1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhistische Schulen/Strömungen
  3. Chan/Thien/Seon/Zen - Buddhismus

Halte zu sehr an meinem Ego fest und andere Unklarheiten...

  • Jenken
  • 8. Juni 2010 um 11:49
  • Zum letzten Beitrag
  • Jenken
    Themenautor
    Punkte
    55
    Beiträge
    8
    Mitglied seit
    8. Juni 2010
    • 8. Juni 2010 um 11:49
    • #1

    Hallo zusammen,

    schon ein Weilchen lese ich hier und da Bücher zum Thema Buddhismus. Nun befasse ich mich insbesondere mit dem Zen - Buddhismus.
    Ich habe gelesen, dass die Grundlagenn des Zen die 4 Edlen Wahrheiten und der 8 fache Weg zur Befreiung des Leidens ist. Wieso? Ich dachte im Zen geht es darum zu erkennen, dass Erleuchtung bereits in jedem von uns vorhanden ist. Dann ist es doch völlig egal wie man sich verhält. Versteht mich nicht falsch ich habe nichts gegen die 4 Edlen Wahrheiten :D ich sehe darin nur einen Widerspruch. Spielt die liebevolle Güte z.B. aus dem tibetischen Buddhismus auch im Zen eine Rolle? Ist das eine Grundlage davon?
    Ich muss ehrlich gestehen, ich habe Angst vor Zen. Angst davor, dass mir dann alles egal sein wird oder dass ich durch Zen nicht mehr auf meine Innere Stimme bzw. mein Bauchgefühl hören werde.
    Dann habe ich gelesen, sobald man sich vorstellt dass man das und das erreicht, ist man schon nicht mehr in der Gegenwart, baut sich Luftschlösser..was letztendlich zu Leiden führt. Ich mache mein Abitur nach und ich stelle mir sehr oft vor, dass ich danach studieren kann und wie toll dass doch ist. Dieses Gefühl treibt mich aber an und laut Zen ist es nicht richtig. Oder? Hmmm..
    Und dann habe ich fürchterliche Angst mein Ego loszulassen. Ich wurde in meiner Vergangenheit schon öfter ausgenutzt und habe Panik, dass mir das wieder passiert. Muss man sich denn als Buddhist alles gefallen lassen? Jeder Bitte nachkommen um den anderen eine Freude zu machen? Wie sieht es z.B. mit Mobbing am Arbeitsplatz aus...das gab es bei mir leider auch schon. Das hat damals erst aufgehört, als ich mich richtig gewehrt habe und die "Täter" auch angegriffen habe. Ist es im Buddhismus nicht falsch jemandem weh zu tun? Sei es körperlich oder seelisch?
    Ich bin sehr verunsichert. Deshalb die vielen Fragen. Auf der anderen Seite merke ich auch, wie es mir selbst gut tut mit offenem und liebevollem Geist die anderen Menschen zu sehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich leider geprägt auch von der Einstellung meiner Eltern kein gutes Bild von den Menschen habe. Mir fällt es oft schwer liebevolle Güte für sehr viele Menschen zu empfinden und ich habe immer Angst, dass ich mich selbst vergesse.

    LG

    Jenken

  • Kat
    Punkte
    600
    Beiträge
    118
    Mitglied seit
    14. Juli 2009
    • 8. Juni 2010 um 12:59
    • #2
    Jenken:

    Hallo zusammen,

    schon ein Weilchen lese ich hier und da Bücher zum Thema Buddhismus. Nun befasse ich mich insbesondere mit dem Zen - Buddhismus.
    Ich habe gelesen, dass die Grundlagenn des Zen die 4 Edlen Wahrheiten und der 8 fache Weg zur Befreiung des Leidens ist. ............... Versteht mich nicht falsch ich habe nichts gegen die 4 Edlen Wahrheiten .....................
    LG

    Jenken

    Halo Jenken,

    es freut mich sehr, dass du nichts gegen die Vier Edeln Wahrheiten hast.... LORF

    Zen ist eine wichtige Tradition von Dharma, aber eben nur eine von vielen.

    Versuch vielleicht doch, dir einen Überblick über die Grundprinzipien zu verschaffen. Meditiere auch.

    Mit Metta


    Kat

    appamadena sampadetha!

  • Benkei
    Reaktionen
    77
    Punkte
    4.707
    Beiträge
    904
    Mitglied seit
    8. Mai 2008
    • 8. Juni 2010 um 19:06
    • #3

    Namaste!

    Jenken:

    Hallo zusammen,

    schon ein Weilchen lese ich hier und da Bücher zum Thema Buddhismus. Nun befasse ich mich insbesondere mit dem Zen - Buddhismus.


    Mit Zen befasst man sich am besten, wenn man eine Zen-Gemeinschaft aufsucht und einfach mal probeweise mitsitzt.

    Jenken:

    Ich habe gelesen, dass die Grundlagenn des Zen die 4 Edlen Wahrheiten und der 8 fache Weg zur Befreiung des Leidens ist. Wieso? Ich dachte im Zen geht es darum zu erkennen, dass Erleuchtung bereits in jedem von uns vorhanden ist. Dann ist es doch völlig egal wie man sich verhält. Versteht mich nicht falsch ich habe nichts gegen die 4 Edlen Wahrheiten :D ich sehe darin nur einen Widerspruch. Spielt die liebevolle Güte z.B. aus dem tibetischen Buddhismus auch im Zen eine Rolle? Ist das eine Grundlage davon?


    Die Vier Edlen Wahrheiten und der Mittlere Achtfache Pfad sind Grundlagen des gesamten Buddhismus.

    Die Vorstellung, dass Erleuchtung bereits in jedem von uns vorhanden ist, sollte man in erster Linie mit der Buddha-Natur asoziieren, also mit der Möglichkeit/Fähigkeit -dem Potential- zur Erleuchtung.
    Alles darüber hinaus (und wahrscheinlich auch schon dies) ist philosophisches Gedankenspiel, welches besonders am Anfang zu Verwirrungen führt, vor allem, weil es "diese" und "jene" Ansichten hierzu gibt.

    Mitgefühl und Weisheit sind immer Teil des Weges, nur wird Mitgefühl in den meisten Zen-Texten nicht derart herausgestrichen, wie es in manchen tibetischen Texten der Fall ist. Der Umstand, dass Mitgefühl auch im Zen essentiell ist, lässt sich aber beispielsweise an den "Vier Großen Gelübden" belegen, die in vielen Zen-Tempeln mehrmals täglich rezitiert werden.

    Jenken:

    Ich muss ehrlich gestehen, ich habe Angst vor Zen. Angst davor, dass mir dann alles egal sein wird oder dass ich durch Zen nicht mehr auf meine Innere Stimme bzw. mein Bauchgefühl hören werde.


    Man sollte niemals Gleichmut mit Egalität verwechseln.

    Was Dein Bauchgefühl anbelangt, so ist es ja gerade die Spontanität, die im Zen wichtig ist.

    Jenken:

    Dann habe ich gelesen, sobald man sich vorstellt dass man das und das erreicht, ist man schon nicht mehr in der Gegenwart, baut sich Luftschlösser..was letztendlich zu Leiden führt. Ich mache mein Abitur nach und ich stelle mir sehr oft vor, dass ich danach studieren kann und wie toll dass doch ist. Dieses Gefühl treibt mich aber an und laut Zen ist es nicht richtig. Oder? Hmmm..


    Dazu fällt mir spontan nur der Spruch ein:
    "Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume!"

    Jenken:

    Und dann habe ich fürchterliche Angst mein Ego loszulassen.


    Wenn Du genau weißt, wer da Angst hat was loszulassen, dann bist Du es vielleicht bereits losgeworden... :?:

    Jenken:

    Ich wurde in meiner Vergangenheit schon öfter ausgenutzt und habe Panik, dass mir das wieder passiert. Muss man sich denn als Buddhist alles gefallen lassen? Jeder Bitte nachkommen um den anderen eine Freude zu machen? Wie sieht es z.B. mit Mobbing am Arbeitsplatz aus...das gab es bei mir leider auch schon. Das hat damals erst aufgehört, als ich mich richtig gewehrt habe und die "Täter" auch angegriffen habe. Ist es im Buddhismus nicht falsch jemandem weh zu tun? Sei es körperlich oder seelisch?


    Obwohl mir noch niemand unter gekommen ist, der mein Buddhist-sein ausgenutzt hat, würde ich solchen Menschen eine Abfuhr erteilen, sobald ich erkenne, dass ich nur ausgenutzt werden soll.

    Warum sollte man sich als Buddhist alles gefallen lassen?

    Wenn Du einen Missstand siehst, und etwas tun kannst - dann tu was!
    Wenn sich die Dinge absolut nicht ändern lassen, dann nützt es auch nichts, sich darüber Sorgen zu machen - es ist wie es ist.

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • crazy-dragon
    Reaktionen
    27
    Punkte
    8.942
    Beiträge
    1.751
    Mitglied seit
    16. Dezember 2007
    • 8. Juni 2010 um 20:50
    • #4

    Hi, Jenken,
    was Benkei geschrieben hat, finde ich sehr gut und denke genauso. Und Buddhisten sind beileibe keine tumben Weicheier, sage bloß Shaolin-Kloster; das ist allerdings das andere Extrem.
    Durch Zen kannst Du Ruhe und Sicherheit erreichen, und somit spontan auf Anfeindungen reagieren. Und Du schreibst ja, daß Du spürst, wie gut es tut, friedvoll auf andere zu sehen...Allerdings: Angst vor Zen solltest Du nicht spüren, da besteht kein Anlass dazu. Allerdings habe ich bei der ersten Berührung eher magische Anziehung gespürt...Also prüfe ruhig andere buddhistischen Wege.
    Lies mal hier: http://antaiji.dogen-zen.de/deu/index.shtml
    Und von Konditionierungen durch Deine Eltern und andere solltest Du Dich freimachen und Deinen Weg suchen und gehen...

    Lieber Gruß,
    crazy dragon

    Öhm- Kaffee: Trinke Grüntee und Kornkaffee, " richtigen " coffeinhaltigen höchstens 1 X die Woche als Latte oder Cappu, weil das Coffein nicht gut für die Zellen ist, eher ein Zellgift...

    Tag für Tag ein guter Tag

    Einmal editiert, zuletzt von crazy-dragon (11. Juni 2010 um 00:11)

  • bel
    Gast
    • 8. Juni 2010 um 23:29
    • #5
    Jenken:

    Ich dachte im Zen geht es darum zu erkennen, dass Erleuchtung bereits in jedem von uns vorhanden ist. Dann ist es doch völlig egal wie man sich verhält.


    Offenbar verhält es sich nicht so.

    Jenken:

    Versteht mich nicht falsch ich habe nichts gegen die 4 Edlen Wahrheiten :D ich sehe darin nur einen Widerspruch. Spielt die liebevolle Güte z.B. aus dem tibetischen Buddhismus auch im Zen eine Rolle? Ist das eine Grundlage davon?


    Ohne Weisheit gibt es auch keine "liebende Güte".

    Jenken:

    Ich muss ehrlich gestehen, ich habe Angst vor Zen. Angst davor, dass mir dann alles egal sein wird oder dass ich durch Zen nicht mehr auf meine Innere Stimme bzw. mein Bauchgefühl hören werde.


    Du hast nicht Angst vor Zen, sondern vor Deinen Vorstellungen von Zen.

    Jenken:

    Dann habe ich gelesen, sobald man sich vorstellt dass man das und das erreicht, ist man schon nicht mehr in der Gegenwart, baut sich Luftschlösser..was letztendlich zu Leiden führt.


    Ganz genau

    Jenken:

    Ich mache mein Abitur nach und ich stelle mir sehr oft vor, dass ich danach studieren kann und wie toll dass doch ist. Dieses Gefühl treibt mich aber an und laut Zen ist es nicht richtig. Oder? Hmmm..


    Es behindet Dich vorallem darin, jetzt Dein Abitur toll zu machen. Die Zeit und die Kraft für dein Träume fehlt Dir nämlich da.
    Das kannste bei Zazen lernen.

    Jenken:

    Und dann habe ich fürchterliche Angst mein Ego loszulassen.


    Vergiß das erstmal - Du weißt noch nicht was "Ego" ist, was Du da loslassen sollst.
    Na gut, ne kleine Vorschau: Dein "Ego" ist das, was sich die Welt in der Zukunft zusammenträumt, tolles Studium usw.
    Also das, was den zweiten Schritt vor dem ersten macht.

    Jenken:

    Ich wurde in meiner Vergangenheit schon öfter ausgenutzt und habe Panik, dass mir das wieder passiert. Muss man sich denn als Buddhist alles gefallen lassen? Jeder Bitte nachkommen um den anderen eine Freude zu machen? Wie sieht es z.B. mit Mobbing am Arbeitsplatz aus...das gab es bei mir leider auch schon.


    Man muß sich überhaupt nix "gefallen lassen". Wie Du auf bestimmte - Dir ncht angenehme Situationen - reagierst, wird sich auf dem Buddhaweg natürlich entwickeln - im Rahmen einer einheitlichen Praxis von Prajna-Sila-Samadhi

    Jenken:

    Ist es im Buddhismus nicht falsch jemandem weh zu tun? Sei es körperlich oder seelisch?


    Wenn man jemanden weh tut, tut man jemanden weh. Das soll man klar sehen und sich nicht dabei rausreden.
    Aber Du kannst jetzt nur das tun, was im Rahmen Deiner jetzigen Möglichkeiten ist. Wenn man Buddha-Zen ehrlich praktiziert, werden sich die Möglichkeiten zu reagieren erweitern

    Jenken:

    Ich bin sehr verunsichert. Deshalb die vielen Fragen. Auf der anderen Seite merke ich auch, wie es mir selbst gut tut mit offenem und liebevollem Geist die anderen Menschen zu sehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich leider geprägt auch von der Einstellung meiner Eltern kein gutes Bild von den Menschen habe. Mir fällt es oft schwer liebevolle Güte für sehr viele Menschen zu empfinden und ich habe immer Angst, dass ich mich selbst vergesse.


    Es hat keinen Sinn irgendwas zu erzwingen. Am besten man fixiert sich nicht auf sowas wie "liebevolle Güte" - woher will man auch wissen, was das ist - ohne Verwirklichung von Prajna und Samadhi.

    _()_

  • brigitte
    Gast
    • 9. Juni 2010 um 15:13
    • #6

    Radikaler Weg
    Hugo M. Enomiya-Lassalle

    Wahrscheinlich gibt es in keiner Religion einen so radikalen Weg der
    geistigen Losschälung wie im Zen.
    Wer diesen Weg unter Leitung eines strengen Meisters geht, wird das bald bemerken.
    Man darf sich an nichts hängen, nirgends stehen bleiben, weder bei guten noch bei
    schlechten Gedanken und Gefühlen. Die geringste Ausnahme bedeutet Stillstand.
    Wer den Weg einmal ernstlich angetreten ist, kann nicht mehr zurück, d.h., er kann
    nicht noch einmal sein, wie er vorher war. Er hat Dinge erlebt, die er nicht mehr vergißt.
    Es hilft nichts, er muss tiefer in das Dunkel hineingehen, bis das Licht aufleuchtet,
    das er ersehnt. Aber wann dieser glückliche Augenblick kommt, weiß er nicht
    und das kann ihm auch niemand sagen. Er hat nicht einmal die Garantie, dass er
    jemals zum Licht kommt. Er bemerkt, dass sich sein Leben wandelt, und dass er nicht
    zuletzt im Dienste seiner Mitmenschen mehr tun kann, als wenn er diesen Weg
    niemals angetreten hätte.

  • Jenken
    Themenautor
    Punkte
    55
    Beiträge
    8
    Mitglied seit
    8. Juni 2010
    • 9. Juni 2010 um 22:04
    • #7

    Vielen Dank für die vielen Antworten!

    Mit Buddhismus generell befasse ich mich schon seit 2007 weil mein Mann damals damit angefangen hatte. Ich habe auch ca. 1 Jahr beinahe täglich meditiert und war so vom Buddhismus überzeugt oder davon, dass es die Wahrheit ist, bis ich Probleme mit ein paar Menschen hatte und ich es nicht mehr geschafft habe bzw. es mir sehr schwer fiel Mitgefühl zu haben. Ich bin dann in mein altes Muster gefallen und habe mein Ego noch mehr wachsen lassen.
    Trotzdem kann ich den Buddhismus nicht mehr loslassen. Überall treffe ich darauf. Fast alle Ratgeber über Lebensführung, über Glück und dies und jenes beinhalten (bewusst oder unbewusst) sehr viel Buddhismus. Ja sogar mein früherer Psychologe hat immer zu mir gesagt: "Frau ... merken sie sich eins: Im Hier und Jetzt ist die Welt immer vollkommen in Ordnung". Natürlich hat er recht!
    Ich möchte den Weg gehen und Zen-Buddhismus praktizieren aber vorher muss ich meine Verständnis-Probleme lösen. Ich bin ein Typ der immer alles perfekt machen will und ich hänge dann immer an Kleinigkeiten die ich nicht ohne Hilfe gelöst bekomme. Z.B. war ich darauf vorbereitet, dass hier jemand sowas schreibt in Bezug auf die Sache mit dem Ausnutzen: "Wen soll man denn ausnutzen?" Oder sowas. So etwas ähnliches habe ich nämlich schonmal gelesen und nicht verstanden. Auf der einen Seite soll man selbstlos sein aber auf der anderen Seite existiert man doch unweigerlich und man unterscheidet sich doch auch von anderen und hat ein ICH. Wie soll man da nicht sein, wenn man doch ist....usw.? Mein Mann sagt dann immer zu mir, es ginge doch nur darum zu erkennen, dass alles miteinander verbunden ist und nicht unabhängig voneinander existiert. Aber durch diese Einsicht platzt doch mein Ego nicht..leider..oder ich habe es nicht verstanden und mein Ego würde sich auflösen wenn ich es verstanden hätte.
    Ich bin auf der Suche nach einer Zen Gruppe und einem Lehrer. In Mainz z.B. habe ich eine entdeckt aber es kostet, je nach Verdienst, zwischen 60 und 120 EUR im Monat. Da würde ich mich über den Tisch gezogen fühlen. Ich war in Frankfurt in einem Kloster meditieren und da verlangte man eine kleine Spende. Das finde ich auch ok. Was zahlt ihr denn wenn ich fragen darf?
    Dann habe ich noch eine Frage und zwar trinkt ihr Kaffee? Oder anders gefragt ist es hinderlich für die Entwicklung wenn man täglich 2 Tassen Kaffee trinkt?
    Habt ihr die ultimative Buchempfehlung? :D

    LG

    Jenken

  • Brücke
    Reaktionen
    1
    Punkte
    361
    Beiträge
    69
    Mitglied seit
    18. Januar 2009
    • 10. Juni 2010 um 08:01
    • #8

    Jenken, es gibt zwei Wege,

    entweder, Du liest dreißigtausend "buddhistische" Bücher oder Du setzt Dich endlich hin und vertraust der Übung.
    Alles perfekt machen kannst Du Dir abschminken, denn ... na, perfekt "machen" geht eben nicht.

    Bis dein Ich "platzt" wird sicher noch eine gute Weile vergehen, also hab davor keine Sorge.
    Jetzt bist Du völlig verstrickt in irgendwelchen Vorstellungen von wie es sein sollte oder was du tun müsstest.
    Sogar wie viel es kosten darf, weißt Du schon ganz genau.
    Wenn Du ganz genau wissen willst, wie es ist, geh zu den Zeugen Jehowas, die sagen dir exakt, was richtig und was falsch ist, dann musst du das ganze Zeug nur noch glauben und schon schwupps, bist du gerettet ---- oder du versuchst es selbst herauszubringen.
    Um aber die neue Fülle überhaupt aufnehmen zu können, solltest Du nicht all zu sehr in deine alte Fülle verliebt sein.
    Vielleicht leidest Du irgendwann tatsächlich so sehr an deinen Zwängen, dass Du Dir tatsächlich nicht mehr anders zu helfen weißt, als dich mit Deinen eigenen Macken zu beschäftigen. Das ist sehr heilsam, ich weiß das aus eigener Erfahrung.(Davon gehen die Macken nicht weg, aber man lernt mit ihnen zu leben)
    Solange es aber für Dich bequemer ist, an deinen Sicherheiten und Richtigkeiten fest zu halten, wirst Du nie den Sprung in die Übung wagen.

    Ich würde Dir eigentlich kein Buch empfehlen, denn davon hast Du eh schon genug und es trägt nur zu weiteren Richtigkeiten und Sicherheiten bei.
    Naja, du könntest Haben oder Sein von Erich Fromm, auch wenn es alt ist, ist es doch aktuell...
    Kaum zu bekommen und daher sehr empfehlenswert :P Walpola Rahula: Was der Buddha lehrt - wenn es denn unbedingt ein buddhistisches Buch werden soll.

    ()
    Brücke

  • bel
    Gast
    • 10. Juni 2010 um 09:41
    • #9
    Jenken:

    Auf der einen Seite soll man selbstlos sein aber auf der anderen Seite existiert man doch unweigerlich und man unterscheidet sich doch auch von anderen und hat ein ICH.


    Man /soll /überhaupt nicht - das ist doch ein moralischer Zeigefinger. Man /sollte/ aus Einsicht handeln. Und wenn noch keine Einsicht da ist, kann man auch nicht aus dieser heraus handeln.
    Das dauert einfach ne Weile.

    Jenken:

    ch bin auf der Suche nach einer Zen Gruppe und einem Lehrer. In Mainz z.B. habe ich eine entdeckt aber es kostet, je nach Verdienst, zwischen 60 und 120 EUR im Monat.
    Da würde ich mich über den Tisch gezogen fühlen.


    Na siehste, hast doch schon n gutes Gefühl dafür. Geh da bloß nicht hin.
    Ich kenne auch Mitgliedsbeiträge (wenn man dem Trägerverein beitritt) von 40/50 Euro - aber dann hat man täglich Zazen. Man hat sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden. Eher nichts für Leute, die damit anfangen.
    Es gibt noch ne andere Zen-Gruppe in Mainz. http://www.zen-kreis-mainz.de
    Ich kenne die Leute da zwar nicht, sie scheinen aber deutlich bescheidener zu sein - deshalb: Vorbeischauen kann ja nicht schaden.

    Jenken:

    Dann habe ich noch eine Frage und zwar trinkt ihr Kaffee? Oder anders gefragt ist es hinderlich für die Entwicklung wenn man täglich 2 Tassen Kaffee trinkt?


    Warum sollte es? Beim Sessshin macht man es natürlich nicht - da stellt sich dann heraus, daß man es da auch nicht braucht.

    Jenken:

    Habt ihr die ultimative Buchempfehlung?


    Nö - aber hilfreich sind:
    Kosho Uchiyama: Zen für Küche und Leben
    Shunryu Suzuki: Zen-Geist, Anfänger-Geist
    Dogen: Shobogenzo Zuimonki

    _()_

  • Benkei
    Reaktionen
    77
    Punkte
    4.707
    Beiträge
    904
    Mitglied seit
    8. Mai 2008
    • 10. Juni 2010 um 20:08
    • #10

    Namaste!

    Jenken:

    Ich bin ein Typ der immer alles perfekt machen will und ich hänge dann immer an Kleinigkeiten die ich nicht ohne Hilfe gelöst bekomme.


    Einsicht ist ja bekanntlich "der erste Schritt zur Besserung".
    Perfektionsismus kann schon in einigen Lebensbereichen ein ernstes Hindernis sein, welches unnötiger Weise Zeit und Energie bindet/verbraucht.

    Jenken:

    Z.B. war ich darauf vorbereitet, dass hier jemand sowas schreibt in Bezug auf die Sache mit dem Ausnutzen: "Wen soll man denn ausnutzen?" Oder sowas.


    Die "Es gibt kein Selbst!"-Leier oder ähnliche Sprüche nützen eigentlich niemandem - schon gar nicht jemandem, der gerade entscheiden will, ob er praktizieren will oder nicht.

    Da ist es wieder: ... niemandem :roll:

    Jenken:

    So etwas ähnliches habe ich nämlich schonmal gelesen und nicht verstanden. Auf der einen Seite soll man selbstlos sein aber auf der anderen Seite existiert man doch unweigerlich und man unterscheidet sich doch auch von anderen und hat ein ICH. Wie soll man da nicht sein, wenn man doch ist....usw.? Mein Mann sagt dann immer zu mir, es ginge doch nur darum zu erkennen, dass alles miteinander verbunden ist und nicht unabhängig voneinander existiert. Aber durch diese Einsicht platzt doch mein Ego nicht..leider..oder ich habe es nicht verstanden und mein Ego würde sich auflösen wenn ich es verstanden hätte.


    Darüber zu sprechen, ohne das jemand versteht (der Sprecher [hier der Schreiber] eingeschlossen) nützt niemandem.

    Ohne wirkliche Erfahrung sind "Nicht-Selbst", "Nirvana", "Kensho" u. Ä. einfach nur Begriffe, die man für sich mit Worten ausfüllt und dann damit seine Vorstellungen/Sehnsüchte/Träume und Ängste nährt - also sein Ego aufbläht.

    Lass erstmal diese "Nicht-Selbst"-Gedanken beiseite. Vielleicht kommt die Einsicht nach längerer Praxis.

    Jenken:

    Dann habe ich noch eine Frage und zwar trinkt ihr Kaffee? Oder anders gefragt ist es hinderlich für die Entwicklung wenn man täglich 2 Tassen Kaffee trinkt?


    Da kommt es wohl darauf an, wie Du Kaffee verträgst - wenn er Dich beispielsweise aufkratzt, dann würde ich ihn nicht vor dem Zazen trinken.
    Ich trinke täglich Kaffee, allerdings nicht vor dem Zazen und auch beim Sesshin nicht (auch wegen der "treibenden Kraft").
    Ich kenne allerdings auch Menschen, die sogar während des Sesshin mehrmals täglich Kaffee trinken.
    Das ist wohl persönlich verschieden.

    Jenken:

    Habt ihr die ultimative Buchempfehlung?


    Nein.

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Wolke
    Punkte
    235
    Beiträge
    39
    Mitglied seit
    27. August 2009
    • 30. August 2010 um 13:43
    • #11

    Du kannst soviel lesen wie Du willst...der Verstand bringt Dich nicht zum Ziel...

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.16
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download