wie das Dhamma einem Floß ähnlich ist, indem es der Überfahrt dient, nicht dem Festhalten.“

    MN22

    Allerdings ist die Kunst wohl die, nicht von einem Floss zum anderen zu hüpfen, um dann daran festzuhalten :lol:


    Betreff: Schopenhauer

    Axel Benz:

    Es würde dieses Forum in ungeahnte Höhen katapultieren, wenn sich jeder an folgende Empfehlungen halten würde:
    http://www.drehbuchwerkstatt.de/Fachtexte/schopenhauer.htm

  • Axel Benz
    Gast
    • 10. Juni 2012 um 19:23
    • #22

    Die diesem Beitrag zu Grunde liegende Assoziation muss ich, nehme ich an, nicht verstehen. Wahrscheinlich würde ich auch überinterpretieren, und der wahrscheinlichere Auslöser ist Nervosität, weil 15 Minuten ohne neuen Beitrag von der verstrichen waren...

  • Grund
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    • 10. Juni 2012 um 19:34
    • #23
    Axel Benz:

    Die diesem Beitrag zu Grunde liegende Assoziation muss ich, nehme ich an, nicht verstehen....


    Nein, aber du kannst 8)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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