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Hingabe

  • Raphy
  • 21. September 2011 um 21:20
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Raphy
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    • 21. September 2011 um 21:20
    • #1

    Hallo,

    ich denke ein wichtiges Thema, was nach meinem Gefühl wenig angesprochen wird, ist Hingabe.
    Nach meiner Erfahrung ist das eine der grundlegensten Faktoren in der spirituellen Praxis.
    Gerade uns hier im Westen ist diese Qualität oft verlorengegangen oder kommt nur sehr wenig zum Vorschein.
    Deswegen empfiehlt der Dalai Lama vielleicht auch, eher bei den angestammten Religionen zu bleiben. Da im Christentum Hingabe und Liebe erstmal eine größere Rolle zu spielen scheinen oder das offensichtlichere Thema sind, macht diese Meinung des Dalai Lama für mich persönlich auch Sinn. Wobei ich hier kein kirchliches oder institutionelles Christentum meine.
    Und ich denke Liebe und Hingabe mehr zu betonen und zu leben, kann sehr hilfreich sein. Das Problem ist nur, dass man es nicht "machen" kann.
    Und uns wurde ja vor allem das "machen" beigebracht in Erziehung und Schule. Das ist ja das, was wir richtig gut können. :D
    Auf der anderen Seite wird der Staat wahrscheinlich auch kein großes Interesse daran haben in Zukunft Liebe und Hingabe zu fördern. Ganz einfach, weil dann das ganze System, wo der Mensch vor allem funktionieren soll, wo Leistung zählt - zusammenbrechen würde oder zumindest weniger effektiv wäre, im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt.
    Aber die Politik ist ja zum Glück auch nicht wichtig, weil ja jeder das im Alltag leben kann, was er als heilsam und "richtig" empfindet.

    Als wie wichtig seht ihr Hingabe auf dem Weg?

    Liebe Grüße

    2 Mal editiert, zuletzt von Raphy (21. September 2011 um 23:47)

  • Maybe Buddha
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    • 21. September 2011 um 21:30
    • #2

    Bhante Nyanabodhi:

    http://www.youtube.com/watch?v=2qhFBC2_1R8

    http://www.youtube.com/watch?v=b3oQrH8i1uo

    (wen es intressiert, das ist nur ein teil eines "Interviews", über alle möglichen Themen / alles auf youtube)

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • monikamarie
    Gast
    • 21. September 2011 um 21:31
    • #3

    Hi Raphy,
    als ich vor ca. 20 Jahren den Begriff Hingabe umsetzen wollte, war mir das zunächst überhaupt nicht möglich. Ich machte mich darüber erstmal lustig, weil ich mich wie eine Schlackerpuppe bewegte, um mich da hineinzufühlen. Aber es erschien mir äußerst wichtig. Und heute bin ich davon durchdrungen, d. h. Hingabe setze ich gleich mich Hingucken-Da-Sein-Aushalten-Stille-Sein.
    Für mich völlig unabdingbar, wenn ich das integrieren will, was gerade ansteht. Zum Beispiel, wenn ich eine Unaufrichtigkeit an mir feststelle, dass ich dann innehalte und mich hingebe, auszuhalten, dass da Unaufrichtigkeit ist, so dass die Aufrichtigkeit zutage gefördert werden kann. Im übrigen empfinde ich das auch als Liebe und Mitgefühl sowohl für mich selbst als auch für andere, wenn ich das denn erleben darf.
    _()_ Monika

  • wusheng
    Gast
    • 21. September 2011 um 21:55
    • #4

    Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die zu Hingabe fähig sind, dies meist ohne große Schnörkel tun, denn sie wissen aus einer tieferen Ebene heraus, was zu tun ist. Wenn man dies beobachtet, wirkt alles plötzlich einfach und einleuchtend. Solche Menschen sind meist sehr zufriedene Menschen, mit sich im Reinen.
    Kinder scheinen mir oft Dinge mit einer gewissen Hingabe tun zu können. Manch einer bewahrt sich diese Fähigkeit fürs Leben.
    Es ist meine Überzeugung, dass man die Fähigkeit der Hingabe erwerben kann durch Disziplin und geistige Kultivierung. Wer ernsthaft und in der täglichen Praxis dem Buddhadarma folgt, wird zur Hingabe fähig sein.
    Wusheng

  • Onyx9
    Gast
    • 21. September 2011 um 22:43
    • #5

    Hingabe ist sehr wichtig. Aber sie basiert auf Vertrauen - und einer freundlichen Sichtweise.
    Man betrachte nur mal eine Buddhafigur; dieses gelassene, freundliche, feste Ruhen im Betrachten.
    Selbst die Niederwerfungen üben die Hingabefähigkeit ein.
    Manchmal taucht Vertrauen in der tiefsten Niederlage auf; manchmal durch Verstehen der Lehre.
    Die freundliche Sichtweise aber müssen wir oft erst lernen oder verstehen wie elementar sie für die Praxis ist; denn dadurch dass wir oft in einen immerwährenden Kampf verstrickt sind, befinden wir uns in einem geistigen Zustand der Anspannung, Angst und Ablehnung. Wir verstehen für gewöhnlich nicht, daß das Buddhawesen bereits DA ist und daß der Schlüssel dies zu erkennen in der Hingabe, dem Mitgefühl, besteht.

  • Onyx9
    Gast
    • 21. September 2011 um 22:48
    • #6

    Bhante Nyanabodhi:

    http://www.youtube.com/watch?v=2qhFBC2_1R8

    Ich schätze Bhante sehr und in diesem Video spricht er ganz klar und besser als ich es könnte von der "Befreiung des Potientials unseres wahren Wesens".

    Durch Hingabe.

  • Raphy
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    • 21. September 2011 um 22:58
    • #7

    Danke erstmal an alle, für die tollen Antworten und die Links.
    Ich habe dazu gerade eigentlich auch nichts mehr zu sagen.

    Wer noch etwas schreiben möchte, ist sehr willkommen. :)

    Liebe Grüße

  • Grund
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    • 22. September 2011 um 05:45
    • #8
    Raphy:

    Als wie wichtig seht ihr Hingabe auf dem Weg?

    Da alles hinzugeben ist, sehr wichtig.


    Raphy:

    Nach meiner Erfahrung ist das eine der grundlegensten Faktoren in der spirituellen Praxis.


    Gibt diese Ansicht auch noch hin, mitsamt deiner spirituellen Praxis.

    Grüße
    TM

  • Klee
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    • 22. September 2011 um 10:01
    • #9

    Hallo zusammen,

    für mich hat Hingabe viel mit Vertrauen und dem Gefühl der (inneren) Geborgenheit zu tun, auch mit dem Gefühl mit und in Zuneigung und Vertrauen "abgeben" zu können.

    Herzliche Grüße

    "Klee"


    *******Den Charakter eines Menschen erkennt man nicht so sehr daran, was andere über ihn sagen, sondern daran, was er über andere sagt.******

    (unbekannt)

  • Raphy
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    • 22. September 2011 um 10:32
    • #10
    TMingyur:
    Raphy:

    Als wie wichtig seht ihr Hingabe auf dem Weg?

    Da alles hinzugeben ist, sehr wichtig.


    Raphy:

    Nach meiner Erfahrung ist das eine der grundlegensten Faktoren in der spirituellen Praxis.


    Gibt diese Ansicht auch noch hin, mitsamt deiner spirituellen Praxis.

    Grüße
    TM

    Alles anzeigen

    Sehe ich zur Zeit auch so. :)

    Liebe Grüße

  • Ryonin
    Gast
    • 22. September 2011 um 10:33
    • #11
    TMingyur:
    Raphy:

    Nach meiner Erfahrung ist das eine der grundlegensten Faktoren in der spirituellen Praxis.


    Gibt diese Ansicht auch noch hin, mitsamt deiner spirituellen Praxis.

    Naja, gehts nicht eigentlich um die Hingabe des Hingebenden? Aber das ist halt etwas, was nicht du tun kannst. Das ist meiner Meinung nach der Dreh- und Angelpunkt.

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 22. September 2011 um 10:53
    • Offizieller Beitrag
    • #12
    Ryonin:

    Naja, gehts nicht eigentlich um die Hingabe des Hingebenden? Aber das ist halt etwas, was nicht du tun kannst. Das ist meiner Meinung nach der Dreh- und Angelpunkt.

    Aber geht das nicht in der Form des Nicht-Tuns? So wie ein Mann zum Gelingen eines Frauentreffens positiv beitragen kann indem er nicht aufkreuzt.

  • j.d.
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    8. September 2011
    • 22. September 2011 um 10:54
    • #13

    Sich hinzugeben, bedeutet auch, an nichts anzuhaften. Loslassen zu können. Das fängt schon beim Schlaf an. Wie oft habe ich schon erlebt, daß ich einschlafen wollte und Probleme durch meinen Kopf gezogen sind, die mich am einschlafen gehindert haben. Auch das einschlafen wollen ist so eine Anhaftung, die man loslassen sollte.

    "Wer nichts will, keine Bedingungen stellt, wer loslassen kann, keine Erwartungen hat, wer sich hingeben kann, der bekommt alles."

  • monikamarie
    Gast
    • 22. September 2011 um 16:17
    • #14
    Claudia:

    Hallo zusammen,

    für mich hat Hingabe viel mit Vertrauen und dem Gefühl der (inneren) Geborgenheit zu tun, auch mit dem Gefühl mit und in Zuneigung und Vertrauen "abgeben" zu können.

    Ja, Claudia, und für mich ist Hingabe auch damit verbunden, im Moment des Innehaltens einen Wunsch, eine Erwiderung, ein Überzeugenwollen, ein Rechtfertigen ... einfach aufgeben zu können.
    _()_ Monika

  • monikamarie
    Gast
    • 22. September 2011 um 16:18
    • #15
    void:
    Ryonin:

    Naja, gehts nicht eigentlich um die Hingabe des Hingebenden? Aber das ist halt etwas, was nicht du tun kannst. Das ist meiner Meinung nach der Dreh- und Angelpunkt.

    Aber geht das nicht in der Form des Nicht-Tuns? So wie ein Mann zum Gelingen eines Frauentreffens positiv beitragen kann indem er nicht aufkreuzt.

    :lol::lol::lol:

  • monikamarie
    Gast
    • 22. September 2011 um 16:22
    • #16
    j.d.:

    Sich hinzugeben, bedeutet auch, an nichts anzuhaften. Loslassen zu können. Das fängt schon beim Schlaf an. Wie oft habe ich schon erlebt, daß ich einschlafen wollte und Probleme durch meinen Kopf gezogen sind, die mich am einschlafen gehindert haben. Auch das einschlafen wollen ist so eine Anhaftung, die man loslassen sollte.

    "Wer nichts will, keine Bedingungen stellt, wer loslassen kann, keine Erwartungen hat, wer sich hingeben kann, der bekommt alles."

    Ja, das hab ich auch schon oft erlebt, j.d., dass ich vom Endlich-Einschlafen-Wollen-Müssen losgelassen habe und schwupp war ich wech

    _()_ Monika

  • Matthias65
    Gast
    • 22. September 2011 um 16:28
    • #17

    Hat Hingabe nicht auch etwas mit Geben zu tun ? Da fallen mir die 4 Arten des Gebens ein:

    1.) Materiell
    2.) Dharma (guter Rat, nur wenn es gewünscht wird !)
    3.) Furchtlosigkeit
    4.) Liebe (Tantra)

    Eine weitere Form des Gebens sind die sogenannten "Opfergaben" . Wenn das nicht Hingabe ist ?

    Liebe Grüße
    Matthias

  • accinca
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    • 22. September 2011 um 18:14
    • #18
    Matthias65:

    Hat Hingabe nicht auch etwas mit Geben zu tun ?


    Eigentlich nicht. Hingabe bedeute das man etwas gerne macht.
    Ohne Hingabe bedeutet, das man es einem im Grunde völlig egal ist.

  • Grund
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    • 22. September 2011 um 20:44
    • #19
    Matthias65:

    Hat Hingabe nicht auch etwas mit Geben zu tun ?

    Klar "sich hingeben" "etwas hingeben" sonst hieße es nicht hin-geben, wenns nichts mit geben zu tun hätte.


    Grüße
    TM

  • brigittefoe
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    • 22. September 2011 um 23:17
    • #20

    Hingabe ist das Aufgeben
    seines angeblichen Selbstes;
    in eine Ordnung, die hinter allem Erkennbaren steht.
    Sich in den Fluß und die Bewegung zu begeben,
    die sich Schicksal oder Karma nennt,
    ohne dagegen aufzu - begehren.

    :|

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • accinca
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    • 23. September 2011 um 00:34
    • #21
    TMingyur:
    Matthias65:

    Hat Hingabe nicht auch etwas mit Geben zu tun ?


    Klar "sich hingeben" "etwas hingeben" sonst hieße es nicht hin-geben, wenns nichts mit geben zu tun hätte.
    TM


    Kann es natürlich, aber kann auch ganz verschieden verstanden werden.
    Daher ist "Hingabe" ein Wort was eigentlich nichts besagt.
    Jedenfalls muß es keinesfalls was positives sein "sich" hinzugeben.
    "Geben" muß hier auch keineswegs was positives sein.
    Es kommt halt darauf an was der Zusammenhang ist.
    Aus diesem Grunde ist falsche Hingabe auch falsch und unheilsam.
    Und rechte Hingabe heilsam in der Lehre des Buddha und das
    "Geben" bei der Hingabe muß keineswegs ein "Ab-geben" oder
    sogar "Auf-geben" sein. Es kann auch irgend eine x-beliebige Leidenschaft
    oder ideologischer Verbissenheit sein der sich jemand hingibt. Gier,
    Haß und Verblendung kann man sich hingeben. Auch das ist Hingabe.
    Und eigentlich sogar die Regel in der Welt. Und genau das ist es was bei der
    Glorifizierung der Hingabe als angeblich "buddhistisch" unangenehm aufstößt.

    Einmal editiert, zuletzt von accinca (23. September 2011 um 03:34)

  • accinca
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    • 23. September 2011 um 00:38
    • #22
    brigittefoe:

    Hingabe ist das Aufgeben
    seines angeblichen Selbstes;
    in eine Ordnung, die hinter allem Erkennbaren steht.

    Kann man ein "Selbst" denn aufgeben und was sollte das sein?

    brigittefoe:


    Sich in den Fluß und die Bewegung zu begeben,
    die sich Schicksal oder Karma nennt,
    ohne dagegen aufzu - begehren.

    brigittefoe:

    :|

    Dazu müßte man allerdings wissen in welche Richtung dieser Fluß ab geht.
    Und dann fragt es sich ob das heilsam oder unheilsam ist.

  • Grund
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    • 23. September 2011 um 06:28
    • #23
    accinca:

    Und genau das ist es was bei der
    Glorifizierung der Hingabe als angeblich "buddhistisch" unangenehm aufstößt.

    Wenns drückt darfst du gerne "Bäuerchen machen". :lol:


    Grüße
    TM

  • Lauscher
    Gast
    • 23. September 2011 um 07:49
    • #24
    brigittefoe:

    Hingabe ist das Aufgeben
    seines angeblichen Selbstes;
    in eine Ordnung, die hinter allem Erkennbaren steht.
    Sich in den Fluß und die Bewegung zu begeben,
    die sich Schicksal oder Karma nennt,
    ohne dagegen aufzu - begehren.

    :|

    Danke dir Brigitte, für die wunderschöne Beschreibung.

    _()_

  • hedin
    Gast
    • 23. September 2011 um 08:57
    • #25

    Hingabe…………………

    …….was und wem wird hingegeben ?

    hedin

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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