Im Satipaṭṭhāna-Sutta (Majjhima Nikāya 10) wird beschrieben, dass der Übende seine körperlichen Verrichtungen klar und wissensklar wahrnimmt. Es geht nicht darum, aus einem gewöhnlichen Toilettengang ein besonderes „spirituelles Erlebnis“ zu machen, sondern darum, genau das, was gerade geschieht, bewusst zu erkennen.
Wenn der Körper Stuhl oder Urin ausscheidet, weiß man schlicht: Der Körper entleert sich. Man nimmt die körperlichen Empfindungen wahr, ohne sie unnötig mit Vorstellungen, Abneigung oder Anhaftung zu versehen.
Achtsamkeit bedeutet hier: sitzen, wahrnehmen, geschehen lassen und wissen, was geschieht.
Gerade darin liegt der buddhistische Punkt: Auch eine so alltägliche und scheinbar banale Handlung wie das Entleeren von Stuhl und Urin ist nicht außerhalb der Praxis. Der Körper wird nicht romantisiert und die Ausscheidung nicht mystifiziert. Sie wird einfach als körperlicher Vorgang erkannt.
So verstanden ist Achtsamkeit nicht auf Meditation im Sitzen beschränkt. Sie begleitet den Menschen auch auf der Toilette.