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  • Alex Gruber
  • 21. Mai 2011 um 23:20
  • Zum letzten Beitrag
  • Alex Gruber
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    21. Mai 2011
    • 21. Mai 2011 um 23:20
    • #1

    Liebe buddhistische Menschen,

    ich bitte euch mir einen Augenblick eurer Zeit zu schenken. Ich muss ehrlicherweise zugeben, das ich leider vom Buddhismus nur wenig Ahnung habe.
    Ihr Buddhisten, aber seid achtsam genug zuzuhören, wenn ein Mensch euch etwas erzählen möchte. Ihr gehört nicht zu jenen Personen die sich jeglicher Achtsamkeit
    entzogen haben, jene die nicht fähig sind wahr zu sein, wahr zu handeln, ich meine Menschen die verlernt haben sogar zuzuhören.

    Ich möchte euch einen Denkanstoß geben, ich glaube ihr gehört zu den Wenigen die in verstehen werden:
    Ein älterer Herr und ich diskutierten über Gerechtigkeit und Harmonie für die Welt. Der Herr meinte ich solle mich lieber anderen Dinge widmen, als den Versuch zu starten, Menschen die Menschlichkeit beizubringen und warum ich das überhaupt mache. Ich wusste nicht gleich eine Antwort, erst nächsten Tag sagte ich es ihm. Seitdem handle ich nach dieser Erkenntnis.

    - Es ist gar der Hauch des Lebens, die Freude wenn man jemanden anderen etwas Gutes tut. Die Tat rein auf der Basis das es ihm dadurch besser geht. Sei es auch nur eine kleine Geste, ein Zulächeln oder eine nette Begrüßung und manchmal wollen die Leute nur ein bisschen Beachtung, ob für ihre Person oder ihre Arbeit, was auch immer!
    Wenn man das tut, empfindet der andere und auch man selbst eine Freude. Das ist Harmonie -

    Ist nicht diese Harmonie das zu anstrebenste für alle Menschen? Der innere und äußere Friede? Das Glück des Lebens schätzen und verbreiten?
    Mein äußergewöhnlicher Gerechtigkeitssinn sorgt dafür das ich zunehmend bedrückter werde, die Welt ist ganz und gar verkehrt geworden.
    Fortschritt? Das definiert man über Technologie heutzutage, aber was ist mit dem Geistigen Fortschritt?
    Viele Philosophen, Schriftsteller und natürlich auch ihr Buddhisten wissen was wahr ist, aber die Leute realisieren es nicht, sie hören einem nichteinmal zu...
    Aber ich kann diese Ungerechtigkeit nicht einfach akzeptieren, es tut mir jeden Tag weh, wenn ich nur überlege wie viel Leid täglich passiert.
    Von Gier lassen sich die Menschen treiben und zerstören alles um sie herum. Ich kann es fast schon spüren, wie ein Wesen nach dem anderen in den Tod
    getrieben wird.
    Wir sollten doch etwas tun. Wie denkt ihr darüber?

    Liebe Grüße, Alex Gruber

  • Hanzze
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 07:57
    • #2
    Zitat

    Wir sollten doch etwas tun.

    Lieber Alex, du tust doch zum großen Teil schon das richtige.

    Zitat

    - Es ist gar der Hauch des Lebens, die Freude wenn man jemanden anderen etwas Gutes tut. Die Tat rein auf der Basis das es ihm dadurch besser geht. Sei es auch nur eine kleine Geste, ein Zulächeln oder eine nette Begrüßung und manchmal wollen die Leute nur ein bisschen Beachtung, ob für ihre Person oder ihre Arbeit, was auch immer!
    Wenn man das tut, empfindet der andere und auch man selbst eine Freude. Das ist Harmonie -

    und die Aussage des Herren

    Zitat

    Du sollest mich lieber anderen Dinge widmen, als den Versuch zu starten, Menschen die Menschlichkeit beizubringen und warum ich das überhaupt mache.

    stimmt auch mit den Lehren Buddhas zusammen. Warum?

    Wenn du nun anderen helfen möchtest kannst du diese auf zwei Arten tun:

    Die eine ist, dass zu teilen was du teilen kannst und im Moment von anderen gebraucht wird. Ohne vorhergehende Planung, nur wenn es gerade nötig und möglich ist.
    Eine genauere Erklärung von Dana (Großzügigkeit) findest du hier: Dana - "gutes Karma machen" aber wie? (gutes Tun)

    Eine noch effektivere Art zu helfen, ist gut zu sein. Was du nicht nicht verletzt oder tötest, hat keine Schmerzen, was du nicht wegnimmst, fehlt keinem anderen, was du ohne Unwahrheit verbreitest, wird nicht zur Lüge, wenn du keinen Scham nimmst oder Beschämst, entsteht keine Peinigung, wenn du deinen keine bewusstseinsverändernden Drogen nimmst, entsteht keine Verwirrung.

    Der erste Effektivste Weg zu helfen ist es nicht schlechter zu machen und sich in ethisch korrektem Verhalten zu üben und dieses zu stärken, auf diesem Weg kannst du alles was du angeführt hast stets teilen.

    Wenn du das vertrauen in diese beiden Wege, die du ja bereits gehst behältst und alle schlechten Gedanken (Zweifel, Trauer, Missmut, Ablehnung, Hass, Gier, Erwartung...) stets erkennst und sie verwirfst, entwickelst du mit der zeit noch mehr reine Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut. Dieses strahlst du unweigerlich auf deine Umgebung aus und in dieser Weise lernen andere von dir, an deinem Verhalten, an deiner Rücksicht an deiner Liebe.

    Als perfektes Beispiel kannst du allen anderen auch aktiv helfen, durch dein Verhalten selbst hilfst du in "passiver Form" so und so allen Wesen dieser Welt.

    Das Wissen, das dir der Mann (ich bin mir nicht sicher ob er es auch richtig versteht) gegeben hat, ist ein Wissen, dass du, wenn du es dir gänzlich angeeignet hast allen anderen erklären kannst und dadurch die Wirkung zur Potenz erhebst und vielfach multiplizierst.

    Hier vielleicht noch die Die zehn herausragenden Arten von heilsamen Kamma (Taten, Handlungen)

    Sei/Bleib einfach nur Achtsam!

    Und noch gleich vorweg, Weisheit und Mitgefühl hat nichts mit Religion oder "ismus" zu tun, Buddha hat nur einen sehr klaren Weg den umsetzens dargelegt, der für alle die es wünschen leicht zugänglich ist. Aus diesem Blickwinkel bist du schon sehr lange "Buddhist" (einer der den Lehren Buddhas folgt)

    Was die Perfektionierung des Gerechtigkeitssinnes betrifft, so wird dies durch den Gewinn von Einsicht (Mediation) erreicht, da wirkliches Urteilsvermögen nur dann vorherrscht, wenn man die Dinge so sieht wie sie sind und nicht mehr mit Vorstellungen verknüpft. Des du mehr du von Vergangenheit und Zukunft Abstand nimmst, desto näher kommst du an die Realität und erlangst in weiterer Folge einen perfekten Gerechtigkeitssinn und Urteilsvermögen. Dies ist der dritte Pfeiler der Praxis der sich Schüler Buddhas widmen.

    Dana (Großzügigkeit, Teilen, aktiv helfen) - Sila (Mitgefühl durch ethisch korrektes Verhalten und Disziplin) - Bhavana (Meditation, Reflektieren und Einsicht gewinnen, Weisheit gewinnen)

  • monikamarie
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 10:18
    • #3

    Guten Morgen Alex und ein herzliches Willkommen!
    Ich habe Deine Frage in den Anfängerbereich verschoben und wünsche Dir viele - für Dich gute - Antworten.
    _()_ Monika

  • Alex Gruber
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    • 22. Mai 2011 um 10:29
    • #4

    "Eine noch effektivere Art des Helfens ist gut zu sein."
    Ja natürlich, ich habe mich schon länger von jeglicher Gewalt, oder Disharmonie abgeschrieben. Ein respektvoller Umgang mit Mensch und Tier ist doch Grundvoraussetzung.
    Nur das Problem ist die Menschen sind derart Ignorant geworden, das sie uns Menschen die etwas zu sagen haben, nicht mehr zuhören.

    Buddhismus ist doch so überaus richtig, alles was ich hier lese, oder auf anderen Seiten, das kommt mir direkt bekannt vor, weil ich weiß das Richtig nicht das ist was auf dieser Welt geschieht. Es zerreißt mir das Herz, jeden Tag mitzukriegen, ja man fühlt es fast schon, wie die Menschen auf grausamste Art und Weise zugrunde gehen.

    und wenn dann Leute zu mir sagen: "Steiger dich nicht so hinein!" Dann empfinde nicht Wut, über Wut bin schon hinaus, ich empfinde Trauer, Trauer um die Welt.

  • Alex Gruber
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    • 22. Mai 2011 um 11:25
    • #5

    "Eine noch effektivere Art zu helfen, ist gut zu sein. Was du nicht nicht verletzt oder tötest, hat keine Schmerzen, was du nicht wegnimmst, fehlt keinem anderen, was du ohne Unwahrheit verbreitest, wird nicht zur Lüge, wenn du keinen Scham nimmst oder Beschämst, entsteht keine Peinigung, wenn du deinen keine bewusstseinsverändernden Drogen nimmst, entsteht keine Verwirrung."

    Ich habe mich bereits seit Jahren von solchen Dingen abgewehntet. Ich würde es selbst nicht ertragen Leid zu verursachen, sei es bei Tier oder Mensch. Ich achte auf meine Umwelt und genieße das Vogelgezwitscher, oder ich stelle mich in den Regen und nehme jeden einzelenen Tropfen wahr, das sind schlichte Genüsse die weitem schöner sind, als "Playstation" usw.. Ich höre meinen Mitmenschen aufmerksam zu, aus tiefgehenden Respekt vor alles und jedem. Ich versuche jeden Tag wenigstens "kleine gute Taten" zu vollbringen.

    Ich weiß, das ich eines Tages "klar im Geiste" sein werde. Ich habe dann alles verstanden, und werde in Glückseligkeit aufsteigen, aber bevor das geschieht möchte ich aus tiefsten Herzen, das die Menschen in Harmonie leben. Das will ich nicht für mich, meinen Weg habe ich mir vorbestimmt, aber ich will Harmonie für die Menschen. Die täglich da draußen verhungern, ermordet oder sonstiges werden. Während die Menschen die im Überfluß leben, nicht einmal mehr zuhören können...

  • mirco
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 11:26
    • #6

    Herzlich Willkommen Alex

    Zitat

    Der Herr meinte ich solle mich lieber anderen Dinge widmen, als den Versuch zu starten, Menschen die Menschlichkeit beizubringen und warum ich das überhaupt mache. Ich wusste nicht gleich eine Antwort, erst nächsten Tag sagte ich es ihm. Seitdem handle ich nach dieser Erkenntnis.

    - Es ist ... die Freude wenn man jemanden anderen etwas Gutes tut. Die Tat rein auf der Basis das es ihm dadurch besser geht. Sei es auch nur eine kleine Geste, ein Zulächeln oder eine nette Begrüßung und manchmal wollen die Leute nur ein bisschen Beachtung, ob für ihre Person oder ihre Arbeit, was auch immer! Wenn man das tut, empfindet der andere und auch man selbst eine Freude. Das ist Harmonie -


    Eine wundervolle Praxis. Das ist Güte als alltägliches Medi-Objekt verbunden mit selbstlosem Geben (Dana und Metta). Selbstloses Geben ist eine der vorbereitenden und unterstützenden Übungen zur Meditation. Andererseits ist es Meditation selber, wenn man sich daran erinnert, von seinen Anhaftungen (Gedanken, Ideen, Konzepten), loszulassen uns sich daran erinnernt, freundlich zu geben.


    Zitat

    Ist nicht diese Harmonie das zu anstrebenste für alle Menschen? Der innere und äußere Friede? Das Glück des Lebens schätzen und verbreiten? Mein äußergewöhnlicher Gerechtigkeitssinn sorgt dafür das ich zunehmend bedrückter werde, die Welt ist ganz und gar verkehrt geworden. Fortschritt? Das definiert man über Technologie heutzutage, aber was ist mit dem Geistigen Fortschritt?

    Aber ich kann diese Ungerechtigkeit nicht einfach akzeptieren, es tut mir jeden Tag weh, wenn ich nur überlege wie viel Leid täglich passiert.
    Von Gier lassen sich die Menschen treiben und zerstören alles um sie herum. Ich kann es fast schon spüren, wie ein Wesen nach dem anderen in den Tod getrieben wird. Wir sollten doch etwas tun. Wie denkt ihr darüber?


    Wundervoll. Und das Beste, was Du in dieser Hinsicht tun kannst, ist den Übungsvorschlägen des Buddha zu folgen.
    Doch etwas gesünderes als Seine Lehre ist nicht zu finden. In ihr steckt nur Gutes, sie sind durch und durch nur gut und heilsam für alle, nichts unheilsames ist in ihnen zu finden. Dana, Sila, Bhavana - großherziges Geben, Tugend und Geisteschulung - alles dient dem zügigen Erreichen des Erkennens des Bedingten Entstehens und des Verlöschens des leiderzeugenden Verlangens.
    Du bist auf dem richtigen Weg.


    Alles Gute :) _()_

  • bel
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 11:57
    • #7
    Alex Gruber:

    Mein äußergewöhnlicher Gerechtigkeitssinn sorgt dafür das ich zunehmend bedrückter werde, die Welt ist ganz und gar verkehrt geworden.

    Genau das ist der Punkt. Du leidest, weil die Welt nicht nach Deinem Maßstab funktioniert .

    Alex Gruber:

    Aber ich kann diese Ungerechtigkeit nicht einfach akzeptieren, es tut mir jeden Tag weh, wenn ich nur überlege wie viel Leid täglich passiert.


    Genau so hat der Buddha "dukkha" definiert "vereint sein mit Unliebem ist Leiden, getrennt sein von Lieben ist Leiden; was man verlangt, nicht erlangen".

    Alex Gruber:

    Von Gier lassen sich die Menschen treiben und zerstören alles um sie herum. Ich kann es fast schon spüren, wie ein Wesen nach dem anderen in den Tod getrieben wird. Wir sollten doch etwas tun. Wie denkt ihr darüber?

    Alles fängt mit Akzeptanz an - insbesondere der Akzeptanz des eigenen Leidens - und das ist nichts, wo man mit dem Finger auf die "Welt" zeigen könnte. Dann erkennt man auch, daß sich die eigene Haltung in nichts Wesentlichen von der Gier der "anderen" unterscheidet, sollte man jedenfalls. Und dann sieht man auch klar, wo man anfangen muß.
    Und überhaupt kann man erst dann geben, denn dieses Geben kann man nicht von einer igendwie erhöhnten Position aus tun (z.B., die Welt ist schlecht und ich hab darin Einsicht).
    Ist leider ne weit verbreitete "Buddhisten"-Krankheit.

    _()_

  • Hanzze
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 12:10
    • #8
    Alex Gruber:

    und wenn dann Leute zu mir sagen: "Steiger dich nicht so hinein!" Dann empfinde nicht Wut, über Wut bin schon hinaus, ich empfinde Trauer, Trauer um die Welt.


    Lieber Alex,

    Über Wut hinwegzusein, denkt man nur. Sie dir an, aus was diese Wut besteht. Trauer ist auch keine heilsame Emotion, sie besteht ebenfalls aus einem Verlangen und der Unwissenheit der Unbeständigkeit aller Dinge.

    Das Glück liegt zwischen Gier und Hass, Wollen und Ablehnen, Begehren und Verwerfen, Trauer und Genuß.

    Solange da eines der beiden Pole vorhanden ist, ist eine Glückseeligkeit noch nicht erreicht.

    Hier vielleicht ein Gleichnis:

    Zitat

    Rivers

    It's like rivers that flow down to the lowlands. They flow down in line with their nature. The Ayutthaya River, the Muun River — whatever the river: They all flow downhill. None of them flow uphill. That's the way they ordinarily are.
    Suppose there were a man standing on the bank of a river, watching its current flow swiftly downhill, but his thinking is wrong. He wants the river to flow uphill. He's going to have to suffer. He won't find any peace. Sitting, standing, walking, lying down, he won't find any peace. Why is that? Because his thinking is wrong.


    Flüsse

    Wie Flüsse die hinab ins Flachland fließen. Sie fließen hinunter entsprechend ihrer Natur. Der Ayutthaya Fluß, der Muun Fluß - welcher Fluß auch immer: Sie alle fließen bergab. Keiner fließt bergauf. So verhalten sie sich gewöhnlich.
    Angenommen da wäre ein Mann am Ufer des Flusses und er beobachtet seinen stetigen Strom bergab, angenommen seine Ansichten wären falsch. Er möchte den Strom beraufwärts strömen wissen. Er wird darunter leiden. Er würde keinen Frieden finden. Im Sitzen, Stehen, Gehen, Hinlegen, er würde kein bisschen Frieden finden. Warum ist das so? Weil seine Sichtweisen falsch sind.

    108 Dharma Gleichnisse

    Diese falschen Ansichten sind der Kern der Weisheit in der Leere Buddha. Ein falsche Ansicht ist, dass die Dinge beständig sind und es etwas gibt, dass nicht durch Abhängigkeit entstanden ist. Eine weitere falsche Ansicht ist, das Dingen (Gefühlen, Sachen, allen Phenomenen) etwas persönliches innewohnt (die kann auch als unpersönlich missverstanden werden und ist genau so falsch) und die letzte falsche Ansicht ist, nicht zu erkennen, das allen zusammengesetzten Phenomen dem Leiden unterworfen sind.

    Buddha hat die vier Edlen Wahrheiten gelehrt. In der Ersten Wahrheit erläutert er die Natur aller Dinge, Geburt, Altern, Kankheit und Tod - das Leiden existiert. In der zweiten Edlen Wahrheit erläutert er, wie dieses Leiden bedingt entsteht - Die Ursachen des Leidens. In der dritten edlen Wahrheit erläutert er, dass was immer bedingt Entsteht, auch bedingt beendet werden kann - Das man dem Leiden entkommen kann. Und in der vierten Edlen Wahrheit lehrt er den Weg, um dem Leiden zu entkommen und es zu erlöschen - Wie man dem Leiden entkommt.
    Vielleicht magst du dich mit den Vier Edlen Wahrheiten auseinender setzen, ich bin mir sicher, dass du sie sehr schnell verstehst, da du die ersten drei schon teilweise selbst erkannt hast.

  • Alex Gruber
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    • 22. Mai 2011 um 12:12
    • #9
    bel:


    Alles fängt mit Akzeptanz an - insbesondere der Akzeptanz des eigenen Leidens - und das ist nichts, wo man mit dem Finger auf die "Welt" zeigen könnte. Dann erkennt man auch, daß sich die eigene Haltung in nichts Wesentlichen von der Gier der "anderen" unterscheidet, sollte man jedenfalls. Und dann sieht man auch klar, wo man anfangen muß.
    Und überhaupt kann man erst dann geben, denn dieses Geben kann man nicht von einer igendwie erhöhnten Position aus tun (z.B., die Welt ist schlecht und ich hab darin Einsicht).
    Ist leider ne weit verbreitete "Buddhisten"-Krankheit.

    _()_

    Ich persönlich empfinde kein Leid, ich sehe, ich rieche und höre die Welt. Das Vogelgezwitscher, die Ameisen auf ihrem Weg zu ihrem Bau, die Berührung des Windes.
    Einer erhöhten Position? Nein, ich missversteht mein Handeln. Hat nicht jeder Mensch, jedes Tier (ja sogar ein Baum) Recht auf Harmonie?
    Ich bin dankbar, und bedanke mich selbst bei einem Apfel, das ich ihn essen darf. Alles ist in Verbundenheit, wir sind alles eins, aber manche zerstören diese Einigkeit.
    Es ist nicht meine Aufgabe diese Zerstörer zu bestrafen. Nein, dafür fehlt mir allumfassende Sicht, ich habe kein Recht über jemanden zu urteilen, nur weil ich ihn im Fernseher sehe.

    Ich möchte nur jene Menschen darauf aufmerksam machen, das es auch etwas anderes gibt, als diese Art des Zerstörens.
    Liebe und Harmonie zu allem und jedem!

    _()_

  • Alephant
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    • 22. Mai 2011 um 12:29
    • #10

    Hallo Alex

    Nur mit (schonungsloser?) Offenheit wird man (auch gute) Ratschläge von anderen Leuten erhalten können. Ich sehe in deinem Post eine große Offenheit.

    Aber manchmal ist es so, daß gerade die "harten" Ratschläge die weisesten (?) sind.

    Ich möchte Bel unbedingt beipflichten.

    bel:


    Genau das ist der Punkt. Du leidest, weil die Welt nicht nach Deinem Maßstab funktioniert .

    !!!

    bel:


    Alles fängt mit Akzeptanz an - insbesondere der Akzeptanz des eigenen Leidens - und das ist nichts, wo man mit dem Finger auf die "Welt" zeigen könnte. Dann erkennt man auch, daß sich die eigene Haltung in nichts Wesentlichen von der Gier der "anderen" unterscheidet, sollte man jedenfalls. Und dann sieht man auch klar, wo man anfangen muß.

    Was bel hier meint, sehe ich besonders hier:

    Alex Gruber:

    aber ich will Harmonie für die Menschen. Die täglich da draußen verhungern, ermordet oder sonstiges werden. Während die Menschen die im Überfluß leben, nicht einmal mehr zuhören können...

    Es ist eben manchmal (?) auch sehr gefährlich zuviel "Gutes" für die anderen Menschen zu wollen.

    Geradzu erhellend ist hierzu ist dein (freudscher?) Versprecher:

    Alex Gruber:


    Mein äußergewöhnlicher Gerechtigkeitssinn sorgt dafür das ich zunehmend bedrückter werde, die Welt ist ganz und gar verkehrt geworden.

    denn er ist eben: äußerlich. Und darum wirst du bedrückter.

    Auch wenn dir dieser Rat auf den ersten Blick "kalt" erscheint, laß ihn dir mal durch den Kopf gehen: "Ein selbst Sumpfversunkener, wird einem anderen Sumpfversunkenen nicht aus dem Sumpf helfen können" (Zitat: Buddha irgendwann)

    Gruß an alle

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 22. Mai 2011 um 12:32
    • #11
    Alex Gruber:

    ...
    Ein älterer Herr und ich diskutierten über Gerechtigkeit und Harmonie für die Welt. Der Herr meinte ich solle mich lieber anderen Dinge widmen, als den Versuch zu starten, Menschen die Menschlichkeit beizubringen und warum ich das überhaupt mache. Ich wusste nicht gleich eine Antwort, erst nächsten Tag sagte ich es ihm. Seitdem handle ich nach dieser Erkenntnis.


    :) Da kannst Du mal sehen, wie heilsam Diskussionen und Debatten sein können, besonders wenn man nicht einer Meinung ist.

    Alex Gruber:


    Mein äußergewöhnlicher Gerechtigkeitssinn sorgt dafür das ich zunehmend bedrückter werde, die Welt ist ganz und gar verkehrt geworden.


    Ich finde das o.k., denn es ist eine Wahrheit. Diese Welt ist oft ein einziger Mist. Das sollte man betrachten können und nicht zubuttern, -kleistern oder anschönen - weil sonst aus Harmoniebedürfnis Lüge entsteht. Das wäre eine wirkliche Falle und erzeugt noch mehr Leid als das, was man vermeiden wollte.

    Alex Gruber:

    ... aber die Leute realisieren es nicht, sie hören einem nichteinmal zu....


    Leider kannst Du nicht darüber bestimmen, wer Dir wie zuhört. Das ist deren Sache, ihr Karma, man kann nicht und man sollte auch nicht versuchen, Erkenntnisse bei anderen Leuten zu erzwingen.
    Aber was mir vor allem auffällt: Du bist mit dieser Denkweise zu sehr im Außen. Wie Du die Dinge siehst, wie Du Deine Mitmenschen wahrnimmst, hat auch sehr, sehr viel mit ausschließlich Dir selber zu tun. Denn "die Leute", über die Du hier so pauschal urteilst (so wirkt es zumindest auf mich ;)), hast Du doch recht zweidimensional und ohne Tiefe gezeichnet.
    Der Witz ist, wenn du mit der Betrachtung zusätzlich auch mal ins Innen gehst ("Was könnte das mit mir zu tun haben, dass ich die Leute so sehe?" - Einfach nur mal als offene Frage), dann kommst Du in die Lage, auch "die Leute" besser zu verstehen, besser nachzuempfinden, warum sie so ignorant sein können, UND (der Obergag) dadurch findest Du auch noch eher eine Handhabe gegen die Missstände. Sehr skurril.


    Alex Gruber:

    Wir sollten doch etwas tun. Wie denkt ihr darüber?


    Auf jeden Fall.
    Nur sollte man die eigenen Möglichkeiten realistisch betrachten und niemals erwarten, dass diese Welt der Erscheinungen und Phänomene im Einzelnen für immer harmonisch sein kann.

    Ansonsten schließe ich mich aber Mircos Meinung an: Du hast sehr viel Mitgefühl und Du stehst am Anfang eines wundervollen Weges.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Erdmaus
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    • 22. Mai 2011 um 12:33
    • #12
    Zitat

    Ist nicht diese Harmonie das zu anstrebenste für alle Menschen? Der innere und äußere Friede?

    Irgendein buddhistischer Meister (ich weiß nicht mehr welcher) hat mal gesagt, dass das Streben nach Änderung des Äußeren so sei, als wolle man die Berge dieser Welt mit weichem Filz überziehen, anstatt sich festes Schuhwerk zuzulegen. Viele Buddhisten kümmern sich im Grunde nur um die eigene Nase: Sie arbeiten an sich selbst und versuchen nicht das Äußere zu ändern. Man kann dies durchaus auch kritisch sehen, denn ein Buddhist ist unter Umständen ein äußerst braver und willkommener Untertan einer diktatorischen Macht. Wenn man sich mal so umsieht, dann bemerkt man, dass in den Ländern wo der Buddhismus verbreitet ist, nicht unbdedingt besonders viel äußerer Friede herrscht ;)

    Für äußere Freiheit muss man kämpfen, auf die Straße gehen und aktiv etwas tun. Man muss dem bestehenden System Sand in die Räder kippen und vielen sehr unfreundlichen Menschen auf den Keks gehen, was mit Repressalien, Kampf und viel Schmerz einhergehen kann (bis hin zur Folter und zum Tode). Es ist anstrengend und bedeutet viel Rückgrad und Engagement die Menschenrechte durchzusetzen. Wir hier bei uns können auf die Leistung anderer Menschen bauen, die dies alles erkämpft haben. Demokratie, Meinungsfreiheit, Gewerkschaften, usw... sind wahrlich nicht vom Himmel gefallen. Glaubst du ein Herr Mubarack wäre abgetreten, wenn große Teile vom Volk nur rumgesessen und meditiert hätten?

    Im Grunde kann man sich entscheiden: Man kann an seinem inneren Glück arbeiten und feilen und im stillen Kämmerlein vor sich hinmeditieren, oder man investiert zusätzlich viel Zeit und Energie in gesellschaftliches Engagement für mehr äußeren Frieden und Gerechtigkeit. Das muss jeder selber entscheiden. Letzteres war jedoch nicht wirklich eine Erfindung des Buddhismus. Auch der Buddha hat sich vermutlich äußerst "nett" und umgänglich bezüglich der herrschenden Elite seiner Zeit verhalten. Wäre er anders gewesen, hätte man ihn vermutlich ruck zuck umgebracht.

    Zitat

    Aber ich kann diese Ungerechtigkeit nicht einfach akzeptieren, es tut mir jeden Tag weh, wenn ich nur überlege wie viel Leid täglich passiert.

    wie gesagt: Ein klassischer Buddhist kümmert sich um die Ungerechtigkeiten in der Welt erst gar nicht. Darum würde ich auch nicht behaupten, dass der Buddhismus eine Religion ist, welche die Welt besser machen könnte. Es handelt sich schließlich immer nur um Menschen, die irgendwo auf ihren Kissen rumsitzen und meditierend ihr inneres Glück realisieren. Diese Menschen stören niemanden (erst recht nicht die Diktatoren und Gewalttäter dieser Welt, die es immer geben wird, wenn niemand was dagegen unternimmt).

    Der Buddhismus ist eine Religion, die sich mit der Innenwelt des Menschen beschäftigt und nach innen gerichtet ist. Der Buddha ist nicht rumgerannt und hat gegen die Ungerechtigkeit seiner Zeit demonstriert oder dazu aufgerufen. Im Gegenteil.

    lg
    maus

  • Hanzze
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 12:37
    • #13

    Erdmausi *schmunzel*

    Zitat

    wie gesagt: Ein klassischer Buddhist kümmert sich um die Ungerechtigkeiten in der Welt erst gar nicht. Darum würde ich auch nicht behaupten, dass der Buddhismus eine Religion ist, welche die Welt besser machen könnte. Es handelt sich schließlich immer nur um Menschen, die irgendwo auf ihren Kissen rumsitzen und meditierend ihr inneres Glück realisieren. Diese Menschen stören niemanden (erst recht nicht die Diktatoren und Gewalttäter dieser Welt, die es immer geben wird, wenn niemand was dagegen unternimmt).

    das ist wie immer vollkommen falsch... aber irgendwann wirst du es auch verstehen, es ist noch so viel Zeit *schmunzel*

    "Buddhisten" tun nichts anderes als Demonstrieren im Gegensatz zu anderen, die nur Propagieren und es nicht am eigenen Beispiel zeigen. Sie folgen dem perfekten Demonstrant. *schmunzel*

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 22. Mai 2011 um 12:41
    • #14
    Erdmaus:

    Sie arbeiten an sich selbst und versuchen nicht das Äußere zu ändern. Man kann dies durchaus auch kritisch sehen, denn ein Buddhist ist unter Umständen ein äußerst braver und willkommener Untertan einer diktatorischen Macht. Wenn man sich mal so umsieht, dann bemerkt man, dass in den Ländern wo der Buddhismus verbreitet ist, nicht unbdedingt besonders viel äußerer Friede herrscht ;)


    Nee, erdmaus, da hast du Dich zu ungerechter Polemik hinreißen lassen.
    1. Gibt es Diktaturen überall, nicht nur in buddhistischen Ländern, und das auch nicht, weil das Volk so unterwürfig wäre, sondern weil die Diktatoren alles im festen Griff haben. Also, eine sehr selbstgerechte Ausage von Dir hier, gegen Leute, deren Leben bedroht ist.
    2. hätten Diktatoren es mit echten Buddhisten, die sich an die fünf Grundgelübde halten, doch nicht so einfach. (Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein Übelwollen und kein sexuelles Fehlverhalten.)
    Denn die stünden für die Exekutive nicht zur Verfügung. Trotz Lebensbedrohung.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Erdmaus
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    • 22. Mai 2011 um 12:53
    • #15
    Zitat

    1. Gibt es Diktaturen überall, nicht nur in buddhistischen Ländern, und das auch nicht, weil das Volk so unterwürfig wäre, sondern weil die Diktatoren alles im festen Griff haben. Also, eine sehr selbstgerechte Ausage von Dir hier, gegen Leute, deren Leben bedroht ist.

    Selbstverständlich. Es gibt aber kein Indiz dafür, dass der Buddhismus in irgendeiner Form unpraktisch für diktatorische Systeme wäre. Das wird schon seine Gründe haben. Wenn ich Diktator wäre, würde ich mir lieber eine buddhistisch geprägte Gesellschaft wünschen, als eine andere. ;)

    Einige Länder in denen der Buddhismus Verbreitung fand

    China --> Autoritäres, sozialistisches Einparteiensystem (KPCh)
    Bhutan --> Konstitutionelle Monarchie
    Kambodscha --> konstitutionelle Monarchie
    Laos --> Einparteiensystem
    Mongolei --> Republik (demokratisch orientiert)
    Myanmar --> Menschenrechtsverletzungen, Kindersoldaten (Pressefreiheit auf Platz 171 von 175)
    Sri Lanka --> Präsidialrepublik
    Südkorea --> Präsidialrepublik
    Thailand --> Konstitutionelle Monarchie
    Vietnam --> Autoritäres Einparteiensystem

    usw usw...

    Selbstverständlich ist diese Liste unvollständig und dient auch nicht als Beweis dafür, dass der Buddhismus nun besonders geeignet ist um diktatorische Systeme zu halten. Aber es wird schon ersichtlich, dass es zumindest keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass Buddhisten besonders unbequem für solche Systeme sind. Nun also zu sagen, dass buddhistisch geprägte Gesellschaften "netter" seien als andere ist falsch.

    Zitat


    hätten Diktatoren es mit echten Buddhisten, die sich an die fünf Grundgelübde halten, doch nicht so einfach. (Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein Übelwollen und kein sexuelles Fehlverhalten.)
    denn die stünden für die Exekutive nicht zur Verfügung. Trotz Lebensbedrohung.

    Grade ein Buddhist der sich an die Gelübde hält ist doch super. Er kämpft ja nicht gegen das System. Er ist sanftmütig und hält sich zurück. Da gibt es keine Massenaufstände und da fliegen keine Steine. Im Übrigen: Von diesen "echten" Buddhisten gibt es immer nur ein kleines Quentchen und Soldaten wird es immer genug geben.

    Allerdings gibt es natürlich auch Beispiele für Buddhisten, die äußerst heftig gegen ungerechte Systeme protestieren (bis hin zur Selbstverbrennung). In der Masse jedoch, sehe ich diese Eigenschaft nicht.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 22. Mai 2011 um 13:21
    • #16
    Erdmaus:

    ...
    Grade ein Buddhist der sich an die Gelübde hält ist doch super. Er kämpft ja nicht gegen das System. Er ist sanftmütig und hält sich zurück. Da gibt es keine Massenaufstände und da fliegen keine Steine.


    Nee, nee, das ist klischeehaft und dadurch unrichtig.

    Erdmaus:

    ...Allerdings gibt es natürlich auch Beispiele für Buddhisten, die äußerst heftig gegen ungerechte Systeme protestieren (bis hin zur Selbstverbrennung). In der Masse jedoch, sehe ich diese Eigenschaft nicht.


    Eben.
    In "der Masse" kann man nichts sehen. Zumal wenn man selbst nicht in einer Diktatur lebt.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Hanzze
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 13:42
    • #17
    Erdmaus:

    Allerdings gibt es natürlich auch Beispiele für Buddhisten, die äußerst heftig gegen ungerechte Systeme protestieren (bis hin zur Selbstverbrennung). In der Masse jedoch, sehe ich diese Eigenschaft nicht.


    na das wär schon was für die gierigen Newsschauer und passiven Diskutierer wenn sich tausende Buddhisten anzünden, dann würden diese auch zumindest für 2 Minuten etwas nachdenken und dann geht's wieder weiter zur nächsten Sensation. "Fliegende Schweinebäuche über dem Kölner Dom" *schmunzel*

    Du hast echt lustige Vorstellungen von Demonstrieren *schmunzel*

    Do muas si was duan! Wenns ned scheppat, konns ned höf'n!

  • Erdmaus
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    • 22. Mai 2011 um 13:45
    • #18
    Hanzze:
    Erdmaus:

    Allerdings gibt es natürlich auch Beispiele für Buddhisten, die äußerst heftig gegen ungerechte Systeme protestieren (bis hin zur Selbstverbrennung). In der Masse jedoch, sehe ich diese Eigenschaft nicht.


    na das wär schon was für die gierigen Newsschauer und passiven Diskutierer wenn sich tausende Buddhisten anzünden, dann würden diese auch zumindest für 2 Minuten etwas nachdenken und dann geht's wieder weiter zur nächsten Sensation. "Fleigende Schweinebäuche über dem Kölner Dom" *scmunzel*

    Du hast echt lustige Vorstellungen von Demonstrieren *schmunzel*

    ich bezog mich auf die Eigenschaft zu demonstrieren. Die Selbstverbrennung sehe ich als kritisch an und ich würde nie jemandem dazu raten. Das war nur ein Hinweis darauf, dass es natürlich auch Buddhisten am oberen Rand des Spektrums gibt :)

    Die Masse jedoch verhält sich ruhig und stört nicht. Jedenfalls entsteht dieser Eindruck.

  • Hanzze
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 13:57
    • #19

    Denkst du ich stör dich oder stör dich nicht? Es gibt genug störende, aber vielleicht nennen die sich nicht Buddhisten *schmunzel*

    Also, beschreib mal, was ist deine Art oder eine gute Art zu demonstrieren?

  • Bambus
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    • 22. Mai 2011 um 14:02
    • #20

    Erdmaus, der von Dir benannte passive Buddhist ist in einer Gesellschaft dann halt ein Neutrum. Er agiert weder für noch gegen eine Herrschaftsregierung. Er richtet also keinen Schaden an! Von daher ist auch wenig dagegen zu sagen.

    Aber ganz neutral sind auch Mönche in einem Kloster fernab alles weltlichen auf einem Berg nicht. Sie geben ein Beispiel für Friedfertigkeit. Und wenn auch nur ein einziger Soldat durch das Beispiel eines friedlichen (oder Deiner Anschauung nach stoischen) Buddhisten die Waffe niederlegt ist etwas gewonnen. Wer weiß, ob diese eine nicht abgefeuerte Waffe nicht im Endeffekt mehr bewegt als die Selbstverbrennung eines ganzen Dutzend Mönche.

    Ob man einem Regierungssystem gänzlich neutral gegenüberstehenden Menschen einen Vorwurf machen sollte gehört diskutiert. Einer Selbstverständlichkeit, Neutralität = schlecht, würde ich zumindest nicht pauschal zustimmen.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • Erdmaus
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    • 22. Mai 2011 um 14:05
    • #21
    Hanzze:

    Denkst du ich stör dich oder stör dich nicht? Es gibt genug störende, aber vielleicht nennen die sich nicht Buddhisten *schmunzel*

    Also, beschreib mal, was ist deine Art oder eine gute Art zu demonstrieren?

    Schau doch mal nach Ägypten oder Tunesien. Da wurde innerhalb weniger Tage ein fest im Sattel sitzendes totalitäres System hinweg gefegt. Das geht durchaus. Man muss sich dafür nicht selbst verbrennen. Allerdings muss man dafür auf die Straße gehen und Folter und Tod in Kauf nehmen. Auch wenn ich mich anstrenge, sehe ich einfach nicht den "typischen Buddhisten" in dieser Demonstrantenrolle. Es kann gut sein, dass ich einfach einem Klischeebild erliege, aber die Realität zeigt doch ziemlich deutlich, dass zumindest buddhistisch geprägte Gesellschaften nicht zu diesen Umstürzen tendieren oder beitragen. Mehr wollte ich überhaupt nicht aussagen.

    Zitat


    Erdmaus, der von Dir benannte passive Buddhist ist in einer Gesellschaft dann halt ein Neutrum. Er agiert weder für noch gegen eine Herrschaftsregierung. Er richtet also keinen Schaden an! Von daher ist auch wenig dagegen zu sagen.

    Eben diese Eigenschaft macht sie für Diktatoren und gewaltbereite Systeme zu "Lieblingen". Wenn ich Diktator oder König wäre, würde ich sofort den Buddhismus in meinem Land einführen. Was will ich den mehr als bescheidene, zurückhaltende, sanfte, genügsame und ungefährliche Menschen, die mein System der Unterdrückung nicht gefärden? ;) Da kann ich in Ruhe foltern, ausbeuten und herrschen. Das wäre doch super.

    Im Übrigen: Grade die Menschen, die passiv bleiben, sind oft gefährlich. Sie gefärden durch ihre Passivität die Freiheit der Gesellschaft. Wir müssen gar nicht weit gucken (weder räumlich noch zeitlich). Selbst mein Vater hat noch erlebt, wie bei uns in Deutschland Mord, Unterdrückung, Folter, und unsägliches Leid existierten, weil letztlich die große Masse der Menschen passiv geblieben sind.

    Passivität kann bisweilen zu furchtbaren Entartungen führen, bis hin zur Vernichtung ganzer Völker. Ich weiß nicht an welchen Händen das meiste Blut klebt, aber an den Händen derer die passiv blieben, klebt sicherlich nicht wenig davon.

    Im Übrigen: Was macht so ein "neutraler" Buddhist, wenn auf einmal ein verfolgter Mensch vor seiner Türe steht und um Rettung bittet? Wie man sieht kann man in einem totalitären System gar nicht neutral bleiben, ohne auf die eine oder andere Art Schuld auf seine Schultern zu laden. Wenn dieser Buddhist diesen Menschen nun aber versteckt, setzt er sein Leben aufs Spiel und riskiert eben Folter, Repressalien und den Tod, weil er zu einem aktiven Gegner des Systems geworden ist.

  • Hanzze
    Gast
    • 22. Mai 2011 um 14:24
    • #22
    Erdmaus:
    Hanzze:

    Denkst du ich stör dich oder stör dich nicht? Es gibt genug störende, aber vielleicht nennen die sich nicht Buddhisten *schmunzel*

    Also, beschreib mal, was ist deine Art oder eine gute Art zu demonstrieren?

    Schau doch mal nach Ägypten oder Tunesien. Da wurde innerhalb weniger Tage ein fest im Sattel sitzendes totalitäres System hinweg gefegt. Das geht durchaus. Man muss sich dafür nicht selbst verbrennen. Allerdings muss man dafür auf die Straße gehen und Folter und Tod in Kauf nehmen. Auch wenn ich mich anstrenge, sehe ich einfach nicht den "typischen Buddhisten" in dieser Demonstrantenrolle. Es kann gut sein, dass ich einfach einem Klischeebild erliege, aber die Realität zeigt doch ziemlich deutlich, dass zumindest buddhistisch geprägte Gesellschaften nicht zu diesen Umstürzen tendieren oder beitragen. Mehr wollte ich überhaupt nicht aussagen.

    Hast du schon einmal daran gedacht, dass du mit all dem Chaos in verbindung stehst, es durch deine Lebensweise sogar förderst und du der Motor für alles was du siehst bist?
    Was denkst du, wer nimmt sich der Sache wirklich an. Einer der dem konsum verfallen die Resoucen der Welt und der anderen Länder nutzt und darum kämpft (unter dem Titel Befreiung) oder jemand, der schlicht weg an der Wurzel des Übels arbeitet und seine Gier in griff bekommt und damit aus dem Kreislauf von Liebe und Hass, Aversion und Gegierde heraussen ist. Und das auch noch ohne Ausrede "Ja aber ich bin ja gefangen in dieser Gesellschaft" und weiter mit allen Mündern frisst.

    Was denkst du, wer trägt tatsächlich zum Frieden bei. Der der einfach selber aufhört zu kämpfen und die Waffen nieder lebt, oder der, der sich großere Waffen zulegt um den anderen eins raufzuknallen "Hör auf ich hab recht und sei endlich so wie ich es will"

    Was meinst du, welcher von beiden "demonstriert" und welcher von beiden "propagiert", welches von beiden nutz und welches von beiden zerstört nur in einer anderer Weise an einem anderen Ort?

  • Yoni
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    • 22. Mai 2011 um 14:32
    • #23

    Hm, Erdmaus: vielleicht sind die von dir angeprangerten Herrscher einfach in gewisser Weise "ehrlicher"? Du weisst zumindest was dich dort erwartet. In unserer "schönen" Demokratie wird einem zwar nicht die Hand abgehackt, wenn man etwas gestohlen hat - man hat stattdessen Systeme entwickelt, aus dieser Hand weiter Geld zu sch(r)öpfen (was meiner Meinung nach nicht minder gewaltvoll ist). Die (Staats-)Gewalt, die wir in den westliche Demokartien erfahren, ist nicht unbedingt friedvoller ... und jene Gewalt, die man auch "Diktatur der Masse" nennen könnte, ebensowenig. Ja, die konkrete Sterberate ist dabei wesentlich niedriger ....aber was ist mit den millionenfach (ab-)getöteten Hoffungen? Letztendlich hat die Demokratie eine Herrschaft geschaffen, die hinter der Maske des "Guten" genau die gleichen Ziele verfolgt wie Diktaturen - man stellt es nur wesentlich geschickter (und verlogener, und profitfördernder) an.

    Der gewaltfreie Widerstand hingegen ist ein Mittel der in beiden, oder vielleicht allen, politischen Systemen, bemerkenswertere Resultate erziehlt als Selbstverbrennungen (die vielleicht ein paar Tage Betroffenheit erzeugen) oder gar Gegengewalt (die den Medien und Herrschenden eine "prima" Legitimation zu weiterer Gewalt bietet - auch hier im Westen!!!). Siehe die Bewegung mit und um Gandhi (auch wenn diese Bewegung viele Teilnehmenden nicht vor dem Tod schütze ...aber was schützt schon davor?).

    Einmal nur noch möcht ich wandern, in der großen Wanderschaft,
    Einsam, ohne einen andern, bis verhaucht die letzte Kraft.
    Sterbend möcht den Blick ich lenken auf das Schneeland himmelhoch,
    Sterbend noch des Lehrers denken und der Lehre, die nie trog.

    Einmal editiert, zuletzt von Yoni (22. Mai 2011 um 14:35)

  • Erdmaus
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    • 22. Mai 2011 um 14:34
    • #24
    Zitat

    Hast du schon einmal daran gedacht, dass du mit all dem Chaos in verbindung stehst, es durch deine Lebensweise sogar förderst und du der Motor für alles was du siehst bist?

    Der Einwand ist gut und richtig. Wir alle hier profitieren von Rohstoffen, die uns Diktatoren wie der Herr Gaddhafi unter günstigen Konditionen haben zukommen lassen. Daran besteht überhaupt kein Zweifel. Noch vor Kurzem haben westliche Politiker dem Mubarak freundschaftlich auf die Schultern geklopft, dabei haben unter diesem System Menschen unsägliches Leid (Folter) erleben müssen.

    Es steht nicht außer Frage, dass wir alle mehr oder weniger (ob wir nun passiv bleiben oder nicht) dieses System begünstigen oder davon profitieren. Wenn ich an der Tanke einen Liter Sprit zapfe, dann finanziere ich diese Typen. Da jedoch so gut wie jeder Gegenstand des täglichen Lebens mit Öl verknüpft ist (auch Lebensmittel entsprechen einem Öl-Äquivalent), brauche ich nichtmal ein Auto zu besitzen.

    Es ging mir aber auch gar nicht darum mich selbst zu entlasten oder gar zu behaupten ich trüge keine Verantwortung. Der Threadstarter sprach von Veränderungen im Äußeren. Diese Veränderungen sind gesellschaftlicher Natur und bedürfen eben großer Anstrengungen. Ich sehe die buddhistische Mentalität aber eher als etwas das nach Innen gerichtet ist. Buddhisten, welche totalitäre Systeme stürzen? Ein Bild, das weder durch die Historie, noch durch die Gegenwart gestützt wird. Das war eigentlich alles was ich sagen wollte.

  • Alex Gruber
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    21. Mai 2011
    • 22. Mai 2011 um 14:37
    • #25

    Ich denke ich habe mich geirrt...., aber es ist nicht eure Schuld, es ist meine Erwartung gewesen...

    Ihr lest buddhistische Bücher, ihr handelt buddhistisch, ihr redet buddhistisch, das ist auch gut so..., aber es ist alles auf Basis von Sprachen entstanden, weil es sonst nicht übermittelbar wäre. Ich bitte euch alle, versucht Buddha zu verstehen und nicht nur den Buddhismus...den Buddha ist ein "Erwachter" der die umfassende Klarheit erkannt hat, erkennt diese Klarheit und werdet ebenfalls ein "Erwachter". Es reicht nicht nur danach zu Leben, man muss es auch komplett verstehen...oder nicht?

    Zum Schluss, noch ein kleiner Denkanstoß (versteht mich nicht falsch):

    Würdet ihr einen Buddha erkennen, wenn er vor euch steht?

    _()_

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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