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  1. Buddhaland Forum
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Rechte Lebensweise im Zen - Kloster oder Kommune

  • Hanzze
  • 3. August 2011 um 17:19
  • Zum letzten Beitrag
  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 20:15
    • #26

    Ich gebe dir vollkommen recht, dass auch alle anderen Traditionen nach und nach dieser Verwirrung folgen. Und wenn du glaubst, das ich einer Tradition angehöre, oder diese als wahr richtig und den einzigen Weg beschreiben werden, hast du da etwas falsch angenommen. *schmunzel*

    Zitat

    Und nach Vinaya dürfte es kein einziges Kloster geben, sondern nur Viharas im Eigentum von Laien für die Regenzeit.


    Ist zwar nicht Thema dieses Treads ("Antaiji Sangha" unter Buddhistische Praxis), aber ganz so stimmt das nicht.

    Aber nun noch mal, hält man hier den achtfachen Pfad (den Buddhaweg) ein oder nicht? Und wie kann man dieses als eine rechte Lebensweise bezeichnen, wenn es nicht nur um eine Laienkommune geht?

  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 20:22
    • #27
    bel:
    Hanzze:

    und dort hin und wieder Mönche auftauchen. Warum jedoch dann das Kloster einen Abt hat der Mönch ist,


    Da taucht i.d.R. kein Bhikkhu auf (der müßte da nämlich auch arbeiten, denk ich mal :) - sicher bekäme er aber wie jeder andere Backpacker ne Mahlzeit) und der Abt ist auch kein Bhikkhu.

    Naja dann sind wir ja viele Themen schon los. Ich danke dir für deine Erklärungen und Erleuterungen und vielleicht möchtest du die eine oder andere Suggestion oder Dinge die man vielleicht missverstehen kann an den Gestalter der Seite weitergeben und auch noch einmal den Maschineneinsatz überdenken oder zumindest diese zur Diskussion bringen.

    Im übrigen bin ich sehr überzeugt (wenn das von dir richtig Vermittelt wurde), dass diese Institution sehr vielen weiter helfen wird und sicher gerade für moderen Menschen eine Möglichkeit bietet sich mit Samsara ausgiebiger und nicht ganz so verzerrt wie im normalen Leben auseinander zu setzen und früher oder später einen soliden Zugang zu den anderen Wahrheiten und dem Noblen Achtfachen Pfad zu finden.
    *schmunzel*

    In diesem Sinne Anamodana! Möge diese Unternehmen unzählige Wesen gefreihen und so wenig wie möglich zusätzliches Leid verursachen.

  • bel
    Gast
    • 6. August 2011 um 20:45
    • #28
    Hanzze:

    Ich gebe dir vollkommen recht, dass auch alle anderen Traditionen nach und nach dieser Verwirrung folgen. Und wenn du glaubst, das ich einer Tradition angehöre, oder diese als wahr richtig und den einzigen Weg beschreiben werden, hast du da etwas falsch angenommen.*


    Ja, die Ausrede kenne ich zur Genüge. Wasch mich - aber mach nicht naß.

    Hanzze:

    Aber nun noch mal, hält man hier den achtfachen Pfad (den Buddhaweg) ein oder nicht?


    Im Achtfachen Pfad steht nix von Bhikkhus und Haushältern - "Laien" kommen beim Buddha übrigens nicht vor, sondern nur Nachfolger.

    Zitat

    Und nach Vinaya dürfte es kein einziges Kloster geben, sondern nur Viharas im Eigentum von Laien für die Regenzeit.

    Hanzze:

    Ist zwar nicht Thema dieses Treads ("Antaiji Sangha" unter Buddhistische Praxis), aber ganz so stimmt das nicht.


    Natürlich stimmt das - keine Klöster, keine Tempel, sondern Viharas. Eigentum des Ordens war schon ein Kompromiß :lol: , den der Buddha selbst eingegangen ist, weil seine "Mönche" aus ner Ausnahme schon wieder ne neue Regel machen wollten.
    Übrigens, auch Antaiji ist kein Thema, sondern die "Antaiji Sangha Berlin" - deshalb warst Du schon mit Deinem ersten Beitrag OT.
    Du hättest das alles mit n bissel Aufmerksamkeit selbst nachlesen können - deshalb
    Bitte an Moderation - den ganzen OT-Kram löschen

    _()_

  • bel
    Gast
    • 6. August 2011 um 20:54
    • #29
    Hanzze:

    Ich gebe dir vollkommen recht, dass auch alle anderen Traditionen nach und nach dieser Verwirrung folgen.


    Es ist genau umgedreht - es gehört quasi zur Gründungsurkunde der Theravada unter Ashoka.

  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:00
    • #30

    Du bist ein Ausweicher *schmunzel* und siehst es offensichtlich als Angriff.

    zur OP:

    Zitat

    Eingeladen sind alle Leute, die schon in Antaiji waren, oder die planen, dort mal hinzugehen oder sich einfach für Praxis von Antaiji interssieren und in diesem Sinne üben wollen.

    Die Tendenz, dass sich speziell diese Laienformation stets über Mönche lustig macht und sich vergleichen möchte wo es doch gar nichts zu vergleichen gibt, kann man ja generell feststellen. Wo das hinführt, hast du vielleicht noch nicht verstanden, aber als Schriftgelehrter sicher schon oft gelesen. *schmunzel*

    Zitat

    Im Achtfachen Pfad steht nix von Bhikkhus und Haushältern - "Laien" kommen beim Buddha übrigens nicht vor, sondern nur Nachfolger

    Sicher gibt es einen weltlichen und einen überweltlichen Zugang, für jene die nicht wissen wo sie stehen und welchen Weg sie eigentlich gehen. *schmunzel*
    Laien, kommen sicher nicht vor, und der Audruck ist sicher auch ungeschickt, weil dann viele gleich denken: "und wer sind die Profis?" und fangen aus Unverständnis heraus an sich zu vergleichen und fühlen sich herabgesetzt und reagieren dann weiter falsch in ihrem Unverständis.

    Aber auch Haushälter ist heute unpopulär, und keiner Versteht den Sinn hinter diesem Wort. Einer der einem Haushalt, einer Kommune an einem Lebenswandel der sich nicht nur auf Almosen beschränkt festhält. Vielleicht sollten wir sie die Anständigen nennen, dass das in das heutige Weltbild passt.

    Aber nun wieder zu der letzten Frage hin: Wird dort der achtfache Pfad gegangen und wie grenzt man sich da von einem reinen Lebenswandel ab.

    Man kann es ja durchaus auch eine "Kommune der Anständigen Buddhisten" nennen, dann ist man ja mit Sicherheit alle die Schmarotzer und Bettler, Heuchler und Weicheier los. Dann kann man ja so richtige sauber wie schon immer angestrebt zur Tat schreiten.

    Japan verbindet ja viel mit Deutschland *schmunzel* Liegt wohl am Schnee.

    Zitat

    Bitte an Moderation - den ganzen OT-Kram löschen


    Wiederholungstäter, dass machst du doch immer wenn deine Versuche von Thema abzulenken fehlschlagen. *schmunzel*

  • sumedhâ
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:06
    • #31
    Hanzze:

    Wird dort der achtfache Pfad gegangen und wie grenzt man sich da von einem reinen Lebenswandel ab.


    du kannst dich mit dieser frage direkt an Muho wenden und bekommst mit sicherheit eine antwort aus erster hand.
    na wie wäre es mit einer mail an Muho? du kannst uns dann hier darüber berichten :)

  • bel
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:13
    • #32
    Hanzze:

    Die Tendenz, dass sich speziell diese Laienformation stets über Mönche lustig macht und sich vergleichen möchte wo es doch gar nichts zu vergleichen gibt,


    Du plapperst wieder: Ich habe einen Bhikkhu (die gibts nämlich auch im Zen) als Lehrer.

    Zitat

    Laien, kommen sicher nicht vor, und der Audruck ist sicher auch ungeschickt,


    Warum verwendest Du den dann?

    Zitat

    Wird dort der achtfache Pfad gegangen und wie grenzt man sich da von einem reinen Lebenswandel ab.


    Der Achtfache Pfad schließt ein und grenzt nicht ab. Man geht ihn oder nicht, es gibt keine "reinen Lebenswandel" daneben.

    _()_

  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:32
    • #33
    bel:
    Hanzze:

    Aber wir reden bei dem Kloster ja gar nicht über die Mönche, es kann ja durchaus sein, dass diese ihre Sache mit rechter Absicht tun. Oder betrifft diese Lebensweise auch die Mönche dort?


    Richtig, wir reden nicht über Bhikkhus, es gibt in Antaiji nämlich keine - das hätte Dir aber längst auffallen können.

    Nochmal auf das Thema kommend, wird auf der Seite folgendes erklärt:

    Zitat

    Er wurde 1968 in Berlin geboren und wuchs in Braunschweig und Tübingen auf. Mit 16 Jahren kam er mit Zazen in Kontakt und hatte bald den Wunsch, später in Japan als Zenmönch zu leben. Er studierte Japanologie, Philosophie und Physik in Berlin und für ein Jahr auch an der Universität Kyôto. Zu dieser Zeit, mit 22 Jahren, besuchte er auch zum ersten Mal das Kloster Antaiji und verbrachte dort 6 Monate.
    Abt Muho im Park

    Mit 25 Jahren, nach dem Abschluss der Universität, ordinierte Muhô in Antaiji und wurde so zum Schüler des damaligen Abtes, Miyaura Shinyû Rôshi. Außer in Antaiji verbrachte Muhô auch jeweils ein Jahr in dem Rinzai-Kloster Tôfukuji in Kyôto und Hosshinji in Obama, einem Priesterseminar der Sôtô-Schule.

    Nach Abschluss seiner Ausbildung in Antaiji erhielt Muhô die Übertragung des Dharma (Shihô) von seinem Meister Miyaura und wurde damit als eigenständiger Meister der Sôtô-Schule anerkannt.

    Daraufhin beschloss er, als Obdachloser im Schlosspark von Ôsaka zu leben, wo er für ein halbes Jahr ein Zengruppe leitete, bis ihn die Nachricht vom Tod seines Meisters im Februar 2002 erreichte. Im Frühjahr dieses Jahres wurde Muhô als Nachfolger seines Meister zum neunten Abt von Antaiji berufen.

    Hier lese ich von einem Mönch der Abt würde. Vielleicht ist dies aber nur schlecht formuliert. Oder schleiß Meister zu sein das Mönchsleben im Zen aus? *schmunzel*

  • monikamarie
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:44
    • #34

    wegen Irrtum gelöscht :lol:

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (6. August 2011 um 22:15)

  • bel
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:46
    • #35
    Hanzze:

    Hier lese ich von einem Mönch der Abt würde. Vielleicht ist dies aber nur schlecht formuliert. Oder schleiß Meister zu sein das Mönchsleben im Zen aus? *schmunzel*


    Gewöhn Dich doch mal dran, da steht nix von Bhikkhu. "Mönch" ist nur ne Gattungsbezeichnung, die ganz unterschiedliche Gelöbnisse (auch christliche) einschließt.

    _()_

  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:47
    • #36
    bel:
    Hanzze:

    Die Tendenz, dass sich speziell diese Laienformation stets über Mönche lustig macht und sich vergleichen möchte wo es doch gar nichts zu vergleichen gibt,


    Du plapperst wieder: Ich habe einen Bhikkhu (die gibts nämlich auch im Zen) als Lehrer.


    Dann siehst du diese Tendenz und den Zusammenhang mit dem organisierten Haushältertum im Zen nicht? *schmunzel*

    bel:
    Hanzze:

    Laien, kommen sicher nicht vor, und der Audruck ist sicher auch ungeschickt,


    Warum verwendest Du den dann?


    Wenn du nicht nur stets Satzteile rausklauben würdest, wurdest du gelesen haben, dass auch andere Bezeichungen für jemanden der Dharma nicht versteht und auch keine kulturelle Rücklage hat, negativ und bewertend sind. Aber jemand der Dharma versteht, wird sicher mit dem allgemein benutzen ausdruck und auch mit allen anderen Bezeichnungen die auf die Lebensweise hindeuten kein Problem haben. Ich nehme natürlich an, dass du dich sehr gut auskennst und auch alles was du weißt verstehst. *schmunzel*

    bel:
    Hanzze:

    Wird dort der achtfache Pfad gegangen und wie grenzt man sich da von einem reinen Lebenswandel ab.


    Der Achtfache Pfad schließt ein und grenzt nicht ab. Man geht ihn oder nicht, es gibt keine "reinen Lebenswandel" daneben.


    Dann folgt man dort dem Buddhaweg wie er es den Haushältern vorgeschlagen hat, kann ich das so richtig verstehen? Und du meinst, dass man als Haushälter einen reinen Lebenswandel führen kann?

  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 21:48
    • #37
    bel:
    Hanzze:

    Hier lese ich von einem Mönch der Abt würde. Vielleicht ist dies aber nur schlecht formuliert. Oder schleiß Meister zu sein das Mönchsleben im Zen aus? *schmunzel*


    Gewöhn Dich doch mal dran, da steht nix von Bhikkhu. "Mönch" ist nur ne Gattungsbezeichnung, die ganz unterschiedliche Gelöbnisse (auch christliche) einschließt.
    _()_


    Warum beantwortest du mir dann die Frage nach ob es dort einen Mönch gibt, mit der Antwort, es gibt dort keinen Bikkhu? *schmunzel* Du weichst stets aus und sprichst nicht klar.

  • bel
    Gast
    • 6. August 2011 um 22:05
    • #38
    Hanzze:

    Dann siehst du diese Tendenz und den Zusammenhang mit dem organisierten Haushältertum im Zen nicht?


    Es gibt solche Tendenzen, aber die sehe ich eher an anderer Stelle.

    bel:
    Hanzze:

    Laien, kommen sicher nicht vor, und der Audruck ist sicher auch ungeschickt,


    Warum verwendest Du den dann?


    Wenn du nicht nur stets Satzteile rausklauben würdest, wurdest du gelesen haben, dass auch andere Bezeichungen für jemanden der Dharma nicht versteht[/quote]
    Hier sind wir ganz unter uns.

    Hanzze:

    Dann folgt man dort dem Buddhaweg wie er es den Haushältern vorgeschlagen hat, kann ich das so richtig verstehen? Und du meinst, dass man als Haushälter einen reinen Lebenswandel führen kann?


    Wat Du nur immer mit Deinem "Reinen Lebenswandel" hast. Man "folgt" dem 8fachen Pfad. Und wenn man das tatsächlich tut, kommt auch der Punkt, wo man alles aufgibt. Mit oder ohne Vinaya.

    _()_

  • Hanzze
    Gast
    • 6. August 2011 um 22:09
    • #39

    Ich denke das ist ein schöner Schlußsatz. *schmunzel* Wenn es dir recht ist, bedanke ich mich hiermit für deine Geduld und Aufmerksamkeit.

    Man "folgt" dem 8fachen Pfad. Und wenn man das tatsächlich tut, kommt auch der Punkt, wo man alles aufgibt. Mit oder ohne Vinaya.

    Anamodana!

  • bel
    Gast
    • 6. August 2011 um 22:10
    • #40
    Hanzze:
    bel:


    Gewöhn Dich doch mal dran, da steht nix von Bhikkhu. "Mönch" ist nur ne Gattungsbezeichnung, die ganz unterschiedliche Gelöbnisse (auch christliche) einschließt.


    Warum beantwortest du mir dann die Frage nach ob es dort einen Mönch gibt, mit der Antwort, es gibt dort keinen Bikkhu?

    Hab ich doch gerade gesagt: Weil Du immer Mönch sagst und Bhikkhu meinst - drück Dich einfach präzise aus.

    _()_

  • void
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    • 19. August 2011 um 10:44
    • Offizieller Beitrag
    • #41
    Hanzze:

    Ich sehe in den Newage-Communen keinen Unterschied zu dem was vor vielen Jahrhunderten in Japan da vielleicht seinen Beginn genommen hat. Wer viel arbeitet und viel schaffen möchte wird auch viel verbrauchen müssen, dass ist ganz natürlich.
    Auch in den Theravadaländern gibt es Laienkommunen und Gruppierungen die alternative Lebensweisen erhalten versuchen, aber die würden sich nicht anmaßen sich Buddhistisches Kloster zu nennen. Das ist alles weltliches Leben und bedarf der Politik und reagiert auf Politik.

    Bei dir klingt das so, als wäre da eine New-Age-Kommune entstanden, die sich einer "alternativen Lebensweise" verschreibt nebenbei ein wenig meditiert. Und darin ein Projekt sieht um die Gesellschaft ein wenig besser zu machen.

    In Japan wurde der Buddhimus ja durch die Institutioalisierungen der Tokugawa-Shogunherrschaft sehr reglementiert und gleichgeschlatet. Gegenüber zolbatären Lebensformen wurde ein Modell mit lokale Tempel mit verheirateten Priestern angestrebt. Um demgegenüber authentischer Buddhimus zu praktizieren, macht es Sinn sich aus den Strukturen herauszubewegen. Um Buddhas Konzept von Hauslosigkeit näherzukommen praktizierte Muho beispielsweise unter Obdachlosen. Der Antaiji ist ein Versuch, von den mdoernen Städten wieder in die Natur zu gehen in dem Fall in eine Bergregion mit recht derben Klima. Alles Mögliche selbst anzubauen ist kein romantischer Öko-Modell-Selbstzweck sondern eine reine Reaktion auf auf die Abgelegenheit.

    Die Idee eines Zen-Klosters ist es das ernsthaft und aufrichtig Praktizierende sich an einem Ort zusammenfinden. Einen Mönch macht es aus, dass er dafür bestimmte Gelübte auf sich nimmt. Die nicht mit den zu Buddhas Zeiten gelehrten Mönchregeln übereinstimmen aber natürlich dennoch klar kodifiziert sind.

    Für mich ist das so, als würde man den Bundesgerichtshof nicht anerkennen, weil die Richter weder vom König bestellt sind noch weisse Perücken tragen. Also nur als eine Art unverbindliches Laienspiel, das so lange währt, bis Deutschland wieder einen König hat der echte legitime Richter ernennen kann.

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  • Hanzze
    Gast
    • 19. August 2011 um 11:40
    • #42

    Nach dem wir heute und hier natürlich auch das Problem der Tokugawa-Shogunherrschaft haben, verstehe ich das natürlich. *schmunzel* So wird aus einem Unvermögen oder einer spezifischen Situation eine Tugend.

    Ich stimme dir zu, dass dies eine schöne Gelegenheit für "modere" Menschen ist, zu erfahren wie das Essen gewöhnlich auf den Tisch kommt. Nur verstehe ich dann das "Modernisierungsstreben" und den Maschineneinsatz nicht. Aber mir ist klar, dass man heut zu Tage die Dinge ja nicht übertreiben möchte, so paßt sich die spezifische Tugend auch der modernen Zeit an. Wir und unsere Ideen wollen ja unter jedem Umstand überleben, da geht man schon Kompromisse ein.

    Ich denke den Mormonen geht's genau so *schmunzel* große Achtung vor der ursprünglichen Idee.

  • void
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    • 19. August 2011 um 15:39
    • Offizieller Beitrag
    • #43
    Hanzze:

    Nach dem wir heute und hier natürlich auch das Problem der Tokugawa-Shogunherrschaft haben..

    So wie in Europa das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Kirche das Ergebnis von dreissigjähigem Krieg und französischer Revolution sind, ist das auch in Japan Produkt der Geschichte. Nur weil wir jetzt keinen Shogun mehr haben können wir selbstverständlich aus dieser Zeit enstandenen Strukturen leiden.

    ich verstehe auch gar nicht, was für eine Art von Kritik du genau übst. Deine Ursprungsthese hier war doch wohl, das Budhisten nicht versuchen sollten, gesellschaftliche Experimente zu unternhmen (als was du den Antaiji wohl siehst) Wenn ich nun sagen, dass Muho im Gegenteil versucht, aus den verkusteten Strukturen des japnischen Buddhismus herauszufinden, dann scheint sich dein Hohn zweizuteilen.

    Einerseits wirfst du dem japanischen Buddhimus vor, dass er da in alten, aus der Feudalzeit überkommenen Strukturen operiert. Andererseits verurteilst du wohl auch den Versuch, da heruszufinden.

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  • Hanzze
    Gast
    • 19. August 2011 um 16:05
    • #44

    Ja weil dieser Versuch nicht zum Ursprung zurückführt, sondern noch mehr verstrickt. Das ist der Punkt.

    Sich an einer alten Tradition die in einem Mix mit dem Dharma entstanden ist zu halten ist gut, aber dabei hört es ja nicht auf. Da wird noch die "modere" Illusion von Maschinen zu nutzen ist nicht andere zu nutzen integriert.

    Ich trau es dem spirituellen Leiter des Projektes sogar zu ein Projekt, dass die Ursprüngliche Idee (Alternative) des Zenklosters auch wirklich lebt. Aber ich bin mir sicher, dass spätestens seine Frau nicht mitspielen wurde sich wie eine Frau in dieser Zeit zu verhalten. Daraus erfolgt dann die unweigerliche Tendenz in die moderne Illusion, die den Leuten dann auch noch vermittelt, dass weltliches Geschick und Triebsamkeit zu Frieden führt.

    Dies als Leben nach dem Dharma zu verkaufen und mit den Boddhisatvagedanken dann auch noch zu verbinden, denke ich ist nicht sehr zielführend. Noch einmal, es ist eine schöne Sache, aber sollte doch klar ausdrücken, dass es sich weder um Tradition noch um rechte Lebensweise nach dem Dharma handelt.

    Viele Menschen wissen nicht, was alles notwendig ist um ein Haus zu bauen und was es heißt ein Feld zu bestellen und wieviel unzähliges Leid man durch solche Dinge verursacht, vorallem wenn sie nicht notwendig sind sondern nur ein "wir machen es anders" sind.

    Verstehe es bitte auch nicht falsch, da es solche Projekte, in allen Traditionen gibt. Auch diese würde ich als "New Age - Kommune" bezeichnen.
    Wenn das Projekt so extrem seltsam wäre, wäre es auch nicht sinnvoll etwas anzuregen. Ich denke nur, dass man es etwas klarer beschreiben sollte (auch die persönlichen Umstände die zu den Kompromissen führen) und manche Dinge vielleicht noch einmal überdenkt, wenn das Projekt das Ziel hat den Menschen Samsara besser verständlich zu machen. *schmunzel*

  • void
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    • 19. August 2011 um 17:45
    • Offizieller Beitrag
    • #45
    Hanzze:

    Ja weil dieser Versuch nicht zum Ursprung zurückführt, sondern noch mehr verstrickt. Das ist der Punkt ...Dies als Leben nach dem Dharma zu verkaufen und mit den Boddhisatvagedanken dann auch noch zu verbinden, denke ich ist nicht sehr zielführend. Noch einmal, es ist eine schöne Sache, aber sollte doch klar ausdrücken, dass es sich weder um Tradition noch um rechte Lebensweise nach dem Dharma handelt.

    Man kann natürlich von dem historischen Buddha und seiner ursprünglichen Mönchgemeinschaft ausgehen. Und von da aus Mahayana und Zen als einen stufenweisen Abstieg, als eine Verquickung mit weltlichen Belangen ansehen.

    Von da aus kommt man zu einer Vorstellung von einer Zu-Bewahrenden-Reinheit. Einer Sphäre des heiligen Dharma , die von Verunreinigung geschützt werden muss. Und das geschieht durch Abgrenzung. Durch die Separierung von Samsara und Dharma. Durch besonders strenge, kaum zu befolgende Regeln und Ideale. Also das ein Bhikku keinerlei Tätigkeit nachgeht, die Leben verletzt.

    Ist es möglich, Heiligkeit durch Abgrenzung von Samsara zu erlangen? Im Idealfall bedeutet das Heilsames zu kultivieren und Unheilsames abzutun. Damit hat es viel mit Prozessen des Anhaftens gemeinsam, bei denen auch ein ideal angenähert wird, indem das ihm Widerstrebende abgetan und das Erwünschte vermehrt wird. Wegen dieser strukturellen Ähnlichkeit lässt es benutzten um Machtungleichgewichte herzustellen und die Verdrängung zu fördern.

    Man kann Befreiung auch anders verstehen, als etwas das in einem Abgrenzungskampf gegen Samsara steht. Das Wesen von Verblendung ist, dass sie partikular sind, das sie vom Beschränkten ausgehen und alles anderes andere ausblenden. Von daher kann die Befreiung als etwas verstanden werden, was über diese Beschränkungen hinweggeht und sie trotzdem mit einschliesst. Also ein integrativer, offener Ansatz wie er sich im Herzsutra ausdrückt.

    "Was sich die Leute alles audenken", wirst du sagen, "um Samsara und Dharma zu verpanschen und dann zwischen Meditaionshalle und Frau und Kindern pendeln. Statt derelei Konfusion ist es besser entweder ein Bhikku zu sein oder nicht." Damit wir verblendeten Wesen den heiligen Dharma nicht verschmutzen und die Arme der Bodhisattvas leidende Wesen nicht berühren.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • bel
    Gast
    • 19. August 2011 um 18:38
    • #46
    Hanzze:

    Ja weil dieser Versuch nicht zum Ursprung zurückführt,


    Was soll denn das sein: "Ursprung"? - das existiert doch nur in Deinem Kopf.

    Hanzze:

    Dies als Leben nach dem Dharma zu verkaufen und mit den Boddhisatvagedanken dann auch noch zu verbinden, denke ich ist nicht sehr zielführend.


    Mit "Leben nach dem Dharma" meinst Du offenbar: Leben nach dem Vinaya - ein Leben, wozu Dich selbst nicht in der Lage siehst - Du redest also, wenn Du davon sprichst, von ungelgten Eiern

    Hanzze:

    Sich an einer alten Tradition die in einem Mix mit dem Dharma entstanden ist....


    Sie ist vorallem deshalb entstanden, weil Leute wie Du schon vor 1500 Jahren immer vom "Leben nach dem Dharma" geschwätzt haben, ansonsten aber in ihrem Bettchen liegengeblieben sind und von dort aus den Dharma mit der Schriftenrolle dirigieren, sprich, so anderen erklären wollte, was "Leben nach dem Dharma" ist :lol:

    Hanzze:

    aber dabei hört es ja nicht auf. Da wird noch die "modere" Illusion von Maschinen zu nutzen ist nicht andere zu nutzen integriert.


    Erklär Du doch mal, warum Du "Maschinen" als etwas geradezu Dämonisches ansiehst, und offenbar unvereinbar mit einem "Leben nach dem Dharma"

    Hanzze:

    dass die Ursprüngliche Idee (Alternative) des Zenklosters auch wirklich lebt.


    Auch hier wieder, was soll denn die "ursprüngliche Idee (Alternative) des Zenklosters" sein?

    Hanzze:

    die den Leuten dann auch noch vermittelt, dass weltliches Geschick und Triebsamkeit zu Frieden führt.


    Nach meinem Eindruck wird das nicht vermittelt - und da wo weltliches Ungeschick und Trieblosigkeit vermittelt wird, ist schon überhaupt kein Frieden zu finden, nach meiner Beobachtung eher Schlaffheit und Bigotterie.

    Hanzze:

    Viele Menschen wissen nicht, was alles notwendig ist um ein Haus zu bauen und was es heißt ein Feld zu bestellen und wieviel unzähliges Leid man durch solche Dinge verursacht, vorallem wenn sie nicht notwendig sind....


    Aha, ein Feld zu bestellen (auch mit Maschinen) um Nahrung zu haben, verursacht "unzähliges Leid" und ist nicht notwendig?
    Nun, jeder Vinaya-Mönch lebt genau davon - auch wenn es nicht extra für ihn geschieht - er ist unlösbares Teil dieses Prozesses. Selbst Schale und Gewand sind mit Machinen hergestellt, und der Stoff kam selbst zu Zeiten Buddhas nicht mehr vom Leichenfeld und in den heutigen Theravada-Ländern kommt er sogar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus China oder ist mit Kinderarbeit hergestelltl.
    Aber viele Leute machen sich das Leben nach dem Motto "Aus dem Auge, aus dem Sinn" ziemlich simpel - nur hat das erst recht nichts mit dem Dharma zu tun.

    void:

    "Was sich die Leute alles audenken", wirst du sagen, "um Samsara und Dharma zu verpanschen und dann zwischen Meditaionshalle und Frau und Kindern pendeln. Statt derelei Konfusion ist es besser entweder ein Bhikku zu sein oder nicht." Damit wir verblendeten Wesen den heiligen Dharma nicht verschmutzen und die Arme der Bodhisattvas leidende Wesen nicht berühren.


    Ja wenn er denn wenigstens danach leben würde, hätte man ja möglicherweise ne Diskussionsgrundlage.

    _()_

  • Benkei
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    • 19. August 2011 um 19:32
    • #47

    Namaste!

    Hanzze:

    Ja weil dieser Versuch nicht zum Ursprung zurückführt, sondern noch mehr verstrickt. Das ist der Punkt.


    Ich denke beim Antaiji kann man eher von einem traditionellen Zen-Tempel sprechen als bei man anderem japanischen Tempel, welcher einzig dazu dient, eine Kaste von Familien-Priestern heranzubilden, welche absolut vergleichbar ist mit den hiesigen evangelischen Pfarrern [ohne Wertung!].

    Die Abkehr vom 250-Regel-Vinaya fand bereits vor dem Tokugawa-Shogunat statt. Sie wurde durch den Tendai Shû-Gründer Dengyo Daishi Saicho eingeleitet und später in verschiedene Richtungen fortgeführt. So war z. B. auch Dôgen Zenji kein ordinierter Bhikkhu, sondern eben "nur" ordinierter Tendai-Mönch.

    Der Grundkonsenz an Regeln blieb in Japan bis heute das Mahayana Brahmajala Sutra, bzw. dessen Zehn Hauptgelübde. Darüber hinaus erfolgt die Reglementiertung über die jeweiligen Klostervorschriften der einzelnen Tempel und Klöster.

    Warum sollten die japanischen Zen-Schulen nun wieder den Vinaya einführen [die Shingon-Ritsu Shû hatte das im 13. Jh. für sich mal "eigenmächtig" getan]?

    Für Zen-Mönche und -Nonnen besteht ja immer die Möglichkeit, sich in Korea, Taiwan oder Vietnam (zusätzlich) nach dem Vinaya ordinieren zu lassen, was ja auch schon einige getan haben. Aber wieso sollte man dies für alle Zen-Mönche vorschreiben?

    Ich glaube das wirkliche Problem sind falsche Vorstellungen. Manche Menschen denken einfach, dass ein buddhistischer Mann mit Glatze alle 250 Regeln einhalten muss.

    Ich denke es ist wichtiger, dass man die Regeln einhält, die man angenommen hat. Was nützen 250 Regeln, wenn man nachher doch vier Seidenroben besitzt, First-Class fliegt, sich in einer Limosine herumfahren lässt und die meiste Zeit am Handy oder im WWW verbringt, anstatt auf dem Kissen bzw. beim Samu?

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Hanzze
    Gast
    • 20. August 2011 um 07:21
    • #48
    bel:
    Hanzze:

    Ja weil dieser Versuch nicht zum Ursprung zurückführt,


    Was soll denn das sein: "Ursprung"? - das existiert doch nur in Deinem Kopf.


    Aus den Ursprung sehe ich eine Lebensweise wie Buddha gefolgt ist und wie er sie auch empfohlen hat, wie auch seine Schüler. Was immer in die Richtung führt wird seine Früchte tragen, was immer davon wegführt, wird eben die Vinaya in Vergessenheit geraten lassen und damit das Dharma (Lehre). Dabei geht es nicht um eine starre Lebensweise sonderen ein Schritt für Schritt danach streben und anpassen an die Einsicht die man gewinnt.
    Selbst eine Lebensweise die man dort in dieser Kommune führt kann für den einen oder anderen ein Schritt nach vorne sein, mit der Betonung "Das ist unsere Lebensweise, wir machen das mit Boddhisatva - Haltung, vermittelt man den Eindruck, dass dies ein ideal sei und würde Menschen, die von Toten abstehen, von Nehmen was nicht gegeben ist abstehen usw. in eine Zwangssituation bringen, ihre Tugendregeln (Einsichten) zu übergehen.
    Für manche mag es passen und sicher auch für jene, die sich eine Absicht zusammen gebastelt haben, die einem Unvermögen entspricht. Zur Gefahr wird es, wenn man ein Unvermögen zu einer Tugend macht und dass sollte zum Ausdruck gebracht werden, das gerade dass nicht passiert.

    bel:
    Hanzze:

    Dies als Leben nach dem Dharma zu verkaufen und mit den Boddhisatvagedanken dann auch noch zu verbinden, denke ich ist nicht sehr zielführend.


    Mit "Leben nach dem Dharma" meinst Du offenbar: Leben nach dem Vinaya - ein Leben, wozu Dich selbst nicht in der Lage siehst - Du redest also, wenn Du davon sprichst, von ungelgten Eiern


    Nein, aber die Möglichkeit, dahin zu streben und nicht einen Kompromiss zu etwas zu machen, was er nicht ist.

    bel:
    Hanzze:

    Sich an einer alten Tradition die in einem Mix mit dem Dharma entstanden ist....


    Sie ist vorallem deshalb entstanden, weil Leute wie Du schon vor 1500 Jahren immer vom "Leben nach dem Dharma" geschwätzt haben, ansonsten aber in ihrem Bettchen liegengeblieben sind und von dort aus den Dharma mit der Schriftenrolle dirigieren, sprich, so anderen erklären wollte, was "Leben nach dem Dharma" ist :lol:


    Entstehen tut so etwas, wenn man entweder etwas am Leben erhalten möchte, oder missionieren möchte und wenn man sich in einem Land aufhält, dass die Umstände (klimatisch) für eine rechte Lebensweise nur schwer möglich macht. Sicherlich hast du recht, g'scheit reden ist noch lange nicht tun. Ich sehe dies auch nicht als einen Vergleichswettbewerb, sondern als eine Diskussion, die vielleicht den einen oder anderen zum nachdenken anregt. Praktizieren muß man immer selbst und nur für sich selbt.

    bel:
    Hanzze:

    aber dabei hört es ja nicht auf. Da wird noch die "modere" Illusion von Maschinen zu nutzen ist nicht andere zu nutzen integriert.


    Erklär Du doch mal, warum Du "Maschinen" als etwas geradezu Dämonisches ansiehst, und offenbar unvereinbar mit einem "Leben nach dem Dharma"


    Wenn du es nicht siehst und erkennst, dass alles seine Ursache und Wirkung hat, und das Maschinen nichts anderes ist als anderes Leben für seine Bequemlichkeit zu nützen, dann kann ich da nicht helfen. Das muß man selber erkennen. Vielleicht hilft dir aber die einfache Formel: Geld ist Energie, Energie ist Leben, wenn du nicht siehst was hinter der Maschine und dem Treibstoff steht.
    Vielleicht aber eine kleine Geschichte:
    Man hatte uns gebeten in einem Kloster behilflich zu sein und dort zu leben. Am dritten Tag war da lautes Motorengeräusch zu hören. Als ich nachsah, was das war, musste ich junge Mönche sehen, die mit Motorrasentrimmer gewappnet mit Gummistiefel und Schutzbrille den Rasen niedermezelten. Damal dachte ich noch, dass man als Mönch umsichtig ist und so wollte ich ihnen vorsichtig eine alternative Geben. Ich ging in den Wald und an einer Lichtung stand eine Brahmanenkuh angebunden in der prahlen Sonne. Ich ging zu der Kuh band sie los und sie folgte mir. Dann setzte ich mich an den Rand der Wiese und ließ die Kuh das schmackhafte Gras essen. Weiter mähend hatten die Mönche den Wink nicht verstanden. Irgendwann war die Wiese abgemäht und die Kuh fand nichts mehr zu essen, dann brachte ich sie zurück.
    Beim nächsten Zusammentreffen mit dem Finanzchef dort, fragte ich ihn um das Budget und wie das geld genutzt wird. Er erzählte mir, dass etwa 1000 $ im Monat für Treibstoff ausgegeben wird und das Budget das für die zusätzliche Nahrungsversorgung etwa ein Drittel davon ist.
    (Dazu ist vielleicht auch zu bemerken, dass das Land um dieses Kloster nach dessen Errichtung ganzlich von Ausländern aufgekauft wurde und die Preise für Einheimische unerschwinglich sind. Die Kühe vertreibt man, weil sie auch die „schönen“ Plfanzen fressen. Dafür kommen (meist unerlaubt) Grasschneider (die das Gras händisch in den Bereichen, die noch wild sind schneiden) und leben vom Verkauf dieses Grases. Das notwendige Einkommen für eine Person liegt bei etwa 50$. Das heißt man könnte für das Geld das man in Treibstoff investiert – die Auswirkungen des Handels und auf die Natur gar nicht angesprochen - leicht 20 Grasschneider oder Kuhhüter beschäftigen)
    Die Spender wollen ja eine „schöne“ Anlage haben...
    Beim nächeten Treffen mit den Mönchen fragte ich sie, ob warum sie Gummistiefel, Kopfbedeckungen und andere Kleidung tragen. Zum Schutz, da bei der Arbeit ja viele herumfliegt. Auf die Frage, ob ein Mönch so etwas tragen darf, antworteten sie verlegen nicht.
    In der Diskussion (natürlich auch etwas über die Vinaya Regeln – ich kannte sie zu dieser Zeit nicht und auch wusste ich nicht, dass Mönche ganz klar keine Planze verletzen dürfen, nichtverletzen war für mein Verständnis vollkommen genug) erklärten sie dann, dass sie nur einen Auftrag ausführen.
    Am nächtsen Tag borgte ich mir von einer ärmlichen Familie die am Rande des Klosters lebte eine Sichel aus, begab mich wieder in die Nähe der mähenden Mönche und begann das Grass mit der Sichel achtsam um keine Tiere zu verletzen zu schneiden.
    Bei einer weiteren Diskussion mit den Mönchen, fragte ich sie, wie und was genau der Abt ihnen aufgetragen hat zu tun. Sie erklärten, dass er bevor er sich auf seine Reise begab mit ihnen sprach. „Weist du was das ist?“, und hielt ein Messer in die höhe. „Ja ein Messer.“ „Kannst du damit umgehen?“ „Ja.“ Gut, kümmert euch mit den Geräten die da sind darum, das Kloster schön zu halten.
    Sie hatten sich jedoch für die Maschinen entschieden, da natürlich viele Lebewesen im Dickicht und im Gras leben und sie natürlich Angst hatten vor den Schlangen, Skorpionen und sonstigem Getier.
    Auf die Frage, ob es ihnen nichts ausmache, das sie Lebewesen töten, antworteten sie, dass sie ja nur Gras schneiden und keine Tiere verletzen. Sie verstanden es nicht, dass man mit der Maschine, wiel man eben nicht achtsam arbeiten kann, Tiere tötet. So borgte ich mir von ihnen einen Trimmer aus, drehte ihn auf Hochturen und ging auf sie zu. Einige sprangen weg, einige blieben vertauensvoll stehen. Einige hatten verstanden, einige waren zornig.
    Einer der Mönche saß eines Tages im Gras und schaute traurig. Ich setze mich dazu und er begann über das Leiden unter der Pol Pot Zeit zu sprechen und wie arm seine Leute doch waren und dadurch sind. „Dieser Mörder...“ Ich fragte ihn, ob er weiß, ob Pol Pot getötet hat und ob er mit Sicherheit weiß, ob er manche Dinge die geschähen sind auch so wollte. Letztlich liegt es immer an der einzelnen Person ob man tötet oder nicht. Wenn man dann später etwas erkennt, sucht man gerne einen schuldigen, einen der das beauftragt hat. So kann ein Abt z.B. auch leicht zu einem Pol Pot werden.
    Einige der leitenden Mönche zogen ihre Schlüße aus den Geschichten und kamen auf die clevere Idee (da Geld ja nicht so ein Problem war) junge Männer aus dem nächstgelegenen Dorf zu engachieren um den Rasen zu mähen, natürlich würden sie nicht viel bekommen (ist ja eine gute Tat...) und es mit den Maschinen machen dürfen (Treibstoff gibt es ja genug). Aus meiner Sicht damals (und auch heute noch) war es noch schlimmer andere zu unheilvollem aufzufordern (auch wenn jenen das nicht bewusst ist) als es in seiner Not selbst zu tun.
    In dem Tempel um dem die jungen Bauern mähten, waren hunderte kleine Buddhastatuen. Während die Jungs im Getöse mähten, trug ich eine Buddhastatue nach der anderen hinaus und setzte sie ins hohe Gras. „Achtet auch die Buddhastatuen!“. *fffatz* die erste Statue war enthauptet. Aufgeregt erzählten sie dem Laien, der den Temple bewachte was geschehen war.
    „Ich verstehe eure Aufregung nicht. Das ist ein Stein. In dem Gras gibt es so viele Lebewesen, da habt ihr nie ein Problem damit“, erwiderte ich auf die hysterischen Schrei und Drohungen. Nach der Drohung, wir werden das dem Abt erzählen, bat ich sie darum dies ganz genau zu tun.
    Viel änderte sich aus allen Erklärungsversuchen und Darstellung möglicher Alternativen nicht.
    Als ich später dann den Abt kennen lernete und er mir erklärte, dass das halt so ist und das sie für das Leben der Lebewesen gebete sprechen, war es auch an der Zeit zu gehen.
    Sicher ist das nur eine kleine Geschichte die nicht alles tranportiert, aber vielleicht kann der eine oder andere darin sehen, dass die Ursache des ganzen Problemes nur jenes war, weil man sich einbildete einen Tempel erhalten zu müssen und um dies zu können und auch Leute kommen (anhaftend an Sinnlichkeit und schönen Dingen) die das Rad am laufen lassen.
    Das Kloster würde wie so viele Kloster zu einem alternativen Lebensunterhalt und immer hat es auch mit der Familie und Möglichkeiten für diese zu tun. Das Rad des Leidens, das aus dem nicht loslassen und erhalten wollen entsteht.
    Aber auch in diesem Kloster lebten einige Laien, die ihren Lebensunterhalt mit Spenden von Besuchern kleinen Geschäften (wie Verkauf von Früchten) und etwas händischem Gemüßeanbau erhielten, ja sogar mit anderen teilten und auch die Mönche mit Gaben versorgten. Jeder dort hatte auch die Möglichkeit so zu leben wie es seiner Tugend entspricht, so konnte dort jeder vom anderen lernen.

    bel:
    Hanzze:

    dass die Ursprüngliche Idee (Alternative) des Zenklosters auch wirklich lebt.


    Auch hier wieder, was soll denn die "ursprüngliche Idee (Alternative) des Zenklosters" sein? .


    Ich denke, dass die ursprüngliche Idee der Tradition jene war, so gut wie möglich in einer unpassenden Atmospäre zu praktizieren und dennoch ein Umfeld zu schaffen, dass so wenig wie möglich Leid verursacht. Wenn man das aber noch mit der „moderen“ Verblendung vermischt ist auch diese Modell, ob es nun in einer anderen Welt anstrebenswert ist oder nicht, weder für die Tradition noch für die Praxis sehr Zielführend und weicht beides auf.

    bel:
    Hanzze:

    die den Leuten dann auch noch vermittelt, dass weltliches Geschick und Triebsamkeit zu Frieden führt.


    Nach meinem Eindruck wird das nicht vermittelt - und da wo weltliches Ungeschick und Trieblosigkeit vermittelt wird, ist schon überhaupt kein Frieden zu finden, nach meiner Beobachtung eher Schlaffheit und Bigotterie.


    Ohne neue Energie läuft der Motor nicht weiter. Die rechte Absicht ist der springende Punkt. Schaffen wollen und um des Schaffens willen zu leben ist sehr „moderen“ und ohne mehr und besser und schneller, kommt es meist auch zum erliegen und ich gebe dir recht auch zu Frusterscheinungen, wenn man kein Tor sieht.
    Wenn man Dinge sehr achtsam erledigt, wird einem weder langweilig, noch wird man schläfrig und das was man zum Leben braucht kann man durchaus auch achtsam machen und braucht nicht Arbeit und Praxis trennen.

    bel:
    Hanzze:

    Viele Menschen wissen nicht, was alles notwendig ist um ein Haus zu bauen und was es heißt ein Feld zu bestellen und wieviel unzähliges Leid man durch solche Dinge verursacht, vorallem wenn sie nicht notwendig sind....

    Aha, ein Feld zu bestellen (auch mit Maschinen) um Nahrung zu haben, verursacht "unzähliges Leid" und ist nicht notwendig?
    Nun, jeder Vinaya-Mönch lebt genau davon - auch wenn es nicht extra für ihn geschieht - er ist unlösbares Teil dieses Prozesses. Selbst Schale und Gewand sind mit Machinen hergestellt, und der Stoff kam selbst zu Zeiten Buddhas nicht mehr vom Leichenfeld und in den heutigen Theravada-Ländern kommt er sogar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus China oder ist mit Kinderarbeit hergestelltl.
    Aber viele Leute machen sich das Leben nach dem Motto "Aus dem Auge, aus dem Sinn" ziemlich simpel - nur hat das erst recht nichts mit dem Dharma zu tun.


    Zweck der Praxis ist das Leiden zu erkennen, ihre Ursachen zu erkennen, und einen heilsamen Weg (der seinem Bewusstsein entspricht) zu gehen und nicht die eine oder andere weltliche Lebensweise als eine anzustrebende zu propagieren (manchmal einfach aus Auswegslosigkeit tolarieren) und dabei geht es immer um einen selbst.
    Die Absicht zählt, auch wenn sie noch so subtil ist und der Weg der Hauslosigkeit und entsprechend der Empfehlung Buddhas ist nur zu nehmen was frei gegeben ist. Ich gebe dir vollkommen recht, dass die Dinge heute in Asien ganz anders rennen und es nur sehr wenige Mönche gibt, die z.B mit einer Robe entsprechend der Vinaya versorgt werden.
    Es wäre dumm zu denken, dass das Dharmaverständis mit Tradition oder Nationalität zu tun hat. Dharma ist überall zumeist nur mehr ein Geschäft und das Töten im Namen Buddhas ist großer als je zuvor. Wenn die Sangha einmal korrupt ist braucht es Laien wie auch Mönche dazu, die dieses zu dem machen was es ist.

    bel:
    void:

    "Was sich die Leute alles audenken", wirst du sagen, "um Samsara und Dharma zu verpanschen und dann zwischen Meditaionshalle und Frau und Kindern pendeln. Statt derelei Konfusion ist es besser entweder ein Bhikku zu sein oder nicht." Damit wir verblendeten Wesen den heiligen Dharma nicht verschmutzen und die Arme der Bodhisattvas leidende Wesen nicht berühren.


    Ja wenn er denn wenigstens danach leben würde, hätte man ja möglicherweise ne Diskussionsgrundlage.


    Sinn und zweck ist es sich nicht zu vergleichen, aber Sinn und zweck ist es das Dharma verständlich zu machen und Sinn und zweck ist es auch das zu Teilen, was man selbst verstanden hat.
    Diskussionsbasis ist das Dharma und nicht das eine oder andere Ideal.
    Mana (sich Vergeichen, besser, schechter oder gleich) sollte nicht das Hinderniss zur höchsten Frucht sein. Dharma ist auch zugänglich wenn kein Buddha da ist und die Quelle ist das eigene Herz. Daran sollte man sich immer orientieren und nicht an Geschichten, Büchern und Tradition auch wenn man diesen stets etwas für sich entnehmen kann.

    Ach japanische Schuhplattelvereine finde ich schön. Über jemanden der in der Großstadt in seinem Vorgarten in einem Vigwam ein Indianerleben führen möchte denkt man sich seinen Teil. Aber auch das kann eines Tages weiter helfen. Kultur und das Fremde erzeugt oft auch eine zündende sinnvolle Motivation.

    Ich bin überzeugt, das man ein sehr heilsames alternatives Leben führen kann, wenn die jenen, die mitarbeiten die Absicht richtig verstehen und es stets als Weiterentwicklung sehen und nichtverletzen immer im Focus haben. Man kann auch sehr gut im Einklang mit der Natur und von der Natur leben, jedoch erfordert dies eine sehr hohe Spiritualität und Achtsamkeit. Mit der natur zu kommunizieren, ist aber etwas, dass oft dem "modernen" Geist widerstrebt und ihm zu mystisch erscheint. Ich freue mich, wenn die Motivation (so sie eine heilsame ist) von allen Beteiligten des Projektes richtig verstanden wird und seinen guten lauf nimmt und vielleicht einige das höchste Glück über diesen Weg und einen anderen Pfad entdecken.
    Ich wünsche mir auch, das diese Diskussion den Leiter in seiner Absicht unterstützt und vielleicht etwas erklärt was er selbst nicht aussprechen kann. Auch ein Bodhisattva kann nur dann gut wirken, wenn seine Schüler es richtig verstehen und nicht alles kann man erklären.
    Vergesst nie, nichts ist schneller und heilsamer getan als mit eigenen Kraft und dem was man wirklich zur Verfügung hat. Kein Fahrzeug ist letztlich schneller als jemand der einfach geht.

    *schmunzel*

  • Hanzze
    Gast
    • 20. August 2011 um 08:01
    • #49
    Benkei:

    Namaste!

    Hanzze:

    Ja weil dieser Versuch nicht zum Ursprung zurückführt, sondern noch mehr verstrickt. Das ist der Punkt.


    Ich denke beim Antaiji kann man eher von einem traditionellen Zen-Tempel sprechen als bei man anderem japanischen Tempel, welcher einzig dazu dient, eine Kaste von Familien-Priestern heranzubilden, welche absolut vergleichbar ist mit den hiesigen evangelischen Pfarrern [ohne Wertung!].


    Ohne Wertung ist nett *schmunzel* du hast wahrscheinlich recht und dennoch sollte Vergleichen nicht das Ziel sein, sondern weiter streben und verbessern seiner Tugend. Es gibt heilige Menschen aber es gibt keine Heilige weltliche Institution. Sangha wir oft als Institution missverstanden. Auch ich halte nichts von Modellen und selbst eine Vinaya ist nicht notwendig (war ja gegeben, als schwachverständliche sich der Sangha angeschlossen hatten und die gruppe größer und größer wurde) wenn man stets reflektiert und stets alle Speichen des achtfachen Pfades bemüht ist zu verlängern, passiert das alles von alleine. Auch die Sangha und deren Gepflogenheiten sind kein starres Modell, in Tugend perfektioniert kommt man von alleine zu einem Leben wie es Buddha führte.
    Sich gleich damit zu befassen und den Rat zu leben, mag vielleicht nicht für alle Sinnvoll sein. Man kann dem Rat des Vaters folgen und eines Tages verstehen (Sicherste Weg), man kann versuchen ihn zu imitieren und ihn zu verstehen (kann sehr in die Hose gehen). Ein Optimum ist vielleicht beides Hand in Hand zu tun.

    Das gefährlichste in der Praxis ist wenn man glaubt schon irgendwo angekommen zu sein und seine Ansichten um diese Illusion errichtet und zur Tugend und vielleicht auch Empfehlung für andere macht. Verantwortung die man "über"-nimmt wird man nicht so schnell wieder los und sie trägt sich sehr schwer. Man kann auch jenem der sie "über"-nommen hat, wenn man das erkennt, vielleicht wieder etwas abnehmen und sein es damit, dass man beginnt es richtig zu verstehen.

  • bel
    Gast
    • 20. August 2011 um 12:03
    • #50

    Also lieber Hanzze, zunächst vielen Dank für Deinen ernsthaften Beitrag - auch deswegen, weil wir dadurch die Gelegenheit haben über ganz prinzipielle Dinge zu sprechen und nicht über einen Ort, den wir beide nicht aus eigenem Erleben kennen - noch nicht :lol:

    Hanzze:
    bel:


    Was soll denn das sein: "Ursprung"? - das existiert doch nur in Deinem Kopf.

    Aus den Ursprung sehe ich eine Lebensweise wie Buddha gefolgt ist und wie er sie auch empfohlen hat, wie auch seine Schüler. Was immer in die Richtung führt wird seine Früchte tragen, was immer davon wegführt, wird eben die Vinaya in Vergessenheit geraten lassen und damit das Dharma (Lehre). Dabei geht es nicht um eine starre Lebensweise sonderen ein Schritt für Schritt danach streben und anpassen an die Einsicht die man gewinnt.


    Da stimme ich Dir zu - bis auf die Bedeutung, die dem Du dem Vinaya(Pitaka) zumißt - davon ist dann auch die Bedutung von "Dharma" betroffen. Im südlichen Buddhismus meint man mit Vinaya den Regel-Korb und mit Dharma den Schriften-Korb. Der Dharma ist aber im Zen vorallem das was nur durch Erwachen überlebt, und Vinaya das natürliche Verhalten der Buddhas.
    Es sollte Dir klar sein, daß gerade die Regeln des Vinaya-Pitaka Ergebnis eines gesellschaftlichen Diskurses, ein "Kompromiß" waren, denn sie entstanden erst, als der Zulauf zum Buddha ein Massenphänomen mit gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen wurde. Es liefen nämlich der Oberschicht auf einmal die Stammhalter weg - und nicht wie bisher nur die alten Männer - und notwendigen Arbeitskräfte aus den unteren Schichten und später auch noch die Frauen.
    Das rüttelte an den Grundfesten dieser Gesellschaft, ökonomisch wie ideologisch, an deren Überlebensfähigkeit - und dem hat sich der Buddha sehr wohl "gebeugt", sonst hätte man zur damaligen Zeit von Seiten der Herrscahft sehr kurz und schmerzhaft durchgegriffen, die "personale Decke" war damals nämlich recht dünn - und nicht wie seit geraumer Zeit durch Überbevölkerung bestimmt.
    Die Bodhisattva-Gelöbnisse sind nach meinem Verständnis anderer Natur: sie umfassen erstens - und das ist äüßerst wichtig dies zu begreifen, alle Verhaltensmerkmale wie sie auch im Sutta-Pitaka zu finden sind - es sind keine anderen, geringeren oder unvollständige. Und sie tragen genau der Tatsache Rechnung, daß ihr wahrer Inhalt erst mit der Einsicht als Folge des danach geführten Lebens erfahrbar wird. Deshalb unterscheiden Bodhisattva-Gelöbnisse auch nicht zwischen Hausleuten und Hauslosen, es sind textlich die selben - nur das Verständnis ist möglicherweise ein anderes. Und deshalb sind sie auch unabhängig von gesellschaftlichen Kompromißerfordernissen, sie sind ein innerer Wegzeiger - und deshalb eigentlich erst für Leute bestimmt, die das schon eingesehen haben.

    Hanzze:

    "Das ist unsere Lebensweise, wir machen das mit Boddhisatva - Haltung, vermittelt man den Eindruck, dass dies ein ideal sei und würde Menschen, die von Toten abstehen, von Nehmen was nicht gegeben ist abstehen usw. in eine Zwangssituation bringen, ihre Tugendregeln (Einsichten) zu übergehen.


    Da hast Du einfach sachlich falsche Vorstellungen, was den Begriff "Boddhisatva" anbetrifft. Bodhisattva heißt erstens "Geben" was immer möglich ist, und "nicht stehen bleiben". Bodhisattva ist einerseits "Ideal" zugleich aber Weg. Das, worin man nicht einsichtig ist, kann nicht verwirklicht werden - Bodhisattva ist der Weg der Einsicht, wie auch der natürliche Weg der Buddhas.

    Hanzze:

    Für manche mag es passen und sicher auch für jene, die sich eine Absicht zusammen gebastelt haben, die einem Unvermögen entspricht. Zur Gefahr wird es, wenn man ein Unvermögen zu einer Tugend macht und dass sollte zum Ausdruck gebracht werden, das gerade dass nicht passiert.


    Da hast Du vollkommen recht, nur ist die Gefahr bei den Vinaya nicht geringer - nach meiner Erfahrung fördert er auch ein besonders unheilvolles Verhalten, der Unehrlichkeit mit sich selbst und vor anderen.

    bel:
    Hanzze:

    Dies als Leben nach dem Dharma zu verkaufen und mit den Boddhisatvagedanken dann auch noch zu verbinden, denke ich ist nicht sehr zielführend.

    Mit "Leben nach dem Dharma" meinst Du offenbar: Leben nach dem Vinaya - ein Leben, wozu Dich selbst nicht in der Lage siehst - Du redest also, wenn Du davon sprichst, von ungelgten Eiern

    Hanzze:

    Nein, aber die Möglichkeit, dahin zu streben und nicht einen Kompromiss zu etwas zu machen, was er nicht ist.


    Nochmal: Bodhisattva(Weg) ist kein Kompromiß - er ist der vollständige Buddhaweg - es hätte ansonsten keinen Sinn, die Gelöbnisse zu empfangen. Bodhisattva heißt aber auch: Fang jetzt an, verschiebe das nicht auf morgen, rede nicht vom Streben, mach keine Kompromisse (mit Dir selbst) - Du wirst ganz sicher dabei auch fehlgehen und hinfallen, steh dann aber auch gefälligst wieder auf - und bei diesem Aufstehen wird man Dich nicht allein lassen.

    bel:
    Hanzze:

    Sich an einer alten Tradition die in einem Mix mit dem Dharma entstanden ist....


    Sie ist vorallem deshalb entstanden, weil Leute wie Du schon vor 1500 Jahren immer vom "Leben nach dem Dharma" geschwätzt haben, ansonsten aber in ihrem Bettchen liegengeblieben sind und von dort aus den Dharma mit der Schriftenrolle dirigieren, sprich, so anderen erklären wollte, was "Leben nach dem Dharma" ist :lol:

    Hanzze:

    Entstehen tut so etwas, wenn man entweder etwas am Leben erhalten möchte, oder missionieren möchte und wenn man sich in einem Land aufhält, dass die Umstände (klimatisch) für eine rechte Lebensweise nur schwer möglich macht.


    Ja, die Lebensweise eines subtropischen/tropischen Südasiens läßt sich nicht auf weite Teile Ostasiens oder Europas übertragen. Und das soll bedeuten, "rechte Lebensweise" und Erwachen wäre da nicht möglich? Du beliebst zu scherzen.
    Aber nochmal: Die Entstehung von Zen hat zunächst nix mit den klimatischen Umständen zu tun, sondern mit einer schon im Beginn korrumpierten Sichtweise, was "Dharma" ist - angeblich die Schriften, die man für "Überlieferungen" ausgab - das ist ein prinzipielles Problem und betrifft das Verständnis jeder Schrift.

    bel:
    Hanzze:

    aber dabei hört es ja nicht auf. Da wird noch die "modere" Illusion von Maschinen zu nutzen ist nicht andere zu nutzen integriert.

    Erklär Du doch mal, warum Du "Maschinen" als etwas geradezu Dämonisches ansiehst, und offenbar unvereinbar mit einem "Leben nach dem Dharma"

    Hanzze:

    Wenn du es nicht siehst und erkennst, dass alles seine Ursache und Wirkung hat, und das Maschinen nichts anderes ist als anderes Leben für seine Bequemlichkeit zu nützen, dann kann ich da nicht helfen. Das muß man selber erkennen. Vielleicht hilft dir aber die einfache Formel: Geld ist Energie, Energie ist Leben, wenn du nicht siehst was hinter der Maschine und dem Treibstoff steht.


    Na na, Du hast ja ne komische Geld- und Maschinen-Theorie.
    Geld ist ein Austauschmittel für Energie und Arbeitsleistung, weder selbst "Energie" noch "Leben" - da aber menschliches Leben nun mal gemeinschaftliches, gesellschaftliches Leben ist, ist auch Austausch und seine Mittel etwas notwendiges. Der Geldkreislauf umfaßt aber inzwischen nicht nur den Austausch von Energie und Arbeitsleistung, also wechselseitiges Geben, sondern auch Stehlen, wie das geschieht, kann man ja bei Marx nachlesen.
    Nun ist aber nicht jeder, der Geld benützt auch ein Dieb.
    Man kann sich aber ziemlich sicher sein, daß das Geld in Antaiji und die Maschinen Dana (von Generationen) sind, es gibt ein Raupe mit Greifarm, ohne die man im Winter nicht raus- und rein kann (bei dieser Gelegenheit, jemanden zu helfen, ist der vorherige Abt tödlich verunglückt) und ohne die auch keine Instandhaltung des Weges möglich ist und n kleinen Trecker .
    Sind das nun Bequemlichkeiten oder Notwendigkeiten? Nimm mal Google-Maps und gib "安泰寺" ein, Da haste ne Straßenkarte, Satellitenbild und Geländeprofil. Du siehst die Art der Vegetation (vor allem Wald) und die Anbaufläche.
    Früher befand sich dort eine Siedlungsstelle, davon zeugt noch ein Friedhof - es gab aber nicht genug zum Überleben.
    So sind die Verhältnisse, und deshalb kommen nach Antaiji auch nicht besonders viele Leute - eben weil es keinerlei "Bequemlichkeit" gibt.

    Hanzze:

    ielleicht aber eine kleine Geschichte: ...


    Ja, vielen Dank - aber völlig unvergleichbar.
    Aber ehrlich gesagt, wie Du Dich da verständlich machen wolltest und wie da dann mit den Leuten umgegangen bist, halte ich - tut mir leid das sagen zu müssen - für völlig pupertär. Liegt aber vielleicht nur an Deiner Schilderung - mehr hab ich ja nicht.

    bel:
    Hanzze:

    die den Leuten dann auch noch vermittelt, dass weltliches Geschick und Triebsamkeit zu Frieden führt.

    Nach meinem Eindruck wird das nicht vermittelt - und da wo weltliches Ungeschick und Trieblosigkeit vermittelt wird, ist schon überhaupt kein Frieden zu finden, nach meiner Beobachtung eher Schlaffheit und Bigotterie.

    Hanzze:

    Schaffen wollen und um des Schaffens willen zu leben


    Und wie kommst Du darauf, daß dies in Antaiji so ist?

    Hanzze:

    und es nur sehr wenige Mönche gibt, die z.B mit einer Robe entsprechend der Vinaya versorgt werden.
    Es wäre dumm zu denken, dass das Dharmaverständis mit Tradition oder Nationalität zu tun hat.


    Schön zu hören.

    Hanzze:

    Sinn und zweck ist es sich nicht zu vergleichen, aber Sinn und zweck ist es das Dharma verständlich zu machen und Sinn und zweck ist es auch das zu Teilen, was man selbst verstanden hat.


    Und was hat das mit Deinen Vorurteilen und Wertungen zu tun? Ich will Dir nicht bewußte Absicht unterstellen - Du tust es aber dennoch, wenn Du Dir dessen nicht bewußt werden kannst, ist es eine umso größere "Verblendung", da helfen auch keine salbungsvollen Absichten "zu helfen".
    Die einzige wirkliche Hilfe ist immer nur Teilhabe. Alles andere ist Gerede.

    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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