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Zen Mönche und Nonnen

  • Wolke
  • 3. September 2009 um 08:59
  • Zum letzten Beitrag
  • Wolke
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    27. August 2009
    • 3. September 2009 um 08:59
    • #1

    Wie wird das eigentlich in Japans Zen Klöster mit den Männern und Frauen geregelt? Ich habe auf einer Internetseite, weiß aber leider nicht mehr welche, dass es auch ein Nonnenkloster gibt. Sind grundsätzlich Männer und Frauen getrent? Oder gibt es Ausnahmen?

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 3. September 2009 um 10:15
    • #2

    Moin Wolke,

    http://www.univie.ac.at/rel_jap/alltag/soryo.htm
    Vielleicht findest du hier etwas.

    Meines Wissens sind Männer und Frauen getrennt. In unserem Kloster gibt es z.B. nur Mönche. Einzige Ausnahme ist Besuch von uns. Die Nonnen aus den Zengemeinschaften, die ihren Ursprung im Hoko Ji haben, dürfen auch ins Kloster.
    Meines Wissens sind Mönche und Nonnen sowieso nicht gleichberechtigt. Das dort eher sehr "katholisch" geregelt.
    Und ganz zum Schluss ist das mit Mönch und Nonne so eine Sache. Da sie häufig keine Vinaya Ordination haben und somit nicht überall als Mönche und Nonnen anerkannt sind.
    Hier findest du etwas darüber:
    http://buddhismus-stiftung.org/dbu/frameset.p…w=2%A7limit=102

    Das hier ist auch aus dem DBU Forum:

    Zitat

    Als Dengyô Saichô (767–822) die Tendai-shû in Japan begründete, verzichtete er ganz bewusst auf die Vinaya-Ordination. Die Begründer der sog. Kamakura-Schulen (u.a. Eisai, Dôgen, Hônen, Shinran, Nichiren) kamen fast alle aus der Tendai-shû und nahmen die Vinaya-Ordination auch nicht wieder auf, sondern übernahmen oder modifizierten die Bodhisattva-Ordination der Tendai-shû, die wiederum auf der chinesischen Tradition des Brahmajala-Sutra (Bonmo Kyô) beruht. Während des Aufenthaltes in einem Kloster werden die Gelübde der Bodhisattva-Ordination durch die Befolgung spezifischer Klosterregeln (Shingi) ergänzt.

    Es ist insofern nicht ganz zutreffend, z.B. im japanischen Zen (egal ob Sôtô oder Rinzai) von 'Mönchen' zu sprechen, weil diese idR keine Vinaya-Gelübde abgelegt haben (Ausnahmen gibt es, z.B. die deutsche Zenlehrerin Doko Waskönig). In meiner Tradition ziehen wir die Bezeichnung 'Priester' vor - entsprechend wären auch 'Zen-Klöster' (die vor allem der Ausbildung dienen) treffender als 'Priesterseminare' zu bezeichnen. Wenn Zen-Priester und -Priesterinnen nicht nach dem Vinaya ordiniert sind, haben sie sich auch nicht zu Haus- und Besitzlosigkeit und zu zölibatärer Lebensweise verpflichtet, es sei denn mit einem persönlichen Gelübde

    Alles Liebe
    Ji'un Ken

  • Wolke
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    27. August 2009
    • 3. September 2009 um 14:13
    • #3

    Reichlich kompliziert die Links! Ich verstehe kein Wort davon.
    Gibt es denn Möglichkeiten für Frauen überhaupt in ein Zen Kloster zu gehen? In Deutschland gibt es wohl eins, dann aber bestimmt ausschließlich nur für Männer. :x
    Oder in einem anderen Therad wurde über das Kloster Antaiji gesprochen. Wie sieht es dort aus? Der deutsche Abt Muho ist doch verheiratet und hat eine Frau. Wo wohnt sie? Sie leben doch zusammen? Oder weil sie vielleicht nicht ordiniert ist, darf sie dort mitleben? Oder weil sie einen Mönch geheiratet hat? Aber, wenn Mönche auch heiraten dürfen, wo leben dann die Frauen?
    Ist mir gerade noch ein Rätsel- so wie vieles patriarchales für mich noch ein Rätsel darstellt! :oops:

    Liebe Grüße
    Wolke

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 3. September 2009 um 15:17
    • #4
    Zitat

    Gibt es denn Möglichkeiten für Frauen überhaupt in ein Zen Kloster zu gehen? In Deutschland gibt es wohl eins, dann aber bestimmt ausschließlich nur für Männer.


    Finde es heraus, und heul nicht schon vorher.

    Hier kannst du mal nachfragen: http://www.zenkloster-in-liebenau.de/leben_im_kloster.htm

    oder hier http://www.buddhalinks.de/buddhistische-…84b28d49c495c17 selber suchen.

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

  • Wolke
    Themenautor
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    27. August 2009
    • 3. September 2009 um 16:38
    • #5

    Kannst Du Dich etwas freundlicher ausdrücken, Ji`un Ken?
    Ich wollte es hier mit Eurer Hilfe herausfinden.

    Es scheint, wenn Du so reagierst, ein schwierges Thema für Dich zu sein. Warum Du so reagierst, finde es heraus. Das ist ein Koan für Dich.

    Alles Liebe
    Wolke

  • bel
    Gast
    • 3. September 2009 um 18:13
    • #6
    Wolke:

    Reichlich kompliziert die Links! Ich verstehe kein Wort davon.
    Gibt es denn Möglichkeiten für Frauen überhaupt in ein Zen Kloster zu gehen? In Deutschland gibt es wohl eins, dann aber bestimmt ausschließlich nur für Männer. :x
    Oder in einem anderen Therad wurde über das Kloster Antaiji gesprochen. Wie sieht es dort aus? Der deutsche Abt Muho ist doch verheiratet und hat eine Frau. Wo wohnt sie? Sie leben doch zusammen? Oder weil sie vielleicht nicht ordiniert ist, darf sie dort mitleben? Oder weil sie einen Mönch geheiratet hat? Aber, wenn Mönche auch heiraten dürfen, wo leben dann die Frauen?
    Ist mir gerade noch ein Rätsel- so wie vieles patriarchales für mich noch ein Rätsel darstellt! :oops:

    Liebe Grüße
    Wolke

    Nach Antaji können Männer und Frauen kommen, sogar Paare, wenn sie das mal für die Zeit ihres Aufenthaltes dort vergessen können.
    Muhos Frau und seine Kinder leben auf dem Klostergelände, halten sich aber aus dem Betrieb raus.
    Normalerweise sind die Zen-Tempel (nicht Klöster) in Japan Familienbetriebe - und die lokale Bevölkerung käme nicht auf die Idee, sich daran zu stören. Ist eben nicht anders, als bei uns Pfarrer und Pfarrers Frau. Deshalb ist da auch die Bezeichnung "Priester" ganz treffend , weil sich die Tätigkeit weitgehend auf bezahlte Zeremonien beschränkt (und deshalb nicht für Europa zutreffend).
    In den Klöstern gilt die Klosterordnung - und die beinhaltet sexuell enthaltsames Leben. Von daher kann man auch von "Mönchen" reden. Es ist übrigens auch in den Ländern, in denen vorwiegend nach Vinnaya ordiniert wird, weit verbreitet, daß man nur temorär als "Mönch" nach Gelöbnise lebt.
    Etwas anderes ist aber die über das Momentane hinausgehende Geisteshaltung "Bodhisattva" - die sich auch im "in die Reihe treten", dem Aufnehmen der Gelöbnisse, (5, 10 oder mehr) ausdrückt - das nennen wir dann "Ordination".
    Und deshalb red ich auch gern von "Ordensleuten" ;)

    In Europa sind alle Zen-Klöster für Frauen offen.


    _()_

  • Wolke
    Themenautor
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    • 3. September 2009 um 19:15
    • #7

    Danke für Deine Antwort. Das wollte ich wissen.
    Ich kenne das mit der Enthaltsamkeit aus dem Yoga. Dort nennen wir es Brahmacharya. Ist aber nicht unbedingt an dem Wort Mönch oder Nonne gebunden. Eine Lehrerin aus Indien meinte einmal im Vortrag: "Nur diejenige oder derjenige der Yoga macht und enthaltsam lebt, ist ein wirkliche Yogi".
    Somit ging es mir nicht um Sexualität (sowieso stinklangweiliges Thema), sondern inwieweit es den Frauen möglich ist, in ein Kloster zu gehen.
    Alles Liebe
    Wolke

  • bel
    Gast
    • 3. September 2009 um 19:49
    • #8
    Wolke:

    Ist aber nicht unbedingt an dem Wort Mönch oder Nonne gebunden.

    Ja, i.e.S. handelt es sich bei "bhikkhu" um jemanden der formal die Vinnaya-Gelöbnisse abgelegt hat, im weiterern Sinne wird der Begriff aber schon im Pali mit bestimmten (anzustrebenden) Qualitäten verbunden.
    Die wohl wichtigeste inhaltliche Gegenüberstellung ist die von "Hauslosem" und "Hausvater", Besitzlosem (das meint jemanden, der nicht am Beitz hängt, diesen aus freien Stücken aufgibt) und Besitzer (kann auch der Ärmste sein).
    Man kann sich nun unendlich lange darüber streiten, was zuerst aufgegeben werden soll - Haus oder die Ansichten vom Haus, ersteres muß in jedem Fall zu letzterem führen, letzteres führt zwangsläufig zum ersten.

    _()_

  • erbreich
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    • 3. September 2009 um 20:42
    • #9

    Das Maha-Satipatthana-Sutta beginnt mit den Worten ("bhikkhu" übersetzt mit "Mönch"):

    «Der einzige Weg ist dies, o Mönche, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Schwinden von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung der rechten Methode, zur Verwirklichung des Nibbāna, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Welche vier?

    Und der Kommentar erklärt dazu:

    Ihr Mönche. Dies ist die Anredeform an diejenigen Menschen, welche die Lehre annehmen.

    Da ist hier der Mönch. Der Mönch ist hier lediglich als Beispiel genannt für einen Menschen, der sich im Wandel der Verwirklichung (patipatti) müht. Wohl mühen sich auch andere - Götter und Menschen - darin; um jedoch die Vorzüglichkeit des Mönchtums im Wandel der Verwirklichung zum Ausdruck zu bringen, wird hier vom ,Mönch' gesprochen. Unter denen nämlich, welche die Unterweisung des Erhabenen annehmen, ist der Mönch der Vorzüglichste, weil er für alle Arten der Unterweisung empfänglich ist. Durch seine Erwähnung sind jedoch auch die übrigen einbegriffen.

    Wer diesen Wandel der Verwirklichung lebt, der trägt den Namen ,Mönch'. Um so zu zeigen, daß das Mönchtum im Wandel der Verwirklichung besteht, wird hier vom Mönch gesprochen. Der den Verwirklichungswandel Lebende, sei er ein Gott oder ein Mensch, der eben erhält die Bezeichnung ,Mönch'. Wie es heißt:

    "Auch wenn geschmückt man, aber rechtlich wandelt,
    Gestillt, bezähmt, ein Mensch gesichert auf den Pfaden.
    Abstehend von Gewalt bei allen Lebewesen,
    Dann ist man Priester, ist Asket man und ist Mönch."

    (Dhammapada, v. 142)

    Gruss, erbreich

    unvollkommenheit (dukkha), du nimmst sie nicht persönlich (anatta), sie ist was sie ist (anicca)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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