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  1. Buddhaland Forum
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Normalität und Böses im Buddhismus ?

  • Nuna
  • 16. Januar 2012 um 18:02
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Nuna
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    16. Januar 2012
    • 16. Januar 2012 um 18:02
    • #1

    (hey hoffe, ich bin hier richtig)

    Ich habe Heute mit Jemanden eine intresannte Unterhaltung geführt.
    Da ging es unter anderem darum, das ich das Wort normal total abscheulich finde.
    Als Antwort kam dann, das mein Gesprächspartner, seit er sich mit dem Buddhismus
    beschäftigt, nichts unnormales mehr entdecken kann.
    Meine Antwort (Frage) darauf hin war:

    Mh - mag sein, das es nichts Unnormales mehr gibt - aber ...
    Was ist denn mit den Bösen Dingen?
    Also, ich mein so richtig, richtig böse.
    (z.B. Mishandlung von Kindern und Frauen)

    Was bedeutet Normalität überhaupt ?

  • Mabuttar
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    • 16. Januar 2012 um 19:40
    • #2

    Misshandlung von Kindern war in Heimen früher "Normal" und ist es bei Ländern mit Kinderarbeit, Kinder in Sekten usw. auch "Normal".

    Eine Norm ist eine gesellschaftlich allgemeingültig Akzeptierte Anschauung, heißt : Subjektiv.

    Ein Brötchen könnte wegen seiner einmaligen Individualität und seiner Unterschiede zu anderen Dingen und Bröchten als Außergewöhnlich betrachtet werden. Betrachtest du die Gleichheit und die Häufigkeit des Phänomens Brötchen kannst du es als Normal betrachten, wie du willst.

    Böses ist unnormal, Böses ist normal, Böses ist das Gegenteil des Guten, Gut ist..... ?

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

  • Erdmaus
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    • 16. Januar 2012 um 19:45
    • #3
    Zitat


    Was bedeutet Normalität überhaupt ?

    Normalität hat (unter Anderem) etwas mit Warscheinlichkeit, Häufigkeit und einer darauf basierenden Erwartungshaltung zu tun. Es ist "normal" nicht im Lotto zu gewinnen. Es ist "unnormal" 6 Richtige zu bekommen. Es ist normal eine Nase zu haben, weil dies sehr häufig bei Menschen der Fall ist. Ob etwas normal ist oder nicht hängt auch mit der Umgebung zusammen. Es ist normal in einer Gaststätte Nahrung zu sich zu nehmen, wärend einer Tauchfahrt mit Taucheranzug hingegen nicht. Es ist unnormal in einer Gaststätte einen Taucheranzug zu tragen und normal dies unter Wasser zu tun.

    Die Frage nach der Normalität ist bei dieser Definition (es gibt auch andere) wertfrei. Sie richtet sich einfach nach dem was häufig vorkommt und warscheinlich ist. Die Normalität kann einerseits positiv sein (beispielsweise ist es in unserer Gesellschaft normal keine Menschen zu töten, was zu anderen Zeiten vielleicht nicht der Fall war) und negativ sein, wenn es zu Zeiten Hitlers normal war Juden zu verfolgen.

    Ob Normalität positiv oder negativ ist hängt also davon ab worauf sie sich bezieht. Aus diesem Grunde kann der Normalität nicht per se etwas Schlechtes oder Gutes zugewiesen werden.

    lg
    maus

  • Alephant
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    • 17. Januar 2012 um 00:44
    • #4

    Hallu Nanunana

    Das Begriffspaar "Normal" <-> "Unnormal" unternimmt den armesligen Versuch einer Vermeidung des Begriffs "Böse". Nach Buddha gibt es kein Böse. Es gibt einsichtig und einsichtig, achtsam - unachtsam, u.s.w. "Das Böse" ist letztlich verblendetes Denken, Handeln. Die Bösen sind am Ende uneinsichtige Kinder.

    Von außen ist sowas leicht gesagt...

    Gruß

  • Onyx9
    Gast
    • 17. Januar 2012 um 02:16
    • #5
    Nuna:

    (hey hoffe, ich bin hier richtig)

    Ich habe Heute mit Jemanden eine intresannte Unterhaltung geführt.
    Da ging es unter anderem darum, das ich das Wort normal total abscheulich finde.
    Als Antwort kam dann, das mein Gesprächspartner, seit er sich mit dem Buddhismus
    beschäftigt, nichts unnormales mehr entdecken kann.
    Meine Antwort (Frage) darauf hin war:

    Mh - mag sein, das es nichts Unnormales mehr gibt - aber ...
    Was ist denn mit den Bösen Dingen?
    Also, ich mein so richtig, richtig böse.
    (z.B. Mishandlung von Kindern und Frauen)

    Was bedeutet Normalität überhaupt ?

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    Schätze, du vermischst hier die Abneigung gegen die Anforderung die die Mehrheitsgesellschaft an dich stellt oder vermeintlich stellt
    mit buddhistischer Terminolgie. Vielelicht ziehst du erstmal das Punkerding durch ( Scherz ! ) :D

  • Nuna
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    16. Januar 2012
    • 17. Januar 2012 um 08:50
    • #6
    Onyx9:

    Schätze, du vermischst hier die Abneigung gegen die Anforderung die die Mehrheitsgesellschaft an dich stellt oder vermeintlich stellt
    mit buddhistischer Terminolgie
    .
    Vielelicht ziehst du erstmal das Punkerding durch ( Scherz ! ) :D


    so, fertig :lol:

    könntest du jetzt bitte versuchen, mir zu erklären, was du mit dem fettgedruckten satz meinst - ich kann dir nämlich nicht ganz folgen :roll:

  • wusheng
    Gast
    • 17. Januar 2012 um 08:56
    • #7
    Nuna:

    ... das ich das Wort normal total abscheulich finde.
    ... seit er sich mit dem Buddhismus beschäftigt, nichts unnormales mehr entdecken kann.
    Meine Antwort (Frage) darauf hin war:
    Mh - mag sein, das es nichts Unnormales mehr gibt - aber ...
    Was ist denn mit den Bösen Dingen?
    Also, ich mein so richtig, richtig böse.
    (z.B. Mishandlung von Kindern und Frauen)
    Was bedeutet Normalität überhaupt ?

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    Die Bedeutung des Wortes "Normalität (=Norm)" wurde ausreichend dargestellt. Der Begriff des "Bösen" allerdings nicht. Auch wenn die Menschheitsgeschichte voll ist mit sogenannten "bösen" Taten ist natürlich klar, das eben dies "Böse" auf Grund seiner hohen Häufigkeit in keinem Fall als normal bezeichnet werden darf, auch wenn es mathematisch gesehen als "relativ häufig weil prozentual gesehen auch sehr wahrscheinlich" als normal bezeichnet werden kann. Es ist normal, das ich von "bösen Taten" erfahre, wenn ich die Zeitung lese oder die Nachrichten anmache.
    Geht es hier nicht eher um das Bild des "Bösen"? In unserer christlich geprägten Werte-Vortsellung werden die Menschen ja irgendwann gerichtet nach ihren Taten: Die guten ins Töpfchen, die Bösen ins Kröpfchen.
    Da Nuna neu im Forum ist, hab ich mit Antworten gerechnet, die darauf hinweisen, das im Buddhadharma eben jene Wertung nicht vorgenommen wird, der Schuldbegriff (für uns Westler so normal) nicht existiert und eben von heilsamen und nicht-heilsamen Handlungen ausgegangen wird. Verstehe ich Nunas Frage nicht in Ihrem Sinne?
    Gruß,
    Wusheng

  • GaliDa68
    Gast
    • 17. Januar 2012 um 09:20
    • #8

    Liebe Nuna,

    ich kann nur vermuten (man müsste den Menschen direkt um eine Erklärung bitten). Aber wenn ich mit meinem Herzen lese …
    Mir ist spontan eingefallen, dass der Sprecher mit "normal" tatsächlich "normal" gemeint haben könnte.
    Alle Gefühle, alles Unheilsame ist Teil unseres Wesens. Keiner kann sich ausnehmen. Wir haben alle dieselben Keime in uns. Der Unterschied besteht darin, dass manche Keime kultiviert werden und zum Tragen kommen und manche nicht.
    Wenn ich in mich hinein sehe, dann kann ich alles finden, selbst die unheilsamste Regung. Je genauer ich hinsehe, desto weniger fremd wird mir das grauenvollste Grauen. Mir macht das keine Angst mehr, ich kann es sehen und so verliert es die Macht über mich. Früher dachte ich, ich dürfe keinen Zorn haben, keine Abneigungen, keine Ohnmachtsgefühle, keine Schadenfreude usw.
    In den Richtungen, in denen ich praktiziere, werden keine Gefühle abgelehnt oder verdrängt, es heißt nicht: das sind unmenschliche Gefühle. Im Gegenteil, wir werden angehalten sie genau zu spüren, aufzuspüren und dann ihre Vergänglichkeit zu erleben. So verlieren sie ihre Macht. Sie sind nichts weiter als Papiertiger (oder Bettvorleger, wenn Du willst :D ). Und so werden sie sogar zu einem Objekt der Befreiung, sie sind unglaublich nützlich auf dem Weg, wenn man sie zu nutzen weiß.
    Fazit: Alle Gefühle sind normal, aber davon führen manche zu unheilsamen Taten und manche zu heilsamen. Das gilt es zu unterscheiden lernen, was bestimmt nichts Neues für Dich ist.

    Liebe Grüße
    Knochensack

  • Nuna
    Themenautor
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    16. Januar 2012
    • 17. Januar 2012 um 11:17
    • #9
    wusheng:

    Da Nuna neu im Forum ist, hab ich mit Antworten gerechnet, die darauf hinweisen, das im Buddhadharma eben jene Wertung nicht vorgenommen wird, der Schuldbegriff (für uns Westler so normal) nicht existiert und eben von heilsamen und nicht-heilsamen Handlungen ausgegangen wird. Verstehe ich Nunas Frage nicht in Ihrem Sinne?
    Gruß,
    Wusheng

    Hey Wusheng

    Ich denke, du hast es richtig verstanden.
    Immerhin hast du mich ja schon an deiner Sicht der Dinge teilhaben lassen.

    Es ging nicht unbedingt darum ob Böses normal ist - sondern darum, was mit der Normalität eigentlich gemeint ist (Allgemein bzw für euch persöhnlich)
    und darum, wie es mit dem Bösen (halt eben z.B. Straftaten) im Buddhismus ist (da es ja verschiedene arten des Buddhismus gibt).

    Hätte ich das evtl vorher etwas genauer erklären sollen ?
    Sry ...

    LG Nuna

  • Grund
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    • 17. Januar 2012 um 16:04
    • #10
    Nuna:

    Was bedeutet Normalität überhaupt ?

    Gewöhnlichkeit ist normal. Die Normalität ist Gewöhnlichkeit.

    Gewöhnlich = "Den Gewohnheiten unterworfen" oder auch "von den Gewohnheiten versklavt".

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    Buddh. Richtung
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    • 17. Januar 2012 um 21:53
    • Offizieller Beitrag
    • #11
    Nuna:

    Was bedeutet Normalität überhaupt ?/quote]

    Das bedeutet, dass man eine Norm aufstellt und dann Sachen nach ihrem Abweichen von der Norm betrachtet.
    Letzendlich haben alle Normen etwas konstruiertes. Aus einer bestimmten Motivation zu bestimmten Zwecken hin.

    Nuna:

    Mh - mag sein, das es nichts Unnormales mehr gibt - aber ...
    Was ist denn mit den Bösen Dingen?
    Also, ich mein so richtig, richtig böse.(z.B. Mishandlung von Kindern und Frauen)

    Normalität und ein anzustrebender Zustand ist ja nicht das selbe.

    Im römischen Reich war es normal dass Sklaven missbraucht wurde und auch heute gehört das in manchen Krigensgebieten der Erde zum Alltag. Aber dass es häufig vorkommt, bedeutet doch in keinster Weise dass es ein anzustrebender oder zu tolerierender Zustand ist. Es macht sehr viel Sinn, einer "Norm" wie den Menschenrechten und der Gleichberechtigung Geltung zu verschaffen.

    Dazu ist es aber nicht nötig zu behaupten, dieser Norm entspräche quasi einem natürlichen Zustand. Es reicht vollkommen zu sagen, dass man sich einigt einander so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden will um dementsprechende Regeln von Achtung und Respekt zu schaffen. Zu behaupten es sei "natürlicher" oder "normaler" sich gegenseitig zu respektieren als sich zu missbrauchen ist dazu nicht nötig.

    So wie man ja auch eine Strassenverkhersordnung samt Ampeln einführen kann ohne deswegen beweisen zu müssen, dass grün besser ist als rot.

    Das" Böse" ist im Buddhismus schlicht eine Folge der Unwissenheit. Weil man fälschlicherweise glaubt grundsätzlich getrennt von anderen zu sein, opfert man deren Bedürfnisse den eigenen, egoistischen Wünschen. Aber das hat nichts mit Normalität zu tun. Egoistisch zu sein ist viel normaler als nicht-egoistisch zu sein. Zurückzuschlagen ist viel normaler als "die andere Wange hinzuhalten".

    Die Verbindung von Ethik und Normalität ergibt sich dann, wenn bestimmte Normen, die das Gemeinwohl ausdrücken sollen - aufgestellt wurden. Dan ist es im Allgemeinen so, dass wer gegen Gesetzte handelt auch unethisch handelt. Aber es gibt ja auch "gemeine" Gesetzte die dazu geschaffen wurden den Gruppenegoismus einer Bevölkerungsruppe gegenüber einer anderen zu bestätigen. Da klaffen dann Ethik und Normkonformität wieder auseinander.

    Einmal editiert, zuletzt von void (17. Januar 2012 um 23:03)

  • Askan
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    • 17. Januar 2012 um 22:53
    • #12

    Genauso ist es mit Moral. Die Moral ist die mitte zweier Grenzen. Die beiden Grenzen können verschoben werden und schon liegt die Moral woanders.

    Siehe dir mal die Geschichte an. Sie ist voll von solchen Beispielen. Da wurde schon oft über "unwertes Leben" befunden und entschieden dass dem ein oder andere Mensch einfach so das Leben genommen wird, weil er nicht der Norm entsprach. Wobei der Mensch gar nichts unrechtes getan hat. Ihm ereilt ein trauriges und unnötiges Schicksal. Es wird ein Schicksal erzwungen aus irgendwelche Gedanken anderer. (Vergleich: Rassenwahn)
    Jetzt kennst du die Schattenseite von "Norm" oder "Normal".

    Code
    Kennst du auch normale Menschen?
    Normale Menschen werden stark überschätzt.

    Dabei sollte man beachten, dass der Buddhismus den goldenen Mittelweg anpreist. Das hat weniger etwas mit Normal oder gesellschaftlicher Mitte zu tun. Vielmehr ist es eine sich prüfende Selbsteinstellung um im Leben Harmonie zu erlangen.
    >>>Das Normale, so wie es in unserer Gesellschaft existiert, muss also zwangläufig für das viele Leid auf der Erde zuständig sein. Was ja auch normal ist.

    Der Zen-Buddhismus greift die Lehren des Buddha auf um sie dann wider zu verwerfen.
    Für einen Schüler ist der lehrreichste Meister er selbst.
    "Ich bin der Geist, dein Freund. Warum hälst du Ausschau nach jemand anderem?" ( Rumi, ein Sufi)

  • accinca
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    • 17. Januar 2012 um 22:56
    • #13

    In der Lehre des Buddha geht es nicht darum was "normal" ist
    sondern darum was unheilsam und was heilsam ist.

  • Onyx9
    Gast
    • 17. Januar 2012 um 23:12
    • #14
    accinca:

    In der Lehre des Buddha geht es nicht darum was "normal" ist
    sondern darum was unheilsam und was heilsam ist.

    Und det hat er ja für Ottonormalverbraucher richtig gut definiert.

  • accinca
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    • 18. Januar 2012 um 00:06
    • #15
    Onyx9:
    accinca:

    In der Lehre des Buddha geht es nicht darum was "normal" ist
    sondern darum was unheilsam und was heilsam ist.

    Und det hat er ja für Ottonormalverbraucher richtig gut definiert.

    Ja und für andere auch.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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